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(¯`†~._ NuR EiN kuRzeR MomEnT _.~†´¯)


 

   (¯`†~._ NuR EiN kuRzeR MomEnT _.~†´¯)
   Thema aus der Rubrik -> FF-Archiv
 
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dark-sweet Angel



Anmeldungsdatum: 10.02.2007
Beiträge: 652
Wohnort: Ach... Das is i-wo in der Schweiz

BeitragVerfasst am: 06.05.2007 21:09    Titel: (¯`†~._ NuR EiN kuRzeR MomEnT _.~†´¯)


So
ich hab hier ma die FF im ganzen Stück, die ich schon mal on gestellt hab
(nur einfach Teilweise^^)






(¯`†~._ NuR EiN kuRzeR MomEnT _.~†´¯)

Autor: ich ^^ (Isabelle)
Titel: Nur ein kurzer Moment
Gerne: em… ich glaub Love-Drama
Pitel: 28
Personen: Monika, Bill, Tom, Mike, Lisa und sonst noch welche ^^
Sonstiges: naja… lest einfach mal ^^




Ich war 15 Jahre alt. Gerade war ich mit meiner Familie nach Deutschland gezogen, genauer nach Magdeburg. Man kann nicht gerade sagen, dass ich mich gut eingewöhnt hatte. Im Dezember 2004 hatten sich meine Eltern spontan dazu entschlossen aus Österreich wegzuziehen, weil mein Vater in Deutschland einen neuen und besseren Arbeitsplatz gefunden hatte. Mitten im Schuljahr die Schule zu wechseln war nicht gerade hilfreich dabei Anschluss zu finden in der neuen Klasse, im neuen Land. Gleich als ich am ersten Tag in die Klasse kam hatte ich das erste Problem. Es war kein Platz mehr frei, nur mehr in der ersten Reihe neben Lukas, dem größten Streber. Ich hatte oft versucht ihn anzusprechen, aber er war immer in irgendwelche Bücher vertieft und irgendwann hatte ich es aufgegeben. Ich habe nichts gegen Leute die gute Noten schreiben wollen, aber die anderen schon. Als die bemerkt hatten, dass ich versucht hatte mit Lukas zu reden, hatte ich bei ihnen verspielt. Seitdem hassen die mich.
Wenn ich in der Früh den Wecker hörte wollte ich ihn am liebsten beim Fenster rausschmeißen oder sonst was. Aber es blieb mir nichts anderes über. Wieder in die Schule und das jeden Tag. In meiner Straße kannte ich schon zwei Leute. Das waren Lisa und Mike. Mit ihnen verstand ich mich ziemlich gut, und sie waren auch so alt wie ich, nur gingen sie leider beide auf eine andere Schule. Die meisten kannte ich nicht, nur die die in meiner Klasse waren, und der Hass beruhte auf Gegenseitigkeit.
Eines Morgens in der Schule, ich hatte mich auch in ein Buch vertieft, weil ich sowieso mit keinem reden konnte, da ging plötzlich die Klassentür auf, und der Lehrer kam herein. Er war aber nicht allein. Er deutete der Person neben ihm noch draußen zu bleiben.
„Wir haben einen neuen Mitschüler in der Klasse. Einige von euch kennen ihn vielleicht schon, aber seht!“ und mit der Hand deutete er diesem Jungen jetzt ihn die Klasse zu kommen. Seine Haare waren kurz, nur vorne länger und fielen über sein rechtes Auge. Außerdem war er, das war das was mich am meisten wunderte, geschminkt. Es passte ihm, trotzdem hatte ich das bei einem Jungen noch nie gesehen. Weiter konnte ich noch gar nicht denken, da hörte ich plötzlich Sebastian aus der letzten Reihe rufen: „Schwuchtel im Anmarsch! Hey, das ist nicht ihr Ernst. Der kommt nicht zu uns, oder?“
„Doch, das ist euer neuer Mitschüler Bill. Setz dich da hinten hin. Letzte Woche hat eine Schülerin Klasse gewechselt, setz dich neben Sabrina!“ Sabrina war die größte Tussi die ich kannte. Die Schülerin die Klasse gewechselt hatte, war nur wegen Sabrina gegangen, weil die diesen Terror neben ihr nicht mehr ausgehalten hatte.
„Iiiiiiiiiiiiiii, nein! Aber Herr Professor. Setzen sie dieses… na ja, dieses Ding da woanders hin!“, schrie sie plötzlich laut. Sebastian und seine Clique brachen in schallendes Gelächter aus.
„Bill, bitte setz dich jetzt und Sabrina, nein, ich setz euch jetzt nicht eine halbe Stunde um. Bill setzt sich neben dich!“, sagte der Lehrer dann in etwas lauterem Ton.
„Aber…!“, wollte Sabrina sich verteidigen.
„NEIN!!!“, schrie der Lehrer sie an und sie warf ihm einen missbilligenden Blick zu, dann drehte sie sich zu ihrer Nachbarin, die auf der anderen Seite neben ihr saß, um, und begann mit ihr zu reden. Ich dachte mir, dass es wahrscheinlich um den Neuen ging. Aber der Lehrer hatte keine Ruhe. Alle paar Minuten ermahnte er die Jungs aus der letzten Reihe endlich leise zu sein, was die aber nicht einhielten. Ich verstand nicht was sie sagten, aber sie strengten sich auch nicht wirklich an leise zu sein.
Vom ersten Augenblick an tat Bill mir leid. Genau wie mir schenkte ihm keiner auch nur die geringste Aufmerksamkeit. Doch, eigentlich bekam er sie schon, aber im negativen Sinn. Das heißt nur dann, wenn jemand ihn verarschen wollte. Ich wusste nicht, was er ihnen getan hatte, andererseits hatte ich ihnen ja auch nichts getan. Eigentlich wäre es eine Gute Idee gewesen ihn anzureden, aber ich hatte Angst, dass mich dann die anderen noch mehr hassen würden als so schon. Lange würde ich das nicht mehr aushalten in dieser Schule. Vom meiner Traumklasse in Österreich weg in diesen Sauhaufen.
Wie jede zweite Turnstunde schwänzte ich auch diese Turnstunde wieder. Mir was ja soooo schlecht. Natürlich nicht wirklich, aber ich traute mich einfach nicht mehr turnen, weil jede Sekunde die ich mit meiner Klasse verbrachte ging es mir schlechter und sie fanden immer wieder etwas, dass ihnen nicht passte an mir.
Genauso in dieser Woche. Nach ein paar Wochen in Deutschland hatte ich die Lehrer auch überredet, dass ich in der Klasse bleiben konnte wenn ich nicht mitturnte. Ich setzte mich also in die Klasse während alle anderen turnten und nahm mein Buch wieder aus der Schultasche und begann zu lesen. Dann ging die Tür auf ich schaute kurz auf. Es war dieser Bill, aber ich schaute ihn nur kurz an, und er mich nur kurz, dann setzte er sich und begann etwas auf ein Blatt Papier zu kritzeln.
In der nächsten Pause blieben wir auch in der Klasse und ich war froh, dass die aus meiner Klasse erst nach der nächsten Stunde zurückkommen würden, weil sie eine Doppelstunde Turnen hatten. Das brachte mir eine Doppelstunde lesen, und das fast jede Woche. Dann blickte ich wieder auf und es kam ein Junge in die Klasse. Ihn hatte ich schon oft bei Bill gesehen.
„Hi Tom!“, meldete sich Bill zu Wort.
„Hi!“, sagte auch dieser Tom. Ich schaute nur kurz auf und drehte mich gleich wieder weg. Ich hatte schon mitgekriegt, dass die zwei es noch schlechter hatten unter ihren Mitschülern wenn sie gemeinsam gesehen wurden.
„Was gibt’s?“, sagte Bill als sich Tom auf Sabrinas Stuhl gesetzt hatte.
„Ach, nicht viel. Das übliche halt. Wollt dich nur mal besuchen Kleiner!“
„Du nennst mich klein! Ha, ich bin größer als du!“
„Ja, und ich älter. Eins zu Null für mich! Du bist anscheinend eh beschäftigt, dann geh ich mal wieder!“
„Ja okay. Bis dann!“ Irgendwie hörte sich das ganze Gespräch nicht sehr liebenswert an, aber als sich die beiden verabschiedeten lachten sie sich an. Komische Typen. Als dieser Tom das Klassenzimmer verließ läutete es gerade zur nächsten Stunde. Als die Tür zu war sagte Bill: „Brüder!“ Hatte er da gerade mit mir geredet? Nein, da hätte er wohl vorher mit sich selber gesprochen. Ich schaute kurz zu ihm zurück und er lächelte mich an. Ja, er hatte also mit mir geredet! Aber als ich hörte, dass die Tür wieder aufgeht drehte ich mich schnell wieder zum Buch.
„Ha, da haben wir ja die richtigen in einem Raum! Die Schwuchtel und die Streber-Loverin!“ Wie immer wenn ich irgend so was hörte drehte ich mich einfach weg und ich war froh, als Daniel, so hieß der, der gerade in die Klasse gekommen war, endlich wieder ging. Bill hatte gleich mit ihm zu streiten begonnen, aber ich würdigte diese Leute sowieso keines Blickes mehr und da war ich mir zu schade, als dass ich zurückgeredet hätte. Dieser Bill aber schon. Deshalb ging Daniel dann auch wieder mit einem ekelhaften Grinsen im Gesicht.
„Wie lange machen die das mit dir schon?“, fragte mich Bill dann.
„Dezember. Seit ich hergezogen bin“, sagte ich in beiläufigem Ton und wandte meinen Blick nicht vom Buch ab, obwohl es mir schon komisch vorkam, dass jemand mit mir redet und mich dabei nicht mal beleidigen wollte.
„Was haben die gegen dich?“, versuchte er weiter mit mir zu reden.
„Hast ja gehört, ich liebe Streber.“ Jetzt gab er das Gespräch auf, wahrscheinlich hatte er eingesehen, dass es nicht viel Sinn hatte. Ich gab mich so wie immer, also nur in mein Buch vertieft, aber innerlich ging es mir nicht so wie immer. Wieso redete ich nicht mit ihm? Da war jemand, der mit mir reden wollte, und das in meiner Klasse! Aber jetzt war es zu spät, denn wenn ich jetzt plötzlich etwas sagen würde, dann würde er sich sicher auch denken, dass ich einen Vogel hatte. Also ließ ich es sein. Außerdem hatte ich mit dieser Schule schon abgeschlossen und war zur Erkenntnis gekommen, dass hier alle ein Rad ab hatten, egal wer und mein Buch war ja schließlich auch so interessant, obwohl ich es dieses Schuljahr schon drei Mal gelesen hatte. Ich war schon immer faul gewesen und so vergaß ich jeden Tag darauf mir ein neues mitzunehmen, also blieb mir nichts anderes übrig als es wieder mal zu lesen.
„Iiiiiii!“ Ich schaute nach hinten zu Bill, der plötzlich zu schreien begonnen hatte. „Da sitzt eine Spinne!“
„Wo?“, antwortete ich ihm.
„Auf meinem Tisch!“
„Zeig mal!“ Ich stand dann auf und ging zu ihm nach hinten. Warum ich das gemacht habe weiß ich nicht. Wahrscheinlich hatte mich die Lust am Lesen doch verlassen. Auf dem Tisch war echt eine schwarze Spinne, mindestens einen Zentimeter im Durchmessen, aber sie bewegte sich nicht. „Die hast du wohl zu Tode geschrieen. Die ist tot!“, meinte ich dann.
„Was mach ich jetzt mit der? Ich setz mich nicht mehr zu diesem Tisch mit diesem Insekt da!“
„Schmeiß sie beim Fenster raus, oder so!“
„Nein! Sicher nicht. Das wäre Verschwendung. Wie krieg ich die am besten auf den Sessel da?“, fragte er und zeigte auf Sabrinas Sessel.
„Nein, das willst nur nicht wirklich…!“, sagte ich, aber er nickte mir zu, „Du könntest sie einfach drauflegen!“
„Nein, dieses Haarige Vieh greif ich nicht an. Gib mal den Schuh da unten neben dir rauf.“ Auf dem Boden lag noch ein Hausschuh von irgendwem aus meiner Klasse, den ich dann hochhob. Mit diesem Schuh schob Bill die Spinne ganz langsam und vorsichtig und mit einigem Abstand zum Körper runter auf den Sessel. Ich war auch ein paar Schritte zurückgegangen. „So, jetzt darf sie die Spinne nur nicht sehen. Dann mal hoffen!“, sagte Bill zu mir und grinste zufrieden. Ich setzte mich dann wieder nach vor, aber nicht wie vorher blockte ich ab, sondern wir redeten noch weiter.
Als dann die Tür aufging und die ersten aus der Klasse hereinkamen wandten wir beide uns wieder unseren Beschäftigungen, nämlich malen und lesen zu, aber richtig konzentrieren konnten wir uns nicht. Immer wieder schaute ich zurück auf den Platz neben Bill. Dann kam auch schon Sabrina rein. Unauffällig drückte ich meine Daumen, dass sie die Spinne nicht entdecken würde.
Als sie reinkam redete sie mir ihren beiden Freundinnen und schaute nicht wo sie sich hinsetzte. Sie schob den Sessel unter dem Tisch hervor, noch immer ins Gespräch vertieft, setzte sich drauf, und dann rutschte sie noch schön darauf hin und her, weil sie den Sessel wieder näher an den Tisch schob.
Fast hätte ich laut zu lachen begonnen, aber ich konnte mich gerade noch zurückhalten. Ich konzentrierte mich einfach ganz auf mein Buch, Harry Potter, und konnte mir das Lachen so verkneifen, aber Bill hatte anscheinend nichts Trauriges an das er denken konnte und begann laut los zu lachen.
„Was ist?“, sagte Sabrina zu ihm mit einem Gesichtsausdruck, der heißen sollte: Was hast du, du nichtsnutziger Versager, oder schlimmeres. Sie fühlte sich eben besser als alle anderen.
Ich konnte auch fast nicht mehr. Aber da es schon wieder zur nächsten Stunde geläutet hatte kam schon der Lehrer herein, und da ich den Mathelehrer gar nicht mochte war es nicht schwer alles Witzige um sich herum zu vergessen. Wie jeden Tag standen alle aus meiner Klasse auf als der Lehrer den Raum betrat. Plötzlich begann Sebastian mit seiner Clique zu lachen begonnen. Der Lehrer warf ihnen einen fragenden Blick zu, und Sebastian meinte nur: „Sabrina, schau mal auf deinen A…!“ Aber weiter kam er nicht, dann lag er schon quer auf dem Boden und kugelte sich vor Lachen. Fast alle der Jungen aus der letzten Reihe machten es ihm nach, aber keine anderen wussten was so witzig war und auch Sabrina nicht. Sie fuhr sich mit den Händen so gut es ging über Rücken und Hintern als sie plötzlich etwas zu spüren schien. Sie nahm die Hände wieder vor an denen die tote Spinne jetzt klebte.
„iiiii! Herr… Herr Professor“, begann sie zu schreien, aber ohne weiter etwas zu sagen lief sie auf den Gang und zur Toilette wo sie sich die Hände wusch und die tote Spinne entfernte. Auf dem weißen Minirock waren noch die halbe Spinne und ein ganzer Blutfleck gewesen. Das hatten jetzt alle gesehen und jetzt konnte auch ich mich nicht mehr zurückhalten und nachdem ich einen Blick nach hinten zu Bill geworfen hatte stimmte ich auch dem Gelächter bei. Zumindest für die nächste Stunde war dieser Tag jetzt mal etwas schöner verlaufen und vor allem lustiger. Aber das war bald wieder anders, als nächste Pause wie immer wieder alle auf mir herum hackten. Was ich gemacht habe es war sowieso alles falsch. Am besten wäre es wohl gewesen wenn ich gar nichts getan hätte. Nicht mal mehr geatmet, das hätte den anderen am besten gefallen.
Auch dieser eine schöne Moment heute hatte nicht viel gebracht und wie fast jeden anderen Tag auch zog ich mich erst mal in mein Zimmer zurück und weinte. Ich wollte nicht, dass mich jemand sieht, aber es war einfach nicht zu ertragen, schließlich hatte ich doch keinem etwas getan. Eigentlich wussten meine Eltern, dass sie mich gar nicht ansprechen brauchten wenn ich allein im Zimmer war, aber heute war anscheinend etwas Wichtiges, denn meine Mutter klopfte an.
„Was ist?“, rief ich, und versuchte so normal wie Möglich zu klingen.
„Du hast Besuch!“, sagte sie dann. Ich dachte, dass es Lisa sein würde oder Mike. Deshalb sagte ich: „Na gut, schick sie rein!“ Die beiden wussten eh wie schlecht es mir ging und kamen oft um mich aufzuheitern. Doch als die Tür aufging waren weder Mike noch Julia da.
„Hi!“, hörte ich plötzlich jemanden sagen. Ich blickte auf und schaute in das strahlende Gesicht von Bill. Er steckte noch schnell einen kleinen Zettel in die Hosentasche und kam dann auf mich zu. Schnell versuchte ich mir die Tränen abzuwischen.
„Was ist los mit dir?“, fragte er gleich. Natürlich hatte er es bemerkt.
„Ach, gar nichts. Was hattest du da in der Hand? Was machst… Wie hast du mich gefunden?“
„War nicht schwer. Bin dir einfach nachgegangen!“, grinste er mich an.
„Aha!“
„Es hat einen Grund warum ich hier bin!“, redete er dann weiter. „Mein Bruder, und zwei Freunde und ich machen heute eine Party zu der auch noch ein paar andere Leute eingeladen sind. Willst du kommen?“ Nein, Bill hatte mich nicht gerade gefragt, ob ich zu einer Party kommen wollte, oder?
„Was?“ „Wir machen eine Party, mein Bruder, zwei…!“ Er dachte, dass ich es nicht verstanden hatte, und wollte es noch mal erklären.
„Nein, ich weiß schon!“, unterbrach ich ihn, „du willst wirklich, dass ich zu eurer Party komme?“
„Ja, ich würde mich freuen!“
„Wieso das?“ Ich konnte mich immer noch nicht glauben.
„Na ja, es kommen nicht viele und einige haben abgesagt, und da dachte ich mir, dass ich dich frage.“
„Aber warum gerade mich?“
„Na hätte ich Sabrina fragen sollen? Die wäscht jetzt sicher schon zum zweiten Mal ihren Rock, damit die Bazillen wieder verschwinden von der Spinne, die hat wirklich keine Zeit!“
„Und wieso fragst nicht irgendwelche anderen aus der Klasse?“, fragte ich weiter.
„Hast du schon mal gesehen, dass die mich mögen, oder dass ich sie mag? Nein, oder? Aber wenn du nicht kommen willst!“, sagte er und drehte sich zur Tür.
„Bleib da!“, rief ich noch bevor er durch die Tür ging. „Ich komme gerne. Wo denn und um welche Zeit?“
„Na gut, hast noch was zu machen? Sonst gehen wir gleich weg! Kannst ja noch mitkommen zu mir heim.“
„Nein, ich hab nichts mehr zu machen! Komm noch schnell mit in die Küche und da sag ich’s meiner Mutter.“ Sie hatte dann auch gar nichts dagegen und ich ging gleich mit Bill mit. Ich fragte ihn auf dem Weg zur Bushaltestelle, ob seine Eltern auch nichts dagegen hätten, dass ich mitkomme. Da sagte er, dass er sich gedacht hatte, dass ich mitkomme und schon angerufen hätte als er mir nach Hause folgte.
Dann kam auch schon der Bus nach Loitsche.
Wir stiegen ein und kurz später standen wir auch schon vor seinem Haus. Seine Mutter öffnete die Tür und sagte: „Ach, dann bist du also die Monika, oder? Bill hat schon erzählt, dass du kommst! Ich bin Simone.“ Ich fand sie gleich nett und antwortete: „Hallo Simone! Ja, stimmt.“
„Na dann kommt mal rein!“
Als wir das Haus noch gar nicht richtig betreten hatten kam aus einem Zimmer schon die Stimme von Tom. Ich erkannte sie noch, weil er ja heute in der Schule mit Bill geredet hatte.
Tom rief: „Wo warst du denn? Lässt mich da ganz allein heimfahren!“ Dann kam er aus dem Zimmer und sah mich. „Ach so, warst wieder mal Mädels aufreißen!“
„Ha ha. Ich bin ja nicht du Bruderherz!“, rief ihm Bill halb sauer halb lustig zurück. „Ich hab noch jemanden zu unserer Party heute eingeladen!“
„Welche Party?“ Dann sah ich Bill Tom einen strengen Blick zuwerfen und Tom redete weiter: „Ich sag Georg und Gustav bei der Bandprobe, dass wir sie um halb Sieben abholen.“
„Bandprobe?“, fragte ich.
„Ja, das weißt du noch gar nicht. Wenn du willst kannst du nachher mitkommen auf unsere Bandprobe. Tom und ich haben gemeinsam mit zwei Freunden, Georg und Gustav eine Band. Wir treten zwar nirgends groß auf, aber trotzdem treffen wir uns fast jeden Tag zum proben.“
Natürlich sagte ich gleich ja, und Bill sagte mir dann, dass ich erst mal mitkommen solle in Toms Zimmer und in seines. Toms war blau und Bills orange, aber beide gemütlich eingerichtet. In Bills Zimmer quatschen Bill, Tom und ich dann noch bis ihre Mutter rief, dass sie sie jetzt zur Bandprobe bringen wolle. Tom war genauso nett wie sein Bruder und schon nach ein paar Minuten fiel mir auf, dass man sich mit beiden gut unterhalten konnte. Das waren wirklich zwei witzige Kerlchen. Genauso wie in der Klasse, wo es darum ging wer der größere ist, kriegten sich die beiden immer wieder in die Haare, egal über was sie redeten, das war aber total witzig jedes Mal. Irgendwie erinnerte mich das an den Kindergarten.
Als wir beim Proberaum angekommen waren standen auch Georg und Gustav schon davor. Ich kannte die beiden ja nicht, aber Bill und Tom stellten sie mir gleich vor.
„Hi Moni!“, sagten die beiden gleichzeitig woraufhin alle lachten. „Ich, oder besser wir dürfen doch Moni sagen, oder?“, fügte Georg hinzu.
„Ja klar Georgi!“, sagte ich und die anderen drei begannen zu lachen.
„Na bleiben wir doch bei meinem richtigen Namen, okay?“, sagte er mit einer gespielt beleidigter Miene woraufhin die anderen drei noch mehr zu brüllen begannen. „Gehen wir jetzt besser rein!“
Eigentlich erinnerte mich der Raum mehr an eine Müllhalde als an einen Proberaum, überall Pizza-Schachteln und Papierzetteln, aber nach einer Weile gewöhnte man sich daran. Sie räumten schnell ein alten Sofa ab und sagte mir, dass ich mich da hinsetzen könne. Das machte ich, und die vier nahmen ihre Instrumente in die Hand. Bill das Mikrofon. Dass er der Sänger war hatte ich auch noch nicht gewusst. Ob das wohl gut gehen würde?
Aber schon nach dem ersten halben Lied hatten sie mich überzeugt. Ich fand es sofort gut. Denen hätte ich den ganzen Tag zuhören können, aber die drei 2 Stunden waren schnell um, und dann hupte die Mutter der Zwillinge schon draußen vor dem Haus. Dass Bill und Tom Zwillinge waren wollte ich vorher gar nicht glauben, weil sie von Grund auf verschieden waren, aber nach einer Weile hatten sie mich überzeugt und ich hab eingesehen, dass es keinen Sinn hatte etwas gegen die zwei zu sagen.
„Wie fandest mich?“, fragte mich Tom auf der Heimfahrt nach Loitsche.
„Hey, eher müsste ich ja wohl fragen wie sie mich fand! Schließlich ist mein Gesang ja mehr wert als dein Gitarrenklimpern!“, mischte sich Bill aufgebracht ein.
„Ihr wart beide toll! Echt…!“ Eigentlich wollte ich noch weiterreden, aber die beide hatten schon wieder etwas zum streiten entdeckt.
„Sag ihm wer hier der bessere ist! Das ist ja wohl nicht war! Wie würde sich das anhören wenn ich dein Gejaule nicht mit meiner Gitarre überstimmen würde?“, sagte Tom dann ebenso aufgebracht wie Bill vorher.
„Das geht immer so. Denk dir nichts dabei!“, sagte Simone dann und lachte mich durch den Rückspiegel an. Ich lachte zurück und gab den beiden einfach keine Antwort mehr. Dann war es auch gut und sie waren zufrieden.
Um halb Sechs kamen wir wieder bei den Kaulitz’ Zuhause an und wir machten uns gleich fertig für die Party nachher. Inzwischen hatte ich schon mitgekriegt, dass gar keine Party geplant gewesen war, aber Georg und Gustav fanden die Idee auch gleich gut und machten sich gleich daran ein paar Freunde einzuladen und um halb 7 standen wir auch schon vor der Tür von Gustavs Haus. Wie es der Zufall wollte waren seine Eltern nicht daheim, also hatte er sturmfreie Bude und seine Schwester die ein bisschen älter ist war daheim, also durfte er die Party steigen lassen. Am Ende kamen die vier Jungs, und ein Junge den ich nicht kannte, drei Mädels und ich.
Es war ziemlich lustig. Gustav drehte das Licht ab und hatte nur zwei schwache Schreibtischlampen angeschaltet, deshalb war es so halb finster im Raum. Dann drehte er noch Musik auf und wir tanzten. Obwohl mich vor diesem Tag keiner richtig gekannt hatte verstand ich mich mit allen gleich. Warum war das in der Schule nicht so? Aber egal, an das wollte ich jetzt gar nicht denken. Es war ein schönes Gefühl mal richtig dazu zu gehören. Einmal tanzte ich mit Bill, dann mit Tom und auch mit den anderen, sogar mit dem den ich nicht kannte. Er hieß übrigens Florian.
Als mich die Jungs um halb Zwölf daheim abgeliefert hatten, war ich so müde, dass ich gleich ins Bett ging. Zwar wären wir gern noch länger bei Gustav geblieben, aber morgen war Schule und keine Eltern und schon gar nicht Gustavs Schwester, die auch Ruhe haben wollte, erlaubten es. So war um halb Schluss aus mit Lustig.
Mir war gleich aufgefallen, als wir zu Gustav kamen, dass Bill gar nicht so unbeliebt war. In der Schule machten auch ihm alle das Leben schwer, aber so hatte er total viele Freunde. Und einen tollen Bruder auch mit dem er sich bis auf so kleine Scherz-Streitereien blendend verstand. Am nächsten Morgen traf ich Bill und Tom auf der Bushaltestelle wo sie gerade aus dem Bus kamen. Ich umarmte beide und dann gingen wir gemeinsam zurück zur Schule. ich hatte beschlossen, dass mich die Kommentare der anderen kalt lassen würden, und das taten sie auch.
„Bill, hast eigentlich noch Lust neben der Sabrina zu sitzen?“, fragte ich ihn schließlich, als wir in die Garderobe der Schule kamen.
„Ne! Für was hältst du mich?“
„Setzen wir uns zusammen? Wir fragen einfach Lukas ob er nicht mit dir Platz tauschen will. Weil Sabrina setzt sich sicher nicht in die erste Reihe zu Lukas, damit ich nach hinten kann, aber du könntest nach vorn kommen. Ihn überreden wir sicher!“, schlug ich vor.
„Erste Reihe? Na ja, nicht grad mein Traumplatz, aber besser als neben einer die sich auf unschuldige Spinnen setzt!“ Wieder brachen wir beide in Gelächter aus.
Diesmal gingen wir zusammen in die Klasse auch wenn das nicht gerade gut ankam. Wir redeten auch noch extra auffällig miteinander. Denn wenn sich schon jemand die Mühe machte über uns zu reden, dann sollten sie wenigstens einen Grund haben, da waren Bill und ich uns einig. In der Klasse angekommen gingen Bill und ich gleich zu Lukas.
„Hey Lukas, hör mal zu!“, begann ich zu reden.
„Du hast doch eh immer lauter Einser und ich hab immer so schlechte Noten“, fing Bill dann an zu erzählen, „na ja, schlechte Noten, aber ich will auch mal mehr Einser und würde mich dazu gern hier nach vorn setzen. Willst du nicht mit mir Platz tauschen? Weil du bist es so intelligent und brauchst die erste Reihe ja gar nicht.“ Lukas war noch nie einer gewesen, der sich gegen irgendwas gewehrt hätte, oder der irgendetwas geantwortet hätte. Also packte er seine Sachen, stand auf und ging auf Bills Platz. Ihm machte das gar nichts aus, weil mit ihm auch keiner redete, egal ob er weiter hinten oder weiter vorne saß.
„Hey, toll gemacht Bill!“, sagte ich dann als sich Bill zufrieden blickend auf den Stuhl neben mir setzte, „aber wehe du wirst hier vorne auch zum Streber so wie Lukas!“
„Keine Sorge, das schafft keiner! Die sollen froh sein wenn ich mal eine Hausaufgabe bringe! Mehr können sie von mir nicht erwarten.“
„Na dann ist ja gut!“
Bis auf die Unterrichtsstunden verging der Schulvormittag dann auch ziemlich schnell, also viel schneller als sonst immer. Ich hatte die ganze Zeit mit Bill geredet und wenn irgendwer kam und uns blöd angemacht hat, dann ist er schnell wieder abgehauen, weil Bill überall was drauf wusste. Heute war auch fast das erste Mal, dass ich glücklich nach Hause kam. Als ich die Tür aufmachte sagte mir meine Mutter gleich, dass Lisa mich dann treffen wollte und in einer halben Stunde herkam.
Diese halbe Stunde vertrieb ich mir mit essen und dann legte ich mich aufs Bett in meinem Zimmer und dachte an Bill. Dieser Junge war echt ein Wahnsinn. Ihm war es total egal was alle anderen über ihn sagten und er war auch der einzige der mit mir gerne redete und sich mit mir in der Schule blicken ließ. Na ja, Tom in den Pausen ja auch.
„Hi Moni!“ Lisa hatte die Tür von meinem Zimmer geöffnet. „Ich habe schon eine ganze Minute geklopft, hab aber keine Antwort gekriegt. darf ich eh reinkommen?“
„Ja klar!“, strahlte ich Lisa an.
„Was, so glücklich? Das gibt’s doch nicht!“, sagte sie gleich.
„Doch, das gibt’s. Jetzt schon!“
„Aber wieso?“
„Keine Ahnung, mir ist grad so danach!“ Plötzlich läutete mein Handy. Doch bevor ich es erreichen konnte, hatte Lisa schon die SMS geöffnet.
„Na, was hältst von einer Party morgen Abend? Bill“, las sie vor, „wer ist Bill? Hast mir was verheimlicht?“
„Nein, eigentlich nicht. Wenn du schon das Handy in der Hand hast: Schreib ihm zurück, dass ich dabei bin. Aber tu als wärst du ich. Willst mitkommen? Der hat sicher nichts dagegen!“
„Ja klar, aber wer ist Bill?“, sie wollte es unbedingt wissen.
„Einer aus meiner Klasse!“
„Ich dachte, dass du die Leute aus deiner Klasse nicht magst!?!“
„Doch, Bill schon!“, antwortete ich, „der ist was anderes. Den magst du sicher!“
„Ich dachte, dass du mit keinen was redest, oder?“
„Na ja, anfangs hab ich nicht mit ihm geredet, bis wir eine Spinne gefunden haben, aber das ist jetzt eine längere Geschichte. Die ist so ekelig, die willst du gar nicht wissen.“
„Ach so. Dann ist er der Grund wieso du so glücklich bist!“
„Kann schon sein!“, sagte ich darauf. Aber natürlich war es so!
„Den magst du sehr, oder?“
„Ich find ihn einfach nur nett!“
„Ja klar!“
Am nächsten Tag am Abend ging auch Lisa mit auf die Party, diesmal bei Bill und Tom zuhause. Wir hatten wieder total viel Spaß, tanzten, lachten.
„Was ist mit dir los?“, fragte mich um halb 10 Lisa, als ich auf der Couch im Wohnzimmer der Kaulitz-Family saß und auf Bill starrte wie er gerade mit einer Bekannten von ihm tanzte. „Hey! Hörst du mich? Moni? MONI!!!“
„Hhm, was ist?“
„Die bessere Frage ist doch was mit dir ist!“
„Ja, ich auch!“, sagte ich ganz in Gedanken.
„MONI! hörst du mir überhaupt zu?“
„Was hast du gesagt?“, jetzt hatte ich endlich meinen Blick von Bill losgerissen und schaute Lisa an.
„Na endlich. Bist wieder unter uns! Was ist zwischen dir und ihm?“
„Nichts, was soll schon sein?“
„Na ja, so wie du ihn anschaust?“
„Mach ich gar nicht“ Doch schon wieder schaute ich in die Richtung wo Bill mit dieser Jaqueline tanzte.
„Moni jetzt schau mich endlich an!“
„Was?“
„Verknallt?“, fragte mich Lisa dann. Das ließ mich aufhorchen.
„In wen?“
„Bill!“
„Jetzt rede nicht so laut, das ist doch Blödsinn!“, sagte ich gleich zu ihr. Doch sie lachte mich nur blöd an und sagte: „Ja ja! Also doch!“
Ich stritt es weiter ab vor ihr, aber sie hatte mich zum nachdenken gebracht. Empfand ich mehr für ihn? Obwohl ich ihn erst seit gestern richtig kannte, hatte ich das Gefühl ihn schon ewig zu kennen und schon jetzt tat es mir weh ihn mit Jaqueline eng tanzen zu sehen. Nein, das war Blödsinn. Er was ein guter Freund, mehr nicht.
Diese Party war jetzt genau drei Monate her. Jetzt war es Mitte Mai. In meiner Klasse konnten sie uns immer noch nicht ausstehen, was sich noch verschlimmert hatte, als sich Bill zu mir setzte. Aber uns war das egal, denn jetzt hatten wir ja wenigstens eine Person mit der wir uns blendend verstanden. Bill, Tom und ich waren inzwischen so gute Freunde geworden, dass wir fast alles zusammen machten. Mal bei ihnen, mal bei mir. Bei einer ihrer 10-Mann-Partys hatte ich auch Mike mitgenommen, weil er nichts Besseres vorhatte. Aber das war das erste und das letzte Mal. Man konnte nämlich nicht gerade sagen, dass er Bill und Tom mochte.
Inzwischen freute ich mich jeden Tag in der Früh wenn ich zur Schule musste. Das war immerhin ein Grund um Bill wieder zu sehen. Zwar hätte ich ihn sonst auch jeden Tag gesehen, aber je öfter desto besser. Jedes Mal wenn ich ihm in die Augen sah, oder ihn nur reden hörte hatte ich so ein komisches Gefühl im Bauch. Dieses hatte sich in den drei Monaten in denen ich ihn jetzt kannte nur noch verschlimmert. Aber ich ließ mir nichts anmerken, sondern behandelte ihn wie immer. Wir machten Witze, erzählten uns alles. Zumindest fast…
„Hey, woran denkst du?“, fragte mich Lisa plötzlich. Sie hatte bei mir übernachtet und ich war gerade munter geworden und hatte beschlossen noch nicht aufzustehen um sie nicht zu wecken.
„Na, auch schon wach?“, antwortete ich ihr.
„Siehst du ja. Aber jetzt lenk nicht ab. An was dachtest du? Du hast so glücklich ausgeschaut.“
„An nichts. Wirklich nicht!“
„Erzähl das wem anderen, aber nicht mir. Ich kenn dich inzwischen zu lange um dir das zu glauben! Aber egal, ich weiß es eh!“, sagte sie und setzte sich auf im Bett.
„Wenn du das schon weißt, dann sag’s doch!“
„Nein, das sag ich jetzt besser nicht, weil er gerade in der Tür steht!“ Ich schaute zu Tür und Bill schaute herein. Oh man. Was wollte er so früh schon hier?
„Hey ihr zwei. Was sagst du besser nicht weil ich hier bin?“, fragte er Lisa gleich.
„Warum Moni…!“ Doch schnell warf ich ihr ein Kissen ins Gesicht.
„Ach, sie wollte gar nichts sagen!“, sagte ich schnell.
„Doch, wollte sie und ich will’s wissen!“, meinte er mit einem Grinsen im Gesicht.
„Lisa, du wolltest nichts sagen, oder?“, fragte ich sie dann und warf ihr einen vorwurfsvollen Blick zu, den sie richtig deutete.
„Nein, eigentlich wollte ich nichts sagen!“ Bill sah jetzt wohl ein, dass er keine Chance hatte noch mehr aus Lisa rauszukriegen. Er hatte ja eh schon genug gehört und man sah ihm an, dass er sich Gedanken darüber machte.
„Na gut, dann eben nicht!“ Er lachte uns beide an und wir lächelten zurück. „Eigentlich bin ich hier weil ich fragen wollte, ob du, oder jetzt ihr, mitkommen wollt in irgendein Café? Tom und mir ist nämlich schrecklich langweilig.“
„Kommen wir?“, fragte Lisa und schaute mich dabei an.
„Ja, kommen wir!“, sagte ich und scheuchte Bill aus dem Zimmer, damit wir uns umziehen konnten. Nach zehn Minuten kamen wir ins Wohnzimmer wo auch er es sich inzwischen mit seinem Zwillingsbruder gemütlich gemacht hatte. Die zwei waren gerade wieder über irgendwas am streiten, war aber anscheinend nichts Ernstes, denn sie unterbrachen ihr Gespräch gleich als Lisa und ich in den Raum kamen.
„Gehen wir?“, fragte Lisa.
„Ja, steh auf Alter!“, sagten Bill und Tom gleichzeitig. „Hey, wenn jemand ‚Alter’ sagen kann, dann ja wohl ich! Du bist älter als ich ‚Alter’!“, setzte Bill den Streit von vorher fort. Eigentlich stritten sie ja darüber wer der Größere, Klügere und Bessere ist. Da passte das Gespräch wer der Jüngere ist gar nicht dazu.
„Na gut Baby!“, sagte Tom dann drauf. Warum sie sich überhaupt immer zurückreden mussten war mir ein Rätsel. Die beiden kannten sich schon 14 Jahre und inzwischen mussten sie ja wissen, dass das jedes Mal in einer halben Prügelei endete. War aber nie schlimm, weil das eher Spaß für die Zwei war. Komische Art von Spaß, aber Spaß.
„Na kommt schon, Opa und Baby. Ihr habt euch doch lieb!“, sagte ich zu den Jungs.
„Ja ja, wir und uns lieb haben!“, sagten die Zwei wieder gleichzeitig. Dann schauten sie sich an und lachten.
„Sagte ich doch, oder?“
Nachdem wir ausgetrunken hatten im Café entschuldigte sich Lisa und machte sich auf den Weg nachhause, weil eigentlich hatte sie versprochen gleich am Morgen zurück zu kommen. Aber niemand würde etwas zu ihr sagen, weil ihre Eltern wussten ja, dass wir immer bis zwei nachmittags schliefen wenn Lisa bei mir war oder ich bei ihr.
„Hey Bill!“, sagte Tom plötzlich und deutete zur Tür.
„Was ist?“ Bill drehte sich jetzt zur Tür und auch ich schaute hin. Ein paar aus einer Parallelklasse kamen in den Raum. Anscheinend welche aus Toms Klasse, denn sie kamen gleich auf uns zu. Sie begrüßten uns und setzten sich dann aber woanders hin und Tom begann zu reden: „Na Bill, soviel Glück wie du muss man ja mal haben!“
„Sei still!“, fauchte Bill Tom daraufhin an.
„Wieso?“, fragte ich die beiden.
„Ach, hör nicht auf ihn, der sagt immer irgendwelchen Blödsinn. Außerdem weiß ich auch noch immer nicht was Lisa heute Morgen nicht sagen wollte als ich in dein Zimmer kam.“ Gut, da hatte er recht und bevor ich ihm das sagte verzichtete ich lieber auf den Grund warum Bill Glück hatte. Ein paar Minuten später kam ein Mädchen aus Toms Klasse an unserem Tisch vorbei. Sie ging aber an uns vorbei zur Kellnerin die am anderen Ende des Raumes war.
„Schau ihr nicht so auffällig nach Bill. Die will nichts von dir!“, sagte Tom dann leise, sodass gerade Bill und ich es hören konnten.
„Von wo willst du das wissen?“, fragte Bill ihn gleich.
„Na ja. Bevor die mit dir zusammen kommt nimmt sie sich doch mich. Ich bin auch noch in ihrer Klasse, also warum sollte sie was von dir wollen?“
„Hey, was hab ich da nicht mitgekriegt?“ Jetzt wurde ich aufmerksam. Nein, Bill wollte nichts von diesem Mädchen, oder? Die war doch fast so eine Tussi wie Sabrina. In so eine konnte er nicht verknallt sein, oder doch?
„Tja, da frag mal lieber Bill!“ Tom schaute mich an und grinste, dann drehte er sich weg.
„Bill, sag schon!“
„Nein, später. Daheim. Nicht hier!“, sagte er ganz leise zu mir als dieses Mädchen wieder an uns zurück zum Tisch ging. Doch ich konnte es mir schon denken was er mir sagen wollte. So bescheuert war ich auch nicht. Ja, dieses Mädchen war hübsch, aber sie war genauso wie Sabrina, und ich wusste doch, dass Bill Sabrina hasste. Warum mochte er dann diese Mädel?
„Ich geh jetzt!“, sagte ich dann, stand auf und ging hinaus.
Inzwischen ist Bill mit diesem Mädchen zusammen. Tom hatte sich getäuscht und nachdem Bill ihre Handynummer rausgefunden hatte, hat es nur mehr eine knappe Woche gedauert bis die beiden händchenhaltend durch die Gegend liefen.
„Sei nicht so traurig. Lass ihm doch seinen Spaß!“, sagte Lisa zu mir. Wie sollte ich ihn einfach so mit diesem Mädchen glücklich sein lassen? Wir waren noch immer die besten Freunde, Bill und ich. Er kam auch immer zu mir wenn er was brauchte und ich zu ihm. Unsere Freundschaft war nur noch fester geworden, das freute mich auch, aber ich wollte nicht mehr eine Freundin von ihm sein. Ich wollte SEINE Freundin sein! Doch jetzt hatte er ja eine andere. Es war ganz normal geworden, dass ich bei ihm übernachtete, oder er bei mir. Seine Freundin durfte halt nichts davon wissen, obwohl es ihr doch egal sein konnte, weil wir zwar in einem Bett schliefen, aber das war es auch schon. Wir quatschten bis spät in die Nacht, und wir verstanden uns toll. Bill sagte mir auch immer wieder wie gern er mich hatte und dass ich seine beste Freundin war. Aber das wollte ich nicht mehr. Klar hatte ich es gern wenn wir wieder mal über irgendwas lachten, und das taten wir oft, aber von Tag zu Tag wurde es unerträglicher.
Er erzählte mir alles, somit auch alles von seiner Freundin. Das brachte mich jedes Mal fast zum Weinen, aber ich versuchte stark zu bleiben, zumindest bis er weg war. Dann ging es eh nicht mehr.
„Was meinst du?“, antwortete ich Lisa.
„Ja, das ist doch klar was mit dir los ist. Du möchtest Bill für dich!“
„Nein, das ist Blödsinn!“
„Ist es nicht. Du bist total verliebt in ihn. Schon seit Anfang an, oder?“ Als ich nichts sagte redete sie weiter: „Aber sei doch froh. Bill sagt dir doch immer wieder, dass du seine beste Freundin bist!“
„Ja, aber das ist es ja gerade!“
„Was ist es?“
„Ich bin seine beste Freundin. Die will ich aber nicht mehr sein! Seit Wochen sehe ich ihn jeden Tag und wir sind den ganzen Tag zusammen!“ Das stimmte wirklich, denn seine Freundin wohnte weiter weg und musste eine ganze Stunde fahren um jeden Tag zur Schule zu kommen, deshalb sah er sie auch fast ausschließlich dort. Den Nachmittag verbrachte er meistens mit Tom und mir. „Klar gefällt mir das, aber er merkt nicht wie schwer mir das fällt ihn immer um mich zu haben!“
„Dich hat’s ja ganz schön erwischt. Hast schon mal mit ihm geredet?“ Ich war total verzweifelt. Wie stellte sie sich das vor?
„Soll ich vielleicht zu ihm gehen und sagen: ‚Hey Bill, ich hab mich in dich verliebt!’, oder was wollte ich sagen?“, fragte ich Lisa dann, schmiss mich dann auf mein Bett und vergrub mein Gesicht im Kopfkissen.
„Nein, natürlich nicht. Tut mir leid!“
„Du kannst ja auch nichts dafür. Wenn ich nur wissen würde was ich machen soll. Er erzählt immer wieder wie glücklich er mit ihr ist und sie sei seine große Liebe. Er checkt gar nichts. Der merkt’s einfach nicht, dass er mir mehr bedeutet!“
„Er ist eben ein Junge!“
„Aber bei den meisten Dingen ist er ganz anders als andere…!“
„In diesem Fall eben doch nicht!“
Es war jetzt fast fünf Uhr als Lisa ging und um halb Sechs standen wie vereinbart Bill und Tom vor meiner Tür. Wir wollten heute nur mehr fernsehen, also setzten wir uns ins Wohnzimmer. Aber um diese Zeit liefen nur immer diese Kommissar-Sendungen und keiner von uns dreien konnte die leiden. Also begannen wir wieder über Gott und die Welt zu reden. Als Tom eine seiner neuesten Frauen-Held-Geschichten erzählte begann auch Bill wieder von seiner Freundin die übrigens Julia hieß zu reden.
„Ach ja, morgen Nachmittag müsst ihr allein was unternehmen, ich geh nämlich mit Julia irgendwo hin. Wir sehen uns eh…“ Doch weiter konnte ich ihm nicht mehr zuhören. Wie konnte der nur so unsensibel sein? Jedes Mal fing er wieder von ihr zu reden an. Andererseits waren wir wirklich die besten Freunde und wir erzählten uns alles. Er wusste ja nicht, dass ich ihm was verheimlichte, deshalb hätte ich es ihm auch nicht übel nehmen sollen, aber ich tat es trotzdem. Das Gespräch vorher mit Lisa hatte mich schon mitgenommen und jetzt lenkte er schon wieder auf das Thema ‚Julia’ um. Ohne ein Wort zu sagen und ohne ihn anzuschauen sprang ich auf von der Couch und lief in mein Zimmer. Die anderen zwei ließ ich einfach so sitzen.
Aber schon nach einer halben Minute klopfte es an meiner Zimmertür.
„Ich will mit keinem reden!“, rief ich.
„Hey Moni. Ich bin’s nur, Tom! Darf wenigstens ich reinkommen?“ Ich erlaubte es ihm. Mit Tom verstand ich mich immerhin fast so gut wie mit Bill. Es gab nur einen Unterschied. Der war nämlich, dass ich mich für ihn freute wenn er wieder mal eine Freundin hatte. Bei Bill konnte ich das nicht.
„Was ist mit dir? Wieso bist du gerade rausgelaufen?“, fragte er mich und setzte sich neben mich aufs Bett. Aber als ich sah, dass ich ihm keine Antwort geben wollte redete er weiter: „Du musst mir nichts erzählen. Aber ich sag keinem was weiter wenn du das nicht willst, das verspreche ich dir!“
„Wo ist Bill jetzt?“, fragte ich Tom mit verheultem Gesicht.
„Geht’s um ihn?“, erkundigte er sich bei mir.
„Hm.“
„Oh ne, oder?“ Tom schien wohl draufgekommen zu sein, denn auf einmal schaute er mit einem mitleidigem, aber auch mit einem jetzt-hab-ichs-Gesicht zu mir. „Dieser Trottel da draußen macht auch alles falsch was man falsch machen kann.“
„Hey. Ich bin kein Trottel und was soll ich falsch gemacht haben?“, fragte plötzlich Bill, der in der Tür auftauchte.
„Bill, geh jetzt. Ich komm später heim!“, sagte Tom, der eine Hand um mich gelegt hatte und als Bill noch was sagen wollte meinte Tom nur, dass er ihm später weiteres erklären wollte, jetzt wollte er aber so schnell wie möglich gehen. Als wir die Haustüre gehört hatten, aus der Bill nach draußen ging, wandte sich Tom wieder an mich: „Stimmt meine Vermutung?“
„Welche denn?“, wollte ich wissen, doch eigentlich hätte ich mir die Frage auch sparen können.
„Dass du meinen Bruder magst!?“, meinte er und man hörte, dass er sich zwar sicher war es aber so klingen lassen wollte, als würde er fragen. „Ja, aber ich mag auch dich und meine Eltern und Lisa…!“ Scheiße, was sollte ich tun wenn er es erraten hatte? Er würde es sicher Bill erzählen und dann würde nichts mehr so wie jetzt sein.
„Du weißt genau wie ich meine. Bist du verliebt in ihn?“ Jetzt lächelte er mich leicht an. „Hey, hey. Ich sag’s ihm schon nicht, keine Sorge. Mach dir da drüber keine Gedanken!“ Wenn man Tom so ansah, dann merkte man sofort, dass er es wirklich ernst meinte und sich vornahm nichts zu sagen. Andererseits wusste ich ja, dass er Bills Zwillingsbruder war und die verstehen sich ja meistens besonders gut und erzählen sich alles. Aber Bill ahnte jetzt sicher sowieso schon etwas, also war es auch mehr oder weniger egal. Also nickte ich kaum wahrnehmbar.
„Oh Scheiße, in Bill. Und der reibt dir immer wieder unter die Nase wie gern er Julia hat. Du musst dich scheiße fühlen, oder?“ Jetzt lachte ich ihn auch so gut es ging an.
„Stimmt!“, war das einzige das ist sagte.
„Soll ich mit ihm reden, oder willst du das selber machen?“, fragte er dann weiter, „So kann es ja schließlich nicht weiter gehen.“
„Ich will das lieber selber machen!“ Als ich das gesagt hatte wünschte ich mir schon, dass ich es gelassen hatte. Was sollte ich Bill nur sagen? Vielleicht wäre es doch besser gewesen wenn Tom mit ihm gesprochen hätte, aber das hätte dann ausgeschaut als ob ich ein Feigling wäre, was ich ja auch war.
„Am besten gleich, oder? Schlimmer kann’s eh nicht mehr werden. Komm mit zu uns heim, okay?“ Ich machte mich noch schnell fertig im Bad und dann folgte ich Tom zum Bus. Normalerweise kam mir die Zeit von Magdeburg bis Loitsche lang vor, aber heute wo ich die Zeit gebraucht hätte um mir zu überlegen was ich Bill sagen wollte, da verging die Zeit viel zu schnell.
Zwei Minuten später, so kam es mir jedenfalls vor, standen wir schon vor dem Haus von den Jungs.
Wenigstens sah man jetzt nicht mehr so, dass ich vorher geweint hatte, aber ich dachte gleich daran, dass Bill ja vorhin ins Zimmer gekommen war, also wusste er das sowieso. Nur noch nicht ganz warum. Aber ich beschloss es ihm jetzt zu sagen.
„Hey ihr zwei!“, rief uns Bill entgegen als wir die Haustür aufmachten.
„Wart mal kurz hier, okay?“, sagte Tom dann zu mir und verschwand kurz mit Bill im Wohnzimmer. Dann kam dieser auf den Flur zu mir und sagte, dass ich mit nach oben in sein Zimmer kommen sollte. Als er die Tür hinter uns geschlossen hatte begann er zu sprechen: „Was ist los Moni? Tom hat gesagt, dass wir was zu bereden hätten und dass es dir schlecht geht. Aber wieso?“ Wusste er es wirklich nicht? Wie blind konnte er eigentlich sein? Wir kannten uns jetzt schon einige Monate und seit einigen Monaten hatte er nicht bemerkt, dass ich in ihn verliebt war. Doch dann verließ mich der Mut als ich ihm in die Augen schaute. Wenn er mich auch lieben würde, dann hätte er keine andere Freundin und so machte ich doch sicher alles noch schlimmer.
Ich setzte mich auf sein Bett und schaute überall hin, nur nicht zu ihm.
„Tut mir leid, aber ich kann es dir doch nicht sagen!“, sagte ich dann nur und ging wieder aus dem Zimmer hinaus.
„Und, wie ist’s gelaufen? Ging’s so schnell?“, fragte Tom als ich aus dem Zimmer kam. Anscheinend hatte er gerade lauschen wollen. Ich schaute ihn nur schnell traurig an und wollte an ihm vorbei. Da hielt er mich auf. „Du hast nichts gesagt, oder?“
„Nein!“, sagte ich kleinlaut.
„Na gut!“, sagte Tom, „Dann rede ich jetzt mit ihm. Geh rein ins Zimmer und“, den nächsten Satz sagte er lauter, „Bill komm raus mal!“
„Aber…!“, wollte ich noch sagen.
„Schlimmer kann’s doch nicht werden!“, meinte Tom noch, dann schubste er mich ins Zimmer aus dem Bill bereits rausgekommen war. Ich setzte mich wieder auf Bills Bett und eine halbe Ewigkeit später öffnete sich die Tür wieder und Bill kam herein. Draußen hatte ich ihn mit Tom reden hören, aber ich hatte nicht verstanden was genau er gesagt hatte, doch denken konnte ich es mir. Ich hatte mich ganz klein gemacht und den Kopf und die Hände auf meine Knie gelegt. So saß ich an die Wand gelehnt da und schaute gar nicht auf als ich die Tür hörte. An den Schritten erkannte ich ja schon, dass es Bill war der da ging.
Er kam langsam auf mich zu und setzte sich neben mich aufs Bett. Dann nahm er mich in den Arm und sagte: „Oh Scheiße. Ich bin so ein Trottel und hab das nie gemerkt!“ Ich begann wieder zu weinen. Zwar wollte ich das nicht, aber es ging nicht mehr anders.
„Nicht weinen. Bitte hör auf Moni!“, sagte Bill einfühlsam zu mir.
„W-was hat e-er dir erzählt?“, brachte ich schließlich hervor.
„Ich denke alles! Bitte sei nicht sauer auf ihn, Tom hat’s gut gemeint!“
„Und jetzt?“, fragte ich ihn schließlich. Es war das erste Mal, dass ich ihn anschaute seit er ins Zimmer kam.
„Tut mir leid. Du bist meine beste Freundin, und ich weiß nicht, was ich ohne dich machen würde, aber…“
„Ja klar, aber du hast eine Freundin.“
„Darum geht’s nicht. Auch wenn ich keine Freundin hätte würde sich nichts ändern. Ich mag dich total, und du bist einer der wichtigsten Menschen für mich, aber ich liebe dich einfach nicht.“ Diese Worte taten mir so weh wie wenn jemand mit einem Messer auf mich eingestochen hätte. Am liebsten wäre ich davongelaufen, aber das ging nicht. Ich hatte mir auch nicht ausgesucht in wen ich mich verliebt hatte. Sonst hätte ich wohl nicht Bill gewählt, da ich ihn gerne als besten Freund hatte, aber genauso hatte auch er es sich nicht aussuchen können. Wenn er mich nicht liebte, dann konnte er gar nichts dafür. Trotzdem tat es weh. Wir saßen noch eine ganze Weile so da, Bill hatte seinen Arm um mich gelegt und ich traute mich nicht irgendwo anders hinzuschauen als auf die Bettdecke auf der ich sass.
Nach einer Weile kam Tom wieder in den Raum.
„Alles klar hier drinnen?“, fragte er uns, aber wir gaben ihm keine Antwort. So setzte er sich einfach auf die andere Seite des Bettes. Nach einer Weile löste ich mich von Bills Arm und stand auf. Ohne die beiden auch nur einmal anzuschauen sagte ich: „Bis morgen, ich muss heim!“ und verließ das Zimmer.
„Was hast du ihr gesagt?“, hörte ich Toms Stimme noch.
„Dass es mir leid tut, aber dass ich sie nicht liebe!“, antwortete ihm jetzt auch Bill noch.
„Mensch Bill. Machst du eigentlich irgendwann was richtig? Du kannst ihr nicht einfach sagen, dass du sie nicht liebst. Was glaubst du wie sie das mitnimmt?“
„Aber was hätte ich sonst sagen sollen?“…
So schnell ich konnte rannte ich die Treppe hinunter. Hatte ich nun alles zerstört? Bill sagte ja, dass er mich mochte, aber das konnte jeder einfach so sagen. Ich wollte nur raus aus diesem Haus. Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf, dann wurde es plötzlich schwarz um mich.
Als ich nach einer Ewigkeit wieder aufwachte sah ich nur weiß. Weiße Schränke, weiße Wände, ja sogar die Menschen waren weiß gekleidet. Ich war im Krankenhaus. Was hatte ich hier zu suchen? Ich wollte aufstehen und jemanden fragen als ich plötzlich einen stechenden Schmerz spürte.
„Nicht bewegen junges Fräulein!“ Eine Krankenschwester kam auf mich zugerannt.
„Was mach ich hier?“, fragte ich ganz verwirrt.
„Erst mal liegen bleiben. In ein paar Tagen kannst du wieder heim, aber erst mal nicht bewegen. Du bist von einer Treppe gestürzt gestern Abend. Seitdem bist du nicht mehr aufgewacht.“ Ich schaute auf die Uhr. Es war sechs Uhr. Nach der Helligkeit draußen zu schließen, war es abends. Hieß das, dass ich einen ganzen Tag geschlafen hatte, wenn man es Schlafen nennen konnte? Anscheinend hieß es das.
„Sie können jetzt reinkommen, aber immer nur zwei und zwei!“, sagte die Krankenschwester als sie die Zimmertür aufgemacht hatte und meine Eltern kamen herein.
„Hi mein Schatz, wie fühlst du dich?“, fragte meine Mutter gleich.
„Ach…!“, sagte ich. Trotz der Schmerzen dachte ich schon wieder an Bill. Was er wohl gerade machte?
„Wir haben uns solche Sorgen um dich gemacht. Wir wurden erst angerufen als du schon im Krankenhaus warst. Bill und Tom haben den Krankenwagen gerufen. Du bist die Treppe bei ihnen hinuntergestürzt“, erzählte dann mein Vater. Ja genau. Jetzt konnte ich mich erinnern. Ich war bei den Jungs und Tom hatte Bill alles erzählt.
„Wir lassen mal die nächsten rein, okay? Später kommen wir wieder“, sagte meine Mutter kurz später und meine Eltern gingen hinaus.
„Hey!“, sagte plötzlich Bill, der als nächstes hereinkam. Hinter ihm Tom.
„Hey!“, antwortete ich und schaute in die andere Richtung. Nur Tom schaute ich kurz an.
„Man, hab ich mir Sorgen um dich gemacht!“, sagte dann Bill und setzte sich auf den Stuhl neben meinem Bett.
„Ja klar, du hast dir Sorgen gemacht. Ich aber auch nicht schlecht, das kannst du mir glauben!“ Tom sagte das und stieß Bill dabei ziemlich unsanft in die Rippen. Wenn er das bei mir gemacht hätte wäre ich wahrscheinlich gestorben.
Bald gingen auch die Zwei wieder weil die Schwester hereinkam und alle bat, sie sollen hinausgehen, damit ich meine Ruhe hatte. Tag für Tag verging und nach einer Woche wurde mir auch wieder erlaubt, dass ich kleine Stücke alleine gehen durfte. Das tat gut nach einer Woche endlich wieder auf den eigenen Beinen stehen zu können. Wenn meine Eltern da waren stand ich lieber nicht auf, die hätten sich nur Sorgen gemacht, aber mit Lisa und Mike, oder mit Bill und Tom ging ich des Öfteren runter ins Krankenhaus Café. Wir hatten noch kein Wort darüber verloren was Tom Bill erzählt hatte. Die Stimmung war zwar etwas gespannt, aber alle versuchten so normal wie möglich zu sein.
Nach insgesamt zwei Wochen kam ich wieder nach Hause und eine weitere Woche später ‚durfte’ ich auch wieder zur Schule gehen. Welche Freude! Bill hatte mir am Vorabend versprochen, dass er mich von Zuhause abholen wollte, was er dann auch machte. Ich ging mit ihm am Morgen hinaus und bis zur Schule, die ja nicht weit entfernt war.
„Freust dich schon wieder?“, fragte er mich auf halbem Weg.
„Auf was soll ich mich freuen?“
„Na ja, auf die Schule. Ich bin froh, dass du wieder da bist. Das war schon nicht mehr auszuhalten. Hab nur mit Lukas geredet.“
„Was, du hast mit Lukas geredet?“
„Na ja“, sagte er, „wie man halt mit ihm reden kann. Aber die anderen waren noch blöder zu mir als wenn du auch noch da bist.“
„Schon klar. Die hatten ja jetzt drei Wochen lang nur einen dem sie das Leben schwer machen konnten, da mussten sie ihre Wut halt auf dich auslassen.“
„Glaub mir, das haben sie!“ Ja, das glaubte ich ihm aufs Wort. Bevor Bill in meine Klasse gekommen war hatten alle ihre gesamte Wut an mir ausgelassen, jetzt hatten sie wenigstens zwei. Vielleicht war es mir aber auch einfach nicht mehr so schlimm vorgekommen, weil ich Bill um mich gehabt hatte. Ich konnte noch immer genau so wie vier Wochen mit Bill reden. Nichts hatte sich zwischen uns verändert. Bill tat so, als ob Tom ihm nie was erzählt hätte und ich versuchte so gut es nur ging meine Gefühle für Bill zu ignorieren was nach außen hin ganz gut klappte, aber innerlich tat es nur noch mehr weh. Das einzige was sich geändert hatte, war, dass Bill jetzt nicht mehr über seine Freundin redete. Das lag wahrscheinlich daran, dass er mich nicht noch mehr verletzen wollte.
„Yeah! Jetzt haben wir alle beide wieder! Wie schön!“, sagte Sebastian als wir die Klasse betraten.
„Die Freude ist ganz meinerseits!“, sagte ich darauf ohne ihn auch nur eines Blickes zu würdigen. Bill und ich setzen uns auf unseren Platz als Sebastian schon nach vor zu uns kam.
„Will ich auch hoffen, dass du dich freust. Wir haben dich ja tierisch vermisst!“, sagte er mit einem Grinsen im Gesicht für das ich ihn hätte erwürgen können. Bevor ich etwas drauf sagen konnte redete er schon weiter, „Jetzt ist das Liebespärchen aus der ersten Reihe ja wieder komplett!“ Die ganze Klasse lachte, nur Bill und ich nicht. Wenn es wenigstens wahr gewesen wäre. Ich schaute Bill ganz kurz an, er mich auch, aber als sich unsere Blicke trafen, schaute ich schnell weg und begann in irgendeinem Schulbuch zu lesen. Nicht wirklich zu lesen, sondern eher tat ich so. Jetzt konnte ich Bill einfach nicht ansehen. Gerade hatte sich alles wieder zum Normalen hin gewendet und jetzt musste dieser Trottel von Sebastian wieder alles schlimmer machen. Ich hasste ihn dafür. Eigentlich hasste ich ihn schon immer, aber jetzt nur noch mehr.
An diesem Tag traf ich mich am Abend mit Mike. Zwar wollte Lisa auch mitkommen, aber im letzten Moment hatte ihre Tante einen Besuch angekündigt und sie musste traurig absagen, deshalb kam Mike allein zu mir. Wie immer in letzter Zeit war ich nicht gut drauf. Aber wer konnte mir das verübeln?
„Was ist los mit dir? Geht’s noch immer um dieser Versager Bill?“, fragte mich Mike als er in mein Zimmer kam.
„Nichts ist los und Bill ist kein Versager, merk dir das!“, antwortete ich ihm. Mike wusste ja auch von der ganzen Sache mit Bill. Schließlich war auch er einer meiner besten Freunde.
„Der ist ein Versager und ein blöder noch dazu, wenn er dich einfach so sitzen lässt und sich nicht mal darum kümmert wie es dir geht!“
„Nein, ist er nicht. Er kann ja auch nichts dafür.“
„Aber ich kann dich so nicht mehr sehen. Tag für Tag sitzt du irgendwo rum und denkst an ihn. Was ist so Besonderes an ihm?“ Mike schien wirklich stocksauer auf Bill zu sein.
„Ja, einfach alles! Anfangs war es nur, weil mich sonst keiner mochte in der Klasse, deshalb konnte ich ihn gleich gut leiden, aber sein Aussehen, er ist nett. Aber er liebt mich nicht.“ Wieder drehte ich mich traurig um. „Ich kann so nicht mehr!“, sagte Mike dann und ging nach Hause.
Gegen acht Uhr abends kam auch Lisa dann noch vorbei, weil sie bei mir übernachten wollte.
„Und, wie war’s heute mit deiner Tante?“, fragte ich sie.
„Ach, dasselbe wie immer. Oh Lisa-Schätzchen wie groß bist du denn schon geworden! Ich hasse das. Außerdem bin ich seit dem letzten Mal als ich sie gesehen haben, vor zwei Wochen, nicht gewachsen!“
„Nein, da hat sie aber schon Recht. Oh Lisa du bist aber wirklich gewachsen seit gestern Nachmittag!“, lachte ich sie an. Sie streckte nur die Zunge raus und ging ins Bad Zähne putzen, was ich ihr dann auch nachmachte. Schließlich hatten wir sowieso nichts mehr Besseres vor als zu reden, also war es egal.
„Was hast du mit Mike heute Nachmittag gemacht?“, fragte mich Lisa im Bad kaum verständlich, weil sie die Zahnbürste im Mund hatte.
„Ach, der war nicht lange da. Dem hat anscheinend nicht gefallen was ich geantwortet habe!“
„Was, dann hat er sich“, sagte Lisa und beugte sich schnell über das Waschbecken um die Zahnpasta aus zu spucken, „also getraut?“
„Was soll er sich getraut haben?“
„Na dich zu fragen...“, ich warf Lisa einen nichtswissenden Blick zu, „du weißt nichts?“
„Nein!“, sagte ich schnell, „Was sollte er sich getraut haben mich zu fragen?“
„Ich sag nicht mehr dazu!“
„Komm Lisa. Ich bin deine beste Freundin. Dir würde ich auch alles sagen!“
„Na gut. Mike hat mir vor zwei Wochen als du noch im Krankenhaus warst erzählt…“, aber dann hörte sie auf zu reden.
„Was hat er erzählt, jetzt sag schon!“, drängte ich sie.
„…dass er in dich verknallt ist!“
„Nein, oder?“
„Doch!“
„Du willst mich jetzt nur verarschen.“
„Nein, echt. Das stimmt!“
„Und wieso hast du mir das nicht gesagt?“, fuhr ich sie an. „Ich erzähl ihm immer wieder was von Bill. Kein Wunder, dass er heute so reagiert hat. Aber ich wusste ja nicht…!“ Ich hatte es tatsächlich nicht gemerkt.
Noch vor einem Monat hatte ich mich gefragt warum Bill es nicht gemerkt hatte, dass ich mich in ihn verliebt hatte, jetzt hatte ich es selber nicht gemerkt. Was sollte ich Mike sagen? Ich mochte ihn, aber nur als Freund, ich liebte Bill, nicht Mike. Aber das konnte ich ihm nicht so direkt sagen, das wäre ja das gleiche gewesen wie bei Bill und mir.
„Was soll ich Mike sagen?“, fragte ich dann Lisa. „Ich mag ihn ja, aber ich liebe ihn nicht. Ich liebe Bill.“
„Keine Ahnung. Wart erst mal ab bis er von selbst etwas sagt, okay?“, schlug sie vor, „weil er sollte nicht wissen, dass ich es dir gesagt habe. Aber tu ihm nicht weh.“
„Nein, mach ich schon nicht.“
Aber egal was ich ihm sagte, ich würde ihm ja doch wehtun. Das wusste ich. Ich konnte nicht sagen, dass ich in ihn verliebt sei, er wusste ja, dass es nicht stimmte. Die ganze Nacht machte ich mir Gedanken darüber. Hoffentlich würde er sich noch Zeit damit lassen, bis er es mir persönlich sagte. Bis dahin wollte ich erst mal auf Abstand gehen, aber das hatte keinen Sinn mehr. Am nächsten Morgen klopfte er an die Tür als Lisa gerade gehen wollte. Nachdem sie ihn hereinkommen sah beeilte sie sich noch mehr. Sie hatte es dann sogar wirklich eilig.
„Moni, ich muss mit dir reden!“ Ach nein. Konnte er sich keine Zeit mehr lassen? Ich war ja nicht dumm und wusste was jetzt kommen würde.
„Hey. Komm mit in mein Zimmer. Was gibt’s?“ Er ließ sich das nicht zweimal sagen und kurz später hatte ich die Tür hinter uns geschlossen. Was dann passierte ging mir alles ein bisschen zu schnell. Ich setzte mich aufs Bett und er sich neben mich. Dann beugte er sich zu mir rüber und ich sah, dass sein Gesicht meinem immer näher kam, aber ich machte nichts dagegen. Als sich unsere Lippen berührten fühlte ich eine seltsame Wärme in mir aufsteigen, aber ich konnte nicht sagen, dass es ein schönes Gefühl war. Ich konnte es nicht einordnen. Das kam wohl davon, dass ich einfach nicht in ihn verliebt war. Warum ich ihn nicht aufgehalten habe weiß ich nicht. Wahrscheinlich wollte ich ihm nicht wehtun. Nein, jetzt mal ehrlich, das war es nicht. In den letzten Wochen war ich so verzweifelt wegen Bill gewesen und ich wusste, dass ich bei ihm keine Chance hatte, und dass er eine andere liebt. Ich denke, dass das der Grund war, warum ich es zugelassen hatte, dass Mike mich küsst. Wie oft hatte ich mir gedacht, dass es wohl besser wäre wenn ich Bill einfach vergessen würde, doch so einfach war das nicht. Er war mein bester Freund, ich sah ihn jeden Tag. Jedes Mal wenn ich ihn sah, tat es mehr weh. Das einzige was ich wollte war, dass ich über ihn hinweg kam. ‚Hey Moni! Mike küsst dich gerade und du denkst an Bill!’, ermahnte ich mich dann selber in Gedanken. Das hört sich sicher total unromantisch an, aber es war so. Ich küsste Mike, dachte aber an Bill. Der Kuss dauerte nicht lange, aber trotzdem kam es mir wie eine Ewigkeit vor.
„Das war es, was ich dir sagen wollte“, sagte Mike und lächelte mich verlegen an, „ich habe mich in dich verliebt!“ Man, jetzt musste er sich auch noch Chancen ausrechnen, weil ich den Kuss erwidert habe. Wie blöd konnte ich eigentlich sein.
„Mike, was soll ich sagen?“ Ich schaute ihm genau in die Augen.
„Sag erst mal gar nichts, okay? Wir sehen uns dann morgen hoffe ich!“, sagte er und ging dann hinaus. Was hatte ich gerade getan? So dumm war ich noch nie vorher gewesen! Ich musste Mike die Wahrheit sagen, ich konnte ihm nicht sagen, dass ich ihn liebe. Es war nicht die Wahrheit. Er hatte mich geküsst und ich hatte die ganze Zeit an Bill gedacht. Das war keine Liebe! Nein, ich liebte Bill.
Ich musste mit jemandem reden, aber mit wem denn? Lisa? Nein, das konnte ich nicht machen, weil sie ja wollte, dass ich Mike nicht verletze. Aber wenn ich ihm morgen die Wahrheit sagte, dann würde ich ihn verletzen. Sie würde es nicht verstehen, dass ich das machen musste. Bill? Nein, schlag dir das gleich wieder aus dem Kopf! Tom? Ich nahm das Handy und wählte seine Nummer.
„Hi wer auch immer das ist, der da mit ausgestellter Nummer anruft!“, meldete er sich.
„Ich bin’s, Moni! Ich weiß nicht, wen ich sonst anrufen sollte.“
„Um was geht’s denn?“
„Du kennst doch Mike. Er war gerade da und hat mich geküsst. Ich habe ihn nicht abgehalten, jetzt macht er sich sicher Hoffnungen, aber ich liebe ihn nicht!“, begann ich sofort zu erzählen.
„Schon klar, weil du…“
„Ja genau, weil ich Bill liebe. Auch wenn er eine Freundin hat. Während mich Mike geküsst hat musste ich die ganze Zeit an Bill denken.“
„Oh man, mein Bruder hat dir ja ganz schön den Kopf verdreht.“
„Was soll ich Mike jetzt sagen? Du bist ein Junge. Was kann ich sagen, ohne, dass es ihn zu sehr verletzt?“, fragte ich Tom.
„Tut mir leid, aber da kann ich dir nicht weiterhelfen. Ich denke, dass das einzige was du ihm sagen solltest ist, was Bill damals zu dir gesagt hat. Seit damals hab ich darüber nachgedacht, und ich finde, dass er es dir anders sagen müssen hätte, aber er hat das richtige gemacht. Wenn du ihn nicht verletzen willst, dann müsstest du ihn anlügen!“
„Glaubst du, dass er dann noch mit mir redet? Ich meine, wenn ich ihm dann gesagt habe, dass ich ihn zwar mag, aber nicht liebe.“
„Keine Ahnung, dass kommt auf ihn dann an, aber du kennst ihn ja besser. Was glaubst du?“
„Ich weiß es auch nicht!“, sagte ich, „danke Tom, du warst mir eine große Hilfe. Ich hoffe, dass ich dich nicht belästigt hab mit meiner Geschichte.“
„Ne, kein Problem. Sonst noch was?“
„Das war’s danke. Tschüss!“
„Bis bald!“ Tom hatte ja Recht. Wenn ich wollte, dass Mike nicht sauer ist, dann müsste ich ihn anlügen, alles andere würde ihn verletzen. Doch als ich grade darüber nachdachte läutete mein Handy. Es war Bill. Er fragte mich, ob ich nicht Lust hätte mit ihm heute Abend irgendwo hinzugehen. Aber ich musste ihm absagen so Leid es mir auch tat. Das fiel mir nicht leicht, denn die Chance mal alleine mit ihm irgendwo zu sein bot sich nicht so häufig, aber ich hatte den Abend schon verplant. Ich hatte Lisa versprochen mit ihr heute auf eine Party zu gehen, die eine Freundin von ihr veranstaltete. Obwohl sie mich nicht kannte war ich eingeladen. Na eher hatte sie alle eingeladen, sie hatte überall Plakate aufgehängt und somit mir auch erlaubt zu kommen.
Es waren schon mindestens fünfzig Leute anwesend als Lisa und ich ankamen. Meine Eltern hätten mir nie erlaubt so etwas zu machen in unserem Haus, aber anscheinend wussten die Eltern von ihr gar nichts davon, sonst hätten sie das nicht geduldet. Unter diesen fünfzig Leuten viel mir einer auch gleich auf. Es war Mike. Ich hatte nicht gewusst, dass er auch kommt. Na schön, dann konnte der Abend ja nur noch besser werden. Oder auch nicht. Die Party hatte sich herumgesprochen und nach etwa einer halben Stunde, in der ich Lisa mit Vorwürfen überhäuft hatte, warum sie mich nicht gewarnt hätte, dass Mike auch kommt, wurde es noch schlimmer. Ich war mit Lisa gerade hinaus in den Garten gegangen, als ich durch das Gartentor plötzlich Bill kommen sah. Aber er war nicht allein, sondern seine Freundin war auch mit. Sie gingen verliebt schauend und händchenhaltend in den Garten herein und zum Haus. Dann sah er mich.
„Oh. Hi! Ich wusste nicht, dass du…!“, versuchte er zu erklären. Er sah, dass sich von einem Augenblick auf den nächsten mein Gesicht versteinert hatte. Ich schaute ihn ohne Emotionen an und sagte: „Hi! Schon okay!“ Dann deutete ich Lisa, dass sie mitkommen solle und wir gingen wieder ins Haus.
Drinnen tanzten gerade alle und ich begann auch zu tanzen. Zuerst mit ein paar Jungs die ich nicht kannte, dann mit Mike. Er freute sich anscheinend riesig darüber, was ich ihm auch nicht verübeln konnte. Nach zirka einer halben Stunde hatten wir genug getanzt und ich setzte mich mit Mike auf eine Couch. Ich schaute rüber zu Bill der gerade eng mit Julia tanzte. Aber dann fiel mir ein, dass Mike daneben saß und ich wandte mich schnell wieder ihm zu. Es musste ja komisch aussehen wenn ich ihn am Morgen geküsst hatte und jetzt einem anderen nachschaute.
„Wegen heute morgen…“, begann Mike zu reden.
„War schon okay!“, sagte ich, „mir hat es auch gefallen.“ Das war nicht gelogen, aber trotzdem liebte ich ihn nicht. In diesem Moment sah ich noch mal zu Bill und dachte mir, dass es auch nicht schlimmer werden konnte wenn ich mit Mike zusammen war. Bill hatte sowieso eine Freundin und ich musste ihn irgendwie vergessen. Außerdem müsste ich Mike dann nicht unnötig wehtun.
„Meinst du das ernst?“, fragte er und schaute mich mit großen Augen an. Erst jetzt fiel mir auf, dass Mike eigentlich genau in die Kategorie der Jungs passte, die ich gut fand bevor ich mich in Bill verliebt hatte.
„Ja, das ist mein voller ernst!“, sagte ich fest entschlossen und er küsste mich wieder. Dieser Kuss dauerte lange, viel länger als der am Morgen bei mir daheim. Diesmal schaffte ich es sogar mal nicht an Bill zu denken, zwar nur ganz kurz, aber es war ein Fortschritt.
„Und was ist mit Bill?“, fragte er dann vorsichtshalber noch.
„Vergiss ihn, okay?“, antwortete ich und wieder küssten wir uns. Was ich nicht wusste, mir aber hätte denken können war, dass Bill mich die ganze Zeit beobachtete.
Das ganze ist jetzt etwa eine Woche her. Seit diesem Abend bin ich Mikes feste Freundi
_________________
Βίи кәίη ӘηĠәL
Иίснтς вәsоиĐәяәs
Нάв нίәя uиĐ Đд Мάскәη
UиĐ мάснә άuсн ίммәя ҒәнІәя
Βίи άвsоІuт иίснт ρәяғәскт
UиĐ άuсн ηίснт ηоямάІ
МάηснмάІ sоĠάя νәяяüскт
Đосн Đάs άІІәs вίη ίсн!!
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