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Rette Mich - Eine Geschichte über das Groß werden

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   Rette Mich - Eine Geschichte über das Groß werden
   Thema aus der Rubrik -> FF-Archiv
 
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leila182



Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 128
Wohnort: im schönen Niedersachsen...Pbg

BeitragVerfasst am: 24.02.2006 20:29    Titel: Rette Mich - Eine Geschichte über das Groß werden


Hallo zusammen,
hab hier einen kleinen teil meiner FF reingestellt, falls sie euch gefällt, dann schaut doch einfach mal auf meiner page vorbei
>>>> http://www.rette-mich-fanfiction.de.vu

Würd mich über eure Meinung in meinem GB freuen Smile

LG Leila

_____________________________________________

Kapitel 01 - Ein Junge Namens Bill


Zweifelnd blieb ich stehen und starrte das Gebäude vor mir an. Es sah aus wie eine alte Fabrik, die schon seit Jahren außer Betrieb schien. Die Fenster waren zum größten Teil alle zerbrochen und die Wände hatten große Risse. Ob ich hier auch wirklich richtig war? Ich sah noch einmal zur Absicherung auf meinen Zettel:

„Mangorienstraße 12“, dann sah ich wieder das Gebäude an, wo groß in schwarzen Buchstaben die 12 hervorstach.

„Mhh na dann mal los…“, holte ich tief Luft und setzte einen Schritt voran, als plötzlich jemand hinter mir sprach: „ Hey, neu hier?“

Erschrocken drehte ich mich um und entdeckte eine Person, wobei ich nicht genau definieren konnte, ob es ein Mädchen oder Junge war. Es hatte rot-schwarze Haare, die mit viel Gel wuselig auf seinem Kopf lagen. Die Augen waren in einem unheimlich schönem dunklen braun, wobei an seiner rechten Augenbraue ein Piercing glänzte.

„Ähm, wenn ich hier richtig bin, würd ich JA sagen.“, lächelte ich zurück.

„Warte, du suchst nach Paul und willst Gesangsunterricht nehmen.“, grübelte es.

Die Person war wirklich sehr schmächtig gebaut, erinnerte mich wirklich sehr an mich.

„Super, dann hab ich nun endlich nicht mehr alleine Unterricht. Ist voll langweilig. Übrigens, ich bin der Bill.“

Also war er wohl ein Junge und jetzt wo ich ihn genauer beobachtet hatte, war es mir schon peinlich ihn für ein Mädchen gehalten zu haben. Er streckte seine kleine, sehr zerbrechlich aussehende Hand mir entgegen.

„Ich bin Lindsay, schön dich kennen zu lernen.“, lächelte ich ein wenig beschämt von meinen Gedanken. Bill sah mich aus irgendeinem Grund merkwürdig an. Das machte mich nervös, sodass ich anfing mit meinen langen braunen Haaren zu spielen.

„Lindsay ist ein echt schöner Name, du kommst nicht von hier oder?“, fragte er und hob seine Mappe an, die wohl schwer geworden war.

„Nein, du hast Recht. Ursprünglich komme ich aus Amerika, aber ich bin vor 3 Jahren nach Deutschland gekommen, weil mein Dad hier ein großes Unternehmen gegründet hat. Vielleicht merkt man das auch an meinem Dialekt in meiner Sprachweise.“

Wie ich es hasste, über mein merkwürdiges Deutsch zu sprechen. Ich hatte wirklich sehr sehr lange gebraucht, diese schwierige Sprache zu lernen. Vor 3 Jahren, als ich hier nach Leipzig zog, steckte mein Dad mich gleich in eine normale deutsche Gesamtschule und das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich verstand absolut nichts, was dort unterrichtet wurde. Selbst die Lehrer verstanden nicht, wieso mein Dad mich gleich in eine Schule steckte und mir nicht Privatunterricht geben ließ. Damals war ich so sauer auf ihn, wie er mir so etwas antun konnte. Ich hasste ihn!!! Meine Zeugnisse wurden dementsprechend schlecht, bis auf das Fach Englisch. Ja da stand ich sogar durchgehend „A“, wobei das hier in Deutschland eine „1“ war. Erst nach 1 ½ Jahren wurde es besser mit mir, endlich fand ich auch eine Freundin. Vany war bis heute meine einzige und beste Freundin geworden. Sie war ein hyperaktives partylaunisches Girl. Jetzt wo wir beide 16 Jahre alt waren, ging es jedes Wochenende in eine Disko. Und dort wurde immer getrunken bis zum Umfallen, was ich anfangs nicht verstehen konnte. In Amerika durfte man erst mit 21 Jahren Alkohol trinken und hier tranken sogar schon Jugendliche mit 14 Jahren Alkohol und rauchten sogar.

„Hey? Wollen wir nun reingehen?“

Bill weckte mich aus meinem Tagtraum. Ich musste wohl sehr merkwürdig reagiert haben, da er sich ein Lachen nicht verkneifen konnte.

Er zeigte mir den Weg ins Gebäude. Wir latschten durch mehrere Gänge, wobei man sich leicht verirren konnte, bis er endlich eine Tür öffnete und dort ein Mann an einem Mischpult stand. Inmitten des Raumes stand ein Micro.
„Ohh hallo, schön ein neues Gesicht bei uns zu sehen, nicht wahr Bill?“, lachte der Mann Bill an.

Bill kreuzte die Arme und lachte sarkastisch zurück.

„Du bist sicher Lindsay, hab schon eine Menge von dir gehört. Ich bin Paul.“, reichte er mir mit hartem Druck seine Hand.

„Was hast du denn gehört?“, wurde ich sehr neugierig.

„Deine Lehrerin meinte, du seihst ein Multitalent. Du hättest eine atemberaubende Stimme, die einen in andere Welten versetzt, sobald du loslegst.“

Paul war ein großer stämmiger Mann, das absolute Gegenteil von mir und Bill: Wir mit unseren 1, 55m waren fast 2 Köpfe kleiner als er.

„Da kann Bill sich sicherlich noch eine Scheibe von abschneiden!“, fing er laut an zu lachen.

„Pah, das will ich erst bewiesen haben!“, fing er an zu schmollen.

„Das kannst du haben. Lindsay würde es dir etwas ausmachen, wenn du uns eine Kostprobe gibst?“

„Ähm nein ganz und gar nicht. Was soll ich singen?“, fragte ich etwas verunsichert und zog meine weiße Boosterjacke aus. Ich legte meine Sachen auf einen Stuhl und stellte mich vors Micro.

„Mhh, sing „Hoobastank“ mit „The Reason“.“, wollte Bill mit der Auswahl trotzen.

Ich räusperte meine Stimme noch kurz, als Paul an seinem Mischpult die Melodie erklinken ließ. Obwohl ich diese Personen nicht wirklich kannte, wollte ich zeigen, was alles in mir steckte.

I'm not a perfect person
There's many things I wish I didn't do

But I continue learning
I never meant to do those things to you

And so I have to say before I go
That I just want you to know

I've found a reason for me
To change who I used to be
A reason to start over new
and the reason is you



Nach dem ersten Refrain brach ich ab und wartete auf Reaktionen. Paul war sehr beeindruckt, was mir sein Gesicht sagte. Doch er wartete auf einen Kommentar von Bill. Der jedoch stand noch immer armekreuzend da und schien sprachlos zu sein. Er sah mich durchgehend an und meinte schließlich, als er merkte, dass alle Augen auf ihn gerichtet waren: „Ja, klingt nicht schlecht.“

Das war wieder typisch Junge, konnten nie zugeben, wenn Mädchen etwas besser konnten, als sie. Doch ich machte mir nichts draus, ich wusste ja, dass er es gut fand.


So vergingen ein paar Wochen in denen ich 3mal die Woche zusammen mit Bill Gesangsunterricht bekam. Anfangs war Bill sehr skeptisch mir gegenüber, doch mehr und mehr vertraute er sich mir in Sachen singen an. Es machte Spaß mit ihm zu proben, wobei wir immer öfter im Duett sangen und so schauspielerisch taten, als seien wir Superstars.
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Butterfly )(***



Anmeldungsdatum: 27.01.2006
Beiträge: 1496

BeitragVerfasst am: 24.02.2006 20:57    Titel:


hey die hört sich gut an. :D aber der url funzt net.stell sie doch einfach hier rein^^
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leila182



Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 128
Wohnort: im schönen Niedersachsen...Pbg

BeitragVerfasst am: 24.02.2006 21:26    Titel:


doch doch die funzt schon, musste halt den letzten rest der url nehmen

http://www.tokiohotel-forum.de/cgi-bin/driveby.pl?url=http://www.rette-mich-fanfiction.de.vu

den rest davor einfach wegmachen, dann gehts auch Smile
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I_love_the_twins



Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 1331
Wohnort: in meiner eigenen Welt...

BeitragVerfasst am: 24.02.2006 21:54    Titel:


hört sich echt gut an, mach mal schnellw ieter Wink
_________________
Ich glaube früher nie an Engel...doch seit dem ich euch das erste mal gesehen habe weiß ich, dass es sie wirklich gibt <3
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leila182



Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 128
Wohnort: im schönen Niedersachsen...Pbg

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 12:33    Titel:


jo werd ich machen, brauch aber mehr kommis in meinem GB :D
nee also ich werd ma sehn ob ich heut noch n teil on stellen kann...

lg leila
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keingroupie



Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 565
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 12:42    Titel:


Ja bitte bitte!
ich will heute noch was lesen!
Die ist echt gut!
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leila182



Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 128
Wohnort: im schönen Niedersachsen...Pbg

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 14:52    Titel:


mhh oke leuts, hab mich ma entschlossen, erstma meine ff hier zu veröffentlichen. Ich setz den 2ten teil hier jetzt auch noch ma eben rein und gleich danach den neuen 3ten teil!

Viel Spaß beim Lesen und ich hoffe auf viele Kommentare :D

_______________________________________________________

Kapitel 02 – Eins und Eins macht Zwei


„Also bis Freitag dann wieder!“, wank ich Bill noch zu und wollte verschwinden.
„Lindsay, warte mal kurz!“, rief er mir hinterher und rannte zu mir hin.
Ich war ein wenig verwirrt, was wollte er denn noch so wichtiges? Er keuchte kurz auf und sah mich dann mit seinen braunen Augen an.
„Was gibs denn?“, fragte ich ungeduldig.
„Nun, hättest du vielleicht ein wenig Zeit? Ich ähm…nun ich hab meinem Bruder von dir erzählt, wie toll du singen kannst und so, er ist total gespannt auf dich und will dich unbedingt kennen lernen. Ich mein, wenn du nicht willst oder keine Zeit hast, was ich denke, dann ist es auch nicht so schlimm.“
„Ok, ich komm wohl mit“, sprach ich einfach dazwischen, damit er mit seinem Gelaber aufhörte. Bill war erst geschockt, doch dann lächelte er auf und freute sich sichtlich darüber. Wie mir schien, hatte er heut bei den ganzen Proben darüber nachgedacht, wie er es mir erklären könne. Schließlich war er heut total geistesabwesend gewesen und so ruhig. Das kannte ich gar nicht von ihm. Ich hatte ihn als total durchgeknallten, lebensfrohen aber doch ungeduldigen Jungen kennen gelernt. Ja, Bill war echt ein cooler Typ mit dem ich gern meine Zeit verbrachte!




Bill wohnte nicht weit von der alten Fabrik weg, sodass wir nur einen Fußmarsch von 5 Minuten vor uns hatten. Während des ganzen Weges, war Bill total angespannt und redete kein Wort mit mir.
Ich verstand wirklich nicht, was er nun schon wieder hatte. Wie konnte er einmal so sein und dann wieder ganz anders, als wenn er zwei Persönlichkeiten hatte.
Dann blieb er total apprupt stehen, sodass ich ihm voll hinten reinlief. Wir standen vor einem Mehrfamilienhaus mit 3 Stockwerken. Wohnte er hier? Doch er machte keine Anstallten in das Haus hineinzugehen. Nein, er blieb einfach stehen.
„Sag mal, hast du heut morgen nen Besen gefrühstückt oder so?“, fragte ich total verwirrt über sein Verhalten.
Er drehte sich gedankenlos zu mir um und starrte mich nur an.
„Bill?“, fragte ich noch einmal.
„Hör mal, wenn mein Bruder dich irgendwie nervt, dann sag mir das, ok?“
Ich zeigte ihm ein Gesicht mit tausenden Fragezeichen.
„Mein Bruder ist bei Mädchen wie dir ein wenig….naja rüpelhaftig…..“
„Was ist denn mit Mädchen wie mir?“, kreuzte ich nun ein wenig beleidigt die Arme.
„Ohh man, ich hätte dich nicht hierher mitnehmen sollen.“
„Bill, hör mal, was machst du dir denn alle für Sorgen? Mach hier nicht alle so eine Beschützer-Tour. Unterschätz mich nicht mein Lieber.“, lächelte ich ihn an und kniff ihm in die Wange.
Und plötzlich huschte auch bei ihm ein kleines Lächeln über sein Gesicht und wenn ich mich nicht täuschte, sah ich ein Hauch Röte an seinen Wangen.


Bill schloss die Wohnungstür auf und rief: „Bin zuhause!“
Doch er bekam keine Antwort zurück.
„Mhh meine Eltern sind sicher noch am Arbeiten.“, grübelte er und hang seine schwarze Boosterjacke an die Garderobe. Er führte mich in einen kleinen Raum und bat mich, dort zu warten. Dann verließ er den Raum wieder.

Während Bill in der Wohnung rumirrte, betrachtete ich das Zimmer, welches wohl seins war. An den Wänden hangen einige Poster von Nena und sogar von Green Day. Ich mochte Green Day auch sehr gerne, besonders den Stile von Billy Joe, den Frontmann von denen. Ich versuchte vieles von ihm zu kopieren, z.b. hatte ich auch schwarze Haare und schminkte meine Augen mit dickem schwarzem Kajal. Außerdem hatte ich einen Piercing rechts unten in der Unterlippe und ein Tattoo im Nacken. Das Tattoo zeigte einen kleinen chinesischen Drachen.
Sein großes Bett wirkte sehr bequem, als ich darin saß. Er schien wohl viel wert, auf ein gepflegtes Zimmer zu legen.
Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen durch ein lautes: „WARTE“. Bill hatte wohl versucht seinen Bruder aufzuhalten, in das Zimmer zu kommen, doch da stand er auch schon vor mir.
„Ach du scheiße.“, stockte ihm der Atem.
Sein Bruder hatte im ersten Augenblick absolut keine Ähnlichkeiten mit ihm. Während Bill genau wie ich mehr auf den Punk-Stile standen, war sein Bruder wohl mehr der Hip Hop –Typ. Er trug Klamotten, die ihm mindestens 3 Nummern zu groß waren. Seine Haare waren am ganzen Kopf mit Dreadlooks übersehen, die er sich zusammen gebunden hatte. Außerdem glitzerte mir ein Lippenpiercing entgegen, genau an derselben Stelle, wo ich es hatte.
„Ähm ja, geile Begrüßung….ich bin Lindsay.“, stand ich auf und reichte ihm meine Hand.
„Ohh tut mir leid, ich war nur ein wenig schockiert. Bill hat mir ja nie erzählt, dass du….naja egal…schön dich kennen zu lernen, ich bin Klein-Bills Zwillingsbruder Tom“
Mir stockte der Atem. Ich sah beide nacheinander genau an.
„Ihr wollt mich verarschen oder?“, fragte ich.
Bill stand da im Hintergrund seines Bruders und schüttelte den Kopf. Er wirkte ein wenig traurig, wie ich fand.
„Mhh naja wenn ich genauer hinsehe, ihr habt beide die gleichen schönen, braunen Augen.“; lächelte ich.
„Danke.“, freute Tom sich sichtlich.
„Also, was machen wir nun? Ich mein, dass kann es ja nicht gewesen sein, oder Bill?“
„Nein, da hast du recht. Tom und ich haben uns nämlich etwas überlegt.“, fiel Bill es wieder ein und plötzlich wurde er wieder munter.
Er nahm mich am Arm und zog mich mit sich, wieder aus der Wohnung hinaus, bis in den Keller. Dort schloss er einen Raum auf und wir drei traten hinein. In dem Raum fiel mir sofort das Schlagzeug auf, an den Wänden lehnten eine E-Gitarre und eine Bass-Gitarre.
„Ähm, was für ein Attentat habt ihr denn auf mich vor?“, fragte ich.
„Tom will dich singen hören.“
Ich sah Tom fragend an, doch der nickte nur überzeugt von seinem Bruder. Bill selbst lächelte mich mit seinem süßen Lächeln an, wobei ich einfach nicht „NEIN“ sagen konnte.
„Ok, welche Richtung willst du hören?“, fragte ich Tom.
„Hast du was von Green Day drauf?“
„Wie? Du hörst mit deinem Gangster-Look die geilste Band der Welt?“, versuchte ich ihn zu necken.
„Kleines, du hast keine Ahnung.“ Bei diesem Wort zuckte ich zusammen. Ich hasste es so, wenn jemand mich wegen meiner Größe unterschätzte.
Nun wollte ich ihm erst recht zeigen, was ich drauf hatte. Ich sah mich kurz um, dann schnappte ich mir dir E-Gitarre.
„Ohhh Gott, die ist über 2000€ wert…stell die lieber wieder weg.“, wollte Tom schon auf mich zurennen und mir die wegschnappen. Doch ich achtete nicht auf ihn.
„Bill, wo sind die Verstärker für die E-Gitarre?“
„Warte ich helfe dir.“, meinte er total lieb. Kurzerhand war ich fertig.
„Ok, wer von euch hats am Schlagzeug drauf und hat wirklich Ahnung von Green Day?“, versuchte ich Tom weiterhin zu necken.
Er schnappte sich kurzerhand die Sticks und setzte sich dran.
„Gut und damit du nicht einfach nur dumm rumstehst, gibst du mir die Zweitstimme.“
Bill wurde sichtlich blass im Gesicht. Ich wusste genau was los war. Beim Gesangsunterricht, war das sein größtes Problem. Er bekam das nie hin und verzweifelte schon so oft daran.
Ich stellte ihm das zweite Mic hin und klopfte ihm auf die Schulter, dabei flüsterte ich leise: „Lass dich nicht vor deinem Bruder unterkriegen. Zeig ihm, was du drauf hast.“
„Ey was flüstert ihr da! Ich will das auch wissen.“, stürmte Tom auf.
„Wir haben uns nur abgesprochen!“, grinste ich nur und stellte mich zurück an meine Position.
„Ok, was hast du denn so drauf? Wie wäre es mit „Holiday“?“, grinste Tom. Wieder wollte er versuchen mich unterzukriegen. Er schien zu wissen, dass „Holiday“ nicht sehr schwer zu spielen war.
„Nein „Hitchin A Ride“ will ich, ich hoffe das bekommst du noch gebacken.“
Dann holte ich noch einmal tief Luft und begann mit dem Gitarren-Part. Ich spürte wie Bill mir dabei auf die Finger schaute. Dieses Lied brauchte viel Fingerspitzengefühl, um es spielen zu können. Es war wirklich kein leichtes Spiel und dabei auch noch den richtigen Gesang zu finden. Ich spürte selbst, dass ich lange nicht mehr so hart an Gitarre und Gesang gleichzeitig gearbeitet hatte.
Ohja nach dem Vorfall in Amerika hatte ich lange Zeit aufgehört Gitarre zu spielen, geschweige denn sie überhaupt anzufassen.

Hey mister where you headed?
Are you in a hurry?
I need a lift to happy hour say oh no.
Do you break for distilled spirits?
I need a break as well.
The well that inebriatest the guilt
1, 2. 1, 2, 3, 4

cold turkey's getting stale
tonight I’m eating crow
fermented salmonella poison oh no

there's a drought at the fountain of youth and now I’m dehydrating
my tongue is swelling up
as say 1,2. 1, 2, 3, 4


Ich ließ sich das Lied durch ein paar Gitarrengriffe ausklingen und holte danach kurz Atem.
„Wow, das war….ich wusste gar nicht, dass du E-Gitarre spielen kannst. Das war richtig großartig!“, war Bill total begeistert.
Obwohl Bill anfangs nie zugeben konnte, dass er es gut fand, hatte er sehr schnell seinen Dickkopf ablegen können. Ich legte die E-Gitarre ab und drehte mich zu Tom um, doch der tat so, als wenn absolut nichts gewesen wäre. Ich schüttelte mit dem Kopf und spielte mit meinem Piercing. Das war eine wirklich dumme Angewohnheit, immer wenn ich innerlich total ausrastete, fing ich an mit dem Piercing zu spielen.
„Naja, es war ganz okay. Hab lange keine E-Gitarre mehr gespielt, habs in Amerika aufgegeben.“, meinte ich zu Bill.
„Amerika?“
Auf einmal interessierte Tom es doch, wo mein Heimatland erwähnt wurde.
„Lindsay lebte bis vor 3 Jahren noch in Amerika.“, klärte Bill seinen Bruder auf.
„Wow, das ist wirklich cool, hab mich schon gewundert, warum du so einen merkwürdigen Dialekt hast. Hört sich süß an.“
Versuchte er mir jetzt etwa wieder zu schmeicheln?


„Weißt du Tom, du bist wirklich vom Charakter her in einigen Dingen genau wie dein Bruder. Du kannst auch nicht zugeben, wenn jemand etwas besser macht, als du. Besonders nicht, wenn derjenige ein Mädchen ist.“, sprach ich als wir wieder in der Wohnung angekommen waren und ich dabei war zu gehen.
„Wieso?“ Nun machte er auch noch auf total unschuldig.
„Das du mit deinem Gitarre spielen nicht an mich rankommst, liegt nicht daran, dass du zu dumm dafür bist. Nein, was du mir vorhin kurz gezeigt hast, war wirklich gut. Nur, du spielst erst seit einem Jahr, hat Bill mir erzählt. Ich spiele Gitarre seit ich 6 Jahre alt bin. In Amerika hatte ich sogar eine eigene Band, wo ich auch schon sehr groß mit war, doch meine Träume vom Star sein, sind schneller geplatzt, als du „A“ sagen kannst. Doch darüber möchte ich nicht reden. Was ich eigentlich sagen will, ist….du hast wirklich das Zeug dazu! Genau wie Bill es drauf hat zu singen! Ihr müsst daraus was machen, lasst es nicht einfach untergehen…“
Mit diesem Worten nahm ich die beiden kurz in den Arm und schluchzte laut. Meine Vergangenheit machte mich immer noch total zu schaffen, dass merkte ich jetzt erst wieder, wo ich mit jemandem darüber sprach. Bill und Tom waren sicher sehr geschockt von mir.
Dann ließ ich die beiden wieder los und verließ die Kaulitz. Meine Stimmung war in dem Moment wirklich am Boden. Und natürlich fing es auf meinem Fußmarsch nach Hause auch noch an zu regnen. Perfekt zu meiner Stimmung.
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leila182



Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 128
Wohnort: im schönen Niedersachsen...Pbg

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 14:53    Titel:


Teil 3 :D

____________________________________________

Kapitel 03 – Neue Freunde

Eine Zeit des Grauens fing für mich und viele andere Jugendliche in meinem Alter wieder an: Die Schule. Die Osterferien waren vorbei und das Übel fing wieder an. Gegen 8 Uhr klingelte Vany bei uns an der Tür und holte mich ab. Wie immer hatte ich mal wieder verschlafen und musste mich total beeilen.
Vany war natürlich nicht sehr erfreut darüber, gleich am ersten Tag wieder eine Standpauke zu hören.
Seit dem Tag bei Bill und Tom, war ich ein wenig nachdenklich geworden. Während des Unterrichts, kritzelte ich ohne Gedanken auf einem Stück Papier herum. Was Bill und Tom wohl nun von mir dachten, sicher wie jeder andere hier auch, dass ich ne total durchgedrehte Kuh sei. Wieder einmal hatte ich es mir, mit Menschen versaut, die anfingen mich zu mögen.
„Lindsay Thomson, wäre es nicht besonders für SIE mal wichtig, dass sie dem Unterricht folgen?“, trat plötzlich mein Deutschlehrer an meinen Tisch und schnappte mir meinen Zettel weg.
Er las es sich durch und meinte schließlich: „Warum zeigen Sie mir nicht mal von sich aus, dass Sie unsere Sprache sogar so gut beherrschen, dass sie dichten können?“
„Wie bitte?“, verstand ich absolut nicht, was er meinte.
Dann gab er mir den Zettel zurück und ging zurück zum Pult. Jetzt erst spürte ich die fies grinsenden Gesichter neben und hinter mir. Sie liebten es alle so sehr, wenn ich mein Fett wegbekam.
Vany riss mir den Zettel aus der Hand und las es sich auch durch.
„Wow von wem dichtest du?“, flüsterte sie mir zu.
Ich verstand immer noch nicht. Um mir auf die Sprünge zu helfen, gab sie mir den Zettel und ich las es durch:

„Komm und rette mich,
Ich verbrenne innerlich
Komm und rette mich,
Ich schaffs nicht ohne dich
Komm und rette mich,
Dich und mich…..“

Was, das hatte ich mir da zusammen gereimt? Ich war wirklich sehr erstaunt über mein Talent! Es hörte sich gut an. Man, wozu ein langweiliger Unterricht auch gut sein konnte.
„Und?“, hakte Vany noch einmal nach.
„Keine Ahnung, is keine bestimmte Person…“, grübelte ich.
Sie sah mich an und wuselte mir durch die Haare. Sie wusste ganz genau, dass ich das so hasste. Und gleich darauf bekamen wir wieder Stress mit dem Lehrer. Doch das war uns egal.


In der Pause saßen wir in unserer Stammecke in dem Raucherwäldchen. Vany war ein totaler Kettenraucher und obwohl striktes Rauchverbot hier herrschte, konnte sie es einfach nicht lassen. Ich hatte schon so oft versucht sie davon abzubringen, doch die Sucht nach dem Glimmstängel war größer.
Ich beobachtete sie eine Weile, wie sie an ihrer Zigarette zog und gleich darauf den Rauch in die Luft pustete. Ich fand Vany war ein sehr hübsches Girl, obwohl sie nicht meinem Stil entsprach. Vany trug viel mehr solche typischen Mädchensachen: ganz viel Haut zeigen und dabei ganz ganz viel Pink. Ich hasste diese Farbe! Ihre blonden lockigen Haare trug sie immer offen, was ihr auch super gut stand.
Auch wenn sie danach aussah, war Vany keineswegs eingebildet. Nein, Vany war ein sehr verständnisvolles Girl. Damals, als ich der totale Außenseiter auf der Schule war, war sie diejenige, die auf mich zukam und mich anquatschte. Natürlich dachte ich, dass wäre nur wieder irgendeine Masche von den dummen Mädchen. Deshalb versuchte ich sie schnell wieder loszuwerden. Vany jedoch gab nicht auf, was ich wirklich sehr an ihr schätzte. Ich warf ihr ziemlich fiese Dinge an den Kopf, die ich heute sehr bereue.
„Was is los mit dir?“
Sie hatte bemerkt, wie ich sie so durchgehend anstarrte.
„Ach, es ist nichts….“
„Natürlich ist was. Du bist heut schon länger so komisch, seit du bei diesen Zwillingen warst….was haben die denn mit dir gemacht?“
„ Gar nichts, ehrlich.“
„Ahh Lindsay, das ist nicht auszuhalten! Erzähl endlich!“, wurde sie voll laut, dass uns das halbe Wäldchen anschaute.
Plötzlich hörte ich jemanden meinen Namen rufen! Wer rief mich denn bei Namen? Ich konnte es nicht fassen, Vany war bei mir, sie konnte es nicht sein. Ich sah mich um und entdeckte die Zwillinge weiter hinten.
„Hey sind das die beiden?“, fragte Vany neugierig und starrte die beiden an.
Ich sah wie die beiden mich zu sich wanken.
„Ich komme gleich wieder.“, versprach ich ihr und lief zu den beiden hin.

Ich hatte totale Bedenken. Am liebsten wäre ich wieder umgedreht und weggelaufen. Mir war es peinlich, was ich vor 2 Tagen zu ihnen gesagt hatte.
Als ich dann bei ihnen ankam, nahmen mich beide total stürmisch in den Arm. Mein Herz bebte auf. Die beiden schienen es nicht als schlimm empfunden zu haben oder kam jetzt der große Schlag?
„Hi“, lächelte ich ein wenig.
„Wie geht’s dir?“, fragte Bill und war merkwürdigerweise total happy mich zu sehen.
„Naja, ganz gut und euch?“
„Super! Sag mal, hast du heut Nachmittag schon was vor?“, fragte Tom.
Ja, Tom war da doch ein wenig direkter als Bill, dass merkte ich gleich…
„Ich hatte eigentlich vor mit meiner Freundin ein Eis essen zu gehen.“, grübelte ich und spielte mit meinem Haar.
Hinter mir hörte ich großes Gelächter und wie ich mir es schon dachte, sprachen sie über mich. Die Situation wurde immer schlimmer. Innerlich schrie ich laut auf und wollte Allen zeigen, wie sehr ich sie hasste.
Bill und Tom waren ein wenig verwirrt. Sie verstanden nicht, wieso die Typen so über mich lachten. Natürlich konnten sie nicht, die Typen hinter mir gingen in meine Klasse. Seit ich bei ihnen in die Klasse ging, verarschten sie mich. Äußerlich versuchte ich immer, total tough zu wirken, doch innerlich tat es mir schon weh.
„Hi ihr beiden, ich bin Vanessa, nennt mich aber ruhig Vany. Ihr seid also die Zwillinge, die unterschiedlicher nicht sein könnten, nicht wahr Lindsay?“, trat plötzlich Vany dazu und legte einen Arm um meine Schulter.
Sie kam genau richtig. Wahrscheinlich hatte sie mitbekommen, was die Typen hinter meinem Rücken abzogen.
„Hi, ich bin Bill, Bill Kaulitz.“, reichte Bill ihr die Hand.
„Hi, Tom.“, sprach Tom kurz und knapp.
„Mhh wann hast du denn mal wieder Zeit?“, fragte Bill, um ein Gesprächsthema zu haben.
„Kommt doch heut Nachmittag einfach mit. Vany hat sicher nichts dagegen.“, drehte ich mich zu ihr und hoffte, dass sie einverstanden war.
Sie nickte und so war es abgemacht. Die Jungs und wir verabredeten uns bei der Eisdiele, dann liefen die beiden auch schon wieder davon, da es zum Unterricht klingelte.
Ich wusste es zwar noch nicht, aber das sollte wohl der Anfang einer unzertrennlichen Freundschaft werden.

_____________________________________________

Ja ich weiß viel zu lesen Wink
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keingroupie



Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 565
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 15:08    Titel:


Gleich danach ne?
Also jetzt oda?!
"freu"
jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa Razz Razz Razz Razz Razz Razz Razz Razz Razz Razz Razz
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I_love_the_twins



Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 1331
Wohnort: in meiner eigenen Welt...

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 15:30    Titel:


ganz schnell weiter Wink
_________________
Ich glaube früher nie an Engel...doch seit dem ich euch das erste mal gesehen habe weiß ich, dass es sie wirklich gibt <3
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leila182



Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 128
Wohnort: im schönen Niedersachsen...Pbg

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 16:14    Titel:


mehr kommis pls!!!!
muss doch auch n ansporn haben, um hier nochmehr reinzusetzen^^
setz aba heut noch auf jeden fall n teil on Cool
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I_love_the_twins



Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 1331
Wohnort: in meiner eigenen Welt...

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 16:29    Titel:


*ganz viel kommis schreib* Wink
weidaaaa
_________________
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keingroupie



Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 565
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 17:15    Titel:


hIER IS AUCH NOCH EIN KOMMI!!!
Schreib bitte heute noch schnell weida!
Wenns geht noch mehr als ein Teil! Laughing
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leila182



Anmeldungsdatum: 24.02.2006
Beiträge: 128
Wohnort: im schönen Niedersachsen...Pbg

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 17:23    Titel:


oke hier kommt er, extra für meine 2 fleißigen Leser keingroupie und i_love_the_twins Cool

und denkt an kommis Wink
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Kapitel 04 – Meine Vergangenheit

Am Nachmittag trafen Vany und ich ein wenig verspätet, bei der Eisdiele ein. Bill und Tom saßen schon an einem Tisch und tranken einen Milchkaffee. Tom saß ganz cool da, wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Bill dagegen zeigte ein wenig Anstand und saß wie ein normaler Junge da.
„Moin Mädels!“, freute Bill sich und nahm mich kurz in den Arm, genau wie Tom. Das sollte wohl zu unserem alltäglichen Ritual werden.
Ich setzte mich zu Bill, rückte den Stuhl zu ihm und fing gleich an ihm die neuesten Neuigkeiten zu erzählen. Paul hatte mich nämlich gegen Mittag angerufen und erzählte mir von einem Auftritt in einer Bar. Er habe das Angebot bekommen, ein oder zwei seiner Schüler dort auftreten zu lassen.
„Im Ernst?“, fing er übers ganze Gesicht an zu grinsen.
„Ist das nicht geil?“, freute ich mich mindestens genauso doll.
Voller Freude nahm er mich urplötzlich in den Arm. Im ersten Augenblick war ich natürlich schockiert, so einen Gefühlsausbruch mir gegenüber hatte er noch nie gezeigt! Mein Herz überschlug sich bald, so glücklich war ich! Ich hatte endlich einen oder aber auch zwei Freunde mehr.
„Nun ist aber auch gut mit euren Schmusereien.“, mischte Tom sich ein und sah uns so merkwürdig kalt an. Ich ließ Bill los, doch wir redeten einfach weiter über unser Glück. Vany versuchte währenddessen ein Gespräch mit Tom anzufangen.
„Singen wir denn im Duett? Oder nacheinander?“, fragte Bill und spielte mit seinem Strohhalm im Glas herum.
„Paul meinte, wir sollten uns etwas bis morgen überlegen. Ich fände es aber gut, wenn wir uns einfach ein Lied mit Strophen aufteilen würden.“
„Spielst du dazu E-Gitarre?“
„Ich weiß nicht, wahrscheinlich werden wir eine Band gestellt bekommen.“
Bill strahlte übers ganze Gesicht und sah mich durchgehend an, während ich ihm erklärte, was ich so vorhatte.
„Warum hast du dir eigentlich keine neue Band aufgebaut?“, fragte Tom. Ich sah zu ihm auf und spürte wieder diese Kälte, die von ihm ausging.
„Das hat persönliche Gründe…“, wollte ich schnell davon abwinken. Mein Herz rutschte wieder in die Hose, ich spielte wieder nervös mit meinen Haaren. Vany wusste warum, ich sah wie ihr Gesicht zu einer Mitleidsmiene wurde.
„Und was für welche?“, fragte er weiter. Ich sah auf den Boden und atmete tief durch. Meine langen Haare fielen mir ins Gesicht.
„Ich mein, so schlimm kann deine Vergangenheit ja nicht gewesen sein…“, versuchte Tom mich weiter zu überzeugen.
„Tom, wenn sie es nicht sagen will, dann akzeptier das auch.“, wurde sein Bruder böse. Tom sah ihn mit kalten Augen an, dann sah er mich wieder an. Ich hatte keine Ahnung, warum Tom das unbedingt wissen wollte, aber vielleicht sollte ich es ihnen anvertrauen. Besonders jetzt wo wir befreundet waren.
„Ich…nun, damals, in Amerika…hatte ich eine Punk-Band…ich war dort Frontmann und schrieb die Texte zu unseren Songs selbst. Zusammen mit 2 anderen Jungen arbeitete ich mich fast 2 Jahre hoch, bis man endlich aufmerksam auf uns wurde. Endlich spielten wir auch in großen Bars und Clubs, doch unser Glück….war nur von kurzer Dauer….“
Ich machte eine Pause und schnappte nach Luft. Diese Geschichte, ein Teil meines Lebens, hatte ich schon lange abgeschlossen bzw. einfach nur verdrängt. Nun kam all der Schmerz wieder hoch.
„Was passierte dann?“, drängelte Tom.
„Hey, nun gib ihr auch ein bisschen Zeit. Schließlich ist das für sie sehr hart.“, mischte Vany sich auch ein.
„Schon gut….nun…einmal hatten wir einen ganz großen Auftritt in LA….LA lag fast 100km von meiner Heimat weg. Damit wir dahin kamen, erklärte meine Mom sich dazu bereit, uns zu fahren. Naja… hin klappte auch alles gut…aber als am späten Abend keiner kam und uns abholen wollte, machte ich mir schon meine Gedanken…ich versuchte auf ihr Handy anzurufen, aber es nahm keiner ab….“
Ich bekam einen riesen Kloß im Hals, der mir die Luft abschnürte. Meine Augen füllten sich mit Tränen, mir wurde total heiß.
Bill spürte, wie schwer es mir fiel und legte seine Hand auf meine.
Bleib stark!!! dachte ich nur…
„Ich erfuhr, dass ein LKW das Auto meiner Mutter gerammt hatte…meine Mom…war gleich darauf tot….“
Endlich hatte ich es ausgesprochen. Es war zwar hart, aber anderseits tat es auch gut, es jemanden sagen zu können. Ich schluckte meinen Kloß hinunter und wischte mir meine Tränen weg.
„Scheiße man, Tom! Kannst du nicht einmal deine Klappe halten?“, rastete Bill völlig aus und stand auf, sodass sein Stuhl umfiel.
Die Leute in dem Eiscafe sahen uns merkwürdig an.
„Beruhig dich mal…bleib locker…“, meinte Tom und rückte sein Kappi zurecht.
„Ich beruhige mich nicht! Scheiße man…es war wirklich ein Fehler, dich ihr vorzustellen…“
Bill griff sich fest in sein Haar und rannte kurzerhand aus der Eisdiele.
„Ähm…“ Vany konnte nicht glauben, was sie da gerade miterlebte. Auch Tom war sprachlos über den Ausraster seines Bruders. Er schien ihn wohl noch nie so erlebt zu haben.
„Ich…ich geh ihm mal nach, wartet hier bitte…bin gleich zurück…“, sprach ich und lief raus. Ich wollte einfach nur noch raus, die frische Luft tat richtig gut. Ich lief die Straße entlang und musste nachdenken, was gerade passiert war. Natürlich konnte ich verstehen, wieso Tom unbedingt etwas über meine Vergangenheit wissen wollte, aber warum war er dabei so eiskalt gewesen? Wollte er mich damit verletzen? Wollte er einfach nur sehen, dass auch ich nicht perfekt war? Das hatte er nun geschafft, denn dieser Abschnitt in meinem Leben, war wirklich nicht perfekt….
Plötzlich sah ich Bill auf dem kalten Fußweg sitzen und in den Himmel starren. Ich lief zu ihm hin und setzte mich wortlos zu ihm.
Auch Bill brachte kein Wort zustande, doch ich spürte, dass wir beide uns auch durch Schweigen verstanden. Ich weiß nicht wie lange wir nur so da saßen und in den Himmel starrten, doch bald wurde es dunkel und wir begangen zu frieren. Ja, ganz in Gedanken versunken, hatten wir unsere Jacken in der Eisdiele vergessen. Vany und Tom waren sicher schon nach Hause gegangen. Doch bei uns war noch kein Aufbruchgefühl in Gange…
„Tut mir leid…“, sprach Bill nach sehr langer Zeit.
Ich wusste, dass es ihm Leid tat und ihm sein Bruder peinlich war, doch ich gab ihm nicht die Schuld. Nein, ich war nicht mal auf Tom böse…
„Tom ist einfach nur dumm…“, stöhnte er und ließ den Kopf hängen.
Ich schaute ihn an und lehnte meinen Kopf an seine Schulter.
„Mach dir keinen Kopf, kleiner Mann…ist doch nicht so schlimm, ich werds wohl überleben…“, versuchte ich ihn aufzumuntern.
Zum ersten Mal, seit wir hier saßen, schaute er mich an und zeigte sein schönes Lächeln.
„Kleines, ich hab dich gern.“, sprach er und legte einen Arm um mich. Ich kuschelte mich in seinen Arm und mich überkam ein Glücksgefühl.
Ewigkeiten saßen wir noch da und dösten vor uns hin. Sicher dachten viele Fußgänger, wir seien Straßenkinder oder sonst was, aber auf die achteten wir nicht. Uns war egal, was die anderen von uns hielten, wir hatten uns gefunden und ließen uns nicht wieder gehen!!!
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keingroupie



Anmeldungsdatum: 16.01.2006
Beiträge: 565
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 25.02.2006 17:33    Titel:


Voll schööööööööööööööön!!!!
Schreib bitte schnell weiter!
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