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WENN ENGEL LIEBEN- RELOADED

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   WENN ENGEL LIEBEN- RELOADED
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Nachricht

Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
Beiträge: 1293
Wohnort: Tokio

BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:21    Titel: WENN ENGEL LIEBEN- RELOADED


Soooo.... hier ist der versprochene Reload...
Bin mal gespannt, wie viele noch lesen ^^
lieb euch, das zurückgekehrte Michi *löööööl*
MICHI's COMEBACK!!!!!!!!!!





Wenn Engel lieben
Part 1-110
*Bills Sicht*

Verdammt! Das ist jetzt schon das fünfte Mal, dass ich ihn besoffen von einer After-Party nach Hause schleppe. Ich hab ja nichts dagegen, wenn er ab und zu mal einen Trinkt aber man kanns ja auch übertreiben. Und langsam wird es schon zur Gewohnheit, dass Tom sich volllaufen lässt. Nicht nur auf Party's trinkt er das harte Zeug, auch zuhause hat er den Alk gelagert. Ich hab ihn vor ein paar Tagen in seinem Zimmer mit einem Flachmann in der Hand erwischt und ich bin mir ziemlich sicher, dass da kein Saft drinne war. Mum weiß von all dem nichts. Sie würde komplett austicken, wenn sie mitbekommen würde, dass ihr Sohn zum Säufer geworden ist. Solange er nur auf Party's getrunken hat war es ja auch völlig okay aber langsam mache ich mir wirklich Sorgen. So kann das mit ihm doch nicht weitergehen. Ich sehe Tom in die glasigen Augen, die nur noch auf halbmast hängen und rieche seine Fahne. „Das war jetzt wirklich das letzte Mal Tom!!!“ sage ich, obwohl ich weis, dass er wahrscheinlich schon längst nichts mehr mitbekommt.
Mit dem Fuß stoße ich die Gartentür auf und schleppe mich mit Tom zum Haus. Verzweifelt versuche ich den Schlüssel raus zu kramen, ohne dass Tom dabei umkippt.
Verdammt! Ich glaube ich hab meinen Schlüssel drinnen liegen lassen. „Sag mal Tom, hast du deinen Haustürschlüssel mit?“ frage ich meinen Bruder. „Meinen Hamf-, Haas-, Maus-... WAS???“ gibt er zur Antwort von sich. Toll, so bringt mir das auch nichts. Ich durchsuche vorsichtig Toms Jackentaschen, wobei dieser permanent anfängt laut aufzulachen. „Was machsn du daa Bülly?“ lallte Tom mir entgegen. Endlich habe ich den Schlüssel gefunden und schließe die Tür auf. „Komm jetzt!“ sage ich zu Tom und ziehe ihn langsam ins Haus. „Babyyy... you're the oooone aaaaand... iiiii... wiiiill loooove you foooeveeer“ begann er nun auch noch zu singen. Ich hielt ihm meine Hand auf den Mund und zischte ihm entgegen „Halt die Klappe Tom! Du weckst noch die ganze Nachbarschaft auf... und vor allem Mum und das willst du doch nicht wirklich!?“. Nein, das willst du sicher nicht, denn dass würde das reinste Massaker geben. Er stolpert mir entgegen und landet in meinen Armen. Nun legt er seinen Kopf auf meine Schulter und klammert sich an mir fest. „Sorry“ lallt er wieder und schließt seine Augen. „Tom!Hey Tom!!!... wage es ja nicht jetzt einzupennen!!!“ drohe ich ihm. „Dooooch...will schlafn“ gibt er als Antwort von sich. „Das geht jetzt aber nicht. Gleich sind wir oben, dann kannst du schlafen!“ versuche ich ihn doch noch umzustimmen. „Neeeeein, will abba jez!“ quengelt er wie ein kleines Baby. „Maaan... Ich warne dich Tom, ich lass dich hier liegen, wenn du dich jetzt nicht aufraffst und dann kannst du Mum ja morgen mal erklären, warum du im Flur pennst! Und ich schwöre, ich werde ihr alles erzählen, wenn du sie anlügen solltest!!!“ schreie ich im Flüsterton.
Tom behält die Augen geschlossen und beginnt zu gähnen. „Gute Nacht Bill“ sagt er noch. So... das reicht!!! Mit einem Ruck lasse ich Tom los und er prallt unsanft auf dem Boden auf. Ich gehe an ihm vorbei und stampfe die Treppe hoch. Plötzlich schlingt sich eine Hand um meinen Knöchel und Tom blickt mich aus zwei unschuldigen, Haselnussbraunen Augen an. „Du kanns misch doch net hiiiier so einfasch liegn lassen!!!“ flüstert er und versucht sich auf alle viere zu stellen. Immerwieder klappt er zusammen und sieht so hilflos dabei aus, wie er versucht sich aufzuraffen. Irgendwie ist er in diesem Zustand total süß. Langsam bekomme ich Mitleid und gehe wieder zu ihm hin. „Jetzt komm schon“ sage ich zu ihm und hieve ihn auf meinen Rücken. Unter seinem Gewicht breche ich fast zusammen. Mann... das gibt's doch nicht, der kann doch nicht soviel schwerer sein als ich!!! Fast schon auf allen vieren gehe...oder besser gesagt „Krabbel“ ich schon fast die Treppe hinauf. Ich lasse Tom in sein Bett fallen, decke ihn noch eben zu und gehe dann in mein eigenes Zimmer um mich schlafen zu legen.




*Toms Sicht*

Aaarrgh... Was zum Teufel ist denn jetzt los? Ein hämmernder Schmerz sitzt mir im Kopf und ich habe das Gefühl mein Hirn ist zu Brei geworden. Es ist verdammt hell im Raum, das kann ich auch sehen ohne die Augen überhaupt zu öffnen. Ich hasse diese Helligkeit! Das ist das allerletzte, was ich jetzt gebrauchen kann. Ich ziehe mir die Decke über den Kopf und beruhige mich etwas durch die Dunkelheit, die mich nun umschließt. Verdammt unter der decke ist es mir doch ein wenig zu stickig... Ich kann ja kaum atmen! Also schlage ich die Decke wieder auf und begrüße von neuem diese verdammt beschissene Helligkeit. Das hämmern in meinem Kopf macht mich noch verrückt!!! Kann es sein, dass vor kurzem ein Specht Einzug bei mir gehalten hat? Vorsichtig öffne ich die Augen und eine Lichterflut strömt auf mich zu. Verdammt, seit wann tat das Augen aufmachen eigentlich so höllisch weh? Ich versuche mich daran zu erinnern, was gestern geschehen war und durchstöbere mein Hinterstübchen. Nichts. Ich kann mich an absolut nichts mehr erinnern. Wow, ich hab ein totalen Blackout! Das ist mir bis jetzt noch nie passiert. Ich weiß ja nichtmal mehr, wie ich überhaupt nach Hause gekommen bin. Aber wenn ich so drüber nachdenke... so viele Möglichkeiten gibt es da ja nicht! Bill musste mich wieder Heim gebracht haben- schon wieder. In letzter Zeit kam es häufiger vor, dass er mich von irgendwelchen Party's schleifen musste. Es tut mir leid, dass ich ihm schon wieder den Abend versaut hatte. Es tut mir leid, dass ich ihn ständig mit meinen Problemen belaste. Und es tut mir leid, dass ich ihn immer und immer wieder enttäusche!!!
Ich weis, er mag es nicht, wenn ich trinke... Er verabscheut es regelrecht!
Langsam versuche ich meinen schlaffen Körper aus dem Bett zu hieven und muss mich an der Wand festhalten, damit ich nicht gleich wieder umkippe. Alles dreht sich und der Schmerz in meinem Kopf wird immer schlimmer. Hinzu kommen jetzt auch noch die Vorwürfe und das Schuldgefühl, was alles für noch mehr Dröhnung in meinem Kopf sorgt. Ich gehe, so gut es eben geht, aus meinem Zimmer raus und steuere in Richtung Badezimmer. Dort genehmige ich mir erstmal eine schöne Dusche und versuche wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Als ich mit dem Duschen fertig bin, ziehe ich mir schnell etwas kuscheliges an und will dann die Treppe runter- Ich muss einfach mit Bill reden. Doch auf dem Absatz mache ich halt und beschließe zuvor noch unserem Arzneischrank einen Besuch abzustatten. Nach kurzem wühlen werde ich fündig. Wie wunderbar. Gott segne den Menschen, der das Penicillin erfunden hat!!!
Ich beschließe dem Specht in meinem Oberstübchen den Kampf anzusagen und gehe anschließend die Treppe hinunter. Ich höre den Fernseher laufen. Das muss Bill sein- Mum würde wohl kaum auf die Idee kommen und sich Viva reinziehen! Ich ging also ins Wohnzimmer und begrüßte meinen Bruder mit einem leisen „Guten Morgen!“. „Mittag wäre wohl eher angebracht“ sagte er monoton ohne seinen Blick vom Fernseher abzuwenden. Tatsächlich! Es war bereits 13.45, wie mir die Displayanzeige der Stereoanlage mitteilte. Plötzlich kam Mum mit einem Kochtopf um die Ecke. „Bist du endlich aufgewacht Liebling!? Schau mal Steckrübeneintopf“ sagte sie und hielt mir ihren Topf unter die Nase. Die Dämpfe von dem Zeugs stiegen mir in die Nase und ich war mir ziemlich sicher, dass es meinem Magen gar nicht recht war! „Magst du auch was essen?“ fragte Mum mich nun und schaute mich erwartungsvoll an. „Äh...nein danke! Ich hab kein Hunger“ antwortete ich kurz angebunden und lief so schnell es mir möglich war die Treppe hinauf zu unserem Badezimmer. Die Galle war mir bei all diesen miesen Gerüchen, die hier im Haus rumschwirren hochgekommen und ich hatte alle Hände voll zu tun meine Dreads zu beschützen und gleichzeitig den Inhalt meines Magens dem Klo zu überlassen.




*Bills Sicht*

Meine Güte... Das kann doch nicht wahr sein! Da pennt der doch wirklich bis in die Puppen und erwartet, dass alle Welt ihn freundlich empfängt. Von wegen! Ich strafe ihn mit Ignoranz und werde ihn deutlich spüren lassen, was ich von ihm und seinen Sauforgien halte.
Im TV läuft nur scheiße und Mums Gesumme geht mir auch langsam auf den Nerv. Ich mache den Fernseher aus und gehe hoch in mein Zimmer, wo ich mir die Cd von Greenday reinziehe und in der neuesten Ausgabe von diesem Teeniemag rumblätter. Oh toll... geniale Hintergrundgeräusche gibt's hier! Ich höre wie Tom immerwieder flucht und kurze Zeit später sein Magen die Oberhand gewinnt und er sich aus vollstem Herzen übergibt. Obwohl... eigentlich kann es nur Galle sein, was er da spuckt, denn er hatte seit ca. 10 Tagen nicht mehr richtig gegessen. Morgens verpennte er meistens das Frühstück, mittags kam immer nur ein „hab keinen Hunger“ und Abends ernährte er sich von RedBull und Chips! Echt toll!!!
Die Würggeräusche haben nachgelassen und ich höre wie die Tür meines Bruders recht unsanft geschlossen wird. Ich werde ihn ignorieren! Ja das werde ich!!! Ich werde wütend auf ihn sein und es ist mir scheißegal, wie sehr er leiden mag! Genau. So ist es. Ich mach mich doch hier nicht zum Clown!!!
Nein... Es geht einfach nicht. Ich mache mir doch Sorgen- riesig Sorgen sogar!!! Was ist blos mit ihm los?
Ich will es endlich wissen.
Sonst ist er doch immer zu mir gekommen, wenn er irgendwelche Probleme hatte oder wenn ihn etwas bedrückt hat.
Ich musste noch niemals zu ihm gehen, wenn er etwas hatte, er kam immer auf mich zu.
Wieso tut er es jetzt nicht mehr? Was hat sich denn zwischen uns geändert?
Vertraut er mir nicht mehr? Denkt er, ich würde ihn nicht verstehen?
Er weiß doch ganz genau, dass es mir automatisch auch schlecht geht, wenn er leidet.
Verdammt Tom, wir sind doch Zwillinge!!!
Ich will ihn nicht mehr so leiden sehen. Ich halte das nicht aus!
Was hat er denn blos für Probleme, die er scheinbar im Suff ertränken muss?
Bis jetzt war Tom doch immer der Stärkere von uns Beiden- Immer!!!
Was ist nur mit ihm geschehen? Was hat ihn derart geschwächt und gebrochen?
Ich weiß doch gar nicht, wie ich jetzt mit ihm umgehen soll.
Sonst war er es immer, der mich unterstützt hat, mir neue Kraft gegeben hat und mich permanent aus der Scheiße gezogen hat.
Er hat mir immer aus meinen Problemen herausgeholfen.
Ich weiß nicht, ob ich das bei ihm auch kann. Ich weis nicht, ob ich stark genug bin.
Aber ich werde alles versuchen, um ihm zu helfen.
Langsam gehe ich zu Toms Zimmer und bleibe vor seiner Tür stehen. Er hustet stark und stöhnt vor Schmerzen. Gott, Tom was ist nur los???
Ich öffne die Tür und erblicke dich, wie du auf deinem Bett liegst. Dir klebt Blut an den Mundwinkeln. Oh mein Gott... hast du etwa Blut gespuckt? Ich komme langsam auf dich zu und setze mich zu dir auf die Bettkante.



*Toms Sicht*

Mir ist tierisch schlecht. Ich habe grade nichts außer Magensäure und Blut erbrochen. Ich fürchte, es wird langsam Zeit, dass ich mal wieder etwas esse.
Erschöpft lasse ich mich aufs Bett fallen und schließe die Augen. Maaa...n Bill! Musst du ausgerechnet jetzt so laut dieses Geschrammel hören?
Ich glaub schon fast, dass du das absichtlich machst, um mich zu strafen. Ich weis, dass du tierisch sauer auf mich bist... Aber was soll ich denn machen?
Ich weis, dass du mich in letzter Zeit permanent beim Trinken gesehen hast und es ist nur eine Frage der Zeit, bis du mich darauf ansprichst. Aber was soll ich dir dann sagen? Die Wahrheit kann ich dir nicht sagen... Du würdest es nicht verstehen! Ich verstehe es ja selbst nicht.
Ich bin zwar eigentlich ein sehr guter Redner, vor allem was Ausreden und Lügen angeht, aber ich weis auch, dass du es immer bemerkst, wenn ich dir nicht die Wahrheit sage.
Plötzlich verstummt nebenan die Musik. Ich höre, wie leise meine Zimmertür aufgeschoben wird und kurz darauf wieder geschlossen wird. Nun erblicke ich dich. Du stehst direkt vor mir und blickst mich mit einem mitleidigem und zugleich enttäuschtem Blick an.
Langsam lässt du dich neben mich auf die Bettkante fallen. Du scheinst ein plötzliches interesse an meiner Wand entdeckt zu haben, denn du starrst stur geradeaus.
„Bill es tut mir leid wegen gestern Abend...Wirklich!“
Du schnaubst verächtlich und drehst dann deinen Kopf zu mir, so dass ich dir jetzt direkt in die Augen blicken kann.
„Tom es tut dir immer leid. Trotzdem lässt du es nicht sein. Aber eins sag ich dir Tom, das war jetzt wirklich das allerletzte Mal, dass ich dir da raus geholfen habe. Das nächste Mal kannst du zusehen, wie du da alleine wieder rauskommst!“ gibst du mir zu verstehen.
Entschuldigend blicke ich dich an. Ich weis, dass du sauer bist. Aber was soll ich denn machen? Mehr als entschuldigen kann ich mich doch nicht. Erwartungsvoll siehst du mich jetzt an. Ich weis, was du willst. Du willst, dass ich dir alles erkläre, dass ich dir sage, warum ich saufe wie ein Loch. Aber das kann ich einfach nicht. Beschämt blicke ich zur Seite. Ich kann deinem fordernden Blick nicht mehr standhalten.
„Tom warum tust du das eigentlich?“ Verdammt! Da war sie, die Frage, vor der ich solche Angst hatte. Dennoch war es klar, dass sie irgendwann kommen musste.
„Was denn?“ fragte ich mürrisch nach um nicht mit der Antwort rausrücken zu müssen.
„Du weist genau was ich meine Tom! Warum lässt du dich ständig so volllaufen?“ stocherst du weiter nach. „Ich weis auch nicht.“ sage ich kurz angebunden und drehe mich dann um.
„Toooo...m“ quengelst du nun. „Ich mach mir Sorgen um dich!“ „Musst du nicht!“ antworte ich dir. „Tu ich aber!!!„ sagst du trotzig. Bill verdammt! Hör doch auf. Bitte frag nicht weiter nach. Ich werde es dir ja doch nicht sagen. „TOM!!!“ schreist du mich jetzt an. „Verdammt! Nicht so laut Bill!!! Ich hab Kopfschmerzen!“ blaffe ich dich entsetzt an.
Kurzfristig bist du irritiert stocherst dann aber direkt weiter„Bekomm ich jetzt mal eine Antwort?“ „Nein!“ sage ich ruhig aber dennoch bestimmt.
„Mensch Tom, jetzt sei doch nicht so ein Dickschädel!!!“ nörgelst du. „Verdammt Bill!!! Du nervst!!!“ brülle ich dich nun laut an. Entsetzt und völlig entrüstet springst du auf und stürmst aus meinem Zimmer raus.
Beim hinausgehen lässt du es dir jedoch nicht nehmen, noch einmal gehörig die Tür zu zudonnern. Danke! Verdammt... Bill... Warum musst du mich auch so durchlöchern? Ich wollte dich doch nicht anschreien! Wirklich nicht. Aber es hat mir Angst gemacht, dass du es erfahren könntest. Verdammt! Warum mach ich eigentlich immer alles falsch?
Ich greife unter mein Bett und ziehe eine Flasche Wodka raus- Die letzte. Toll und die ist auch noch fast leer. Das reicht ja gerade noch für heute Abend!
Mit gemischten Gefühlen muckel ich mich tief in die Decke ein und versuche einzuschlafen.
„PANG!!!“
Wow! Was war das? Kerzengrade sitze ich in meinem Bett und es vergehen einige Sekunden bis ich realisiere, dass das eben blos die Haustür war.
Verschlafen blicke ich auf meinen Wecker und stelle fest, dass es bereits 19.30 ist.
Aber wie ich freudig bemerke, sind jetzt endlich meine verdammten Kopfschmerzen weg. Also stehe ich auf und gehe runter in die Küche. Ich sollte echt was essen!!!



-Bills Sicht-

Langsam dämmert es und es wird Zeit, dass ich mich wieder auf den Heimweg mache. Ich bin jetzt den halben Tag draußen umher gerannt, um meine Wut runter zu schlucken. Das mach ich öfters mal, wenns mir beschissen geht. Ab und zu brauch ich halt einfach mal ein wenig Zeit für mich um nachzudenken und einen klaren Kopf zu bekommen.
Mann, was fällt dem Idioten eigentlich ein??? Da mach ich mir doch blos Sorgen um ihn und der brüllt mich doch allen Ernstes an, wie so'n Verückter. Ich nerve ihn... TOLL! Wenn ich doch jetzt wenigstens wüsste, was er hat... oder wie ich ihm helfen kann.
Wieder zu Hause angekommen, ziehe ich meine Schuhe im Flur aus und höre ein dumpfes Geräusch, so als ob etwas auf den Boden fällt. Ich gehe ins Wohnzimmer und sehe Tom, der vorm Fernseher sitzt und versucht die Fernbedienung aufzuheben. Doch scheinbar will ihm das nicht so recht gelingen. Was tut er denn da? Immer und immerwieder lässt er sie fallen. Als ich näher an ihn rangehe, sehe ich auch woran das liegt. Er ist total am Zittern. Und wie er das ist. Ich gehe zu ihm hin und hebe die Fernsteuerung auf. Geschockt sieht er mich an, da er mich zuvor nicht bemerkt hat. „Bill...“ stammelt er. Ich lasse mich neben ihn auf die Couch gleiten und frage ihn mit ruhiger Stimme „Alles in Ordnung bei dir Tom?“. Erst jetzt sehe ich, wie schlimm es wirklich ist. Er zittert am ganzen Körper und hat kleine Schweißperlen auf der Stirn. Sein Gesicht ist ganz blas und er scheint irgendwie Schmerzen zu haben. „Hey Tom...“ setze ich erneut an und lege ihm einen Arm um die Schultern. Wie vom Blitz getroffen schreckt er hoch und stürmt aus dem Zimmer und dann die Treppe hinauf. Was war denn das jetzt? Ich mache mir Sorgen und renne ihm hinterher. Als ich seine Zimmertür einen Spalt breit öffne, sehe ich das er etwas unter seinem Bett sucht. Und schon hat er es gefunden. Das darf doch bitte nicht wahr sein!? Deshalb hat er auch so gezittert. Tom... Er war auf Entzug! Gierig schlingt er die Flüssigkeit hinunter. Ich kann mir das einfach nicht mehr länger mit ansehen und stoße die Tür auf. „Das ist doch wohl nicht dein Ernst!?!“ brülle ich ihn an. Er sieht mich kurz geschockt an. „Geh wech Bill!“ motzt er mich dann lallend an und hebt die Flasche erneut an seinen Mund. Das darf doch alles nicht wahr sein. Entgeistert stehe ich ein paar Sekunden geschockt da, bis ich mich auf ihn stürze und ihm die Flasche aus der Hand reiße. „Hat es dir gestern noch nicht gereicht Tom?“ schreie ich ihn jetzt entsetzt an. "Gib mir die Flasche wieder!"antwortet er mir ruhig. „Vergiss es Tom! Du bekommst die verdammte Flasche nicht zurück!!!“ „Gib sie mir Bill!“ schreit auch er mich jetzt an. „Hörst du nicht zu? Du bekommst sie nicht wieder!!!“ antworte ich wütend. Grade als ich aus dem Zimmer flüchten will, packt er mich brutal im Nacken und dreht mich zu sich um. Er versucht sich die Flasche von mir wiederzuholen doch ich wehre mich vehement dagegen. Ich versuche Tom von mir wegzuschubsen und trete ihn mit voller Wucht gegen sein Knie. Er lässt von mir ab und hält sich das Knie. Ich scheine ihn gut getroffen zu haben. Sofort stürme ich wieder gen Tür, werde jedoch abermals von ihm zurückgehalten und brutal gegen den Kleiderschrank geschmettert. Bevor ich überhaupt realisieren kann, was geschieht, steht er direkt vor mir und packt mich am Kinn. Er zieht meinem Kopf zu sich, so dass wir auf Augenhöhe sind. Ich bekomme langsam Panik. „Tom du tust mir weh!“ sage ich, den Tränen nahe. „Gib mir die Flasche! Sofort!“ sagt er wieder ruhig, obwohl er total in rage ist. Ich bekomme Angst vor ihm und höre auf mich zu wehren. Ich weis, dass er der Stärkere von uns Beiden ist. Ich tu was er von mir verlangt und gebe ihm zitternd die Flasche zurück. Er macht mir Angst und ich starre ihn mit einem fassungslosen Blick an. „Verschwinde!“ sagt er und stößt mich aus seinem Zimmer. Ich lande auf dem Boden und drehe mich noch einmal zu ihm um. „Versuche nie, hörst du? NIE wieder mir meine Flasche wegzunehmen!!!“ sagt er mit Nachdruck und schmettert dann seine Tür zu. Ich höre noch wie der Schlüssel im Schloss umgedreht wird und versuche, am ganzen Leibe zitternd aufzustehen. Langsam gehe ich in mein Zimmer, schließe mich ebenfalls ein und lasse mich auf mein Bett sinken. Kaum sitze ich auf meinem Bett, beginne ich hemmungslos zu weinen. Ich reibe mir mit einer Hand am Kinn. Er hat mir so weh getan. Was ist nur in ihn gefahren? Ich erkenne ihn gar nicht mehr wieder. Noch nie hatte ich Angst vor Tom. Im Traum wäre ich nicht darauf gekommen, dass er mir etwas tun könnte. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Die Vorstellung, dass er jetzt nebenan in seinem Zimmer sitzt und sich wiedermal betrinkt macht mich fertig, noch mehr als sein Geschreie und seine Handgreiflichkeiten.



-Toms Sicht-

Wieder geb ich mir die Kante... Ich halte das alles einfach nicht aus! Ich brauch das Zeug einfach. Bin schon richtig abhängig von diesem Gift!!! Ich will einfach nur vergessen. Vergessen, was eben war, meine Gefühle Vergessen, meine Probleme vergessen. Alles will ich „auslöschen“ es ist ein befreiendes Gefühl, wenn man sich betrinkt! Sicher... Die Probleme verschwinden nicht. Aber sie geraten im Rauschzustand in Vergessenheit und werden zu Nichtigkeiten, die einen nicht weiter quälen. Auch wenn diese Wirkung nur vorübergehend ist und man sich hinterher meist noch beschissener fühlt. Aber wenigstens jetzt kann ich frei sein. Frei von all meinen Problemen- von all meinen beschissenen Gefühlen!!!
Noch ein paar Schlucke und meine Schuldgefühle Bill gegenüber sind weg. Die Erinnerungen schwinden langsam. Die Erinnerungen an meine Umwelt und an mein beschissenes Leben. Ich fühle mich nur noch wohl. Fast schon himmlisch dieses Gefühl. Doch noch immer sind da Gefühle in mir... Keine Schuldgefühle oder Schmerzen... Aber verbotene Gefühle!!! Ich will das alles nicht fühlen! Es ist so verdammt falsch. Also noch mehr von dem Wodka! Nach wenigen Minuten ist die Flasche leer und meine Gefühle und mein Verstand sind komplett ausgeschaltet. Zumindest fast! Ich liege auf meinem Bett und halte mir den Magen. Mir ist verdammt schlecht. Das ist der Nachteil an der Sache. Mir wird vom Alkohol immer tierisch schlecht. Ich vertrage den Alkohol nicht ganz so, wie ich es gerne hätte. Ich denke, das ist auch der Grund, warum ich ständig Blut spucke beim übergeben.
Plötzlich ertönt extrem laut aufgedrehte Musik aus deinem Zimmer. Ich weis, was das heißt. Du weinst. Das war in letzter Zeit öfter so, dass so laute Musik ertönte. Einmal bin ich zu dir rübergeschlichen und wollte sehen, was los ist. Mir ist bei dem Anblick fast das Herz stehen geblieben! Du saßt zusammengekauert auf deinem Bett. Hattest die Beine rangezogen, so dass du deinen Kopf auf ihnen ablegen konntest und hast bitterlich geweint. Ich wollte zu dir gehen, dich umarmen und dir deinen Schmerz nehmen, doch leider lies es die Situation nicht zu. Ich wusste, dass du alleine sein willst. Ich kann das gut verstehen.
Und nun ist da wieder diese Musik! Du weinst...wegen mir? Bin ich Schuld an deinen Tränen? Ja...ich denke schon. Ich habe dich miserabel behandelt, hab dir Angst gemacht. Es tut mir leid. Ich blicke auf die leere Flasche am Boden meines Zimmers. Ist es das Wert?
Oh man... Bill, beschimpfe mich, werfe mir die schlimmsten Gemeinheiten an den Kopf und gehe mir aus dem Weg. Aber bitte...bitte, sag nicht, dass du mich hasst!!! Denn das ertrage ich nicht!
Ich drehe mich auf den Bauch und blicke an die Wand, hinter welcher sich dein Zimmer verbirgt.
„Ach Bill...Verdammt!!! Wenn du nur wüsstest“ flüster ich leise und beginne zu weinen. Nach endlosem weinen schlafe ich schließlich erschöpft ein und wache scheinbar erneut erst gegen Mittag wieder auf. Oh ja Prima!!! Willkommen ihr verdammten Kopfschmerzen! Hatte euch ja schon fast vermisst!!! Jaa...und ihr seid auch wieder da... „Guten Morgen Sorgen, leckt misch am *SPAM* Automatische Zensur! Mit gleichem Fleiße die selbe Scheiße!!!“ Vorsichtig, um mich nicht gleich wieder flachzulegen, kraxle ich aus meinem Bett raus und gehe ins Badezimmer. Meine Dreads sind immernoch nass von gestern...echt toll! Die brauchen in der Regel 2-3 Tage, bis sie wieder einigermaßen trocken sind!!! Also beschließe nur meinen Body zu duschen und knalle mir anschließend den Wasserstrahl voll ins Gesicht- Natürlich immer wohl drauf bedacht, nicht meine Dreads nass zu machen. Nach meiner ausgiebigen Dusche, nach der übrigens mein Kopf wieder einigermaßen funktionstüchtig ist, ziehe ich mich um und gehe hinunter in die Küche um mir mein “Frühstück“ zu holen- Eine Dose RedBull. Als ich grade die letzte Stufe runterspringe, läutet es plötzlich an der Tür. Ich geh hin und öffne sie, als ich plötzlich in die Augen meiner Freundin sehe. „Was machst du denn hier?“ frage ich sie verdutzt. „Na was wohl? Ich werd doch meinen Tommy nochmal besuchen dürfen!“ sagt sie und drängelt sich an mir vorbei in die Wohnstube. TOMMY...Wie ich es hasste, wenn mich jemand so nannte! Ich ging ihr zwangsweise nach und lies mich auf die Couch fallen, auf der sie es sich bereits gemütlich gemacht hatte. Sie beginnt mich zu küssen und wie in Trance lasse ich mich drauf ein. Es bedeutet mir nichts, dass sie mich küsst. Ich spüre nichts dabei- schon lange nicht mehr. Sie ist blos eine von vielen. Eine Art “Ablenkung“ für mich.
„Oh...sorry! Ich wollte nicht stören“ höre ich nun plötzlich eine Stimme aus Richtung Tür kommen. Erschrocken drehe ich mich um und sehe dir direkt in die Augen. Schleunigst wendest du dich ab und läufst die Treppe hoch zu deinem Zimmer. „Bill! Warte...“ rufe ich dir noch hinterher, doch schon knallt deine Tür zu. Von neuem schmeißt meine Freundin sich an mich ran und beginnt erneut mich zu küssen. „Nicht... Lass mich!“ sage ich und drücke sie von mir weg. „Was ist denn los mit dir Tommy?“ fragt meine Freundin. „Nichts!... vielleicht ist es besser, du gehst jetzt Samantha!“ sage ich ruhig und stehe anschließend auf. „Samantha!?“ schreit sie wie ne Furie. „Ich bin Nicole verdammt!!!“ gröhlt sie entsetzt und klatscht mir eine. Schnell ergreift sie ihre Jacke und verlässt das Haus. Oje... Was hab ich nur gemacht? Jetzt hab ich schon wieder einem Mädchen das Herz gebrochen. Ich musste wohl schon eine endlos lange Spur von Tränen verursacht haben. Doch das ist im Moment nur zweitrangig für mich. Ich will zu dir! Ich habe bis eben gar nicht bemerkt, dass du nicht zu Hause warst. Also gehe ich die Treppe hinauf und bleibe vor deiner Zimmertür stehen. Du hast mir zwar erlaubt, dass ich immer in dein Zimmer kommen dürfte und nicht erst klopfen bräuchte, aber dennoch scheint es mir im Moment angebracht, erstmal zu Klopfen.

*Bills Sicht*

Ich bin grade nach Hause gekommen und biege sofort ins Wohnzimmer ein. Da sehe ich dich plötzlich mit irgendso einem Mädchen auf der Couch rummachen.
Toll. Wiedermal hast du eine Freundin mit nach Hause gebracht und sitzt knutschend mit ihr dort. „Sorry! Ich wollte nicht stören!“ stottere ich und renne hoch in mein Zimmer. Könnt ihr nicht wenigstens in dein Zimmer gehen? Musst du immer so ne Show draus machen, wenn du mal wieder ne neue abgeschleppt hast? Irgendwie ist es ein komisches Gefühl. Ich bin tierisch wütend. Auf dich? Ich weis es nicht. Es ist doch völlig normal, dass du ein Mädchen zu uns nach Hause holst. Warum hat es mich denn dann heute so überrascht? Ich will nicht, dass du mich wegen deiner Weibergeschichten vernachlässigst. Ich kann das alles echt nicht mehr mit ansehen. In jeder Stadt hast du eine Andere und merkst gar nicht, wie sehr ich darunter leide. Was ist nur mit dir passiert? Seit gestern Abend habe ich sehr viel nachgedacht. Nachgedacht über mich, über mein Leben, über dich, über uns. Du hast dich so verändert. Ist dir der Ruhm dermaßen zu Kopf gestiegen? Hat dir unser Erfolg den Kopf vernebelt? Ich weiß, ich sollte nicht so denken. Doch es macht mich traurig dich so zu sehen. Das kann dich doch alles nicht glücklich machen. Wie du dich im Scheinwerferlicht sonnst und so ein Mädchen nach dem Anderem abschleppst. Außerdem bist du viel abweisender und kälter mir gegenüber als früher. Vor ein paar Monaten hättest du dich gefreut, wenn ich in dein Zimmer gekommen wäre um dich zu sehen. Doch als ich gestern zu dir gekommen bin... Ich mag diesen Gedanken gar nicht zu Ende denken. Es tut so weh...
Seitdem habe ich kein Wort mehr mit dir gesprochen.
Jetzt sitze ich wieder auf meinem Bett und denke an dich. Ich denke immer an dich, wenn es mir schlecht geht. Nur das du noch nie der Auslöser dafür warst. Ich spüre, wie sich wieder Tränen den Weg meine Wangen hinunter bahnen. Ich halte sie nicht auf. Lasse es zu. Was soll ich denn auch tun? Ist das mein Schmerz oder ist es deiner? Ich weis es nicht. Ich fühle mich immer schlecht, wenn es dir nicht gut geht und bei dir ist es genau das Selbe. Das Problem ist nur, dass es uns im Moment beiden nicht so gut geht. Tom, warum hast du dich so verändert? Warum bist du jetzt so abstoßend zu mir? Es klopft plötzlich an der Tür. Schnell wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht und setze ein Lächeln auf. „Herein“ rufe ich und du betrittst mein Zimmer. „Hey! Wo warst du denn?“ fragst du mich lieb. Oh nein... sag jetzt bitte nicht, dass du vergessen hast, wie sehr du mich gestern runter gemacht hast. Ich versuche den Klos in meinem Hals runterzuschlucken und entscheide mich dafür, den gestrigen Tag einfach aus meinem Gedächtnis zu löschen. „Ich war mit Gustav in der Stadt“ sage ich, gespielt lächelnd. Doch ich bin mir sicher, dass du mir dieses Lächeln nicht abnimmst. „Alles okay mit dir?“ fragst du mich auch schon. Ich sag's ja...du merkst es einfach immer, wenn ich dir etwas vormache. „Ja klar! Was sollte sein!?“ antworte ich dir. Du runzelst die Stirn und schweigst. Ich weis, dass du weist, dass ich nicht die Wahrheit sage. Doch scheinbar hälst du es für besser, nicht weiter darauf einzugehen und fragst, was ich mir denn alles gekauft habe. Begeistert zeige ich dir meine Einkäufe und du hörst mir interessiert zu. Endlich hörst du mir mal wieder zu! Wie lange ist das jetzt her? Nachdem wir einige Zeit beieinander saßen, frage ich dich endlich, was ich mir schon so lange wünsche „Können wir nicht mal wieder irgendwas zusammen machen Tom? Ich meine... nur du und ich!?“. Mit einem traurigen und entschuldigendem Blick siehst du mich an und sagst dann schließlich „Tut mir leid, aber ich bin heute schon mit ein paar Kumpels verabredet“. „Und was ist mit Morgen?“ frage ich weiter. „Da bin ich bei Gina eingeladen!“ sagst du. Gina? Wer zur Hölle ist denn das schon wieder? „Achso...“ gebe ich nun auf. Du hast scheinbar weder Zeit noch Lust, dich mit mir abzugeben. „Sorry Bill, aber ich muss mich jetzt auch fertig machen! Bis dann!“ sagst du und verlässt mein Zimmer. Ja...mach das! Mach dich fertig und verschwinde. Style dich ordentlich auf, damit du wieder irgendso eine Tussi abschleppen kannst. Toll! Echt toll Tom!!!
Bedrückt lasse ich mich zurück in die Kissen fallen und starre an die Decke. Mir ist langweilig! Stinklangweilig... Aber was soll ich denn jetzt bitte tun? Ich hab keine Lust auszugehen, keine Lust zu zocken, keine Lust irgendwas zu machen! Ich höre wie die Haustür knallt und weg bist du. Plötzlich klingelt mein Handy. Ich gehe ran. „Hallo!?“ sage ich und warte gespannt auf eine Antwort. „Hey Bill! Ich bins, Andy! Hast du nicht bock heute mit Paddel und mir ins Alex zu gehen?“ „Ne du... Muss nicht sein“ versuche ich mich rauszureden. „Ach komm schon Bill! Das wird bestimmt lustig! Du versauerst ja noch zuhause!!!“ „Okay, dann komm ich eben mit!“ sage ich zu, obwohl ich eigentlich null bock habe, heute ins Alex zu gehen. Schnell machen wir noch ab, wo und wann wir uns treffen und dann lege ich auf.

*Toms Sicht*

Ich war mit Lion, Calya, Skip und Elias im Alex verabredet und kam wie gewöhnlich etwas zu spät. In dem Schuppen war ziemlich viel Betrieb. Überall waren irgendwelche Leute. Die meißten von ihnen waren schon ziemlich Dicht und schwer damit beschäftigt, Weiber aufzureißen. Zu meinem eigenem Erstaunen kannte ich recht viele von ihnen und konnte mir das eine oder andere Grinsen nicht verkneifen, wenn ich einen meiner Bekannten unter einem Monster von Frau entdeckte. Mann, wie Dicht kann man eigentlich sein? Ich lief wahrscheinlich durch den halben Laden, bis ich Lion und die anderen endlich gefunden habe.
„Hey, was geht!?“ begrüße ich meine Kumpels mit einem Handschlag und lasse mich dann zu ihnen auf die Ledercouch sinken. „Nicht viel los hier, aber ich befürchte das ändert sich jetzt, da der Weiberheld Nummer 1 endlich eingetroffen ist!!!“ sagte Lion mit einem verschmitztem Grinsen und nickte mir anerkennend zu. „Ja... Ich liebe die Frauen! Und die Frauen lieben mich!!!“antworte ich mit einem fetten Grinsen. Just 5 Minuten später kam auch schon ein Schwarm wild schnatternder, aufgebrezelter Hühner an. Sie setzen sich zu uns und beginnen sofort uns um den Finger zu wickeln. Ich habe ein Mädchen namens Celina auf dem Schoß und lasse mich freudig auf das Spielchen ein, welches das Mädchen da mit mir spielt. Celina schiebt ihre Hand unter mein Shirt und beginnt mich sanft zu streicheln. Zeitgleich saugt sich an meinem Hals fest und beißt mir immerwieder kurz ins Fleisch. Nach 15 Minuten, 2 Wodka Lemon und einem Bacardi Cola später zieht Celina mich auf die Tanzfläche und wir legen einen extrem erotischen Tanz aufs Parkett. Wieder und wieder gibt Celina mir kleine Küsschen, doch als sie versucht meine Lippen zu küssen, drehe ich mich weg und blocke komplett ab. Plötzlich schweift mein Blick rüber zur Theke, an welcher ein schwarzhaariger Junge sitzt, der mir scheißbekannt vorkommt. Mit einem Cocktail in der Hand sitzt du bei Andy und einem anderen Jungen, den ich nicht weiter kenne. Langsam kommt ein Mädchen auf dich zu und spricht dich an. Du fängst an zu Lächeln und mit einem Ruck verschwindest du mit ihr im Getümmel. Ich verliere dich aus den Augen. Wo bist du hin? Ich suche das ganze Alex ab aber nirgendwo ist eine Spur von dir. Verdammt... bist du etwa mit diesem Flittchen irgendwo hingegangen, wo ihr ungestört sein könnt? Mit einem Ruck stoße ich meine Tanzpartnerin- ihren Namen hab ich längst wieder vergessen- von mir und setze mich wieder zu Lion und Calya, die Beide ziemlich damit beschäftigt sind ihre Tussis mit der Zunge zu ersticken. Wollen die die Mädels etwa umbringen??? Genervt bestelle ich mir noch ein „Sex on the Beach“ und schlurfe gelangweilt an meinem Alk. Wie schon so oft in letzter Zeit drehen sich meine Gedanken mal wieder nur um dich. Wohin bist du blos verschwunden? Als ich das Glas zuende geschlürft habe macht sich auch schon meine Blase bemerkbar und ich suche schnell das „stille Örtchen“ auf. Als ich vor der WC-Tür ankomme, höre ich von drinnen Stimmen. Dort scheint sich Jemand heftigst zu streiten! Immerwieder schnappe ich Wortfetzen wie „Wichser“, „Tussi“, „Schwuchtel“ und ähnliches auf. Grade will ich mich umdrehen und wieder gehen, da höre ich plötzlich eine Mädchenstimme entsetzt aufschreien. „BILL!!!“ Das Mädchen schreit deinen Namen. Was ist da los? So schnell ich kann stürze ich ins WC und was ich dort sehe lässt eine Wut in mir aufsteigen, wie ich sie selten zuvor gespührt habe. Du liegst am Boden, die Hände aufs Gesicht gepresst. Über dir kniet ein Junge, den ich nicht weiter kenne und schlägt auf dich ein. Ich erkenne, wie dir Blut an der Schläfe runterläuft. Der hat sie ja wohl nicht mehr alle!!! Wie kann er es wagen, Hand an dich zu legen? Wie vom Blitz getroffen stürze ich auf ihn los und fange an, auf ihn einzuschlagen. Du versuchst vorsichtig aufzustehen, jetzt da der Typ mit mir beschäftigt ist. Zitternd lehnst du dich gegen die Wand und rufst immer wieder, dass ich aufhören soll. Plötzlich wird die Tür aufgerissen und ein paar Gäste reißen mich und diesen Typen auseinander. Dem Typen habe ich höchstens die Nase gebrochen, wie ich bedauere. Ich selbst bin ziemlich heil aus der Sache rausgekommen. Aber sollte er mir wirklich so leicht davon kommen? Nachdem er es gewagt hatte meinen Bruder zu schlagen? „Meinen“ Bill? Er wird noch mit mir zu tun bekommen, das schwöre ich mir. Er, das Mädchen und die anderen Gäste verlassen das WC. Nun stehen wir alleine hier. „Alles in Ordnung bei dir?“ frage ich. Du nickst. „Mir geht es gut! Und was ist mit dir?“ „Alles klar soweit!“ antworte ich. Schweigend sehen wir uns an. Gott... es müssen Stunden vergehen. Warum sagst du denn nichts? "Sag mal, warum ist der überhaupt auf dich los gegangen?" breche ich das Schweigen. Du blickst mich kurz forschend an. "Ach... Ich habe mit dieser Kissaja getanzt und dann wollte sie mich küssen. Naja... und dann wurde ich plötzlich von hinten weggerissen und durfte bekanntschaft mit ihrem Freund machen! Er dachte wohl sie würde ihn mit mir betrügen." Was? Weil der Wixxer eifersüchtig ist und nicht auf sein Mädel aufpassen kann, greift er dich an? Der hat sie ja wohl nicht mehr alle!!! „Kommst du mit zu uns an den Tisch?“ frage ich zögerlich. „Ne du... lass mal, ich würde jetzt lieber nach Hause gehen!“ antwortest du. Langsam schlenderst du auf die Tür zu doch bevor du hinter ihr verschwindest drehst du dich noch einmal um und lächelst mich an. „Pass auf, dass du nicht zuviel trinkst! Du hast schon eine leichte Fahne!“ sagst du schelmisch und grinst. Dann verschwindest du hinter der Tür und lässt mich alleine zurück. Ja, ich hatte wirklich schon ein bisschen viel getrunken...

*Bills Sicht*

Ich sitze auf meiner Fensterbank und blicke zur Straße runter. Es ist bereits 01.30 Uhr. Wo bleibst du blos so lange? So toll war es doch wirklich nicht im Alex. Oje...mein Margen tut ganz schön weh! Dieser Vollidiot hat echt ganz schön stark zugeschlagen. Mein Blick schweift langsam gen Himmel. Wir haben Vollmond und die Sterne strahlen geradezu um die Wette. Ich liebe den Vollmond. Irgendwie werde ich da immer ganz romantisch und bekomme die besten Ideen für neue Songs. Leise fange ich an zu Summen „Ich glaube... Jeder hatte schonmal einen schönen Traum genau wie ich. Denn letzte Nacht hatte ich so einen. Ich träumte, wir wären schwerelos, schwerelos im All...“ Wieder wandert mein Blick die Straße rauf und runter. Endlich! Ich erblicke dich, wie du um die Ecke in unsere Straße einbiegst. Nein! Bitte nicht schon wieder... Ich hatte doch extra noch gesagt, dass du aufpassen sollst, wieviel du trinkst! Taumelnd kommst du näher auf unser Haus zu. Du musst total zu sein, so weit ich das beurteilen kann. „Pff... Diesmal helfe ich dir bestimmt nicht!!!“ hauche ich gegen das Fenster. Auch wenn du mir vorhin noch die Haut gerettet hast... damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, dass du so auf den Typen losgehen würdest. Aber ich will dir nicht permanent aus diesem Saufgelage raushelfen! Das wäre ja so, als würde ich das unterstützen!!! Nun öffnest du umständlich die Gartentür und gehst auf unser Haus zu. Du wankst stärker und stärker und plötzlich brichst du zusammen. „TOM!!!“ schreie ich und springe geschockt auf. So schnell ich kann, renne ich die Treppen runter und zur Tür hinaus. Du liegst im Schnee und stöhnst vor Schmerzen. Oh gott... irgendwas stimmt hier nicht! Ich komme näher auf dich zu und mein Puls rast. Was ist los mit dir? Noch einen Schritt weiter und ich trete in eine Wasserlache. Instinktiv blicke ich auf den Boden und mir bleibt das Herz stehen. Blut! Ich bin nicht in Wasser getreten, sondern in Blut!!! Es kommt aus deinem Magen und auch dein Kopf ist stark am bluten. Deine Hand ist auf deinen Magen gepresst und in Blut getränkt. Tränen schießen in meine Augen und meine Kehle zieht sich äußerst schmerzhaft zusammen. Nein, nein...nein. NEEEEEEEEIIN!!! Das ist nicht wahr. Das hier passiert alles nicht wirklich! Es ist blos ein schlechter Traum!
Wie versteinert stehe ich vor dir. Stumm laufen die Tränen über meine Wangen. Auch du hast geweint. Man sieht noch die kleinen Spuren auf deiner Haut, die die Tränen auf deinem Gesicht hinterlassen haben. Ich lasse mich langsam, wie in Zeitlupe auf den Boden neben dich sinken. Vorsichtig nehme ich deinen kalten Körper in meine Arme. Was ist nur geschehen? Wer hat dir das angetan? Dein lebloser Körper hängt in meinen Armen. Kraftlos. Kalt. Fast wie tot.
Dieser Gedanke versetzt mir einen Stich ins Herz und ich schluchze leise in deine Schulter. Nur eine Sache erleichtert mich ungemein. Dein warmer Atem, der meinen Hals streift. Langsam, schwach und unregelmäßig. Aber du atmest! Ich drücke dich ganz nahe an mich. Nie mehr lasse ich dich los. Wer kann dir das nur angetan haben? „Tom...?“ flüstre ich leise. „Tom kannst du mich hören?“ Scheinbar nicht. Sonst würdest du antworten...oder es zumindest versuchen. Vorsichtig versuche ich dich auf meinen Rücken zu schieben. Scheiße! Du verlierst ziemlich viel Blut bei der Aktion!!! Dennoch muss es so gehen. Vorsichtig und dennoch so schnell wie möglich träge ich dich ins Haus, schließe die Tür mit dem Fuß und träge dich mit größter Mühe die Treppe hinauf. Vorsichtig lege ich dich auf deinem Bett ab und renne daraufhin schnell ins Badezimmer, um Verbandmaterial, Salbe, einen Waschlappen, Handtücher und einen mit Wasser gefüllten Eimer zu holen. All das stelle ich bei dir auf dem Boden ab und beuge mich über dich. Du atmest schwer und auf deiner Stirn sammeln sich Schweißperlen an. Vorsichtig öffne ich deine Jacke und ziehe sie dir aus. Nun folgen noch dein Pullover und dein viel zu großes Shirt. Nun liegst du mit nacktem Oberkörper, welcher mit Blut überzogen ist direkt vor mir auf dem Bett. Schon so oft habe ich dich oben ohne gesehen, doch mir ist nie aufgefallen, wie wunderschön dein Körper eigentlich ist. Warum merke ich das erst jetzt? Vorsichtig tunke ich eines der Handtücher ins Wasser und rolle es zusammen, um es dir auf die Stirn zu legen. Ich nehme den Waschlappen zur Hand und tupfe ganz vorsichtig das Blut von deinem Körper. Erst jetzt bemerke ich, dass du eine Schnittwunde im Magen hast. Vorsichtig und mit zitternden Händen streiche ich mit dem Waschlappen über deine Wunde. „Aaaaarrrghh!!!“ schreist du plötzlich auf. Vorsichtig öffnest du deine Augen einen Spalt weit und blickst mich wehleidig an. „Bill???“ fragst du mit schwacher und zitternder Stimme. „Ja! Ich bin da Tom!!!“ antworte ich dir und streichle dir über die Wange. Du seufzt wohlig und legst dich meiner Hand entgegen. Ich kann nicht vermeiden, dass mir ein Lächeln übers Gesicht huscht. So traurig es auch ist, ich muss meine Hand wieder zurückziehen und befreie dich weiter schritt für schritt von deinem Blut. Die ganze Zeit verfolgen mich zwei Haselnussbraune Augen bei jeder meiner Bewegungen. Soo...das gröbste ist geschafft. Doch noch immer bist du am bluten, also hole ich den Verband und ein kleines Verbandskissen vor. Vorsichtig drücke ich das Kissen auf deine Wunde und setze dich auf, um dich besser verbinden zu können. Du legst deinen Kopf auf meine Schulter und dein Atem streift meinen Hals. Ich bekomme eine furchtbare Gänsehaut und lege dir zittern Stück für Stück den Verband um. Als ich fertig bin, lege ich dich vorsichtig wieder hin und schneide ein Stückchen Pflaster ab, um den Verband zu verschließen. Fertig... nun nehme ich nocheinmal kurz das Handtuch von deiner Stirn, um es erneut im Wasser einzutunken. Vorsichtig wische ich dir mit dem nassem Handtuch übers Gesicht und lege es einen Moment an deine Halsschlagader, um deinen Kreislauf wieder etwas in Schwung zu bringen. Lächelnd siehst du zu mir auf. Doch sagen tust du nichts. Ich stehe langsam auf und gehe an deinen Kleiderschrank. Du brauchst ein Shirt für die Nacht. Es ist viel zu kalt um nur in der Boxershorts zu schlafen. Ich krame und krame. Welches nehm ich nur? Plötzlich fällt mein Blick auf das Orangefarbene Vokal-Shirt. Ich liebe dieses Shirt! Es sieht super an dir aus!!! Vorsichtig, um nicht den ganzen Wäschestapel um zu reißen ziehe ich es heraus und setze mich damit wieder zu dir aufs Bett. Ganz langsam, um dir nicht wehzutun streife ich dir das Shirt über den Kopf und ziehe es dir an. Nun ziehe ich dir noch die Hose aus, wobei dir ein schwer zu übersehendes Grinsen auf den Lippen liegt. Schließlich decke ich dich noch zu und komme wieder zu deinem Kopfende. „Alles okay?“ frage ich unsicher. „Ja!“ sagst du leise und ziehst mich in eine schwache Umarmung. „Hngh..“ gibst du von dir. Deine Wunde schmerzt sicher. Du kannst mich doch so nicht umarmen. Aber du denkst nicht dran, mich wieder loszulassen. „Danke!“ hauchst du mir ins Ohr und ich habe das Gefühl, in mir flattern tausend Schmetterlinge. „Du musst dich nicht bedanken!“ sage ich und gebe dir ein vorsichtigen Kuss auf die Stirn, während ich mich aus deiner Umarmung befreie. Ich schlender langsam zur Tür und lösche das Licht, als erneut deine Stimme erklingt. „Bill? Kannst du nicht bei mir bleiben?“ fragst du mit brüchiger Stimme. Erstaunt sehe ich dich an und gehe dann wieder auf dein Bett zu. „Natürlich! Ich bleibe bei dir, wenn du willst“ antworte ich und du nickst. Ich setze mich ans Kopfende deines Bettes und lehne mich gegen die Wand. Vorsichtig bette ich deinen Kopf auf meinen Schoß und schließe die Augen. Mit deiner linken Hand ergreifst du mein Handgelenk und umklammerst es fest. „Gute Nacht Tom. Schlaf gut“ flüstere ich. Doch ich weis, dass du mich hörst. „Gute Nacht Bill!“ antwortest du mir ebenfalls im Flüsterton und seufzt. Ich bleibe noch etwas wach, bis ich sicher bin, dass du eingeschlafen bist. Dann fallen auch mir die Augen zu und ich wandere ebenfalls ins Reich der Träume.

*Toms Sicht*

Ich sitze zusammen mit einem Mädchen bei uns im Wohnzimmer. Plötzlich polterst du die Treppe runter. Ja, du lässt deine überschüssige Energie gerne an der Treppe aus. Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht. Du stehst im Türrahmen und schaust zu mir und dem Mädchen. „Ich geh kurz weg! Bin ca. in ner halben Stunde wieder da!“ sagst du und verlässt das Haus. Das Mädchen und ich reden die ganze über Gott und die Welt, als mir plötzlich auffällt, dass du seit 3 Stunden fort bist. Langsam werde ich unruhig. Du hast doch gesagt, dass du nur eine halbe Stunde weg wolltest. Wo bleibst du blos? Wo bist du? Ist dir was passiert? Ich entschuldige mich bei dem Mädchen, dass mir gesellschaft geleistet hatte und erklärte ihr, dass ich mir Sorgen mache und dich suchen will. Also verabschiedeten wir uns und ich laufe durch die Straßen auf der Suche nach dir. Eine halbe Ewigkeit renne ich umher. Das gibt's doch nicht! Wo kannst du blos stecken? So groß ist dieses Kaff doch echt nicht. Plötzlich kommt mir eine Idee. Du könntest in den Park gegangen sein!!! Ich weis, dass du den Park sehr gerne magst. Im Sommer machen wir dort öfters mit Freunden ein Picknik oder hängen einfach nur ab. Du sagst, es ist ein Ort der Ruhe für dich. Also gehe ich Richtung Park und hoffe dich dort zu finden. Wirklich! Du sitzt auf einer Bank am Teich. Hast dein Gesicht in deinen Händen vergraben. Was ist los mit dir? Weinst du etwa? Langsam gehe ich zu dir rüber und setze mich zu dir auf die Bank. Du bemerkst mich gar nicht. Du zitterst und Schluchzt. Bäche von Tränen rinnen deine Wangen hinunter. Was ist passiert Bill? Vorsichtig lege ich einen Arm um deine Schultern, um dich zu trösten. Du zuckst kurz zusammen und blickst mir dann direkt in die Augen. Schnell senkst du den Blick wieder und wischt dir die Tränen weg. Ich mache mir Sorgen. Warum sprichst du nicht mit mir? „Hey Bill, was ist denn los? Wieso bist du ewig nicht wieder gekommen? Du wolltest doch nur eine halbe Stunde wegbleiben .... und...warum hast du geweint?“ frage ich dich. „Nicht absichtlich... das liegt nur an der Kälte!“ antwortest du mir. Ich weis dass du lügst. Du kannst mir einfach nichts vormachen! „Das glaubst du doch selbst nicht! Kann es sein, dass du irgendwie eiversüchtig oder so bist?“ sagte ich mit ziemlich ernster Miene. Du blickst mich traurig an, erwiderst aber nichts darauf. „Also bist du es!“ schließe ich. Weiterhin ist dein Blick auf den Boden geheftet. „Etwa auf mich?“ stocher ich weiter nach. Du schüttelst den Kopf. „Ach komm Bill, erzähl doch keinen Käse! Auf wen denn sonst? Etwa auf dieses Mädchen?“fragte ich. Wie kann ich das nur fragen? Ich glaubs nicht! Bin ich denn von allen guten Geistern verlassen? Ich kann ja überhaupt nicht mehr steuern, was ich sage! Was geht denn jetzt? Traurig blickst du mich wieder an und stehst dann auf. „Wenn du nur wüsstes...“ murmelst du und flüchtest buchstäblich vor mir. Schnell springe ich auf und laufe dir hinterher. Was wolltest du da gerade sagen? Ich muss es wissen, es ist wichtig! Du rennst den ganzen Weg über bis nach Hause. Ich glaube du hast gar nicht bemerkt, dass ich dir folge. Herr Gott...seit wann bist du eigentlich so schnell? Nach einer Weile kommst du zu Hause an und gehst rein. Grade willst du die Tür hinter dir schließen, da lege ich dir meine Hand auf die Schulter. Langsam drehst du dich um und schluckst schwer. „Wenn ich was wüsste?“ frage ich dich schließlich keuchend und blicke dich ernst an. Du sagst nichts sondern siehst mich einfach nur schweigend und geschockt an. Schließlich schließe ich die Tür und schiebe dich langsam ins Wohnzimmer. Dort angekommen setze ich mich aufs Sofa und deute dir, dich ebenfalls zu setzen. Wie ich es wollte kommst du auf mich zu und setzt dich neben mich. Noch immer Schweigst du. Es ist dir unangenehm, dass spüre ich. Dennoch, es ist wichtig! Ich muss es wissen! „So... und nun erklär mir mal, was du vorhin damit gemeint hast!“ sage ich und versuche meine Stimme etwas sanfter klingen zu lassen, dennoch kann ich nicht verhindern, dass eine gewisse neugierde in meiner Stimme liegt. Du seufzt, schweigst weiterhin und starrst dann deine Hände an. Warum benimmst du dich so komisch? Was ist denn verdammt nochmal los? Alles muss ich dir haarklein aus der Nase ziehen. „Bill, jetzt sag schon was los ist! Du benimmst dich richtig komisch, weist du das? Und dann auch noch dieser Satz vorhin...Ich mache mir Sorgen um dich!“ sage ich flehend, während ich zwei Finger unter dein Kinn lege, deinen Kopf hebe und dich somit zwinge, mich anzusehen. Anfangs wehrst du dich dagegen doch dann bleibst du still und schaust mich weiterhin schweigend mit deinen großen, traurigen Augen an. Warum willst du denn nicht mit mir reden? Vertraust du mir so wenig? „Biiiiiill!“ ich ziehe deinen Namen ziemlich in die Länge und klinge schon etwas genervt. „Mensch Bill, du kannst mit mir über alles reden, egal was es ist, also tu das verdammt nochmal auch! Sag mir endlich was mit dir los ist! Was bedrückt dich? Oder...hat es etwa was mit mir zu tun?“ Du nickst leicht und kneifst dann die Augen zusammen, um die Tränen zurück zu halten. Resigniert seufze ich. „Aber was? Ich kann dir schlecht helfen, wenn ich nicht weis, was mit dir los ist!“ „Vielleicht sollst du mir auch gar nicht helfen!?“ murmelst du leise. Verwirrt starre ich dich an. Wie jetzt? Du willst meine Hilfe nicht? Abermals schließt du die Augen. „Vielleicht ist mir einfach nicht zu helfen?!“ sagst du verzweifelt. Ich falle aus allen Wolken und schüttel verwirrt meinen Kopf. „Red doch nicht so einen Schwachsinn Bill! Warum sollte dir bitte nicht mehr zu helfen sein?“ frage ich dich. Du schluckst schwer, legst deine Stirn in Falten und schüttelst den Kopf. Wieder schweigst du und starrst auf den Boden. „Oh Bill! Du btreibst mich echt in den Wahnsinn! Warum lässt du dir denn nicht helfen!?“ schimpfe ich. Langsam erhebst du dich und schaust mich an. Dann atmest du tief durch und murmelst: „Weil man nichts gegen die Liebe unternehmen kann...“ Mein Herz setzt aus und ich starre dich fassungslos an. „D-Du...“ stammel ich, doch schon unterbrichst du mich „Ja verdammt! Tom ich liebe dich!!!“ schreist du und noch bevor ich etwas sagen kann, bist du aus dem Haus gerannt. Ich brauche einige Sekunden, bis ich das eben geschehene verarbeiten konnte. Du fühlst genauso wie ich? Dann springe ich auf und laufe dir hinterher. Immerwieder rufe ich nach dir, doch du rennst und rennst, als wolltest du einfach nur noch weg von hier, weg von mir, weg von dieser Welt. Ohne dich umzusehen, ohne auf meine Rufe zu hören, ohne auf deine Umwelt zu achten rennst du einfach weiter. Entsetzt schreie ich deinen Namen, doch du scheinst mich nicht zu hören. Plötzlich geht alles so wahnsinnig schnell. Dieser metallicblaue Mercedes... seine Bremsen quietschen laut, doch es ist zu spät. Er rast direkt in dich rein und ich kann nichts tun außer zuzusehen. Hart prallst du gegen die Motorhaube und schlägst dann auf dem Boden auf. Das Auto hält und eine junge Frau steigt aus. So schnell ich kann renne ich zu dir, nehme dich in die Arme und fange bitterlich an zu weinen. Ich kann die Tränen einfach nicht zurück halten. Ich zittere am ganzen Leibe und streiche dir eine Strähne aus dem Gesicht. Immerwieder rufe ich deinen Namen „Bill!!! Wach gefälligst auf Bill! Oh bitte Bill, tu mir das nicht an! Ich flehe dich an, wach wieder auf!!!“ Zwischendurch muss ich immerwieder schluchzen. Ich bin plötzlich total weggetreten, habe tierische Angst, dass Bill sterben könnte. Das durfte einfach nicht passieren! Was wäre ich denn schon ohne ihn? Wir gehören doch zusammen, wir sind doch Zwillinge!!! Verdammt Bill, ich liebe dich doch! Bitte lass mich nicht alleine. Es darf einfach nicht zuende sein, bevor es überhaupt begonnen hat. Die junge Frau kniet sich neben mich und schaut Bill an. "Sieht nicht gut aus..." murmelt sie. Ich beachtet sie aber gar nicht. Ich bin viel zu sehr damit beschäftigt dich anzuschreien, dass du gefälligst wieder aufwachen sollst. Es vergehen bestimmt keine 10 Minuten, da kommt auch schon der Krankenwagen. Alles was ich mitbekomme ist, dass der Sanitäter mich fragt, ob ich mitfahren will. Ich nicke und setze mich neben dich in den Krankenwagen. Nun nehme ich deine Hand und umklammere sie fest. Bitte Bill, halte durch! Das gleichmäßige piepende Geräusch des EKG's beruhigt mich ungemein.
„Nicht sterben Bill, das kannst du mir nicht antun!“ murmel ich leise. Als wir beim Krankenhaus ankommen, schieben die Sanitäter dich auf der Liege raus und bringen dich hinein. Zu den Untersuchungen lassen sie mich nicht mit, also muss ich im Warteraum warten. Nach einer Weile gibt man mir bescheid, dass du im OP liegst. Ich werde furchtbar nervös und murmel unablässig deinen Namen. Halte durch kleiner Bruder! Mehr und mehr beginne ich zu verzweifeln. Was soll ich denn nur ohne dich machen? Ich will nicht ohne dich leben. Du bist ein Teil von mir, wir gehören zusammen, man darf uns doch nicht einfach so trennen! Das darf nicht sein! Die Stunden ziehen sich lange hin. Bestimmt ist es schon 3 Stunden her, seitdem du in den OP gebracht wurdest. Plötzlich öffnet sich die Tür zum OP-Saal. Ich sehe hoch und erblicke den Arzt. Schnell springe ich auf und renne auf ihn zu ihm. „Was ist mit Bill?“ frage ich aufgebracht- schreie ihn schon fast an. Er schloss die Augen und schüttelte langsam mit dem Kopf. Was soll das bedeuten? Er kann doch nicht... „Es tut mir leid, erst sah es noch gut aus, doch dann ist er uns einfach weggestorben. Sein Herz war wohl zu schwach...“ Ungläubig starre ich den Arzt an. Bill...tot? Ich kann und will das nicht glauben. Das ist alles so unwirklich. Das geht doch gar nicht. Der Arzt erlaubt mir, dich ein letztes Mal zu sehen. Er öffnet eine Tür und ich betrete das Zimmer. Ich gehe auf das Bett zu, welches mitten im Raum steht. Dort liegst du. Du bist blass, kalt, reglos und deine wunderschönen Augen sind für immer verschlossen. Vorsichtig nehme ich deine kalte Hand. „Warum? Warum Bill??? Wieso lässt du mich alleine?“ frage ich, doch du kannst mir nicht mehr antworten. Tränen laufen mir unaufhaltsam an den Wangen herunter. Immerwieder schniefe ich und streichel dir vorsichtig über dein wunderschönes Gesicht. „Alles hätte ich getan, damit du bei mir bleibst... Ich wäre sogar an deiner statt gestorben, wenn ich es gekonnt hätte. Aber ich konnte nichts tun! Bill, ich will nicht alleine sein, ich konnte dich nicht beschützen, es tut mir so leid...“ Doch all meine Tränen bringen nichts, du schläfst für immer. Ein letztes Mal beuge ich mich zu dir runter und hauche dir einen Kuss auf deine blassen Lippen. „Ich liebe dich und ich werde dich immer lieben, bis in alle Ewigkeit!!! ...Aber ohne dich kann auch ich nicht leben. Bald bin ich bei dir, Bill. Bitte warte auf mich!“ flüstere ich dir ins. Langsam erhebe ich mich, werfe dir einen letzten Blick zu und verlasse dann das Krankenhaus. Ich lief entschlossen durch die Straßen dieser. Es begann schon wieder zu schneien und die eisige Kälte blies mir ins Gesicht. Immerwieder stelle ich mir die Frage, ob du mich jetzt sehen kannst, ob du weist,was ich für dich empfinde, ob du ahnst, was ich vorhabe. Ich laufe weiter und weiter. So viele Tränen hatte ich jetzt schon vergossen, doch sie hören einfach nicht auf. Nach einiger Zeit habe ich schließlich mein Ziel erreicht: Eine Brücke, welche ziemlich hoch ist und über die Elbe führt. Ich kletter auf das Geländer und schaue hinunter in das schwarze Wasser. „Gleich bin ich bei dir. Warte auf mich Bill!“ sage ich noch, bevor ich mich abstoße. Der Wind streicht mir entgegen und es klingt so, als würde jemand meinen Namen rufen. Ich schließe die Augen. Das ist eindeutig deine Stimme...gleich werde ich bei dir sein! „Tom...“ „TOOOOM!!!“ höre ich dich nun laut schreien und schlage noch einmal die Augen auf. Ich blicke in die schönsten Haselnussbraunen Augen, die es gibt. Schweißgebadet liege ich da. Wo bin ich? Ich blicke mich rasch um, um meine Orientierung wiederzubekommen. Ich bin in meinem Zimmer, in meinem Bett. Mein Magen tut weh, ich habe eine Verletzung, doch das ist mir egal!!! Du bist hier, bei mir. Du lebst!!! Ich umarme dich, drücke dich so fest an mich, wie es nur irgendwie geht. Ich will deine Wärme spühren, deinen Herzschlag spühren, dich spühren, hier bei mir!!! Wieder beginne wieder zu weinen. Du lebst...du lebst... DU LEBST!!! Niemehr lasse ich dich gehen, das schwöre ich!!!

*Bills Sicht*

Ich sitze auf deinem Bett, immerwieder jammerst du und beginnst sogar im Schlaf zu weinen. Was ist blos los mit dir? Hast du einen Alptraum? Schweißperlen bilden sich auf deiner Stirn und du drehst dich von einer auf die andere Seite. Das ist nicht gut, deine Wunde hat sich durch deine hektischen Bewegungen wieder geöffnet. Ich packe dich an den Schultern, damit du dich nicht weiter bewegst. Stumm laufen dir die Tränen an den Wangen herunter. Du machst mir Angst! „Tom!“ sage ich leise, doch du hörst nicht. „Toom!“ kommt es nun etwas lauter von mir. Doch du wachst immer noch nicht auf. „TOOOOM!!!“ schreie ich jetzt. Entsetzt reißt du die Augen auf und deine Atmung beschleunigt sich. Völlig verstört und orientierungslos blickst du dich um. Deine Augen sind weit aufgerissen und als du siehst, dass ich leicht über dich gebeugt bin, legt sich ein Schleier voller Trauer in deine Augen.
Du ziehst mich in eine feste Umarmung und drückst mich so fest an dich, dass ich kaum Luft bekomme. „Hey, was ist denn los mit dir Tom?“ frage ich dich mit fast erstickter Stimme. Dein Griff lockert sich etwas und du blickst mich mit deinen tränenden Augen traurig an. Bitte seh mich nicht weiterhin so traurig an, das ertrage ich nicht! „Du... du bist gestorben Bill!“flüsterst du und drückst mich fester an dich als zuvor. Jetzt ist es amtlich...ich ersticke!!! Aber das macht nichts... das ist ein schöner Tod. Nun beginnst du richtig loszuheulen. Immerwieder wird dein lautes Gejammer von Schluchzern unterbrochen. „Hey! Ich bin doch da!!! Das war doch nur ein blöder Traum. Es ist alles in Ordnung Tom!“ versuche ich dich zu beruhigen. Langsam lässt du von mir ab und blickst mich schweigend an. Ein Lächeln rückt auf deine wunderschönen, vollen Lippen und deine Blässe verschwindet. So sitzen bzw. liegen wir da und versinken in die Augen des jeweils Anderen. Hunderte von Schmetterlingen fliegen von innen gegen meine Brust, versuchen sich verzweifelt einen Weg nach draußen zu bahnen. Doch ich erlaube es nicht. Niemals werden diese Schmetterlinge frei sein, niemals! Zu groß ist ihre zerstörerische Macht und so halte ich sie in meiner Brust gefangen. Es tut weh... doch es ist besser so. Plötzlich legt sich eine gewisse Röte auf deine Wangen und du ziehst mich in eine weitere feste Umarmung. Woran hast du denn bitte grade gedacht, dass du so rot wirst? War da etwa doch etwas schönes in deinem Traum, an das du dich erinnert hast? „Ich hab dich lieb!“ sagst du. Etwas verwirrt starre ich gegen die Wand. „Ich dich auch!“ antworte ich dann. 'Lieb haben' ist vielleicht das falsche Wort...Es beschreibt nicht ansatzweise, was du mir bedeutest, dennoch macht es mich unglaublich glücklich, diese Worte aus deinem Mund zu hören. Still hälst du mich im Arm und scheinst gar nicht dran zu denken, mich jemals wieder gehen zu lassen. Meinetwegen können wir gerne für immer so bleiben. Doch während du mich so Umarmst wird mir klar, dass du gar nicht so stark bist, wie du immer tust. Du hast sogar Alpträume und hast Angst vor dem Tod...vor meinem Tod! Die Vorstellung, dass du wegen meinem Tod so gelitten hast, macht mich unglaublich glücklich! Dir liegt also doch etwas an mir! All die Gemeinheiten der letzten Wochen werden plötzlich zu Nichtigkeiten, denn nun weis ich, dass du mich gern hast und dass ich dir viel bedeute. Fest drücke ich dich an mich und du lässt dich mit mir im Arm zurückfallen. Ich liege auf deiner Brust und höre laut, wie dein Herz schlägt. Es ist ein wunderbares Gefühl, hier mit dir zu liegen. Doch wieder spüre ich jeden einzelnen, verzweifelten Flügelschlag, jede Bewegung der Schmetterlinge. Sie scheinen zu schreien, scheinen dort zu brennen in meiner Brust. Sie wollen nicht blos ein Gefühl sein, sie wollen frei sein. Aber das darf nicht sein, niemals werde ich diese Schmetterlinge freilassen!!! „Hngh“ stöhnst du und verzerrst vor Schmerz dein Gesicht. Oh nein, deine Wunde ist wieder aufgeplatzt. „Zeig mir mal deine Wunde!“ sage ich und schiebe dir das T-Shirt hoch. Vorsichtig bringe ich dich in eine sitzende Position und beginne, den Verband zu lösen. Du erzitterst unter meinen Berührungen und ich kann hören, wie sich deine Atmung beschleunigt. Sind die Schmerzen so stark? Tu ich dir etwa weh? Vorsichtiger als zuvor löse ich den Verband nun vollständig und nehme das Verbandskisschen von deiner Wunde. Ich tunke den Waschlappen erneut in den Eimer, der noch immer neben deinem Bett steht, da ich gestern einfach alles stehen und liegen lassen habe. Vorsichtig wische ich dir das Blut von deinem Leib und behandle deine Wunde erneut. Du wirst knallrot im Gesicht. Was ist los mit dir? „Oh Gott, Tom du glühst ja!!! Hast du Fieber?“ frage ich dich besorgt. „W...w...w...WAS???? Fieber? Nein!!! I...ich – mir geht's gut!!!“ stotterst du entsetzt. „Tooooom, Biiiiiill kommt ihr frühstücken?“ ertönt die Stimme unserer Mutter. Grade als ich loslaufen will, packst du mich am Arm. „Bill... versprich mir, dass das hier unser Geheimnis bleibt, ja!?“ sagst du und deutest auf deine Wunde. „Aber...“beginne ich, doch du unterbrichst mich: „Bitte Bill!!!!“. Flehend siehst du mich an und krallst dich an meinem Handgelenk fest. Eigentlich hatte ich gehofft, dass du mir von dir aus sagst, was passiert ist, doch nun halte ich es nicht mehr aus und frage dich: „Tom... wer war das eigentlich? Wer hat dir das angetan? Bitte...sag mir doch endlich, was passiert ist!“ „Bill... Bitte sei nicht sauer... aber... Ich glaube, es ist besser, wenn du es nicht weist!!!“ antwortest du mir. Mein Mund klappt auf und ich kann nicht fassen, was ich da grade gehört habe. „Warum sollte das bitte besser sein?“ schreie ich dich verständnislos an. „Bitte Bill... Ich kann dir das nicht erzählen!!!“ sagst du verzweifelt. „JUNGS!!!“ ertönt wieder die Stimme unserer Mutter und du versuchst aufzustehen. Du kneifst vor Schmerzen die Augen zusammen und stöhnst. Vorsichtig helfe ich dir auf. Es ist ein Wunder, wenn Mum deine Verletzung nicht bemerkt!!!
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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:25    Titel:


*Toms Sicht*

Es tut mir leid, dass ich dir nicht sagen kann, was passiert ist, doch wenn ich dir die Wahrheit sagen würde, würdest du es nicht verstehen. Du würdest wissen wollen, warum Lion, mein bester Freund und sein Cousin mich dermaßen zugerichtet haben. Aber darauf kann ich dir keine Antwort geben. Es würde alles kaputtmachen. Du hilfst mir langsam die Treppe hinunter zum Frühstückstisch zu gehen. Bevor wir die Küche betreten, lässt du von mir ab und ich gehe vorsichtig alleine auf meinen Platz, damit unsere Mum keinen Verdacht schöpft. Mum sieht mich zwar etwas komisch an, sagt aber weiter nichts dazu, was mich ungemein beruhigt. Sie greift nach ihrer Tasche und ihrem Mantel. „Okay Jungs, ich muss zur Arbeit! Wir sehen uns heute Abend. Und seht zu, dass ihr nicht euren Bus verpasst! Byee...“ sagt sie und verschwindet aus der Haustür. Du sitzt direkt gegenüber von mir. Ich weis, dass dich die Frage quält, wer mir die Verletzung zugeführt hat. Aber das wirst du nicht erfahren, egal wie lange du mir diesen Blick zuwirfst. „Tut deine Wunde noch weh?“ fragst du mich nun. Scheinbar hast du eingesehen, dass es nichts bringt, mich mit deinen Blicken ausquetschen zu wollen. „Ach... das geht schon! Ich hatte ja eine wundervolle Pflege.“ antworte ich dir und sehe wie sich ein zarter rötlicher Schimmer auf deine Wangen legt. Lächelnd siehst du zu mir rüber. Das macht mich noch wahnsinnig! Lächel mich doch gefälligst nicht immer so süß an, verdammt! Nun steigt auch mir die Hitze in den Kopf. Ich hoffe nur, dass ich nicht auch noch rot geworden bin.
Gemächlich beißt du in dein Marmeladenbrot. Bei der Aktion bleibt ein bisschen von der Marmelade an deinen Lippen kleben. Mein Gott... jetzt lässt du auch noch deine Zunge auftauchen und leckst dir genüsslich über deine wunderschönen, vollen Lippen. Man ist das heiß! In meiner unteren Hälfte beginnt es langsam zu kribbeln. Wenn du so weitermachst, bekomme ich gleich ein Problem! „Was ist los?“ fragst du verdutzt. Herje...mit einem Male wird mir bewusst, dass ich dich die ganze Zeit über total angestarrt habe...oder besser gesagt angegafft habe... und das auch noch mit offenem Mund. Hilfe! Was mach ich blos? Ich schlucke erstmal schwer, um nicht sabbern zu müssen und sage dann:„Das sah echt ziemlich heiß aus!“. Nein! Das hab ich jetzt nicht wirklich gesagt oder? Kann ich nicht einmal im Leben meine blöde Klappe halten? Jetzt bist du es, der den Mund nicht mehr zubekommt. „Äh...Tom...WAS???“stotterst du. Scheiße! Schnell....ich brauche schleunigst eine Ausrede! Ich fange laut an zu lachen, wobei ich mir übrigens wie der letzte Depp vorkomme. „Mensch Bill! Du hättest dein Gesicht sehen müssen! Das war doch nur ein Scherz!!!“ gröhle ich. „Gaaaanz toll Tom!“ sagst du tonlos und wendest dich wieder deinem Brötchen zu. Herr im Himmel!!! Nein! Bitte tu mir das nicht nochmal an! Ich flehe dich an, hör auf damit!!! Doch du tust es dennoch! Noch heißer als zuvor leckst du dir über die Lippen. Hast du sie nicht mehr alle? Mach das nochmal, und ich stürze mich auf dich und falle über deinen verboten geilen Körper her!!! Oh nein... jetzt leckst du dir auch noch genüsslich über deinen Finger, an welchem noch etwas Marmelade haftet. Scheiße! Gleich krieg ich ne Latte!!! Was machst du nur mit mir? Nachdem wir fertig sind mit dem Frühstücken, gehen wir gemeinsam zur Schule. Nach diesem Morgen steht fest: Nie wieder werde ich mit dir zusammen frühstücken! Beim nächsten mal weis ich nicht, was ich tue! Als wir um 7.50 in der Schule ankommen, trennen wir uns, da wir in getrennte Klassen gehen und ich sehe, wie Calya auf mich zugerannt kommt. „Mensch Tom! Du kannst doch mit der Verletzung nicht zur Schule kommen!!! Erzähl mal, wie geht es dir? Und was hat deine Mum gesagt? Sie will Lion doch nicht anzeigen oder?“ Calya plappert los wie ein Wasserfall. Ist ja nicht zum aushalten! „Es geht mir einigermaßen... tut zwar scheiß weh, aber wer bekommt auch schon gerne ein Messer in den Bauch gerammt? Und meine Mum weis von der Sache nichts!“antworte ich ruhig. „Tom, du weist, dass Lion das niemals wollte, dass es soweit kommt! Und sein Cousin wollte ihm nur helfen...klar, das er dich mit dem Messer angegriffen hat, war echt das Allerletzte, aber er ist halt ziemlich versessen.“ „Versessen nennst du das? Der Kerl ist ein Psychopath!!! Glaub mir, der hat nicht umsonst 3mal hinter schwedischen Gardinen gesessen!!!“schreie ich meinen Kumpel an. Von weiten sehen wir Lion auf uns zukommen. Toll, der hat mir gerade noch gefehlt! „Hey! Alles klar bei dir?“ fragt er und sieht mich schuldbewusst an. „Ja echt geil! Ich liebe es, mit nem Messer attackiert zu werden!“ motze ich ihn an. „Ich wollte nicht dass das passiert! Wir sollten uns echt nicht wegen Bill gegenseitig fertig machen! Hast du ihm von der Verletzung erzählt? Bitte, lass uns uns vertragen...Ja!? Wir sind doch Freunde oder???“ sagt Lion verzweifelt. „Freunde“ oh ja...PRIMA!!! Wo war mein „Freund“ denn bitte, als sein irrer Cousin auf mich losgegangen ist, während wir zwei uns die Köpfe eingeschlagen haben? Wenigstens hatte ich Lion die Nase gebrochen und nen Zahn rausgeschlagen... das verschafft mir echt etwas Genugtuung. Letztendlich ergreife ich Lions Hand und nehme die Entschuldigung an. Immerhin kennen wir uns schon seit der 5. Klasse und er ist mein bester Kumpel! Wir haben in Allem den selben Geschmack. Hören die selben Songs, tragen die gleichen Klamotten, stehen auf dieselben Weiber und er hat genau wie ich lange Dreadlocks...okay seine sind etwas länger. Aber gestern musste ich feststellen, dass wir uns zu sehr ähneln. Ich hatte nämlich in volltrunkenem Zustand brühwarm erzählt, dass ich mich in meinen Bruder verknallt hatte. Daraufhin begann Lion mich wild anzugiften, woraus eine lautstarke Auseinandersetzung entstand, welche in einer Prügelei endete. Denn Lion war ebenfalls in Bill verknallt! Herr Gott... die Weiber tun mir echt leid! Da haben sie mit einem Schlag die größten Weiberhelden der Stadt an einen Jungen verloren. Nun standen wir also da... beide bis über beide Ohren verknallt in Bill. Lion war nur leider derjenige von uns, welcher die besseren Chancen hatte, denn ich war zu allem Übel auch noch Bills Bruder. Meine Fresse... ich bin nicht nur Schwul, was an sich schon scheißeschwer zu verdauen ist, das wäre auch noch Inzest!!! Außerdem würde Bill es niemals verstehen. Er würde mich abstoßend und ekelig finden. Ich würde ihn verlieren!!! Nicht nur als Freund, sondern auch als Bruder. Nie im Leben dürfte er von meinen Gefühlen erfahren! Aber die Vorstellung, dass Lion mit Bill zusammenkommen könnte, versetzte mir einen Stich ins Herz.
Lange schauen Lion und ich uns in die Augen. Uns wird klar, dass wir nicht nur die besten Freunde sind, sondern auch die größten Rivalen. Mit diesem Handschlag wurde nicht nur ein Streit beendet, sondern es wurde ein Krieg entfacht! Wir würden beide nicht zulassen, dass der jeweils andere Bill bekommen würde! Auch wenn ich Bill niemals haben kann... bevor Lion ihn bekam, würde ich eher sterben!!! Doch wir hatten beschlossen, dass unsere Freundschaft nicht unter unseren Gefühlen zerbrechen dürfte. Nach unseren Erkenntnissen gehen wir zu unserem Klassenzimmer und verfolgen den Rest des Vormittags interessiert den Unterricht. SCHERZ!!! Als hätte ich im Leben jemals Interesse an diesem scheiß Institut gehabt!!! In der Pause kommt Lion erneut auf mich zu und will wissen, ob ich Bill nun etwas von der Verletzung gesagt hatte. Ganz klarer Fall! Er hat Angst, dass Bill ihn dafür hassen könnte!!!
„Nein... ich habe ihm nicht erzählt, dass du etwas damit zu tun hast!“ sage ich ihm. „Aber er hat es schon gesehen oder!?“ fragt Lion wieder. „Ja hat er... war ziemlich geschockt!“ sage ich freudig. „Zeig doch mal her!“ fordert Lion mich auf. Ich ziehe mein Shirt hoch und sein Blick fällt auf meinen sauber angelegten Verband. „Sag mal... hast du dich etwa alleine so Verbunden?“ fragte er ungläubig. „Nein! Wo denkst du hin? Das war Bill!!!“ sage ich und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Geschockt sieht er mich an. Wahrscheinlich stellt er sich gerade vor, wie Bill mich liebevoll verbindet. Herrlich!!! Ich koste diesen Moment, indem Lion von seiner Eifersucht aufgefressen wird, voll aus. Aber es war wirklich ein wunderschönes Gefühl, als Bill sich so um mich gekümmert hat...


-Bills Sicht-

Langsam schlenderst du rüber zu deinen Freunden. Der Verband scheint seine Aufgabe gut zu erfüllen. Abgesehen davon, dass du ein bisschen wankst, sieht man dir gar nicht an, dass du verletzt bist. Ich glaube du hättest doch zum Arzt gehen sollen. Aber du wolltest dir ja patu nichts sagen lassen. Hoffentlich geht alles gut. Ich wende mich um und gehe in meine Klasse. Du hast schnell neue Freunde gefunden, seitdem wir nicht mehr in einer Klasse sind. Bei mir ist das leider anders. Ich bin viel zu schüchtern, um auf andere zuzugehen... naja Mum sagt, ich wäre zu stolz. Weis nicht woran's liegt, aber ich mag einfach nicht auf andere Menschen zugehen. Ich hab irgendwie zu große Angst vor Ablehnung und dass irgendwer nicht mit meinem Style klarkommt. Ich will mich nicht verbiegen, nur um dazuzugehören. Deshalb ist es mir lieber, wenn ich mein Ding durchziehe und dafür dann eher weniger Freunde habe! Du hast Glück gehabt, du bist mit diesem Lion, der früher auch in deinem Karatekurs war, in eine Klasse gekommen. Bis zur 7. war der immer in unserer Parallelklasse, deshalb kenne ich ihn nicht besonders gut. Aber ganz soviel Pech hab ich auch nicht gehabt, denn immerhin habe ich Andy in der Klasse! Auch wenn der es scheinbar nicht nötig hat, regelmäßig zum Unterricht zu erscheinen. Aber so isser nunmal. So ist es auch heute, Andy ist nicht da, wodurch es unheimlich still in der Klasse ist. Somit sitze ich alleine in der letzten Reihe, in der hinterletzten Ecke. Ja...es hatte schon seinen Grund, das wir hier sitzen wollten. Bei dem Gedanken, was für Scheiße wir teilweise angestellt haben, rutscht mir ein Lächeln aufs Gesicht. Doch schnell verfinstert sich meine Miene wieder. Ich starre aus den Fenster und meine Gedanken wandern zu dir. Wie es dir wohl geht? Hast du Schmerzen? KLATSCH. Was war das? Erschrocken drehe ich mich um und blicke meinen Lehrer an, welcher mit seinem Stock auf meinen Tisch geschlagen hat. Was glaubt der Idiot eigentlich in welchem Jahrhundert wir leben? „Kaulitz!!! Hast du es nicht nötig, meinem Unterricht zu folgen oder wie darf ich deine desinteressierte Haltung deuten?“ schreit er mich an. Kaulitz nennt er mich...pff der geht echt nicht mit der Zeit!
„Entschuldigung!“ nuschel ich und folge zwangsweise seinen öden Erzählungen über Friedrich Barbarossa. Endlich klingelt es zur Pause. Grade will ich aufstehen und zu dir laufen, da kommt Paddel auf mich zu und will, dass ich ihm bei den Hausaufgaben für Ethik helfe. Mann kann der das nicht zuhause machen? Nett und freundlich, wie ich es natürlich bin helfe ich dem Deppen und muss mein Treffen mit dir auf die nächste Pause verschieben. Nach schier endlosen weiteren 2 Stunden Klingelt es dann endlich erneut und ich laufe in dein Klassenzimmer. Dort angekommen muss ich enttäuscht feststellen, dass du nicht da bist. Somit frage ich ein Mädchen, ich glaube ihr Name war Vivi, wo du sein könntest. Ein rötlicher Schimmer legt sich auf ihre Wangen, als sie mich ansieht und dann antwortet sie mir:“Ich glaube der ist mit Lion und den anderen hinter der Turnhalle!“. „Danke!“ sage ich und schenke dem Mädchen ein Lächeln. Hinter der Turnhalle. was machst du denn da? Langsam schlendere ich hinter die Turnhalle und sehe mich um. Dort stehst du mit ein paar anderen Jungs zusammen. Einer von den Jungs ist Lion, das sehe ich schon von weitem denn er hat genau wie du urst lange Dreads. Der einzige Unterschied ist, dass er seine Dreads nicht so gepflegt hat wie du. Somit wirken Lions Haare ziemlich verfilzt. Ich sehe, dass einer der Anderen Jungs eine Zigarre oder so in den Fingern hält. Nein! STOPP!!! Das ist ein Joint!!! Du wirst doch wohl nicht...? Vorsichtig gehe ich auf euch zu. Noch hat mich niemand bemerkt. Etwas mulmig ist mir bei der Sache schon... dennoch, ich will wissen, wie es dir geht, sonst bin ich am Ende noch den ganzen Tag beunruhigt. „Tom?“ frage ich vorsichtig. Sofort drehen du und die anderen Kerle sich um. Lion lässt den Joint hinter seinem Rücken verschwinden. Denkt der ich verpfeif ihn oder was? „Hey Bill! Was ist los?“ sagst du und lächelst mich lieb an. „Ich...Kann ich kurz mit dir sprechen?“ frage ich immernoch etwas beklommen. „Sicher“ sagst du und folgst mir, ein paar Meter von deinen Kumpels weg. „Was ist denn?“ fragst du mich nun mit großem Interesse. Ich sehe, dass Lion zu uns rüberschaut und senke vorsichtig meine Stimme. „Ich wollte eigentlich nur wissen, ob es dir gut geht... ich meine wegen der Verletzung!?“ nuschel ich. „Mach dir keine Sorgen Bill! Mir geht's gut!“ entgegnest du mir. „sicher?“ frage ich vorsichtshalber nach. „Ja doch!“ sagst du ruhig und blickst mir tief in die Augen. Gott... waren deine Augen schon immer so schön? „Tom...“, „Ja?“, „Sag mal... du kiffst doch nicht oder?“ frage ich vorsichtig, während ich mir mit großem Interesse den Boden anschaue. Ich habe etwas Angst vor deiner Reaktion. Du schweigst und zwingst mich somit aufzusehen, um mich zu vergewissern, dass du noch da bist. Abschätzend blickst du mir in die Augen. „Denkst du wirklich, dass ich kiffen würde?“ fragst du mit ernster Stimme. Ich habe dich glaube ich, grade ziemlich enttäuscht. Nein, natürlich dachte ich das nicht, aber die Frage brannte mir einfach auf der Zunge. Entschuldigend blicke ich dich an und hoffe, dass du mir nicht sauer bist. „Ich kiffe nicht Bill!“ antwortest du mir schließlich mit Nachdruck in der Stimme. Ich glaube dir. Bei so einer Sache würdest du mich nicht belügen! Gott sei dank... du kiffst nicht! Ein Stein fällt mir vom Herzen und ich lächle dich glücklich an. Du lächelst zurück, was mir sagt, dass du nicht wütend auf mich bist. Also gehe ich einen Schritt weiter. „Wo haben deine Freunde den Stoff denn her?“ frage ich interessiert. Bei dieser Frage lächelst du mich verdammt niedlich an. Oh Gott... da ist wieder dieses Kribbeln im Bauch. Kann das nicht endlich aufhören? Nun ziehst du auch noch eine deiner Augenbrauen hoch. Aaaaaaahhhh... Hilfe, sieht das süß aus!!! Mach das blos nie wieder in meiner Nähe!!! Beschämt blicke ich zu Boden und hoffe inständig, dass du denkst, das es wegen der Frage ist. „Interesse?“ fragst du mich gespannt. „Wa...was...NEIN!!!“ schreie ich. Wieder blicke ich zu Lion, welcher das Geschehen mit höchstem interesse beobachtet und bei meinem Schrei gehörig die Ohren spitzt. Du lachst leise und blickst mich dann wieder glücklich an. „Mensch Bill... bleib geschmeidig, das war doch nur ein Scherz!... Das Zeug ist von Lions Cousin, der bekommt den Stoff von einem alten Kumpel, mit dem er gesessen hat.“ sagst du leise. „Ach so!“ sage ich monoton. Toll... perfekter Umgang!!! Warum gibst du dich mit solchen Kiffern ab? Die können doch nicht ganz normal sein- oder? Beim Kiffen sollen ja angeblich auch die Hirnzellen hops gehen. Abwertend blicke ich Lion an, sehe wie der sich sichtlich unwohl fühlt und sich wegdreht. Ich dachte, da hast du echt mal nen netten Freund und dann ist das auch noch n Kiffer. Du bemerkst meinen Blick und überlegst erst, ob du etwas sagen sollst oder nicht. „Bill, du solltest nicht Vorurteile fällen... Lion ist ein netter Kerl...ehrlich! Und er ist der beste Freund, den ich habe! Abgesehen von dir natürlich!“ Bei deinen letzten Worten macht sich wieder ein Lächeln auf meinem Gesicht breit. DING DANG DONG... es läutet zur nächsten Stunde, also verabschiede ich mich schnell von dir und laufe in mein Klassenzimmer zurück. Auf dem weg drehe ich mich nochmal zu dir um. „Du musst nachher nicht warten Tom, ich hab länger Unterricht!“ rufe ich dir noch schnell zu, bevor ich im Schulgebäude verschwunden bin.


Toms Sicht*

Mit einem Lächeln auf deinem Gesicht verschwindest du aus meinem Blickfeld und lässt mich mit meinen Kumpels zurück. Es hat bereits zur nächsten Stunde geläutet. Doch Ethik fällt bei mir aus, dass heißt, ich habe 2 Freistunden. Also schlendere ich zurück zu Lion und lasse mich an der Wand der Turnhalle auf den Boden sinken. „Alles klar bei dir?“ fragt Lion und blickt mich ernst an. „Ja...“ seufze ich und blicke hoch zu ihm. Jetzt lässt Lion sich ebenfalls zu mir auf den kalten Steinboden sinken. „Was wollte Bill denn?“ fragt er nach. „Ach...nur wissen wie es mir geht... wegen der Wunde...“ sage ich tonlos. Lion seufzt leicht und blickt mich dann mit schiefem Kopf von der Seite an. „Scheiß Gefühl, wenn er dir so nah ist und du ihn nicht einfach umarmen kannst ne!?“ sagt Lion. Verdammt... er wusste genau, was ich fühle. Was mir die ganze Zeit durch den Kopf geht, was mich fertig macht und warum ich mit dem Alk angefangen hatte... er wusste es und zwar aus einem ganz einfachem Grund: Lion fühlte genauso wie ich... für genau die gleiche Person. „Ja... Ich weis nicht, wie lange ich das noch aushalten kann!!!“ antworte ich ihm schließlich. Freundschaftlich legte er einen Arm um meine Schultern. „Und dann musst du auch noch mit ihm unter einem Dach leben und ihm Tag für Tag über den Weg laufen... Fuck!!! Tom du hast echt voll die Arschkarte!“ stellte er nüchtern fest. „Danke Lion...ist mir noch gar nicht aufgefallen!!!“ antworte ich ihm sarkastisch, wobei ich ihn verbittert anfunkel. Ich ziehe meine Knie zu mir ran und stütze meine Ellenbogen auf ihnen auf, wobei ich mein Gesicht in meinen Händen vergrabe. „Hey... Ich kann mir vorstellen, wie dreckig es dir gehen muss! Was meinst du, willst du nicht auch einfach mal deine Gefühle abschalten und vergessen?“ fragt Lion und hält mir einen Joint vor die Nase. Meine Gefühle abschalten? Vergessen? Es gab auf dieser gottverdammten Welt nichts, was ich lieber täte... aber mit Drogen? War es wirklich schon soweit mit mir gekommen? Nein... ich hatte Bill doch eben noch versichert, dass ich mit Drogen nichts am Hut habe, dann kann ich mich doch jetzt nicht bekiffen! „Nein Danke... ich glaube nicht, dass das was für mich ist!“ sage ich schließlich und wende meinen Blick von dem Joint ab. „Mensch Junge... mit einmal kiffen wird man doch nicht gleich süchtig oder so. Außerdem ist es wirklich unglaublich schön, wenn du ein paar Stunden lang nicht mit deinen Gefühlen belästigt wirst! Also probier es doch wenigstens! Ich schwöre dir, danach wird es dir 100% besser gehen!!!“ drängt Lion weiter. Ich überlege und starre wieder wie gebannt auf den Joint. „Du wirst Bill vergessen!!!“ ergänzt Lion noch. Blitzartig ergreife ich den Joint. Bill vergessen... das war alles, was ich mir wünschte! Nur einmal frei sein... von Bill und all meinen beschissenen Gefühlen für ihn. Einmal macht nicht süchtig... da hatte Lion recht! Also zündete ich mir den Joint an und zog kräftig den Rauch in meine Lunge. Mit einem Ruck verkrampfte sich meine Lunge und ich musste schrecklich husten. Lion klopfte mir ein paarmal kräftig auf den Rücken und lachte. „Nana, nicht so hastig! Aber keine Sorge... das geht jedem so beim ersten Mal!!!“ sagte er und lächelte mich an. Noch ein paar kräftige Züge und ich spührte schon, wie ich innerlich total entspannt wurde und wie sich meine Probleme mit jedem Zug ein Stück weiter auflösten. Es war ein tolles Gefühl! Nicht mal der gute, teure Alk konnte einen so schnell betäuben und vergessen lassen. Endlich... endlich konnte ich mich frei fühlen und mich einfach diesem Gefühl des Friedens hingeben. Ohne Sorgen, ohne diese verdammten Schmerzen, in meinem Magen, ohne Gefühle, ohne Bill... einfach FREI!!! Ich wünschte, dieses Gefühl würde ewig andauern. Doch natürlich wird es das nicht. Lion reicht mir ein kleines Päckchen mit Gras und sagt: „Hier... aber nur wenn du's nicht mehr aushältst okay?“. Dankend nehme ich das Päckchen entgegen und lächle das Zeug glücklich an. „Danke... echt cool!!!“ antworte ich etwas lallend. Das Zeug scheint doch Nebenwirkungen zu haben. Meine Sprachfunktion ist etwas eingeschränkt und auch meine Gedankengänge verändern sich. Nachdem ich den ätzenden Rest des Unterichts mehr breit als aufmerksam hinter mich gebracht habe, torkle ich, noch immer nicht wieder ganz fit, nach Hause.
Als es bereits 15.00 Uhr ist und ich mich auf mein Bett gepackt hatte, beginne ich mich zu fragen, wo du bleibst. Sicher... du hast gesagt, dass du länger Schule haben würdest... aber doch nicht sooo lange!!!
Wahrscheinlich bist du nach der Schule noch mit Gusti in die Stadt gegangen. Du verbringst seit neuem viel Zeit mit ihm. Das taten wir zwei auch mal... viel Zeit miteinander verbringen, nur in letzter Zeit nicht mehr. Wir waren ehrlich zueinander, hatten immer Zeit für uns und hatten uns uneingeschränkt vertraut. Aber jetzt ist irgendwas zwischen uns kaputt gegangen. Ich weis nicht genau, was Schuld dran ist, dass unsere Zweisamkeit zu Grunde geht. Ich weis nur, dass du dich verändert hast, genauso wie ich mich...
Es war eine wunderschöne Zeit, als wir noch so offen miteinander reden konnten. 16 Jahre lang waren wir nicht einmal voneinander getrennt gewesen. Wir haben jeden Tag miteinander geredet, gelacht, geweint oder einfach im Zimmer gehockt und durch die Gegend gestarrt...
Aber wir waren immer zusammen!!! Ab und zu haben wir uns auch aus Spaß gekloppt oder wir haben, wenn es einem von uns schlecht ging zusammen in einem Bett geschlafen und so den anderen getröstet. Heute wäre das unvorstellbar. Ich könnte es nicht eine Sekunde lang zusammen mit dir in einem Bett aushalten. Ja... damals war alles noch so einfach, so unkompliziert und normal. Dennoch gab es da schon immer eine Sache, die mich – genauso wie heute – beschäftigt: Du bist mein BRUDER!!!
Genau, wir sind Brüder, verwandt, Zwillinge! Schon komisch, wenn man so darüber nachdenkt, wir sind zwar Zwillinge, gleichen uns aber im Grunde kein bisschen, weder vom aussehen her noch vom Charakter. Nur eines ist identisch: Die Augen. Du hast genau dieselben Augen wie ich, naja...fast jedenfalls, denn deine sind natürlich sehr viel schöner. Deine Augen funkeln, wenn du dich freust, sie sind trübe, wenn du traurig bist und sie blitzen wie verrückt, wenn du neugierig bist. Ich kenne dich in und auswendig und dann bist du mir im nächsten Moment schonwieder total fremd, denn du zeigst permanent neue Seiten an dir. Wieder und wieder weckst du mit deiner ganzen Art mein Interesse und nimmst mich, ohne es überhaupt zu wollen, völlig in Beschlag. Du bist ein sehr seltenes... NEIN!!! Ein einmaliges Wesen, dich gibt es im ganzen Universum nur ein einziges mal. Und obwohl ich mich dafür hasse, dein Bruder zu sein, bin ich auf der anderen Seite auch wieder total stolz darauf, denn DU bist mein Bruder!
Ich könnte also eigentlich verdammt glücklich sein oder?...
Aber ist es wirklich Glück? Ist es Glück, dich niemals küssen zu können? Glück, dich nie berühren zu dürfen, so wie ich es mir wünsche? Glück, dich nicht lieben zu dürfen? NEIN...das ist kein Glück, das kann kein Glück sein. Das ist verdammt nochmal das beschissendste, was es überhaupt gibt! Warum musst du auch mein Bruder sein? Das ist nicht fair. Andere dürfen dich lieben, dich berühren und deine Lippen küssen... Sie dürfen es ohne bestraft zu werden oder etwas falsches getan zu haben. Ich hingegen darf dich nur im geheimen lieben, darf es dir nicht sagen. Das ist so unglaublich unfair! Was habe ich blos getan, dass Gott mich so straft? Ist es eine Strafe, oder hasst Gott mich einfach nur? Ich beneide all die anderen darum, dass sie es dürfen. Ich bin furchtbar eifersüchtig... eifersüchtig auf den ganzen beschissenen Rest der Welt!!! Du bist doch mein Bruder, darfst nur mich lieben... so, wie du noch nie jemanden sonst geliebt hast! Ja... ich weis, es klingt egoistisch. Aber das bin ich auch! Ich bin egoistisch, weil ich dich liebe, weil ich dich für mich haben will. Warum lasse ich eigentlich all die ganzen aufgetakelten, billigen, eingebildeten, dummen Tussen an mich ran? Wegen dem Alkohol? Das glaube ich nicht... Das wäre zu einfach. Die Weiber sind nichts weiter, als eine meiner vielen Ausreden, um die Wahrheit zu verschleiern. Nur um nicht ertappt zu werden, dass ich mich so sehr nach dir verzehre. Doch egal was ich anstelle, um vor der Realität zu fliehen, ich kann mich nicht vor der Tatsache verstecken, dass ich jede Sekunde meines Lebens nur an dich denken kann. Ich hatte wirklich gedacht, die Weiber könnten eine Hilfe sein... aber ich habe mich geirrt! Wie so oft schon in letzter Zeit!!! Es ist alles andere als Hilfreich. Im Gegenteil, es macht das ganze noch viel schlimmer. Wegen den Weibern liegen wir uns permanent in den Haaren, denn du machst dir Sorgen. Aber was geht es dich denn überhaupt an? Im Grunde geht es dich doch gar nichts an oder? Du würdest es ohnehin nicht verstehen. Ich kann es dir auch gar nicht sagen, warum ich das mache... ich darf es einfach nicht. Du würdest dich so furchtbar vor mir ekeln. Würdest mich mehr hassen als alles andere, mehr, als du mich jetzt schon hasst... hasst du mich???


*Bills Sicht*

Ich kann es mir einfach nicht erklären. Es will mir nicht in den Kopf. Warum habe ich den ganzen Tag lang nur dein Gesicht vor Augen? Selbst als ich mich nach der Schule noch mit Gusti in der Eisdiele getroffen habe, kann ich an nichts anderes denken. Es macht mir angst... meine eigenen Gefühle erschrecken mich. Seit wann fühle ich so für dich? Seit wann bring ich es nicht mehr fertig mit dir zu reden ohne dabei zu zittern? Seit wann kann ich an nichts mehr denken, was nicht irgendwie mit dir zu tun hat? Es ist alles so verrückt. Und wahrscheinlich würde ich bei diesen Gedanken in grellendes Gelächter ausbrechen, wenn es nicht so furchtbar traurig wäre. „Hey Bill, was machst du denn für ein Gesicht?“ fragt Gustav mich. Erst jetzt bemerke ich, dass ich mit Gusti in der stadt bin. Wiedereinmal habe ich alles um mich herum vergessen. „Tschuldigung, was hast du gesagt?“ frage ich nach, denn ich bekam grade gar nichts mit. „Vergiss es! ...Sag mal Bill stimmt irgendwas nicht mit dir? In letzter Zeit bist du immer so abwesend und mit Tom zusammen hab ich dich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen. Da stimmt doch irgendwas nicht...“ sagt er. „Ich... Es ist nichts! Wirklich... mach dir keine Gedanken!“ antworte ich ihm betrübt. Ich würde so gerne mit ihm über meine Gefühle für Tom reden. Aber er würde mich wahrscheinlich auslachen und gar nicht erst für ernst nehmen.
Besorgt sieht Gustav mich an und legt seine Hand an mein Kinn. „Hey... nun lach doch mal! Wenn du mit mir reden möchtest... du weist, dass ich für dich da bin oder?“ „Ja schon...aber... Ach ich weis ja auch nicht, was los ist!!!“ sage ich verzweifelt und Stütze meinen Kopf auf meine Hände. „Hast du Stress mit Tom?“ fragt Gustav plötzlich und ich schrecke hoch. „Tom??? Wie kommst du darauf?“ „Naja...wie schon gesagt, man sieht euch kaum noch zusammen und ihr scheint euch irgendwie aus dem Weg zu gehen. Auch die Art und Weise, wie ihr miteinander umgeht hat sich geändert... früher habt ihr immer geschmust und zusammen scherze gemacht... wenn ich da an jetzt denke... Ihr vermeidet es ja schon euch zu berühren und reden tut ihr auch nur im äußersten Notfall!“ erklärt Gustav. War das wirklich alles so offensichtlich? Mir ist all das bis jetzt noch gar nicht aufgefallen. Früher hatten Tom und ich „geschmust“? Wenn ich jetzt daran denke, kommt mir das alles so unwirklich vor. Es stimmt... früher war das alles ganz normal für uns. Immerhin sind wir Zwillinge. Da war es normal so viel Zeit miteinander zu vollbringen und uns alles zu erzählen. Aber jetzt....jetzt ist alles anders. Seit einiger zeit hab ich ganz neue Gefühle für dich. Immer wenn du mich berührst , fängt es überall an zu kribbeln. Mir wird ganz schwindelig und ich weis nichtmehr, was ich machen soll. Ich traue mich nicht mal mehr dir in die Augen zu sehen, weil ich zu große Angst habe, dass du etwas von meinen Gefühlen merken könntest. Von diesen verbotenen Gefühlen, die ich für dich hege. Liebe. Gott... Tom, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gerne ich dir sagen würde, was ich für dich fühle. Wir haben uns doch sonst auch immer alles gesagt. Nichts war uns peinlich oder unangenehm. Aber mir sind meine Gefühle für dich auch jetzt nicht peinlich. Im Gegenteil! Aber ich habe einfach zu große Angst davor, wie deine Reaktion sein würde. Immerhin bin ich dein Zwilling. Du würdest kein Verständnis dafür haben. Oder?!
Ich will dich nicht verlieren. Egal was du für mich bist... ob Bruder, Freund oder Geliebter... Ich will einfach nur bei dir sein!!! Denn ohne dich bin ich doch gar nicht lebensfähig! Oh mann...das gibt's doch nicht... schonwieder hab ich nur an dich gedacht. Ich blicke auf und sehe in die fragenden Augen von Gustav. Er kräuselt die Stirn und sieht mich mitleidig an. „Du musst mit ihm reden!!!“ sagt er. „Wa... woher weist du, dass ich an Tom gedacht habe?“ stottere ich. „Mensch Bill ich kenn dich schon seit 5 Jahren... ich kann es dir an der Nasenspitze ansehen, wenn du an Tom denkst!“ antwortet Gustav mir. „Wow... Fuck! Ich muss noch zu meiner Tante!!! Sorry Bill aber ich muss... mach's gut!“ sagt er und stürmt davon. Gemächlich löffele ich mein Stracciatellaeis zuende und überlege. 'Du musst mit ihm reden' hatte Gusti gesagt. Sollte ich wirklich mit ihm reden? Und wenn... worüber denn überhaupt? Soll ich zu ihm gehen und sagen „Hey Tom wie geht's? Ach übrigens... Ich liebe dich!“ oder was? Nein!!! Nie im Leben wird Tom meine Gefühle erfahren!!! Nachdem ich mein Eis aufgegessen habe trete ich den Heimweg an. Als ich aus dem Bus direkt vor unserer Haustür aussteige, sehe ich, wie unsere Nachbarin mit ihrem Hund Gassi geht. „Hey Bill!“ begrüßt sie mich. „Hey Ramo! Wie geht's?“ antworte ich und sie kommt auf mich zu. „Joa... muss ja und selbst?“ fragt sie. „Naja...könnte irgendwie alles besser sein!“ sage ich. „Sag mal, hast du nicht Lust mitzukommen? Scotty war doch bestimmt auch noch nicht aus. Außerdem würde Ginger sich sicher über ein bisschen Begleitung freuen!“ schmunzelte sie. „Ja klar, warum eigentlich nicht!? Warte kurz, ich hol ihn eben!“ sage ich und laufe ins Haus. Unschlüssig bleibt Ramo in der Tür stehen und blickt hinein. „Du kannst ruhig reinkommen! Ich muss erst noch die Leine suchen. Tom hat die wieder wer weis wo hingepackt!“ rufe ich Ramo zu. Zusammen mit ihrer Hündin Ginger kommt sie ins Haus und bleibt im Flur stehen. „Moment... kann sich nur noch um Stunden handelt!“ rufe ich und stell das ganze Haus auf den Kopf, während ich nach der Leine suche. Auf dem Küchenstuhl finde ich die Leine endlich und pfeife, damit Scotty langsam mal antanzt. Schnell schnalle ich ihm die Leine um und gehe zurück zu Ramo. „Wir können!“ sage ich und schon geht's los...

*Toms Sicht*

Es ist bereits 19.30, als ich endlich höre, wie die Haustür geöffnet wird. Ich will endlich wieder dein wunderschönes Gesicht sehen und öffne leise die Tür. Vorsichtig trete ich auf den Flur und setze mich ans Treppengeländer. Ich spähe durch die Holzpfosten des Geländers und sehe, wie du hektisch hin und her läufst. Was machst du da? Suchst du etwas? „Du kannst ruhig reinkommen! Ich muss erst noch die Leine suchen. Tom hat die wieder wer weis wo hingepackt!“ rufst du und ich sehe, wie Ramo, unsere Nachbarin das Haus betritt. Du hast ein Mädchen mit nach Hause gebracht? Was soll das bedeuten? Bist du etwa mit ihr zusammen? Sicher... wir waren zusammen mit Ramo im Hort und haben uns immer gut miteinander verstanden. Aber... Ramo war eher ein guter Kumpel. Wir haben mit ihr zusammen ne Menge scheiße angestellt, aber... als Mädchen hab ich sie bis jetzt gar nicht richtig wahrgenommen. Aber jetzt wo sie da unten bei dir steht, muss ich mir eingestehen, dass Ramo wirklich ein Mädchen ist... Und was für eins! Sie hat sich ziemlich verändert und sieht nun wunderschön aus. Ich kann es dir nicht verübeln, dass du dich in sie verguckt hast. Aber... seit wann geht das schon so? Warum sagst du mir nicht, dass Ramo deine freundin ist? Glücklich blickst du Ramo an und gehst dann mit Scotty und ihr zur Tür hinaus. Als die Tür geschlossen ist, höre ich dein Lachen. So hast du schon lange nicht mehr gelacht. Wahrscheinlich ist es meine Schuld, dass du kaum noch gelacht hast. Ich habe diesen Klang in deiner Stimme so sehr vermisst. Hab immerwieder gehofft, dass ich meine Gefühle wieder auf die Reihe bekommen würde und wir dann gemeinsamm wieder so lachen könnten. Wenn ich daran denke, sehe ich wieder dein Gesicht mit diesem süßen Lächeln, welches du immer aufgesetzt hast, wenn du mich anschautest. Doch jetzt... Jetzt gilt dein Lächeln nur noch ihr und ich bin alleine. Liebst du sie denn wirklich? Es tut so verdammt weh, wenn ich daran denke, dass sie dich berühren darf. Und wenn ich mir vorstelle, wie sie dich küsst, verkrampft sich mein Herz und ich bekomme kaum Luft. Bill... du weist gar nicht, was du mir da antust. Ich ertrage das nicht! Warum darf sie dich haben? Ich liebe dich doch so sehr... niemals könnte sie dich auch nur ansatzweise so sehr lieben, wie ich es tue. Aber jetzt kann ich nichts mehr tun... es ist zu spät. Du hast dein Herz jemand anderem geschenkt. Es fühlt sich so furchtbar an... mein Herz... es ist irgendwie kaputt. Eigenartig! Ohne das ich es im ersten Moment überhaupt bemerke, laufen brennend heiße Tränen an meinen Wangen hinunter. Ich kann es nicht ertragen. Es tut so verdammt weh! Stumm laufen meine Tränen, ich schluchze nicht... habe kaum noch die Kraft dazu irgendein Laut von mir zu geben. Ich weis nicht, wie lange ich hier sitze und weine aber es muss wohl schon einige Zeit vergangen sein, denn draußen dämmert es langsam. Ich weis nicht wie es dazu kommen konnte, dass ich derartige Gefühle für dich entwickelt habe. Aber eines habe ich gelernt, ich weis jetzt, dass das Leben weh tut... sehr sogar! Warum musste ich mein Herz an dich hängen? Warum konnte es nicht jemand anderes sein...Irgendjemand!? Warum du? Warum ausgerechnet du...mein Bruder? Warum verdammt??? Viel zu oft schon stelle ich mir immer und immerwieder die selbe Frage. Doch nie bekomme ich eine Antwort darauf. Ich suche schon seit Tagen...nein, Wochen... aber ich finde einfach keine Antwort. Weil es sie nicht gibt? Weil ich sie einfach nicht erfahren soll? Ich weis es einfach nicht! Aber eins weis genau: Du darfst es niemals erfahren... du könntest mich hassen, verabscheuen, verachten. Das würde ich nicht ertragen... Nein! Niemals!!! Lieber mit dir zusammen sein und ein Leben führen, als normale Brüder, als dich zu verlieren und nicht mehr in deiner Nähe sein zu dürfen. Du hast keine Ahnung davon, dass ich jede Nacht wach liege und bittere Tränen um dich vergieße. Du weist es einfach nicht... Aber das ist auch gut so. Ich will nicht, dass du es weist. Ansonsten könntest in mein Zimmer kommen und mich fragen, was los ist. Und dann... dann wüsste ich keine Ausrede. Was sollte ich dir denn auch sagen? Dass ich mich in ein Mädchen verliebt habe? Dumme Ausrede... warum sollte ich denn weinen? Ich könnte praktisch jedes Mädchen haben! Also wäre das total unsinnig. Was könnte ich sonst sagen? Dass ich mich mit Jemandem gestritten habe? Wieder Schwachsinn... du wüsstest längst davon! Also bliebe mir nach allem Grübeln nichts anderes übrig, als dir die Wahrheit zu sagen, doch die sollst du nicht erfahren! Hoffentlich wirst du es auch niemals... Denn meine Gefühle sind einfach nur verboten, abstoßend, pervers... Denn ich liebe dich!!! Dich, meinen eigenen Bruder... Wie konnte mir das blos passieren? Niemals wirst du meine Gefühle erwiedern... niemals darf ich glücklich sein... niemals wirst du „mein“ sein!!! Und alles was mir jetzt noch zu sagen bleibt:“Ich denk an dich die ganze Zeit!!!“ Denn ich hoffe du bist glücklicher als ich es bin und ich hoffe, dass es dir gut geht. Bitte... sag mir doch, dass es so ist! Dann bist wenigstens du glücklich. Und wenn du glücklich bist, dann bin ich es doch auch...oder? Nein, wenn du mit IHR glücklich bist, dann kann ich nicht glücklich sein!!! Wie sollte ich auch? Mit allerletzter Kraft schleife ich meinen schweren Körper in mein Zimmer und beginne in meiner Schultasche rumzukramen. Verdammt... wo ist dieses beschissene Zeug blos? Endlich umfassen meine Finger das kleine Päckchen, welches mir Lion zugesteckt hat. Ich öffne es und verteile den inhalt auf meinem Schreibtisch. Es dauert ziemlich lange, bis ich es endlich geschafft habe, mir einen Joint zu drehen. Das ist gar nicht so einfach, wie es aussieht. Aber enttäuscht muss ich feststellen, dass Lion mir grade genug für einen einziegen Joint gegeben hatte. Er wollte es nicht verantworten, mir mehr zu geben. Er sagte ja auch, ich dürfe das Gras nur im äußersten Notfall rauchen... Wenn es nicht mehr anders ginge. Aber das hier ist ja wohl ein absoluter Notfall...oder? Lion würde es verstehen. Er würde sich wahrscheinlich jetzt auch sofort nen Joint schnappen, wenn ich ihm bescheid sagen würde, dass Bill eine Freundin hat. Nach einigen Minuten ist da wieder dieses befreiende Gefühl... es nimmt mir meine Emotionen...meine ganzen Gefühle Verschwinden. Aber noch immer verlassen Tränen meine Augen. Warum kann ich nicht aufhören zu weinen? Ich fühle doch gar nichts... versuche mit den Drogen mein Herz zu belügen. Doch es lässt sich nicht belügen!!! Auch wenn mein Kopf meine Gefühle ausgeschaltet hat, schickt mir mein Herz weiterhin Tränen in die Augen. Ich hasse es... ich hasse mein Herz! Es gehorcht mir einfach nicht... warum? Die Frage ist überflüssig... ich kenne die Antwort! Es gehört mir nicht... mein Herz... es gehört dir! Dir allein... und es wird dir ewig gehören! Bis in alle ewigkeit...
Verdammt... dieses grausamen Tränen quälen mich weiter! Sie lassen mich einfach nicht in Ruhe. Und mehr und mehr versucht mein Herz sich gegen dieses „vergessen“ zu wehren. Es schickt mir Bilder in den Kopf... Bilder von dir, wie du lächelst, wie du weinst, wie du mich umarmst und wie du neben mir liegst und schläfst. Er ist wieder da... dieser verdammte Schmerz in meiner Brust. Warum hört es nicht auf? Lion, du Mistkerl... du hattest mir doch versprochen, dass es aufhören würde! Du elendiger Lügner!!! Verzweifelt greife ich nach meinem Handy und wähle Lions Nummer. „Ja!?“ ertönt seine Stimme. „Du *SPAM* Automatische Zensur!!! Du bist ein verdammter Lügner, weist du das!?!?“ schreie ich ihn mit meiner, von Tänen gebrochenen, Stimme an. „Tom?... Reg dich mal ab Alter!!! Was ist denn los? Hast du was geraucht???“ fragt er vorsichtig. Ich höre Sorge in seiner Stimme. „Ja verdammt! Und es hilft gar nichts!!! Ein verdammter scheißdreck ist das! Du hast geschworen, es würde mich vergessen lassen!!!“ antworte ich ihm. „Gott ey... was ist denn mit dir los? So kenn ich dich ja gar nicht!!! Was ist denn passiert, dass du überhaupt erst kiffst?“ fragt Lion mich. „Das geht dich einen verdammten scheißdreck an!“ schreie ich ihn erneut an. Ich will es nicht aussprechen. Will es ihm nicht sagen, da ich angst habe, dass er es mir mit seinen Gefühlen vermehrt deutlich machen könnte, dass ich Bill jetzt verloren hatte. „Tom... bitte... reg dich ab okay? Wenn du willst, kannst du eben bei mir vorbeischauen! Wir können reden... du weist doch, dass ich immer für dich da bin... oder!?“ sagte er und seine Stimme beruhigte mich auf eine unverständliche Weise ungemein. „Ja... ist gut... ich komme!“ sage ich noch eben,bevor ich auflege. Schnell suche ich meine Sachen zusammen und mache mich auf den Weg zu Lion.



*Bills Sicht*

Gemütlich schlendern Ramo und ich die Straßen entlang. Bei der alten Kirche biegen wir links in den Park ein. Dort lassen wir die Hunde von der Leine und setzen uns gemeinsam auf die Bank. „Wir waren lange nicht mehr zusammen weg!“ sagt Ramo plötzlich. Ich schaue auf den Boden und nicke. „Ja... ist irgendwie alles auseinander gegangen. Früher, als wir noch im Hort waren warst du ja sowas wie eine Schwester für mich und Tom... aber seitdem wir mit der Musik angefangen haben und du aufs Internat gehst, bekommen wir uns ja kaum noch zu Gesicht.“ sage ich. Es macht mich traurig, dass Ramo nicht mehr ständig mit uns rumhängt. Wir hatten damals echt eine tolle Zeit zusammen. „Stimmt... Ich würde Tom auch gerne mal wieder sehen... ich bin ja nur über das Wochenende da und Sonntag, also übermorgen, muss ich wieder zurück aufs Internat. Meinst du, wir könnten mal wieder was zu dritt machen?“ fragt Ramo. Ich blicke auf und sehe ihr traurig in die Augen. Mit Tom... irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass er seine Parties sausen lässt, um mit Ramo und mir was zu unternehmen. Alleine der Gedanke an Tom macht mich schon wieder traurig. „Ich weis nicht... mal sehen“ antworte ich ihr. Sie muss gemerkt haben, dass ich traurig bin, denn plötzlich legt sie mir einen Arm um die Schultern und blickt mir tief in die Augen. „Willst du mir nicht erzählen, was mit dir los ist?“ fragt sie. „Wa...Woher weist du... Ich meine...Warum denkst du, dass irgendwas los ist?“ stottere ich verwirrt. „Mensch Bill... wir haben zusammen einen großen Teil unserer Kindheit verbracht! Du hast es doch selbst gesagt... wir sind wie Geschwister!!! Ich merke doch, wenn mit dir was nicht stimmt! Außerdem müsste ich blind sein, wenn ich nicht sehen würde, wie traurig deine Augen aussehen!“ antwortet sie mir mitleidig. Konnte man mir wirklich ansehen, dass ich traurig war? Oder lag es blos daran, dass SIE mich ansah? Wieder starrte ich auf den Boden. Sollte ich mit ihr darüber sprechen? Würde sie es verstehen? Wohl eher nicht... aber ich weis, dass ich ihr vertrauen kann. Ich würde so gerne mit jemanden über mein Gefühlschaos sprechen und es gibt niemanden, mit dem ich besser sprechen könnte, als mit Ramo. Immerhin kannte sie mich, abgesehen von Tom und Mum, besser als jeder andere. Meine 'imaginäre' Schwester. Bei diesen Gedanken rückt mir ein Lächeln ins Gesicht. Doch als ich wieder in Ramos mitleidige Augen sehe, verfinstert sich meine Miene wieder. „Du weist doch, dass du mir alles anvertrauen kannst... oder?“sagt Ramo mit ernster Miene. „Ja...schon, aber das ist alles nicht so einfach! Weist du... das ist alles eine ziemlich lange Geschichte!“ antworte ich. „Komm schon Bill... Ich hab Zeit!“ sagt Ramo und lächelt mich verschmitzt an. Sie hat wohl bemerkt, dass ich mich rausreden will. Aber...will ich das eigentlich? Nein... Ich möchte jetzt endlich jemandem mein Herz ausschütten und über diese verdammten Gefühle sprechen. „Es ist wegen Tom...“ sage ich leise. „Warum? Habt ihr euch gestritten oder was? Ihr seid doch sonst immer ein Herz und eine Seele.“ Ja... mag sein, dass wir das mal waren, aber nun ist alles irgendwie anders. „Weist du Ramo... irgendwie geht zwischen mir und Tom so langsam alles in die Brüche! Er hat angefangen zu trinken und kommt von dem Gesöff gar nicht mehr richtig los... außerdem ist er in letzter Zeit so kalt mir gegenüber... wir streiten oft und wir unternehmen kaum noch was miteinander, höchstens mal mit der Band oder wenn wir zur Schule gehen. Ansonsten ist Tom ständig alleine auf Parties oder verkriecht sich in seinem Zimmer. Ich glaube, er war diesen Monat noch nicht einmal in meinem Zimmer! Dabei haben wir jetzt schon den 27.!!!... und außerdem...“ ich senkte den Kopf und schweige. „Und außerdem...?“ fragt sie nach mit ihrer sanften Stimme. Ich spüre, wie mir langsam Tränen in die Augen steigen. „Er...er bringt permanent irgendwelche billigen Schlampen mit nach Hause und macht mit denen rum. Das alles scheint ihm überhaupt nichts zu bedeuten aber...“ sage ich mit vor Tränen erstickter stimme und schüttle den Kopf. „Eifersüchtig?“ Ich sehe Ramo erschrocken an. Sie sagt das so einfach, als wäre gar nichts dabei, seinen eigenen Bruder zu lieben. Mit einem verständnisvollem und unglaublich einfühlsamen Blick sieht sie mich an. Ich kann die Tränen nicht länger zurückhalten und fange nun an laut zu schluchzen. Es ist mir so verdammt peinlich, dass sie mich weinen sieht... aber ich kann einfach nicht mehr. „Ja verdammt! Es bricht mir fast das Herz ihn ständig so zu sehen!!!“ schreie ich und kann das Zittern, welches meinen Körper durchdringt nicht länger unterdrücken. Ramos Blick wird traurig und sie zieht mich in eine sanfte Umarmung. Ich lege meinen Kopf auf ihre Schulter und genieße es einfach von jemanden festgehalten zu werden. „Bill... Ich weis, dass ist jetzt wahrscheinlich das Letzte, was du hören willst, aber... du weist schon, das so eine Beziehung keine Zukunft hat oder? Es ist sogar verboten!!!“ sagt Ramo traurig. „Ja verdammt aber was soll ich denn machen? Es ist nunmal einfach so. Zuerst hab ich mich ja auch für verrückt gehalten und versucht, mich gegen diese Gefühle zu wehren... aber das hat alles nur noch viel schlimmer gemacht! Weist du... man kann seine Gefühle, so lästig sie auch sein mögen, so sehr sie auch vertrieben gehören, einfach nicht abstellen!!! Und es tut so verdammt weh, von Tom wie Luft behandelt zu werden. Ich hab das Gefühl, er ignoriert mich absichtlich!!!“ antworte ich mit bebender Stimme. Ramo drückt mich fester an sich und streichelt beruhigend über meinen Rücken. „Willst du es ihm sagen?“ fragt sie leise. „Was? Bist du verrückt? Er würde mich hassen, wenn er etwas davon erfahren würde!!! Wie eckelig ist das denn bitte, seinen eigenen Zwilling zu lieben!?“ schreie ich und schrecke hoch. Ich löse mich aus Ramos Umarmung, ziehe meine Beine auf die Bank und umschließe sie mit meinen Armen. Zusammengekauert sitze ich jetzt da und mache höchstwahrscheinlich einen ziemlich erbärmlichen Eindruck. „Er...er würde es einfach nicht verstehen und er würde mir nicht verzeihen. Ich kenne Tom dafür zu gut! Er würde es abstoßend finden, von seinem eigenem Bruder geliebt zu werden. Und ich könnte es ihm nichtmal verübeln. Denn es ist absolut abnormal. Diese verdammten Gefühle... ich will sie nicht, aber ich kann sie einfach nicht ändern!!!“ ergänze ich. „Was willst du denn jetzt machen Bill?“ Ramo stellt genau die Frage, die mich schon seit Tagen quält. Ja... was soll ich blos machen? Traurig blicke ich auf den Boden. „Was soll ich denn schon groß machen? Ich hab mich damit abgefunden... was bleibt mir auch anderes übrig? Aber... es wird immer schwerer diese Gefühle im Zaum zu halten!!!“ „Bill... wenn ich dir irgendwie Helfen kann...“ setzt Ramo an. „Nein... bei dieser Sache kann mir niemand helfen. Das muss ich irgendwie alleine auf die Reihe kriegen!“ antworte ich bedrückt. Bevor wir uns auf den Heimweg machen, gibt Ramo mir nocheinmal ihre Handynummer und wir verabschieden uns von einander. Zuhause angekommen, will ich sofort rauf in mein Zimmer. Ich sehe, dass Toms Zimmertür aufsteht und spähe hinein. Er ist nicht da. Wo ist er denn hin? Wieder auf irgendeiner Party? Wieder irgendwelche Schlampen aufreißen? Dieses Gefühl macht mich fertig. Warum ist er nicht zuhause? Aber... wenn er zuhause wäre, wäre es dann besser? Wir gehen uns doch eh meistens aus dem Weg. Ich war fast schon dankbar dafür, dass Tom gestern so verletzt war. Ohne diese Verletzung hätte ich diese wunderschönen Stunden, in denen er auf meinem Schoß geschlafen hat, nicht haben können. Wäre die Verletzung doch blos schlimmer gewesen... so, dass er nicht hätte aufstehen können. So, dass ich ihn für mich haben könnte und ihn pflegen könnte. Seine Nähe genießen könnte. Aber... was denke ich da eigentlich? Ich wünsche meinem Bruder Schmerzen? Was für ein abscheuliches Geschöpf bin ich nur geworden? Wütend, traurig, verzweifelt und von Eifersucht zerfressen lasse ich mich aufs Bett fallen und falle in einen unruhigen Schlaf.

-Tom's Sicht-
Mit tränenverschmiertem Gesicht laufe ich durch die Gegend. Verdammt Bill... warum redest du nicht mehr mit mir? Warum rede ich nicht mehr mit dir? Was hat sich zwischen uns verändert? Ist es meine Schuld, dass wir nicht mehr normal beieinander sein können? Ist es meine Schuld, dass wir kaum noch miteinander reden? Ist es meine Schuld, dass es nie mehr so sein wird, wie einst, als wir noch „normale“ Brüder waren? So viele Fragen... und immer nur die eine Antwort: Ja... es ist meine Schuld! Alleine meine Schuld. Nur weil ich dich liebe, halte ich es nicht mehr in deiner Nähe aus. Nur weil ich dich liebe, bin ich so abweisend zu dir. Nur weil ich dich liebe, mache ich alles kaputt... Ja, ich liebe dich! Ich liebe alles an dir! Dein zartes Gesicht, deine Reinheit, deine engelsgleiche Stimme, dein seidiges Haar... Alles an dir verehre ich! All die Mädchen sind doch nur Ablenkung. Ich liebe dich mehr als alles andere!!! Will es dir so gerne sagen, doch ich kann es nicht. Du würdest sicher Ekel empfinden... vielleicht würdest du mich sogar hassen. So oft verliere ich Tränen über die Tatsache, das mein Herz nur für dich schlägt, aber ich kann es einfach nicht ändern! Mein Herz ist dein. Dein allein. Bill... Ich liebe dich soooo sehr und dennoch darf ich es nicht! Es ist so unfair. Ich darf es nicht... ICH darf es nicht! Ich darf das wundervollste Geschöpf der Welt nicht lieben... und das nur weil er mein Bruder ist... mein ein und alles. Das einzige, was ich zum Leben brauche...
Als ich aufhöre zu laufen, stehe ich vor Lions Haustür. Ich höre laute Musik von drinnen kommen. Im Haus scheint eine Party zu steigen. Bevor ich klingle, wische ich mir noch einmal mit meinem Ärmel über mein, von Tränen übersähtes Gesicht. Lion öffnet sofort die Tür und sieht mich mit weit aufgerissenen Augen an. „Tom! Gott, siehst du scheiße aus!!!“ sagt er. Danke! Genau das wollte ich jetzt hören. Ich blicke ihm zornig ins Gesicht und hoffe, das er bemerkt, dass ich auf solch dämliche Kommentare im Moment echt verzichten kann. „Komm erstmal rein!“ sagt Lion und zieht mich ins Haus. Wie ich geahnt hatte, sind mindestens 50 Personen im Haus und feiern eine wilde Fete. Die wenigsten von diesen Leuten scheinen noch in irgendeiner Weise in der Lage zu sein, richtig zu reden oder zu stehen. „Wer sind all diese Leute?“ frage ich nun doch etwas erstaunt. „Keine Ahnung, ich kann ja mal nachfragen, wenn du willst!“ antwortet Lion mit einem schiefen Grinsen. Das ist doch nicht sein Ernst oder? Da steigt ne wilde Fete in seinem Haus und der Kerl weis noch nichtmal, wer all die Leute sind, die ihm hier die Bude vollkotzen und alles zertrümmern. Geschockt sehe ich ihn an. Ich glaub das einfach nicht. „Mensch Tommy, reg dich ab! Das sind Leute, die Marc eingeladen hat! Er sagt sie sind gute Kunden... du weist schon... für seinen Stoff!!!“ sagt Lion, als er meinen Gesichtsausdruck sieht. Super! Ich bin auf ner Kifferparty gelandet! Lion zieht mich mit sich in eine ruhige Ecke, wo wir uns auf eine Couch pflanzen. „Also erzähl...was geht bei dir ab?“ beginnt Lion. „Ach... Alles ist so beschissen! Ich hab echt kein Plan mehr, was ich machen soll!!!“ antworte ich. „Bill?“ fragt Lion. „Wer sonst!?“ gebe ich wieder von mir. Stille. Lion blickt mich an und sieht dann wieder auf den Boden. Ich weis, er würde mich trösten, wenn er könnte, doch er kann nicht. Es geht ihm nicht weniger beschissen als mir und auch der Grund ist der selbe. Der Grund bist du. Immer nur du! „Wenn es einen Gott gibt, hat er mich verlassen!“ sage ich um die Stille zu durchbrechen. Lions Miene verfinstert sich. „Denkst du, du bist der Einzige, der damit nicht klar kommt? Denk doch mal nach. Ich liebe Bill genauso sehr wie du und ich muss damit klarkommen, dass täglich ein anderer bei ihm ist. Dass ein anderer ihn sehen, berühren, spüren, in Besitz nehmen darf!!! Weist du eigentlich wie verdammt das weh tut!?“ schreit er mich zornig an und erhebt sich. Ich habe ganz deutlich Eifersucht aus seiner Stimme raushören können. Er wendet sich von mir ab und geht in den ersten Stock. Wahrscheinlich sucht er sich ein stilles Eckchen, um seine Gefühle zu „vertreiben“ mit seinem neuen Freund, dem Joint. Vorsichtig erhebe ich mich von der Couch und gehe ihm hinterher. Im ersten Stock suche ich nach ihm, kann ihn aber nirgends finden. Als ich an seinem Zimmer ankomme, öffne ich die Tür einen Spalt weit und linse hinein. Lion ist nicht in diesem Raum, doch jemand anderes ist in ihm. Ein Junge, mit schulterlangen, blauen Haaren. Er bemerkt mich und sagt: „Kannst ruhig reinkommen!“. Vorsichtig betrete ich das Zimmer und schließe die Tür hinter mir. Dieser Junge fasziniert mich auf eine seltsame Art und Weise. Von seinen blauen Haaren hängen ihm einige Strähnen ins Gesicht und ich bemerke, dass er schwarze Augen hat. Seine Augen haben eine fast mystische Ausstrahlung. Noch nie habe ich schwarze Augen gesehen! Dieser Junge sieht unendlich traurig aus und dennoch macht er mir mit seinem Erscheinungsbild etwas Angst. „Ich bin Junes!“ stellt er sich vor. Vorsichtig nehme ich seine Hand und sage: „Tom!“. „Freut mich! Nimmst du Drogen?“ fragt er, als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. „Was?...Ich...Ich...“ stottere ich. „Muss dir nicht unangenehm sein!“ sagt Junes als er meine Reaktion bemerkt. Ich sehe ihm in die schwarzen Augen und plappere einfach drauf los: „Hab's mal mit Kiffen versucht... wollte einfach nur vergessen...aber das Zeug hilft irgendwie nicht!“. Ich weis selbst nicht, was mich geritten hat, ihm davon zu erzählen, aber irgendwie hab ich das Gefühl, es wäre okay. „Kiffen? Damit kommst du nicht weit! Es kann mal ne schöne Abwechslung sein, von der tristen Welt da draußen, aber wenn du etwas wirklich loswerden willst, kannst du das Gras vergessen! Gras ist nur was für kleine Kinder, die den bösen Bubi raushängen lassen wollen!“ sagt er ruhig. Irgendwie weis ich nicht mehr, ob es wirklich eine gute Idee war, zu ihm zu kommen. Ich fühle mich plötzlich verdammt unwohl in seiner Nähe und habe das Gefühl, Gras ist das geringste, mit dem dieser Junes zu tun hat! Dennoch kann ich nicht gehen, dieser Kerl ist einfach zu faszinierend. Mir brennt eine Frage auf der Zunge und es kostet mich einige Überwindung, sie zu stellen, dennoch will ich die Antwort darauf erfahren. „Kannst du mich vergessen lassen?“ frage ich ihn leise. Angst liegt in meiner Stimme und Junes Blick macht es nicht gerade besser. „Sicher! Du willst also vergessen?... Dir hat Jemand verdammt weh getan oder!?“ fragt er. Ja... mir hat Jemand verdammt weh getan, da hat er recht! Mein ganzes beschissenes Leben ist nichts weiter als ein einziger Scherbenhaufen. Mir wird klar, das ich fertig bin mit mir und der Welt. Ich will vergessen, um jeden Preis! Ich will nicht mehr dieses verdammte Gesicht vor Augen haben, das mein Herz täglich aufs neue zerfetzt, will nicht mehr dieses Verlangen in mir tragen, will nicht mehr lieben müssen, denn all das tut so verdammt weh!!! Vorsichtig lasse ich mich aufs Bett gleiten und starre an die Decke. Wie würde Junes das anstellen wollen, mich vergessen zu lassen? Es machte mir ein wenig Angst, über diese Frage zu grübeln und dennoch, wenn es eine Möglichkeit gäbe, zu vergessen, würde ich sie wahrnehmen. Junes beachtete mich gar nicht mehr und kramte nun in seiner Tasche rum. Er zog ein kleines Kästchen heraus und öffnete es. Zuerst war ich geschockt, als ich den Inhalt des Kästchens zu Gesicht bekam, doch dann wollte ich zusehen, was er da tat. Vorsichtig packte Junes sein Fixerbesteck aus und zog ein Päckchen mit weißem Pulver hervor. Der wollte sich das Zeugs doch wohl nicht wirklich hier vor meinen Augen spritzen oder? Langsam krempelt er seinen Ärmel hoch. Die ganze Zeit beobachte ich ihn dabei. „Sag mal, was machst du da eigentlich Alter!?“ frage ich nun geschockt. Es war mehr eine rhetorische Frage, dennoch warte ich auf eine Antwort. „Ballern, fixen, drücken... nenn es wie du willst! Aber eines sag ich dir, es gibt dir einen unheimlichen Kick, wenn du das „Brown sugar“ erstmal durch deinen Körper fließen fühlst!“ antwortet Junes, nachdem er mich erst etwas verwundert angesehen hat. Ich beobachte ihn noch eine Zeit lang und überlege, wie es wohl ist, wenn man auf Heroin ist. Wahrscheinlich ist es ein noch viel geileres Gefühl, als wenn man kifft. Junes hat schon viele vernarbte Einstiche in seiner Armbeuge und als er meinen neugieriegen Blick bemerkt, sieht er mich mit einem miesen Grinsen an. “Was?! Willst du auch mal, oder was?!” scherzt er. Ich weis nicht was ich sagen soll. Einerseits will ich schon irgendwie, andererseits habe ich tierische Angst vor dem Zeug. Ich weis, was für schlimme Nebenwirkungen Drogen haben können, das haben wir oft genug in der Schule durchgenommen. Andererseits hatte Junes doch gesagt, das man dadurch vergessen kann oder!? Ich kämpfte einige Zeit mit mir selbst, bis ich mich überwinde und den Klos in meinem Hals runterschlucke. „Ja...“ traue ich mich schließlich meinen Wunsch auszusprechen. Lion hatte mir nicht helfen können mit seinem Gras, vielleicht konnte Junes es. Misstrauisch sieht er mich an. „Sicher!?“ wollte er sich vergewissern. „Ja... sicher!“ antworte ich nun schon etwas entschlossener. Junes nahm etwas von dem Heroin und tat es auf einen Löffel. Nachdem er etwas Wasser zu dem Pulver hinzugefügt hat, erhitzt er das ganze mit seinem Feuerzeug und wartet, bis aus der Mischung eine klare, braune Lösung entsteht. Angewiedert sehe ich mit das Zeug an, welches Junes gerade durch einen Zigarettenfilter in eine Spritze aufzieht. Zuerst setzt Junes die Spritze an seinem eigenem Arm an und injiziert sich das widerliche, braune Zeug in die Vene. Dann füllt er eine neue Einwegspritze auf -eine ganz geringe Dosis versteht sich. „Hier!“ sagt er und hält mir die Spritze hin. Nervös und etwas zitternd nehme ich sie entgegen und sehe ihn fragend an. „Du musst die Vene treffen! ...Zeig mal deinen Arm her!!!“ fordert er mich auf. Zitternd strecke ich den Arm aus und halte ihn ihm hin. Junes nimmt mir die Spritze wieder ab und setzt sie an meiner Armbeuge an. „Sicher?“ will er sich nochmals vergewissern. Ob ich sicher bin? Nein verdammt! Ich habe unglaubliche Panik! Aber ich will doch einfach nur vergessen. Oh Gott... Bill, sieh dir an, was du mit mir machst! Vorsichtig nicke ich, um Junes das Zeichen zu geben, dass er zustechen soll. Denn jetzt kann ich ja wohl kaum noch kneifen, wie würde ich sonst dastehen? Ängstlich kneife ich die Augen zusammen und drehe den Kopf weg. Es pickt nur ganz kurz und schon merke ich, wie die Droge in meinen Körper fliest. Nach nur wenigen Minuten wird mir ganz warm ums Herz und ich habe das Gefühl, als wäre ich in Watte gepackt. Ich fühle mich so sicher, so sorgenlos und alles, was mir bis vor kurzem noch so zu schaffen machte, ist jetzt vergessen. Niemand ist da, der mein derzeitiges Glück zerstören könnte. Ich bin ganz alleine, in meiner eigenen, glücklichen, heilen Welt. Ja... es ist wahr... das hier ist tausend mal besser als Gras! Ich bin Junes so unendlich dankbar. Immerhin war er es gewesen, der mir die Droge gegeben hat. Er war es gewesen, der mir all die Sorgen mit einem schlag genommen hat. Ich hoffe nur, dass diese Ruhe und Ausgeglichenheit noch lange anhält. Ich will nicht zurück zu
all meinen Gefühlen, die momentan gestorben zu sein scheinen, will nicht zurück zu all den Problemen, die sich scheinbar in Luft aufgelöst haben. Und so lasse ich mich rückwärts aufs Bett fallen und genieße diesen Rausch.
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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:27    Titel:


-Bill's Sicht-
Vor 3 Stunden bin ich wieder nach Hause gekommen, doch noch immer bist du spurlos verschwunden. Wo bist du blos Tom? Ich mache mir Sorgen. Es ist schon spät und ich bin müde, also lege ich mich ins Bett und versuche ein wenig Schlaf zu bekommen. Lange Zeit sehe ich Bilder von dir vor meinem inneren Auge, bis ich endlich in einen unruhigen Schlaf falle. Ja... meine Nächte sind die Hölle, seitdem meine Träume sich ausschließlich um dich drehen. Immerwieder träume ich das selbe: Ich gestehe dir meine Gefühle und du schreist mich an, wie widerlich und ekelig ich bin. Dann drehst du dich um und läufst vor mir davon, während ich in einen Abgrund falle und von der Schwärze verschlungen werde...
Seitdem ich diesen Traum das erst mal geträumt habe, bin ich auf Abstand zu dir gegangen. Niemals darfst du von meinen Gefühlen erfahren, sonst zerbricht meine Welt und ich werde in der Schwärze versinken. -PENG- Ich schrecke aus meinem, ohnehin miserablen Traum hoch und höre wie Jemand die Treppe hochkommt. Endlich...du bist zurück! Kurz blicke ich zur Uhr und muss feststellen, dass es bereits nach Mitternacht ist. Gott, hast du ein Glück, das Mum übers Wochenende zu Tante Amy gefahren ist! Sonst hätte sie dir sicher die Gurgel umgedreht. Vorsichtig schlüpfe ich aus meinem Bett und fange dich im Flur ab. „Sag mal, weist du eigentlich, wie spät es ist!?“ schimpfe ich mit dir. Deine Reaktion macht mir Angst. Du lachst die ganze Zeit, wie ein Besoffener... doch du hast keine Fahne... was ist los mit dir? „Tom?... Alles klar?“ frage ich besorgt nach. „Sicher doch Billy! Mir ging es noch nie besser!“ antwortest du und gehst an mir vorbei in dein Zimmer. Da ich mir immernoch Sorgen um dich mache, folge ich dir und setze mich bei dir aufs Bett, während du versuchst dich umzuziehen. Ich spüre, wie mir das Blut in den Kopf schießt und habe das Gefühl, es wäre besser gewesen, wenn ich dir nicht gefolgt wäre. Nachdem du dich bis auf die Boxer entkleidet hast, streifst du dir ein Shirt über und setzt dich zu mir aufs Bett. Ich blicke dir in die Augen und erst jetzt merke ich, dass deine Pupillen sich bis auf Stecknadelgröße verengt haben. 'Was hast du gemacht?' Schiest es mir durch den Kopf. Ich will dich nicht direkt drauf ansprechen... habe Angst, vor deiner Reaktion. „Wo warst du bis jetzt?“ frage ich stattdessen. „Bei Lion!“ antwortest du ruhig. Dein überdrehtes Lachen hat aufgehört und du wirkst plötzlich ziemlich ernst. Was sind denn das bitte für Stimmungsschwankungen!? „Warum hast du denn nicht Bescheid gesagt, wo du hin gehst? Ich hab mir Sorgen gemacht...“ sage ich leise. „Sorgen? DU???... Sah eher so aus, als wenn du ziemlich mit deiner Freundin beschäftigt gewesen wärst!!!“ sagst du wütend. Ich spüre, das deine Laune sich wieder um 180° gewendet hat. Aber wovon sprichst du eigentlich? „Was für eine Freundin!?“ spreche ich meinen Gedanken aus. Du lässt dich nach hinten in dein Bett fallen und siehst zur Decke. „Bill, du kannst aufhören mit der Show! Ich weis, dass du mit Ramo zusammen bist. Ich hab euch gesehen!“ sagst du wieder mit einem ruhigem Ton. „Ramo!?“ Ich falle aus allen Wolken. Das ist doch nicht dein Ernst!? „Wie kommst du denn darauf, dass ich mit ihr zusammen wäre? Wir waren doch blos mit den Hunden aus!“ sage ich aufgebracht. Wie kannst du so etwas nur denken? Mein Herz schlägt doch für dich allein! „Du...du bist nicht mit Ramo zusammen!?“ fragst du geschockt. „Nein! Natürlich nicht!!“ antworte ich dir. „Aber...aber... ich dachte du... was hab ich... was...warum?“ stotterst du und ich sehe, wie Tränen deine Augen verlassen. Du siehst ziemlich geschockt aus. Ist es so schlimm, dass ich nicht mit Ramo zusammen bin? Ich verstehe dich nicht. „Was ist denn los!? Ist es so schlimm, dass sie nicht meine Freundin ist!?“ frage ich dich auch direkt. Fassungslos schüttelst du den Kopf. Du wirkst so verletzt und siehst aus, als hättest du gerade einen Schlag ins Gesicht bekommen. „Bitte...bitte lass mich alleine Bill...okay!?“ sagst du halb am heulen. Du schmeißt mich raus? Schon wieder? Warum? Was hab ich falsch gemacht? Ohne ein weiteres Wort stehe ich auf und gehe in Richtung Tür. „Bill...“ ertönt deine Stimme erneut, bevor ich das Zimmer verlasse. Ruckartig drehe ich mich um und sehe dich an. „Hast du... hast du Lust, morgen mit mir zu Calya's Party zu gehen?“ fragst du mich mit brüchiger Stimme. Ich glaub es nicht... du fragst mich, ob ich mit dir weggehe... DU fragst MICH!!! Mein Herz schlägt Purzelbäume. So lange habe ich darauf gewartet, dass du wieder etwas mit mir unternimmst. Endlich... endlich können wir wieder was zusammen machen! „JA! Natürlich!“ sage ich und strahle dich glücklich an, bevor ich dein Zimmer verlasse. Wird jetzt alles so wie früher? Wird jetzt alles wieder gut!? Ich kann meine Gefühle verstecken wenn es sein muss. Wenn ich nur wieder in deiner Nähe sein kann. Die Gedanken an die morgige Party machen mich unheimlich glücklich. Auch wenn ich mir noch immer ein bisschen Sorgen darüber mache, was mit dir los war, lege ich mich glücklich ins Bett und schlafe recht schnell ein. Dies ist die erste Nacht, in der Meine Träume mir nicht den Schlaf rauben, denn ich träume von der morgigen Party und wie viel Spaß wir dort haben werden. Diese Party bedeutet mir so unheimlich viel! Hoffentlich wird alles so schön, wie ich es mir vorstelle...
Am nächsten Tag, hat meine Freude des letzten Abends ihren Tiefpunkt erreicht. Man... wie konnte ich nur so überschwänglich sein und zusagen!? Ich meine...sicher, ich freue mich riesig, was mit ihm zu unternehmen. Aber wie konnte ich nur vergessen, dass es eine Party war, zu der er mich da mitschleifen wollte!? Das bedeutete im Klartext „LEIDEN“, denn er würde wieder jedem Mädchen hinterherspringen und mich achtlos irgendwo stehen lassen. Und dann müsste ich mir wieder ansehen, wie er seinen schönsten Blick irgend einer billigen Tussi schenkt und mit ihr rummacht. Verdammt... wieder wird er es tun...wieder wird er mir das Herz brechen. Es könnte so schön sein, nur warum immer diese Schlampen!? Doch das hätte ich mir früher überlegen müssen, bevor ich Tom mein Einverständnis mitgeteilt habe. Und für diese Entscheidung könnte ich mich jetzt schon wieder schlagen. Ein weiterer Abend den ich noch bereuen werde. Ein weiterer Abend, voller Schmerz und Eifersucht. Ich suche mir wahllos irgendwelche Sachen aus meinem Kleiderschrank raus und style mich wie üblich. Ich richte meine Haare, kämme mir eine Strähne ins Gesicht und schminke meine Augen schwarz. Noch eine knappe Stunde und dann kann der riesen „Spaß“ losgehen... wie ich mich doch freue!!! Pah, pure Ironie. Was Tom wohl gerade macht? Sicher steht er unschlüssig vor seinem Kleiderschrank und kann sich nicht entscheiden, mit welchen Outfit er heute wohl am besten ein Mädel aufreißen kann. Nach geraumer Zeit klopft es an meiner Tür. Na toll! Kann er mich denn nicht einfach vergessen und ohne mich zu dieser bescheuerten Party gehen?... Anscheinend nicht und so beginnt der Horror...

-Tom's Sicht-
Gott verdammter... was hab ich mir nur dabei gedacht, Bill zu Calya's Party einzuladen? Wie high war ich eigentlich? Nichts würde ich lieber tun, als meine Zeit mit ihm zu verbringen, aber wir wissen doch beide, dass dieser Abend in einem einzigen Disaster enden wird. Es kann doch gar nicht gut gehen, wenn wir so lange aufeinander hocken! Wie soll ich meine Gefühle da blos unter Kontrolle halten!? Es könnte so schön werden, wenn Bill nicht wieder anfängt rumzuzicken und wir Beide einen schönen Abend haben können. Aber in letzter zeit ist das schon fast Standart, dass Bill permanent rumzickt, wenn ich mich auf irgendwelchen Parties amüsiere. Das ist dann auch meistens der Grund für meine schlechte Laune. Aber ich verstehe es einfach nicht, was habe ich den bitte getan, dass er so schlecht auf mich zu sprechen ist? Ich weis es einfach nicht und mittlerweile habe ich auch aufgegeben es verstehen zu wollen. Mein Bruder ist einfach nicht mehr das, was er einmal war... doch das ändert nichts an meinen Gefühlen für ihn. Wiedermal, wie schon so oft in den letzten Tagen, sitze ich einfach mit geschlossenen Augen auf dem Bett und denke an dich. Dich interessiert es wohl gar nicht, was da zwischen uns abgeht. Auch ich habe mich verändert. Bin teilweise richtig aggressiv dir gegenüber, doch diese Aggression wurden schlicht und einfach aus der absurden Hoffnung heraus geboren, dass, wenn ich mich nur zu genüge über dich aufregen würde, meine Gefühle einfach so verblassen. Allerdings ist es leider nicht so; egal, wie sehr wir uns auch anmaulten, prügelten und uns gegenseitig die Pest an den Hals wünschten, die Gefühle verblassen kein Stück. Dabei verfügte Bill doch über dieses einmalige stechen in seinem Blick, mit dem er einem einen Speer durch die Brust stoßen konnte. Zu aller letzt halfen die Aggression dann noch, seine eigenen verbotenen Gefühle zu verschleiern. Es ist 19.30... Zeit für die Party. Langsam erhebe ich mich und schlendere zu deinem Zimmer. Als ich deine Tür erreiche, klopfe ich kurz an und trete ein. „Bist du fertig?“ frage ich dich. Du blickst auf und siehst mich mit einem Blick an, der mir sagt: 'warum gehst du nicht einfach ohne mich?'. Auch du scheinst dich unbehaglich zu fühlen bei dem Gedanken an die Party. Ahnst auch du, das dieser Abend nicht gut ausgehen wird? Als wir unterwegs zu Calya sind, blickst du mich ernst an. „Warum wolltest du mich mitnehmen Tom?“ fragst du mich. Etwas verwirrt sehe ich dir in die Augen. Warum jetzt diese Frage? Eigentlich weis ich selbst nicht warum... weil ich high war!? Soll ich dir das einfach mal stecken? Lieber nicht. „Weil ich in Gedanken war!“ antworte ich stattdessen. „Worüber denn? Welche du heute wieder aufreißen wirst und wie du sie dann am besten betrügen kannst!?“, wie du diese Worte sagst... als ob ich nicht dein Bruder wäre, sondern Jemand völlig Fremdes... irgendeine Person, die du nicht leiden kannst. Deine Worte verletzen mich, auch wenn ich es mir nicht eingestehen will und es lässt mich wütend werden, dass du so über mich sprichst. Was geht dich das denn bitte an? NICHTS!!! „Weist du, vielleicht hab ich auch einfach darüber nachgedacht, warum du in letzter zeit so komisch zu mir bist, aber ich glaube, das bemerkst du noch nichtmal!!!“, schnauze ich ihn wütend an. Meine Augen funkeln bestimmt schon zornig vor Wut. „Ach ja!? Dann denk mal nach Bruderherz, vielleicht kommst du ja selbst drauf, wenn dir nicht wieder irgendeine Tussi dazwischen kommt!“ schreist du nicht weniger laut. Das saß... Warum regt der Kerl sich eigentlich über Sachen auf, die ihn absolut nichts anzugehen haben? Du verstehst es ja doch nicht... und warum tut es so weh, wenn du das sagst? „Bitte!? Kümmer du dich doch gefälligst um deinen eigenen Kram und misch dich nicht in Dinge ein, die dich nichts anzugehen habe! Es ist schon lange nicht mehr so, dass ich dir alles erzähle... oder dass dich alles was ich tue, etwas anzugehen hat.“ Die Hitze steigt in mir auf, ich werde von Sekunde zu Sekunde wütender, lange habe ich mich nicht mehr unter Kontrolle, dabei hat der Abend ja noch nichtmal angefangen. Schnell beschleunige ich meine Schritte, ich muss mich beherrschen um nicht handgreiflich zu werden. Und dir geht es wohl nicht anders. Als wir an Calya's Haus ankommen, weis ich nur noch eins, ich da rein, und zwar schnell. Will alles vergessen, was gerade passiert ist. Besonders dich. Nein, ich will dich heute echt nicht wieder sehen, sonst garantiere ich für nichts. Die Party ist schon im vollen Gange. Überall tanzen Leute. An den Wänden stehen vereinzelt Sofa's und ich sehe dir dabei zu, wie du dich auf eines fallen lässt und still schweigend das Geschehen beobachtest. Plötzlich lässt sich ein bildhübsches Mädchen, mit wunderschönen, langen, blonden Haaren neben dich fallen. Ich muss mich schwer zurückhalten. Was ist nur aus unserer Freundschaft geworden? Ich könnte heulen und dich schlagen zugleich. Maan...dieses Mädchen ist echt umwerfend...und jetzt macht sie dir auch noch schöne Augen...lange halte ich das nicht aus. Erst blickst du sie etwas stirnrunzelnd an, doch als du meinen Blick bemerkst, scheint die Situation in ein ganz neues Licht zu rücken.
Du fängst an sie anzulächeln und streichst ihr vorsichtig über den Rücken. Meine Wut steigert sich ins Unermessliche und erreicht einen neuen Höhepunkt. Plötzlich packt Lion mich von hinten und dreht mich zu sich um. „Hey Alter! Alles klar!?“ fragt er. „Ja sicher...“ antworte ich, kann meine Wut jedoch kaum zurückhalten. „Ähm... wegen gestern... es tut mir leid...ok!?“ stottert er. „Ach vergiss es! Ist nicht schlimm!“ sage ich abwesend. Mein Blick ist noch immer auf dich geheftet. Als auch Lion bemerkt, was Sache ist, muss er schwer schlucken. Dann packt er mich am Arm und schleift mich zum Buffet, wo eine große Schale mit Bowle aufgebaut ist. Lion und ich trinken einiges an Alk, bis wir uns wieder abgeregt haben. Mittlerweile ist „deine“ Couch geräumt und ich habe dich aus dem Blick verloren. Auch Lion kann dich nicht mehr entdecken und so führt er mich rum und stellt mir einige Leute vor, die ich noch nicht kenne. Aber immer und immer wieder schweifen meine Gedanken ab und ich denke an dich. Wo bist du hin? Hast du dich mit diesem Mädchen aus dem Staub gemacht. Wo bist du mit ihr hin? Was treibt ihr? Du wirst doch wohl nicht mit ihr... Verdammt Bill, wo bist du hin? Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Diese verdammte Eifersucht frisst mich auf. Nirgends kann ich dich entdecken. Ich könnte ausrasten, warum muss ich die ganze Zeit an dich denken? Und warum lässt mir der Streit von vorhin keine ruhe? Nach einiger Zeit, es müssen mittlerweile um die 30 Minuten vergangen sein, kommt ein Mädchen auf mich zu. Sie hat längeres rotes Haar und wunderschön geschwungene Lippen. Ihre Augen funkeln mich an, als würde sie mich in ihren Bann ziehen wollen . Wenn mein Herz nicht schon längst Bill gehören würde, würde ich nicht lange rumfakeln und sie angraben. Schnell wende ich meinen Blick von ihr ab, bevor ich etwas unüberlegtes tue und lasse ihn durch die Wohnung schweifen. Doch plötzlich entdecke ich dich und das, was ich da sehe, regt mich so sehr auf, dass ich mich am liebsten auf dich stürzen würde und dir deinen wunderschönen Hals umdrehen würde. Ich weis nicht warum, es ist ja eigentlich deine Sache, mit wem du dich befasst. Aber da ist etwas, was mich dermaßen aufregt, dass ich diese Tussi, die schon halb auf deinem Schoß sitzt am liebsten in tausend Teile zerhacken würde. Als du meinen Blick bemerkst, wende ich mich schnell wieder ab und drehe mich zu Lion um, welcher ebenfalls zur Salzsäule erstarrt ist und den Mund nicht mehr zu bekommt. Wieder flirtet dieses rothaarige Mädchen mich an und versucht mir den Kopf zu verdrehen. Wenn ich nicht so aufgebracht wäre, hätte ich mich abwenden und ihr widerstehen können, aber da mein Puls auf 180 ist, beschließe ich mich ein wenig mit ihr abzulenken und gehe auf sie zu. „Ich glaube wir kennen uns noch gar nicht!“ sage ich mit einem Lächeln, von dem ich weis, dass es die Mädels um den Verstand bringt. „Na dann lass uns doch hier und jetzt mit dem Kennenlernen anfangen Süßer!“ sagt sie und zieht mich ohne weiteres auf die Tanzfläche. Noch immer lächelt sie mich auf unwiderstehliche Weise an. Ich packe sie an den Hüften und schiebe sie beim tanzen unauffällig in Bills Richtung, wo dieser mit seiner Tussi sitzt. Ich spüre, wie Adi, mittlerweile habe ich ihren Namen erfahren, ihre Hände langsam in meine Arschtaschen gleiten lässt und sich dichter an mich ranschmiegt. „Du bist mir schon auf den ersten Blick symphatisch!!!“ sage ich und lächle sie an. „Du mir auch!“ antwortet sie und zieht mich noch näher an sich ran. Ich spüre ihren heißen Atem an meinem Hals, Bill müsste mich mittlerweile längst bemerkt haben. Und so ist es auch. Ich linse kurz zu ihm rüber und sehe, wie seine Augen unauffällig aber dennoch vielsagend in meine Richtung funkeln. Er ist sauer... sogar mehr als das. Aber das war noch längst nicht alles Freundchen. Ich werde das Spiel noch ein wenig weitertreiben. Lange blicke ich dieser... wie hieß die gleich? Adi?... in die Augen und als sie erwidert, liegen auch schon meine Lippen auf ihren und meine Zunge bahnt sich den Weg in ihren Mund. Immer heftiger werden unsere Küsse. Das muss man ihr echt lassen, küssen kann sie äußerst gut! Dennoch kann ich keinen Gefallen daran finden... denn sobald ich meine Augen wieder öffne, bist es nicht du, der mir da entgegenblickt. Lächelnd löse ich mich von ihr, habe keine Lust mehr, zu knutschen. Es bringt mir ja doch nichts, da kann sie noch so gut aussehen. „Ich hab Durst, lass was trinken gehen!“ sage ich und ziehe sie mit mir zum Buffet...

-Bills Sicht-
Ich kann nicht mehr, ich kann es einfach nicht länger ertragen. Zuerst dieser dämliche Streit vorhin und die miese Laune zwischen uns Beiden und nun... nun steht er da mit diesem rothaarigen Mädchen und küsst sie leidenschaftlich. Es tut so weh dabei zuzusehen. Wenn er doch nur wüsste, wie weh er mir damit tut. Wenn er doch nur wüsste, wie gerne ich an der Stelle dieses Mädchens wäre. Wenn er doch nur wüsste... aber er weis es nicht. Nichts weis er! Ich hasse mich so sehr für diese Gefühle. Was ist nur los mit mir? Neben mir sitzt ein wunderschönes Mädchen, das mich immerwieder mit verliebten Blicken mustert und mir über den Rücken streicht. Der Name dieses Mädchens ist Moony... jedenfalls hat sie gesagt, dass ich sie so nennen soll. Sie ist wirklich lieb und auch genau mein Typ...und was mache ich!? Ich sitze hier mit geballten Fäusten und siehe zu, wie mein Bruder eng umschlungen mit diesem rothaarigen Mädchen tanzt. Immer enger schmiegt sie sich an ihn. Ich drohe zu platzen, wenn die Beiden nicht endlich wieder auseinander gehen. Plötzlich sieht er mich an, bemerkt meinen Blick und mir ist, als ob ein Lächeln über seine Lippen huscht. Es vergehen keine 10 Sekunden, da stellt er sich direkt in mein Blickfeld und steckt dieser Tussi seine Zunge in den Hals. Ich beginne zu zittern, halte diese Show nicht länger aus. Ich ertrage das alles nicht. Tiefer und tiefer Bohren sich meine Nägel in meine Hand. „Hey, alles in Ordnung?“ höre ich Moony plötzlich aufkeuchen. Als ich ihrem geschocktem Blick folge, bemerke ich, wie mir Blut von der Hand läuft. Ich hatte meine Fäuste wohl so stark geballt, dass ich mir mit den Nägeln die Haut aufgerissen habe. „Alles in Ordnung.“ sage ich geistesabwesend. „Was ist denn los? Du wirkst so angespannt... aber ich denke, ich weis, wie ich dir da helfen kann...“ und damit legt Moony ihre Hand an meinen Hals, zieht mich zu sich hin und küsst mich. Ich wehre mich nicht dagegen, lasse es einfach geschehen und tue es meinem Bruder gleich. Ich weis echt nicht, was mich geritten hat. Ich bin total nüchtern, völlig bei Verstand und weis, dass ich einen anderen liebe. Dennoch lasse ich mich auf diesen Kuss ein. Der Kuss wird immer intensiver und mit der Zeit vergesse ich alles um mich herum. Doch ich spüre nichts. Keine Liebe, kein Verlangen, keine Freude... rein gar nichts. Ist es bei Tom auch so? Empfindet er auch nichts, wenn er eine seiner vielen Errungenschaften küsst? Spielt er auch nur mit ihnen? Aber wenn ja... warum? Als wir uns wieder von diesem Kuss lösen, bist du verschwunden. Ich habe dich aus dem Blick verloren und Eifersucht macht sich breit bei mir. Was hast du jetzt mit ihr vor? Lange hänge ich diesen Gedanken nicht nach, denn schon zieht Moony mich hoch und steuert mit mir aufs Buffet zu. Als wir am Buffet ankommen, verkrampft sich mein Magen erneut, denn dort stehst du, lachst dein schönstes Lachen und übersähst deine neue Errungenschaft mit lauter kleinen Küssen, als du mich entdeckst. Ich stelle mich mit „MEINER“ Errungenschaft direkt neben dich und fange ebenfalls an, wild mit ihr rumzuknutschen. Ich beginne intensiv von meiner Zunge Gebrauch zu machen und hoffe du siehst es. Schau mir genau zu Tom, du bist nicht der Einzige, der das kann! Du hast endlich aufgehört zu Lachen. Es ist eine einzige Genugtuung, denn auch wenn ich deine Reaktion jetzt nicht sehen kann, kann ich sie mir doch bildlich vorstellen. Diese Vorstellung gibt mir einen unheimlichen Kick und veranlasst mich dazu noch mehr Intensität in den Kuss zu legen. Nachdem mir langsam die Luft ausgeht, löse ich mich wieder von Moony und stelle mich direkt neben dich. Ich spüre deine stechenden Stiche und lächle in mich hinein. „Na wie ich sehe, hast du ja ne Menge Spaß!!! Und dann machst du mich blöde an wegen meiner Geschichten!?“ flüsters du mir wütend ins Ohr. Du bist sauer, keine Frage. Dabei ist es doch fast lächerlich, warum wir Streit haben... „Ach... du doch auch! Ich wollte es dir nur mal gleich tun und weist du was... sie ist eine fantastische Küsserin!!! Wer weis, was da heute noch so passiert!?“ flüstere ich ihm wütend ins Ohr und wende mich wieder von ihm ab. Er funkelt mich verdammt Sauer an und es würde mich nicht wundern, wenn ich gleich den ersten Schlag kassiere. Aber um ehrlich zu sein, warte ich nur darauf, dass er zuschlägt, zu gerne würde ich jetzt meine riesige Wut auf ihn loslassen. Außerdem rieche ich seine Fahne... schon wieder hat er sich volllaufen lassen, was mich noch wütender lassen wird. Moony merkt, wie ich vor Wut bebe und zieht mich schnell in eine innige Umarmung. Wer weis, was ich mit Tom angestellt hätte, wenn sie mich nicht festgehalten hätte!? Doch diese Frage muss ich mir nicht lange stellen, denn schon werde ich brutal von hinten aus der Umarmung gezogen und seine Faust findet den Weg in meinen Magen...

-Tom's Sicht-
Schon wieder einmal, wie so oft an diesem Abend, habe ich Mühe, mich zurückzuhalten. Ich verstehe das nicht. Warum haben wir wegen soetwas Streit? Ich brauche dringend Ablenkung, sonst bin ich nicht mehr lange Herr über meine Sinne. Doch diese... äh... Adi bringt mir nicht viel. Eigentlich habe ich nur versucht, sie zu benutzen, um Bill eins auszuwischen, doch er hat mich übertroffen. Ich will es mir zwar nicht eingestehen, doch es ist so. Diese Party gleicht von Anfang an einem Machtkampf zwischen ihm und mir, nur das Ende ist noch unklar...
Nachdem Bill fertig ist, mit knutschen, wendet er sich von mir ab und fällt dieser Tussi wieder in die Arme. Er schmiegt sich an sie ran und streicht ihr genüsslich über den Rücken. Plötzlich brennen bei mir alle Sicherungen durch. Ich halte das einfach nicht mehr aus und so reiße ich Bill aus dieser Umarmung und versetze ihm einen gehörigen Schlag in den Magen. Er taumelt und fällt schließlich auf den Boden. Erst sieht er mich absolut geschockt an, doch schnell wandelt sich sein Blick und zwei hasserfüllte Augen blinzeln mir entgegen. Fassungslos starre ich meine Hand an. Was hab ich getan? Schnell rappelt er sich wieder auf und stürzt sich auf mich. „Bist du bekloppt oder was!?“ brüllt er mich an, während er mich zu Boden reißt. Er sitzt auf meinem Becken und schlägt mir mit der Hand voller Wucht ins Gesicht. Das hat er nicht umsonst getan!!! Ruckartig ziehe ich ihn an den Haaren zurück, um ihn von mir runterzubekommen. Und beuge mich über ihn, so dass ich nun die Oberhand habe. „WAS!? Willst du jetzt aufmucken oder was!?“ schreie ich ihn an. „Geh runter von mir, und pack mich gefälligst nicht an du *SPAM* Automatische Zensur!!!“ schreit er zurück. Wir sind Beide auf 180 und würden erst aufhören uns zu kloppen, wenn wir uns gegenseitig ins Koma befördert hätten, oder uns Jemand gewaltsam trennen würde. Immerwieder tritt er mir gegen's Knie, was verdammt weh tut. Ich hole kräftig aus und blicke ihm in die geschockten Augen, bevor ich Bill eine Kopfnuss verpasse. Argh...verdammt tut das weh! Aber wenn es ihm wenigstens halb so dolle weh getan hat, wie mir, hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Unter mir wendet er sich stark und versucht sich verzweifelt von mir loszureißen. Plötzlich verliere ich das Gleichgewicht und stürze seitwärts von Bill runter. Sofort stürzt er sich wieder auf mich und beginnt mich zu würgen. Ich greife ebenfalls nach seiner Kehle und schnürre ihn die Luft ab. Nach weniger Zeit beginne ich zu keuchen. Verdammt... der Kerl bringt mich noch um! Was ist blos in ihn gefallen? Als auch er beginnt zu keuchen und ihm Tränen in die Augen steigen, lockere ich den Griff und schlage ihm stattdessen erneut in den Magen, damit auch er von mir ablässt. „Willst du mich umbringen oder was!?“ brülle ich ihn völlig außer Atem an. „Ja! Wenn du mich dann endlich in Ruhe lässt!!!“ schreit er zurück. Was fällt dem Idioten eigentlich ein!? Der wünscht mir den Tod an den Hals!? Mir? Seinem eigenem Bruder? Na warte Freundchen... Wieder stürze ich mich auf ihn und vergrabe meine Faust in sein Gesicht. Auch er ist wieder in voller Fahrt und tritt mir in den Unterleib. Verdammt!!! Ich glaub, ich werd impotent! Seit wann ist der kleine eigentlich so stark!? Grade will ich wieder auf ihn losgehen, als ich von Lion zurückgerissen werde und er mich mit aller Kraft daran hindert, mich zu bewegen. „Reg dich ab Alter!!!“ schnauzt er mich wütend an. Klar... ich habe „seinen“ Bill geschlagen! Kein Wunder, dass Lion wütend ist. Als Bill das bemerkt, scheint für ihn der passende Moment gekommen zu sein und er stürmt wieder auf mich zu. Kurz bevor mich ein weiterer Schlag treffen kann, wird er von Calya aufgehalten und in eine andere Ecke bugsiert. Noch immer bin ich fest in Lions Griff, als ich beobachte, wie Bill wild mit Calya streitet und schließlich nach seiner Jacke greift und sich aus dem Staub macht. Nun lässt auch Lion mich los. Auf den eifersüchtigen Penner hab ich im Moment echt keinen Bock. Ich verkrieche mich ins Bad im oberen Geschoss und hoffe, dass mich niemand suchen kommt. Meine Wut ist inzwischen wieder abgeflaut und ich zermürbe mir den Kopf darüber, wie es nur soweit kommen konnte. Langsam laufen mir Tränen an den Wangen herunter. Was habe ich blos getan? Wie konnte ich Bill verletzen? Das... das würde ich doch normalerweise nie machen...oder? Wie konnte ich nur? Warum muss ich den einzigen Menschen, der mir etwas bedeutet verletzen und somit von mir stoßen!? Ich komme mir so erbärmlich vor, wie ich hier sitze und bereue. Warum kann ich nicht einmal im Leben meine Emotionen unter Kontrolle halten!? Aber... Es tat so verdammt weh. Wiedereinmal wünsche ich mir nichts sehnlicher, als vergessen zu können. Mein Herz schmerzt so sehr und diese Schuldgefühle nagen dermaßen an meiner Seele, dass ich das Gefühl habe, sie würde mehr und mehr verschwinden. Vorsichtig erhebe ich mich und will zu Lion. Hoffentlich hat er etwas von seinem Gras dabei! Denn ich wünsche mir nichts sehnlicher als das! Ja, ich will Gras oder nein... besser noch... ich will Heroin! Ob Junes auch auf der Party ist? Ehrlich gesagt bezweifle ich das... warum sollte Calya ihn auch einladen!? Doch als ich die Tür öffne und auf den Flur trete, erblicke ich ihn plötzlich und meine Welt hellt sich wieder etwas auf. Dort steht Junes, quatscht mit ein paar Freunden und scheint bei bester Laune zu sein. Vorsichtig nähere ich mich ihm. Seine Kumpel sehen mich abschätzend an und seine schwarzen Augen sind neugierig auf mich geheftet. „Ich... Ich brauch da was von dir!“ sage ich ruhig und blicke ihm besonnen in die Augen. Junes weis sofort was Sache ist und nickt. Er schreitet voran und geht wieder Richtung Badezimmer, aus welchem ich gerade erst gekommen bin. Vorsichtig lässt er sich auf den Boden sinken und sieht mich fordernd an. Ich schließe die Tür hinter uns und setze mich zu ihm. „Du weist, dass Drogen gefährlich sein können oder!?“ fragt Junes, während er mich ernst anblickt. „Schon klar du Witzbold! Ist es dir lieber, wenn ich mir die Pulsadern aufschneide!?“ antworte ich. „Woooow...Alter, ganz ruhig! Du bekommst ja was... allerdings muss ich dir dafür jetzt auch mal die Kohle abknöpfen, das Zeug wächst schließlich nicht auf den Bäumen!“ sagt er ruhig. „Schon klar Alter! Was kostet das Zeug denn!?“ frage ich etwas nervös. „Ein Gramm bekommst du für 10 Euro!!!“ „und was brauch ich!?“ frage ich verwirrt nach. „Bei deiner Dosierung würd' ich dir einen Gramm pro Spritze empfehlen! Sonst wird's zu viel und du verreckst an ner Überdosis!!!“ erwidert er. Danke, kann er das nicht irgendwie anders ausdrücken!? „Alles klar! Aber... ich hab grad nichts dabei... kannst du mir was vorstrecken!?“ frage ich ihn und setze einen verzweifelten Blick auf. „Sicher Süßer!“ antwortet er und packt seinen Kram aus. Wie hat er mich da gerade genannt? 'Süßer'? Der ist doch wohl nicht... egal... Hauptsache ich bekomme endlich den Stoff! „Und von wem bekomme ich das Zeug, wenn ich mal wieder was brauche?“ unterbreche ich sein 'Ritual'. Lächelnd sieht Junes mich an. „Na von mir natürlich!!!“ antwortet er schließlich und reicht mir seine Handynummer. Als er das Pulver aufgelöst und in zwei Spritzen gefüllt hat, reicht er mir eine und meint: „Probier's mal selber!“. Vorsichtig setze ich die Spritze an, bin noch etwas am Zittern und blicke fragend in Junes Gesicht. „Ja, fast...“ sagt er und schiebt die Spritze etwas weiter nach rechts. Vorsichtig spritze ich mir das Heroin in die Vene und warte darauf, wieder auf der 7. Wolke zu schweben. Lange muss ich nicht warten und schon werde ich wieder in Watte verpackt und vergesse alles, was geschehen ist. Herrlich dieses Gefühl...

-Bill's Sicht-
Tränen laufen stumm aus meinen Augen, rinnen über mein Gesicht und sterben auf meinen Lippen. Ich laufe durch den Regen, niemand soll meine Tränen sehen. Ja, ich weine... ich weine um dich! Wie konnte es nur so weit kommen? Warum haben wir überhaupt erst angefangen, uns zu streiten? Und was in Gottes Namen hat uns dazu getrieben, uns zu Prügeln? Es tut so weh, nicht die Hämatome oder die vielen blauen flecken sind es, die mich quälen, sondern die Tatsache, dass du es warst, der mich so zugerichtet hat. In letzter Zeit wird unser Verhältnis immer schlechter, immerwieder frage ich mich, wie es gekommen ist, dass wir jetzt nicht mehr so wie früher beieinander sein können, doch nie bin ich auf eine passende Antwort gekommen. Aber eines ist ganz sicher, die Tatsache, dass Tom sich mehr und mehr zum riesen *SPAM* Automatische Zensur entwickelt, trägt nicht gerade zur Besserung bei. Als ich zuhause ankomme, renne ich gleich in mein Zimmer und lasse mich aufs Bett fallen. Immerwieder haue ich mit der Faust in mein Kissen. Du *SPAM* Automatische Zensur... du verdammter *SPAM* Automatische Zensur. Warum tust du mir so weh? Macht es dir Spaß, meine Gefühle zu verletzen? Unaufhörlich fließen die Tränen an meinen Wangen hinunter und ich muss mich stark zusammenreißen um nicht das ganze Haus zusammenzuschreien. Verzweifelt beiße ich nun in mein Kissen, habe angst, das mum mein weinen hört. Ich liebe dich doch so sehr... warum müssen wir immer streiten? Ich liebe dich... NEIN... Ich hasse dich!!! Denn du weckst die Einsamkeit in mir! Du machst mich schwach. Du bringst mich um den Schlaf. Du berührst mein Herz. Du bist Schuld, dass ich das Alleinsein nicht mehr ertrage. Immer wenn du nicht bei mir bist, fange ich an von dir zu träumen, denn du fehlst mir bereits, wenn du mir nur den Rücken zuwendest. Weiter laufen tränen an meinen Wangen hinab... doch es sind andere Tränen als zuvor. Meine Wut hat sich in Reue verwandelt. Ja... Ich weine... weine um dich, weil ich alles so unendlich bereue. Wie sehr würde ich mir wünschen, die Zeit zurückzudrehen. Wäre ich doch blos nie mit dir zu dieser verdammten Party gegangen... Gestern war alles noch gut... naja... gut ist was anderes... aber wir haben uns noch nicht gezofft. Und jetzt hasst du mich sicher. Verdammt... warum musste das so scheiße laufen? Nach einiger Zeit falle ich vor Erschöpfung in einen unruhigen schlaf...
Ein Kichern lässt mich aus meinem Schlaf hochschrecken. Du bist zurück! Doch plötzlich vernehme ich eine weitere Stimme. Das ist nicht wahr oder!? Du hast ein Mädchen mit nach Hause genommen. Um diese Uhrzeit... Nein, bitte nicht! Das kann nur eins bedeuten...aber...oh bitte Gott, tu mir das nicht an. Zitternd setze ich mich auf, rutsche ans Kopfende, so dass ich mich gegen die wand lehnen kann und ziehe meine Beine an meinen Oberkörper. Verzweifelt schlinge ich meine Arme um meine Knie und lege meinen Kopf auf ihnen ab. Bitte Tom... tu mir das nicht an! Ich höre, wie ihr kichernd die Treppe raufsteigt und in dein Zimmer geht. Die Wände sind verdammt dünn und ich kann keine Musik anmachen, da ich sonst das ganze Haus aufwecken würde. Plötzlich höre ich das Mädchen aufstöhnen. Nein...ich will das nicht hören. Stumme Tränen beginnen von neuem in Bächen an meinem Gesicht herunter zu laufen. Wieder und wieder müsst ihr aufkeuchen und stöhnt vor Lust. Bilder machen sich in meinem Kopf breit, wie du mit diesem rothaarigen Mädchen von vorhin im Bett liegst und mit ihr schläfst. Sie stöhnt deinen Namen und ich merke, wie mein Herz sich zusammenzieht. Ich bekomme keine Luft mehr. Das halte ich nicht mehr aus! Dieser Schmerz ist jenseits von dem, was man ertragen kann! Dein stöhnen wird immer lauter und erfolgt in immer geringeren Abständen. Verzweifelt presse ich mir ein Kissen auf die Ohren. Ich kann nicht mehr! Bitte Gott, lass es endlich aufhören! Doch es hört nicht auf. Im Gegenteil es wird immer lauter und schrecklicher!!! Nach einer halben Ewigkeit, in der ich tausend Tode gestorben bin, höre ich nur noch einen lauten Schrei von ihr und höre, dass ihr beide wild am keuchen seid. Es ist vorbei... Nach wenigen Minuten schleicht sie leise über den Flur und verlässt das Haus. Sie ist weg! Endlich! Kraftlos sacke ich in mich zusammen. Mein Bett ist ein einziges Tränenmeer. Meine Augen schmerzen tierisch von all den Tränen und all die Bilder, die sich jetzt in meinem Kopf abspielen, lassen mir keine Ruhe. Bilder von dir und ihr. Diese verdammten Bilder wollen einfach nicht verschwinden. Sie rauben mir den Schlaf, den Verstand und all mein Glück... Wäre das alles nicht passiert, wenn ich dir meine Liebe gestanden hätte? Hättest du dann Rücksicht auf mich genommen? Und wärst lieber zu ihr gegangen? Wie ich mir wünschte, ich hätte den Mut, es dir zu sagen. Doch ich habe ihn nicht und werde ihn wohl auch niemals haben. Was habe ich doch früher gelacht über Leute, die aus Angst keine Gefühle zeigen wollten. Was für Memmen habe ich gedacht. Doch Hochmut kommt vor dem Fall und früher oder später trifft es dich dann selbst. Nie hätte ich gedacht, dass Liebe so wehtun kann. Dass der Schmerz dir das Herz zerreißen kann. Ein Schmerz, als würde dir eine riesige Faust das Herz zusammen drücken. Das Unvermögen diese Liebe zu begreifen und immer nur dieser unvorstellbare Schmerz. Und immer begleitet mich diese Angst. Angst, vor einer zu großen Verletzung. Das Risiko ist mir einfach zu hoch und ich habe den nötigen Mut nicht, das alles durchzustehen. Ich habe weder den Mut, noch die Kraft, zu meinen Gefühlen zu stehen und ich wünschte mir so sehr, dass es anders wäre. Mit einem von Schmerz gezeichneten Ausdruck in den Augen falle ich endlich in einen furchtbaren Schlaf...


-Tom's Sicht-
Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht. Langsam öffne ich meine Augen. Starre gegen die Decke und denke an den gestrigen Abend. Nachdem die Wirkung des Heroins nachgelassen hatte, habe ich begonnen, mir Gedanken über mein Leben zu machen und die Antworten, die ich gefunden habe, haben mir nicht gefallen. Mir ist bewusst geworden, dass ich noch nie in meinem Leben wirkliche Liebe gespürt habe. Alle redeten immerzu über dieses Gefühl. Alle kannten es, doch warum kannte ich es nicht? Ich hatte schon so unendlich viele Beziehungen, doch all die Mädchen, mit denen ich zusammen war, haben mir nie wirklich etwas bedeutet. Ich habe ihnen immerzu nur das Herz gebrochen. Die „Liebe“ war all die Zeit nur ein Spiel für mich. Nichts ernstes. Aber warum kann ich sie nicht finden... die „wahre“ Liebe? Warum kennt sie Jeder, nur ich nicht? Warum habe ich nie gespürt, wovon all die anderen immer redeten? So viele Fragen gingen mir durch den Kopf und die Antworten, die ich nach so viel Jahren endlich gefunden hatte, verletzten mich so sehr, dass ich wünschte ich hätte nie nach ihnen gefragt. Denn bei all den Fragen, lag doch die Antwort so nah: Ich konnte die Liebe nicht finden, weil sie schon immer bei mir war. Warum nur erkannte ich all die Zeit nicht, dass ich verliebt war? Wie schon gestern Abend, nach meiner glorreichen Erkenntnis, kämpfe ich wieder mit den Tränen. Mir wurde klar, wie sehr ich mich doch verändert hatte und das nur, weil ich endlich wirkliche Liebe empfinde? Lieber hätte ich sie niemals kennen gelernt...nicht so...
Und so kämpfe ich täglich mit der Ironie meines Schicksals, denn ich liebe dich... ausgerechnet dich...meinen Bruder. Meine Liebe ist mit Blut geschrieben worden und solange dieses Blut durch meine Adern fließt, werde ich nicht aufhören können, dich zu lieben. Nie werde ich Jemand anderen so sehr lieben können, wie ich dich liebe. Nie wird mein Herz so sehr geliebt werden, wie ich das deine liebe. Niemals werde ich wahre Liebe erfahren können. Ja...das ist die Erkenntnis, die mir die letzte Nacht gebracht hat. Ich werde Zeit meines Lebens alleine sein und der Liebe nachtrauern, die ich niemals haben durfte. Und das nur aus einem ganz einfachen Grund: weil du mein Bruder bist! Mein ein und Alles!!! Wie konnte Gott mir das nur antun? Warum lässt er zu, dass die einzige Liebe, die ich je verspüren werde meinem Bruder gehört? Es ist nicht erlaubt... nicht erlaubt... weil es abstoßend ist, pervers... wer entscheidet das? Wer eignet sich diese Macht an, zu entscheiden was richtig und was falsch ist? Es steht im Gesetz geschrieben... wird „Blutschande“ genannt. Doch wer verdammt gebietet über dieses Gesetz? Es ist nicht fair! Ich darf den einzigen Menschen, der mir etwas bedeutet nicht lieben, weil ANDERE es mir verbieten wollen. Alle anderen dürfen ihn lieben, nur ich nicht! Das ist so unfair!!! Aber das ist noch längst nicht alles. Ich weis auch, dass du es niemals akzeptieren könntest. Du wärest angeekelt vor mir und würdest mich verlassen. Ich will dich nicht verlieren, das würde ich nicht überleben! All diese Gedanken schmerzen so sehr und fressen mich Stück für Stück von innen auf. Ich lernte nicht nur kennen, was Liebe ist, sondern auch, was unerwiderte Liebe ist. Nun weis ich, was ich all den Mädchen angetan habe. Doch ich bezweifle, dass sie auch nur im entferntesten so viel Schmerz empfunden haben wie ich. Irgendwann gestern Abend kam dann Lion wieder auf mich zu. Er sah gar nicht gut aus, aber ich kann echt nicht behaupten, dass ich besser aussah. Wir redeten miteinander und haben uns wieder zusammengerauft. Dann irgendwann ganz plötzlich fragte er mich: „Sag mal, wann hast du eigentlich das letzte Mal eine Frau gehabt?“ Mir wären vor Schreck fast die Augen aus dem Kopf gefallen. „Uff... das ist schon eine ganze Weile her!“ habe ich ihm dann schließlich geantwortet. „Du solltest vielleicht mal wieder drüber nachdenken!“ meinte er dann mit einen ernsten Blick zu mir. „Na komm... sonst warst du auch nicht drum verlegen, dir einfach mal eine zum Vögeln mit nach Hause zu nehmen! Außerdem hat das doch eh nichts mit Gefühlen zu tun und Bill wirst du eh nie haben können!“ ergänzte er. Bei dem letzten Satz hätte ich ihm am liebsten umgebracht. Aber er hatte ja Recht. Ich hatte ein bisschen Sex echt mal wieder nötig und außerdem wollte ich austesten, ob ich wirklich nichts für jemanden anderen empfinden kann. Zu verlieren hatte ich also nichts. Als mir dann diese Adi erneut über den Weg gelaufen ist, habe ich nicht lange gefackelt und sie mit nach Hause geschleift. Doch das, was dann kam, hat mich noch viel tiefer ins Verderben gestoßen. Noch nie ist es mir passiert, das ein Mädchen, mit dem ich geschlafen hatte, mich so kalt gelassen hat. Es war weder besonders schön noch äußerst erregend. Da hätte ich auch gleich selber Hand anlegen können. Es lag nicht etwa daran, dass sie nicht gut war, sondern vielmehr daran, dass es nicht Bill war. Als der Akt geendet hatte, packte das Mädchen... wie hieß sie gleich?... egal...ihre Sachen zusammen und ging ohne ein weiteres Wort. Ich war echt froh, als sie endlich weg war. Kurz darauf war ich auch schon eingeschlafen... und nun liege ich hier wach in meinem Bett und lasse den ganzen letzten Tag revue passieren. Als ich an die gemeinsame Nacht mit dem rothaarigen Mädchen denke, muss ich schwer schlucken. Noch nie in meinem Leben habe ich mich so schuldig gefühlt... ich fühle mich, als hätte ich dich betrogen! In gewisser Weise habe ich auch mich selbst betrogen...Ich habe mein Herz betrogen! Ich bin mit diesem Mädchen einfach so in die Kiste gestiegen, ohne weiter drüber nachzudenken. Aber jetzt ist da dieses Gefühl in mir... es sagt mir, dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Wie konnte ich meinem eigenen Herzen nur solchen Schmerzen aussetzen? Ja... ich habe dich betrogen! Dabei bin ich doch gar nicht mit dir zusammen... und ich weis auch, dass du niemals „mein“ sein wirst. Niemals werde ich dich so sehr lieben können, wie ich es mir wünsche. Doch auch, wenn ich dich niemals haben kann, werde ich immer bei dir sein und dich beschützen... genauso, wie ich es schon immer tue!!! Mehr als das kann ich nicht tun und so stirbt mein Herz langsam vor sich hin. Warum musste ich mich auch in ihn verlieben? Gerade in meinen Bruder. Ich hätte das niemals zulassen dürfen. Aber er hat mir gezeigt, was Wärme ist. Durch ihn weis ich jetzt, was Liebe ist... dass es weitaus mehr gibt, als das körperliche Verlangen. Traurig über diese Tatsache stehe ich auf und verlasse mein Zimmer...


-Bill's Sicht-
Vorsichtig schlage ich die Augen auf. Es tut so weh... meine Augen brennen förmlich. Zuviel habe ich gestern weinen müssen und die Gedanken an Gestern treiben mir unwillkürlich erneut die Tränen in die Augen. Doch innerlich weine ich gar nicht mehr... nein! Ich blute!!! Langsam rappel ich mich auf, wisch mir die Tränen aus dem Gesicht und ziehe mich um. Schnell will ich in Richtung Bad, doch als ich auf den Flur trete, laufe ich dir natürlich promt über den Weg. Kurz schauen wir uns an und gehen dann aneinander vorbei. Kein Wort ist gefallen... eine Welt ist zusammengebrochen. Mein Herz...mein ganzer Körper schmerzt!!! Mein Herz ist am sterben...es tut so unglaublich weh, denn das Herz stirbt langsam...mit jeder einzelnen Hoffnung. Nachdem ich mich im Bad zurecht gemacht habe, folge ich dir nach unten an den Frühstückstisch. Ich setze mich dir gegenüber und blicke dich kurz an. Lange kann ich deinen Anblick nicht ertragen, erstens weil wir uns gestern furchtbar geprügelt haben, zweitens weil ich mir dann vorstelle, wie du SIE küsst. Innerlich bete ich: Bitte Tom... spring über deinen Schatten, spring! Das es dir leid tut, sag es mir. Das es dir leid tut, bitte zeig es mir!!!
Dieser Schmerz in meiner Brust schnürrt mir fast die Seele zusammen. Warum musstest du gestern mit ihr... oh Gott... warum kann ich diese Nacht nicht endlich vergessen? Du bist mein BRUDER!!! Du bedeutest für mich die Welt und ausgerechnet du fügst mir Schmerzen zu. Wie kann ich dich lieben? Wie? Warum? Immer diese verdammten Fragen. Ich kann es einfach nicht fassen. Ich muss diese Gefühle vergessen... wieso geht es nicht? Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich will sterben, doch es geht einfach nicht! Wieder blicke ich auf. Sehe in deine Augen. Sie treffen meine und ich sehe, dass es dir leid tut. Traurig blicken wir einander an. Sind versunken in den Augen des Anderen. Die Zeit steht still zwischen uns. „Hey Jungs, wie war eigentlich eure Party gestern Abend?“ unterbricht unsere Mum die Stille. Wieder wird es kalt in meinem Herzen und ich blicke betrübt zur Seite. „Es war scheiße!“ antwortest du ihr. Ich blicke wieder auf und suche deine Augen...gefunden. Noch immer blickst du mich unverwant an und sprichst weiter: „Es war der beschissenste Tag seit langem!“ Mum blickt dich musternd an. Sie sieht deine Anspannung und zieht es vor zu schweigen. Ich weis nicht, warum ich es ihr nicht gleichtun kann. Warum muss ich jetzt meine verdammte Klappe aufreißen? Doch es geht nicht anders und schon sage ich direkt, was mir auf dem Herzen liegt: „Dennoch scheinst du großen Spaß gehabt zu haben!!!“ Verwirrt siehst du mich an. Auch Mum blickt mich an. Ich sehe, wie sich auf deiner Stirn falten bilden. Plötzlich springt Mum auf und rauscht aus dem Zimmer. Das Zeichen für dich... sofort redest du auf mich ein. „Denkst du etwa, das Gestern hat mir Spaß gemacht? Verdammt Bill... warum ist es soweit gekommen? Das war echt alles andere als Fun! Wie kommst du überhaupt darauf, dass sowas spaß macht!?“ sagst du. „Das meine ich auch nicht...“ antworte ich. Du ziehst eine Augenbraue hoch und guckst mich verwirrt an. „Nicht? Was denn dann?“ sagst du. Ich schaue bedrückt zu Boden und meide deinen Blick. „Verdammt Bill rede mit mir!!! Sag mir was du meinst!... Was willst du überhaupt!?“ regst du dich auf. Was ich will? Ich will nur eins... Ich brauche nur eins, und das bist du!!! Ich bin echt kein Mensch, der vieles braucht... brauche nicht all die Dinge oder diese Menschen, die mir eh nichts bedeuten!!! Ich brauche nur eins und das bist du...
Wütend siehst du mich an, willst eine Antwort... willst verstehen. „Verdammt Tom! Ich hab euch gehört!!! Jedes einzelne Geräusch hab ich gehört, als du mit IHR in deinem Zimmer warst!!!“ schreie ich während ich im selben Moment aufspringe. Ich glaube, ich sehe dich ziemlich geschockt an. Kann meine Gefühle nicht länger unterdrücken. Fange direkt vor deinen Augen an zu weinen. Du siehst mich an. Verzweiflung und Panik liegt in deinem Blick. Meine Worte haben dir die Sprache verschlagen. Du siehst mich entsetzt an, stehst vorsichtig auf und willst gerade den Mund öffnen, als ich mich umdrehe und davonlaufe. Ich schäme mich so sehr, vor dir zu heulen und so verschwinde ich, so schnell ich kann hoch in mein Zimmer. Nun sitze ich hier auf meinem Bett und heule- wieder einmal. Denke nach, wie so oft. Denke an dich, an mich, an mein Leben- mein verkorkstes Leben. Wie soll es denn jetzt nur weiter gehen? Diese Fragen quälen mich. Ich weis einfach nicht, was ich machen soll. Ich weis nur, dass es nicht so weiter gehen kann. Unaufhaltsam laufen die Tränen, doch es ist mir egal. Mir ist alles egal. Doch eines fasziniert mich... ich bin verwundert, dass ich nach der letzten Nacht überhaupt noch weinen kann, dass ich überhaupt noch Tränen in mir habe. Ich weis gar nicht mehr, wie oft ich geweint habe in letzter Zeit. Ich weis nur eins... bald kann ich nicht mehr. Schon jetzt bin ich ein einziges seelisches Wrack. Ich will, dass du zu mir kommst, mich in den Arm nimmst und mich tröstest. Doch ich weis genau, dass das nicht passieren wird. Ich drehe laut die Musik auf. Ganz laut. So, dass es auch wirklich jeder hören kann, besonders du. Es ist traurige Musik. Passend zu meiner Stimmung. Und ich beginne mich wieder zu fragen, wie das alles angefangen hat. Warum ich mich gerade in dich verlieben musste... meinen Bruder.



„Verdammt Tom! Ich hab euch gehört!!! Jedes einzelne Geräusch hab ich gehört, als du mit IHR in deinem Zimmer warst!!!“ schreist du. Das ist nicht wahr... das darf einfach nicht wahr sein!!! Du darfst es nicht gehört haben! Mein ganzer Körper zittert. Ich fühle mich so unglaublich schmutzig und stärker als zuvor habe ich das Gefühl, dich betrogen zu haben. Wie konnte ich nur? Wie konnte ich dir das nur antun? Ich weis nichtmal, was es dir bedeutet, all das mitbekommen zu haben, aber als ich dir in die Augen sah, dachte ich, du wärst gestorben. Noch bevor ich dir antworten kann, dir etwas erklären kann, dich trösten kann, rennst du mit Tränen in den Augen aus dem Raum und flüchtest dich in dein Zimmer. Warum ist das alles so schwer? Wenn nicht du es wärst, würde ich jetzt hinter dir herlaufen, dich in meine Arme ziehen und dich küssen. Doch ich kann es nicht. Denn nur in meinen Träumen küsst du mich. In meinen Träumen streichelst du mich. In meinen Träumen bist du immer bei mir und hältst mich in deinen Armen. Doch jeder Traum ist mal zuende. Ich sehne mich nach meinen Träumen mit dir, nach deiner Zärtlichkeit und deiner Liebe. Nicht in meinen Träumen sondern real. Wie lange muss ich denn noch warten? Wann darf ich endlich meinen Körper an deinen schmiegen? Wann darf ich dich wie in meinen Träumen berühren? Bitte sag es mir, denn ich will nicht länger träumen! Ich will dich, denn ich liebe dich!!! Aber ich darf es nicht... Ich kann dir nicht von meinen Gefühlen erzählen, denn ich habe zu große Angst, dich zu verlieren, dich nie mehr wieder zu sehen, dir scheißegal zu sein, mich total in dir zu verennen. Und so bleibe ich stehen und blicke dir nur nach, wie du vor mir flüchtest. Ich glaube es ist dir unangenehm vor mir zu weinen, doch das muss es nicht. Ich will dich nämlich so gerne trösten... doch ich kann es einfach nicht. Der Appetit ist mir vergangen. Kurz entschuldige ich mich noch bei unserer Mutter und gehe dann ebenfalls hinauf in mein Zimmer. Ich lege mich aufs Bett und starre an die Wand, welche mein Zimmer von deinem trennt. Ich höre dein weinen. Ich weis es ist meine Schuld doch ich kann mich nicht bewegen. Seid wann hörst du so traurige Musik? Ist auch das meine Schuld? Was hab ich nur getan, dass du so fertig bist? Das kann doch nicht nur daran liegen, dass du mich beim Sex gehört hast... oder? Ich habe gesehen, wie schlimm es gewesen sein muss. Es tut mir so leid. Wie konnte ich nur meine Liebe betrügen? Ich hasse mich selbst so sehr, dass ich am liebsten aus dem Fenster springen würde. Jetzt weinst du... und das nur wegen mir... oder weinst du wegen dieser traurigen Musik? Nun muss auch ich anfangen, zu weinen. Ich versuche mich von deinen Schluchzern abzulenken und schaue aus dem Fenster in den strahlenden Himmel. Ich sehe die Sonne, wie hell sie doch strahlt... Nein, ich glaube ich überlebe es nicht, dich noch länger so weinen zu hören. Die letzte Träne rinnt über meine Wange. Jetzt reichts! Ich stehe auf und gehe zur Tür. Ich mache sie auf und bleibe ratlos vor deiner stehen. Was soll ich jetzt machen? Was soll ich sagen? Ohne mir weitere Gedanken zu machen, höre ich einfach auf mein Herz und stoße die Tür auf. Sehe mich in deinem Zimmer um und suche dich. Dein bebender Körper liegt auf dem Bett. Dieser Anblick zerreißt mir das Herz. Warum nur leidest du so sehr? Ich weis, dass du mich bemerkt hast. Doch du sagst nichts, schluchzt einfach weiter. Liegst mit dem Gesicht zur Wand und ignorierst mich. -Stille- ... rede doch mit mir, damit ich dir helfen kann. Ich fasse mir ein Herz und gehe zu dir ans Bett. „Bill... hey...“ sage ich und streiche dir behutsam über deinen Rücken. Du richtest dich nicht auf. Im Gegenteil, du rückst noch weiter an die Wand und sagst nur von einigen Schluchzern unterbrochen „Verschwinde... und lass mich einfach in Ruhe!“ Ich schlucke meine Angst runter, Angst dich zu verlieren... und ziehe dich in eine leichte Umarmung. „Ich hab gesagt, du sollst verschwinden du *SPAM* Automatische Zensur! Bist du schwerhörig oder was!?“ schreist du wütend und versuchst dich aus meiner Umarmung zu befreien. Doch das kannst du vergessen! Ich werde dich nicht so schnell wieder loslassen!!! Du strampelst wild mit den Beinen, wirfst mir die gemeinsten Flüche an den Kopf und beißt mir sogar in den Unterarm. Ich kneife vor Schmerz die Augen zusammen, doch ich werde dich nicht loslassen. Nach ungefähr 10 Minuten hörst du endlich auf dich zu wehren und liegst nur noch leise wimmernd in meinen Armen. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Du müsstest es eigentlich hören. Mir ist heiß und kalt zugleich, und mein Magen schlägt Purzelbäume. Ich weis nicht, wie lange ich deine Nähe noch ertragen kann. Ich liebe dich so sehr. „Es tut mir so leid Bill!“ flüstere ich. Ich weis, dass du jedes einzelne Wort verstanden hast. „Ist sie jetzt deine Freundin?“ fragst du mit Tränenerstickter Stimme. Wieder beginnt dein Körper unter meinen Armen zu beben. Warum zitterst du? „Es... es war nichts ernstes... nur eine Ablenkung!“ antworte ich dir und entlasse dich aus meinen Armen. Kann deine Nähe nicht länger ertragen. Du drehst dich um und siehst mir direkt in die Augen. „Eine Ablenkung!?“ sagst du mit einem Ausdruck auf dem Gesicht, der mich beschämt zur Seite blicken lässt. „Macht es dir Spaß mit anderen zu spielen? Brichst du anderen so gerne das Herz?“ sprichst du mit bebender Stimme. Deine Worte verletzen mich so sehr... nehmen mir die Luft zum atmen. „Ich weis das es falsch war... aber... das ist mir jetzt ehrlich egal... es tut mir so unglaublich leid, dass DU das hören musstest. Es muss widerlich gewesen sein!“ sage ich, während eine Träne meine Augen verlässt. Noch immer liegst du genau neben mir und siehst mir in die Augen. Ich weis nicht, wie lange ich diese Folter noch ertragen kann. „Bitte verzeih mir! Das wird nie wieder vorkommen! Das verspreche ich dir!!!“ spreche ich weiter. Du blickst auf dein Kissen, nickst leicht und nuschelst nur „Ist schon okay...“ Mein Herz droht zu platzen. Du bist so unglaublich niedlich, wie du so neben mir liegst. Du bist so nah und doch so fern. Ich blicke in dein wunderschönes Gesicht und mein Blick bleibt an deinen Lippen hängen. Wie gerne würde ich sie nur einmal mit meinen verschließen? Doch es geht nicht... ich muss mich zusammenreißen. Vorsichtig streiche ich dir über die Seite. „Du bist mir unwahrscheinlich wichtig, weist du das!?“ sage ich leise. Ruckartig blickst du mir in die Augen. Dein Mund ist vor erstaunen leicht geöffnet. Gott... was rede ich da eigentlich? Ok... das könnte man notfalls noch als Bruderliebe abstempeln. Und so blicke ich dich weiter unverwandt an. Doch wahrscheinlich merkst du noch nichtmal annähernd, wieviel du mir wirklich bedeutest. „Tom... warum streiten wir ständig? Warum ist irgendwie in letzter Zeit alles so anders zwischen uns? Warum... kann nicht alles so wie früher sein?“ flüsterst du. 'Weil ich dich liebe' schießt es mir durch den Kopf, doch alles was ich sagen kann ist „Ich weis es nicht!“. „Diese Beziehung, die wir führen tut weh Tom! In einem Moment scheint alles so wie damals und im nächsten streiten wir schon wieder. Ich kann einfach nicht mehr... Ich kann so nicht leben, nicht so!!! Ich will meinen Bruder zurück Tom. Ich will, dass alles so wie früher wird!“ sagst du. Du klingst so verzweifelt. Ich weis einfach nicht was ich tun soll. Traurig Blicke ich dich an. „Ich will das auch nicht mehr...“ bringe ich schließlich hervor. Auch wenn ich weis, dass sich nichts ändern wird. Du nickst, doch ich weis, dass du dir ebenfalls im klaren darüber bist, dass sich nichts ändern wird. Ich weis, dass du mir etwas vorspielst, als du versuchst, mich zufrieden anzulächeln. Auch ich setze ein falsches Lächeln auf. Innerlich schreit mein Herz vor Schmerzen. Ich wünschte so sehr, es würde sich etwas ändern. Ich wünschte so sehr, ich könnte meine Gefühle für dich einfach vergessen. Doch noch mehr als das wünschte ich, du würdest mich auch lieben. Und solange dieser Wunsch da ist, werde ich meine Gefühle nicht vergessen können und es wird sich nichts zwischen uns ändern. Diese Kälte wird weiterhin bestehen bleiben. Und so spielen wir uns gegenseitig etwas vor... und sind uns dessen auch überaus bewusst, denn diese Lüge ist leichter zu ertragen, als die grausame Wirklichkeit. Deine Augen sind mittlerweile leer und ausdruckslos. Ich spüre deine unendliche Trauer und möchte dir so gerne etwas Trost spenden. Nur wie...? Nach einigem Überlegen fällt mir immernoch nichts gescheites ein, um dich aufzuheitern und so ziehe ich dich einfach in eine erneute Umarmung. Diesmal ist es anders als zuvor. Auch du umarmst mich und krallst deine Finger in mein Shirt. Noch dazu legst du deinen Kopf in meine Halsbeuge. Ich brenne unter deiner Berührung. Dennoch versuche ich, meine Gefühle so gut es geht zu unterdrücken. Du brauchst diesen Halt... das spüre ich. Ich frage mich nur, wie lange ich es noch mit dir in meinen Armen aushalten werde. „W...was passiert jetzt mit uns?“ durchbreche ich schließlich die entstandene Stille. „Ich weis nicht... Was willst du denn, was passiert?“ antwortest du. Dein heißer Atem auf meinem Hals macht mich wahnsinnig. „Dich nicht verlieren!“ sage ich schließlich und ergänze dann den Satz: „Ich hab dich nämlich ganz dolle lieb!“ Der letzte Satz bringt dich zum Schmunzeln und ich spüre, dass du etwas glücklicher bist, als zuvor. Ja... du brauchst diesen Halt von mir... brauchst mich... als BRUDER. Wie sehr ich doch wünschte, dass es anders, dass es etwas mehr als nur das wäre...



-Bill's Sicht-
Wieder heule ich mir nur die Augen aus dem Kopf. Und dann kommst du und ziehst mich einfach so in eine Umarmung. Sagst mir, dass ich dir wichtig bin und das du mich lieb hast. Wenn du nur wüsstest, wieviel mir das bedeutet... Diese Umarmung kommt einem Traume gleich. Bitte... bitte lass mich nicht los. Halt mich fest, bitte Tom. Ich brauche dich so sehr! All die Zeit kann ich nur an dich denken. Alles andere ist mir unwichtig. Ich brauche nur dich, denn ohne dich fühl ich mich so furchtbar einsam. Ich kann nicht mehr... Ich zerbreche, wenn du mich jetzt loslässt. Ich weis genau, was ich ohne dich wäre; falsch, was ich ohne dich bin: Ein Häufchen Elend. Du sagst, du hältst diese Beziehung ebenfalls nicht mehr aus. Wohin soll uns all das noch führen? In einem hitzigen Streit oder in eine Isolierende Kälte? Mein Leben ist so kaputt... und das nur, weil mein Herz dir gehört. Auch dich macht es kaputt, das sich alles so verändert hat. Ich spüre, dass du traurig bist, denn auch du kannst eins und eins zusammen zählen und hierbei geht es nicht um Mathematik, sondern um Gefühle. Du tust so, als ob alles besser werden würde. Doch ich weis, dass es nicht so ist. Ich weis, dass du mir nur etwas vorspielst. Doch ich spiele dieses Spiel mit. Ich will nicht, dass du mich wieder loslässt. Lieber zerbreche ich an meiner Liebe zu dir, aber bitte lass mich nicht los! Egal wie sehr ich darunter leiden muss... dieser Schmerz ist ein Teil meines Traumes. Still liege ich in deinem Arm, möchte die Zeit anhalten. Warum nur bist du hier bei mir? Was machst du nur mit mir? Du ahnst gar nicht, was du mir damit antust! Diese Schmetterlinge in meiner Brust machen mich total fertig, doch ich sperre sie wieder einmal ein, schließe mein erkaltetes Herz. Ich werde all meine Gefühle dort belassen, am einzigen Ort, an dem sie einfach keine Berechtigung zur Existenz haben. Dort sind all die Schmetterlinge... in einem Gefühl, in meinem Kopf, in einem Moment. Und jeder einzelne Schmetterling brennt dort vor Schmerz... verzweifelt, missverstanden, fehlinterpretiert, nur weil sie so sind, wie sie sind und immer sein sollten... doch nicht bei dir! Sie sollen so sein... doch bei Jemandem anders... nicht bei dir!!! Doch all die Schmetterlinge in meiner Brust können das nicht verstehen, was ist falsch an diesen Gefühlen? Sie wissen es nicht. Mein Kopf und mein Herz leben in verschiedenen Welten. Reißen mich auseinander und so herrscht in jedem dieser Schmetterlinge krieg. Ich habe so geglaubt und gehofft, dass alles besser wird. Hab so sehr geweint und gefleht, weil alles anders ist. Und jetzt liege ich in deinen Armen und weis, nichts wird sich ändern. Bitte halt mich nur noch etwas länger, denn wenn du mich wieder loslässt, werde ich wieder in ein schwarzes Loch fallen, dann werde ich sterben. Ich wünschte, ich würde jetzt sterben... hier, genau in deinen Armen. In einem Moment, in dem du mich lieb hast, in einem Moment, in dem wir nicht streiten, in einem Moment, wo ich so sein kann, wie ich bin. „Juuuuuuuungs, Tante Amy ist da, kommt runter und sagt 'Hallo'!“ ertönt die Stimme unserer Mutter. Nein, bitte nicht. Ich werde panisch. Bitte lass mich nicht los, ich will noch nicht loslassen. Bitte, lass mich nur noch einen Moment länger glücklich sein. Vorsichtig drückst du mich von dir weg. Nein, Ich will das nicht!!! Ich kralle mich in deinem Rücken fest. „Hngh“ kommt es von dir. Meine 'Krallen' scheinen dich verletzt zu haben. Es tut mir leid, entschuldigend blicke ich dich mit einem verzweifelten Ausdruck auf dem Gesicht an. Du siehst mich mitleidig an. Es brauch keine Worte, wir verstehen uns ganz ohne Worte. „JUNGS!!!“ ertönt wieder Mum's Stimme. „He... wir müssen runter... na komm schon, lass mich los!“ sagst du leise. Eine Träne verlässt meine Augen, will dir sagen 'Nein, bitte bleib bei mir!'. Du legst deine Hand auf meine Wange und gibst mir einen flüchtigen Kuss auf die andere. Meine Wange brennt. Ein Kuss... ein Kuss von dir... Niemehr werde ich mich an dieser Stelle waschen! Ruckartig stehst du auf und reichst mir deine Hand. Ziehst mich hoch, doch in Wirklichkeit falle ich. Falle tief in dieses große, schwarze Loch. Als wir unten im Flur stehen, umarmt Tante Amy uns stürmisch. „Meine Güte, seid ihr groß geworden! Wie lang ist das jetzt schon her, seid wir uns das letzte Mal gesehen haben?“ fragt sie und Mum erklärt ihr, dass es mindestens 3 Jahre her sein muss. Das ganze Geschehen geht an mir vorbei, als wenn es gar nicht real wäre, was hier passiert. Meine Gedanken gehören alleine dir. Warum bist du vorhin zu mir gekommen? Weil du mich trösten wolltest? Aber... wenn es so ist... warum bist du dann nicht wieder gegangen, als alles geklärt war? Warum bist du da geblieben und hast mich all die Zeit in deine Arme geschlossen? Bei meinem nächsten Gedanken macht mein Herz einen Aussetzer. Kann es sein, dass du auch etwas für mich empfindest? Ich blicke dich an, doch dann verlässt eine Träne meine Augen. Eine Träne, die mir verdeutlicht, wie sehr ich mich nach dir verzehre. Eine Träne, die mir sagt, dass ich nicht länger im Stande bin, Traum und Wirklichkeit auseinander zu halten. Es ist so dumm gewesen, auch nur einen Gedanken an diese Möglichkeit zu verschwenden. Du bist der größte Weiberheld in ganz Magdeburg, wie könntest du jemals Gefühle für einen Jungen haben? Und schlimmer noch... wie könntest du je Gefühle für deinen Bruder haben? Ich könnte mich Ohrfeigen. Warum spielt mir mein Verstand solche Streiche?
Den Rest des Tages verbringen wir mit Tante Amy. Sie erzählt uns, wie es auf den Malediven war, wo sie jetzt zwei Jahre lang gelebt hat. Ich würde auch gerne einmal auf die Malediven... So wie sie es erzählt, muss es das Paradies auf Erden sein. Tante Amy erzählt uns auch von unserer Cousine, Bine, sie soll hier in der Nähe auf ein Internat gehen, denn Tante Amy will jetzt wieder in Magdeburg wohnen, hier, wo ihre wurzeln sin. Unsere Cousine... Bine... ich frage mich, was aus ihr geworden ist. Es ist lange her, seit wir sie das letzte Mal gesehen haben. Tante Amy sagt, wir werden sie auf jeden Fall noch sehen, bevor sie aufs Internat geht. Ich bin gespannt auf Bine. Wie die Zeit auf den Malediven wohl für sie war? Am Abend liege ich noch lange wach im Bett. Meine Gedanken drehen sich um Tante Amy und Bine, doch es dauert nicht lange, da schweifen meine Gedanken auch schon wieder zu dir. Vorsichtig berühre ich die Wand, welche mein Zimmer von deinem trennt. Diese Mauer ist genauso, wie die Mauer in meinem Herzen. Ich würde sie so gerne durchbrechen, doch ich schaff es nicht...
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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
Beiträge: 1293
Wohnort: Tokio

BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:29    Titel:


*Toms Sicht*
Das Klingeln des Weckers reißt mich aus meinen wunderschönen Träumen. „Schnauze!“ brülle ich ihn an, doch der Mistkerl will einfach nicht aufhören. „Halt's Maul Alter!!“ schreie ich noch wütender. Wieder ignoriert er mich. Wutentbrannt setze ich mich auf, Kralle mir diesen *SPAM* Automatische Zensur von Wecker und scheppere ihn mit all der Kraft, die ich so früh am Morgen aufbringen kann gegen die Wand. Erleichtert, dass dieses quälende Geräusch endlich aufgehört hat, lasse ich mich wieder zurück in mein Kissen fallen und hänge noch ein wenig meinen Träumen nach. Wieder sehe ich dein Gesicht vor mir. Ich muss lächeln. Du bist so perfekt. Deine braunen Augen, deine weiche Haut, deine sinnlichen Lippen und das silberne Piercing, welches deine Augenbraue ziert. Was würde ich dafür geben, nur einmal deine Lippen zu berühren. Sie einmal mit meinen eigenen zu verschließen. Eine kleine Träne rinnt mir über die Wange. Diese Träne holt mich aus meinen Träumen und bringt mich zurück in die Realität. Sie sagt mir, dass ich deine Lippen niemals mit deinen verschließen kann. Es tut weh. Und ich muss unweigerlich wieder anfangen zu weinen. Ich höre die Badezimmertür knallen, was mir verdeutlicht, dass ich mich lieber beeilen sollte, wenn ich nicht schon wieder verspätet zum Unterricht erscheinen will. Gemächlich erhebe ich mich, kralle mir neue Wäsche zum anziehen und gehe mit eben dieser in den Armen, in Boxershorts bekleidet Richtung Badezimmer. Kurz bevor ich dort ankomme schwingt die Tür auf und du stürzt überschwänglich heraus und reißt mich zu Boden. Herr Gott, kannst du nicht aufpassen? Wieder steigt mir die Hitze in den Kopf, wie du so auf mir liegst. „Morgen!“ nuschel ich und Grinse leicht. Diese Stellung können wir gerne etwas beibehalten. „Guten Morgen!“ sagst du lächelnd und erhebst dich von mir. Langsam schlurfe ich ins Bad um mich fertig zu machen und verlasse eben dieses wieder nach 20 Minuten. Jetzt müssen wir uns beeilen, wenn wir unseren Bus nicht verpassen wollen und so schnappen wir nur schnell unsere Taschen und rennen nach draußen zur Bushaltestelle. Auf dem Schulhof trennen sich mal wieder unsere Wege. Ich lächle dir noch kurz hinterher und gehe dann in meine Klasse. Warum ich dich anlächle? Warum ich dich nicht weiterhin ignoriere? Weil ich dich nicht mehr so traurig sehen kann. Das würde ich nicht überleben. Ich habe mir gestern in deinen armen geschworen, dass ich dein Lächeln beschützen werde. Egal was ich dafür opfern muss, egal, wie sehr ich dafür leiden muss, ich werde dein Lächeln, das heiligste in meinem Leben beschützen!
In der ersten Stunde Geschichte... als wär ich nicht schon müde genug erzählt unser Lehrer uns jetzt auch noch irgendwelche todlanweiligen Geschichten von nem Kerl, der mal nen Knoten durchgeschlagen hat und nun 'Karl der Große' genannt wird...toll! Nach weniger als 5 Minuten fallen mir die Augen zu und ich penne ein. Wow, Rekord, so schnell war ich bis jetzt noch nie weg. In der zweiten Stunde Sport... Nein... bitte nicht! Okay... nicht hyperventilieren Tom, erstmal abwarten was kommt.... AUSDAUERTRAINING! Okay...das überlebe ich nicht. Ruft schonmal den Notarzt das ertrage ich nicht! Wie war das gleich...? Bei 2800 Metern gibt es eine eins? Witzbold!!! Ich bin froh, wenn ich die 1000 Meter schaffe. Nachdem wir uns umgezogen haben, latschen wir gemächlich zum Sportplatz. Ich lasse einen letzten Blick drüber schweifen... meine Grabstätte. Doch plötzlich entdecke ich etwas, was die ganze Sache in ein neues Licht rückt: Du beim Weitsprung! Du nimmst Anlauf und Springst... versuchst auf den Beinen zu landen, doch es misslingt dir. Stattdessen landest du auf deinem Allerwertesten und stehst fluchend auf. Dieser Anblick lässt mich lächeln. Du bist einfach zu süß, wie du dir deinen Hintern reibst und dich wieder hinten anstellst. Mein Blick schweift zu Lion rüber. Ob er dich wohl auch gesehen hat? Ja, er hat! Warum sollte er sonst bei dem vor uns liegendem Training so Grinsen? Unsere Sportlehrerin überprüft noch schnell die Anwesenheit und schon scheucht sie uns los. Meine Kondition ist auf dem absolutem Tiefpunkt, lange steh ich das echt nicht durch. Doch ich lenke meine Gedanken vom Laufen ab und linse immerwieder zu dir hinüber. Plötzlich dreht sich eines der Mädchen aus deiner Klasse um und erblickt mich. Sie geht zu dir rüber und nun wendest auch du dich mir zu. Wunderbar... sieh mir nur dabei zu, wie ich sterbe. Wieder bist du dran mit dem Springen, nimmst Anlauf und springst. Was ist los? Du bist ziemlich mies aufgekommen, hälst dir das Bein und schreist vor Schmerzen. Nein, was hast du? So schnell ich kann, laufe ich zu dir rüber, höre meine Sportlehrerin wütend nach mir schreien, doch das ist mir egal. Ich durchdringe die Masse deiner Mitschüler und knie mich neben dich. Du wimmerst leise, willst dir aber nicht die Blöße geben und vor deinen Mitschülern heulen. „Hey...alles okay bei dir?“ frage ich vorsichtig und lege meinen Arm um deine Schulter, um dich zu trösten. Du nickst nur leicht und blickst dann wieder auf den Boden. Dein Sportlehrer sagt, einer deiner Mitschüler soll dich ins Krankenzimmer bringen, doch ich sehe keine Veranlassung dazu. Kurzerhand hebe ich dich auf meine Arme und trage dich persönlich ins Krankenzimmer. „Tom Kaulitz, wenn du jetzt den Sportplatz verlässt, wird das Konsequenzen haben!!!“ höre ich noch meine Lehrerin hinter mir herrufen. Alte Schreckschraube... die kann mich mal...


*Bills Sicht*
Verdammt hat das weh getan... ich habe mir den Knöchel bestimmt gebrochen, so sehr wie das schmerzt. Die Tränen steigen mir in die Augen, doch ich versuche sie zurück zu halten, will nicht vor den Anderen weinen. Plötzlich kniet sich jemand neben mich, legt mir einen Arm um die Schulter und sagt: „Hey... alles okay bei dir?“ ich muss nicht aufblicken um zu wissen, wer es ist. Diese Stimme ist mir so vertraut. Begleitet mich am Tag und in meinen Träumen. Ja, DU bist dieser Jemand. Ich höre meinen Sportlehrer sagen, dass mich jemand aus der Klasse ins Krankenzimmer bringen soll. Doch plötzlich schlingen sich deine Arme um meinen Körper und du hebst mich auf deine Arme. Mir wird schwindelig, meine Gefühle spielen verrückt. Mir wird plötzlich so furchtbar heiß, dennoch schlinge ich meine Arme um deinen Hals, habe Angst, herunter zu fallen. Deine Sportlehrerin schreit ziemlich wütend hinter dir her, sie scheint ziemlich aufgebracht... das gibt bestimmt noch Ärger. Nachdem wir den Sportplatz verlassen haben, blicke ich auf in deine Augen und sage: „Lass mich runter, ich kann auch alleine laufen!“, wohlwissend, das ich es nicht kann. „Nichts da!“ sagst du und blickst mir tief in die Augen. „Du bist verletzt! Mit sowas spaßt man nicht!!!“ ergänzt du dann. Ich merke, dass Widerstand sinnlos ist und kuschle mich an deine Brust. Ich höre dein Herz schlagen, es schlägt so schnell, so unregelmäßig. Liegt das an deinem Ausdauertraining oder... nein, es liegt bestimmt am laufen. „Bin ich dir nicht viel zu schwer?“ frage ich etwas beschämt. Überrascht blickst du mich an und fängst an zu lachen. „was denn?“ frage ich wieder. „Mensch Bill, du bist doch nicht schwer! Du bist leicht wie eine Feder!!!“ antwortest du lächelnd. Oh Gott, warum lächelst du denn jetzt so süß? Hör auf damit, das macht mich nervös! „Bekommst du denn keinen Ärger? Deine Sportlehrerin schien ziemlich wütend zu sein!“ nuschel ich in meinen nicht vorhandenen Bart. „Ach was... die Schreckschraube kann mich mal gern haben! Wenns meinem Billy nicht gut geht, kann ich doch nicht einfach so tun, als wäre nichts!“ antwortest du mir. Ich merke, wie mir das Blut in den Kopf schießt. Ich fange an zu schwitzen und muss mich zusammenreißen, um nicht zu zittern. Was würdest du denn sonst von mir denken? Gut ist nur, dass um diese Zeit alle Leute in ihren Klassen sind, so sieht uns keiner und ich kann diese Situation eher genießen, als dass sie mir peinlich sein muss. Als wir auf dem Schulgelände angekommen sind, steuerst du in Richtung Sekretariat und sagst, dass du den Schlüssel fürs Krankenzimmer brauchst. Ohne lang zu zögern, steht die Sekretärin auf und geht selbst zum Krankenzimmer, um dieses aufzuschließen. Dort legst du mich aufs Krankenbett und ziehst dir einen Stuhl ran. „Wie geht's dir?“ fragst du besorgt. „Alles klar so weit... nur mein Knöchel tut unheimlich weh!“ antworte ich mit einem leidenen Ausdruck auf dem Gesicht. Du schaust auf meinen Knöchel und meinst dann nur „soll ich nochmal zum Sekretariat laufen und jemanden holen?“. „Nein, so schlimm ist es echt nicht!“ sage ich, obwohl ich innerlich vor Schmerzen schreie und weis, dass es doch sehr schlimm ist. Beklemmende Stille macht sich zwischen uns breit. Du blickst mir in die Augen und ziehst mich in deinen Bann. Ich bin nicht in der Lage, mich abzuwenden oder auch nur zu blinzeln. Was machst du nur mit mir? Ein leichter roter Schimmer legt sich auf dein wunderschönes Gesicht und ich weis, dass auch ich etwas gerötet sein muss, der Hitze nach zu urteilen. Plötzlich springst du auf und läufst zur Tür. „Ich geh doch eben Jemanden holen!“ sagst du und verschwindest aus dem Zimmer. Mein Herz macht einen Aussetzer. Was war das denn jetzt? Erleichtert atme ich aus. Es war eine furchtbar erdrückende Stimmung. Nach ein paar Minuten kommst du mit der Sekretärin im Schlepptau zurück und lässt dich wieder auf den Stuhl fallen. Unsere Sekretärin schließt den Schrank auf, holt eine Salbe raus und drückt mir eben diese in die Hand. „Das ist Sportlersalbe, die wird die Verletzung etwas kühlen!“ sagt sie. Doch bevor ich mir die Salbe auf meinen Knöchel schmiere, untersucht sie diesen noch einmal und meint dann: „Scheint nichts ernstes zu sein! Nur eine leichte Verstauchung!“. Dann verlässt sie das Zimmer und wir sind wieder alleine. „Wegen einer kleinen Verstauchung machst du so ein Theater!?“ sagst du und kannst dir das Lachen nicht verkneifen. Beschämt blicke ich zur Seite. „Es tut aber weh...“ nuschel ich. „Ohjee... armes Töff-Töff“ antwortest du und klopfst mir leicht auf den Kopf. Verdammte Schmetterlinge... verschwindet endlich, sonst kann ich gleich für nichts mehr garantieren. Vorsichtig creme ich mein Fußgelenk mit der Salbe ein und lege mich hin. Nach ein paar Minuten bin ich eingeschlafen. Doch ein leises Gespräch reißt mich wieder aus meinen Träumen. Ich blinzle kurz und sehe, wie du mit deinem Handy telefonierst. Schnell schlage ich die Augen wieder zu und versuche deinem Gespräch zu lauschen. „Ja alles klar also in einer Stunde am Bahnhof...“ höre ich dich sagen. „Nein, Schule ist für heute gelaufen, ja, kein Problem!“ sprichst du weiter. Langsam ist mein Interesse geweckt. Mit wem sprichst du da? „Ja gut, bis gleich Junes!“ beendest du dein Gespräch und legst auf. Junes? Wer ist denn Junes? Von dem hast du ja noch nie was erzählt... Meine Augen sind immernoch geschlossen, doch ich spüre genau, wie du auf mich zukommst. Plötzlich spüre ich deine Hand auf meiner Wange. Du streichst vorsichtig die Konturen meines Gesichts nach. Mir wird schwindelig. Was tust du denn da? Ich ertrage es nicht länger, dass du mich so zärtlich berührst. Wenn du so weitermachst, kann ich gleich nicht anders und tue etwas unüberlegtes. Nein... warum quälst du mich so? Ich spüre deinen heißen Atem an meinem Hals. Was wird das? Warum kommst du mir so nahe? Plötzlich geht die Tür auf und die Sekretärin kommt wieder herein. „Tom? Kommst du bitte mit? Der Schulleiter möchte gerne mit dir sprechen!“...


*Toms Sicht*
Ich folge unserer Sekretärin aus dem Krankenzimmer. Doch zuvor werfe ich dir noch einen letzten, verzweifelten Blick zu. Deine Augen sind geöffnet...warum? Du... du hast doch eben noch geschlafen oder? Warst du etwa die ganze Zeit über wach? Hast du etwa bemerkt, wie ich dich gestreichelt habe und...und dass ich dich fast geküsst hätte? Meine Gedanken überschlagen sich. Verdammt... warum hast du denn nichts gesagt? Warum... warum hast du mich denn nicht weggestoßen...oder irgendwas anderes? Hättest du es etwa einfach so zugelassen, dass ich dich küsse? Nein, sicher nicht. Du...du hast bestimmt geschlafen und bist blos durch das öffnen der Tür aufgewacht. Ja... so muss es sein! Verwirrt folge ich der Sekretärin vors Büro unseres Schulleiters. Sie tritt beiseite und nickt mir zu. Toll, danke... Ich gehe also zur Tür und klopfe vorsichtig an. Was soll ich auch sonst machen? „Herrein!“ ertönt es von drinnen. Mein Herzschlag beschleunigt sich etwas, doch es ist nicht dieses wundervolle Gefühl, wie wenn ich dich berühre oder auch nur ansehe, es ist ein beklemmendes Gefühl, in welchem eine böse Vorahnung steckt. Nervös trete ich dem Rektor gegenüber. „Kaulitz also... na dich hatte ich ja schon fast vermisst!“ kommt es ironisch von ihm. Ich blicke ihm kalt in die Augen. Kann der alte Sack nicht einfach auf den Punkt kommen? „Setz dich bitte...“ sagt er und deutet auf einen Stuhl gegenüber von seinem Pult. Maulig lasse ich mich auf den Stuhl fallen und sehe den Direx erwartungsvoll an. „Tom... was soll ich nur mit dir und deinem Bruder machen? Wann werdet ihr endlich anfangen, die Schule ernst zu nehmen? Das ist dieses Schuljahr schon das siebte Mal, dass ich mit dir die Ehre habe, und dein Bruder steht dir auch in nichts nach. Ich freue mich ja für euch, wenn es so gut um eure Karriere steht, doch wenn ihr dabei die Schule vernachlässigt und diese nur als lästiges Institut wahrnehmt, dann seh ich schwarz für eure Zukunft. Ihr müsst die Schule einfach ernster nehmen! Das hier ist kein Spiel!!! Verstehst du das!?...“ 'Nein, tu ich nicht, ich bin taub!' denke ich mir, doch verkneife mir diesen Kommentar lieber. Ich war ja drauf gefasst, mir wieder diese Standpauken anzuhören, aber warum musste der Kerl eigentlich so dick auftragen? „Ich wollte nur meinem Bruder helfen!“ sage ich und blicke unserem Direx entschlossen in die Augen. „Denkst du denn wirklich, dass es nur darum geht Tom? Natürlich... Frau Beckmann so aufgebracht zu sehen, weil du einfach aus ihrer Sportstunde verschwunden bist, war kein schöner Anblick, dennoch ist das nicht der ausschlaggebende Punkt. Du hast dich erneut deinem Lehrer widersetzt, hast getan, wonach dir gerade war und nicht an mögliche Konsequenzen gedacht!!!“ Nun blickte ich das erste Mal wirklich interessiert zu meinem Direx. 'Mögliche Konsequenzen?' Was sollte das denn bedeuten? Will der mir jetzt etwa ne Strafe aufbrummen oder was? Doch bevor ich nachfragen konnte, sprach er auch schon weiter: „Und zu allem Übel hast du scheinbar auch einen schlechten Einfluss auf deinen Bruder! In letzter Zeit wird auch er immer aufmüpfiger gegenüber den Lehrkräften... und alleine wie er sich kleidet... das sollte verboten werden!“ „Ey können sie vielleicht mal aufhören, in meiner Anwesenheit son Scheiß über meinen Bruder abzulassen? Der hat ja wohl mit all dem gar nichts zu tun!!!“ platzt es plötzlich aus mir heraus. Oh Gott... hab ich das wirklich gerade gesagt? Scheiße... jetzt gibt's erstrecht Ärger... „Tom ich verbiete mir diesen Ton! So kannst du vielleicht mit deinen Eltern reden, aber nicht mit mir! Verstanden!?“ sagt er. Ich funkle ihn wütend an. Ja...prima! Läster doch gleich über meine ganze Familie!!! „Tom, so leid es mir tut, diesmal kann ich es nicht mehr bei einer Verwarnung belassen! Du warst schon zu oft bei mir und scheinst immernoch keine Einsicht zu zeigen. Ich werde dir wohl oder übel einen Schulverweis geben müssen!“ sagt mein Direx. Mir klappt der Mund auf. Das meint der doch nicht ernst oder? Mum bringt mich um, wenn sie das rausbekommt. Ich sehe, wie der Direx auf einem roten Blatt Papier etwas schreibt. Als er fertig ist, steht er auf und führt mich zur Tür. Bevor er diese öffnet, drückt er mir den roten Zettel, auf welchem mit großen Buchstaben “Schulverweis“ steht, in die Hand. Ich überfliege den Wisch schnell und stelle fest, dass ich mich in den nächsten drei Tagen nicht in der Schule blicken lassen darf. Na das geht ja noch...ist ja fast, wie ein verlängertes Wochenende... und Mum muss es ja nichtmal unbedingt wissen. Bevor ich das Büro des Direx ganz verlassen habe, dreht dieser mich an der Schulter nocheinmal zu sich herum und sagt: „Sie zu, dass soetwas nie wieder vorkommt! Du bist stark gefährdet, von der Schule zu fliegen Tom!!!... Ach und dir ist jawohl klar, dass ich deine Mutter über diesen Vorfall benachrichten muss!?“. Was? Erschrocken blicke ich ihn an. Ich wusste es, die Sache musste einen Hacken haben! Wütend verlasse ich das Büro und gehe vom Schulgelände. Plötzlich packt mich Jemand von hinten. Als ich mich umdrehe, erblicke ich die keuchende Gestalt Lions. „Was is?“ frage ich mürrisch. „Willst du gehen? Ist doch erst Pause!“ antwortet er. „Kann dir doch Schnurz sein!!!“ blaffe ich ihn an. „Bitte... mir doch egal, mach doch, was du willst! Und... was ist mit Bill?“ fragt er. „Der ist im Krankenzimmer!“ antworte ich und wende mich wieder ab. 'Ja, geh ihn doch besuchen Lion!!!' denke ich wütend. Allein bei dem Gedanken, dass Bill vorhin wach war, wird mir schon wieder schlecht. Mein Magen überschlägt sich regelrecht. Gott, bin ich froh, wenn ich endlich bei Junes bin, nach dem Verweis brauch ich seine 'Hilfe' erstrecht!
Als ich am Bahnhof ankomme, brauche ich nicht lange, bis ich ihn schließlich erblicke und steuere direkt auf ihn zu. Mit einem Grinsen empfängt er mich und gibt mir die Hand. „Na Kleiner!? Wie geht's?“ fragt er. „Super! Deshalb komm ich ja auch zu dir!“ antworte ich ironisch. Mensch... wenigstens habe ich noch nicht meinen Humor verloren. Junes drückt mir einen kleinen Beutel entgegen und meint dann: „Ich hab dir ein bisschen Vorrat eingepackt! Ich bin die nächste Woche weg, also teil es dir gut ein!“ erklärt er mir. Misstrauisch beäuge ich den Beutel. „Wieviel isn das?“ wage ich zu fragen. „Genug Süßer!“ antwortet er blos mit einem dämlichen Grinsen auf dem Gesicht. „Und was willst du dafür haben?“ frage ich wieder. Ich halte ihm einen Hunderteuroschein unter die Nase, welchen ich gerade erst von meinem Ersparten entwendet habe. „Spinnst du? Geht's vielleicht noch n bisschen auffälliger?“ meckert er und nimmt mir mein Geld ab. „Der Rest ist ein Geschenk von mir, du kannst es später wieder gut machen!“ sagt Junes noch und verabschiedet sich dann von mir. Ich stecke den Beutel in meine Schultasche und mache mich auf den Weg nach Hause. Oh wie freu ich mich auf das wütende Gesicht meiner Mutter. Der *SPAM* Automatische Zensur von Direx wird sie sicher gleich benachrichtigt haben. Warum hat sie eigentlich ausgerechnet heute einen ihrer freien Tage? Manchmal hab ich echt das Gefühl, Gott hasst mich...



* Tom’s Sicht – Zeitsprung*
Reglos liegst du vor mir... wie konntest du mir das nur antun? Ausgerechnet Lion... liebst du ihn etwa? Hat er es geschafft dich rumzukriegen...?
Als ich nach der Schule nach Hause gekommen bin, durfte ich mir erstmal eine weitere Standpauke von unserer ach so tollen Mum anhören und bin dann wütend in mein Zimmer gerannt. Dort habe ich Junes Zeug ausgepackt und musste feststellen, dass das was er mir da mitgegeben hatte, locker für einen Monat reichen würde... und er sagte Woche! Ich war in dem Moment echt fertig mit Gott und der welt und habe mir eine etwas höhere Dosierung als beim letzten Mal gespritzt. Diesmal blieb die Wolke sieben in weiter ferne. So einen schlechten Trip hatte ich noch nie... wusste nicht mal, dass es soetwas gibt. Alles um mich herum wurde düster und meine Wut steigerte sich ins unermässliche. Dann bin ich zum Fenster gegangen, um etwas frische Luft zu atmen, denn ich fühlte mich, als würde mir Jemand die Kehle zusammendrücken. Doch was ich dann sah, brachte mich zum explodieren! Du standest vor unserer Haustür in einer innigen Umarmung mit Lion!!! Wie konntest du nur? Ich habe versucht, mich abzuregen, habe mich erstmal aufs Bett gelegt und gehofft, die Wut würde abklingen, doch das tat sie nicht. Als du dann in mein Zimmer gekommen bist, konnte ich mich nach einiger Zeit nicht mehr zurück halten und habe einfach auf dich eingeschlagen. Immer und immerwieder habe ich dir einen Schlag versetzt, für jede einzelne Schmerzhafte Sache, die du mir angetan hast. Ein schlag, für meine Gefühle für dich, ein Schlag für deine Gefühle für Lion, ein Schlag für Lions Gefühle für dich, ein Schlag für diese Umarmung und so ging es dann immer weiter, bis du dich nicht mehr geregt hast. Dann erst war ich zufrieden mit der Situation....
Doch dann kam die Reuhe und ich griff erneut zur Spritze, ich konnte diese Schuld auf meinen Schultern einfach nicht ertragen. Und dann geschah wieder etwas unerwartetes... Ich schwebte nicht auf irgendeiner Wolke, aber ich hatte auch keinen schlechten Trip, es wurde einfach alles schwarz um mich herrum..




*Toms Sicht*
Piep...piep...piep...piep...piep...
Verdammt... was ist das für ein nerviges Geräusch!? Piep...piep...piep... Maan, das soll endlich aufhören!!! Piep...piep...piep... Wütend schlage ich die Augen auf und will gerade den Störenfried anschnauzen, als ich bemerke, dass ich in einem fremden Zimmer, in einem fremden Bett liege. Langsam blicke ich mich um und versuche zu erkennen, wo ich bin. Alles in diesem Raum ist in einem schlichten weiß gehalten. Erst nach einigen Minuten checke ich, dass ich im Krankenhaus liege. Das pipende Geräusch kommt widererwarten nicht von irgendeinem Gerät, an welchem ich angeschlossen bin, sondern vom Bett meines Nachbarn. Der Vorhang ist rundherum um sein Bett zugezogen und nun vernehme ich auch das Geräusch einer Beatmungsmaschine. Immerwieder pumpt sie frischen Sauerstoff. Der arme Kerl muss echt schlimm zugerichtet sein... All diese Geräusche bereiten mir tierische Kopfschmerzen und treiben mich nahezu an den Wahnsinn. Was mache ich eigentlich hier? Warum liege ich im Krankenhaus? Ich stehe auf und verlasse das Zimmer. Hoffe, diese nervigen Geräusche loszuwerden und eine Antwort zu bekommen. Als ich so den Krankenhausflur entlang schlendere, überlege ich, was Bill wohl gerade macht. Wo er wohl ist? Ich überlege hin und her und immerwieder hallt Lions Name in meinem Kopf wieder. Was hat das blos zu bedeuten? Plötzlich kommen Bilder in mir hoch, wie Bill blutend auf meinem Zimmerboden liegt. Was ist blos passiert? Ich versuche mich krampfhaft zu erinnern, doch es funktioniert einfach nicht. Plötzlich beschleicht mich eine furchtbare Vorahnung... So schnell ich kann, drehe ich mich wieder um und laufe zurück ins Krankenzimmer. Vorsichtig ziehe ich den Vorhang, welches das Bett meines Nachbarn umhüllt zur Seite. NEIN!!! Das darf nicht wahr sein! Meine Befürchtungen haben sich bestätigt. Derjenige, der hier neben mir im Zimmer lag und an der Beatmungsmaschine und dem Meßgerät, für die Herzfrequenz angeschlossen ist, bist DU! Nein... nein bitte nicht! Tränen schießen mir in die Augen und ich sacke langsam neben deinem Bett zusammen. „Bill... bitte Bill, wach auf!!!“ schluchze ich mit tränenerstickter Stimme. Ich zwinge mich krampfhaft, mich zu erinnern. Der Erfolg bleibt aus. Was ist nur geschehen? Doch langsam erscheinen Bruchstücke meiner Erinnerung vor meinem inneren Auge. Der Beutel in meinen Händen... das viele Heroin... du und Lion... und dann wieder, wie du ohnmächtig und blutend in meinem Zimmer liegst. Du hattest Tränen auf dem Gesicht... auf deinem wunderschönem einmaligen Gesicht!!! Wer war das? Wer hat dir das blos angetan? Sag mir wer es war und ich werde den Schuldigen aufsuchen und ihn so lange prügeln, bis auch er Krankenhaus reif ist!!! Dann plötzlich beschleicht mich wieder ein furchtbarer Verdacht... War ich das? NEIN!!! Nein, das darf einfach nicht sein!!! Das würde ich dir doch niemals antun. Doch mit diesem Gedanken, tauchen wieder neue Fetzen meiner Erinnerung auf... ICH WAR ES! „NEIIIINNNN...“ schreie ich laut und verzweifelt. Wie konnte ich nur? Wie konnte ich dem wichtigsten Menschen in meinem Leben nur solche Schmerzen zufügen? Bill... es tut mir so leid! Immer heftiger wird mein weinen, ich kann mich nicht mehr halten und breche nun völlig zusammen. BILL! Was hab ich dir angetan? Wie kann ich das je im Leben wieder gutmachen? BILL! Bitte... mach doch die Augen auf! Rede mit mir... BITTE... Ich liebe dich doch!!! Ich kann dir doch alles erklären... ehrlich! Ich liebe dich! Seit langem schon... aber was soll ich denn machen? Es ist doch verboten! Ich habe so lange versucht, meine Gefühle zu unterdrücken, doch ich schaffe es nicht mehr. Diese Gefühle für dich...sie werden immer stärker! Ich versuchte mich erst an Alkohol, aber das hielt nicht lange an. Dann sprach Lion mich auf Gras an, doch auch das half mir nicht wirklich! Und dann... dann traf ich Junes. Verdammt, ich war betrunken, verzweifelt und traurig! Ich nahm einfach, was Junes mir da anbot und es wirkte Wunder! Es hielt vergleichsweise lange doch dann nahm ich zu viel und alles geriet aus den Fugen. Ich wusste nicht mehr, was ich tue... oh Gott... es tut mir so leid!!! Bitte verzeih mir Bill. Ich brauche dich doch! Was ist mein Leben denn schon ohne dich? Was bin ich denn ohne dich? Ohne dich wäre ich leer...unvollständig...alleine...einsam... Ich wäre eben nur noch ich! Was ist das schon wert? Es tut mir so unendlich leid Bill... Unaufhaltbar laufen die Tränen an meinen Wangen hinab, entlang der Kuven, die sich bereits auf meinem Gesicht gebildet haben. Jetzt bin ich am Ende. Ich kann nicht mehr. Kraftlos sacke ich an deinem Bett zusammen. Ich kann es nicht länger ertragen, wie du so leblos daliegst, angeschlossen an all den Instrumenten. Es ist ein furchtbarer Anblick und es ist allein meine Schuld..



*Bills Sicht*
Was ist das? Was sind das für Schmerzen? Mein ganzer Körper schmerzt. Es tut so furchtbar weh! Ich mag nicht mehr. Ich kann diesen Schmerz nicht mehr lange ertragen... Meine Augen sind geschlossen und mir jagt ein Gedanke durch den Kopf: ICH BIN TOD!!! Ich musste einfach tot sein, denn dies war ein Schmerz jenseits aller Vorstellungskraft. Ein Schmerz jenseits dessen, was man ertragen konnte. Ja... ich bin jung und doch schon von so vielen Narben geprägt. Es sind keine gewöhnlichen Narben, keine Schnittwunden in der Haut. Nein, diese Narben zieren meine Seele. Diese Wunden stammen von dir! Wie konntest du mir das nur antun? Warum hast du mich so sehr verletzt? Was ist blos in dich gefahren? Ich will nur weg, nichts mehr fühlen, nicht mehr leiden...
Ich falle in einen tiefen Traum. Dort sehe ich dich. Sehe, wie du immer und immer wieder auf mich einschlägst. Warum tust du das? Warum tust du mir so weh? „Nein! Bitte hör doch endlich auf!!!“ schreie ich plötzlich und reiße die Augen auf. Schwer atmend beobachte ich, wie 3 Schwestern auf mich zugerannt kommen. „Beruhige dich, alles wird gut!“ sagen sie. Ich weis, dass mir die Panik in den Augen sitzt, spüre es an ihrem Verhalten. Plötzlich streift mein Blick einen Jungen, den ich hier nicht erwartet hatte. Tom... Was macht er denn hier? Ich sehe, dass auch er an einem Tropf hängt. Was ist mit ihm geschehen? Er sieht mich geschockt an. Die Krankenschwestern reden die ganze Zeit auf mich ein, doch ich höre nicht, was sie sagen. Ich sehe nur dich. Warum hast du mich geschlagen? Bitte geb mir eine Antwort. Ich will dich doch so gerne verstehen, doch ich kann es einfach nicht. „Wenn es dir unangenehm ist, mit deinem Bruder auf einem Zimmer zu liegen, können wir dich auch umbetten, wenn du magst.“ sagt eine der Schwestern und reißt mich aus meinen Gedanken. „NEIN... Ich... ich möchte hier bleiben!“ sage ich. Was denkt die sich eigentlich? „Bist du dir sicher? Wenn du es dir anders überlegst, oder Panik bekommst, lasse ich dir diese Alarmbox da, da drückst du dann einfach drauf, und schon kommt eine Schwester okay? Außerdem ist an deinem Bett noch ein Alarmknopf!“ sagt wieder eine andere Schwester. Tom fängt an zu weinen. Was denkt diese blöde Tussi sich eigentlich!? „Verdammt! Nehmen sie den scheiß wieder mit!“ schreie ich und schmeiße die Box an die Wand. Mit einem lauten scheppern springt sie in tausend Teile und die Schwestern schauen mich verstört an. Die Schwestern verlassen langsam das Zimmer. Doch bevor sie alle verschwunden sind, blickt sich die letzte noch einmal um und sagt: „Wirklich erstaunlich, nach allem was er dir angetan hat!“. Was bildet diese Schlampe sich eigentlich ein, sich ein Urteil über Tom zu erlauben!? Die sind doch echt alle bescheuert. Als endlich alle aus dem Zimmer verschwunden sind, blicke ich dich wieder an. Stumm rinnen dir Tränen über deine Wangen. Du schaust so traurig aus. Ich weis, dass es dir leid tut. Doch immerwieder schießt mir nur diese eine Frage durch den Kopf...'WARUM?' Plötzlich stehst du auf und kommst auf mich zu. Du ziehst mich einfach in deine Arme. „Bitte vergib mir!“ hauchst du mir ins Ohr. Doch ich kann nicht anders und drücke dich von mir weg. Ich weis nicht warum, aber ich bekomme Panik, wenn du mich berührst. Bitte füge mir nicht noch mehr Schmerzen zu. Hektisch ziehe ich mir die Decke über den Kopf und beginne zu zittern. Was sind das für Gefühle!? Warum habe ich solche Angst vor dir? Ich merke, wie du versuchst, die Decke von meinem Kopf zu ziehen. „Bitte geh weg.“ flüstere ich und beginne zu schluchzen. Wo kommt blos diese Angst her? Ich will diese Gefühle nicht. Früher liesen deine Berührungen mir heiße wohlige Schauer über den Rücken laufen. Warum lösen sie jetzt nur noch kalten Schauer aus? Du stehst noch immer vor meinem Bett, ich spüre deine Blicke auf mir. Will meine Tränen zurückhalten. Ich will nur noch weg hier, nichts mehr fühlen und nicht mehr so verdammt leiden... Die Tränen strömen an meinen Wangen herunter, ich habe den Kampf verloren...


*Toms Sicht*
Du ziehst dir die Decke über den Kopf und beginnst zu zittern. „Bitte geh weg!“ flüsterst du. Wenn du nur wüsstest, wie sehr du mir damit wehtust... Mein Herz zieht sich schmerzvoll zusammen. Was habe ich dir nur angetan? Ich schaffe es nicht, meine Tränen zu trocknen... Bitte Bill, hab doch keine Angst vor mir...Es tut mir so unglaublich leid!
Vorsichtig versuche ich dir die Decke vom Kopf zu ziehen, doch du krallst deine Finger in die Decke und versuchst mich daran zu hindern. Doch du bist viel zu schwach, um dich lange zu wehren und so ziehe ich dir mit einem Ruck die Decke weg. Mit verweinten Augen blickst du mich an. Bitte...bitte sieh mich nicht so traurig an! Es tut mir so verdammt leid. Deine Pupillen sind geweitet und ich merke, wie deine Angst immer größer wird. Du versuchst mich wegzustoßen, doch ich ziehe dich blitzschnell in eine Umarmung. „Nein, bitte geh weg!“ jammerst du immerwieder, „Bitte, bitte Bill beruhige dich!“ flüstere ich dir in dein Ohr, doch anstatt dich zu beruhigen, wirst du immer panischer. Das Gerät, welches deine Herzfrequenz misst, gibt ein immer schnelleres und unregelmäßigeres Geräusch von sich. Nun bekomme auch ich Panik. Deine Atmung wird schwerer und hektisch. Mein Arm schnellt rüber zum Alarmknopf an deinem Bett und kurze Zeit später stehen auch schonwieder zwei Krankenschwestern im Zimmer. Sie waren vorhin schon hier und blinzeln mich wütend an. „Weg von ihm!“ schreit die eine mich an, während die Andere auf dich zurennt und dir eine Flüssigkeit in den Tropf spritzt, welche dich zu beruhigen scheint. „Ich... Ich wollte doch nur...“ stottere ich, doch ich werde unterbrochen. „Das sehe ich mir nicht länger mit an! Der Junge wird verlegt!!!“ sagt die Krankenschwester zu ihrer Kollegin und wendet mir den Rücken zu. „Aber ich -“ „Ruhe jetzt!“ unterbricht sie mich wieder und funkelt mich erneut wie eine Furie an. Irgendwas scheint dieses Biest von Krankenschwester gegen mich zu haben...
Vorsichtig schieben die Schwestern dein Bett zur Tür hinaus. Traurig blickst du dich nocheinmal, bevor du verschwunden bist. Es dauert ungefähr eine halbe Stunde, bis der Arzt erneut hereinkommt und sich zu mir ans Bett setzt. „Wir haben in deinem Blut eine Überdosis Heroin nachweisen können. Daraufhin mussten wir dir den Magen auspumpen. Kannst du mir vielleicht mal erklären, wie ein Junge in deinem Alter an derart hartes Zeug kommt!?“ fragt er mich. Ich zucke nur teilnahmslos mit den Schultern und blicke in die leere. Denke an dich und an die Panik in deinen Augen, als du mich sahst. Wie kann ich das nur je wieder gut machen? „Wie geht es meinem Bruder?“ frage ich schließlich. „Nicht gut... er hat 7 gebrochene Rippen und diverse Hämatome! Was ist da blos vorgefallen zwischen euch, dass du ihn dermaßen zugerichtet hast!?“ fragt mich der Arzt. „Ich weis es ja auch nicht... Ich hatte irgendwie diese Drogen und dann kam Bill und dann... ach...verdammt, ich weis es doch auch nicht!!!“ antworte ich mit brüchiger Stimme. „Was mich ebenfalls beunruhigt, ist die schwere Verletzung, die du im Magen hast. Hast du die etwa von deinem Bruder?“ fragt er. „Was? Sind sie verrückt? Bill würde mir niemals etwas antun!!!“ brülle ich ihn an. „Tut mir leid... es war nur... nun ja... du hast deinem Bruder immerhin auch ziemlich schwer zugesetzt!“ entgegnet er. Ich blicke ihm wütend in die Augen. Was denkt der sich eigentlich? Der hat doch keine Ahnung. Denkt der vielleicht, ich wäre stolz darauf dich so verletzt zu haben? Ich kann diesen Arzt jetzt schon nicht ausstehen. „Wie geht es Bill?“ frage ich ihn etwas pampig. „Du solltest nicht soviel an deinen Bruder denken. Er ist bei uns in besten Händen. Auserdem hast du selbst schon genug Probleme, über die du dir genug Gedanken machen kannst!“ antwortet er. Dieser... was fällt dem eigentlich ein???
„WO IST ER!!!???“ schreie ich ihn nun an. Verdammt... der Kerl bringt mich echt auf die Palme. „Er ist 5 Zimmer weiter den Flur runter. Ich war eben erst bei ihm. Deine Mutter ist auch dort. Sie ist ziemlich aufgebracht wegen euch Zweien und hält es -ebenso wie ich- für das Beste, wenn du einen Entzug machst!“ antwortet er endlich. „Einen Entzug!? Ich bin doch nicht abhängig!!! Ich habe das Zeug vielleicht 3 oder 4mal genommen! Ehrlich!!!“ gebe ich von mir, während ich noch versuche, mich an einem kleinen Wolkenfetzen festzukrallen, da ich soeben aus allen Wolken gefallen bin. Entzug... Gott... für was für nen Junkie hält der mich denn??? „Kannst du mir versprechen, dass du in Zukunft die Finger von dem Stoff lässt?“ fragt er mich. „Ja doch!“ sage ich. „Also gut... ich werde nocheinmal mit deiner Mutter sprechen. Aber eine Therapie wirst du auf jedenfall machen müssen!“ „Ja okay!“ antworte ich nur. Dann steht der Arzt endlich auf und verlässt das Zimmer. Ich würde gerne nochmal versuchen mit Bill zu sprechen, aber ich trau mich nicht, solange Mum bei ihm ist. Außerdem weis ich nicht, was ich sagen oder machen soll, wenn ich ihm wieder gegenüber stehe. Ich hab alles zerstörrt. Er fürchtet sich vor mir und das wahrscheinlich auch noch zurecht. Was mach ich blos? Ob er es je schaffen wird, mir zu verzeihen...



*Bills Sicht*
Die Krankenschwestern schieben mich vorsichtig aus dem Zimmer raus. Ich will ja was sagen...Gott weis ich will, aber was soll ich denn blos sagen? Was kann ich in so einer verkakten Situation denn schon sagen? Ich werfe dir einen letzten traurigen Blick zu, bevor ich aus dem Zimmer gerollt werde. Ich sehe deine Augen... Ich sehe deinen Blick und ich weis, es tut dir leid. Ich weis, dass es keine Absicht war. Du hast mich nicht verletzt, weil du mich hasst... Ich sehe so viel Liebe und Schmerz in deinem Blick, aber warum hast du mir dann all das angetan??? Nachdem ich in ein Zimmer gebracht wurde, welches ungefähr 5 Zimmer von deinem entfernt ist, kommt Mum herein. Sieh stürzt auf mein Bett zu und schlingt ihre Arme um mich. „Mum du tust mir weh...“ sage ich und sie lässt wieder von mir ab. „Oh Gott...Bill mein Liebling was ist blos mit euch passiert? Die Ärzte haben mir erzählt, dass Tom dich ins Koma gesprügelt hat. Das kann doch nicht wahr sein! Bitte, sag, dass das nicht war ist!!!“ sagt sie total aufgelöst. Ich blicke traurig auf meine Decke und frage mich, was nun geschehen wird. „Heroin...“ sagt sie plötzlich. Ich sehe sie verwirrt an. Was hat sie gesagt? 'Heroin'? Wie kommt sie denn jetzt plötzlich auf Drogen? Mum sieht meinen fragenden Blick und spricht weiter: „Die Ärzte sagen, in Tom's Blut wurde eine Überdosis Heroin nachgewiesen!“. Plötzlich bricht sie in Tränen aus. Meine Augen sind leer und mein Kopf arbeitet auf Hochtouren. Heroin? Heroin in Tom's Blut? Wie soll das denn da rein kommen? Wie zum Teufel kommt diese dreckige Droge in 'meinen Tom'? „Ich versteh' nicht... was meinst du mit “Eine Überdosis wurde nachgewiesen“?“ frage ich. „Bill...er...er ist wahrscheinlich Heroinabhängig!“ antwortet sie mir. Ich verstehe nicht was sie sagt. Akustisch kommt jedes Wort bei mir an... aber ich weis einfach nicht, was sie mir da vermittelt. „Aber...aber ich hätte das doch bemerkt wenn Tom sich Drogen...“ ich breche ab und presse meine Hand auf den Mund. Unangemeldet fließen plötzlich Tränen aus meinen Augen. Erst jetzt verstehe ich, was Mum mir da eigentlich erzählt hat. Tom... Er nimmt Drogen. Er macht sich kaputt mit dem Dreckszeug und ich...Ich habe es die ganze Zeit nicht bemerkt. Nicht nur, dass ich langsam den Draht zu Tom verliere- nein! Ich bemerke es noch nicht einmal, wenn Tom Drogen nimmt. Wie lange geht das blos schon so? Wie lange ist es her, dass ich wusste, was mit meinem Bruder los ist? Wie lange bin ich nun schon so ein verdammt beschissener Bruder gewesen? Und was ist der Grund dafür, dass er sich zerstörrt? Verdammt...er hat mir doch versprochen, dass er keine Drogen nimmt... so ein verdammter Lügner!!! Plötzlich spüre ich die Hand meiner Mutter auf meiner Schulter. Ich blicke sie an und sehe ihr traurig in die Augen. „Ich habe es all die Zeit nicht bemerkt!“ sage ich. „Ich doch auch nicht Bill!“ antwortet sie. Sie zieht mich in eine schwache Umarmung und streichelt mir vorsichtig über die Schulter. „Was passiert jetzt Ma?“ frage ich sie. „Die Ärzte sagen, er soll sich Therapieren lassen... sonst wird es nur noch schlimmer. Wahrscheinlich muss er dafür einige Wochen in eine spezielle Anstalt!“ antwortet sie. „Tom soll weg!?“ frage ich und falle aus allen Wolken. „Ja... aber es muss sein! Wer weis was sonst als nächstes passiert? Was wenn er sich etwas antut? Oder wenn er dir etwas antut? Er hat sich doch gar nicht mehr unter Kontrolle!!!“ meint sie. „Es ist mir egal wenn er mir irgendwas tut! Ich will nur, dass er bei mir ist!!! Bitte Mum... schick ihn nicht weg!“ gebe ich jammernd von mir. „Bill... nun sei doch vernünftig! Du musst doch verstehen, dass es so das beste ist!!!“ antwortet sie. Wütend drehe ich mich von ihr weg und blicke zur Wand. Nein... Tom soll nicht weg! Ich weis ja, dass es gefährlich ist, was er tut... aber wie soll ich es denn ohne ihn aushalten? Plötzlich geht die Tür auf und der Chefarzt tritt ein. „Frau Kaulitz? Die Besuchszeit ist leider um. Darf ich sie vielleicht noch kurz sprechen? Es geht um ihren anderen Sohn!“ sagt er. Schnell drehe ich mich um. Was ist mit Tom? Als der Arzt mein geschockten Gesichtsausdruck sieht, wimmelt er gleich ab: „Keine Sorge es geht ihm gut...soweit man es in dieser Situation jedenfalls behaupten kann.“
Mum verabschiedet sich kurz von mir, sagt mir noch, dass sie morgen wieder kommt und folgt dem Arzt dann hinaus.
Es vergehen Stunden, die ich in meinem Bett liege und an Tom denke. Warum passiert sowas ausgerechnet mit uns? Ist es meine Schuld, dass alles in die Brüche geht? Ist es meine Schuld, dass Tom so fertig ist? Bin ich es Schuld, weil ich so selbstsüchtig bin und ihn liebe???
Nach Stunden des Grübelns falle ich endlich in einen Schlaf und begebe mich ins Reich der Träume...
In meinen Träumen bin ich dir wiedermal Nahe und kann tun was ich mir wünsche. Ich Streichel deinen Körper, küsse deine Lippen und höre dich ein „Ich liebe dich“ in mein Ohr flüstern. Alles ist so perfekt... viel schöner als in der Realität... Doch plötzlich spüre ich, wie du schlaff in meinen Armen hängst. Ich drehe dich zu mir um und blicke in zwei Ausdruckslosen Augen. Dein Herz steht still... dein Puls schlägt nicht mehr und Blut fließt aus deinem Mund. Nein...NEIN!!! Das ist alles gar nicht wahr!!! Das darf nicht sein...nein...Tom...bitte nicht!!! Ich schlage die Augen auf und merke, wie ich schweißgebadet daliege. Warum träume ich soetwas? Warum träume ich von deinem Tod? Ich versuche meinen Traum zu analysieren und denke an das Heroin. Du könntest sterben, wenn du nicht von dem Zeug wegkommst!!! Nein... Das darf einfach nicht passieren! Du musst weg von dem Zeug!!! Ich lasse nicht zu, dass du stirbst! Ich helfe dir da wieder raus... und zwar jetzt!!! Panisch reiße ich mir den Tropf vom Arm und lasse diese dämlichen Schläuche verschwinden. Dann gehe ich vorsichtig auf die Tür zu. Alles um mich herum dreht sich und bei jedem Schritt schmerz mein ganzer Körper. Meine Knie sind weich wie nichts anderes. Ich glaub ich kippe gleich um... ich fühle mich so verdammt schwach. Gesagt- getan und schon liege ich am Boden. Vorsichtig krieche ich auf den Flur. Nach kurzer Zeit kann ich nicht mehr. Ich sinke auf dem Flur vollends zusammen. Ich will doch nur zu Tom. Warum schaffe ich es nichtmal zu ihm zu kommen? Ich will doch nur bei ihm sein...Verdammt!!! Ich nehme alles, was ich an Kraft habe zusammen und atme tief durch. „TOOOOOOM...“ schreie ich und breche erneut in Tränen aus...
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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
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Wohnort: Tokio

BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:31    Titel:


*Toms Sicht*
„TOOOOOOM...“ höre ich dich schreien. Augenblicklich sitze ich hellwach in meinem Bett. Ein Blick zur Uhr verrät mir, dasss es schon 1.30 in der Nacht ist. Was ist denn mit dir los? Egal... so schnell ich kann rappel ich mich auf und laufe zum Flur, denn du schreist nach mir. Du willst, dass ich bei dir bin... Du brauchst mich jetzt. Und ich werde für dich dasein... so wie ich es immer bin. Als ich auf dem Flur ankomme, sehe ich dich zusammengekauert auf dem Boden liegen. Ich höre dein Schluchzen und sehe deine Tränen. Schnell laufe ich zu dir und lasse mich neben dir auf die Knie fallen. „Hey...was machst du denn?“ frage ich und lege behutsam den Arm auf deine Schulter. Du blickst mich an und dein Weinen wird immer lauter. Was ist blos passiert? „Hey... Kleiner...was ist denn passiert?“ frage ich erneut und streichel dir vorsichtig über den Arm. Ich habe angst, dass du wieder zurückzuckst und Angst vor mir haben könntest. Warum ist das alles so verdammt mies gelaufen? Ich würde dich so gerne umarmen und dich einfach nur ganz nahe bei mir halten. Doch das geht nicht... ich habe dich so schwer verletzt, dass du dich nicht mehr von mir berühren lässt und so kann ich nichts weiter tun, als dir einfach weiter über den Arm zu streicheln. Plötzlich fällst du mir um den Hals und schlingst deine Arme um mich. Mein Herz steht still. Was...? Ich verstehe nicht, was hier passiert. Ich dachte, du fürchtest dich vor mir... wie kannst du mich dann umarmen? Mit dieser Umarmung ist mir eine gewaltige Hitze in den Kopf gestiegen und ich drohe innerlich zu verbrennen. Mein Herz hat sich wieder in Bewegung gesetzt, doch irgendwas stimmt nicht. Es schlägt so schnell- viel zu schnell. Mir wird heiß und kalt zugleich. Was machst du blos mit mir? Du bringst mich schon mit einer bloßen Umarmung um den Verstand! Bitte lass mich jetzt ja nicht wieder los!!! „Tom...warum?“ fragst du leise mit bebender Stimme. Ich sehe dich an. Warum? Warum ich dich geschlagen habe? Warum ich wieder zugelassen habe, dass unser Verhältniss sich verschlechtert? Warum ich Drogen nehme?-weist du eigentlich davon? So viele Fragen und auf alle gibt es nur eine einfache kleine Antwort: 'Weil ich dich liebe'...aber das kann ich dir ja schlecht sagen. „Bill...ich...ich wollte das nich! Bitte glaube mir. Ich wollte dich doch nie verletzen!!! Doch nicht DICH!!! Bill...ich wusste nicht was ich tue! Ich schwöre, ich war einfach nicht mehr bei Verstand!!! Bitte vergieb mir!!!!!!“ beginne ich nun auch zu schluchzen. „Aber...WARUM Tom???“ fragst du wieder. Ich verstehe nicht was du meinst. Ich blicke dir fragend in die Augen, während unnachgiebig Tränen meine Augen verlassen. „Tom...warum...warum nimmst du Heroin!?“ erläuterst du deine Frage endlich. Ich sehe dich leicht geschockt an und wende dann meinen Kopf wieder ab. Was soll ich dir denn jetzt sagen? Warum nehme ich Heroin? Gute Frage... weil mein Leben so verdammt kaputt ist? Weil alles scheiße läuft? Weil ich einen Weg entlang gehe, auf welchem ich nicht glücklich werden kann? Weil mein Herz gefangen ist und täglich diese unerträgliche Folter über sich ergehen lassen muss? Traurig blicke ich dich an. „Weil alles so verdammt falsch läuft!“ sage ich und blicke dich mit tränenverschmiertem Gesicht an. „Tom...bitte...bitte hör auf damit! Bitte rede mit mir...bitte mach dich doch nicht so kaputt mit diesem Gift!!!“ sagst du. Ich blicke nur stumm auf den Boden und nicke. „Versprich es mir Tom! Schwöre, dass du niewieder dieses Heroin anfässt!!!“ schreist du schon fast. Ein Wunder, dass noch keine Tausend Krankenschwestern um uns herum versammelt sind. Wir sitzen doch noch immer auf diesem Krankenhausflur. „Schwöre!!!“ schreist du diesmal. Leicht geschockt blicke ich dich an. Wie soll ich dir denn das blos versprechen? Ich blicke dich wieder fragend an und wende meinen Blick dann wieder dem interessanten Boden zu. „Bitte Tom... Ich...Ich hab geträumt, dass du stirbst!!! Und das wirst du, wenn du so weitermachst! Bitte Tom...bitte verlass mich nicht!!! Was soll ich denn machen, wenn du nicht mehr da bist, um mich zu halten?“ schluchzt du und verfällst vollends dem Weinen. „Hey.. Ich werde dich nicht verlassen! Ich verspreche dir, ich tus nicht wieder! Ich schwöre dir, dass ich immer bei dir sein werde!!! Ok!? Ich lass dich nicht alleine...Neimals!!!“sage ich und ziehe dich in eine erneute Umarmung. Du lässt es dir gefallen und schmiegst dich eng an meine Brust. Ich glaube ich sterbe... deine Nähe ist alles, was ich mir erträumt habe. Dieses Gefühl, das du bei mir auslöst ist einfach einmalig! Ich werde dich ganz bestimmt nie verlassen. Ich werde immer da sein und dich halten. „Kannst du aufstehen? Du solltest zurück in dein Zimmer, bevor die Tussen wiederkommen!“ sage ich. Ein leichter rotschimmer legt sich auf deine Wangen und du blickst mich verzweifelt an. „Kann ich...kann ich nicht bei dir schlafen?“ fragst du schüchtern. Oh Gott...wenn du nur wüsstest, wie süß du gerade bist... „Aber...das geht doch nicht...was meinst du, wie die Schwestern reagieren, wenn die dich morgen früh in meinem Bett finden?“ antworte ich. Dabei würde ich dich so gerne bei mir haben. „Bitte...bitte Tom...“sagst du traurig. Ich kann dich nicht so traurig sehen. Was hast du an dir, was mir das Herz erweichen lässt? Es ist unglaublich! „Na schön...“ sage ich und halte dir die Hand hin. Du ergreifst sie sofort und versuchst aufzustehen, doch sobald du stehst, knicken deine Beine wieder ein und du landest in meinen Armen. „So schlimm?“ frage ich. „Ja...“ ist alles was du antwortest. „Na dann eben anders...“ sage ich und hebe dich mit einem Ruck auf meine Arme. Du schlingst deine Arme wieder um meinen Hals um dich festzuhalten und blickst mich lächelnd an. Oh Gott...wenn du nur wüsstest... Vorsichtig trage ich dich zu meinem Zimmer und lege dich auf meinem Bett ab. Dann krabbel ich hinterher und lege die Decke über uns. „Gute Nacht Bill!“ sage ich und schließe die Augen- wohl wissend, dass dies eine schlaflose Nacht für mich sein wird. „Gute Nacht!“ antwortest du und ziehst mich in deine Arme. Nein...HILFE...Ich sterbe!!! Dann schließt du deine Augen und scheinst friedlich ins Land der Träume zu gleiten. Ich liege noch eine ganze Weile wach und beobachte dich. Ich bin mir sicher...: Als Gott dich geschaffen hat, wollte er angeben!!!



*bills Sicht*
Vorsichtig nimmst du mich auf deine Arme. Eine deiner Hände umschlingt meine Schultern und die andere liegt unter meinen Kniekehlen. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals und vorsichtig lege ich meinen Kopf an deine Schulter. Für den Moment ist es mir egal, ob ich jemals mit dir zusammen sein werde oder ob ich mich falsch verhalten könnte. Ich bin viel zu schwach, um mich jetzt noch großartig zu verstellen und wenn ich jetzt auffliegen sollte, dann ist es eben so. Dann werde ich endlich gewissheit haben, dass du mich nicht liebst. Ich habe Angst, dass ich ohne dich nicht leben kann, dass mein Leben dann zerbricht. Aber es fehlt nur noch ein kleines Stück, dann ist meine Seele ohnehin gänzlich zerbrochen. Und deshalb will ich wenigstens jetzt schwach sein dürfen und einfach nur auf mein Herz hören.
Behutsam legst du mich auf dein Bett, krabbelst hinterher und deckst uns zu. Vorsichtig kuschle ich mich an dich ran und schlinge meine Arme um deinen Körper. Klar habe ich Angst, dass du mich zurückweisen könntest und deshalb bin ich um so glücklicher, als du es nicht tust und ebenfalls einen Arm um mich legst.Ich liege jetzt ganz nah an deiner Brust und lausche deinem schnellen Herzschlag. Alles, was uns jetzt noch von einander trennt, sind unsere Shirts und unsere Boxer. Ich würde dich so gerne direkt auf meiner Haut spüren, aber ich kann ja schlecht sagen: 'los, mach dich nackig!' Ein fettes Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus und ich werfe dir schnell ein „Gute Nacht!“ zu, bevor ich noch länger diesen verrückten Gedanken nachhänge. Es dauert sicher einige Zeit, bis ich einschlafen werde, denn das erweist sich als äußerst schwierig, wenn das Objekt deiner Begierde dich in seinen Armen hält und du das Gefühl hast, im tiefsten Hochsommer zu sein. Meine Augen sind geschlossen, dennoch kann ich deine Blicke auf mir spüren. Gegen meinen eigenen Erwartungen sind mir deine Blicke nicht unangenehm. Im Gegenteil! Ich genieße deine Aufmerksamkeit in vollen Zügen. Du beobachtest mich und passt auf mich auf. Ich fühle mich unendlich behütet bei dir. Ich bin so glücklich, dass diese bescheuerte Angst endlich weg ist. Ich weiß, dass du mir im 'normalen' Zustand nie ein Haar krümmen würdest. In diesem Moment bist du wieder mein Bruder...mein Tom...mein Geliebter!!!
Ich wünschte, du würdest mich nie wieder aus deinen Armen entlassen. Obwohl ich deine Nähe am liebsten noch viel länger genießen würde, fallen mir allmählich die Augen zu...
Ich glaube, ich habe seit Wochen nicht mehr so gut geschlafen! Vorsichtig schlage ich die Augen auf -Herzstillstand-. Ich blicke direkt in die wunderschönsten, rehbraunen Augen, die die Welt je gesehen hat. Warum bist du denn schon wach? Und warum beobachtest du mich? Du bist doch gestern noch später eingeschlafen als ich. Du müsstest eigentlich todmüde sein. „Hey! Morgen Sü-... Tom!“ sage ich. Scheiße! Was war das denn? Beinahe hätte ich dich 'Süßer' genannt. Augenblicklich schießt mir das Blut in den Kopf und meine Hautfarbe ändert sich stark.Du blickst mir verträumt in die Augen und lächelst mich an. Ja... da waren sie wieder... die Schmetterlinge, die gegen das innere meines Herzens knallen und verzweifelt versuchen sich frei zu kämpfen. „Morgen Bill!“ sagst du und legst den Kopf schief. „Sag mal... hast du eigentlich vor, mich irgendwann nochmal aus deinen Armen zu lassen!?“ frage ich etwas schüchtern. Du blickst mich ernst an, ziehst die Augenbraue hoch und sagst „NEIN!!!“. Kurze knappe Antwort... Danke! Ich kann mit bestem Willen nicht behaupten, dass mir deine Antwort in irgendeiner Art und Weise mißfällt. Und so liegen wir uns noch eine ganze Weile in den Armen und sehen uns einfach nur stumm an. Plötzlich bleiben meine Augen an deinen Lippen hängen. Deine wunderschönen Lippen sind so unglaublich voll und so unendlich schön geschwungen. Das Piercing, welches deine Lippen ziert setzt dem ganzen noch das 'I-Tüpfelchen' auf. Einfach perfekt...
Gott...was würde ich dafür geben, sie nur einmal küssen zu dürfen!? Als ich meinen Blick wieder von deinen Lippen löse, suchen sie wieder deine Augen. Doch deine Augen sind scheinbar gerade abgelenkt. Sie sind stur auf meine Lippen geheftet. Was ist denn das? Langsam runzelt sich deine Stirn. Du scheinst nachzudenken.Was überlegst du blos? Ich öffne meine Lippen ein wenig und merke, wie sich augenblicklich deine Pupillen weiten. Plötzlich hebst du deine Hand und bewegst sie vorsichtig auf mein Gesicht zu. Mein Herzschlag beschleunigt sich so sehr, dass es langsam weh tut. Just in diesem Moment fliegt die Tür auf und der Arzt samt seiner Krankenschwestern treten zur Visite herein. Gott verdammter... das machen die doch absichtlich! So ein mieses timing kann man doch gar nicht haben! „Das kann doch nicht angehen!“ schimpft eine der Krankenschwestern. Erschrocken zuckst du zurück und und nimmst deine Arme von mir. „Es hat seinen Sinn, wenn wir euch in unterschiedliche Zimmer stecken, also würdet ihr unseren Anweisungen auch bitte folgen!?“ schimpft die andere und funkelt uns wütend an. Ich klammere mich an dir fest und gebe den 'Besuchern' so außreichend zu verstehen, dass sie mich nicht so einfach von dir wegbekommen. Nun siehst du mich überrascht aber auch gleichzeitig unendlich dankbar an und lächelst mich an. „Bill, könntest du bitte kurz den Raum verlassen? Wir würden uns gerne alleine mit deinem Bruder unterhalten!“ sagt der Arzt. „Schon okay...mein Bruder kann ruhig mithören! Ich hab keine Geheimnisse vor ihm!“ sagst du und gehst scheinbar davon aus, dass ich dein geflüstertes „fast keine...“ überhöre. „Na schön, wenn du es so möchtest, soll er es mithören!“ sagt der Arzt wieder. „Jaja..“ antwortest du gelangweilt und ziehst mich in deine Arme. „Also gut... Tom, deine Experimente mit den Drogen sind nicht ganz ohne Auswirkungen geblieben. Du hast die ersten Stufen zur Abhängigkeit bereits überschritten, was dazu führt, dass du in der nächsten Zeit wahrscheinlich von schwachen bis mäßig starken Entzugserscheinungen gequält werden wirst. Solltest du jedoch wieder anfangen, Drogen zu konsumieren, dann kann ich dir mit einer 80% Wahrscheinlichkeit garantieren, dass du sowohl in eine psychische als auch in eine physische Abhängigkeit abrutschen wirst!“ sagt der Arzt ernst. Ich blicke dich an. Dein Blick ist traurig und verklärt. Wie kannst du bei so einer Ankündigung noch groß überlegen? Du hast mir doch versprochen aufzuhören!!! „Tom!?“ versucht der Arzt dich aus deinen Gedanken zurückzuholen. „Ja... verstehe!“ ist alles, was du antwortest.
'Ja verstehe!'??? Was soll das denn heißen? Keine weitere Reaktion? Das wars für dich? Verdammt...was ist denn blos los mit dir???





*Tom’s Sicht*
Du siehst mich fragend und verwirrt an. Wünscht dir ein klares 'Ich werde es nie wieder tun' von mir. Aber das kann ich nicht garantieren. Wie auch? Es war immerhin nicht grundlos, dass ich mit den Drogen angefangen habe. Ich weiß, ich habe es dir versprochen, aber was soll ich denn machen? Im Moment bin ich dir so unglaublich Nahe, aber was soll ich tun, wenn du wieder in unerreichbare Ferne rückst? Und... was soll ich erst tun, falls du wirklich mit Lion zusammen kommst? Apropos...darauf wollte ich dich ja auch noch ansprechen! Nachdem die Visite vorbei ist und die Ärzte wieder verschwunden sind, blicke ich dich ernst an und streichle dir vorsichtig über den Arm. „Hast du noch starke Schmerzen?“ frage ich dich. „Nein... Ich bin grad unendlich glücklich!“ antwortest du. „Ich auch... sag mal... kann ich dich mal was fragen?“ sage ich. Du blickst mich etwas verwirrt an, lächelst dann aber dein unsagbar schönes Lächeln. „Klar! Du kannst mich alles fragen!“ antwortest du dann. „Was war da wirklich zwischen dir und Lion?“ stelle ich die Frage auch promt. Du runzelst die Stirn und blickst mich traurig an. Hab ich was falsches gesagt? „Da war gar nichts Tom! Er hat mich nur nach Hause gebracht!...Ehrlich!!!“ antwortest du. „Magst du ihn?“ frage ich wieder. „Naja... ich kenn ihn doch kaum! Aber er scheint doch sehr nett zu sein! Antwortest du. „Keine Sorge...Ich nehm ihn dir schon nicht weg!“ antwortest du genervt, als du mein zweifelnden Gesichtsausdruck bemerkt hast. Was? Nein... du verstehst das falsch! Darum geht's doch gar nicht! Lion kannst du haben...den schenk ich dir sogar, wenn du willst! Ich will doch blos nicht, dass er dich mir wegnimmt!!! „So war das gar nicht gemeint!“ sage ich beleidigt und drehe mich von dir weg. „Ach ja!?...Und wie denn dann bitte?“ antwortest du schnippisch und drehst dich ebenfalls weg. Bei dieser Aktion streift dein Hintern den meinen und verharrt in dieser Position. Prima! Jetzt machst du mich auch noch heiß! Verdammt... Was soll das denn? Machst du das absichtlich? Gott...gehts nur mir so oder ist es gerade verdammt heiß hier drinne? „Pff...du verstehst das ja doch nicht!“ sage ich um die Stille zu durchbrechen. „Gaaanz toll! Vielleicht ist das Problem aber auch einfach nur, dass du den Mund nicht aufbekommst Mr. Keiner-Versteht-Mich!!!“ antwortest du leicht säuerlich. „Ja vielleicht!!!“ gebe ich wütend von mir. „Ach... lass mich blos in ruhe mit deinen Stimmungsschwankungen!“ sagst du wieder und klingst schon recht wütend. Was darauf folgt ist eine erdrückende Stimme. Prima... jetzt liegen wir hier nebeneinander und schmollen uns gegenseitig an. Ja... das können wir echt super!!! Boar... langsam reichts! Ich halte es echt nicht mehr aus!!! Mit einem Ruck drehe ich mich wieder um und ziehe dich zurück in meine Arme. Unsere Körper scheinen einfach perfekt zueinander zu passen. So als wären sie für einander gemacht! Vorsichtig küsse ich deine Wange. „BAMM“ die Tür knallt auf und ich fliege fast aus dem Bett. Das ist doch echt nicht wahr!!! Immer, wenn ich versuche mich dir zu nähern, werde ich durch irgendetwas unterbrochen. Entweder Gott hasst mich oder die haben hier Überwachungskameras eingebaut. Ich tendiere eher zu ersterem und kann dazu nur sagen: Danke! Beruht auf gegenseitigkeit!!!
Mum steht im Raum und blickt uns verwirrt an. „Was ist denn hier los? Große Kuschelstunde oder was!?“ sagt sie und kommt auf uns zu. „Da will ich aber auch mitmachen!“ ergänzt sie sich. Mum erklärt uns, dass sie mit dem Arzt gesprochen hat und teilt uns mit, dass wir noch eine Woche im Krankenhaus bleiben müssen. Danach sollen wir uns schonen und erstmal nicht so viele Termine wahrnehmen. Auch gut...ein bischen mehr Freizeit kann echt nicht schaden!
„Los Jungs zieht euch mal um!!! Ich will noch mit euch runter in die Cafe, dann wird gefrühstückt und ich denke, dann haben wir noch einiges an Gesprächsbedarf ne!?“ sagt Mum und sieht uns ernst an. „Ja gut!“ sagst du, springst auf und läufst in dein Zimmer um dich umzuziehen. Mum drückt dir beim hinausgehen noch eine Reisetasche in die Hand in die sie wahrscheinlich ein paar von deinen Klamotten geschmissen hat. Dann kommt sie wieder auf mein Bett und setzt sich auf dieses. „Hier Schatz!“ sagt sie und reicht auch mir ebenfalls eine Reisetasche. Während ich die Tasche durchkrame und deren Inhalt genau studiere, blickt Mum mich ernst an. „Tom... willst du, dass wir jetzt reden oder wollen wir das auf später verlegen!?“ fragt sie mich. „Was genau meinst du denn!?“ frage ich unschuldig und setze eine Unschuldsmiene auf. „Tom...du weist, warum ich mit dir reden will! Wie zum Teufel kommst du an Drogen ran!? Und aus was für einem Gott verdammten Grund hast du das Zeug auch noch genommen!?“ fragt sie mich ernst. Scheinbar ist ihr nicht zu scherzen zu Mute. „Mum...ich hab einfach ne scheiß Zeit durchgemacht okay!?“ versuche ich sie abzuwimmeln. „Bitte Tom... du denkst doch nicht wirklich, dass ich mich damit zufrieden gebe oder!? Erklär mir genau was passiert ist!!!“ sagt sie leicht entzürnt. Ich atme schwer aus. Stimmt...eigentlich hat sie eine gute Erklärung verdient. Ich will nicht, dass sie mich für einen Junky hält und am Ende noch Angst oder Eckel vor ihrem eigenen Sohn empfindet.“Mum...ich hab mich einfach total unglücklich verliebt und das wurde irgendwie immer schlimmer und am Ende wusste ich mir einfach nicht mehr zu helfen... und dann kam dieser Kerl und er meinte, ich würde alles vergessen und keine Schmerzen mehr haben und das alles besser werden würde. Da hab ichs halt einfach irgendwie mal ausprobiert...und es hat wirklich geholfen Mum... es wurde besser! Alles wurde besser und die Welt war plötzlich nicht mehr so schwarz... verstehst du!?“ versuche ich ihr alles zu erklären. Sie sieht mich traurig und Mitleidig an. Dann zieht sie mich in ihre Arme und drückt mich fest an sich. „Liebling...kein Mensch der Welt ist es wert, dass du dir dein eigenes Leben so kaputt machst!“ sagt sie gutmütig. „Aber...es tut so verdammt weh, wenn die Person in meiner Nähe ist und ich genau weis, dass wir nie zusammen sein werden und das meine Gefühle nicht erwiedert werden! Mum... ich... ich war noch nie in meinem Leben so in Jemanden verliebt und grade dieses Mal ist es so scheiße hoffnungslos!!!“ sage ich. Es tut gut, von Mum gehalten zu werden und zu wissen, dass sie mich wenigstens ansatzweise versteht. „Mein Liebling... Ich weis genau, wie verdammt weh unerwiederte Liebe tun kann. Aber glaube mir, irgendwann wird es besser werden und du wirst damit klarkommen!“ sagt sie so liebevoll, wie ich sie noch nie vorher erlebt habe und streichelt mir vorsichtig über den Rücken. Aber was soll ich denn tun, wenn ich ihn fast 24 Stunden am Tag um mich herum habe? Wie soll ich denn jemals damit klarkommen? „Na los...jetzt zieh dich erstmal um! Ich will mit euch frühstücken gehen!“ sagt sie wieder und reißt mich aus meinen Gedanken. Vorsichtig suche ich mir mein Kram raus und ziehe mein T-Shirt aus. „Mum...“ sage ich etwas zerknirscht. „Schon gut, schon gut...ich dreh mich ja schon weg!!!“ sagt sie und verfällt ins lachen. Schnell stehe ich auf, schmeiße ich mir meine Klamotten über und style meine Haare ein wenig. Dann kommt Bill wieder zur Tür herein und wir machen uns zu dritt auf den Weg in den Speiseraum...



*Bill’s Sicht*
Wir haben zusammen mit Mum gefrühstückt, sind durch den noch immer von Schnee überdeckten Park gelatscht und haben uns dann in den Gemeinschaftsraum gesetzt, um über die letzten Wochen zu reden, in denen wir uns immer mehr auseinander gelebt haben. Wir waren lange nicht mehr so glücklich zusammen wie heute. Mum sagt auch, dass es Balsam für ihre Seele ist, uns mal wieder lachen zu sehen. Nicht nur für sie...
Ich verlasse kurz den Gemeinschaftsraum um zur Toilette zu gehen. Dabei laufe ich am Schwesternzimmer vorbei. Plötzlich werde ich am Arm gepackt. Erschrocken drehe ich mich um und blicke ins Gesicht einer Krankenschwester, welche mir noch von heute Morgen in Erinnerung ist. „Junge... sag mal, möchtest du jetzt mit deinem Bruder auf ein Zimmer oder ist es dir lieber, wenn ihr getrennt seid!?“ fragt sie. „Ich dachte, 'es hat so seinen Grund, dass wir auseinander sind!?'“ zitiere ich sie von heute Morgen. „Ja sicher... aber wie wir gesehen haben, können wir euch anscheinend nicht auseinander halten!“ rechtfertigt sie sich. Ich überlege kurz, dann schüttel ich energisch mit dem Kopf. „Nein... Ich finde es schon okay so, wie es jetzt ist!“ antworte ich schließlich. Ich will ja schließlich zu dir kommen können und kuscheln. Ja... ich weis...hinterhältig, aber wenn ich im gleichen Zimmer wie du liegen würde, könnte ich doch nicht bei dir im Bett schlafen. Mit welcher Begründung auch??? Als ich wieder zurück in den Gemeinschaftsraum komme, lächelst du mich breit an und kommst auf mich zu. „Mum sagt, Montag ist eine Karnevalsparty im Alex! Wollen wir da nicht zusammen hin!?“ fragst du und deine Augen strahlen mit der Sonne um die Wette. Au ja... Was ne geile Idee!!! Eine Kostümparty. Wow... ich weis schon ganz genau, als was ich mich verkleide...
„Geile Idee! Da müssen wir unbedinngt hin!“ rufe ich freudig und springe in die Luft. „Nun müsst ihr euch aber erstmal erholen! ...Ich muss dann auch wieder los! Ich komme euch morgen wieder besuchen. Braucht ihr noch irgendwas?“ fragt Mum und blickt uns abwartend an. „Ja... kannst du mir Papier und Stifte mitbringen?“ frage ich. „Und ich will mein Handy und meinen I-Pod!“ sagt Tom. „Ou jaaa ich auch!!!“ rufe ich wieder. „Alles klar, bekommt ihr alles morgen!“ sagt Mum, nimmt Tom und mich nochmal in den Arm und tritt dann den Heimweg an. Tom und ich bleiben noch bis in den späten Abend im Gemeinschaftsraum und spielen Backgammon, Monopoly und GO. Zum Abendbrot gehen wir in mein Zimmer und brauchen einige Zeit, bis wir identifizieren können, was das vor uns auf den Tellern darstellen soll. Wir hätten Mum noch bitten sollen, uns vernünftiges Futter mitzubringen, denn diese Krankenhauspampe ist echt widerlich. Nach dem Essen kommt wieder eine Krankenschwester, welche wir inzwischen liebevoll 'Ausgeburt der Hölle' nannten, denn es schien ihre neue Lieblingsbeschäftigung zu sein, Tom und mich zu pisacken. Sie erzählt uns, dass jetzt Bettruhe ist und Tom mein Zimmer verlassen muss. „Ja,ja!“ sagt er und nimmt mich kurzerhand in den Arm. „Gute nacht kleiner!“ flüstert er mir zu und verlässt dann mein Zimmer. Von wegen „Kleiner“ ich bin 3 Zentimeter größer als er!!! Es vergehen ungefähr 2 Stunden, bis ich mir endgültig sicher bin, dass die Leute auf dem Flur verschwunden sind und ich es wagen kann, zu dir zu schleichen. Als ich über den Flur schlendere, kommt plötzlich eine Schwester aus dem Schwesternzimmer. So schnell ich kann, sprinte ich über den Flur zu deinem Zimmer -Sie hat mich nicht gesehen-. Durch das Laufen tun mir meine Rippen wieder weh. Echt uncool sowas... Du hättest wirklich ein bischen weniger hart zuschlagen können. Als ich mich auf dein Bett zubewege, bemerke ich, dass du bereits schläfst. Du siehst so unglaublich süß aus, wie du daliegst. Wirkst schon fast arg und wehrlos. Wehrlos... stimmt...eigentlich bist du gerade vollkommen wehrlos...
Vorsichtig setze ich mich auf deine Bettkannt und beobachte dich noch ein wenig. Du bist wirklich ein kleiner schlafender Engel... Plötzlich huscht mir ein lächeln übers Gesicht. Du schläfst... würdest nichts bemerken... ob ich es wagen sollte?
Meine Hand bewegt sich langsam auf dein Gesicht zu und bleibt auf deiner Wange liegen. Ja... ich sollte es wagen!!!
Vorsichtig bewege ich meinen Oberkörper auf dich zu. Meine Lippen kommenm den deinen immer näher. Ich will sie nur ein einziges Mal berühren. Nur einmal... ganz kurz. Den letzten Zentimeter lege ich langsamer zurück als alles bisherige. Dann berühre ich endlich deine Lippen. Sie sind so unendlich weich. Es ist fast eine Erlösung für mich. Wie lange habe ich mich jetzt danach verzerrt, sie nur einmal küssen zu dürfen? Ich glaube ich sterbe... deine Lippen brennen sich in mein Fleisch und hinterlassen tief in meiner Seele ihre Spuren. Nur trockene flüchtige Küsse hauche ich dir auf deine Lippen. Ich bin so unendlich dankbar für diesen Moment... will dich aber auch nicht einfach so überfallen und dir meine Zunge in den Hals schieben. Wenn ich Jemals deine Zunge spüren darf, dann sollst du es auch wollen... nicht so!!! Plötzlich fängst du an zu brummeln und bewegst dich unter mir. Schnell entziehe ich meine Lippen den deinen. Die Schmetterlinge in meiner Brust scheinen auf die doppelte größe angewachsen zu sein. Vorsichtig schlägst du deine Augen auf. „Hey...was machst du denn hier!?“ fragst du verschlafen. 'Na dich küssen!' schießt es mir sofort durch den Kopf. „Ich kann nicht schlafen!“ antworte ich und blicke dich traurig an. „Guck nicht so!...Jetzt komm schon her!!!“ sagst du, hebst die Decke hoch und rutscht ein Stück zur Seite, um mir Platz zu machen. Sofort schmeiße ich mich neben dich und kuschel mich an dich ran. Du decks uns zu und hauchst mir ein leises „Gute Nacht Bill, schlaf gut!“ zu. „Schlaf du auch gut und träum was schönes!“ antworte ich dir und schließe die Augen um mich auf den Weg ins Traumland zu machen...



*Tom’s Sicht*
Süß...wieder bist du rüber gekommen, um bei mir zu schlafen. Wie du so in meinen Armen liegst, könnte man meinen, du wärst ein Engel. Wenn ich ein außenstehender wäre, würde ich glatt meinen, wir wären ein Pärchen, so wie wir hier zusammen liegen. Gott...ich wünschte es wäre so! Warum musst du nur mein Bruder sein? Warum kannst du nicht einfach irgendein Kerl sein, in den ich mich verliebt habe!? Vorsichtig küsse ich dir deine Stirn. Du stöhnst wohlig auf und drehst dich in meinen Armen. Nun liegt dein Gesicht direkt vor meinem. Das ist zuviel für mich. Mein gesamtes Blut scheint in meine Lenden zu dringen. Verdammt...was mach ich hier eigentlich? Plötzlich schlägst du deine Augen auf und blickst mir direkt in die Augen. Wow...so nahe war ich deinen Augen noch nie... wenn es stimmt, dass die Augen der Spiegel der Seele sind, dann muss deine Seele das reinste Paradies sein!!! „M...m...morgen!“ stotterst du und blickst mich verwirrt an. Oh Gott nein... bitte schlaf wieder ein, damit ich auf die Toilette flüchten kann. Wenn du mein kleines Problem mitbekommst, bin ich echt voll am *SPAM* Automatische Zensur! „Morgen!“ sage ich und lächle dich an. Gott komme ich mir gerade dämlich vor!!! Warum kommt denn jetzt mal keine dämliche Krankenschwester und erlöst mich!? „Hast du gut geschlafen!?“ fragst du mich mit deiner wundervollen Stimme, die vom schlafen noch total rau ist. Boah ich tick aus... mein Problem wächst und wächst... das ist echt nicht mehr witzig... wenn das so weiter geht, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis du es auch bemerkst!!! Was mach ich denn jetzt blos!? „Ich geh mich eben duschen... ich darf doch deinen Kram benutzen ne!?“ fragst du und stehst auf. „Sicher!“ stöhne ich schon fast. Oh Gott...Tom beherrsch dich!!! Nur gut, dass die hier Duschen haben... sonst wär ich echt voll am *SPAM* Automatische Zensur!!! „I don't wanna close my eyes, I don't wanna fall asleep cause I'd miss you babe and I don't wanna miss a thing...“ ertönt es plötzlich aus dem Bad. Oh nein...bitte nicht. Bitte fang jetzt nicht auch noch an zu singen!!! Die Dusche geht an und deine Stimme dringt immer lauter in mein Ohr. Ich habe das Gefühl, ich würde direkt neben dir stehen. Moment...neben dir? Mit dir zusammen unter der Dusche? Und dazu diese verdammt heiße Stimme? Son verdammter Scheißdreck!!! Jetzt ist es zu spät... meine Erregung ist vollends ausgeprägt. Was machst du blos mit mir? Du machst mich noch ganz wahnsinnig mit deiner sexy Stimme!!! Halt deine verdammte Fresse oder willst du, dass ich hier an meiner eigenen überdimensionalen Erregung krepiere!? Oh nein...das ertrag ich nicht länger. Vorsichtig und mit zittrigen Händen streife ich kurz über meine Erregung. Mein Körper bebt und mich durchzuckt ein solcher Hitzschlag, wie ich ihn noch nie zuvor erlebt habe. Vorsichtig umschließe ich meine Errektion und muss sogleich unglaublich aufstöhnen. Oh gott...was tue ich hier? bereuend beiße ich mir auf die Unterlippe, kralle mir meine Decke und beiße in diese hinein um weiteres Stöhnen unterdrücken zu können, denn du darfst auf keinen Fall etwas von dem hier mitbekommen. Du nicht und die Krankenschwestern nicht...niemand darf etwas davon erfahren!!! Noch immer ertönt deine Stimme aus dem Bad und ich umfasse fest meine Errektion. Vorsichtig bewege ich meine Hand auf und ab. Gott... wie krank ist das eigentlich? Ich hole mir hier gerade deinetwegen einen Runter! Das kann doch nicht wahr sein!!! Schneller und schneller werden meine Bewegungen. Mein Griff wird fester und auch mein Atem wird schwerer. Ich merke, dass ich kurz vor dem Höhepunkt bin... Herr im Himmel... vor Erregung biege ich meinen Rücken durch und wende mich wie ein Fisch auf dem Trockenen. Mit bebendem Körper, rasendem Herzen und einem Puls von mindestens 210 ergieße ich mich in meiner Hand und stöhne ein letztes Mal in die Decke hinein. Hektisch nach Luft ringend ziehe ich meine Hand zurück und versuche mich zu beruhigen. Nein,nein,nein...VERDAMMTE SCHEIßE war das gut!!! So was geiles hab ich im Leben noch nicht erlebt!!! Auch dein Lied endet und du öffnest die Tür zum Bad. „Alles in Ordnung mit dir?... Du siehst irgendwie gar nicht gut aus!!!“ sagst du und blickst mich besorgt an. „Mir geht's super!“ antworte ich dir. Wenn du nur wüsstest, wie SUPER es mir geht...
Ich stehe ruckartig auf und gehe an dir vorbei ins Bad. „Alter Bill!!!...Hast du etwa meine Zahnbürste benutzt!?“ schreie ich aus dem Bad. Das darf ja wohl nicht wahr sein! „Sorry!“ antwortest du...ich weis, dass du dich gerade kringelst vor lachen. Satansbraten!!!
Dieser Tag verläuft ansonsten recht unspektakulär. Gegen Mittag tauchen einige von unseren Freunden auf, welche anscheinend Wind davon bekommen haben, dass wir hier festsitzen und statten uns einen Besuch ab. Mum kommt erst gegen Abend vorbei, bringt uns unsere Sachen und entschuldigt sich nach einer halben Stunde auch schon wieder, weil sie noch Besorgungen machen muss. Das Abendbrot fratzen wir diesmal im Gemeinschaftsraum und sehen gemeinsam noch etwas fern, bis wir von den wilden Furien, welche sich Krankenschwestern schimpfen, in unsere Zimmer getrieben werden. Circa eineinhalb Stunden liege ich wach... warte auf dich... ob du heute wieder zu mir kommen wirst? Hoffentlich... ich fühl mich plötzlich richtig einsam ohne dich... das Bett ist so groß und leer und kalt... Menno, jetzt komm gefälligst her! Los! Auf der Stelle!!! Komm schon... Nervös drehe ich mich von einer auf die andere Seite. Plötzlich höre ich Schritte im Flur. „Strike!!!“ ich wusste, du würdest kommen! Doch auf einmal höre ich die Stimme von der Höllengestalt. „Mensch Junge! Das gibt's doch nicht. Habt ihr denn nie gelernt, alleine zu schlafen? Du sollst dich erholen und brauchst deinen Schlaf! Also schluss jetzt mit den nächtlichen Exkursionen!“ sagt sie und ich höre wie sich euer Beider Schritte wieder von meiner Tür entfernen. Das ist doch nicht wahr... was muss diese blöde Kuh sich da eigentlich einmischen? Das kann der doch echt scheißegal sein, wo ihre Patienten schlafen!!! Pff... Ich lass mich doch hier nicht zum Ei machen und lass mir so einfach mein Kuscheltier wegnehmen! So einfach mach ichs der bestimmt nicht!!! Die hat keine Ahnung, was es bedeutet, sich mit einem Kaulitz anzulegen! Notgedrungen ergreife ich also selbst die Initiative und begebe mich auf den Weg zu deinem Zimmer. Vor deiner Tür atme ich nocheinmal tief durch. 'Cool bleiben Tom' rede ich mir selbst zu und betrete dann dein Zimmer. Das Mondlicht umhüllt deine Silhouette und lässt deinen Körper noch zerbrechlicher aussehen, als er es ohnehin schon ist. „Schläfst du!?“ flüstere ich und gehe auf dein Bett zu. Du drehst dich erschrocken um und blickst mich an, so gut es in der Dunkelheit möglich ist. „Was machst du denn hier!?“ fragst du erstaunt. Verlegen kratze ich mir am Hinterkopf und laufe leicht rot an. Nur gut, dass du das in dieser Finsternis nicht erkennen kannst. „Na... mein Bett ist so kalt und leer ohne dich...außerdem weißt du doch, wie sehr ich Krankenhäuser hasse!!!“ antworte ich dir und gehe weiter auf dein Bett zu. Du lächelst mich süß an und dein Piercing blitzt im Mondlicht. „Los, rutsch mal ein Stück!“ sage ich und sofort erfüllst du mir meine Bitte. Vorsichtig hebe ich die Decke an und krabbel hinunter zu dir. Du bist herrlich warm, also fakel ich nicht lange rum und nehme dich wieder in den Arm. „Duuu Toomm...“ sagst du leise. „Hm!?“ mache ich um dir zu zeigen, dass ich dir zuhöre. „Weist du, dass ich dich ganz doll lieb hab'!?“ sagst du. Ein wohliges kribbeln macht sich in meinem Bauch breit. Wie schaffst du es nur immer, genau das zu sagen, was ich mir gerade von dir zu hören wünsche!? „Ich dich auch Bill!“ antworte ich dir und ziehe dich zum Beweis noch fester in meine Arme. Wenige Minuten später sind wir auch schon weggedöst.
Die restlichen Tage im Krankenhaus vergehen wie im Fluge. Wir haben jeden Tag und jede Nacht zusammen verbracht und ich weiß, dass ich inzwischen noch abhängiger von dir bin als je zuvor. Du bist das wichtigste in meinem Leben...nein, falsch! Du bist mein Leben!!! Ohne dich würde ich vergehen, wie eine Rose in der Wüste! Bitte... bitte bleib bei mir und verlass mich niemals...
Am Sonntag werden wir endlich entlassen und dürfen nach Hause gehen. Ich bin unsagbar glücklich, das sterile Gebäude endlich hinter mir lassen zu können. Obwohl ich eigentlich ein paar sehr schöne Erinnerungen mit diesem Gebäude verknüpfen kann. Während wir im Auto sitzen, denke ich schon an morgen. Das wir bestimmt unendlich geil auf der Party! Jaja...morgen ist Rosenmontag und das Alex lädt ein. Bis spät in die Nacht kramen wir beide auf dem Dachboden rum und suchen nach Kostümen. Am Mittag hat Lion schon angerufen. Ich gehe morgen zu ihm, bevor ich ins Alex latsche. Wider erwarten warst du nicht böse oder gar wütend als ich dir davon erzählt habe, wobei wir doch eigentlich zusammen gehen wollten. Aber das soll mir so nur recht sein. Die Nacht ist meiner Ansicht nach furchtbar. Ich fühle mich echt scheiße alleine ohne dich. Dabei habe ich mich in den letzten Tagen doch so sehr an deine Nähe gewöhnt. Aber ich kann ja schließlich nicht bis ans Ende meiner Tage in dein Zimmer schleichen und kuscheln kommen. Im Krankenhaus war die Situation immerhin eine ganz andere. Und so dauert es eine schiere Ewigkeit, bis ich endlich ohne dich in meinen Armen eingeschlafen bin...
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Michi



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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:32    Titel:


*Bill’s Sicht*
Gott bin ich müde... Ein kurzes Blinzeln verrät mir, dass ich schon wieder viel zu lange geschlafen habe, denn die Sonne steht schon wieder hoch im Zenit. Verschlafen blicke ich auf den Wecker, der neben meinem Bett auf dem kleinem Nachttisch postiert ist. 13.30... Gott...ich würde wahrscheinlich mein halbes Leben verpennen, wenn ich nur könnte. Aber heute habe ich etwas wichtiges vor. Ich habe mich schon viel zu lange auf diesen Tag gefreut, als das ich ihn jetzt verpennen würde. Schnell stehe ich auf und schlendere ins Badezimmer. Mein Spiegelbild schreit förmlich 'dreh dich weg, du siehst furchtbar aus!!!' Also beschließe ich, mir erstmal eine schöne heiße Dusche zu können und meinen Kreislauf zum Leben zu erwecken. Ja...ich weis...kaltes Wasser wäre hilfreicher...aber...'HALLO!?' seh ich echt so aus, als würde ich mir todmüde früh am Morgen so nen Schock genehmigen? Nein Danke!!! Nachdem ich fertig mit meinem Duschritual bin, kämme ich mir noch eben die Haare und schmeiße mir dann meinen Jogginganzug über. Ich muss sowieso noch eine ganze Weile zuhause bleiben und einiges vorbereiten, bevor ich los kann. Leichtfüßig wie ein Elefant trampel ich die Treppe hinunter und laufe zu Mum in die Küche. „Morgen Mum! Wo ist Tom!?“ frage ich sie etwas verblüfft, denn eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, ihn hier vorzufinden. „Der ist schon vor ca. einer Stunde zu Lion gegangen! Er klang etwas verzweifelt, weil irgendwas mit seinem Kostüm nicht zu stimmen schien....“ antwortet sie mir. Also lasse ich mich alleine auf die Bank rutschen und beginne zu frühstücken, während Mum den Abwasch macht. „Ma... hilfst du mir denn nach dem Frühstück mit dem Kostüm?“ frage ich nochmal, um sicher zu gehen, dass sie nicht vergessen hatte, dass sie mir behilflich sein wollte. „Sicher Spatz...aber...muss es denn wirklich DIESES Kostüm sein? Kannst du dir nicht etwas einfacheres aussuchen!?“ fragt sie. Ich verschrene die Arme vor der Brust und blicke sie schmollend an. „Nein kann ich nicht!“ sage ich trotzig. „Schon okay...dann eben DIESES Kostüm...auch wenn ich der Meinung bin, dass es eher etwas feminin rüber kommt, wenn du es trägst...Aber es ist Karneval, da ist ja bekanntlich alles erlaubt!“ versucht sie mich zu beruhigen. Ein lächeln huscht mir übers Gesicht. Ja...vieleicht etwas weiblich...aber das ist auch gut so! Nachdem ich meinen Teller weggestellt habe, kramt meine Mum ihre Nähmaschiene heraus und beginnt verzweifelt nach den Schnittmustern zu kramen. „Welche Farbe soll das Kostüm denn haben?“ fragt sie und blickt kurz von ihrem Heiligtum auf. „Schwarz!“ antworte ich, wie aus der Pistole geschossen. Gott sei Dank haben wir genug Stoff im Haus, da unsere Mutter Schneiderin ist. Sofort greift sie nach meterlangen schwarzem Stoff und bringt ihre Maschiene dazu wild zu rattern. „Was soll ich denn machen!?“ frage ich etwas unsicher. „Du kannst dir das Messband schnappen und mir deine Maße sagen!“ antwortet sie, ohne auch nur einmal aufzuschauen. Nach ca. drei Stunden ist die Arbeit verrichtet und mein Kostüm ist fertig. Schon fünf Uhr...oje, das wird knapp, wenn ich um 7 im Alex sein will. Paddel und Andy wollen sich dann dort mit mir treffen. „Mum...ich brauch noch Ohren!!!“ sage ich etwas zerknirscht. Wo sollte ich die denn jetzt bitte noch her bekommen? „Geh mal im Keller gucken! Hinter der Truhe müsste ein großer Umzugskarton stehen, in dem sich passende Öhrchen befinden müssten... Ich versuche dir solange passende Pfoten zu machen!“ sagt sie. Freudestrahlend laufe ich in den Keller und finde die Ohren auf anhieb. Als ich wieder in der Küche erscheine, liegt bereits eine fertige Pfote auf dem Küchentisch. „Wow... wie cool!“ sage ich und nehme die Pfote in die Hand. „Willst du für die Füße auch welche oder ziehst du ganz normale Schuhe an?“ fragt Mum und blickt mich zum ersten Mal nach ihrer Arbeit wieder an. „Nee...ich nehm meine Adidas...das reicht!“ antworte ich ihr. „Na schön.“ sagt sie und wendet sich wieder meiner letzten Pfote zu. Kurze Zeit später ist auch diese fertig und ich schnappe mir mein Kostüm und verschwinde mit ihm im Badezimmer. Meine Strähne stört ein wenig und ich bekomme sie einfach nicht in den Griff. Was mach ich blos damit? Ich bekomme sie nicht in den Kopfteil meines Kostümes... aber ich will doch, dass sie verschwindet! Erstmal werde ich die Strähne außenvor lassen und mich schminken. Hier ein bischen schwarz... da ein bischen weiß und hier und da ein bischen rot. Jetzt noch schnell mein Piercing raus aus der Augenbraue... PERFEKT!!! Nun noch ein bischen von meinem „AXE Air“ und fertig! Jetzt störrt echt nur noch die doofe Strähne. Ein Blick zur uhr verrät mir, dass ich noch eine Stunde Zeit habe. Plötzlich kommt mir eine Idee... Ich krame mein Handy raus und wähle Andy's Nummer. „Jop?“ höre ich seine Stimme am anderen Ende sagen. „Hey! Ich bin's... du sorry, aber ich komme heute etwas später okay? Ich hab da noch was vor!“ sage ich. „Alles klar... dann amüsier ich mich halt so lange mit Paddel!!!“ antwortet er und bricht in schallendes Gelächter aus. „Jaja...ich hoffe, ihr könnt eure Zweisamkeit richtig schön auskosten!“ sage ich und lege dann auf. Schnell laufe ich nochmal in die Küche und bitte meine Mum, mir den Kopfteil meines Kostüms doch wieder abzumachen. „Was denn? Aber das sieht doch so niedlich aus zusammen mit deinen Öhrchen!“ sagt sie enttäuscht. Genervt schaue ich sie an und ohne weitere Diskussionen erfüllt sie mir meine Bitte, so dass ich eine Viertelstunde später im Bus sitze und in die Stadt fahre. Irgendwie ein wenig peinlich in diesem Outfit mit dem Bus zu fahren, aber bei dem Kostüm mit der Schminke wird mich sowieso keiner erkennen...außerdem ist Karneval! In der Stadt angekommen, mache ich mich auf den Weg zu meinem Lieblingsfrisör. Nach ungefähr zwei langen Stunden ist meine Frisur endlich fertig! Ich habe mir Extensions in die Haare schweißen lassen, so dass meine Haare mir jetzt bis zu den Schultern gehen. Als ich zum ersten Mal in den Spiegel blicke erschrecke ich tierisch vor mir selbst. Was hab ich blos getan? Ich seh ja jetzt erstrecht aus wie ein Mädchen!!! Was wirst du blos sagen, wenn du mich so sehen wirst? Langsam treten mir erste Tränen in die Augen. Warum mach ich all das hier eigentlich!? Weil mir gerade nach einer Veränderung war? Weil meine alte Frise mich gestörrt hat? Weil ich aussehen will wie Nena!? NEIN!!! Während ich zum Bus zurück schlendere, wird mir klar, dass du der einzige Grund für meine Veränderung bist. Ich weis, dass du nicht auf Jungen stehst...nein, sicher nicht! Nun sehe ich weitaus femininer aus... Jeder außenstehende würde mich für ein Mädchen halten! Ob man mich heute Abend auf der Party wiedererkennen wird? Sicher nicht... mit der Frisur, der Schminke und dem Outfit erkenne ich mich ja selbst nicht wieder. Zerknirscht steige ich in den Bus ein und fahre zum Alex. Ich beginne leicht zu zittern. Wie werden die anderen blos reagieren? Als ich durch die Tür hinein gehe, bekomme ich plötzlich unglaublich viel Aufmerksamkeit. Gott...wie unangenehm! Eigentlich stehe ich ja gerne im Mittelpunkt...aber doch nicht so!!! Plötzlich kommt Andy auf mich zu. Oh nein...bitte, keine Kritik! „Hey Süße!... Dich hab ich hier ja noch nie gesehen!!! Sag mal wer bist du denn?“ sagt er und blickt mich verliebt an. Was??? 'SÜßE'!? Er...er hält mich für ein Mädchen? So gut ist meine Verkleidung!? Wow... Ob du mich auch nicht erkennen wirst? Ob du mich für ein Mädchen halten wirst? Ich blicke mich im Raum um und suche dein Gesicht. Wo bist du denn? Ein Clown, eine Colaflasche, ein Spongebob, ein Indianer, ein Cowboy...ist das nicht Lion!? Egal, weiter... ein Pirat, einige Teufel, ein Engel, ein ETWAS...ein Elvis, ein Zorro, ein Teddy...MOMENT!!! Ein Zorro!? Du hast doch nicht... mal sehen, Haare sind unterm Hut, Gesicht wird zur hälfte von einer Maske verdeckt, enge Hosen, ein Umhang... wenn ich dich nicht schon mein Leben lang kennen würde, hätte ich dich wohl nie erkannt... aber mein Herz sagt mir, das bist eindeutig du!!! Diese Augen und diese Lippen würde ich aus Milliarden rausfinden! Okay...dein Piercing ist ebenfalls verschwunden... aber das bist eindeutig du! Hundertprozentig!!! Dein Mund ist aufgeklappt und deine Augen scheinen dir fast aus dem Kopf zu fallen. Bin ich sooo schrecklich oder bin ich einfach zu gut, so, dass du mich wirklich für ne scharfe Tusse hälst!?...


*Tom’s Sicht*
Oh Gott... Ich sterbe!!!
Was hast du nur gemacht? Wie konntest du nur? Warum änderst du dich plötzlich so radikal? Du weist ja gar nicht, was du mir damit antust! Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass es möglich sein könnte, noch süßer auszusehen, als du es tust, aber du hast es geschafft! Du hast dich selbst übertroffen!!! Mein Herz rast, gleich platzt es, wenn das so weitergeht. Selbst Andi scheint sich auf den ersten Blick in dich verliebt zu haben und ist jetzt dabei, dich anzugraben. Niemand scheint dich zu erkennen. Nur ich... nur ich weis wer du bist! Wie könnte ich auch meinen Engel nicht wiedererkennen? Meinen süßen, kleinen, zerbrechlichen Engel...
Und dann auch noch dieses Kostüm... was hast du dir nur dabei gedacht? Willst du mich etwa absichtlich um den Verstand bringen? Muss wohl so sein, sonst würdest du mir soetwas doch nicht antun oder? Oder willst du mich einfach nur quälen?
Schmetterlinge verschwindet!!! Das ist mein Bruder!!!
Das geht nicht...das darf nicht sein... das ist verboten! So verboten süß!!! Mein kleines Kätzchen...du gehörst verboten, so heiß bist du! Kätzchen...Engelchen... Welchen Namen soll ich dir nur geben mein Süßer? Ah ja... jetzt hab ich's ...“KATZENENGEL“!!! Mein Katzenengel... bleib blos weg von mir, sonst falle ich über dich her! Nein... komm her!!! Lass mich über dich herfallen! Lass mich deine Lippen auf meinen spüren und jeden einzelnen Zentimeter deines unvergleichlichen Körpers liebkosen!!!
Du weist doch nicht, wer ich bin oder? Ich habe mich so gut verkleidet, dass man mich einfach nicht erkennen kann! Niemand hat das!!! Niemand außer Lion weis, wer ich bin! Meine Dreads sind verschwunden, genauso wie mein Piercing und meine XLL-Klamotten. Die Hälfte meines Gesichts ist von einer Maske verdeckt...du kannst mich einfach nicht erkennen!!! Mein Herz schreit: „Geh zu ihm!“ aber mein Verstand hält mich davon ab. Du bist doch mein Bruder!!! Gott verdammt... ich fühle mich innerlich komplett zerissen. Was mach ich nur!? Ich kann meine Augen nicht mehr von dir abwenden, will jeden Millimeter deines Körpers auswendig kennen. Ich bemerke gar nicht, wie Lion mir immerwieder seinen Ellenbogen in die Seite rammt. „Mensch Tom! Es zieht, mach den Mund wieder zu!!! Und komm jetzt blos nicht auf dumme Gedanken! Er ist dein Bruder, du bist aus dem Spiel!!!“ sagt er und sieht mich wütend an. Lion hat dich also auch erkannt... vielleicht merkt das Herz einfach, wenn der Geliebte vor einem steht, egal wie dieser gerade aussieht...
„Vergiss es!!! So leicht wirst du mich nicht los! Bill gehört zu mir! Und es ist mir scheißegal, ob mir meine Blutslinie einen Strich durch die Rechnung machen will!“ sage ich voller selbstbewusstsein, doch meine Knie schlottern, während diese Worte meine Lippen verlassen. „Du spinnst doch!“ antwortet Lion und geht von mir weg. Verträumt blicke ich dich noch immer an, traue mich nicht, zu dir zu gehen. Ich beschließe, mich hinten in die Ecke zu setzen, um dich weiterhin heimlich beobachten zu können. Du wirkst unglaublich unsicher und ängstlich, machst dir Sorgen, dass du schrecklich aussiehst. Musst du nicht, du siehst unglaublich scharf aus. Eine ungeheure Hitze steigt in mir auf. Wenn dir deine Unschuld etwas bedeutet, dann bleib blos weg von mir! Bei einer der Kellnerinnen im Bunnykostüm bestelle ich mir ein Wodka-Redbull und beobachte, wie du einen nach dem Anderen abweist. Ich muss anfangen zu Grinsen. Tja... Die Typen sind halt einfach nicht gut genug für dich. Wie die wohl reagieren würden, wenn die wüssten, dass du n Kerl bist!? Naja... ehrlich gesagt, bezweifle ich, dass es ihnen etwas ausmachen würde. Plötzlich drehst du dich zu mir um und kommst in meine Richtung. Nein...bleib weg!!! Nicht gut...nicht gut...gar nicht gut!!! HILFE!!! Geh weg! Mit jedem deiner Schritte in meine Richtung rutsche ich ein Stückchen weiter nach hinten, habe allerdings schon recht schnell die Lehne der Couch erreicht und muss mir eingestehen, dass es keinen Ausweg mehr gibt. Ich bin verloren. Bin dir hoffnungslos ausgeliefert. Als du an meinem Tisch angekommen bist, blickst du mir tief in die Augen. Nein...bitte... du sollst nicht wissen, wer ich bin! Deine Augen sind so unglaublich schön und du... du mein Katzenengel bist ohnehin das schönste Wesen, welches je geschaffen wurde!!! Stumm sehe ich dir in die Augen und weis, dass ich dich liebe!!! Es bringt nichts, mir noch länger etwas vorzumachen. Ich liebe dich und ich will dich!!!...Wie war das noch? Karneval ist ALLES erlaubt? Vorsichtig setzt du dich neben mich auf die Couch. „Hi... Ich bin Dajana! Wer bist du?“ sagst du. Dajana??? Was soll das denn??? Erkennst du mich wirklich nicht? Willst du ausprobieren, wie du als Mädchen rüberkommst? Na schön... wenn du spielen willst, dann spielen wir!!! Ich überlege mir schnell einen Namen, weil auch ich nicht will, dass du weist wer ich bin und sage dann: „Hey Süße, ich bin Elijah!“. Netter Name oder...? „Freut mich!“ antwortest du. Dabei schnellt dein Zungenpiercing kaum sichtbar vor. Puh...glück gehabt... ich kam wirklich kurz ins Grübeln, ob du wirklich mein süßer Engel bist. Wieder bestelle ich mir einen Wodka mit Red Bull. „Magst du auch einen?“ frage ich dich. Du nickst und somit bestelle ich dir einen mit. Unser kleines Spielchen wird immer besser. Wir sprechen über unsere Hobbys, unsere Vorlieben und unsere Familien...naja...eigentlich ist es ja die Selbe. Dein 'großer Bruder' heißt angeblich Nick und mein 'kleiner Bruder' heißt Andre. Im verlauf der Zeit trinken wir mehr und mehr Alkohol. Bis wir uns schließlich fast durch die ganze Karte gesoffen haben. Plötzlich legst du vorsichtig deinen Kopf auf meine Schulter. Ich blicke dir in die Augen. Soll ich es wagen? Ich reize unser Spiel noch ein wenig weiter aus und streiche dir sanft über die Wange. Vorsichtig küsse ich dich auf die Stirn. Ich beginne leicht zu zittern und spühre die Hitze, welche wieder in mir aufsteigt. Das könnte wahrscheinlich daran liegen, dass ich dir gerade so nahe bin. Viel zu nahe eigentlich. Vorsichtig streiche ich dir an deiner Seite entlang und gebe dir hin und wieder einen scheuen Kuss auf deine Wangen. Du lässt es dir gefallen, was ich hier mit dir mache und so werde ich nach einer Weile etwas mutiger und verteile viele leichte Küsse auf deinem Hals und auf deinem Kinn, bis ich an deinen Lippen angekommen bin. Plötzlich ergreifst auch du die initiative und beginnst mir süße, kleine Küsse auf den Hals zu hauchen, während du deine Hände auf Wanderschaft schickst. Ich verbrenne fast unter deinen Berührungen. Wie kann das sein? Warum bist du so zärtlich zu mir? Warum küsst du mich? Wie kann das sein? Ach stimmt ja... du hast ja keine Ahnung, dass ich es bin... Aber das soll mir Recht sein...solange ich nur einmal das tun darf, wonach mein Herz verlangt, ist es mir egal, ob du weist, dass ich es bin. Eigentlich ist es mir sogar sehr lieb, wenn du es nicht bemerkst. Plötzlich spüre ich deine Zunge an meinem Hals. Genießerisch schließe ich meine Augen, will jede einzelne Berührung so intensiv wie möglich auskosten. Dein Brustkorb hebt und senkt sich immer schneller.Wieder sehe ich dir in die Augen. Du bist so wunderschön...einfach PERFEKT!!! Prüfend sehe ich dich an, frage mich, ob ich wohl noch ein wenig weiter gehen kann. „Sag mir, wenn ich aufhören soll!“ flüstere ich dir leise ins Ohr. An deinem Blick und deinem zustimmenden Nicken sehe ich, dass du mich gewähren lässt. Vorsichtig beginne ich dir in den Hals zu beißen und lecke dann wieder darüber. Nun bist du es, der genießerisch seinen Hals in den Nacken wirft. Ich halte es nicht mehr länger aus und so umfasse ich dein Gesicht vorsichtig mit meinen Händen. Plötzlich reißt du die Augen auf, nimmst mein Gesicht ebenfalls in deine Hände und hauchst mir Küsse, zerbrechlich wie Kristall die ganzen Lippen entlang. Überrascht blicke ich dich an. So ungeduldig!? Gott wie süß... Als du meinen überraschten Blick siehst, zuckst du schnell zurück und läufst noch röter an, als du es eh schon bist. „Ich...es tut mir leid...“ beginnst du zu stottern. Mit meinem Zeigefinger hindere ich dich am weitersprechen. „Shhh...nicht reden!“ flüstere ich. „Aber...I i ich“ stotterst du wieder. „Nein...Ich will jetzt noch nicht aufhören.“ sage ich, denn ich habe noch andere Pläne mit dir...
Ich schlucke meine Nervösität runter und lege vorsichtig meine zitternden Lippen auf deine. Sanft knabbere ich dir an der Unterlippe. Du bleibst still und reagierst nicht. Was ist los mit dir? Soll ich aufhören? Ich werde wieder nervös, versuche dennoch mein Vorhaben in die Tat umzusetzen und fahre ganz schüchtern und zitternd mit meiner Zunge über deine Lippen. Wirst du mir Einlass gewähren? Vorsichtig öffnest du deine Lippen und lässt mich rein. Gott sei dank...
Ich dringe mit meiner Zunge langsam in deinen Mund und lecke dir erst kurz über die Zunge, bevor ich anfange, mit deinem Metallkügelchen zu spielen. Immerwieder stupse ich dir vorsichtig gegen dein Piercing. Ich spüre wie du lächelst. Kitzelt das? Zögerlich gehst du jetzt endlich auf meinen Kuss ein und beginnst mit deiner Zungenspitze auf meiner Zunge rumzutapsen. Ich versuche dich dazu zu bringen mehr mit meiner Zunge zu machen, als nur darauf rumzutapsen und richte mich ein stück weit auf. Ich ziehe deinen Kopf näher an mich heran und drücke dir meinen gleichzeitig entgegen. Erst blockst du noch ein wenig ab, doch dann lässt du dich fallen, wodurch ich das gleichgewicht verliere und gemeinsam mit dir von der Couch falle. Durch die neue Position liege ich nun auf dir und stütze mich mit meinen Ellenbogen neben deinem Körper ab. Du versuchst meine Zunge zurück in meinen Mund zu schieben und gehst in meiner Mundhöle auf einen Erkundungstrip mit deiner Zunge. Die anderen Partygäste sind schon längst vergessen und auch die Nervösität ist längst verschwunden. Dafür breitet sich in meiner Brust mehr und mehr das Feuer und die Lust aus. Lust auf mehr...Lust auf DICH!!! In meiner Mundhöle beginnst du plötzlich meine Zunge in einen wilden Kampf zu verwickeln. Ich versuche unsere Zungen wieder zurück in dein Versteck zu schieben, doch du wehrst dich dagegen, willst in mir bleiben. Doch da ich mir aus Prinzip nichts sagen lasse, auch nicht von dir, obwohl du mich gerade um den Verstand küsst, versuche ich unseren Zungenknoten mit aller Macht zu verschieben. Als es mir gelingt, wird unser Kuss immer wilder. Wenn du nur wüsstest, wie geil du küssen kannst... Wahnsinn!!! Du schlingst deine Arme um meinen Rücken und drückst diesen gen Boden und somit direkt auf deinen Körper. Ich verstehe und senke mich auf dich... will dich spüren...
Während wir uns küssen,gleitet meine Hand vorsichtig an deiner Seite herunter. Auf einmal störrt das Kostüm doch ein wenig... wie gerne würde ich dir jetzt unter's Shirt fahren und meine Finger über deinen Körper wandern lassen!? Doch dieser Einteiler hindert mich daran. Als ich bemerke, dass dir meine Streicheleinheiten gefallen, streichel ich dir ganz vorsichtig über die Innenseite deiner Oberschenkel. Plötzlich stöhnst du in den Kuss und reißt die Augen auf. Bin ich zu weit gegangen? Dein Stöhnen lässt mir das Blut in den Adern gefrieren und kurze Zeit später muss ich feststellen, dass diese verdammte rote Flüssigkeit sich wieder an einer anderen Stelle meines Körpers sammelt. Warum muss ich immer so ungestüm sein? Du wirkst fast schon etwas verschreckt. „Entschuldige... Ich hätte nicht so weit gehen sollen...“ flüstere ich dir ins Ohr. „Schon okay!“ hauchst du mir ins Ohr, verzeihst mir und lässt deine Lippen wieder die meinen finden. Du machst mich ganz verrückt! Warum musst du nur so unglaublich zärtlich sein? Meine Haut ist überzogen mit einer Gänsehaut und ich bete förmlich zu Gott, dass du nicht mehr aufhören mögest...



*Bill’s Sicht*
Warum bin ich nur so ungestüm? Wie ein Tollpatsch habe ich plötzlich angefangen, wilde Küsse auf deine Lippen zu hauchen, doch du schrakst zurück. Ich entschuldige mich bei dir doch du legst deinen Zeigefinger an meine Lippen und hinderst mich am weitersprechen. Sagst mir, dass du noch nicht aufhören willst...
Du willst nicht aufhören? Was meinst du? Womit nicht aufhören? Dumme Frage... Ich weis genau, was du meinst! Und ich merke, dass ich es will, genauso wie du! Ich bin dankbar, für meine Verkleidung, hätte ich sie nicht, dann würdest du niemals zulassen, dass dieser Traum den ich habe Wirklichkeit werden könnte. Du umarmst mich und legst mir deine Hand in den Nacken. Ich bin total perplex, du drückst mich an dich und ich spüre deine Nähe intensiver als je zuvor. Deine Lippen kommen den meinen immer näher. Langsam schließt du deine Augen. Ich tue es dir gleich. Nun berührst du vorsichtig meine Lippen. Alles was ich fühle, ist Erlösung. Endlich...endlich legst du deine Lippen auf die meinen... Ich bin noch immer so perplex,dass ich gar nicht reagieren kann, doch als ich spüre, wie deine Zunge an meinen Lippen entlang wandert und um Einlass bittet, taue ich auf. Oh mein Gott... du willst mich wirklich küssen... womit habe ich das nur verdient? Bedächtig öffne ich meinen Mund, um dich einzuladen. Ein Schauer fährt durch meinen Körper und meine Nackenhärrchen stellen sich auf, als ich deine Zunge an meiner spüre. Ich öffne dir meine Seele und halte dir mein Herz entgegen. Unser Kuss wird immer intensiver, immer fordernder und immer wilder. Als Resultat landen wir beide nach einer wilden Rangelei auf dem Boden. Du liegst über mir stützt dich aber mit deinen Ellenbogen neben meinem Körper ab. Ich will das nicht, will dich auf mir spüren. Will deinen Körper auf meinem haben und somit drücke ich dich am Rücken runter, so dass du auf mich fallen müsstest, doch du wehrst dich dagegen, willst nicht auf mich draufknallen. Mensch...wie begriffsstutzig kann man eigentlich sein? Ich will dich spüren verdammt... Ich verstärke meinen Druck. Mensch...gleich breche ich dir das Rückrad, wenn du nicht endlich nachgibst. Ich drücke noch ein wenig fester und zack... PRIMA!!! Endlich liegst du auf mir drauf! Unsere Körper pressen sich förmlich aneinander. Plötzlich spüre ich deine Hand, welche an meinem Körper hinuntergleitet, bis zu den Innenseiten meiner Oberschenkel. Wilkürlich muss ich aufstöhnen, als ich deine Hand so nah an meinem Schritt spüre und schrecke zurück. Du blickst mich verunsichert an und entschuldigst dich bei mir. „Schon okay!“ sage ich und ziehe dich wieder zu mir um dich weiter zu küssen. Deine Lippen machen so unglaublich süchtig, bitte lass diesen Abend nie mehr enden!!! Es kommt mir vor, als wären Stunden vergangen, die wir uns nun schon küssen. Ich bekomme langsam keine Luft mehr und schiebe dich somit ein Stückchen von mir weg. Ich keuche und sauge schnell die Luft ein, die sich nun um uns herum sammelt. Du keuchst mindestens genauso sehr wie ich und blickst mich abwartend an. Dann ziehst du mich am Nacken wieder zu dir und beginnst von neuem wild mit meiner Zunge zu spielen. Du streichelst meinen Rücken entlang, krallst dich schon fast an ihm fest und jagst mir einen Schauer nach dem anderen den Rücken hinunter. Mein Gehirn ist inzwischen leicht benebelt. Alles was ich noch wahrnehme bist du! Du und dieser berauschende Kuss. Meine Gefühle geraten langsam völlig außer Kontrolle. Ich weis, dass ich diesen Moment mit dir nie wieder vergessen werde. Alles was jetzt noch von uns übrig ist, ist das Verlangen, nach dem jeweils Anderem. Sind gefangen in einer unglaublich innigen Umarmung, pressen unsere Körper förmlich aufeinander und werden beim Küssen immer agressiver. Ich spüre, wie sich bei dir langsam was in der Hose zu regen beginnt. Zuerst bin ich etwas verschreckt, lasse mir dennoch nichts anmerken. Oh mein Gott... Du bist erregt... Du bist meinetwegen erregt!!! Du begehrst mich... wenn du nur wüsstest, was mir das bedeutet... wenn du nur wüsstest, wie sehr ich mich nach dir verzehre... nach dir, meinem eigenem Bruder. Aber... wenn du das wirklich wüsstest... dann wüsstest du auch, dass ich es bin und dann wäre das hier schneller vorbei, als ich gucken könnte!!! Doch ich schiebe diesen Gedanken fort von mir. Versuche nur in diesem Moment zu leben. Dieser Moment, in dem sich das Glück in mir ausbreitet und mein ganzes Wesen füllt. Dieser Moment, den ich lieben lernen werde, wenn ich mich mal wieder einsam nach dir sehne. Dieser Moment, der so perfekt und einzigartig ist, dass ich bis zum Ende meiner Tage davon zehren werde und meine Kraft aus ihm schöpfen werde... aus diesem einen Moment, in dem meine Träume die Grenze zur Realität überschreiten...
Als dieser eine wunderbare Moment vorbei ist und unsere Lippen sich wieder von einander lösen, wird mir mit einem Schlag klar, dass du mir einfach viel zu Nahe bist. Ich fühle dich zu sehr. Kann deine Nähe kaum ertragen. Will dich noch mehr spüren. Darf dir nicht zu Nahe kommen. Ich drehe mich im Kreis und weis nicht was ich tun soll. Was soll ich tun? Was kann ich tun? Was darf ich tun? Ich weis auch nicht, woran es plötzlich liegt, doch ich spüre tief in meinem Herzen, dass es nicht richtig ist. Es darf nicht sein. Ich liebe dich zu sehr und weis, ich werde Höllenqualen leiden, wenn ich morgen wieder so tun soll, als wäre nichts. Immer mehr wird mir bewusst, dass du mir mehr bedeutest, als gut für mich ist. Mehr, als gut für uns Beide ist. Ja... Ich liebe dich so sehr... so sehr, wie man nur einmal im Leben liebt. Es ist diese Liebe, die man auch dann noch im Herzen tragen wird, wenn man auf dem Sterbebett liegt und die Seele die letzte Ruhe findet. Ja... so sehr liebe ich dich... und werde doch niemals bei dir sein dürfen...
Warum blickst du mich so an? Warum liegt so viel Wärme, Vertrautheit und... Liebe in deinem Blick? Wer bist du, dass du glaubst, ich wäre deiner Liebe würdig? Bist du ein Engel? Ja... Du bist mein Engel!!! Aber wie kann ich dich lieben, wenn ich mich doch selbst jeden Tag aufs neue damit verletze? Wenn ich wieder und wieder mein Herz damit treffe? Ich bitte dich... bitte Tom, geh fort, geh fort!!! Ich liebe dich zu sehr... Nein mein Engel... bitte... bis hierhin und nicht weiter! Ich könnte es nicht ertragen... Ich könnte es nicht ertragen, morgen aufzuwachen und so zu tun, als wäre das alles hier niemals geschehen. Denn dass werde ich tun müssen. Du darfst nicht bemerken, dass ich es bin... ich werde mich verhalten müssen wie immer, obwohl dies die schönste Nacht meines Lebens war, denn endlich durfte ich dir gehören... wenn es auch nur für diesen Abend war... wenn es auch nur für kurze Zeit war... aber ich durfte dir gehören!!! Ich gebe mein Leben für dich. Dabei ist es mir völlig egal, ob du es willst oder nicht. Ob du mir deines gibst oder nicht. Meine Liebe für dich ist Grund genug für mich!!! Ja... Mein Leben gehört dir... und das wird es immer... genauso, wie ich dir immer gehören werde. Ich werde auf dich aufpassen und dich beschützen. Werde immer für dich da sein und dir helfen. Werde dich immer lieben... lieben im tiefen Versteck meines Herzens... ganz geheim... Ja...in guten und in schlechten Tagen wird mein Herz immer nur für dich schlagen. Einzig und allein für dich! Immer während und ewiglich... Nichts und Niemand wird jemals in der Lage sein, diese Liebe zu dir zu zerstören. Denn es gibt im ganzen Universum Niemanden, der so ist, wie du... so lieb, so süß, so einmalig!!! Ein Traum aus Vertrauen und Zärtlichkeit... Ja...JA ICH LIEBE DICH SO SEHR... VIEL ZU SEHR!!!! 'Bitte, halt mich fest und lass mich nie wieder los!' möchte ich dir am liebsten ins Ohr brüllen, doch es geht nicht. Nimm mein Herz... es gehört dir... es wartet auf dich... und wenn es sein muss, wartet es ein ganzes Leben lang... und das Leben danach und das danach...bis es endlich bei dir sein darf! Bitte mein Engel...geh fort...lass mich gehen...Ich liebe dich zu sehr!!!
Noch bevor ich registriere, was ich eigentlich tue, steh ich auf und renne davon. Stürme aus dem Alex, die Straße hinunter und laufe durch die Nacht. Ich weis nicht was ich tun soll... kann nicht mehr klar denken... alles woran ich denken kann, bist du!!! Warum ist es nur so schwer mit uns Beiden? Warum kann ich nicht einfach immer bei dir sein? Warum kannst du mich nicht lieben? Warum muss ich mich hinter einer Maske verstecken, um dir Nah sein zu dürfen? Warum muss ich immerwierder daran denken, wie gut mein Gesicht doch in deine Halsbeuge passte? Wie perfekt wir zueinander passen würden? Wie füreinander geschaffen... Warum muss ich jetzt daran denken, was für Gefühle du in mir ausgelöst hast, als dein Körper sich an meinen schmiegte? Warum kann ich sie nicht vergessen...die Berührungen deiner schönen Hände? Warum fühle ich mich plötzlich so verloren ohne dich? Alle meine Gedanken drehen sich im Kreis... Ich bleibe stehen, atme hektisch ein und aus und breche zusammen. Falle auf die Knie und beginne zu weinen. Mehr und mehr Tränen bahnen sich den Weg über meine Wangen. Niemals... niemals wird es wahr sein dürfen und dabei habe ich nun ein für allemal verstanden: DU BIST DER EINZIGE FÜR MICH!!!


*Toms Sicht*
Was ist los mit dir? Warum rennst du plötzlich fort von mir? Bereust du das, was geschehen ist? Hast du mich etwa hinter meiner Verkleidung erkannt? Oder was ist plötzlich mit dir los? Verdammter Mist! Bitte Bill...komm zurück!!! Soviele Fragen schwirren in meinem Kopf herum. Was soll ich denn jetzt blos machen? Wie soll ich mich jetzt dir gegenüber verhalten? Was soll ich dir sagen, wenn ich dir das nächste Mal begegne? Ich weis es nicht... Ich weis nur, dass ich dich liebe und es nicht darf! Was soll man in so einer Situation bitte machen!? Das plötzliche glauben und sehen von Engeln...eine Liebe, die so schön ist, dass sie mit dem Verstand nicht mehr zu fassen ist. Ein Gefühl, das so rein ist, wie es nur die Engel selbst sind. Die Gewissheit, dass diese Liebe bis in alle Ewigkeit andauert...Ja, so groß ist diese Liebe. Doch was macht man, wenn eben diese Liebe verboten ist!? Wenn genau diese Liebe nicht erwiedert wird!? Wenn all das, wovon man je geträumt hat, wahr wird und du es verlierst, ehe es überhaupt dein war...? Was machst du dann???
Noch immer blicke ich zu der Tür, aus der du eben entschwunden bist. Wie kannst du mich jetzt verlassen? In dieser Situation? Wie kannst du mich jetzt alleine lassen, mit dieser riesigen Menge an Gefühlen, die ich in mir trage? Plötzlich spüre ich einen Schlag und schrecke hoch aus meinen Gedanken. „Wa...wa...WAS?!?!“ stottere ich und blicke in das wutverzerrte Gesicht von Lion. „Du perverses Arschloch!!! Du weist genau, dass das verboten ist, was du da gerade getan hast! Also was fällt dir ein, dich deiner Notgeilheit wegen an meinen Bill, deinen eigenen Bruder ranzumachen? Schreckst du noch nichteinmal davor zurück, dein eigen Fleisch und Blut zu missbrauchen!?“ brüllt Lion mir entgegen. Ich brauche erst einen Moment, um zu checken, was er da vom Stapel gelassen hat. Doch dann sprudelt es auch aus mir heraus: „'Dein Bill'??? Du hast sie ja wohl nicht mehr alle!!! Behandel ihn gefälligst nicht wie eine Wahre, die man besitzen könnte! Bill gehört nur sich allein und mit wem oder was er seine Zeit verbringt, geht dich einen feuchten Kerrich an, kapische!?“. „Das ist Inzest!!!“ brüllt Lion noch einmal in die Menge, bevor er sich stinksauer von mir abwendet und geht. `Danke, du Flachwixxer' denke ich mir, während ich die entsetzten Blicke der Leute, die wahrscheinlich alle nur das verbotene Wort 'Inzest' gehört haben, über mich ergehen lasse. Lange stehe ich das nicht durch und so beschließe ich mich nach einigen Minuten vom Acker zu machen-mit mir immer die Hoffnung, dass all die Leute, die mich kennen, inzwischen so voll sind, dass sie sich morgen an nichts mehr von alledem erinnern können... Ich erwische gerade noch den letzten Bus Richtung Loitsche und setze mich nach ganz hinten in die letzte Reihe ans Fenster. Ich kann von hieraus perfekt die Sterne sehen, doch irgendwie habe ich das Gefühl, sie funkeln heute nicht für mich. Es geht mir auf einmal tierisch schlecht und ich verstehe nicht warum. Verstehe nicht, warum ich mich plötzlich so schuldig fühle... Ich bereue doch nichts, was ich getan habe. Ich würde all dass genauso wiedermachen, wenn jetzt Jemand die Zeit zurückdrehen würde! Dennoch fühle ich mich unwohl... Irgendwas ist schief gelaufen...verdammt schief...ich weis nur noch nicht was...
Nach circa einer halben Stunde komme ich zuhause an, steige aus und torkle zur Haustür. Ich brauche einige Anläufe, bis ich es geschafft habe, die Tür aufzuschließen. Als es mir gelungen ist, laufe ich leise die Treppe hoch und versuche keinen Mucks von mir zu geben, um Mum nicht aufzuwecken. Ich laufe an deiner Zimmertür vorbei- sie steht offen. Wo bist du? Du hast doch lange vor mir die Party verlassen, warum bist du also noch nicht zurück? Es fängt an zu regnen und langsam beginne ich mir Sorgen um dich zu machen. Ist dir was passiert? Verdammt...da muss doch was vorgefallen sein, sonst wärst du doch längst hier! Ich beziehe Quartier auf der Fensterbank und beschließe auf dich zu warten. Es kommt mir vor, als würden Stunden vergehen... Gott...wenn du jetzt nicht mit einer richtig guten Entschuldigung ankommst, gibt's Stress mein Lieber!!! Naja...oder vielleicht doch nicht...
Warum mache ich mir in letzter Zeit nur so furchtbare Sorgen um dich? Du bist immer gut alleine zurechtgekommen und kannst meiner Meinung nach auch recht gut auf dich alleine aufpassen. Also...warum mache ich mir Sorgen? Weil ich jetzt vor kurzem erst bemerkt habe, was du mir bedeutest? Weil ich nun ganz genau weis, dass ich ohne dich nicht leben könnte? Weil ich dich am liebtsen den ganzen Tag im Arm haben und dich beschützen möchte? Ich weis nicht, woran es genau liegt, ich weis nur, dass ich dich jetzt hier bei mir haben möchte und dich halten möchte, weil ich mir Sorgen um dich mache...
Langsam fallen mir die Augen zu. Die Straße ist noch immer wie leer gefegt. 'Bitte Bill, komm doch endlich zurück... komm nach Hause...zu mir' denke ich noch, bevor ich einschlafe...
Plötzlich höre ich Geräusche auf der Treppe und schrecke hoch. Bist du das? Natürlich, wer sollte es auch sonst sein? Schnell springe ich von der Fensterbank und laufe rüber in dein Zimmer. Ich schmeiße die Tür auf, ohne überhaupt zu wissen, was ich jetzt eigentlich von dir will. Du sitzt auf deinem Bett...scheiße...mit deiner neuen Frisur... daran hab ich ja noch gar nicht gedacht... was soll ich denn jetzt dazu sagen? Vielleicht 'Ich liebe deine neue Frisur, da kann man so schön reingreifen und dich in einen wundervollen Kuss ziehen!' oder... 'Deine Haare sind so wunderbar weich und kitzeln total am Hals, wenn du mich dort küsst!' oder was? Ich verwerfe die Gedanken schnell wieder, denn irgendetwas stimmt hier nicht... du hast dein Gesicht in deinen Händen vergraben und bist ganz still. Warum sagst du nichts? Warum blickst du nicht auf? Du zeigst keine Emotionen...weinst nicht mal...so habe ich dich ja noch nie gesehen... was ist hier los? Nach einiger Zeit blickst du auf, siehst mich an und legst den Kopf schief. In deinem dunklen Zimmer erhellt einzig das Mondlicht dein Gesicht. Dein wunderschönes Gesicht... was ist nur passiert? Es ist total von deiner Schminke verwischt und deine Augen sind, so gut ich sehen kann, stark gerötet. Dir ist deutlich anzusehen, dass du geweint hast. Dein Kostüm ist längst verschwunden, ebenso wie meines. Du sitzt jetzt hier in T-Shirt und Jogginhose vor mir und blickst mich unverwandt an. Deine Hände sind stark am Bluten...was ist passiert mein Baby? Deine Augen sind total ausdruckslos... Es scheint fast so, als hättest du dir die Freude und deine gesamte Seele aus dem Körper geweint. Bitte sag mir doch was du hast! Es tut so unglaublich weh, dich so zu sehen. Warum leidest du so sehr? Ist es meinetwegen? Ist es meine Schuld, dass du so verletzt bist? So...gebrochen? Aber...WARUM? Es hat dir doch gefallen, was passiert ist... du bist doch darauf eingegangen... du hast doch gelächelt! Was ist in den letzten paar Stunden passiert, dass dein Lächeln sich in Tränen verwandelt hat? Vorsichtig nähere ich mich deinem Bett. Dein Blick ist wieder auf den Boden gerichtet und deine ganze Haltung sagt mir, dass du jetzt lieber alleine sein möchtest... ganz alleine! Langsam sinke ich vor dir auf die Knie und blicke dir in die Augen. Noch immer sind sie ausdruckslos und leer. Bitte... bitte seh mich wenigstens an! Du machst mir Angst. Bill...bitte sag doch was. Stumme Tränen rinnen an meinen Wangen entlang. Vorsichtig berühre ich deine blutenden Hände, um dich dazu zu bringen, mich anzusehen, doch du schreckst fast schon panisch zurück und entziehst dich meinen Händen.. „Hey... Was ist denn passiert? Was ist los mit dir Bill? Was hast du denn gemacht?“ frage ich dich unter Tränen. Doch du gibst mir keine Antwort. Siehst mich nur panisch an und beginnst dann bitterlich zu weinen. „Bill, bitte rede mit mir!!!“ flehe ich dich an, doch du blickst wieder nur zu Boden. Das gibt's doch nicht... wie kann man nur so stur sein!? „Bill verdammt!“ schreie ich nun... bin verzweifelt. Weis nicht, was ich sonst tun soll. „Tom...“ setzt du leise an. „Ja?“ antworte ich. Endlich blickst du mir wieder in die Augen. „...Bitte geh!“ sagst du verzweifelt. Was? Bist du bescheuert oder was? Was soll das denn jetzt? Ich wollte doch nur für dich da sein. „Aber...“ beginne ich, doch du unterbrichst mich: „Bitte Tom, GEH!!!“ schreist du, während dein Gesicht von mehr und mehr Tränen bedeckt wird. Es tut so furchtbar weh, dich so zu sehen, doch noch mehr tut es weh, dass ich dir nicht helfen kann... dass du meine Hilfe nicht willst. Ich verstehe dich einfach nicht. Warum ist es dir plötzlich unangenehm, wenn ich da bin? Ich stehe auf und verlasse dein Zimmer. Als ich wieder in meinem Zimmer bin, lasse ich mich aufs Bett fallen und fange an zu weinen. Auch aus deinem Zimmer ist nun deutliches Schluchzen zu vernehmen. Warum Bill... warum können wir uns nicht wie sonst auch, gegenseitig trösten? Was hat sich verändert? Ich halte das nicht aus... Ich weis.dass du leidest, kann dein weinen hören und deinen Schmerz spüren...doch eines verstehe ich nicht...Warum? Warum Bill...?



Bill’s Sicht*
Was soll ich nur machen? Was soll ich tun? Warum habe ich diese Gefühle für dich? Noch nie in meinem Leben habe ich soetwas gefühlt. Mir ist jetzt klar, dass ich noch nie zuvor wirkliche Liebe gespührt habe. Klar... familiäre Liebe schon...aber nie solche tiefgehenden Gefühle. Es ist so, als mach mein ganzes Leben irgendwie nur noch Sinn, durch Augen wie die...die meines geliebten Bruders!!! Wenn du mich anguckst oder anlächelst, dann ist mein Tag wunderschön und die ganze Welt strahlt in den schönsten Farben. Bist du einmal fort von mir, dann ist meine Welt nurnoch schwarz... genauso, wie mein Herz. Alle haben sie mir immer erzählt, wie wie wunderschön und einmalig die „wahre Liebe“ doch ist... doch sie haben scheinbar vergessen mir zu erzählen, wie sehr diese „eine Liebe“ auch wehtun kann... verdammt weh sogar!!! Ich will dich nicht lieben, es schmerzt so sehr und doch weis ich, dass ich niewieder Jemanden so sehr lieben werde, wie ich dich liebe!
Wieder und wieder schlage ich vor verzweiflung auf die Straße ein, weil ich nicht weis, was ich tun soll...Nein! Weil ich weis, dass ich nichts tun kann!!!
Ich sehe ein, dass ich gegen diese Gefühle nichts unternehmen kann...Sie werden wohl ewig bestehen bleiben...denn wie sagt man so schön?:“Die eine Liebe vergisst du nie!“ Also raffe ich mich auf und schlendere den weiten Weg zurück nach Loitsche. An der ersten Mülltonne unseres Kaffs angekommen, entledige ich mich meines Kostüms und gehe in dem was ich unten drunter hatte :Jogginhose und Shirt, nach Hause. Um die Schminke muss ich mir keine Gedanken machen. Die wird nämlich schon vom, gerade einsetzenden Regen weggespühlt. Binnen weniger Sekunden sind meine Klamotten völlig durchgeweicht und ich zittere am ganzen Körper, denn es ist noch immer verdammt kalt draußen. Doch daran, nach Hause zu laufen, um möglichst schnell wieder ins Warme zu kommen, verschwende ich keinen Gedanken. Denn nach hause gehen, bedeutet gleichzeitig auch zu dir zu gehen und damit hab ich es nun wirklich nicht all zu eilig, denn einer Sache bin ich mir jetzt überaus bewusst: DU MACHST MICH KAPUTT!!!
Und ich bin mir sicher, ich würde dich genauso kaputt machen, wenn du etwas von meinen kranken, abnormalen Gefühlen für dich erfahren würdest... Also bleibt mir nichts weiter übrig, als diese Gefühle vor dir geheim zu halten. Ich will nicht, dass du dich eckelst... oder gar leidest... nicht wegen mir! Nicht wegen irgendwem sonst!!! Als ich zuhause ankomme, laufe ich schnellstmöglich die Treppe rauf in mein Zimmer und schmeiße die Tür hinter mir zu. Arpatisch setze ich mich aufs Bett. Nehme um mich herum nichts mehr war. Meine Gedanken sind nur bei dir, versuchen doch noch einen winzigen Fluchtweg für mich aus dieser Misere zu finden. Doch wie erwartet gibt es keinen. War ja klar... Ich muss also irgendwie versuchen mich meinem Schicksal zu fügen... muss lernen, damit zu leben. Tom...Tom... immer nur dein Name... eingebrannt in meinem Herzen. Wie soll ich blos jemals damit leben?
Plötzlich spüre ich einen warmen druck auf meinen Händen. Ich falle aus meinen Gedanken und da bist plötzlich du!!! Blickst mir in die Augen und willst wissen, was los ist mit mir. Oh... es tut so weh... bitte sieh mich nicht an. Ich darf nicht zulassen, dass ich mich wieder in deinen Augen verliere. Du willst wissen, was los ist, doch ich kann nicht mit dir drüber sprechen. „Tom...bitte geh!“ sage ich. Ich ertrage deine Nähe nicht. Bitte...du darfst mir nicht zu nahe kommen. „Aber...“ beginnst du und willst mich unterbrechen. Nichts Aber!!! „Bitte Tom, GEH!!!“ schreie ich dich an.Bitte verschwinde endlich! Ich will dich nicht hier bei mir!!! Tränen verlassen deine Augen und langsam stehst du auf und verlässt mein Zimmer. Ich weis, ich habe dich verletzt. Ich weis, ich habe dich enttäuscht. Du wolltest mir nur helfen...mich trösten...Ja, ich weis! Aber hierbei kannst du mir nicht helfen, da muss ich alleine durch. Wieder kommen mir die Tränen hoch. Ich fühle mich, als wäre ich seelisch gestorben... und das nur, weil ich endlich das bekommen habe, was ich mir schon so lange wünsche... einen Kuss von dir!!! Ich bin so erschöpft, dass es nicht lange dauert, bis ich eingeschlafen bin. Doch auch meine Träume werden von dir beherrscht... Meine wundervollen, verbotenen Träume...
Die nächsten zwei Wochen vergehen schleppend. Ich glaube, es sind die beschissendsten Tage meines Lebens. Wir reden kaum miteinander. Alles, worauf sich unser Sprachpotenzial beschränkt, ist hin und wieder mal ein „Ja“ oder ein „Nein“ mehr brauchen wir nicht... mehr reden wir nicht miteinander. Du bist höchstwahrscheinlich sauer oder eingeschnappt und ich bemühe mich einfach nur, nicht in deiner Nähe zu sein... Meine Art, mit meinen Gefühlen umzugehen „Ein knallharter Entzug“ oder wie andere sagen würden:“Ich fliehe vor der Realität!“ Heute Abend ist ein Konzert in Oberhausen... toll ich bin absolut nicht in der Stimmung, so zu tun, als wäre alles in Ordnung und wie'n Gummiball auf der Bühne rumzuspringen! Um 1 werden wir abgeholt. Also habe ich noch eine halbe Stunde, um mich fertig zu machen. Ich schnappe mir meinen roten Trolli und beginne zu packen. Wir sind ca. 2 Tage weg. Heute ist Konzi und morgen Echo... voll heftig! Wir sind für 4 Echos nominiert! Gott wie geil!!! Und unser Management ist nochmal extra nominiert. Vorsichtshalber packe ich 3 komplette Garnituren ein. Man weis ja nie!!! Als der Wagen vorfährt, hupt Max dreimal um uns rauszuholen. Max ist unser Fahrer... Ich schleppe meinen Trolli mit aller Wucht aus meinem Zimmer und muss leider wiedermal feststellen, dass ich viel zu viel Krimskram eingepackt habe. Tom kommt grad aus seinem Zimmer und starrt meinen Trolli an. Als er dieht, wie ich krampfhaft versuche, das riesenteil von Koffer Zentimeter um Zentimeter fortzubewegen, verändert sich sein Gesichtsausdruck kurz. Oh Gott... war das etwa gerade ein Lächeln? Unsere Blicke streifen sich kurz, doch dann fällt mir ein, dass ich vergessen habe, mein Handy einzupacken. Also laufe ich zurück in mein Zimmer, um es zu holen. Als ich wieder auf den Flur trete, ist mein Koffer plötzlich verschwunden. Was ist denn jetzt los? Ich blicke mich um und ein Blick zur Treppe sagt mir auch schon, wo mein Koffer geblieben ist. Du hast meinen Koffer mit beiden Händen umklammert und deine Reisetasche um die Schulter gebunden. Mensch... das ist doch viel zu schwer für dich! Langsam schleiche ich dir auf der Treppe hinterher. Unten angekommen ziehst du den Griff aus dem Trolli und drückst ihn mir in die Hand. „Hier!“ sagst du und drehst dich zum gehen um. „Tom...?“ sage ich. Du bleibst stehen und zeigst mir somit, dass du mir zuhörst. „...danke!“ beende ich meinen Satz. „Kein Problem!“ sagst du und gehst zum Auto. Ich laufe dir mit meinem Trolli hinterher und drücke ihn Max in die Hand. Gustav und Georg sitzen schon im Wagen. Wir haben die Beiden länger nicht mehr gesehen... und ich bin mir ziemlich sicher, dass das an uns Beiden liegt. Während der Fahrt haben wir uns einiges zu erzählen, machen Witze und spielen Playstation Portable. Nur zwischen Tom und mir ist die Stimmung noch immer ziemlich bedrückt. Irgendwann muss das wohl auch unseren Bandkollegen aufgefallen sein und so fragt Gustav schließlich:“Sagt mal... habt ihr euch gestritten oder so? Ihr benimmt euch so komisch!“ Tom und ich blicken uns einen Moment lang in die Augen. Hatten wir uns gestritten? Eigentlich nicht... wir vermeiden es blos, miteinander zu sprechen. Aber...wäre ein Streit da nicht die bessere Lösung? Naja...egal! Auf jeden Fall schütteln wir beide ziemlich synchron die Köpfe und zeigen den Anderen somit, dass wir nicht zerstritten sind. Nach einer circa dreistündigen Fahrt kommen wir in der Konzerthalle in Oberhausen an. Unsere Managerin holt uns direkt vom Wagen ab und führt uns in die Halle. Nach einem kurzen Besuch in unserer Garderobe geht's sofort weiter zum Soundcheck. Es sind noch dreieinhalb Stundenbis zum Konzert und trotzdem höre ich jetzt schon, wie sich die Mädels vor der Halle die Seele aus dem Leib schreien. Es ist ein unglaubliches Gefühl, zu merken, dass man begehrt wird. Nachdem ich mir in unserer Nachbarschaft immer die gröbsten Beleidigungen anhören muss, ist das hier echt der Himmel auf Erden! Am liebsten würde ich jetzt da rauslaufen und jedes einzelne dieser süßen Mädels umarmen und knutschen. Aber heute mache ich mir ein bischen Sorgen... was ist, wenn Tom und ich es heute irgendwie vermasseln, weil wir grad so mies drauf sind!?
Nach dem Soundcheck geht's zurück in die Garderobe und wir fratzen erstmal ein bischen was. Die restliche Zeit verbringen die anderen damit, mit ihren Laptops oder Monopoly zu spielen. Ich sitze die ganze Zeit nur in der Ecke und mache mir Sorgen um unseren Auftritt...
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Michi



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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:33    Titel:


*Tom’s Sicht*
Was ist los mit dir? Warum sitzt du die ganze Zeit alleine in der Ecke und blickst ins Leere? Warum grenzt du dich aus? Du schaust oft in die Ferne in letzter Zeit...machst dir zu viele Gedanken. Ich glaube fast schon, du hast Angst vor dem was kommen wird...Angst vor der Zukunft...Angst vorm nächsten morgen. Wie gerne würde ich dich jetzt in den Arm nehmen und dir sagen, dass du keine Angst haben musst. Ja Bill... hab keine Angst! Ich bin doch da! Ich beschütze dich doch. Bill, mein Liebling... mein Engel... lebe und denke nicht an Morgen! Es ist doch nicht gesund, sich immer nur Sorgen zu machen. Zögerlich beginnst du an deinen Nägeln zu kauen... wirst nervös. Woran denkst du blos gerade? An den Echo morgen? Oder... an unsere Zukunft? Oder...gar an diesen Abend? Plötzlich kommt unsere Managerin rein, sagt uns, dass es jetzt losgeht und scheucht uns raus. Deine Augen weiten sich kurz. Du hast dich wohl erschreckt, als sie reinkam. Doch nun beginnst du zu zittern. Was ist denn heute los mit dir? Warum bist du so nervös? Liegt es daran, weil wir uns sonst immer gegenseitig Rückhalt gegeben haben? Liegt es daran, dass wir gerade so eine Art „Streit“ führen? Hast du Angst, dass wir's diesmal vermasseln? Ich beeile mich und flutsche im Gang direkt neben dich. Kurz nehme ich deine Hand, ziehe dich zu mir und flüstere dir ins Ohr: “Keine Sorge, das packen wir locker, wir sind doch Profis!“. Kurz huscht dir ein Lächeln übers Gesicht und du siehst mich dankbar an, doch dann entziehst du deine Hand der meinen und läufst voraus...
Der Auftritt wird zum vollen Erfolg und hinterher strahlst du übers ganze Gesicht. Als wir Abends ins Hotel kommen, ist es schon mitten in der Nacht, denn für die Echoverleihung morgen Abend mussten wir nach Berlin. An der Rezeption ist die Enttäuschung erstmal groß, denn es sind nur noch Doppelzimmer frei und bei meinem Glück darf ich mir natürlich auch noch mit dir ein Zimmer teilen. Aber als wäre das alles nicht schon genug, gibt es auf dem Zimmer auch nur ein winziges Doppelbett... toll... wo ist unser Promiluxus geblieben? Die Hornochsen wollen mich doch verarschen...Ich mit dir in diesem Bett...ganz alleine... die ganze Nacht lang!!! Das wird wieder ne Horrornacht! Nicht, dass ich über dich herfallen würde, das wäre wohl in unserer jetzigen Situation nicht unbedingt das richtige. Dennoch werde ich bei der Gewissheit, dich direkt neben mir zu haben, wohl eine schlaflose Nacht durchmachen... Nachdem wir uns bettfertig gemacht haben, schlüpfen wir gemeinsam unter die riesige Decke. Wieder sprechen wir kein Wort, doch ich würde sowieso nicht die passenden Worte finden, um meine Momentanen Gefühle auszudrücken. Du bist nach kurzer Zeit schon eingeschlafen... kein Wunder, du bist bestimmt ziemlich geschafft, immerhin hast du den anstrengendsten Part bei den Konzerten. Aber wie erwartet, ist bei mir kaum an Schlaf zu denken. Du bist so unglaublich süß, wenn du schläfst... die Mädels würden wahrscheinlich reihenweise mit nem Herzkasper eingewiesen werden, wenn sie dich so sehen könnten! Sanft streiche ich die Konturen deines wunderschönen Gesichtes nach... ich kenne nichts, was so einmalig ist, wie du! Vorsichtig rutsche ich näher an dich ran und beuge mich über dein Gesicht. Mein Engel...ich liebe dich soo sehr... und gleichzeitig hasse ich dich! Ja, ich hasse dich dafür, dass du mein Bruder bist! Warum? Warum du? Du bist alles, was ich je gewollt habe und dennoch das einzigste, was ich nie besitzen darf! Ich will sie noch einmal spüren...deine wundervollen, weichen Lippen. Ganz zart hauche ich dir also einen Kuss auf deine süßen Lippen, doch du fängst plötzlich an, irgendwas zu murmeln und somit ziehe ich mich vor Schreck schnell von dir zurück. Gott... Ich dachte schon, du wärst aufgewacht!!! Ich drehe mich auf die andere Seite und versuche einzuschlafen, was mir jedoch nicht wirklich gelingen will... nicht wenn du direkt neben mir liegst...so zum greifen nahe...
Super... Ich wusste gar nicht, dass es möglich ist, Augenringe zu bekommen, die solche Furchen in dein Gesicht graben, dass diese locker mit dem Grand Canyon konkurrieren können! Du bist natürlich mal wieder putzmunter und steckst im Bad, um dich hübsch zu machen... Ich muss mal pissen, also musst du wohl oder übel deine Schminkorgie kurz unterbrechen. Mit einem Ruck reiße ich die Tür auf und will dir sagen, dass du eben raus gehen sollst, doch soweit komme ich erst gar nicht. Denn sobald ich dich erblicke laufe ich knallrot, wie eine Tomate an und starre blos noch auf dich. Du stehst haargenau so vor mir, wie Gott dich schuf: Splitterfasernackt!!! In der rechten Hand hälst du ein Handtuch. Kind...hat dir denn niemand beigebracht, dass der Fetzen sich sehr viel nützlicher um deiner Hüfte machen würde?!? „W...was denn!?“ stotterst du verlegen und schlingst dir dann schnellstmöglich das Handtuch um. Oh Gott...erst jetzt wird mir so richtig klar, dass ich dich eben total angegafft habe. Eine Hitze macht sich in mir breit, wie ich sie selten zuvor gespürt habe. Doch jetzt weis ich es ganz sicher...DU BIST RUNDUM PERFEKT!!! Davon konnte ich mich ja gerade mit eigenen Augen überzeugen. Bei dem Gedanken an diesen Anblick bekomme ich plötzlich weiche Knie und sinke direkt vor dir zu Boden. Gott...kann es eigentlich noch peinlicher werden? Was mach ich denn jetzt? Du guckst mich völlig verdattert und mit weit aufgerissenen Augen an, fragst förmlich, was ich hier mache. „Ich...Ich...“ stottere ich nervös, doch dann gewinne ich die Fassung Gott sei dank doch noch zurück und sage laut: „Ich muss pissen, raus hier!!!“. Verdutzt blickst du mich an, gehst dann jedoch an mir vorbei, aus dem Bad und meinst nur: „Is ja gut...das kann man auch netter sagen!“ Ja, klar 'kann' man... aber ich bin schon glücklich, dass ich es überhaupt über die Lippen gebracht habe und nicht noch immer vor dir knie und dich anstarre, als wärst du die Wiedergeburt Jesu in Person.
Gegen ein Uhr werden wir abgeholt und zu den Generalproben im großen Saal geführt, in welchem heute Abend der Echo verliehen wird. Gut, dass diese Verleihung direkt in dem Hotel ist, in dem auch wir untergebracht sind. Wir müssen also praktisch nur mit dem Fahrstuhl runterfahren und schon stehen wir mitten in den Garderoben. Bei den Proben treffen wir auf viele geile Leute. Am besten gefällt mir Otto Walkes, er hat sich lange mit uns unterhalten und uns die ganze Zeit herrlich zum Lachen gebracht. Du hast die ganze Zeit gestrahlt, wie ein kleines Kind. Hast in die Hände geklatscht, bist auf und ab gehüpft und musstest dir am Ende den Bauch vor Lachen halten...zu süß...mein kleiner Engel. Außerdem haben wir Nena wieder getroffen... du bist natürlich wieder sofort zu ihr hingerannt und hast sie bewundert. Ich persönlich hätte mich gerne noch etwas mit Shakira unterhalten... Hammerkörper hat die Frau... aber wie zu erwarten war, reißt die Presse sich um sie und mehr als sie kurz anzustarren ist für mich nicht drinne. Nachdem die Proben zuende sind, verbringen wir die restliche Zeit in der Garderobe und bei den Stylisten... ein bisschen Make up hier, ein wenig Gloss da... boah wie ich das hasse... aber du siehst zum anbeißen aus, wenn du so aufgestylt wurdest!!! Als die Show losgehen soll und die Stars 'antreffen', müssen wir runter in die Tiefgerage gehen und dort in die Limousine steigen. Und das alles nur, um einmal um den Block zu fahren und vor dem gleichen Hotel, am Vordereingang wieder hinein zu gehen. Und wozu der Schwachsinn? Damit auch ja alles professionell und glamourös wirkt! Am Vordereingang empfangen uns bereits Scharren von Fans. Sind das etwa alles nur unsere Fans? Ham die anderen VIP's ihre Fans zu Hause vergessen oder was geht hier ab? Nach einiger Zeit gelingt es uns den Autogrammjägern zu entkommen und wir gehen wieder ins innere des Hotels. Dort werden wir sofort von Frauke Ludovic abgefangen, welche uns im Auftrag von RTL interviewt. Als wir uns auch dort irgendwie wieder verdünnisieren können, geht's endlich ab in die Halle und wir lassen uns auf die für uns vorgesehenen Plätze fallen. Um uns herum sitzen viele bekannte Gesichter. So sitzen zum Beispiel zwei Reihen vor uns die beiden Finalisten von „Deutschland sucht den Superstar“, einige Reihen hinter uns sitzt der Initiator von „Live Aid“, dessen Namen ich leider schon wieder vergessen habe...und neben uns sitzt unser eigenes Produzententeam samt Anhang. Nach ca. 25 Minuten geht das Licht aus und die Show beginnt...
Bis jetzt ist alles sehr gechillt und wir verfolgen gespannt die Performances und die Bekanntgabe der Preisträger. Doch dann scheucht unsere Managerin uns hoch und führt uns raus aus dem Saal. Es ist Zeit für unseren Auftritt! Langsam werde ich nervös... vor sovielen anderen bekannten Künstlern mussten wir noch nie performen... schon gar nicht vor solchen Weltstars!!! Als wir aus dem Saal kommen, müssen wir bis zum Backstagebereich laufen und uns hinter die Bühne begeben. Kurz vor unserem Auftritt, schickt man uns im dunkeln auf die Bühne. Wir stellen uns alle auf die richtigen Positionen und schon werden wir angesagt... Okay...jetzt ist es amtlich...ICH BIN SCHEIßE NERVÖS!!! Wir werfen uns noch einen kurzen Blick zu... ein Blick, der sagt „Das hier ist unser Traum, wir haben es bis hierhin geschafft also schaffen wir es auch weiterhin! Lass uns den Leuten hier drinnen zeigen, was wir auf dem Kasten haben!!!“
Und schon werden die Scheinwerfer angeschaltet und wir stehen im hellen Lichterglanz. Während ich spiele, vergesse ich alles um mich herum. Es gibt nur noch mich und die Guitarre... und deine wunderschöne Stimme, die mich begleitet...
Der Auftritt war einmalig!!! Ich habe dich noch nie so saugeil singen hören! Deine Stimme hat mir eine richtige Gänsehaut verpasst... es hat sich diesmal wirklich so angefühlt, als würdest du genau das fühlen, was du da singst...
Nach unserem Auftritt haben wir wieder etwas Ruhe, bis dann die Nominierungen für den besten Newcomer vorgelesen werden. Ich schließe die Augen und lausche gespannt der Bekanntgabe des Siegers. Bitte...bitte...bitte lass uns den Echo bekommen!!! „Und der Echo für den besten Newcomer geht an... TOKIO HOTEL!!!!“ Jaaaa... geil, wir haben echt gewonnen!!! Du bist der erste, der aufspringt und rennst schon förmlich auf die Bühne. Ich und die zwei G's folgen dir...



*Bill's Sicht*
„Und der Echo für den besten Newcomer geht an... TOKIO HOTEL!!!“ Oh Gott... wir haben's wirklich geschafft!!! So schnell ich kann springe ich auf und laufe zur Bühne. Wie geil...der Echo...der Echo ist der drittgrößte Musikpreis, den es überhaupt gibt, und wir haben ihn wirklich gewonnen!!! Boah...ich glaub ich hatte noch nie soo großes Herzklopfen! Aber dir geht's fast noch schlimmer... auch wenn aussenstehende es vielleicht nicht sofort merken, aber ich sehe, wie nervös du bist. Du spielst nervös mit deinen Fingern, während wir uns ums Podium stellen und die Echo's entgegennehmen. Jeder von uns bekommt seinen eigenen... genial... der bekommt nen Ehrenplatz bei mir im Zimmer!!! Ich stelle mich als erstes vors Mikro und beginne mit meiner Dankesrede. Diesmal haben wir uns vorher ein wenig abgesprochen, weil jeder einen Teil dazu sagen wollte, doch was genau wir sagen wollen, haben wir nicht durchgekaut,. Und so laber ich einfach drauf los und improvisiere erst einmal ein wenig. Ich rede so lange, bis ich einen leichten Stupps in die Seite verspüre, welchen du mir gegeben hast. Diesen Stups hat außer mir Niemand mitbekommen, da du schräg hinter mir stehst. Also beende ich meine Danksagung und mache Platz für dich am Rednerpult. Nun stellst du dich ans Mikro, bist nervöser als zuvor und ich sehe, wie deine Unterlippe zittert. Du lässt deinen Blick kurz durch den Saal schweifen, bevor du beginnst dich zu bedanken. Ich glaube so unsicher habe ich dich noch nie gesehen. Du benutzt viel zu oft die Worte „irgendwie“ und „ähm“, stockst immerwieder in deiner Rede und spielst mit deinen Fingern. Georg und Gustav bringen ihre Reden relativ locker über die Bühne, obwohl ich weis, dass auch sie tierisch nervös sind. Als wir fertig sind, begeben wir uns wieder zurück zu unseren Sitzen und verfolgen die Show. Leider bleibt der Echo für den besten Newcomer unser einziger, obwohl wir für 4 Echos nominiert waren. Aber der eine reicht auch schon... das ist sooo endgeil. Boah...ich bin richtig stolz auf uns!!! Du bist etwas enttäuscht, als wir den Echo für den Ohrwurm des Jahres an Madonna verlieren. Ich kann dich gut verstehen, immerhin wurde „Durch den Monsun“ wochenlang rauf und runter gedudelt auf den Radio- und Fernsehsendern. Wir haben sogar Platin auf die Single bekommen!!! Madonna's „Hung up“ kam dagegen erst Ende letzten Jahres raus und wurde nicht mal halb sooft gespielt wie unser Song! Aber der Grund dafür, dass sie dennoch den Echo eingeheimst hat, liegt wahrscheinlich darin, dass sie international sehr viel bekannter ist und wir nur in einigen Ländern in Europa bekannt sind... Ich lege dir den Arm um die Schulter und versuche dich zu beruhigen. Du bist echt ganz schön enttäuscht...
Als die Afterparty ansteht, lassen wir uns nur kurz dort blicken, denn nachdem wir vor einiger Zeit Besuch vom Jugendamt bekommen haben, bekommen wir ab 00.00 Uhr unseren privaten 'Babysitter' aufs Auge gedrückt!!! Echt toll... wir dürfen noch nichtmal irgendwelche alkoholischen Getränke konsumieren... Toll Tom...damit fällt mein Wodka-RedBull für heute wahrscheinlich flach! Kurz verliere ich dich und die anderen Beiden aus den Augen, doch in dieser geringen Menge habe ich euch schnell wiedergefunden. Als ich sehe, was ihr da treibt, bleibt mir der Mund offen stehen! Wie geil kann man denn bitte sein!? Georg schafft Wodka-RedBull an und du füllst es in eine CocaColaflasche um. Gustav steht nervös davor und versucht euch dazu zu bringen, aufzuhören. Total drollig, wie er hektisch mit den Händen wedelt. „Mensch Gusti hör endlich auf! Noch auffälliger kann man sich ja gar nicht verhalten!!! Brüll doch gleich raus, dass wir uns hier Alk abfüllen!“ sagst du genervt. Als ich auf euch zukomme, grinst du mich breit an. „Hilf mir mal eben!“ sagst du und drückst mir eine leere CocaColaflasche in die Hand. Als Georg wiedereinmal von der Theke kommt, stellt er 5 Gläser mit einer leicht trüben Flüssigkeit auf den Tisch. „Was ist das denn nun!?“ frage ich ihn. „Wodka Lemon! Ich weis doch, wie scharf ihr auf Wodka seid!“ meint er und gibt mir ein Zeichen, ebenfalls das Zeug abzufüllen. Als wir fertig sind, verstauen wir die Flaschen unter deiner Jacke. Deine XXL-Klamotten sind halt doch zu was zu gebrauchen...
Als wir vor unserem Zimmer angekommen sind, kotzt Georg bereits auf den Flur. „Na mit dem müssen wir schonmal nicht teilen!“ meinst du lächelnd und ich nicke. „Mit mir auch nicht... ich bring Georg aufs Zimmer und hau mich dann selbst aufs Ohr!“ meint Gustav. „Wie jetzt?... Ich dachte, wir wollen noch n bissle Fern schauen!?“ sagst du traurig... Du hast dich echt auf ein bisschen Party im Zimmer gefreut. „Hey... wir können doch auch zu zweit schauen oder?“ frage ich dich. Ich muss mir ja sowieso ein Zimmer mit dir teilen...dann machen wir halt das Beste draus und ich lenk mich ein bisschen ab... „Was?...Äh...ja klar!!! Machen wir! Als wenn wir die zwei brauchen!“ sagst du gespielt hochnäsig und ziehst mich mit ins Zimmer. Du beginnst am Alk zu nippen und ich schnappe mir die Fernbedienung und zappe durchs Programm. Bei „In Guten wie in Schweren Tagen“ bleibe ich hängen. Es ist ein indischer Film, in dem es um eine Liebe geht, die von den Eltern des Jungen nicht geduldet wird... Es erinnert mich an meine Situation... auch ich lebe eine Liebe, die nie geduldet werden würde... „Oh bitte Bill... dafür reicht der Alk nicht!“ sagst du genervt und verdrehst die Augen. „Ich will das aber sehen!!!“ protestiere ich und lege mich zu dir aufs Bett. Nach zwei Stunden sind die Flaschen leer und wir liegen heulend im Bett. Wir sind beide ziemlich voll, doch du hast scheinbar immernoch nicht genug und vergehst dich an der Minibar. Willst du dich hier absichtlich ins Koma saufen oder was? Na das kann ja was werden...



*Tom's Sicht*
Boah ne... was ist das denn? Ich hab ein tierisches Hämmern im Kopf und fühle mich, als ob ein Auto über mich drüber gefahren wäre. Vorsichtig öffne ich meine Augen. „Argh...“ stöhne ich auf. Ein schneidener Schmerz zieht mir durch den Kopf, dicht hinter der Augenpartie entlang. Das gleißend helle Licht brennt mir in den Augen und es dauert einige Zeit, bis ich mich daran gewöhnt habe. Neben mir liegt ein Junge... „Bill?“ frage ich, doch es kommt keine Antwort. Das kannst doch eigentlich nur du sein oder? Ich rüttele an deiner Schulter und du wachst langsam auf. Aber...Moment!!! Das bist ja gar nicht du! Was macht Gusti denn hier bei uns im Bett!? „Äh... sag mal... was willst du hier Alter???“ frage ich ihn verdutzt. „Morgen auch! Ich hoffe, du hast einen ordentlichen Kater!!! Wenn Bill aufwacht, kannst du dich auf was gefasst machen!“ sagt Gustav, zeigt auf dich und blickt mich dann mitleidig an. Was ist denn blos passiert? Gott... so ein heftiges Blackout hatte ich ja noch nie!!! Mal überlegen, ich war auf der Afterparty... dann sind wir aufs Zimmer und ham ein bisschen was getrunken... aber was ist dann passiert? Ich vernehme erste Laute von dir und dann beginnst du, dich zu recken und zu strecken... „Alles klar...Ich bin dann weg!“ sagt Gusti und verlässt das Zimmer. Alter... Jetzt bin ich aber mal gespannt, was gestern Abend gelaufen ist!!!
„Morgen!“ sage ich zu dir und blicke dich gespannt an. Du reißt sofort die Augen auf und blickst mich geschockt an. „Ey... was is'n los?“ frage ich dich nervös. Du runzelst blos die Stirn und siehst mich abwartend an. Dann öffnest du den Mund und meinst: „Tom... Warum hast du mich geküsst?“. Mir fällt vor Schock die Kinnlade runter und ich habe das Gefühl, mir würden gleich die Augen aus dem Kopf fallen. Du weist davon? Du weist, dass ich dich zu Karneval geküsst habe? Wie kann das sein? Du hast doch bis jetzt nie etwas davon gewusst oder? „W...W...Was?“ stottere ich nervös. Bitte lass es nur ein übler Scherz gewesen sein! „Na gestern Abend... erinnerst du dich denn an gar nichts mehr?“ fragst du. Äh...NEIN!!!! Tue ich nicht!!! Ich schüttele bedächtig den Kopf... nein, ich weis nichts mehr von alledem, was gestern Abend geschehen ist... Fuck...wie kann denn das sein? Ich bin mittlerweile rot wie eine Tomate... Ich habe dich also geküsst...und dann? Was hast du gemacht? Wie hast du reagiert? Warum hast du überhaupt erst zugelassen, dass ich dich küsse??? Von dir scheine ich nicht mehr zu erfahren und da ich nicht im Erdboden versinken will, beschließe ich die Flucht anzutreten und verschwinde im Bad...
Ich stelle mich unter die Dusche und lasse das Wasser auf mich herabrieseln... es ist ein angenehmes Gefühl, die Wärme des Wassers auf meiner Haut zu spüren und langsam merke ich, wie sich mein Körper wieder entspannt...
Ich versuche mich in die Situation von Gestern Abend hineinzuversetzen und langsam tauchen vereinzelte Bilder in meinem Kopf auf, welche sich nach und nach aneinander reihen...

*Flashback*
Verdammt...selbst in der Minibar ist nicht mehr viel Alk drinne. Nachdem ich sämtliche Vorräte geplündert habe, lege ich mich wieder zu dir ins Bett. Ich habe irgendwie das dringende Bedürfnis deine Nähe zu spüren und somit kuschle ich mich ganz eng an dich ran. „He...lass das Tom...“ versuchst du mich abzuwehren und rückst ein Stück zur Seite. „Wasis denn?“ nuschel ich benommen von dem vielen Alk und rutsche dir hinterher, um dich gleich darauf wieder in den Arm zu schließen. „Tom geh weg...ich mag das nicht!“ sagst du und stößt mich wieder zur Seite. „Maaaan...du bis escht sowas von gemein!“ quengel ich und seh dich mit meinem Welpenblick an. „Ja...und du sowas von Dicht...Gott, deine Fahne kann man ja meilenweit gegen den Wind riechen!!!“ schimpfst du. „Sooo viel war des gar nisch...“ sage ich wieder. „Ach nein? Aber für dich hat es allemale gereicht mein Lieber!!!“ antwortest du. „ 'Mein Lieber?' Ich wusste ja, dass du misch doch lieb hascht...!“ sage ich. „Gott... jetzt zieh dich endlich um und leg dich schlafen!“ sagst du, während du mir einen leichten Schubs gibst, welcher allerdings schon ausreicht, um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen, so dass ich umkippe und wieder auf dem Boden liege... Mann...irgendwie lern ich den Boden in letzter Zeit aus einer ganz neuen Perspektive kennen... Ich versuche mich wieder aufzurappeln habe jedoch ziemliche Schwierigkeiten damit, da meine Feinmotorik im *SPAM* Automatische Zensur zu sein scheint... „Biiiiill...“ jammere ich, doch du sitzt auf den Bett und lachst dir die Seele aus dem Leib... ich muss echt ziemlich bescheuert aussehen, wie ich hier liege!!! Als ich mich nach einigen Minuten doch wieder aufrappeln konnte, blicke ich dich ernst an. „Bill?“ sage ich. „Hm?“ machst du... „Du bist voll süß!“ sage ich und streichle dir über die Wange. Du siehst mich geschockt an und sagst dann: „Sag mal...wie viel Zeug hast du dir eigentlich hinter die Birne gekippt? Du bist ja völlig breit!“ „Binsch gar nicht!“ antworte ich gespielt beleidigt, doch du lässt dich nicht von mir beeindrucken, drehst dich um und machst dann das Licht aus. Ich krabbel dir also hinterher ins Bett und lege mich zu dir... noch immer will ich mit dir kuscheln... „Bill? Schläfst du schon?“ frage ich. „Jaaaa tu ich!“ kommt es genervt von dir. „Pff...tuscht du gar nich...sonst könntes dusch ja gar nich sagen!“ entgegne ich dir. „Aha...“ machst du gelangweilt. „Langweile ich dich etwa?“ frage ich. „Jaaaa...Du langweilst mich und nervst!!!“ sagst du. „Na wenn dasch so isch...langweilen willsch dich ja nich!“ meine ich nur und beuge mich dann über dich, um deinen Hals zu küssen. Ich merke, wie du zusammenzuckst. Ruckartig drehst du dich um und blickst mir in die Augen. „Hau ab!!! Ich hab echt nicht den nerv zu sowas!!!“ fauchst du mich an. „Ach...jetzt hab dich doch nicht so...“ sage ich. „Grins nicht so blöd und hau endlich ab!!!“ schreist du mich an, doch ich reagiere gar nicht darauf... „Küss mich!“ sage ich und komme dir näher. „Gott... such dir ne Gummipuppe und lass mich in Ruhe!!!“ antwortest du. „Nee...keinen Bock...du bist eh viel süßer als irgend soeine Gummipuppe!“ meine ich. „Toooom...lass mich!!!“ quengelst du, doch ich halte dich an den Handgelenken fest und beuge mich runter zu deinem Gesicht... ich will sie spüren, diese wundervollen, weichen, süßen Lippen... „Tom hör auf, bevor du etwas tust, was du später bereuen wirst!!!“ sagst du ängstlich. „Keine Sorge...ich glaube nicht, dass ich das hier später bereuen werde!!!“ entgegne ich dir. „Ich glaube aber schon!!!“ antwortest du. „Ach...halt endlich die Klappe und küss mich!“ sage ich und senke mich damit auf deine Lippen... Erst wehrst du dich noch dagegen, doch dann gibst du auf und gehst sogar auf den Kuss ein. Plötzlich kloppft es an der Tür, doch wir ignorieren es und denken gar nicht daran, unseren Kuss wieder zu lösen. Im Gegenteil... der Kuss wird immer intensiver und wir nehmen uns gegenseitig die Luft zum atmen. Nach einer Weile hört das Hämmern an der Tür auf, aber das ist jetzt auch egal... Wir lösen uns kurz von einander um durchzuatmen, doch dann beuge ich mich wieder über dich und beginne dich von neuem zu Küssen. Langsam lasse ich meine Hände unter dein Shirt gleiten... Oh Gott... was hast du nur für weiche Haut!? Es macht mich total an, dich überall berühren zu können... Vorsichtig schiebe ich dir das T-Shirt über den Kopf und du hilfst mir sogar dabei, indem du deine Arme hebst. Ich presse deinen Körper an mich und hauche dir überall kleine Küsse auf die Haut. Ich höre dich wohlig stöhnen und löse mich kurz von dir, um dich anzusehen. „So sieht das also aus, wenn du etwas nicht magst!?“ sage ich völlig außer Atem. „Ach...halt doch die Klappe!“ meinst du und Lächelst mich an. Gott...dieses Lächeln macht mich fertig... wie kann man nur so verboten süß sein? Vorsichtig beginne ich mich wieder und wieder an deinem Hals festzusaugen und beiße kurz in ihn hinein...will dich zeichnen...Du gehörst mir!!! Dann lasse ich meine Lippen wieder die deinen finden. Wir verstricken uns in einem nie enden wollendem Kuss, in dessen Verlauf ich immerwieder mit deinem Piercing spiele...Gott, ich liebe dieses Ding!!! Immer intensiver und fordernder wird unser Kuss, du legst deine ganze Leidenschaft hinein...Oh Gott...Ich liebe dich so sehr!!! Plötzlich höre ich ein rumpeln und schrecke auf. Gustav steht mitten in unserem Zimmer und sieht uns geschockt an...Der Depp ist doch echt über den Balkon geklettert!!! „Seid ihr bescheuert!?“ fährt er uns wütend an. „Was isn?“ frage ich ihn. „Was los ist? Na...ich hab Bill schreien hören und dann hab ich wild gegen die Tür gedonnert...aber die werten Herrschaften hatten es ja nicht nötig, mir zu öffnen. Da hab ich mir also Sorgen gemacht und bin über den Balkon geklettert und was entdecke ich da!? Ihr Beide macht miteinander rum!!! Sagt mal seid ihr denn bescheuert!? Das ist Inzest!!! Das ist verboten!“ brüllt er uns aufgebracht an. „Das...das ist alles ganz anders...Tom ist total betrunken und ist einfach so über mich hergefallen!!! Ich konnte mich überhaupt nicht dagegen wehren!!!“ antwortest du ihm. Was soll das denn jetzt? Du hast dich doch auch nicht beschwerrt...naja...eigentlich schon...aber...am Ende schien es dir doch zu gefallen oder? Oder bin ich so breit, dass ich mir das alles nur einbilde? Oh Gott...bitte... bitte sag jetzt nicht, dass du das alles gar nicht wolltest...
*Flashback Ende*
Ich sacke auf dem Boden der Dusche zusammen und beginne zu weinen. Nein...bitte nicht... Was habe ich blos getan? Wie konnte ich nur? Ich bin einfach so über dich hergefallen und habe mir das genommen, was ich gerade wollte. Gott...das darf nicht wahr sein!!! Warum? Warum habe ich das getan? Jetzt habe ich alles kaputt gemacht!!! Wie soll ich dir denn jetzt jemals wieder unter die Augen treten??? Ich habe alles zerstört!!! Wie konnte ich nur...



*Bill's Sicht*
Oh bitte Nein... das darf doch alles nicht wahr sein... Du erinnerst dich an gar nichts mehr, was gestern war!!! Das...das kann doch nicht wahr sein...nicht diesmal, bitte nicht... bitte lass all das, was gestern geschehen ist nicht nur am Alkohol liegen!!!! Es hat mir etwas bedeutet, was da war... wie konntest du mich nur so schamlos ausnutzen? Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen, damit ich die Dinge verstehe, die da passiert sind... Denn auch, wenn du mich nur geküsst hast, weil du betrunken warst...ICH habe dich wirklich geliebt!!! Und deshalb tut es jetzt auch so furchtbar weh...
Nach einer schieren Ewigkeit geht die Tür zum Badezimmer wieder auf. Du kommst triefnass aus dem Bad...schaust traurig aus. Dann blickst du mir in die Augen...atmest ziemlich tief durch und sagst dann: „wegen gestern Abend...also...das...“ Ich muss dich ziemlich ängstlich ansehen, denn plötzlich stockst du ,brichst mitten im Satz ab und starrst zu Boden. Jaa...ich bin ja auch ängstlich...habe Angst davor, was du als nächstes sagen wirst...dennoch...ich muss es erfahren. Muss wissen, woran du dich vielleicht erinnerst. Komm, erzähl mir was du wirklich fühlst, was du wirklich denkst, ich habe Zeit... Überlebt das dein Herz nicht? Ich versteh dich einfach nicht. Es war doch deine Schuld, nimm doch mal Rücksicht auf mich! Und vor allem erklär mir...Warum? Warum hast du es getan? Warum ich es getan habe, weis ich...aber warum du? Warum hast du mich geküsst? Empfindest du etwa was für mich? Ich muss es jetzt einfach wissen und somit versuche ich den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen. „Ja...? Erinnerst du dich wieder?“ hacke ich nach. Wieder blickst du mir in die Augen. Ich sehe Trauer in ihnen... vielleicht auch etwas Reue...doch dann beginnst du endlich zu sprechen...“Bill...hör zu...das mit gestern...also wegen dem Kuss...“ „Du erinnerst dich also... und warum hast du das getan? Ich meine...bist du vielleicht...“ unterbreche ich dich, werde daraufhin jedoch sofort wieder unterbrochen. „Bin ich vielleicht was? Sag mal...spinn dir jetzt hier blos nichts zusammen klar!? Das lag alles nur am Alk... Du denkst doch nicht ernsthaft, dass ich meinen eigenen Bruder küssen würde oder?... Alter...für wie abartig hälst du mich denn? Is ja voll eckelig!!!“ sagst du angewidert. Oh Gott...bitte hör auf!!! Bitte sprich nicht weiter...es tut so unsagbar weh!!! Warum tust du mir das an? Warum sagst du soetwas? Du brichst mir das Herz Tom... du hast ja keine Ahnung, wie sehr ich leide!!! Du sagst mir, wie verabscheuungswürdig du es findest...wie eckelig... dabei ist es genau das, was ich fühle!!! Ja...für dich bin ich eckelig und unrein... warum? Warum Tom? Es tut soo weh!!! Ich blicke dich traurig an, doch dann weicht dieser Blick einen zornigem, hasserfülltem Blick. Wie kannst du nur? Du quälst mich, du missbrauchst mich und meine Gefühle. Es ist dir scheinbar völlig egal, wie ich mich dabei fühle. Du merkst meinen Kummer und mein Leid überhaupt nicht... siehst nicht, was du mit mir machst. Die tiefen Wunden brennen und meine seelischen Schmerzen tuen so weh. All mein Leid hört nicht auf...doch du siehst es nicht... nichts siehst du!!! „Es tut mir leid...okay!? Also...Ich geh jetzt futtern... kommst du?“ fragst du. „Ich gehe später essen... ich will erst noch unter die Dusche!“ antworte ich dir. Du nickst und verlässt dann das Zimmer. Als du fort bist, lehne ich mich an die Wand und sinke langsam an ihr herunter. Ich fühl mich so allein und verloren... kann die Welt einfach nicht mehr verstehen...will es nicht verstehen.... will nicht wahrhaben, dass es dir nichts bedeutet hat...im Gegenteil...dass du es widerwärtig und abartig findest!!! Es tut dir leid...DIR tut es leid...hah..ja...mir auch! Nie wieder... Nie wieder will ich dich küssen...nie wieder deine weichen, sinnlichen Lippen auf meinen spüren. Nein, nie wieder!!! Aber lieben...lieben tu ich dich noch immer...sooo sehr!!!
Wie konnte das nur passieren? Wie konnte ich mich nur so gehen lassen? Ich war doch gar nicht so betrunken wie du...warum also habe ich nichts dagegen unternommen? Warum? Oh mann...ich kenne die Antwort doch schon... weil ich es mir soo sehr gewünscht habe! Weil ich so sehr wünsche, dein zu sein... endlich dir zu gehören!!! Doch jetzt hast du mir ein für allemal klar gemacht, dass dieser Fall niemals eintreten wird...warum? Warum brichst du mir das Herz? Warum tust du das? Hasst du mich denn so sehr? So sehr, dass du mein Herz mit Füßen trittst? Ich schäme mich für das, was gestern war... was denkst DU eigentlich jetzt von mir? Ich meine...Du musst doch gemerkt haben, dass ich nicht ansatzweise so schlimm betrunken war, wie du es warst? Oh Gott... ich Schäme mich meiner verbotenen, eckeligen, schmutzigen Gefühle wegen. Könnte ich diesen Kuss...okay...die Küsse rückgängig machen, würde ich es tun, das schwöre ich. Aber ich kann es nicht. Aber warum bist du jetzt so gemein zu mir? Warum brichst du mir das Herz? Du hast doch mitgemacht... hast sogar angefangen, mit dem ganzen Mist!!! Oh Gott...warum war ich nicht stark genug, dich abzuwehren? Wieso habe ich mich einfach treiben lassen? Dein „tut mir Leid“ macht es auch nicht besser...ändert nichts an der Tatsache, dass es dir nichts bedeutet hat und mir die ganze Welt...
Ich muss aufhören damit... ich darf nicht mehr länger an dich denken! Du machst mich so kaputt!!!
Seit dieser Nacht im Hotel sind wieder einige Tage vergangen... Tage voller Verzweiflung und...Trauer. Die Angst will nicht weichen...Angst davor dich zu verlieren...
Du stehst unten vor der Tür...mit diesem Mädchen... wer ist das? Was will sie von dir? Ich mag das nicht...sie soll weggehen!!! Gott die Eifersucht steigt in mir auf... Sie soll verschwinden! Ich kenne sie nicht einmal, aber eines steht fest: Ich hasse sie!!! Sie soll weg von dir, sie ist dir viel zu nahe... Doch sie verschwindet einfach nicht... im Gegenteil, sie fällt dir plötzlich um den Hals und beginnt dich zu küssen. Du wehrst sie schnell ab, sie scheint enttäuscht. Dann...wie aus dem Nichts, zeigt sie plötzlich zu meinem Fenster, aus welchem ich euch beobachte. Du blickst auf und siehst mich an. Was ist das? Da liegt etwas in deinem Blick, was ich nicht kenne... warum blickst du mich so an? Dann drehst du dich wieder um, ziehst das Mädchen an den Hüften zu dir und beginnst sie leidenschaftlich zu küssen. Nein...bitte nicht!!!! Warum tust du das? Du weist, dass ich dir zusehe...warum also musst du ausgerechnet jetzt diese Schlampe küssen? Als du fertig bist mit dem Versuch, diese Tusse mit deiner Zunge zu ersticken, blickst du wieder zu mir hinauf. Ich schäme mich... fühle mich ertappt und verschwinde vom Fenster. Zum Abendessen sitzen wir alle zusammen... Mum, ihr Freund und Ich... nur du fehlst noch. Plötzlich fliegt die Tür auf und du stürmst zum Esszimmer herein. Doch was ist das?...Was klebt dir da an der Hand? Was soll das? Warum...? „Hey Mum...das ist Conny, meine Freundin...kann sie mit essen?“ fragst du. Conny? Was ist das denn bitte für ein Name? Das ist doch eher ein Name für einen Hund!!! Und seit wann soll diese Schlampe bitte deine Freundin sein? Ich glaub das einfach nicht...du kennst sie doch höchstens seit 2-3 Tagen!!! Das wird sowieso nicht lange halten... dennoch...es schmerzt...sehr sogar! Ich will das nicht...will nicht, dass sie hier ist...will nicht, dass sie bei dir ist!!! Während dem Essen gebt ihr euch immerwieder kleine Küsschen...Gott...es tut so verdammt weh!!! Warum...???
Ich blicke diesen Köter hasserfüllt an und irgendwann scheint auch Mum aufgefallen zu sein, dass irgendetwas nicht stimmt. „Bill? Alles in Ordnung mit dir? Warum blickst du denn so finster drein?“ fragt sie auch schon. Ich sehe sie kurz an. „Es ist nichts... Mir ist nur der Appetit vergangen!“ sage ich, stehe auf und laufe nach oben in mein Zimmer. Nein...Das ertrage ich einfach nicht länger!!! Wieder falle ich weinend auf mein Bett. Siehst du, was du mit mir gemacht hast? Du hast mir mein Lachen geraubt und mir das Weinen beigebracht...


*Tom's Sicht*
Immer und immerwieder küsst sie mich... Es ist so eckelig, ich will das nicht... Ich fühle mich so schmutzig! Dennoch mache ich mit, weis, dass du mir zusiehst... Es muss sein...es ist die einzige Möglichkeit, dir eindeutig klar zu machen, dass ich dich NICHT liebe! Ich kann deinen Anblick einfach nicht vergessen, als ich neulich aus dem Bad kam und dir von dem Abend der Afterparty berichten wollte... Diese Angst in deinen Augen... fast schon panisch war dein Blick! Ich habe so ungeheure Angst, dich zu verlieren... nur deshalb tue ich all das... nur deshalb verliere ich mich selbst...
Meine eigenen Worte, welche ich an jenem Morgen zu dir sagte, verletzen mich jeden Tag aufs neue. Wie konnte ich nur meine Liebe verleugnen? Wie konnte ich nur all das in den Dreck ziehen, was mir einfach alles bedeutet??? Aber was hätte ich sonst tun sollen? Wie hätte ich sonst verhindern sollen, dass du von meinen Gefühlen erfährst? Dass du mich durchschaust?
Du stehst auf und rennst in dein Zimmer. Sagst dir wäre der Appetit vergangen... Ja, mir auch... Endlich kann ich aufhören mit diesem Schauspiel. Ich hasse es...doch ich werde es nicht beenden... zu groß ist meine Angst...Ich bin einfach zu feige, zu meinen Gefühlen zu stehen!!!
Ja...ich weis...man sollte eigentlich nicht lügen, aber in diesem Falle ist es ja wohl eine Notlüge... sie soll dich doch nur vor mir schützen... vor meinen Gefühlen bewahren... dir den Bruder erhalten, der ich war, bevor ich mich in dich verliebt habe... Doch eines vermag diese Lüge nicht...sie kann mich nicht vor mir selbst schützen! Denn wenn ich jetzt in den Spiegel meiner Seele schaue, sehe ich nichts... Ich kann einfach nichts mehr in mir finden...nichts von alledem, was dort war, als ich blos dein Bruder war, ist mehr vorhanden!!! Meine Seele ist zerstörrt...ein einziges Schlachtfeld...sag mir warum? Warum darf ich dich nicht lieben? Denn ob ich's darf oder nicht... Ich tue es nun einmal...und ich kann es nicht ändern... Mum hat mal gesagt, dass die Liebe das schönste und größte Gefühl ist, welches es gibt. Ja... das größte ist es. Da hatte sie recht! Aber wie kann all dieser Schmerz etwas schönes sein? Wie kann es gut sein, wenn man Tag für Tag leidet und beginnt sich zu wünschen, dass man nie geboren wäre... dass man dieses Gefühl nie kennen gelernt hätte...? Wenn der Schmerz die Seele zerfrisst und die Sehnsucht dich verbrennt... wie kann soetwas gut sein? Nein Mum...du irrst dich! Liebe ist das Schlimmste, was es gibt!!!
Als das Abendessen beendet ist, schicke ich Conny nach Hause. Sage ihr, dass wir noch Besuch bekommen, was auch eigentlich nicht gelogen ist, aber dennoch kein Grund wäre, sie fort zu schicken. Gegen 20.00 Uhr an diesem Abend klingelt es an der Tür und ich gehe hin, um zu öffnen. Vor mir stehen Tante Amy und ein Mädchen von etwa 14 Jahren. „Hey Tantchen!“ sage ich und begrüße Tante Amy. Dann mustere ich das Mädchen, welches sie mitgebracht hat etwas genauer... Sie hat lange blonde Haare und ist sehr braun gebrannt. Scheu lächelt sie mich an... ihr Lächeln erinnert mich irgendwie an den Sommer...sie scheint eine innere Wärme auszustrahlen. Ich könnte schwören, ich habe dieses Mädchen schonmal irgendwo gesehen, doch mir fällt einfach nicht ein, wo das gewesen sein könnte. Also drehe ich mich verdutzt zu Tante Amy um und beginne:“Wer...?“ doch sie unterbricht mich. „Tom...Du enttäuschst mich!!! Erkennst du denn deine eigene Cousine nicht wieder? Mensch Junge...Das ist Sabine!!!“ sagt Tantchen und lächelt mich an. Mir fallen beinahe die Augen aus dem Kopf. Dieses wunderschöne Mädchen soll meine Cousine sein? Das gleiche Mädchen, mit dem Bill und ich früher mal ein Baumhaus in Opa's Garten gebaut hatten und dieses zu unserer Kommandozentrale auserkoren haben? Das gleiche Mädchen, mit dem wir die Nachbarn zur Weißglut getrieben haben, um zu testen, wer der gesichertste von ihnen sei? Wow...Also die hat sich nun wirklich verändert!!! „Du...du bist echt Bine?“ platzt es überrascht aus mir raus. „Ja...wer soll ich sonst sein du Depp!?“ neckt sie mich sofort. „Wow...du hast dich ja mächtig verändert!“ sage ich. „Du aber auch...sag mal, seit wann hast du denn Dreads? Sieht ja mal voll scharf aus!!!“ antwortet sie und schenkt mir ein schelmisches Lächeln. Ohja...jetzt erkenne ich sie wieder! Das ist nun wirklich meine Bine!!! „Kommt rein!“ sage ich, bevor ich mich umdrehe und Mum zurufe „Muuuuuum...BESUUUUCH!!!“. Als Mum auf uns zukommt, fällt sie unserem Besuch sofort um den Hals und lotst sie in die Wohnstube. „Tom...? Kannst du Bill bitte mal runter holen? Er soll auch mal „Hallo“ sagen!!!“ sagt sie dann an mich gewandt. Lustlos schlurfe ich die Treppe hoch und bleibe vor deiner Zimmertür stehen. Von innen höre ich leises Schluchzen. Weinst du etwa? Aber...Warum das denn jetzt? Vorsichtig öffne ich die Tür... Du sitzt vor deinem Bett und hast deinen Kopf darauf gebettet...siest so traurig aus... Was ist denn los mit dir? Ich gehe langsam auf dich zu und lege dir meine Hand auf die Schulter. Geschockt drehst du dich um und siehst mich panisch an. „Was willst du?...Verschwinde!!!“ schreist du mich an, während du dir hektisch die Tränen aus den Augen streichst. Ich blicke dich mitleidig an und gehe dann wieder zur Tür hinaus. Im Türrahmen bleibe ich stehen und drehe mich nocheinmal zu dir um. „Mum sagt, du sollst runterkommen...Tante Amy und Bine sind da!“ sage ich und verlasse dann dein Zimmer, um wieder runter zu den Anderen zu gehen. Mums Neuer verabschiedet sich gerade von den Anderen und geht dann nach Hause. Ich lasse mich in der Stube neben Bine auf die Couch fallen und blicke dann schweigend auf meine Hände. „Alles klar bei dir?“ fragt Bine und legt mir ihre Hand aufs Knie. Ich blicke sie kurz an, schüttle dann aber den Kopf. „Nee schon okay!“ antworte ich schließlich. Dann vernehme ich das sanfte tippeln deiner Füße... okay... du springst wie'n Elefant die Treppen runter...
Als du die Stube betrittst, siehst du geschockt zu Bine. Deine Kinnlade fällt dir runter und du stammelst „B...Bine? Bist du das?“ Bine beginnt zu lachen und sagt dann: „Klar bin ich das!!! Gott...Bill... du bist vielleicht gewachsen!“ entgegnet Bine. Ein fettes Grinsen breitet sich auf deinem Gesicht aus und du meinst nur: „Klar! Was denkst du denn!? Immerhin hab ich ja auch immer fleißig Fruchtzwerge geschaufelt ne!?“ Das war zuviel des guten und so prusten Bine und ich zeitgleich los und Lachen uns die Seele aus dem Leib. Wir albern noch ein wenig rum, bis Mum schließlich meint: „Jungs? Sagt mal...welches Zimmer wollt ihr Bine denn zur Verfügung stellen!?“ Wir blicken sie irritiert an, doch dann fährt sie fort „Na...Bine braucht schon ihr eigenes Zimmer für die Zeit, wo sie hier bleibt!!!“ „Ja...und was soll das im Klartext heißen?“ fragst du plötzlich geschockt. „Nun stellt euch nicht so an Jungs... das soll heißen, dass ihr für ein paar Tage wohl oder Übel ein Zimmer teilen müsst! Ich würde sagen, Bine schläft in Bills Zimmer... bei Tom hätte ich Angst, dass wir sie in dem Sauhaufen nicht wiederfinden würden!“ sagt sie belustigt und beginnt dann in schallendes Gelächter auszubrechen. Ja...sehr witzig...Verdammt...Ich finde das alles andere als witzig!!! In mir keimt regelrecht die Panik auf. Wie soll ich denn ein PAAR Tage mit Bill auf einem Zimmer aushalten? Die letzten Male waren doch alles mehr oder weniger absolute Katastrophen! Und jetzt...gerade da, wo ich versuchen wollte, mich ein wenig von ihm zu entlieben, soll ich mit ihm auf 14 Quadratmeter zusammen leben!? „Muuum...muss denn das sein?“ protestiere ich. Du blickst mich komisch an. „Tom bitte...jetzt mach hier kein Theater und hilf Bill seine Sachen umzuräumen! Es wird langsam spät und ihr solltet ab in die Falle!!! Bine? Kommst du mit mir? Ich geb dir eben neues Bettzeug!“ sagt Mum und scheucht uns dann die Treppe hoch. Ich latsche dir in dein Zimmer hinterher und packe mir dein Bettzeug, während du deinen Kleiderschrank ausräumst. Sag mal...wo willste denn deine Klamotten noch hinstopfen? Warst du echt solange nicht mehr in meinem Zimmer, dass du nicht checkst, dass da echt kein Quadratzentimeter mehr platz ist? Naja...egal...ich schleppe dein Zeugs in mein Zimmer, kraxle über diverse Wäschehaufen hinweg und schmeiße dein Krams dann auf mein Bett. Da fällt mir plötzlich ein, dass ich da noch was unterm Kopfkissen versteckt habe, was du besser nicht sehen solltest. Doch just in dem Moment, als ich es in der Hand halte, kommst du in mein Zimmer. „Was hast du denn da?“ fragst du auch schon. Gott...musst du immer so neugierig sein? Schnell lasse ich das Foto mit dir drauf in meiner übergroßen Hosentasche verschwinden und setze mich aufs Bett. Du blickst dich suchend um und legst dann deine Klamotten auf das Bett- Der einzig freie Platz hier. „Sag mal...Wie kannst du eigentlich in so einem Müllhaufen leben!?“ fragst du mich angewidert. Ich zucke nur mit den Schultern und lasse mich dann rücklings hinfallen. „Kann ich mir hier n bisschen Platz schaffen, für mein Zeugs?“ fragst du mich dann. „Klar...mach nur!“ antworte ich, während ich die Decke anstarre. Oh Gott...was soll das blos werden mit uns beiden? Nach ein paar Minuten schlafe ich in eben dieser Position ein. Und träume mal wieder nur von dir... Durch das klappen meiner Tür wache ich wieder auf und schrecke hoch. Verwirrt blicke ich mich um. „W...Wo bin ich?“ stottere ich benommen. „Na!? Was sagst du jetzt?“ fragst du und blickst mich stolz an. Oh Gott... mein schönes Chaos ist verschwunden! Wie konnte das denn passieren? „Wa...Was hast du gemacht?“ frage ich belustigt. „Na aufgeräumt! Was denkst du denn? Die linke Schrankhälfte gehört übrigens mir!“ sagst du und deutest auf meinen Kleiderschrank. „Aha...“ gebe ich blos von mir und blicke mich noch immer verwundert um. Wie hast du das blos geschafft? Ich habe es in den letzten 4 Monaten nicht geschafft, mein Zimmer so aufgeräumt zu bekommen!!!
Langsam geht die Tür auf und Mum steckt ihren Kopf zu uns herein. „Sagt mal Jungs...wollt ihr nicht langsam mal ins Bett gehen? Es ist schon spät und morgen ist Schule!!!“ „Jaja!“ antworten wir synchron. Mum scheint sich damit zufrieden zu geben und verlässt dann das Zimmer. Du drehst dich um und ziehst dich aus... gott wie süß! Schämst du dich etwa vor mir? Du legst deine Sachen fein säuberlich zusammen und legst sie dann auf einen Stuhl...seit wann bist du denn so penibel? Warst du doch sonst nie...naja...egal!!! Dann gehst du zu meinem Kleiderschrank und angelst dir ein rießiges Shirt raus. Ich habe es dir vor langer Zeit einmal geschenkt... Gott, des hat lange gedauert, bis du dich überreden lassen hast, es anzunehmen...
Nun kommst du zu mir und legst dich neben mich. Mein Herz schlägt im Akkord... Ich liege bestimmt ne halbe Ewigkeit wach, bis ich endlich eingeschlafen bin...



*Bill*s Sicht*
Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln meine Nase und ich vernehme den leisen Gesang der Vögel. Es müssen die ersten Vögel dieses Jahr sein Endlich sind sie wieder zurück aus dem Süden und kündigen den Frühling an. Das wird ja auch langsam mal Zeit nach all den kalten Monaten!!! Auf einmal bemerke ich ein schweres Gewicht auf meiner rechten Schulter und drehe mich zur Seite, um festzustellen, was das ist. Ich erblicke dich und bemerke augenblicklich, wie mein Herz beginnt schneller zu schlagen. Was machst du hier? Ach ja...wir müssen uns ja ein Zimmer teilen, solange Tante Amy und Bine zu Besuch sind. Verdammt...sag mal...warum musst du dich eigentlich so dicht an mich herankuscheln? Deine Nähe schmerzt. Ich will diese Gefühle nicht... Ich will mir nicht jeden Tag wieder eingestehen müssen, dass ich dich über alles in der Welt liebe und dich an eine andere verloren habe!!! Eine deiner Dreads fällt dir ins Gesicht und bleibt an deiner Nase hängen. Für einen Moment kann ich mich nicht beherrschen und streiche sie dir sanft aus dem Gesicht. Du siehst so unschuldig aus...gleichst fast einem Engel, wenn du schläfst. Ich kann einfach nicht glauben, dass du jetzt einer anderen gehören sollst. Es ist einfach nicht gerecht! Du hast mich doch geküsst...hat es dir denn wirklich nichts bedeutet? Ich weis ja...du warst betrunken... aber das kann doch nicht der einzige Grund dafür gewesen sein, dass du mich geküsst hast! Oder doch...? Ich glaube, das, was ich all die Zeit über nicht wahr haben wollte, wird mir in diesem Moment mehr als klar... Er wird niemals mir gehören!!! Ich muss endlich aufhören ihn zu lieben...muss endlich akzeptieren, dass es für mich keine gemeinsame Zukunft mit ihm geben wird!!! Aber ich weis einfach nicht, wie ich mich von ihm entlieben soll, denn das was ich für ihn empfinde ist soviel mehr, als ich jemals zuvor gespürt habe. Verdammt...Tom...warum? Warum diese Conny? Du hast doch MICH geküsst!!! Es muss doch einen Grund dafür geben, dass du mich einfach so küsst oder hast du dir damals nur einen Scherz im Suff mit mir erlaubt? Ich glaub das einfach nicht, was hier gerade um mich herum passiert...Ich habe das Gefühl, als hätte sich die ganze Welt gegen mich verschworen. Mein ganzes gottverdammtes Leben ist deinetwegen so kaputt!!!
Du seufzt kurz auf und öffnest dann vorsichtig deine Augen. Ich schrecke kurz zusammen, denn deine Augen fixieren wegen deiner Lage sofort die meinen. „M...Morgen!“ stottere ich. Plötzlich macht deine Nähe mich total nervös. „Moin!“ antwortest du und rückst dann schnell von mir weg, wobei du mir den Rücken zuwendest. Toll...jetzt fühlst du dich bestimmt von mir angewiedert, weil ich dich so angegafft habe!!! Plötzlich schreckst du hoch und setzt dich ruckartig auf. „Bill verdammt!!! Es ist 5 vor 7!!! In einer Viertelstunde kommt der Bus!!!“ schreist du. „Was? Scheiße!!!“ schreie ich nun ebenfalls und springe aus dem Bett, um schnellstmöglich ins Bad zu rennen. Ich schmeiße mein Shirt in den Wäschekorb und beginne dann mich zu waschen, mir die Zähne zu putzen und mich zu schminken. Als ich fertig bin, reiße ich die Tür auf und will gerade rausstürmen...FEHLER! Denn vor der Tür standst du, doch das bemerke ich erst, als ich bereits auf dir draufliege. Wahrscheinlich hast du darauf gewartet, dass das Bad wieder frei wird. Mein Herz schlägt mir bis zum Ansatz und ich merke, wie mir das Blut zur gleichen Zeit in den Kopf und in die entgegengesetzte Richtung strömt, denn wir Beide sind nur in Boxershorts und folglich liegt mein nackter Oberkörper auf deinem. „Entschuldige!“ nuschel ich und stelle mich auf alle Viere. Ich will gerade ganz von dir aufstehen, als meine Zimmertür auffliegt und die schlaftrunkene Bine über uns stolpert und auf mir drauf landet, wodurch meine Arme einknicken und ich wieder auf dich stürze. Du stöhnst laut auf und auch ich kann ein Stöhnen kaum vermeiden. Bine ist nun plötzlich hellwach und sieht auf uns herab, wie wir unter ihr liegen. „Morgen ihr Zwei!“ meint sie plötzlich gut gelaunt. Ich drehe den Kopf um 45° und meine dann: „Morgen auch... würde es dir was ausmachen, von mir runterzugehen?“. „Warum denn? Ist doch gerade so schön kuschelig!“ antwortet Bine und grinst mich frech an. „Verdammt!“ schreist du plötzlich laut auf und schmeißt mich samt Bine von dir runter. Dann gehst du ins Bad und lässt uns hier einfach so liegen. In der jetzigen Lage liegt Bine halb auf mir drauf und blickt mich verwirrt an. „Sag mal...was ist denn mit dem los?“ fragt sie. „Keine Ahnung!“ antworte ich, während wir Beide versuchen aufzustehen. „Sag mal...wann müsst ihr Beide eigentlich los?“ fragt Bine auf einmal. Ich starre ungläubig auf die Uhr und meine dann: „Eigentlich schon vor 10 Minuten!!!“ „Oje...“ sagt Bine wieder und schlendert dann runter in die Küche. Ich gehe zurück in mein Zimmer und ziehe mich um. Dann schnappe ich mir meinen Ranzen und gehe runter. Du bist noch nicht fertig, also warte ich noch auf dich...immerhin ist es ja jetzt auch egal, ob ich 20 oder 30 Minuten zu spät komme!!! „Hey Bill, schau mal ich hab euch Frühstück gemacht!“ sagt Bine, die gerade aus der Küche kommt und hält mir ein Brötchen mit Salami hin. „Oh wie lieeeeb! Danke Bine!!! Du bist ein Schatz!!!“ sage ich und nehme ihr ein Brötchen ab. Auf einmal kommst du die Treppe runtergepoltert und willst gerade an mir vorbei rennen, doch Bine macht dir einen Strich durch die Rechnung und stellt sich dir in den Weg. „Nicht so schnell Freundchen!!! Schau doch mal, was ich für dich habe!“ sagt sie und hält dir ebenfalls ein Brötchen mit Salami unter die Nase. „Ein Brötchen...Und?“ fragst du genervt. „Mensch...Ich hab dir Frühstück gemacht du Depp!“ entgegnet sie dir und gibt dir einen Klapps auf den Hinterkopf. „D...Danke!“ stotterst du, weist gar nicht so recht, was du sagen sollst und nimmst ihr dann ebenfalls das Brötchen ab. „So...raus jetzt mit euch!!! Seht zu, dass ihr zur Schule kommt! Euer Glück, dass unsere Mütter heute morgen zum Einwohnermeldeamt gefahren sind, sonst gäbe es sicher Stress!“ sagt sie und schiebt uns zur Tür hinaus. Dann winkt sie uns noch kurz zu und schließt die Tür. „Alter... Bine wird bestimmt mal ne gute Mutter!“ meinst du und beginnst los zu prusten. „Ja klar!!! Hast du etwa je daran gezweifelt?“ frage ich und kann mich ebenfalls kaum mehr beherrschen vor lachen. Ich bin froh, dass Bine da ist... das lenkt mich irgendwie ein wenig von meinen Gefühlen ab glaube ich. Andererseits hab ich es auch ihr zu verdanken, dass ich jetzt das Bett mit dir teilen darf!!! In der Schule angekommen, stürmt plötzlich dieser Hund auf dich zu und fällt dir um den Hals. Gott...Ich wusste ja gar nicht, dass die Tusse bei uns auf der Schule ist. Ohne mich von dir zu verabschieden, verschwinde ich in meinem Klassenraum... Du hast wahrscheinlich noch nicht mal bemerkt, dass ich gegangen bin... du bist ja viel zu sehr mit deiner ach so tollen Conny beschäftigt. Die Schule zieht sich mal wieder ewig hin... in der 5/6 Stunde haben wir Kunst. Meine Lehrerin geht um die Tische herum und sieht sich an, was wir gemalt haben... Die Aufgabe war, die momentane Gefühlswelt malerisch festzuhalten. Als Frau Weber bei mir gucken kommt, bleibt sie geschockt stehen und hält sich die Hand vor den Mund. „Bill... c'est magnifique!!“ quiekt sie plötzlich auf. Pff...jetzt versucht die auch noch Französisch zu sprechen...sowas dämliches!!! Aber schön, dass sie mein Bild toll findet. „Dieser Junge in der Mitte, der weint und ein gebrochenes Herz in Händen hält... und dann die andere Person, die sich von ihm abwendet... und dazu dann die Eltern des Jungen, die enttäuscht auf ihren Sohn herab schauen!!! Einmalig Bill... einfach umwerfend und wie du dann das Bild mit diesen düstern Farben ausgefüllt hast... Fabelhaft!!!“ schwärmt sie von meinem Bild. Ja...toll, wenn mein verkorkstes Leben ihr so gut gefällt!!!! Dann klingelt's zum Glück endlich und ich kann mich auf den Heimweg machen. An der Bushaltestelle angekommen, sehe ich dich, wie du dort knutschend mit Conny auf der Bank sitzt. „Boah...mir wird gleich schlecht!“ sage ich leise und drehe mich dann von euch weg. „Ach ja...Bill, ich geh jetzt mit zu Conny, kannst du Mum sagen, dass ich heute später komme?“ fragst du mich. Ich merke, wie mir Tränen in die Augen steigen, nicke kurz und gehe dann aus der Haltestelle raus. Ich will nicht, dass du siehst, wie ich deinetwegen Tränen vergieße. Dann kommt endlich der Bus und wir steigen ein. Ich setze mich sofort in die hinterste Reihe, doch du machst gar nicht erst irgendwelche Anstalten, dich zu mir zu setzen, sondern setzt dich mit deiner Conny ganz vorne in den Bus. Die ganze Zeit über knutscht ihr rum und befummelt euch. Oh Gott...ich halt das nicht aus... warum? Gott...warum tut er das? Mein Herz...mein ganzer Körper schmerzt so sehr, wenn ich ihn so sehe!!!
Nach 4 Haltestellen steigst du zusammen mit ihr aus...verabschiedest dich noch nichtmal von mir... ich fahre noch bis zur Endstation...
Als ich zuhause angekommen bin, scheint das Haus Menschenleer. „Muuuuuuuuuuuuuuum?“ rufe ich...keine Antwort. Nächster Versuch: „Bineeeeeeeeee?“ wieder nichts!!! Ich schlendere in die Küche und entdecke einen Zettel auf dem Küchentisch. „Hey ihr Zwei, wir sehen uns eine Mögliche Wohnung für Tante Amy und Bine an, sind ca. um 19.00 Uhr zurück!!! Ihr könnt euch ja eine Pizza in den Ofen schieben, wenn ihr Hunger bekommt!!! Liebe Grüße, Mama“ lese ich laut vor. Toll...also bin ich heute den ganzen Tag alleine!!! Ich schiebe mir die Pizza in den Ofen und setze mich an den Küchentisch. Wieder muss ich an dich denken und überlege, was ihr Beiden jetzt wohl treibt... ja „treiben“ ist wohl das richtige Wort dafür... verdammt... wieder kommen mir die Tränen. Was hast du nur aus mir gemacht? So war ich doch früher nie! Warum muss ich jetzt täglich wegen dir weinen? Als die Pizza fertig ist, nehme ich sie aus dem Ofen und stelle sie vor mich auf den Tisch. Lustlos beginne ich sie mit dem Messer zu zerschneiden... eigentlich habe ich gar keinen Hunger... Ich starre das Messer in meiner Hand an und blicke danach in Gedanken versunken auf meinen Arm. Nachdem ich die Pizza mehr schlecht als recht runtergewürgt habe, greife ich wieder nach dem Messer, wasche es ab und setze es vorsichtig an meinem Unterarm an. Es hat doch alles keinen Sinn mehr... mein ganzes Leben ist beschissen und alles, was mich bis jetzt davon abhielt, mir etwas anzutun, war die Sorge, dich alleine in dieser gottverdammten Welt zu lassen... doch du brauchst mich jetzt nicht mehr... jetzt hast du ja Conny... jetzt bin ich ja Wertlos für dich!!! Ich will zustechen mit dem Messer, doch ich habe nicht den Mut dazu...ich bin so ein verdammter Feigling... Ich habe nicht mal die Kraft dazu Schwach sein zu können und vor meinem Leben davon zu laufen... Nicht mal das kann ich... nicht Mal das Ende kann ich mir selbst beibringen!!! Ich bin ein gottverdammter Feigling und ein Nichtsnutz...ja...zu nichts bin ich zu gebrauchen... Verdammt!!!! Wieder bahnen sich Tränen den Weg über meine Wangen. Aber diesmal nicht aus Trauer...nein, diesmal ist es die Enttäuschung. Ich habe mich selbst enttäuscht...bin nicht mal zu den einfachsten Dingen in der Lage...habe zu große Angst vor dem Tod...
Ich lasse das Messer in meine Hose gleiten und hoffe, dass ich irgendwann den Mut dazu aufbringen werde, mich von dir und dieser Welt zu trennen... Wegzulaufen, zu einem Ort, an den du mir nicht folgen kannst, einen Ort, den du nicht kennst... einen Ort, an dem ich alleine sein werde... ebenso wie hier, auf dieser Erde... nur hoffentlich werde ich dann nicht mehr so sehr leiden müssen...
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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:35    Titel:


*Tom's Sicht*
Ich steige zusammen mit Conny aus dem Bus aus. Denke mir 'Egal, was jetzt passiert, blos nicht umdrehen' und gehe schnurrstracks neben Conny her. Gott, mir ist soo schlecht... ich glaube, ich muss gleich kotzen! Wie Conny mir ihre Zunge in den Rachen geschoben hat... boah ney... was für ne Munddusche!!! Überall hab ich Sabber von ihr im Mund hängen! Sabber, um die mich wahrscheinlich sämtliche Jungs in der Schule beneiden werden, denn Conny ist dort mit Abstand das beliebteste Mädchen!!! Sie ist eine Stufe über mir, was mich nicht wirklich störrt und ist schon seit ner halben Ewigkeit hinter mir her. Also war es relativ naheliegend, dass ich mir Conny zur Scheinliebe genommen habe. Ich blicke Conny an, sie scheint glücklich... na wenigstens einer!!! Als wir händchenhaltend bei ihr zuhause ankommen, zerrt sie mich ins Wohnzimmer, in welchem ihre Eltern gerade sitzen und fernsehen. „Schau mal Mum, das ist Tom! Du kennst ihn bestimmt aus irgendwelchen Zeitungen oder Magazienen...vieleicht auch aus dem Fernsehen!“ erzählt sie ihrer Mum von mir... tolle Vorstellung! „Tut mir Leid Liebling, ich erinnere mich nicht...“ erwiedert ihre Mutter. „Ma!!! Das glaub ich ja jetzt wohl nicht! Tom und seine Band sind die besten Newcomer des letzten Jahres! Sie haben einen Preis nach dem anderen eingeheimst!!! Also wirklich... nun ja...wie dem auch sei...auf jeden Fall ist Tom jetzt mein Freund!“ sagt Conny überaus eingebildet, werft ihr Haar zurück und zieht mich dicht an sich heran, um ihre Aussage zu untermauern. Gott...wo ist das Bad? Ich muss mal eben kotzen!!! Alter... bin ich denn nichts weiter, als eine billige Vorzeigepuppe für die? Eine Trophäe, mit der man prima angeben kann, die aber ansonsten keine Rolle spielt. Verdammt...Ich hätte mir wohl doch lieber eine andere Freundin suchen sollen!!! „Liebling? Kommst du?“ fragt sie und zerrt mich mit aus dem Wohnzimmer. Sicher du Monster ich bin direkt hinter dir! Wenn Sie mich noch einmal 'Liebling' nennt, lang ich ihr eine. Ich will nicht, dass mir Irgendjemand solche bescheuerten Namen gibt...Nein! Niemand darf das...außer vielleicht du...ja, dein Liebling wäre ich gerne, doch dieser Wunsch wird wohl niemals in Erfüllung gehen!!! In Conny's Zimmer legen wir uns ins Bett und labern über irgendeine Freundin von ihr, die angeblich scharf auf Lion ist. Schlechter Geschmack, wenn man mich fragt! Seit der Sache im Alex sind Lion und ich irgendwie nicht mehr all zu gut aufeinander zu sprechen... Ich denke, dass ich einfach mit Bill rumgemacht habe, wird er mir wohl nie verzeihen!!!
Nach einer Ewigkeit wie mir scheint, nachdem Conny mich mit irgendetwas zugetextet hat, was ich leider nicht wirklich mitbekommen habe, da meine Gedanken schon wieder nur bei dir sind, entlässt sie mich aus ihren Fängen und erlaubt mir gnädiger Weise den Heimweg anzutreten. Als ich zuhause ankomme, ist irgendwas komisch... Mum und Tante Amy sitzen bedrückt im Wohnzimmer. Tantchen scheint Mum irgendwie beruhigen zu wollen. Ich störe diese Atmosphäre lieber nicht und gehe die Treppe hinauf zu meinem Zimmer, doch soweit komme ich erst gar nicht. Bine steht auf dem Flur und hämmert gegen Bills Tür. Was ist denn da los? Sie scheint irgendwie besorgt. „Biiiill...komm schon, mach die Tür auf!!!“ ruft sie und prügelt weiterhin auf die Tür ein. „Ey Bine...Was isn mit ihm?“ frage ich sie und trete näher an sie heran. „Ach...keine Ahnung, als wir Heim kamen, hatte er sich schon in seinem Zimmer eingeschlossen und will Patu nicht raus... ich glaub irgendwas stimmt nicht mit ihm!!! Und als wir ihn dann auf dich angesprochen haben, wo du denn wärst, ist er erst richtig ausgetickt! Sag mal...was war denn los zwischen euch?“ fragt sie mich. „Kein Plan... Lass mich mal versuchen!“ meine ich und schiebe Bine vorsichtig bei Seite. Dann wende ich mich deiner Tür zu und sage „Bill? Kannst du mich hören? Hey...was ist denn los mit dir?“. „Hau ab Tom!!! Ich will dich nicht sehen!“ brüllst du mir von drinnen entgegen. „Netter Versuch!“ sagt Bine und kloppft mir auf die Schulter. Mensch...was ist denn jetzt mit dir los? „Und nun?“ fragt Bine. „Keine Ahnung!“ gebe ich ihr als Antwort und blicke sie entschuldigend an. Nach weiteren 5 Minuten, in denen ich mich von dir zur Sau hab machen lassen, kommt Mum die Treppe hinauf und sieht uns etwas bemitleidend an. „Tja..wie's aussieht bekommen wir Bill da nicht so schnell wieder raus. Lasst es für heute gut sein Kinder... Wäre es möglich, dass ihr zwei euch für diese Nacht ein Zimmer teilt?“ fragt sie an Bine und mich gerichtet. „Sicher!“ antwortet Bine. Ich nicke nur und meine „Ja gut!“ Dann sagt Mum uns noch gute Nacht und Bine und ich verschwinden in meinem, dank Bill aufgeräumten Zimmer. „Mist...jetzt hab ich meinen Schlafanzug gar nicht!“ fällt Bine plötzlich ein. „Kein Problem, ich leih dir was!“ sage ich und halte ihr eines meiner Shirts hin. „Ich soll in einem Zelt schlafen? Aber...Ich hasse camping!!!“ sagt sie gespielt beleidigt. „Sehr witzig!“meine ich trocken und lege mich dann ins Bett. Bine folgt mir wenig später und murmelt sich dann in Bills Bettzeug ein. „Tom... Was ist da zwischen dir und Bill?“ fragt sie plötzlich. Ich drehe mich zu ihr um und versuche in der Dunkelheit ihr Gesicht zu erkennen, doch alles was ich sehe, sind diese Augen, die mich neugierig fixieren. „Was meinst du?“ frage ich sie überrascht. „Naja...also früher, da wart ihr ein Herz und eine Seele und jetzt... naja ich bin zwar erst seit zwei Tagen hier, aber ich hab das Gefühl, ihr benehmt euch irgendwie wie Fremde!!! Sag mir was passiert ist!“ fordert sie. „Nichts ist passiert...das bildest du dir blos ein!“ versuche ich sie abzuspeisen. „Tom... verarschen kann ich mich auch alleine!!! Verdammt... wir haben den größten Teil unserer Kindheit zusammen verbracht! Ich kenne euch Beide in und auswendig... Ich merke doch, wenn da was nicht stimmt! Also sag mir verdammt noch mal was los ist!!!“ sagt sie und beharrt weiterhin auf einer Erklärung. „Ach Bine...du würdest es ja doch nicht verstehen...“ sage ich gequält. Ich bin gerade mit mir selbst am kämpfen...soll ichs ihr erzählen? Einerseits möchte ich gerne mit ihr darüber reden... vielleicht könnte sie mir irgendwie helfen...andererseits... was ist, wenn sie völlig falsch reagiert und mich am Ende gar noch verpetzt??? „Versuch es mir wenigstens zu erklären!“ bettelt Bine weiter. „Maaaan... Du musst mir aber schwören, es Niemandem zu erzählen und... und du darfst dich nicht über mich lustig machen okay!?“ frage ich sie schüchtern, denn ich habe jetzt eine Entscheidung getroffen...
„Tom...bitte was denkst du denn von mir? Natürlich lache ich dich nicht aus!!! Und wenns um Geheimnisse geht, würd ich im Traum nicht drauf kommen, dich zu verpetzen...immerhin hättest du dann viel zu viel gegen mich in der Hand!“ antwortet Bine. Stimmt...ich habe wirklich einiges gegen sie in der Hand... immerhin könnte mir ja ausversehen rausrutschen, wie der Baseball wirklich in Omas Wintergarten gelandet ist und dort verherrende Spuren hinterlassen hat, oder dass Bine aus dem Secondhandladen eine Lederjacke mitgehen lassen hat... schon witzig...eigentlich hatten Bill und ich viel mehr ausgefressen als Bine... nur dass Bine leider Gottes so tollpatschig war und sich von uns bei allem erwischen lassen hat!!! „Also gut...“ beginne ich etwas zögerlich. Ich glaube so leise habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesprochen. „Ich... Ich glaube ich hab riesen Mist gebaut Bine...“ „Was denn?“ hackt sie nach. „Ich glaube, Ich habe mich bis über beide Ohren in Bill verliebt!!!“ flüstere ich und kneife die Augen zusammen. Habe Angst vor ihrer Reaktion. „Oh Scheiße... wie lange schon?“ fragt Bine. „Seit ca. einem halben Jahr...“ nuschel ich vor mich hin. „WAS? Seit einem halben Jahr? Und...du hast es ihm bis jetzt nicht erzählt?“ schreit sie plötzlich auf. Ich drücke ihr panisch die Hand auf den Mund und meine „Halt die Klappe Bine! Und vergiss nicht... Kein Wort zu NIEMANDEM!“ „Aber Tom... wie stellst du dir das vor? Ich meine...was soll denn nun aus euch werden?“ fragt sie. „Was aus uns werden soll? Na was schon? Gar nichts wird aus uns werden! Wir sind Zwillinge! Schon vergessen?“ entgegne ich. „Schon klar... aber... was willst du denn tun? Wenn du ihn doch nunmal liebst...“ sagt sie traurig. „Mensch Bine... Ich kann doch auch nichts dagegen machen... Ich muss irgendwie versuchen, meine Gefühle für ihn loszuwerden... und wenn das nicht klappt, dann muss ich eben versuchen, damit zu leben...“ antworte ich ihr traurig. „WAS? Sowas bescheuertes hab ich ja wirklich noch nie gehört!!! Du willst lernen, mit einem gebrochenen Herzen zu leben? So ein Quatsch!!!“ Jaja...Bine verstand es schon immer, einem die Realität nochmal knallhart vor Augen zu führen!!! „Ach und was soll ich bitte stattdessen machen?“ keife ich sie ungewollt an. Sie überlegt angespannt und kommt scheinbar auch zu keiner passenden Lösung. „Ich weis auch nicht so genau...aber ich finde, du musst es ihm sagen! Er hat doch irgendwie schon ein Recht darauf, es zu erfahren oder?“ meint sie schließlich. „Ein Recht? Pff... der soll sich um seinen eigenen Kram kümmern!!! Ich hab mir diese Scheiße hier eingebrockt, dann werde ich da auch alleine wieder rauskommen müssen!!!“ erkläre ich ihr. Dann herrscht Stille. Wir schweigen uns noch eine Weile an, bis ich das Gespräch endgültig für beendet erkläre und mich von Bine abwende. „Aber eins verstehe ich nicht ganz... wenn du Bill nie etwas von deinen Gefühlen erzählt hast, was ist denn dann mit ihm los?“ beginnt Bine wieder von neuem. „Ach weist du... wegen meiner Gefühle hab ich irgendwie immerwieder versucht, ihm aus dem Weg zu gehen und klar zu kommen, ohne ihn ständig um mich zu haben... dadurch ging bei uns irgendwas in die Brüche...weist du, es ist, als wäre dieses unsichtbare Band, was da mal zwischen uns bestand einfach zerissen... wir streiten auch oft in letzter Zeit... und ich glaube, dass ist alles nur meine Schuld... das liegt alles nur an diesen bescheuerten Gefühlen, die ich habe!!!“ erzähle ich ihr noch, bevor ich mir die Decke über den Kopf ziehe und ihr somit bedeuten will, mich in Ruhe zu lassen. „Ich finde, dann hat er erstrecht ein Recht darauf, alles zu erfahren... immerhin interessiert es ihn sehr wohl , warum er plötzlich seinen Bruder verliert!!!“ höre ich Bine noch sagen, bevor auch sie beschließt einzuschlafen...


*Bills Sicht*
Autsch...meine Augen brennen wie Nichts, als ich versuche, meine Lieder etwas zu öffnen. Ich lag bestimmt bis 3 Uhr Nachts wach und habe mir die Augen aus dem Kopf geheult. Ich ertrag es einfach nicht, dass du jetzt mit diesem Miststück zusammen bist! Was willst du denn blos von ihr? Was hat sie denn, was ich nicht habe? Ich schwöre dir, ich würde dich mehr lieben, als Irgendwer sonst es jemals könnte!!! Warum bekomme ich nicht die Gelegenheit dazu? Warum gibst du mir denn keine Chance? Langsam stehe ich auf und gehe ins Bad. Es ist bereits 9.23 Uhr also werde ich um Längen zu spät zur Schule kommen, doch das ist mir egal... in letzter Zeit ist mir alles egal... nichts ist noch wichtig für mich. Nur noch du...aber für dich bedeute ich nichts! Es scheint mir alles so sinnlos... was tut man denn blos, wenn man eines Tages aufwacht und plötzlich weis, dass man nichtmehr zurück kann!!!??? Denn egal, wie sehr ich es auch versuchen würde, tief in meinem Herzen beginne ich zu verstehen, dass ich dir niewieder der Bruder sein kann, der ich einmal war!!! Völlig egal,was nun passiert... es wird niewieder wie früher sein!!!
Als ich mich dann endlich auf den Weg zur Schule mache, ist das Haus bereits total verlassen. Die ersten drei Stunden habe ich verpasst und bis zur vierten habe ich noch ein wenig Zeit, also setze ich mich auf dem Schulhof auf eine der Tischtennisplatten, von welchen man einen perfekten Blick auf deinen Klassenraum hat. Du kritzelst irgendwas auf deinem Block herum und widmest dem Unterricht nicht ein winziges Stück deiner Aufmerksamkeit. Du siehst toll aus... ich bemerke erst jetzt, wie lang deine Dreads in letzter Zeit geworden sind. Sag mal, wo sollen die denn noch hin? Willst du dir die Dinger etwa bis zum *SPAM* Automatische Zensur wachsen lassen? Gott...wie gerne würde ich jetzt darein gehen und dich umarmen? Nach ein paar Minuten läutet es zur nächsten Stunde und ich muss mich von deinem Anblick trennen und in mein Klassenzimmer gehen. Toll...Ethik... na darauf hab ich ja jetzt mal überhaupt keinen Bock. Als ich den Raum betrete, sind alle Augen mal wieder auf mich gerichtet, doch ich habe schon vor langer Zeit gelernt, die anderen zu ignorieren. Nachdem ich mich auf meinem Sitzplatz niedergelassen habe, schiebt Herr Priester, unser Ethiklehrer, einen Fernseher in den Raum, zieht die Vorhänge zu und schaltet den Fernseher ein. Als ich die Überschrift des Filmes lese, verdreht sich mein Magen und meine Augen weiten sich erschrocken. „Inzest-Liebe in der Familie“ steht auf dem Bildschirm. Der Film handelt von verschiedenen Konstellationen, welche die Liebe zwischen Cousine und Cousin, Vater und Tochter und Bruder und Schwester beschreiben. Meine Situation wird in diesem Film leider nicht wiedergespiegelt... Am Ende wird noch eine intensive Kussszene zwischen Bruder und Schwester gezeigt. „Boah wie eckelig!!! Stellt euch mal vor, dass wäre Bill, die Schwuchtel mit seinem Bruder!!!“ ruft Thomas in die Klasse. Alle drehen sich zu mir um und geben ein lautes „Iiiieh“ von sich. Danke...nun weis ich wenigstens, was „Die Gesellschaft von meinen Gefühlen hält!“ Andy ist der einzige, der sich nicht zu mir umdreht und mich ärgert. Im Gegenteil, er steht auf und ruft quer durch die Klasse:“Halt's Maul Thomas! Nur weil du so ne perverse Sau bist und dich wahrscheinlich heimlich an deinen Bruder ranschmeißt, heißt das noch lange nicht, dass Bill auch so abartig ist!“ Autsch...das tat weh... dabei wollte Andy mir blos helfen. Unser Lehrer greift ins Geschehen ein und lässt uns eine Diskussion darüber führen, ob Inzest abstoßend ist. Ich glaube, so sehr musste ich noch nie in meinem Leben leiden! Die Idioten haben doch alle überhaupt keine Ahnung!!! In der Pause krame ich meinen I-Pod raus und dröhne mich mit meiner Stimmung angemesssenen Musik zu. Plötzlich sprühe ich ein sanftes tippen auf meiner Schulter. Ich drehe mich leicht herum und erblicke einen Jungen in Hip-Hop Klamotten, mit landen Dreads und einem Cap auf dem Kopf. „Hey Lion, was gibt's?“ frage ich und sehe ihm auffordernd in die Augen. „Alles klar soweit... Sag mal, hast du nicht Lust, heute Abend mit mir ins Kino zu gehen?“ fragt er und sieht mich bettelnd an. Oh Gott...was ist das denn für ein Blick? Der hat den ja genauso gut drauf wie Tom!!! Mann...die zwei hingen echt zulange miteinander rum! „Weis nich...“ meine ich und blicke auf den Boden. Eigentlich bin ich nicht in der Stimmung heute ins Kino zu gehen und außerdem kenn ich Lion doch kaum... alles was ich von ihm weis, ist dass er ab und zu mal kifft und der beste Freund meines Bruders ist. Andererseits hat er sich vor gar nicht all zu langer Zeit superlieb um mich gekümmert und ich hab ihn irgendwie echt gerne gewonnen. „Bitte Bill...Komm schon... sonst muss ich ja ganz alleine ins Kino! Stell dir doch mal vor, wie armselig das aussehen würde!!!“ sagt Lion traurig und schiebt seine Unterlippe vor. „Na gut! Meinetwegen komme ich also mit...“ stimme ich schließlich zu. Ich hatte ja eh nichts besseres zu tun. Dann machen wir noch die Zeit und den Treffpunkt aus und verabschieden uns voneinander. Die nächsten Stunden vergehen recht schnell. Ebenso wie der Nachmittag. So kommt es, dass ich schon bald vor dem Badezimmerspiegel stehe und mich aufstyle. Als Bine plötzlich ins Bad kommt grinst sie mich fett an. „Na!? Für wen machst du dich denn so schick?“ fragt sie und sieht mir dabei zu, wie ich meinen Eyeliner auftrage. „Ich hab heute Abend eine Verabredung!“ meine ich und strahle sie an. Ich freue mich irgendwie total auf den Abend mit Lion. Dann steckt auch Tom seinen Kopf zur Tür herein und will wissen um was es geht. „Mit wem hast du ein Date!?“ fragt er geschockt und sieht mich mit weitaufgerissenen Augen an. „Das geht dich überhaupt nichts an!“ antworte ich und wende mich wieder meinen Augen zu. „Jetzt sei doch nicht so...“ quengelst du. Ach...plötzlich eifersüchtig? „Was denn? Du hast es doch auch nicht für nötig befunden, mir von deiner ach so tollen Conny zu erzählen!“ keife ich dich an. Bine blickt von dir zu mir und schaut ziemlich bedröppelt aus der Wäsche. „Was? Du weist doch jetzt von ihr! Was hätte es dir denn da vorher gebracht?“ sagst du und ich merke, wie deine Stimmung langsam den Bach runter geht. „Du Genie! Dann kannst du ja auch abwarten, bis ich ihn mit nach Hause bringe!!!“ sprudelt es aus mir heraus. Verdammt...was erzähle ich hier eigentlich für eine Scheiße? Ich hab doch überhaupt nicht vor, Lion jemals mit nach Hause zu bringen, geschweige denn etwas mit ihm anzufangen!!! „IHN? Du hast ein Date mit einem Kerl?“ fragst du mich entsetzt. Naja...'Date' würde ich das ja nun nicht gerade nennen, aber egal! „Ja und? Was dagegen? Vielleicht werde ich ja noch zu so ner richtigen Schwuchtel!!!“ mache ich dich blöd an. Gott...was ist blos los mit mir? Warum keife ich dich so an? Ich habe doch eigentlich gar keinen Grund dazu. „WER? Bitte sag mir wer es ist!!!“ flehst du. Mensch...warum bist du denn so erpicht darauf? Ist es dir wichtiger zu erfahren, mit wem ich ausgehe, anstatt zu erfahren, dass ich Möglicherweise schwul bin? Na von dem Schock hast du dich aber schnell erholt... „Bill...WER?“ flehst du mich weiter an. Deine Augen sehen langsam so aus, als würdest du gleich anfangen zu heulen. Ich glaube, ich bin nicht der einzige von uns Beiden, der hier leicht am Rad dreht. „Maaann...ist doch jetzt echt egal!“ sage ich genervt und blicke dich abschätzend an. Du ziehst scharf die Luft ein und sagst dann: „Bitte, sag mir, dass es nicht Lion ist, mit dem du dich triffst!“ Ich blicke dich verwirrt an. Was ist denn bitte an Lion jetzt so schlimm? Ich dachte, er wäre dein bester Freund! „Und wenn es so wäre?“ frage ich dich schnippisch. „Nein...sag mir dass das nicht wahr ist!“ sagst du mit einem Zittern in der Stimme und weichst langsam zurück. Du spinnst doch! Was ist denn los mit dir? Hast du Angst, dass ich dir deinen Freund wegnehme? Ich blicke zu Bine, verstehe nicht wirklich, was daran so schlimm sein soll, doch sie wirft dir blos einen bemitleidenden Blick zu und nimmt mich gar nicht weiter wahr. „Ja es ist Lion!!!“ sage ich mit fester Stimme. Du blickst erschrocken auf und ich sehe noch, wie sich Tränen in deinen Augen sammeln. Dann rennst du aus dem Bad und knallst deine Tür zu. Na aus dir soll mal einer schlau werden... Ich für meinen Teil verstehe jetzt gar nichts mehr. Entschuldigend blickt Bine mich an und folgt dir dann aus dem Bad. Als ich zum Kino hetze, bin ich eine viertelstunde zu spät. Hoffentlich ist Lion nicht wieder weggegangen. Er hätte mir lieber seine Handynummer geben sollen... Doch ich habe Glück und er ist noch da. Traurig blickt er auf den Boden. Denkt wahrscheinlich, ich würde nicht mehr kommen. „Hey!“ sage ich, als ich direkt neben ihm stehe und muss mich erstmal auf meinen Knien abstützen und wieder zu Luft kommen, da ich so schnell gelaufen bin. „Gott...ich dachte schon, du kommst nicht mehr!“ sagt Lion und lächelt mich dann an. „Quatsch! Ich versetze dich doch nicht einfach so!“ verteidige ich mich und lächele zurück. Dann gehen wir zusammen ins Kino und schauen uns eine Mischung aus Horror und Actionfilm an. Nach dem Kinofilm lädt Lion mich noch zu sich nach Hause ein, aber ich winke ab, da es mir schon zu spät geworden ist und ich müde bin. Allerdings muss ich ihm versprechen, dass ich ihn am Wochenende besuchen komme und so gehen wir dann auseinander...
Als ich zuhause ankomme, ist im ganzen Haus bereits das Licht aus und ich schleiche mich vorsichtig die Treppe hinauf. Toll...jetzt darf ich wieder mit dir in ein Zimmer... hätt ich mich doch blos wieder eingeschlossen. Mein Herz schlägt im Akkord und ich weis gar nicht, was ich sagen soll, wenn du mich über Lion ausfragst. Gott ich hasse diese Gefühle!!! Als ich gerade deine Türklinke herunter drücken will, legt mir plötzlich Jemand die Hand auf die Schulter. Erschrocken drehe ich mich um und erblicke Bine hinter mir. „Ähm... Du sollst heute bei mir schlafen Bill!“ sagt sie und zieht mich von Toms Tür weg. „Warum denn das auf einmal?“ frage ich verwirrt und folge ihr in mein Zimmer. Als sie die Tür hinter mir wieder schließt, sieht sie mir traurig in die Augen und meint dann: „Weist du Bill...Tom hat gerade Besuch... Verstehst du!?“ Was? Nein...nein, das verstehe ich nicht...warum? Warum? Ich wünsche diesem Miststück die Pest an den Hals!!! Bis eben war ich noch so gut gelaunt und jetzt? Permanent machst du mir alles kaputt und das nur, weil ich dich so sehr lieben muss und du mich nicht mehr brauchst...
Bine verkriecht sich unter die Bettdecke und ich ziehe mich noch kurz um und lege mich dann neben sie. Toll... wir haben zusammen nur eine Decke, da Tom ja nicht dran gedacht hat, dass ich vielleicht auch eine brauchen würde! War ja klar...wieso sollte er auch an seinen Bruder denken? Wahrscheinlich hat er unlängst vergessen, dass er überhaupt noch einen Bruder hat!!! Ich will ,mir gar nicht vorstellen, dass diese Arschkuh da jetzt unter meiner Decke liegt! Aber noch weniger will ich mir vorstellen, dass sie mit dir unter deiner Decke liegt... Langsam sammelt sich salziges Wasser in meinen Augen...nein, bitte nicht... ich will nicht schon wieder deinetwegen weinen müssen. Doch ich kann nichts dagegen tun und so muss ich feststellen, wie sich schon bald eine erste einsame Träne ihren weg über meine Wangen bahnt. Doch sie bleibt nicht lange alleine, denn schon bald folgen ihr weitere. Sie rinnen über mein Gesicht und sterben auf meinen Lippen. Ein leises Wimmern verlässt meinen Mund und plötzlich spüre ich, wie Bine mir ihre Hand auf die Schulter legt. „Hey...Bill, was ist denn los mit dir?“ sagt sie leise. Ich wimmere nur weiter und bin nicht in der Lage, einen Ton von mir zu geben. „Ist es wegen Tom?...Hey, nun sag doch mal was!“ redet sie weiter auf mich ein. „Er macht alles kaputt!“ flüstere ich und merke, wie mein Herz sich schmerzhaft zusammenzieht. „Das will er doch nicht!“ sagt Bine wieder. Ja...vieleicht will er das nicht einmal, doch er tut es nunmal...er macht mir mein ganzes Gottverdammtes Leben kaputt!!! Mit einem Mal zieht Bine mich in ihre Arme und versucht mich zu trösten. Ich bin dankbar, dass sie da ist. Wäre sie nicht hier bei mir, dann würde ich wahrscheinlich jetzt zu dem Messer greifen, welches ich unter meinem Bett versteckt hatte. Im Schutz ihrer Arme, fühle ich mich so geborgen, dass ich trotz meines gebrochenen Herzens schon bald ins Land der Träume sinke... Irgendwann in der Nacht wird mein Schlaf immer unruhiger und ich schlage schließlich die Augen auf. Bines Kopf liegt auf meiner Brust und ihre Arme sind um mich geschlungen. Ich fühle mich total wohl bei ihr...schade, dass Bine nicht für immer bleiben kann...irgendwie schafft sie es, mir mein Leid wenigstens etwas zu nehmen. Plötzlich beginnt mein Magen zu rumorren... das giebts doch nicht...warum muss ich mitten in der Nacht nen Heißhunger bekommen? Naja...jetzt kann ichs auch nicht ändern, also raffe ich mich auf und schleiche runter in die Küche. Als ich die Küche betrete, bleibt mir fast das Herz stehen. Da sitzt sie... Eine unbändige Wut steigt in mir hoch. Wie sie da sitzt...so selbstgefällig hat sie sich an den Tisch gepflanzt und qualmt eine. Fühlt sich scheinbar direkt wie zuhause. Sie soll weg...soll sich erst gar nicht an dieses Haus gewöhnen. Plötzlich bleibt ihr Blick an mir hängen. Abschätzend blickt sie mich an. Geradezu so, als wäre ihr meine Gegenwart unerwünscht. Was bildet sie sich eigentlich ein? Langsam schlurfe ich zum Kühlschrank und angle mir einen Wackelpudding. Ich spüre, wie ihre Blicke jede einzelne meiner Bewegungen verfolgen. Warum stiert sie mich blos so an? „Is was?“ frage ich sie nachdem ich mich zu ihr an den Tisch setze und beginne meinen Pudding zu löffeln. „Nene... mir ist nur gerade aufgefallen, dass du eigentlich überhaupt keine Ähnlichkeit mit deinem Bruder hast... na bis auf die Augen und die Lippen vielleicht... aber ansonsten kann man gar nicht glauben, dass du der Zwilling von Tom sein sollst!“ sagt sie. Ach was... bin ich ihr nicht gut genug oder was? Gott am liebsten würde ich mich auf sie stürzen und meine Krallen an ihr wetzen, doch mein Verstand hält mich zurück. „Sag mal, was willst du eigentlich von Tom?“ frage ich sie auf einmal. Bin selbst ein bisschen geschockt darüber, diese Frage zu stellen, doch ich habe irgendwie das miese Gefühl, als wenn sie Tom nur ausnutzen würde. Conny zieht noch einmal an ihrer Zigarette, bevor sie antwortet: „Na Tom ist eben einer der beliebtesten Jungen an der Schule und da ist es doch meine Pflicht als beliebtestes Girl mit ihm zusammen zu sein! Wie würde das denn auch aussehen, wenn ich mit irgendsoeinem Hirnie zusammen wäre? Außerdem war Tom recht simpel rumzukriegen!“ Alter...Die Schlampe hat sie doch nicht mehr alle... Was fällt der Ziege ein, dich so mies zu benutzen? „Sag mal...soll das heißen, du benutzt ihn nur und hast nicht die geringsten Gefühle für Tom?“ frage ich sie leicht entsetzt. „Ja na und? Er lässt sich doch benutzen!!! Und ganz nebenbei denkst du doch nicht wirklich, dass es ihm anders geht! Dieser Kerl ist doch überhaupt nicht in der Lage, Liebe oder ähnliches zu empfinden!!!“ sagt sie schnippisch. Oh Gott...diese...diese... mir geht so vieles im Kopf herum, was ich jetzt am liebsten mit ihr machen würde, doch ehe ich mich versehe handelt mein Körper von ganz alleine und ich habe ihr eine gelangt. Geschockt sieht sie mich an. „Was fällt dir ein du Wixxer!?“ keift sie mich an und stürzt sich auf mich. Ich knalle samt Stuhl auf den Boden und ziehe sie mit runter. Verdammt tut das weh...das fühlt sich ja gerade so an, als hätte ich mir das Rückrad gebrochen. Ich ziehe sie an den Haaren von mir weg, da sie gerade wieder anfängt, mich zu attackieren. Plötzlich tritt sie mir in den Magen, woraufhin ich ihr so eine Backpfeife verpasse, dass sie mindestens zwei Meter zurückweicht und taumelnd zu Boden sinkt. Vielleicht war das etwas zu hart von mir, aber verdient hat sie das allemale!!! Wie kann sie es wagen, dich so schamlos auszunutzen? Auf einmal spüre ich eine Hand an meinem Nacken. Reflexartig drehe ich mich um und blicke direkt in das entsetzte Gesicht von Tom. „Sag mal spinnste oder was?“ fährt er mich wütend an. „Tom sie...sie nutzt dich die ganze Zeit blos aus!!! Merkst du das denn gar nicht?“ frage ich ihn verzweifelt. „Ja und? Das ist ja wohl mein Problem!!! Das geht dich überhaupt nichts an, verstanden!? Fass meine Freundin noch einmal an und es gibt richtig Stress, das verspreche ich dir!!!“ antwortet er und stößt mich aus der Küche raus. Ich wende ihm den Rücken zu und laufe hinauf ins Bad. Ich wollte ihm doch nur helfen... ihn vor dieser Schlampe beschützen... und nun? Er sieht es gar nicht, was ich für ihn tun wollte... er ist auf ihrer Seite...hört mir nichtmal zu!!! Und dann auch noch dieser Hass in seinen Augen...warum Tom? Denkst du denn etwa, ich will dir was böses? Warum Tom? Warum bedeutet sie dir mehr als ich? Warum bist du auf ihrer Seite??? Erneut bahnen sich heiße Tränen ihren Weg über mein Gesicht. Ich ertrage das einfach nicht länger! Warum tust du mir das an? Warum Tom? Mit vor Tränen verschwommener Sicht angle ich im Spiegelschrank nach einem kalten, kleinen Gegenstand. Als ich die Rasierklinge in der Hand halte, denke ich nicht weiter drüber nach... habe nur noch dein hasserfülltes Gesicht im Kopf. Sehe deine kalten Augen... ich kann nicht mehr!!! Wieder und wieder ritze ich mir in das dünne Fleisch an meinem Unterarm. Es beginnt stark zu bluten. Ich lasse mich vorsichtig an der Wand zu Boden gleiten und sehe meinem Blut dabei zu, wie es mehr und mehr aus meinen Adern fließt. Es brennt tierisch und ein höllischer Schmerz breitet sich in mir aus, doch nach kurzer Zeit scheint dieser Schmerz keine Qual mehr darzustellen, sondern ist einfach nur noch erlösend... Ich fühle mich plötzlich viel freier... habe macht über meinen Körper, über mein Leben...ich bestimme, ob es hier zuende ist oder nicht. Dieser Schmerz erscheint mir geradezu angenehm und ich möchte ihn noch länger auskosten...
Nach einiger Zeit wische ich mir das Blut vom Arm und versuche meine restliche Blutung mit Hilfe eines Verbandes zu stillen. Nein... hier ist es noch nicht vorbei!!! Deinetwegen werde ich mir mein ohnehin schon kaputtes Leben nicht nehmen...


*Tom's Sicht*
„Du Wixxer, was fällt dir ein?“ Geschockt reiße ich die Augen auf und blicke mich um. Das war doch gerade eben die Stimme von Conny oder? Das Bett neben mir ist leer... wo ist sie? Ich höre, wie ein Stuhl umgeworfen wird und kleine Schmerzensschreie von der Küche her kommen. Bill? Bist du das? Verdammt... was ist da unten los? Schnell springe ich aus dem Bett und renne hinunter zur Küche. Als ich an der Küchentür ankomme, bekomme ich gerade noch mit, wie Conny dich atakiert und du ihr eine Backpfeife verpasst. In deinen Augen stehen Tränen, welche bereit sind, jeden Moment ihr Versteck zu verlassen und an deinen Wangen herunter zu kullern. Was hat Conny mit dir gemacht? Warum schlägst du sie? Du hast doch noch nie Hand an ein Mädchen gelegt und es wäre dir wahrscheinlich nichteinmal im Traum eingefallen. Also was zur Hölle hat dieses Miststück mit dir gemacht, dass du derart ausrastest? Conny liegt am Boden und als sie mich sieht und du einen Schritt in ihre Richtung machst, sieht sie mich auffordernt und zürnend an. Sie hat ja recht... du hast sie geschlagen...wie wüde das bitte aussehen, wenn ich ihr nicht helfen würde? Obwohl ich denke, dass Conny diesen Schlag mehr als verdient hat, gehe ich zu dir, packe dich am Nacken und keife dich an, dass du ja nicht noch einmal meine Freundin anpacken sollst. In deinen Augen sitzt der pure Schreck und du wimmerst :“Aber Tom...sie benutzt dich doch nur!!! Merkst du das denn gar nicht?“ Oh Fuck... darum gings also... und so wie ich dich kenne, wolltest du mir wahrscheinlich nur helfen... Aber da sollst du dich doch nicht einmischen... das geht dich doch gar nichts an mein Engel... ich brauche Conny doch noch, denn was du nicht verstanden hast, ist dass nicht sie mich benutzt, sondern ich sie!!! Aber das darfst du niemals erfahren... denn sonst würde meine Deckung auffliegen... sonst würde ich wieder komplett entblöst mit meinen Gefühlen vor dir stehen. Also stoße ich dich leicht aus der Küche und sage: „Ja und? Das geht dich doch nichts an!!! Das ist alleine mein Problem!!!“ Du siehst mich verzweifelt an und läufst dann die Treppen hinauf. Bitte Engel... sei mir nicht all zu böse...bitte Engel hasse mich nicht für das, was ich dir da gerade angetan habe... aber glaube mir, es war besser so...
Conny widme ich keines weiteren Blickes und gehe wieder hoch in mein Zimmer. Du bist im Badezimmer zugange... ich hoffe du weinst jetzt nicht meinetwegen, doch eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass du es doch tust. Nachdem ich eingeschlafen bin, habe ich einen furchtbaren Traum... Du bist in meinem Traum und dann ist da auch noch Lion... ihr seid zusammen...er hat dich mir weggenommen...er hat gewonnen... mein Herz stirbt, als ich euch beiden zusammen sehe, wie ihr zärtlich eure Lippen aufeinander legt und euch küsst. Nein...bitte hört auf...es tut so weh... und niemand unternimmt etwas dagegen!!! Niemand hat etwas dagegen, dass ihr zusammen seid... nein, sie aktzeptieren es und freuen sich sogar für euch!!! Warum? Warum darf er dich lieben und ich dich nicht? Warum hasst Gott mich so sehr, dass er dich mir zum Bruder gemacht hat? Schweisgebadet wache ich auf. Wie ich feststellen muss ist es bereits kurz vor sieben, also wäre ich sowieso gleich aufgewacht. Conny ist verschwunden... besser so, ich weis nicht, wie ich heute morgen auf sie reagieren würde... alles was sie mir hinterlassen hat ist ein Zettel, auf welchem steht „Ich bin zuhause, dein Bruder macht mich krank! Sehen uns in der Schule, Conny“ toll sie schreibt nichtmal, dass sie drüber reden will, was gestern war... aber will ich das denn? Nein, eigentlich nicht... Ich gehe ins Badezimmer und beginne mich zu waschen. Ich fühle mich schonwiedermal schmutzig...diese ganze Lügerei macht mich so dreckig!!! Als ich fertig mit dem Zähne putzen bin, kommst du ins Bad. Du siehst furchtbar blass aus und unter deinen Augen zeichnen sich tiefe Ringe ab. „Alles in Ordnung?“ frage ich dich, doch du übergehst mich einfach und würdigst mich nicht eines Blickes. Verständlich...ich war echt ein reisen *SPAM* Automatische Zensur... Aber warum trägst du eigentlich schon am frühen Morgen ein Schweißband? Naja...egal... Um dich in Ruhe herumwerkeln zu lassen gehe ich zurück in mein Zimmer und ziehe mich um. Als ich hinunter gehen will um mir etwas zu essen zu machen packt mich plötzlich Jemand am Arm. Erschrocken drehe ich mich um und erblicke Bine. „Wielange willst du das noch machen? Du belügst ihn nach Strich und Faden und du verletzt ihn...sehr sogar!!! Hast du ihn heute morgen schonmal gesehen? Tom du musst endlich aufhören mit dieser Maskerade! Sei doch nicht so ein Feigling und steh endlich zu deinen Gefühlen!!!“ sagt sie. „Bine...tut mir leid aber... das ist meine Sache okay? Ich habe dir vertraut, also bitte misch dich da nicht weiter ein...es ist schon so schwer genug!“ antworte ich ihr und gehe hinunter zur Küche. Wie sie auf dem Treppenabsatz zusammensingt und flüstert „Aber ihr macht euch doch gegenseitig kaputt... ich will euch doch nicht verlieren!!!“ bekomme ich nicht mehr mit.
Später an diesem Tag, als wir in der Schule sind, sehe ich wie Lion auf dich zugeht... ihr scheint euch ja echt blendend zu verstehen... Gott, bitte lass es nicht zu, dass mein Traum wahr wird...das ertrage ich nicht... Lion schafft das, woran ich gescheitert bin... er sorgt dafür, dass du wieder Lachst! Es ist nur ein leises Lachen, doch du lachst!!! Er scheint dir den Kummer zu nehmen, den ich dir vor kurzem zugefügt habe... warum kann ich es nicht sein, dem du dein Lächeln schenkst? Weil ich es nicht wert bin? Weil ich dich zu sehr verletzt habe? Ich glaube ich bin es selbst schuld, wenn ich dich jetzt an ihn verliere...
Die nächsten Tage verbringst du viel Zeit mit Lion...ihr trefft euch oft und unternehmt viel miteinander. Auch Bine nehmt ihr immer öfters mit und habt zusammen spaß, während ich bei Conny bin und mich davor fürchte, die wichtigste Person in meinem Leben an meinen besten Freund zu verlieren...


*Bill's Sicht*
Immer öfter hängt Tom in letzter Zeit mit seiner Freundin rum, dabei könnte ich schwören, dass er haargenau weis, dass diese Schlampe ihn nur ausnutzt!!!! Aber was soll ich denn schon groß dagegen ausrichten? Immerhin hört er mir ja nichtmal zu!!! Aber das beschissenste an der ganzen Situation ist, dass er sich überhaupt nicht mehr um mich kümmert... Ich fühle mich irgendwie tierisch einsam so ganz ohne ihn. Meint er es diesmal etwa ernst mit dieser Conny? Sonst hatte er neben seinen ganzen Weibergeschichten doch immer Zeit für mich... warum hat er die jetzt nicht mehr? Liebt er Conny denn wirklich? Aber warum denn nur? Selbst wenn sie nicht seine Freundin wäre könnte ich ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass sie das größte Miststück auf der ganzen Welt ist! Ich verstehe das alles einfach nicht... Aber wenigstens habe ich Bine und Lion...ja Lion ist echt super... er ist immer total lieb zu mir und unternimmt viel mit mir und Bine zusammen. Bine mag ihn auch, die beiden haben sogar schon Handynummern ausgetauscht!!! Okay...ich hab seine Handynummer natürlich auch...
Tante Amy hat eine Wohnung gefunden... das heißt, dass Bine jetzt bald bei uns auszieht. Oh Gott...ich hab mich so an ihre Gegenwart gewöhnt, ich werd sie ganz bestimmt vermissen!!! Lion, Bine und ich wollen heute zum Phoenixcenter gehen. Das ist ein riesen Einkaufszentrum direkt am Bahnhof. Ähnlich wie die amerikanischen „Mall's“!!! Um 15.30 bin ich fertig angezogen und geschminkt und warte auf Bine. Nach weiteren 10 Minuten kommt sie dann die Treppe runtergesprungen. „Süß siehst du aus!“ sage ich und ernte ein strahlendes Lächeln von ihr. „Können wir dann los? Lion wartet bestimmt schon!“ sage ich und gehe zur Tür hinaus. Binne kommt mir hinterher gelaufen und wir setzen uns gemeinsam ins Bushäuschen. Als wir vorm Phoenixcenter ankommen, läuft uns Lion entgegen und begrüßt uns freudig. Gemeinsam gehen wir ins innere des Einkaufsparadieses und sehen uns um. Bine will zuerst zu Bijou Brigitte und so steuern wir den Schmuckladen an, in welchem allerhand schnickschnack herumliegt. Ein weißes Halsband mit einem Löwenkopf lächelt mich förmlich an und so versuche ich mir das Teil umzubinden, während Bine sich nicht entscheiden kann, welche Ohrringe ihr besser stehen. „Nehm die Orientalischen! Die sehen viel hübscher aus!“ rufe ich zu ihr rüber, während ich einen Kampf mit diesem Halsband austrage. Dieses Scheißteil will einfach nicht zu gehen. „Wart mal, ich helfe dir!“ höre ich Lion hinter mir sagen und spüre, wie seine Finger nach dem Halsband langen. Kurze zeit später habe ich das Halsband um und blicke ihn erwartungsvoll an. „Und? Wie seh ich aus?“ frage ich ihn. „Geil!" antwortet er und grinst mich an. Na dann nehm ich das doch gleich mal mit!!!! Ich stelle mich zu Bine in die Schlange, weil sie sich bereits dort eingeordnet hatte und ernte lauten Protest von den Leuten, die sich hinter Bine platziert hatten. Gott...müssen die sich so aufregen? Ist doch blos ein Halsband, was dazu kommt. Als wir bei Bijou Brigitte fertig sind gehen wir zum Newyorker rein und schnappen uns einige Teile, mit denen jeder von uns in einer der vielen Kabinen verschwindet. Wir starten hier also so eine kleine Modenschau und kommen alle gleichzeitig aus den Kabinen heraus um uns zu betrachten. Oh Gott...Lion in hautengem Netzshirt... ich glaub mir wird gleich schlecht!!! Wenn ich mir vorstelle, dass das Tom sein könnte, ojee... Bine im Mini mit bauchfreiem Spaghettitop...süüüß „Hey, sexy!!!“ meint Lion und pfeift ihr zu. Ich schmeiße mich gerade in eine Baggy und einen großen XXL Pulli, als ich plötzlich vor meinem Spiegelbild erschrecke. Oh gott...das bin ich nicht oder? „Hey Bill... jetzt komm raus und zeig dich!“ höre ich Bine nach mir rufen. „Vergiss es!“ antworte ich und will mich gerade wieder ausziehen, als ich zweistimmiges Gelächter höre und nach oben starre. Bine und Lion gucken von oben in meine Kabine rein. Die Beiden müssen sich wahrscheinlich auf die Bänke in den Kabinen nebenan gestellt haben. „Ey...das ist unfair! Geht weg!!!“ rufe ich, wobei ich bemerke, dass mir die Röte ins Gesicht steigt. Plötzlich vernehme ich das Geräusch eines Blitzes und blicke mich zu Lion um, welcher gerade auf das Display seines Handy's stiert und sich einen ablacht. „Hey...das hast du jetzt nicht wirklich gemacht oder?“ frage ich ihn verwirrt, doch alles was ich als Antwort bekomme ist ein fettes Grinsen, welches schon bald in haltlosem Gelächter ausatet...
Als wir Newyorker hinter uns gelassen haben schlendern Bine und ich vollbepackt durch die Gegend. Plötzlich beginnt mein Magen merkwürdige Laute von sich zu geben. Gott ist das peinlich!!! „Oje... da hat aber Jemand mächtig Kohldampf! Wie wär's mit MC-Doof?“ fragt Lion und lächelt mich an. Traurig senke ich den Kopf. Ich würde schon gerne zu MC-Donalds aber... „Kein Geld mehr...“ gebe ich leise von mir und blicke zu Bine. „Ich auch nicht!“ meint sie ebenfalls mit gedrückter Stimmung und schaut Lion entschuldigend an. „Ach...kein Problem!!! Dann lad ich euch eben ein!!!“ meint er und schubst uns in Richtung Mc-Donalds. „Oh wie lieb von dir!“ sagt Bine und gibt Lion einen Kuss auf die Wange. „Jaaaa...supi-lieb!“ stimme ich zu und ohne überhaupt zu realisieren, was ich gerade tue, verpasse ich Lion ebenfalls einen Kuss auf die Wange. „K...K...kein Problem...“ stottert Lion nervös und setzt sich an einen der leeren Tische. Ich setze mich gegenüber von ihm und Bine pflanzt sich neben Lion. Während des essens bemerke ich, wie Lion mich die ganze Zeit beobachtet. Irgendwie macht mich das ein wenig nervös, andererseits finde ich es auch toll, dass seine Aufmerksamkeit mir gilt...
Auf dem Heimweg begleitet Lion uns noch bis zur Bushaltestelle. Plötzlich fällt mein Blick auf Tom, welcher gerade vor unserer Haustür mit Conny steht. „Also...hat superspaß gemacht Lion! Ich muss schnell mal für kleine Mädchen... Mach's gut!!!“ ruft Bine und läuft ins Haus. Mein Blick ist immernoch auf Tom gerichtet. Diese Tussi schwärenzelt um ihn herum als wäre er eine Art Beute... verdammt...warum lässt er sich diesen Scheíß gefallen? „Hey...guck doch nicht so traurig!“ reißt Lion mich plötzlich aus meinen Gedanken und zieht mich in eine feste Umarmung. Ich lasse meinen Kopf auf seine Schulter sinken und merke, wie mir eine Träne aus den Augen läuft. Aber...halt mal...was passiert hier? Warum umarmt Lion mich so innig? Warum ist er eigentlich so lieb zu mir in letzter Zeit? Kann es sein... Hat er sich etwa in mich...verliebt? „Bill...“ sagt er ganz leise und sein Atem, welcher meinen Hals streift, löst eine Gänsehaut bei mir aus. „Bill...ich glaube, ich hab' mich in dich verliebt!“ spricht er seinen Satz zuende. Meine Augen weiten sich und ich bemerke, wie mein Körper unter seinen starken Armen plötzlich beginnt zu zittern. Was mach ich denn jetzt? Ich...ich liebe doch Tom...
Aus dem Augenwinkel erkenne ich, wie Tom gerade dabei ist Conny leidenschaftlich zu küssen. Er ist verloren für mich... und Lion ist so unglaublich nett... er... er liebt mich!!! Ich wünsche mir so sehr geliebt zu werden...ich will nicht mehr alleine sein... ich will mich nicht mehr jede Nacht einsam in den Schlaf weinen, wohlwissend, das meine Liebe einsam ist und keine Zukunft hat. „Bill?... Willst du mit mir zusammensein?“ ertönt Lions Stimme wieder dicht an meinem Ohr. Mein zittern wird stärker. Noch immer sehe ich den Kuss zwischen Tom und Conny... er liebt sie...sie und nicht mich...er wird mich niemals lieben... also fasse ich einen Entschluss und sage Tom 'Lebe wohl'... „Ja...“ antworte ich Lion auf seine gestellte Frage. Es war kaum mehr als ein Flüstern, doch er hat mich verstanden. Vorsichtig hebt er mit seinen Händen meinen Kopf an und besiegelt unsere Verbindung mit einen Kuss. Es tut weh...dieser Kuss schmerzt... warum musste es soweit kommen? Ich liebe ihn nicht... aber ich habe Angst vor dem alleine sein!!! Ich habe das Gefühl, ich begebe mich in die Fänge des Teufels... Diese Lüge wird ewig mein bleiben...diese Lüge nehme ich mit ins Grab. Lion vergib mir...ich liebe dich nicht, dennoch werde ich bei dir sein... ich weis, es ist eigensinnig aber ich brauche Jemanden, der mich hält... Ich will Lion nicht ausnutzen, er ist ein verdammt guter Mensch...aber ich brauche ihn! Meine Liebe kann ich ihm nicht geben, aber alles andere soll ihm gehören...


*Toms Sicht*
Nein...nein... Was tust du da? Bitte nicht, bitte hör auf damit! Lass das!!! Warum? Warum er? Bitte Bill, lass das... du tust mir weh! Bitte küss' ihn nicht! ICH liebe dich doch!!! Oh Gott...Ich Ertrag das nicht! Ich merke, wie mir plötzlich heiß und kalt zur selben Zeit wird. Vor Kälte beginne ich stark zu zittern und vor Hitze laufen mir erste Schweißperlen an der Stirn hinab. Plötzlich beginnt alles sich wie wild um mich zu drehen und meine Lider beginnen verdächtig zu flattern. Nur eine Frage geht mir immer und immerwieder durch den Kopf :“Gott...WARUM???“ Das nächste, was ich mitbekomme, ist wie um mich herum alles schwarz wird und ich in einen tiefen Abgrund falle...
„Tom... hey Tom, mach jetzt kein Scheiß! Los...komm schon, wach auf!!!“ höre ich Bine rufen. Vorsichtig öffne ich meine Augen und blicke mich verwirrt um. Ich liege im Wohnzimmer...auf der Couch... Wie bin ich hierher gekommen? Was ist denn überhaupt passiert? Und wo ist Bill... und Lion? Als ich Bine anblicke, runzle ich fragend die Stirn. „Was ist passiert?“ frage ich Bine verzweifelt. „Ich weis auch nicht so genau... Conny hat blos auf einmal angefangen zu schreien und als Simone und ich rausgekommen sind, da lagst du schon auf dem Boden und warst bewusstlos!“ erklärt sie mir. Aha...ich war also bewusstlos... aber warum? Was ist denn passiert? Hm... „Tom? Was war denn los, dass du einfach so umkippst? Ich meine... als ich mit Bill und Lion zurückgekommen bin, war doch noch alles okay...“ sagt Bine wieder. Bill... Lion... ach ja... stimmt, ich erinnere mich... Tränen beginnen meine Augen zu benetzen, als ich Bine in die Augen sehe. „Bine... sie...Bill und Lion...sie...sie haben sich geküsst!!!“ sage ich verzweifelt. „Was??? Spinnst du? Wann? Wieso???“ platzt es plötzlich aus ihr heraus. Ich schüttle nur traurig den Kopf und antworte dann : „Ich weis doch auch nicht warum... sie standen nur plötzlich da und...und ham sich geküsst... Wo ist Bill jetzt Bine?“ frage ich und blicke mich suchend um. „Er...naja...er war noch bis um fünf hier und dann...“ beginnt sie zu erzählen. „und dann?“ hacke ich nach. „Tom...er ist zu Lion gegangen...er will heute Nacht bei ihm pennen!!!“ Bines Worte treffen mich wie ein harter Schlag ins Gesicht. Nein... das ist doch nicht wahr!!! Geschockt Blicke ich Bine an und beginne dann jämmerlich zu weinen. „Tom... Warum hast du es ihm nicht gesagt?“ dringt ihre Stimme an mein Ohr. Warum nicht? Weil ich angst hatte... Angst vor dir, Angst vor deiner Reaktion, Angst dich zu verlieren, Angst mich mit dir einzulassen, Angst davor was die anderen sagen...Angst, angst, angst!!! Langsam rapple ich mich wieder auf und gehe zur Haustür. „Was ist eigentlich mit Conny?“ frage ich nocheinmal und drehe mich ein letztes Mal um. „Sie ist vor 2 Stunden gegangen...“ antwortet Bine und blickt mir hinterher. „Wo willst du jetzt hin Tom?“ fragt sie noch, doch alles ,was ich ihr antworte ist „Weg!“
Langsam schlendere ich die Landstraße lang in Richtung Busbahnhof. Auf dem Weg dorthin verlassen viele Tränen meine Augen und etliche Fragen schwirren mir durch den Kopf. Warum war ich blos zu feige, um dir die Wahrheit zu sagen? Warum habe ich nicht um dich gekämpft? Warum hast du dich in Lion verliebt? Warum habe ich mich überhaupt erst in dich verliebt? Was machst du jetzt gerade? Wirst du mit Lion... nein...schnell verwerfe ich den Gedanken wieder und stelle fest, dass ich bereits am Bahnhof angekommen bin. Und wie jetzt weiter? Wo will ich denn eigentlich hin? Ohne noch groß zu überlegen bin ich in den Bus Richtung Hauptbahnhof eingestiegen. Ich werde von einigen jungen Mädels aufmerksam gemustert, doch mich um ein Autogramm bitten tut keines. Als ich am Hauptbahnhof ankomme, bin ich genau so schlau wie vorher. Langsam lasse ich mich auf die Treppe fallen, welche zu den Bahnhofsschließfächern führt und beobachte das wilde treiben im Bahnhof. Plötzlich fällt mein Blick auf einen Jungen mit blauen, schulterlangen Haaren, der einem Anderen ein Päckchen zusteckt. Verdammt... wenn Junes mich hier sieht, dann bin ich gleich wieder voll im *SPAM* Automatische Zensur... Obwohl... kanns denn wirklich noch schlimmer werden? Auf einmal kommt in mir das starke Verlangen nach diesem Wundermittel auf, welches mir meine Sorgen und meine Schmerzen zu nehmen vermochte. Vielleicht ist es gar nicht so schlimm, wenn ich mich nocheinmal daran versuche... immerhin hast du dann ja auch was davon... so wie ich jetzt bin, bin ich dir doch nur ein Laster am Bein. Ich will, dass du glücklich bist... und wenn du das nur bei ihm sein kannst, dann werde ich das aktzeptieren... jedoch brauche ich Hilfe...erwarte nicht, dass ich so einfach über dich hinweg komme... alleine schaffe ich das nicht! Und wenn es diese Droge ist, die mir hilft, über dich hinweg zu kommen, dann ist es doch eigentlich gut so oder? Bevor ich weiter nachdenken kann, hat Junes mich auch schon bemerkt und stürmt freudig auf mich zu. „Hey Süßer!!! Da bist du ja wieder!!! Mensch ich hab mir schon richtig Sorgen um dich gemacht!“ sagt er und zieht mich in eine Umarmung. Gott... Ich hab das Gefühl, er ist schon total high... „Hey Junes...was läuft so?“ frage ich ihn etwas verunsichert. „Ach...nichts besonderes...ehrlich gesagt wird es in letzter Zeit immer schwerer etwas von dem Stoff unter die Leute zu bringen. Die Bullen lauern hier wie verrückt!!!...Aber sag mal, was geht denn mit dir Kleiner? Du siehst irgendwie gar nicht gut aus!“ sagt er und sieht mich ernst an. „Ach...geht schon... es ist nur...naja ich hab da Probleme mit Jemanden!“ sage ich und blicke bedrückt auf den Boden. „Ach ne...hat mein Süßer jetzt etwa Liebeskummer oder was?“ fragt er und hebt mein Kopf an, um mir in die Augen blicken zu können. Ich ziehe meinen Kopf wieder von ihm weg und fahre ihn an: „Das geht dich nichts an!“ „Ach...nun sei doch nicht so muksch...vieleicht kann ich dir ja helfen!?“ erwidert er, doch ich blocke direkt ab: „Wie willst du mir denn bitte helfen? Er liebt einen Anderen und daran dürftest du jawohl herzlich wenig ändern können!!!“ „ER??? Ach was...heißt das etwa, du bist scharf auf einen Kerl? Na DAS hätte ich ja jetzt mal gar nicht gedacht... wie siehts aus Süßer...meinst du, ich hätte ne Chance bei dir?“ fragt er mich und verpasst mir einen heftigen Stoß gegen die Schulter. „Maaan...Alter, ich bin doch nicht schwul oder so!!! Es...es ist nur dieser eine...er ist einfach etwas ganz besonderes...und jetzt...jetzt ist er bei einem Anderen! Ach scheiße mann...ich weis einfach nicht, was noch machen soll!!!“ sage ich verzweifelt und merke, wie meine Unterlippe schonwieder heftig zu zittern beginnt. Nein...nicht schon wieder... ich reiße mich krampfhaft zusammen, was dazu führt, dass ich nun am ganzen Körper zittere. Plötzlich packt Junes mich an den Oberarmen und drückt mich fest an sich heran. Nein... Ich mag das nicht...lass mich! „Hey Kleiner... schon gut... ey komm nun reiß dich mal zusammen! Brauchst du Stoff? Dann geht's dir sicherlich sofort besser...“ sagt er und versucht mich zu beruhigen. „Ich... ich weis nicht... scheiße, wegen diesem Scheißzeug hätte ich ihn fast umgebracht!!!“ schluchze ich verzweifelt. „Ach komm... das war bestimmt nur ne Überdosis... Wenn ich das mache, dann schwör ich dir, dass es geil wird okay?“ fragt Junes und sieht mich eindringlich an. Ach Scheiße...was solls!!! Mit einem Nicken stimme ich ihm zu und verschwinde dann zusammen mit Junes auf eine der öffentlichen Toiletten, wo er mir den Dreck in die Vene spritzt. Er hatte Recht, es wurde mit einem Mal wirklich alles besser... Aber zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, was diese Droge wirklich aus einem Menschen machen konnte...
Was diese Droge aus mir machen würde...


*Bill's Sicht*
Was ist blos los mit dir in letzter Zeit? Seitdem Bine und Tante Amy vor drei Wochen bei uns ausgezogen sind, hast du dich total verändert. Was ist nur aus dir geworden? Und vor allem... Wer ist aus dir geworden? Du bist in letzter Zeit einfach nicht mehr mein Bruder... nicht mehr der Tom, den ich einmal gekannt habe... nicht mehr der Tom, in den ich mich verliebt habe!!! Du hast dich äußerlich und innerlich total verändert. Machst mir Angst mit deinem Verhalten. Den Alkohol hast du zwar vor langer Zeit schon aufgegeben und auch Kiffen tust du nicht, aber was ist es dann, was dich so verändert hat? Hast du etwa wieder begonnen, zu drücken? Aber selbst, als du gedrückt hast, warst du nicht so... was verdammt nimmst du, dass du mir so fremd wirst? Deine rosige Babyhaut, die ich so sehr an dir geliebt habe ist verschwunden... Täglich hast du tiefe Augenränder, hast blasse Haut, so weis wie Schnee, isst nichts mehr und kommst teilweise erst weit nach Mitternacht Heim. Zur Schule gehst du schon seit einiger Zeit nicht mehr... Vor drei Tagen hat unsere Schulleitung zuhause angerufen und sich nach dir erkundigt. Mum ist total ausgerastet...so habe ich sie im Leben noch nicht gesehen... Am nächsten Morgen hat sie dich persönlich zur Schule gebracht, doch bereits nach der ersten Stunde bist du wieder abgehauen. Dann hat sie dir Stubenarrest gegeben und dich sogar in deinem Zimmer eingesperrt, doch du bist durchs Fenster geflüchtet... Mum ist verzweifelt, weis nicht mehr weiter... und ehrlich gesagt, ich weis es auch nicht!!! Ich mache mir so unglaubliche Sorgen um dich... wie ist es möglich, dass ein Mensch sich in so kurzer Zeit so sehr verändert???
„Bill...Tom... KOMMT IHR BITTE SOFORT HIERHER!!!“ ertönt plötzlich die Stimme unserer Mum. Sie klingt aufgebracht und geschockt... was ist denn jetzt schon wieder passiert? So schnell wie möglich renne ich die Stufen hinunter und bleibe im Wohnzimmer vor ihr stehen. Du hälst es anscheinend nicht für nötig, ihrer Aufforderung nach zu kommen. „TOM VERDAMMT, BEWEG DEIN *SPAM* Automatische Zensur HIER RUNTER!!!“ schreit sie wütend zu dir hinauf. Oh Gott... sie ist tierisch wütend... sie zittert vor Anspannung und hat die Hände zu Fäusten geballt. Was zur Hölle ist blos geschehen? Langsam schlurfst du die Treppe herunter. Dein Blick schweift in der Ferne, jeder Funke Lebendigkeit scheint aus deinem Körper verschwunden zu sein. Teilnahmslos stellst du dich zu uns, legst deinen Kopf auf deine Schulter und wartest darauf, dass Mum das Wort ergreift. „Also... Ich weis nicht wer von euch es war... oder warum... ehrlich gesagt interessiert der Grund mich auch herzlich wenig... aber ich möchte gerne wissen, wie es dazu kommt, dass von unserem Erspartem 500 Euro verschwunden sind!!!“ fragt sie mit zittriger Stimme. Geschockt sehe ich dich an. Das hast du nicht wirklich getan oder? Du hast doch nicht allem ernstes unsere eigene Mutter bestohlen!!! „Tom...“ Geschockt flüstere ich deinen Namen. Doch Mum bekommt es mit. Ehrlich gesagt denke ich, dass sie von Anfang an wusste, dass du es warst, denn all die Zeit haftet ihr Blick auf dir. Sie brauchte diese Bestätigung nicht... dennoch veranlasst sie meine Reaktion dazu, wieder das Wort zu ergreifen. „Tom...wie...wie konntest du? Wozu um Gottes Willen hast du 500 Euro gebraucht?“ fragt sie dich, während die erste Träne ihre Augen verlässt. Dein Blick bleibt in der Unendlichkeit. Keinen Muskel bewegst du. Erst als sie dich an der Schulter packt, weichst du einen Schritt zurück, siehst sie zornig an und schreist: „JA...Ja verdammt ich habe es genommen und wozu geht dich einen verdammten Scheißdreck an!!! Du kannst es mir ja die nächsten Jahre vom Taschengeld abziehen wenn du willst!!!“ fährst du unsere Mulm an. Ich glaube das einfach nicht... Was tust du da? Wie kannst du nur so mit unserer Mum sprechen??? Ich bin mir sicher, es ist eine Kurzschlussreaktion, als Mum plötzlich auf dich zugeht und dir eine scheuert. Sie wollte das bestimmt nicht... hat uns noch nie geschlagen und hatte es auch nie vor. Mit hasserfüllten Augen siehst du sie an und läufst dann zum Flur hinaus. Das letzte, was wir noch von dir hören, ist wie die Haustür mit einem lautem Knall ins Schloss fällt. Dann ist es ruhig... Du bist fort... Fast zeitgleich mit dem knallen der Tür sinkt Mum zu Boden. Vor meinen Augen bricht sie zusammen. Beginnt unaufhörlich zu weinen und schlägt mit den Fäusten auf den Boden ein. Mein Herz blutet... was hast du nur getan? Warum zerstörst du unser aller Leben? Langsam lasse ich mich zu Mum auf den Boden sinken und nehme sie in den Arm. Ich versuche sie zu beruhigen, doch es will mir einfach nicht gelingen. „Bitte Mum... bitte hör doch auf zu weinen...“ sage ich verzweifelt und hoffe, dass sie mir meinen Wunsch erfüllt. „Warum?... Bill warum ist Tom nur so geworden? Was ist mit ihm passiert? Du bist doch sein Bruder... du musst doch wissen, was mit ihm los ist! Bitte...bitte sag es mir Bill!!!“ schluchzt sie verzweifelt. Nun füllen sich auch meine Augen mit Tränen. Mum...vergib mir, doch ich kenne meinen eigenen Bruder nicht mehr... habe meinen Zwilling verloren, finde den Pfad nicht mehr, der mich sonst immer zu ihm...zu seinem Herz geführt hat. „Mum...ich kann dir nicht helfen... ich versteh' es doch selbst nicht!“ antworte ich verzweifelt. Lange sitzen wir noch so da, bis Mum sich irgendwann erhebt und mit dem Telefon im Schlafzimmer verschwindet. Wen wird sie jetzt wohl anrufen? Auch ich verlasse das Wohnzimmer und gehe hinauf in mein Zimmer. Lege mich auf mein Bett und denke nach... versuche den Grund für deine Verwandlung zu finden. Stunden liege ich hier rum, bis ich endlich eingeschlafen bin. Am nächsten Morgen gehe ich hinunter, um nach Mum zu sehen. Rauchend sitzt sie am Küchentisch und ich bemerke, wie ihre Unterlippe zittert. „Wo ist Tom?“ frage ich sie mit leiser, ängstlicher Stimme. Weis, dass du die Nacht nicht nach Hause gekommen bist... „Ich weis es nicht!“ sagt sie, wobei sie sich stark zusammenreißen muss, um nicht wieder zusammen zu brechen. „Du musst heute nicht zur Schule... ich habe bereits mit deinem Klassenlehrer gesprochen!“ fügt sie dann noch hinzu und steht dann auf um den Küchentisch zu decken. Als sie gerade die Teller aus dem Schrank holen will, fallen ihr diese aus der Hand und zerschellen mit einem lauten Knall auf dem Boden. Tränen strömen ihr über die Wangen und sie bückt sich nach den Scherben. Schnell gehe ich zu ihr und nehme sie wieder in den Arm. „Verdammt... Verdammt, ich bin eine schlechte Mutter! Sieh dir nur an, was ich getan habe!!! Ich...ich habe meinen Sohn nicht beschützen können, vor dem was er nun ist... ich habe es zugelassen, das mein Baby sich selbst zerstört!!!“ schreit sie, während sie von etlichen Schluchzern unterbrochen wird und ihre Tränen mein Shirt benetzen...
Drei Tage lang lässt du dich nicht zuhause blicken. Niemand weis, wo du bist... Gerade ist Mum dabei, sich ihre Jacke über zu werfen und will zur Polizei, doch just in diesem Moment klingelt es an der Haustür. Mum dreht sich um, öffnet die Tür und das, was wir dann sehen, lässt uns beiden den Atem stocken. Denn vor der Tür stehst du. Doch du bist nicht alleine... links und rechts wirst du an den Armen von zwei Polizisten festgehalten. Mum dreht sich geschockt zu mir um, weis nicht, was sie tun soll. Ich erwidere ihren Blick nur Kopfschüttelnd und signalisiere ihr, dass auch ich mit dieser Situation überfordert bin. „W...Was ist denn passiert?“ fragt Mum die Polizisten verwirrt. „Ich denke, es ist besser, wenn sie uns erst einmal hereinlassen!“ antwortet einer der Polizisten, woraufhin Mum die Beiden hereinbittet und in die Stube dirigiert. Du reißt dich von den Beamten los und flüchtest auf dein Zimmer. Was hast du nur angestellt Tom? Ich habe Angst... „Was hat mein Sohn angestellt?“ spricht Mum die Frage aus, die mir im Kopf herumschwirrt. „Nun... ich weis, es muss eine schockierende Nachricht für sie sein, doch wir haben ihren Sohn dabei erwischt, wie er eine nicht unerhebliche Summe Geld aus einer Kasse im Supermarkt stehlen wollte! Die Kasse war zu dieser Zeit nicht besetzt und ihr Sohn schien dies geradezu für eine Einladung zu halten...“ Mum bleibt vor Schock der Mund offen stehen und auch ich kann nicht fassen, was ich da höre. „Der Geschäftsführer hat ihren Sohn bereits in der Geschäftsstelle angezeigt und er wird demnächst zu einer Anhörung bei Gericht vorgeladen werden!“ erklärt uns der Polizist wieder. Oh mann...was du dir dieses Mal geleistet hast, war echt hammermäßig!!! Wie konntest du es nur soweit treiben???
Die Anhörung vor Gericht folgte eineinhalb Wochen später. Du wurdest verurteilt und hast 3 Monate Bewährung bekommen. Verdammt, Tom, jetzt leiste dir blos nicht noch sowas, sonst darf ich dich demnächst hinter schwedischen Gardinen besuchen kommen...
Ich habe jetzt schon so oft versucht, wieder mit dir zu sprechen, doch du schottest dich komplett ab und lässt Niemanden an dich ran... Was soll ich denn blos tun? Warum meidest du den Kontakt zu mir? Wohin führst du uns? Denn ob es dir klar ist oder nicht, mit deinem Verhalten zerstörst du nicht nur dich, sondern auch mich...
Als mein Handy klingelt, ist es Lion, der an der anderen Leitung hängt... er ist es auch, der mich immerwieder auffängt, wenn ich von dir in dieses unendlich tiefe Loch geworfen werde und keinen Ausweg in meinem Leben finde. Lion fragt, ob ich zu ihm komme und ob ich über Nacht bleibe. Natürlich sage ich zu... ich brauche ihn... er muss mir helfen, sonst gehe ich kaputt an dir...
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Michi



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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:37    Titel:


*Tom's Sicht*
Die Anhörung vor Gericht verlief weitesgehend recht unspecktakulär. Ich hatte mich ja zuvor schon mit der Anwältin meiner Mum zusammengesetzt und wir sind mögliche Konsequenzen durchgegangen, welche diese Verhandlung für mich haben könnte. Letztendlich habe ich 3 Monate Bewährung bekommen und Mum's Anwältin hat mich förmlich angebettelt, dass ich mir in nächster Zeit nichts mehr zu Schulden kommen lasse, da ich sonst im Jugendknast eine Haftstrafe abzusitzen hätte. Mir persönlich wäre es egal, wenn ich in den Knast gehen müsste... Ich meine was solls? Vielleicht ist der Knast sogar die letzte Möglichkeit für mich, um wieder von den Drogen wegzukommen... Denn so leichtfertig und naiv, wie ich zu Anfang sagte, dass ich jederzeit mit dem Heroin aufhören könnte, bin ich jetzt nicht mehr... im Gegenteil! Inzwischen ist es nicht mehr blos das Heroin, welches ich alle 5 Stunden brauche... nein, mitlerweile nehme ich auch noch Koks! Warum ich mit dem Koks angefangen habe? Naja... weil mein Körper bereits so zerstörrt ist, dass ich kaum noch freie Stellen in meinen Venen an Armen und Beinen habe, ohne höllische Schmerzen beim Einstich zu spüren!!! An die übrigen Venen traue ich mich nicht heran. Junes sagt, er hat sich das Heroin sogar schonmal in die Zunge gespritzt, doch das ist mir zu gefährlich! Dafür fürchte ich mich dann ja doch ein wenig. Aber das Koks gibt mir einfach nicht den gleichen Kick, den mir das Heroin gab... Ich meine, beim Heroin hatte ich dieses unglaublich geile Gefühl, welches mich auf Wolken schweben lies...aber mittlerweile brauche ich das Heroin beziehungsweise das Koks, welches eine noch geringere Wirkung hat, nur noch dazu, um mich ganz normal zu fühlen, denn ohne Drogen bin ich nur noch ein klumpen Dreck, unfähig, irgendwelche „normalen“ Handlungen zu vollziehen. Junes sagt, ich gehöre zu den so genannten „Death- Junkies“, das bedeutet im Klartext, dass ich in kürzester Zeit so viele Drogen konsumiere, dass mein Körper diese nicht mehr schnell genug abbauen kann und ich früher oder später daran krepieren werde! Verdammt... klar habe ich Angst zu sterben, wer hat das bitte nicht!? Aber ich fürchte, meine Angst zu Leben, ohne die Drogen, ist noch um einiges größer!!! Völlig von den Drogen weg zu sein, würde für mich bedeuten „Schwach“ zu sein... oder eher „Hilflos“ denn die Drogen sind zu einer Art Stütze für mich geworden. Sie helfen mir, mit meinem verfickten Leben wenigstens etwas besser klar zu kommen. Vielleicht ist es „traurig“ oder „schlimm“, dass ich so denke, aber manchmal ist man nunmal einfach nicht stark genug, um schwach zu sein...
Aber der Aspekt der Hilflosigkeit ist inzwischen nicht mehr mein einziges Problem, denn mittlerweile muss ich mir eingestehen, dass ich nun vollends abhängig bin!!! Mehr als 5 Stunden ohne Stoff halte ich nicht aus... und dabei meine ich nicht meine Psyche, denn sobald ich über die 5 Stunden drüber bin, beginnt mein Körper grauenhaft zu zucken, ich bekomme Schweißausbrüche und sämtliche Fasern meines Körpers verkrampfen sich... Am besten kann man dies nachvollziehen, wenn man sich einen Wadenkrampf vorstellt... das ist eine äußerst schmerzhafte Sache... und bei einem Entzug ist es so als hätte man genau diesen Schmerz im ganzen Körper!!! Einfach überall!!! Es tut so höllisch weh, dass man es kaum aushalten kann. Deshalb kann ich auch nicht so einfach wieder damit aufhören... Ob ich das je können werde? Ich habe so unglaubliche Angst vor diesen Schmerzen... und vor dieser kalten, grausamen Welt, ohne Drogen... Mum leidet furchtbar wegen mir... ja ich weis... und sie tut mir auch so unglaublich leid! Ich habe auch schon daran gedacht, einfach abzuhauen, um ihr ihren Kummer zu nehmen, doch für mich gibt es keinen anderen Ort, an den ich sonst gehen könnte! Es ist sogar schon soweit gekommen, dass ich sie bestohlen habe, um an Geld für meinen Stoff zu kommen... Aber unsere Ersparnisse haben nicht für lange Zeit gehalten. Also bin ich hin zu Junes und hab' ihn gefragt, wie ich an Kohle für den Stoff kommen könnte. Er sagt, ich sollte auf den Strich gehen...das wäre der übliche Weg für Junkies... ein Stricher werden... mit meinem Gesicht würde ich viel Kohle machen können... Der hat sie doch nicht mehr alle!!! Ich schlafe doch nicht für Geld mit anderen Frauen... oder gar mit Männern...nein, im Leben nicht!!!
Für mich bestand also die einzige Möglichkeit, um an Kohle zu kommen, darin, kriminell zu werden und mir das Geld zusammen zu klauen... aber wohin mich das geführt hat. Kann man ja sehen...
Plötzlich geht das Telefon und reißt mich aus meinen Gedanken. Ich reiße geschockt meine Augen auf und blicke mich irritiert um. Wo bin ich? Was ist passiert? Verwirrt blicke ich mich um und muss nach einiger Zeit feststellen, dass ich mich in meinem Zimmer befinde und auf meinem Bett liege. Ein weiteres Mal schrecke ich hoch, als ich höre wie du laut aufschreist: „NEIN!!! DAS KANN ER NICHT MACHEN!!! DAS IST NICHT WAHR!!!!“ Dann vernehme ich lautes Getrampel auf der Treppe und werde nervös. Was ist da blos los? Wer hat da angerufen... und was hat dieser Jemand gesagt, dass du so aus der Haut fährst??? Genervt schleife ich mich aus meinem Bett und trete auf den Flur. Dort werde ich fast von dir umgerannt, doch du kommst gerade noch rechtzeitig zum stehen und der Blick, den du mir zuwirfst, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Purer Hass spiegelt sich in deinen Augen wieder. Ich verstehe nicht ganz... Was ist los mit dir? „Was...“ beginne ich, doch du fängst schon an lauthals zu brüllen: „DU MACHST ALLES KAPUTT!!! ICH HASSE DICH!!!!“ Dann rennst du an mir vorbei, in dein Zimmer und lässt mich geschockt auf dem Flur zurück. Jetzt verstehe ich noch weniger als vorher, was hier passiert ist, also gehe ich langsam die Treppe runter und blicke mich suchend nach meiner Mum um. Vielleicht weis sie mehr...
In der Stube sitzt sie vor dem Zeitboard zusammengekauert an der Erde und hält ein Foto in der Hand. Ich kann nicht genau erkennen, was auf dem Foto abgebildet ist, doch so wie sie es hält und schon fast flehend darauf blickt, so sieht sie unglaublich gebrochen aus. Sie geht kaputt, wenn das so weitergeht... geht kaputt an mir!!! „Mum?“ frage ich vorsichtig, fast zaghaft... Sie hebt ihren Kopf, blickt ins leere, sieht mich nicht an. Zu groß ist die Angst vor dem, was sie sehen wird, wenn sie mir in die Augen blickt... „Mum, wer... wer war denn am Telefon?“ frage ich sie. Fühle mich schuldig....so verdammt schuldig!!! Ihr Kopf senkt sich, sie blickt gen Boden. „Es war David...“ eine Träne verlässt ihre Augen...“Tokio Hotel gibt es nicht mehr... die Auslandstour ist abgesagt... die Zukunft der Band steht in Scherben, sagt er...“
Nein! Was sagt sie da? Das kann doch nicht wahr sein... das kann David, unser Produzent doch nicht machen.... Oh bitte nein! Was mach ich denn jetzt blos? Verdammt... das ist alles nur meine Schuld... Bill, ich habedeinen Traum... nein, dein komplettes Leben zerstörrt!!! Oh Gott, nein, bitte nicht... Was habe ich nur getan??? Verzweifelt reiße ich die Haustür auf und laufe ein weiteres Mal vor meinen Problemen davon. Mein Weg führt mich wieder einmal zum Bahnhof. Junes... er muss mir einfach was geben... Ich halte das so nicht mehr aus!!! Egal, was er verlangt...ich brauche den Stoff...
ICH HABE DEIN LEBEN ZERSTÖRRT!!! Ob du jemals wieder mit mir reden wirst? Ob du jemals in der Lage sein wirst, mir zu verzeihen? Ich glaube nicht... Oh Gott...was soll ich nur machen? Bitte Bill, versteh doch...ich brauche dich...ich liebe dich... Bitte verlass' mich nicht!!! Ich habe so unglaubliche Angst, dass du mich nie mehr wieder sehen willst...
Nach einer halben Stunde stehe ich wiedereinmal vor Junes.... scheiße ey... ich weis, dass dieser Dreckskerl mich zerstörrt und dennoch führt mein Weg mich wieder und wieder zu ihm... Verzweifelt bitte ich ihn um Stoff, doch er verweht es mir. Zu oft schon hat er mir einen Vorschuss gegeben und nun stehe ich schon wieder ohne Kohle vor ihm. „Bitte Junes... ich tu auch alles, was du verlangst, aber bitte gib mir dieses verdammte Scheißzeug!!!“ flehe ich. Lange und durchgehend sieht Junes mich an, bevor er seinen Mund öffnet und mir antwortet: „Schlaf mit mir!“..





DARKLIME





*Bill's Sicht*
Tom...warum? Warum bist du nur so geworden? Ich kenne dich nicht mehr... Du bist nicht mehr der Bruder, der du einmal warst... Bist nicht mehr mein Tom!!! Was hast du gemacht mit meinem Bruder??? Bitte...verschwinde und gib mir meinen alten Tom zurück!!! Ich vermisse ihn...vermisse ihn so sehr... wo ist der Junge hin, in den ich mich verliebt habe?
Heute Nachmittag hat David, unser Produzent, angerufen. Er hat gesagt, Tokio Hotel würde es nicht mehr geben... die Plattenfirma hätte unseren Vertrag gekündigt und das ach so toll gelobte Produzententeam aus Hamburg sehe sich nicht mehr in der Lage, uns weiterhin zu unterstützen, da sie weder an uns noch an unsere Sache glauben können. Er hat so viel gesagt...hat so lange um den heißen Brei herum geredet... dabei war doch eigentlich alles, was er gesagt hat 'Tom's Drogenprobleme sind schuld' aber nein... DAS sagt er natürlich nicht!!! Muss er auch gar nicht, ich weis es ja auch so...
Was mach ich jetzt nur? Die Musik war doch alles, was ich hatte... Mein ganzes Leben lang habe ich nur gelebt, um zu singen... und nun? Nun hast du mir genau DAS genommen... Wie konntest du mir das nur antun? Du hast meinen Traum...nein, UNSEREN Traum zerstört!!! Merkst du das eigentlich noch? Spürst du, was du mir antust? Oder...oder hast du schon längst vergessen, was es heißt zu leben?
Weinend wälze ich mich nun schon seit Stunden auf meinem Bett hin und her. Weis nicht, was mich mehr fertig macht, dass du mir alles genommen hast oder dass die Drogen mir dich genommen haben...
Nach einiger Zeit setze ich mich auf, gehe zum Fenster, öffne es und und lasse mich davor auf die Knie sinken. Meine leeren Augen blicken hinaus zum Himmelszelt und fixieren den Mond. Die stille und kalte Nachtluft umfließt mich...lässt mich meine Einsamkeit spüren... Der einsame Mond dort oben ist wie ein Spiegelbild meiner Seele. So viele Sterne, die ihm Gesellschaft leisten, doch Niemand, der so ist wie er. Niemand, der ihn versteht... ihm seine Einsamkeit nimmt... Im Gegensatz zu dem Mond habe ich jedoch geglaubt, dass du mein Seelenpartner bist... nein, geglaubt ist falsch... ich habe es gewusst! Du bist wie ein Teil von mir, bist mein Zwillingsstern... bist das fehlende Puzzelstück zu meinem Herzen... bitte werde wieder das, was du einmal warst!!! Komm zurück zu mir, ich brauche dich. Brauche deine Nähe, brauche deine Wärme, brauche deine Liebe!!! Ich muss es dir irgendwann sagen... Ramo hatte recht, es macht mich kaputt... ich brauche dich... Ich liebe dich... und egal, was du tun wirst... egal, was du sagen wirst... Ich hole dich ins Leben zurück. Ich mache aus dir wieder den Menschen, der du einmal warst!!!
Vorsichtig, fast zaghaft falte ich meine Hände, schließe meine Lider und sende ein Gebet zu Gott... es ist das erste Mal, dass ich bete... aber es ist auch das erste Mal, dass mir etwas so verdammt wichtig ist!!! Meine Lippen formen die Worte... ein Flüstern entrinnt meiner Kehle: „Bitte lieber Gott, hörst du mich beten? Bitte lieber Gott, hilf Tom, dass er wieder von den Drogen wegkommt und sorg dafür, dass er glücklich wird!!! Ich würde alles tun, damit Tom wieder der werden kann, der er einmal war... Bitte...wenn du Jemanden zerstören willst, dann nehm' mich, aber bitte lass Tom wieder glücklich sein!!! Ich flehe dich an, lass mich jetzt nicht hängen... nimm meinem Leben nicht den Sinn... hilf mir, stark genug für uns beide zu sein...bitte...Amen!“ Als ich mein Gebet zuende gesprochen habe, schaue ich noch einmal zum Himmel. Es tut gut, zu beten...das fällt mir heute zum ersten mal auf... es ist irgendwie befreiend, wenn man sich vorstellt, dass es Jemanden gibt, der seine Hand über die Geschehnisse in dieser Welt hält...
Erholter als zuvor gehe ich wieder zurück zu meinem Bett und schlafe ein. Zum ersten Mal seit Wochen bin ich wieder dazu in der Lage zu träumen. Ich habe einen wundervollen Traum, in welchem du und ich eine gemeinsame Zukunft haben...
Plötzlich höre ich Wasser, welches von der Dusche kommt. Bist du das? Ich stemme mich vorsichtig hoch und stütze mich mit meinen Ellenbogen ab. Ein Blick auf meinen Wecker sagt mir, dass es bereits 3 Uhr Nachts ist. Verdammt...wie kannst du denn um diese Zeit duschen gehen? Ich bleibe eine ganze Weile mit offenen Augen im Bett liegen, lausche dem Geräusch des Wassers... das gibt's doch nicht...eine Stunde später stehst du immernoch unter der Dusche... was soll das? Du brauchst doch sonst höchstens 15 Minuten zum duschen!!! Das Geräusch des fließenden Wassers will einfach nicht verstummen... langsam mache ich mir Sorgen und gehe zum Bad...will nach dir sehen...irgendwas stimmt hier nicht!!! Als ich vor der Badezimmertür stehe, berühre ich mit zitternden Fingern die Klinke. Vorsichtig drücke ich sie herunter und trete ein. Verwirrt blicke ich mich um...du bist nicht da... gerade will ich mich umdrehen, um wo anders nach dir zu suchen, da dringt ein leises Wimmern an meine Ohren. Ängstlich drehe ich mich um. Habe Angst vor dem, was ich entdecken werde. Mein Blick schweift zurück zur Duschkabine... dann blicke ich an deren Fußboden und entdecke dich. Oh mein Gott... was ist nur passiert? Zusammengekauert sitzt du dort am Boden. Hast deinen nackten Körper mit deinen Armen umschlungen. Weinst bittere Tränen...deine Augen sind schon total gerötet. Und am ganzen Körper bist du stark am zittern. „T...Tom?“ frage ich dich vorsichtig. Panisch blickst du auf und siehst mir ängstlich in die Augen. „Es...es...es geht einfach nicht weg!!!!“ wimmerst du und tausende von Tränen strömen an deinen Wangen hinab. Du versuchst deine Beine noch näher an dich heran zu ziehen und erst jetzt bemerke ich die merkwürdigen Flecken, welche überall auf deinem wunderschönen Körper verteilt sind. „Was ist passiert?“ frage ich dich erneut, doch dein schluchzen wird blos noch lauter und du vergräbst deinen Kopf auf deinen Knien. Vorsichtig trete ich näher an dich heran, knie mich neben die Dusche und lege meine Hand auf deine. Erschrocken fährst du hoch, ziehst dich von mir zurück und schreist:“ Nicht!!!“. „Hey...ist doch gut...“ versuche ich dich zu beruhigen, doch deine Pupillen zittern vor Angst, als ich dir in die Augen blicke. Wieder lege ich meine Hand auf deine... blicke dich unabwegt an. Du zitterst und ich spüre deine Angst. Dann ziehe ich deine Hand vorsichtig von deinem Knie. „AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHH...“ ein lauter Schrei entfährt meiner Kehle und du versuchst deinen Arm wieder wegzuziehen,doch ich hindere dich daran. Verstärke meinen Griff nur nochmehr. Was ist das? Wie kann das sein? Deine ganzen Arme sind voller Einstiche... Nadeleinstiche... Du hast dir wieder Heroin gespritzt...aber...SO VIEL??? Deine Venen sind total zerfetzt und blaue und grüne Flecken zieren dein Fleisch. Wie kannst du dich nur so sehr zerstören? Wie kann ich all das nur nicht mitbekommen haben? War ich denn so blind? Ängstlich blickst du mich an. „Ich...ich...“ du versuchst etwas zu sagen, doch du schaffst es nicht. Kannst wieder nur weinen. Vorsichtig ziehe ich deinen Arm an mein Gesicht und lege meine Lippen auf deine Venen. Vorsichtig und ganz zart küsse ich jeden einzelnen Einstich. Noch immer zitterst du, doch du hast plötzlich aufgehört zu weinen. Als ich wieder hochschaue, blicke ich in deine geweiteten Augen. Du weist nicht, was du von all dem halten sollst. Doch was soll ich denn sagen? Ich weis es doch selbst nicht...ich will dich nur irgendwie trösten!!! Nun nehme ich auch deinen anderen Arm und verteile vorsichtige Küsse auf ihm. Als ich auch mit ihm fertig bin, blicke ich dir abermals in die Augen. Du scheinst nicht mehr ganz so ängstlich. Kannst jedoch noch immer nicht aufstehen oder sprechen. Ich löse mich von dir und blicke mich dann nach einem Handtuch um, jedoch entdecke ich keins und so stehe ich kurz auf, laufe zum Badezimmerschrank und hole mein lieblingshandtuch aus ihm heraus. Es ist ganz flauschig und kuschelig und wird dir bestimmt nicht wehtun, auf deiner Haut...
Als ich zurückkomme, blickst du mich fragend an, also beschließe ich, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Ich drehe langsam das Wasser aus, breite das Handtuch aus und lege es um dich herum. Dann ziehe ich dich hoch zu mir und wickle dich artgerecht in mein flauschituch. Du lehnst mit weit aufgerissenen Augen an meiner Schulter. Weist gar nicht, was hier geschieht... Wie ein armes, kleines, schutzbedürftiges Baby stehst du vor mir. Ich versteh es einfach nicht...was ist nur passiert? „Bill...das...das mit der Band...Ich...ich...oh Gott, es tut mir so leid!!!“ schluchzt du mir ins Ohr. Ich schlinge meine Arme fest um dich, ziehe dich so nah an mich heran, wie es geht. „Ist okay... das ist jetzt erstmal egal... sag mir lieber, was heute Nacht mit dir passiert ist!“ antworte ich dir und streiche dir beruhigend über den Rücken. Plötzlich beginnst du wieder in schallendes weinen auszubrechen und ich weis gar nicht, was ich machen soll. „Hey...Tom...was ist den los mit dir?“ frage ich verzweifelt. „nichts...ich...es ist nur...ach vergiss es!“ antwortest du und drückst mich fest an dich. Ich kann kaum Luft holen, doch das ist mir egal! Ich werd' dich jetzt bestimmt nicht von mir stoßen...nicht jetzt, wo du mich so sehr zu brauchen scheinst!!! Und ganz nebenbei... ich genieße deine Berührungen ungemein... Ich weis ja, es ist nicht richtig von mir...ich bin mit Lion zusammen... aber mein Herz...mein Herz wird ewig nur dir gehören!!! Dir allein!!! Als du dich wieder einigermaßen beruhigt hast, führe ich dich vorsichtig in dein Zimmer. In meinem Handtuch eingewickelt legst du dich ins Bett und blickst mich an. Irgendwas liegt in deinem Blick, was ich nicht deuten kann...es ist, als wäre irgendetwas in dir kaputtgegangen... „Bill...?“ „Hm?“ „Bleib bei mir...“ sagst du leise und mit zitternder Stimme. Ich kann dich jetzt einfach nicht alleine lassen, und somit stimme ich zu und lege mich zu dir. Du ziehst mich in deine Augen und blickst mich lange an. Wieder...nach langer Zeit, spüre ich diese Gefühle, die du einmal in mir ausgelöst hast... es ist, als wäre es plötzlich wieder Frühling geworden und die Schmetterlinge ham' den Weg nach Hause gefunden... denn sie schlagen wie verrückt mit ihren Flügeln. Und plötzlich frage ich mich, wann es angefangen hat... Wann habe ich angefangen, solche Gefühle für dich zu haben? Hmm... es ist schon lange her... es begann vor langer Zeit, als ich zum ersten Mal in deinen unendlich schönen Augen ertrunken bin!!!
„Tom?... Was sind das für blaue Flecke auf deinem Körper?“ durchbreche ich die Stille. Dein Blick verändert sich, deine Augen werden ausdruckslos und dein Blick geht in die Ferne. „Das erzähl ich dir später mal okay? Ich...Ich kann da jetzt einfach nicht drüber reden...“ antwortest du mir mit gebrochener Stimme. Vorsichtig umfasse ich deinen Kopf mit meinen Händen und hauche dir einen zarten Kuss, zerbrechlich wie Kristall auf deine wunderschöne Stirn. „Okay...!“ sage ich, drehe mich in deinen Armen um und platziere deine Hände auf meinem Bauch. Dich scheint es nicht zu stören. Im Gegenteil, du kuschelst dich noch näher an mich heran und legst deinen Kopf in meinen Nacken. Ich erschaudere, als ich plötzlich deinen warmen Atem auf meinem Hals spüre...
Sanft lege ich meine Hände auf deine und schließe meine Augen. Ich werde für immer bei dir bleiben und dich beschützen mein Engel... Niemand wird dir jemals wieder etwas schlimmes zufügen, denn ich weis, auch ohne dass du darüber sprichst, heute Nacht hat dir irgendjemand etwas so grausames angetan, dass es dein Herz gebrochen hat!!! Doch ich schwöre dir... Ich werde jedes einzelne Stück deines Herzens wiederfinden und es zusammensetzen!!! Ich werde dir dein Glück zurückholen und darüber wachen... Ja mein Engel... Dies ist der Weg, den ich gewählt habe!!!...



*Tom's Sicht*
Ich schlage meine Augen auf und schon spüre ich ein leichtes Gewicht auf meiner Brust: Du... Du schläfst noch immer dicht an mich gekuschelt. Ich liege auf dem Rücken, während du halb auf mir draufliegst. Eines deiner Beine liegt zwischen meinen und deine Arme sind um mich geschlungen. Wenn du es doch nur wüsstest...wenn du nur wüsstest, wie sehr ich dich liebe... Ich blicke dich an und plötzlich wird mir eines klar... Ich werde niemals in meinem Leben wieder eine solch starke Liebe empfinden können. Werde niemals die Liebe von dir oder irgendwem sonst bekommen, die ich bereit bin, dir zugeben... werde niemals glücklich sein!!! Ich wünschte, du wüsstest um all die Tränen, die ich Nacht für Nacht vergoss, in meiner Trauer um dich. Wünschte, du könntest meine Trauer spüren, da du meine Gefühle nicht erwiderst. Wünschte, du könntest sehen, wie jeder Anblick von dir mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Wünschte, du könntest die Angst fühlen, die ich fühle, wenn ich dir Nahe bin... Angst, dass du mich verachten könntest. Ich wünschte, du könntest sehen, wie mein Herz mehr und mehr zerbricht, weil du dich immer weiter von mir entfernst... Aber eigentlich wünsche ich mir nur eins: Ich wünschte, ich müsste das alles nicht wünschen, denn dann...dann würdest du mich verstehen!!! Ja... und nun weis ich, wie ist, wenn am Morgen die Sonne nicht mehr aufgeht. Wenn die Dunkelheit sich um dein Herz legt und alles, was du fühlst nur noch Kälte ist. Ich habe so unglaubliche Angst, dich zu verlieren. Zuviel ist mir schon durch die Finger geglitten... zuviel habe ich schon verloren. Doch du bist alles, was ich brauche, alles wofür ich noch lebe. Bist mein leuchtender Stern, der mich durch die Nacht leitet. Bist meine Sonne, die mich mit mit ihren Strahlen wärmt. Ich wünschte, du wüsstest davon...doch was dann? Was passiert, wenn ich es dir sage? Wirst du zu mir stehen? Wirst du es tolerieren? Wirst du mich lieben? Oder...wirst du dich von mir abwenden, es nicht verstehen und mich hassen?
Sanft streiche ich dir über die Wange. „Ich liebe dich...“ Ganz leise hauche ich diese Worte in dein Haar...Weis, dass du mich nicht hörst... doch ich muss es dir einfach sagen... muss diese Worte loswerden!!!
Kurz muss ich wieder an letzte Nacht denken. Seine Hände...sie waren überall... er hat mich benutzt...konnte mich nicht wehren... war nicht mehr ich... war nur noch eine Hülle, die sich benutzen lies. Hatte nicht mehr leben wollen...will es auch jetzt nicht. Er hat meine Seele zerstört. hat meinen letzten Glauben getötet und mein Leben im Keim erstickt!!! Doch dann... dann kamst du... Ich glaubte nicht daran, dass ich es aushalten würde, wenn jemals irgendjemand wieder meine Haut berühren würde. Doch du tatest es... ich dachte, ich würde zerbrechen... doch ich tat es nicht... deine Berührung war anders... es war, als würden Engelsfedern sich auf meine Haut legen... sanft und unschuldig... absolut rein und weit entfernt von jeglicher Grausamkeit!!! Eine Berührung, die mich nichts als pure Liebe spüren lies. Fast so, als wenn deine Wärme mein Herz berührt hätte und mir neuen Mut gab!!! Vorsichtig schlinge ich meine Arme um dich...will dich nie wieder los lassen. Du bist Balsam für meine Seele, bist alles, was ich je wollte. Wenn ich die Macht dazu hätte, würde ich jetzt die Zeit einfrieren, um bis in alle Ewigkeit mit dir zusammen zu sein... Doch ich weis schon, dass das nicht geht...
Vorsichtig öffnest du die Augen... schnell schließe ich die meinen und stelle mich schlafend. Weis nicht, wie ich dir gegenüber treten soll. Ich spüre deine Blicke auf mir. Fühle, wie du dich leicht von meinem Brustkorb erhebst und dein Bein zurückziehst. Dann löst du dich langsam ganz von mir. Nein... bitte bleib doch noch... Wie als hättest du meine Gedanken gelesen, stoppst du plötzlich in deiner Bewegung, was ich sehr gut am stillstand der Matratze ausmachen kann. Was tust du? Ich höre nichts mehr... spüre nichts mehr... keinen Mucks gibst du von dir... was machst du blos gerade? Vor Neugier halte ich es nicht mehr aus und öffne die Augen. BUBUMM...BUBUMM...BUBUMM... Mein Herz schlägt in den höchsten Tönen. Du beugst direkt über mir, hast deine Augen geschlossen und deine Lippen sind höchstens noch 2 Zentimeter von den meinen entfernt. Oh Gott...was tust du? Ich beginne zu zittern, schließe meine Augen und warte... warte darauf, deine Lippen auf meinen zu spüren. Fühle deinen heißen Atem. „DING...DANG...DONG!“... Dein Atem verschwindet wieder. Nein...wer zum Teufel war das? Warum? Warum jetzt? Du stehst schnell auf und rennst hinunter zur Haustür. Nun öffne auch ich die Augen wieder. Welcher *SPAM* Automatische Zensur wagt es, dich gerade jetzt zu unterbrechen??? Aber viel wichtiger ist die Frage 'Was wolltest du gerade tun?'... Ja schon klar, worauf das hinauslief... aber warum? Wolltest du mich wirklich küssen oder... oder sollte das nur ein 'Ich hab dich lieb' Bussi werden? Gott...ich bring den Penner um, der da an der Haustür geklingelt hat!!! Gequält stehe ich auf und latsche die Treppe hinunter. Irgendjemand wird jetzt sterben, denn meine Laune hat gerade wieder ihren Tiefpunkt erreicht... Als ich in die Wohnstube einbiege erkenne ich unseren Besucher. Du sitzt mit ihm auf dem Sofa. Ihr scheint in trauter Zweisamkeit versunken zu sein und bemerkt mich wahrscheinlich gar nicht. Doch als ich mich an euch vorbeischleichen und in die Küche gehen will, hebt Lion plötzlich den Kopf und erblickt mich. „Hey Tom... Wie geht's dir?“ fragt er unsicher. In seiner Stimme schwingt noch immer etwas Angst. Wir haben uns seit jenem Tag nicht ausgesprochen... „Morgen!... Ich komm schon klar! Und bei dir?“ antworte ich ihm höflich. Er hat es nicht verdient, dass ich ihn zur Sau mache... er hat so viel für dich getan... hat dir all das gegeben, was ich dir nie geben konnte. Hat sich um dich gekümmert, während ich tiefer und tiefer im Drogensumpf hineingerutscht bin... und...und er hat dein Lächeln bewahrt...auch wenn deine Augen seit jeher ihren Glanz verloren haben.
Dankbar sieht Lion mich an, steht auf und kommt auf mich zu. Er legt mir freundschaftlich seine Hand auf die Schulter, doch da ist es wieder...dieses Gefühl... meine Haut...mein ganzer Körper...er brennt. Steht in Flammen...ich kann seine Berührung nicht verkraften!!! „Nein!!!“ schreie ich und weiche vor ihm zurück. „W...Was ist denn?“ fragt Lion verstörrt. Doch ich kann ihm keine Antwort geben. Mein ganzer Körper ist am zittern und plötzlich fliegen mir die Bilder von gestern Nacht durch den Kopf. Es ist wie in einem schlechten Horrorfilm. Wie ein nie endendes Band... mehr und mehr Bilder reihen sich aneinander. Oh Gott... Bitte nicht...ich halte das nicht aus!!! Panisch und verschreckt lasse ich mich langsam zu Boden gleiten, umschlinge meinen Körper mit meinen Armen und beginne zu wimmern. Oh verdammt...was soll Lion jetzt blos von mir denken? Ich muss doch auf ihn wirken, wie ein Gestörrter!!! Ich spüre seine Blicke auf mir...kann es nicht ertragen... fühle mich so schmutzig... er soll weg...geh weg!!! Und dann kommst du. Rennst zu mir und ziehst mich in deine Arme. Erst erschrecke ich wieder und will dich von mir wegdrücken, doch dann atme ich deinen Geruch ein und es ist okay... deine Wärme umhüllt mich und scheint mich zu beschützen. Es ist okay...du kannst mich berühren...du darfst es...nur du....Du und sonst keiner. Ich höre auf zu schluchzen und auch mein Zittern stellt sich bald wieder ein. „Lion? Kannst du hoch in mein Zimmer gehen? Ich komme gleich!“ sagst du und Lion verschwindet. Endlich...er ist weg... nun lasse ich mich völlig fallen, umarme dich und drücke mich an dich, so fest es geht. Bitte...geh nicht fort von mir...halt' mich einfach nur fest und lass mich nie wieder alleine... Die Bilder von der letzten Nacht verschwinden aus meinem Kopf, doch es kommen neue Bilder... Bilder von heute Morgen... Bilder von dir!!! „Geht's wieder?“ fragst du und holst mich aus meinen träumen zurück. Ja...es geht wieder...wenn du da bist, ist alles gut. Ich gebe dir mit einem Nicken zu verstehen, dass du dir keine Sorgen machen musst und stehe dann wieder auf. Gehe in die Küche und hole mir ein Glas aus dem Schrank. Ich schenke mir Orangensaft ein. Spüre deine Blicke auf mir... ich weis, du machst dir Sorgen. Gehst nicht fort... gehst nicht sofort hoch zu Lion...lässt mich nicht einfach so alleine. Ich setze das Glas an meine Lippen, merke, wie ich beginne zu zittern. Verdammt...nicht doch... es wird immer schlimmer und plötzlich durchzuckt ein stechender Schmerz meinen Arm. Ich lasse das Glas fallen und beiße mir vor Qualen auf meine Unterlippe. „W...Was ist los?“ fragst du und kommst auf mich zu. Blickst mir in die Augen. Alles dreht sich... meine Pupillen weiten und verengen sich in minimalen Abständen. Ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten. Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den Anderen. Versuche so schnell wie möglich auf mein Zimmer zu kommen. Stürze zu Boden, doch du fängst mich auf. Hilfst mir wieder hoch und führst mich zu meinem Zimmer. Kälte zuckt durch meinen Körper und ich spüre, wie sich kalter Schweiß auf meiner Stirn sammelt. Meine Atmung wird immer unregelmäßiger und stoßweise verlässt der Sauerstoff meinen Mund wieder. Oh Gott... ich fühle mich so erbärmlich...du hast bestimmt Angst vor mir...eckelst dich bestimmt. An meinem Bett löse ich mich von dir. Knie mich auf den Boden und greife nach meiner Jacke. Hole drei Beutel aus ihr hervor. Du musterst jede meiner Bewegungen... blickst verängstig auf den Beutelinhalt. Meine Hände zittern nun stärker als zuvor. Ich weis nicht genau, was ich nehmen soll. Entscheide mich für das Heroin und versuche gerade eine Spritze auszuwickeln. Doch durch das starke zittern lasse ich sie fallen. Du hebst sie auf, blickst mich an und ich kann erkennen, wie eine Träne dein Auge verlässt. „W...w...was ist denn mit den Tabletten?“ fragst du vorsichtig, willst nicht, dass ich mich spritze...hast meine Arme gesehen. 'Tabletten'...süß wie du das sagst... selbst Drogen klingen nur halb so gefährlich, wenn du davon sprichst. Mein Blick fällt auf die Pillen, welche Junes mir gestern zu allererst gegeben hat... höchstwahrscheinlich Ecstasy... „Ich...Ich weis nicht...“ antworte ich dir verunsichert. Du legst die Spritze hinter dich und nimmst die Pillen zur Hand. Drückst eine aus der Verpackung heraus und hälst sie mir hin. Von all den Drogen, die hier rumliegen scheinen die Pillen die beste Variante für dich dazustellen. Mit zittrigen Fingern greife ich nach der Pille und führe sie an meinen Mund. Nehme mir die Wasserflasche, welche ich an meinem Bett stehen habe und schlucke die Pille mit einem großen Schluck Wasser hinunter. Schneller als ich erwartet hatte, beginnt sich wieder alles zu drehen und ein warmes Gefühl umgibt meinen Körper. Meine Schmerzen vergehen, doch ich nehme kaum mehr etwas um mich herum wahr. Bin nicht in der Lage zu sprechen oder etwas zu unternehmen. Merke nur noch, wie du mich vorsichtig hochziehst und mich in mein Bett legst. Du deckst mich zu und ich spüre, wie Tränen von deinem Gesicht perlen und auf das meine fallen. Dann greifst du nach den Spritzen und dem Heroin. Was hast du damit vor? Völlig benommen beobachte ich dich und blicke dir hinterher, als du mein Zimmer verlässt. Dann werden meine Lider schwer und ich schlafe ein...




*Bill's Sicht*
Ich verlasse dein Zimmer und schließe leise deine Tür. Ich weis, es geht dir furchtbar... es müssen unglaubliche Schmerzen sein, die du wegen diesem Scheiß erleiden musst. Wer was es blos, der dir diese Drogen verkauft hat? Du bist doch noch so jung... wer kann es verantworten, Jemanden in deinem Alter so ins verderben zu stürzen und ihn von der Nadel abhängig zu machen? Ich konnte es nicht ertragen... die Vorstellung, dass du dir wieder diese giftige Nadel in deinen Arm stichst und dich weiterhin körperlich und auch seelisch damit kaputt machst, ist unerträglich für mich!!! Ich gehe zum Bad und schließe die Tür hinter mir. Wie es wohl ist, wenn man auf Heroin ist? Was fühlst du dabei, wenn du dir das Zeug spritzt? Ob die Welt dann wieder schöner ist? Ob man dann seine Sorgen vergessen kann? Fasziniert beobachte ich eine der vielen Spritzen. Ob auch ich es einmal wagen sollte? Von einem Mal wird man doch nicht gleich abhängig... ich will doch nur wissen, was du dabei fühlst. Sonst habe ich immer gewusst, was du fühlst...nur dieses eine Mal... dieses eine Mal weis ich nicht, was du fühlst!!! „Bill...?“ Ah...Lion... den hätte ich ja fast vergessen!!! Ich muss das Heroin loswerden... wenn du aufwachst, wirst du sicherlich danach verlangen. Also öffne ich den Klodeckel und spüle den Inhalt des kleinen Beutelchens herunter. Die Spritzen werfe ich in den Müll... Dieses eine Mal wird mir verborgenbleiben, was du empfindest... doch auch meine Gefühle kennst du nicht... weist nicht, wie sehr ich mich nach dir verzehre. Doch eins weis ich... lange wird es nicht mehr dauern... lange werde ich diese Fassade nicht aufrecht erhalten können... bald....schon sehr bald werde ich es dir sagen!!! Werde Ramos Rat folgen und dir beichten, was ich für dich empfinde, denn eins ist mir klar geworden... SO kann ich nicht weitermachen!!! Langsam schleiche ich über den Flur zurück in mein Zimmer, öffne die Tür und blicke in die leuchtenden Augen von Lion. Wie wird er es wohl aufnehmen? Wird er es verstehen? Wird er trotzdem weiterhin mein Freund bleiben? Oder wird er sich von mir abwenden? Aber... spielt es dann noch eine Rolle für mich, was Lion denkt? Wenn ich es dir gesagt habe... ist Lion dann noch von Bedeutung für mich? Ich glaube nicht... denn egal, wie du reagieren wirst... es liegt alles in deiner Hand! Du entscheidest, was dann mit mir passiert. Du entscheidest, ob ich leben werde, mit dir zusammen oder ob ich den Tod wähle und dem Leben den Rücken kehre. „Bill? Was war mit Tom los? So hab ich ihn ja noch nie gesehen!!!“ fragt Lion und reißt mich aus meinen Gedanken. Gute Frage... wieder geistern die Überlegungen der letzten Nacht in meinem Kopf umher. Woher hast du blos all diese blauen Flecken? Und... warum hast du so geweint und gezittert? Oh Gott... wie lange wirst du brauchen, bis du offen mit mir darüber sprechen kannst? Nach den ganzen Drogen zu Urteilen, hätte ich da schon so eine Idee, was dir passiert ist... doch das glaube ich nicht...so weit würdest du nicht gehen, oder doch? In der Schule haben wir mal einen Film darüber gesehen, wie ein Mädchen Namens „Tanja“ mit 13 angefangen hat Drogen zu nehmen und immer und immer tiefer in die Abhängigkeit gerutscht ist... In dem Film haben sie auch gezeigt, was das Mädchen alles unternommen hat, um an Geld, für die Drogen zu kommen... nach recht kurzer Zeit hat sie schon ihren Körper verkauft und ist mit wild fremden Leuten ins Bett gestiegen... das ist der übliche Weg für Junkies um an Geld zu kommen, haben sie gesagt... aber... das würdest du nicht tun oder? Nein, ich bin mir sicher, soweit gehst du nicht!!! Dein Engelsgleicher Körper darf einfach nicht von wild fremden Menschen berührt werden!!! Ehe das passiert, würde ich für dich auf den Strich gehen, um dir das nötige Geld zu besorgen... aber bitte...bitte sag mir, dass du nicht freiwillig mit wildfremden Menschen schläfst!!! „Bill?...Ich hab dich was gefragt!“ meldet sich Lion wieder zu Wort. „Oh...entschuldige, aber...ich weis auch nicht genau, was mit ihm los ist... in letzter Zeit ist er einfach total verändert!“ antworte ich ihm. Es geht ihn nichts an, dass du Drogen nimmst... er nimmt sie selbst... wenn man das von dieser Seite sieht, ist er eigentlich Schuld, dass du in die Abhängigkeit hineingeraten bist!!! Er hat dir den ersten Joint angedreht...Lion...Er...Er war es, der dich zerstört hat!!! Aber...hat er das denn gewollt? Nein...er hat selbst Angst vor den harten Sachen... sagt, weiter als Kiffen würde er nie gehen... sagt, er war geschockt, als er dich zusammen mit dem Freund seines Bruders sah... Dieser Freund... ist er es, weshalb du so leidest? Hat er das aus dir gemacht? Verdammt... warum? Warum versuche ich verzweifelt einen Schuldigen zu finden? Ich weis doch, dass dich niemand gezwungen hat... du hast es freiwillig gemacht...hast dich freiwillig dieser Macht ergeben, die von diesem Moment an dein Leben bestimmen sollte!!! Aber...warum? Warum hattest du so etwas nötig? Was trieb dich in diesen Wahn, in dem du nun gefangen bist? Was ist der Grund für deine Sucht? Ich versteh's nicht!!!
Der Tag verläuft ziemlich unspektakulär... ich schaue mir mit Lion die „Herr der Ringe“ Trilogie an und stopfe mich dabei mit allen möglichen Süßwaren voll. Lion tut es mir gleich und kuschelt sich immer wieder dicht an mich. Ich lasse seine Schmusephase einfach über mich ergehen...er ist schließlich mein „Freund“ da kann ich ihn ja schlecht fortstoßen. Aber was solls...es störrt mich nicht...aber bedeuten tut es mir auch nichts...es ist einfach nur „egal“. Du hast den ganzen Tag geschlafen. Warst scheinbar zu erschöpft, um aufzustehen. Doch nun regst du dich. Ich höre, wie du im Bad das Wasser anstellst und beginnst zu duschen. Was ist nur los mit dir? Warum duscht du denn schonwieder? Nach deiner Duschorgie mitten in der Nacht müsstest du doch bereits der reinste Mensch auf der ganzen Welt sein... Warum fühlst du dich so schmutzig, dass du denkst, etwas von dir spülen zu müssen? Was ist nur geschehen?
Ob du während des Tages wieder nach irgendwelchen Drogen gegriffen hast? Wie abhängig bist du eigentlich? Wieder fällt mir auf, dass ich kaum etwas von deinen Problemen weis... weis nicht, wie sehr du leidest, weis nicht, was du brauchst und ich weis nicht, ob du die Kraft hast, wieder aufzuhören mit den Drogen. Aber das musst du...du musst diese Kraft aufwenden...für mich musst du es tun! Ich flehe dich an... mach einen Entzug... gib die Drogen auf... Ich werde dir doch helfen, wenn du meine Hilfe willst!!! Oh bitte...quäl dich nicht weiter... und hör endlich auf! Früher gings doch auch ohne Drogen... meinst du denn nicht, dass du wieder zu dem Tom werden könntest, der du einmal warst?
„Ey Bill...“ wieder reißt Lion mich aus meinen Gedanken...fast so, als wollte er mich daran hindern, an dich zu denken. „Hm?“ gebe ich von mir und blicke ihn fragend an. „Sag mal...meinst du, dass ich heute hier pennen könnte?“ fragt er. „Weis nicht... ich müsste Mum mal fragen... Die ist grad bei meiner Tante und meiner Cousine in der neuen Wohnung... Die sind da nämlich immernoch am renovieren!!!“ antworte ich ihm und lange dann nach dem Telefon, welches sich auf meinem Schreibtisch befindet. Nach kurzem überlegen gebe ich die Nummer von Tante Amy ein und lausche einem regelmäßigem Piepton. „Ja hallo?“ meldet sich plötzlich Bines Stimme. „Hey Bine, ich bin's Bill...sag mal, kannst du mir meine Mum mal eben geben?“ frage ich in den Hörer. „Ja klar! Moment mal... sag mal, hat Tom es dir eigentlich endlich gesagt? Und...wie geht es ihm überhaupt?“ fragt sie nun. Gesagt? Was gesagt? Was meint sie damit? „Naja...es geht ihm ehrlich gesagt richtig beschissen... aber sag mal, was meinst du damit, 'ob er es mir schon gesagt hat'?“ antworte ich. Bine weis nicht, dass du Drogen nimmst, also dachte ich, dass 'beschissen' deinen Zustand am besten beschreiben würde. „Maaan...dann hat ers dir also nicht gesagt... So ein Idiot!!! Okay...ich geb dir mal deine Mum... Ciao Bill!“ sagt sie und gibt den Hörer weiter. Verdammt...hätte sie mir nicht wenigstens noch sagen können, WAS du mir nicht gesagt hast!? „Hey Bill, was gibt's?“ meldet sich nun die Stimme unserer Mutter. „Hey Mum! Sag mal...kann Lion heute Nacht bei uns pennen?“ frage ich sie direkt, da ich keinen Bock auf Smalltalk habe. „Ja das geht okay denke ich. Ihr könnt euch ja noch eine Pizza bestellen, wenn ihr Hunger bekommt. Du kannst ja erstmal etwas auslegen, ich gebe dir das Geld dann morgen früh wieder! Ach...und noch was... Achte bitte darauf, dass Tom auch etwas isst...und hab ein Auge auf ihn! Ich hab kein gutes Gefühl dabei, ihn so lange alleine zu lassen!!!“ sagt sie. Ach...wo kommt plötzlich diese Sorge her? Als es dir so dreckig ging und du mit den Drogen angefangen hast, war sie doch auch nicht für dich da!!! Aber...nein, das ist unfair... wie hätte sie auch etwas merken sollen? Ich habe ja auch nichts bemerkt...und dabei bin ich dein Bruder!!! „Danke Mum!!! Sag mal...wann kommst du denn wieder Heim?“ frage ich noch kurz und lege auf, nachdem sie mir erzählt hat, dass sie zwischen 12-1 da sein wird. Noch viel zu tun meint sie...
„Alles klar, du darfst bleiben!“ antworte ich Lion und erhebe mich dann vom Bett. Ich verlasse mein Zimmer und gehe dann zu dir ins Bad, will dich fragen, welche Pizza du haben willst. Als ich das Bad betrete, schlagen mir heiße Dunstwolken entgegen. Warum duscht du blos immer so heiß? Willst du dich etwa bei lebendigem Leibe kochen? Als ich dich unter der Dusche stehen sehe, stockt mir der Atem. Du hast die Arme zur Duschbrause hochgestreckt, um das Wasser aufzufangen und streckst bei dieser Aktion deinen ganzen Körper. Deine Muskeln sind angespannt und mein Blick bleibt auf deiner Körpermitte haften. Oh mein Gott... du bist so perfekt...so wunderschön!!! Wenn nur all die Hämatome und Nadelstiche nicht wären... doch selbst sie sind nicht im Stande, deinen sonst so makellosen Körper zu entstellen. „OH GOTT... BILL!!!“ kreischt du plötzlich und drehst dich schnell um. Oh Scheißverdammter!!! Wie peinlich kann man denn eigentlich sein? Da starre ich doch echt wie son Notgeiler total verträumt auf dein bestes Stück!!! Scheiße ey... Oh bitte...Erdboden, verschlinge mich! „I...Ich...äh...Ich wollte nur fragen, welche Pizza du willst! Mum sagt, wir sollen uns was bestellen!“ plappere ich stotternd und völlig aufgewühlt drauflos. Oje... sieh dir nur an, wie sehr du mich aus der Bahn wirfst, Tom!!! „S...Salami!“ sagst du verwirrt und blickst mich mit zusammengekniffenden Augen an. So schnell ich kann, fliehe ich aus dem Bad, versuche meinen Herzschlag zu beruhigen und bestelle die Pizzen. Als die Pizzen da sind, versammeln wir uns zu dritt in der Wohnstube und essen. Während des Essens sprichst du kein Wort. Nur Lion und ich unterhalten uns hin und wieder. Jedoch reden wir nur über belanglose Dinge. In Gedanken bin ich nur bei dir und bei dem, was ich vorher in der Dusche sehen durfte. Nach dem Essen verschwindest du ohne viele Worte auf dein Zimmer und auch Lion und ich ziehen uns auf mein Zimmer zurück. Wir haben noch lange geredet, bis es plötzlich geschah...
Lion kommt immer dichter zu mir und beginnt mich leidenschaftlich zu küssen. Immer stürmischer wird Lion und ich spüre, er will mehr. Wild küsst er nun meinen Hals und beginnt sich an ihm festzusaugen. Mit seinen Händen fährt er mir gierig unters Shirt und zieht es mir aus. Ich bleibe still liegen, kann mich nicht wehren. Mein Herz... es schmerzt so sehr... er soll mich dort nicht berühren. Nicht so!!! Auf einmal beginnen stumme Tränen an meinen Wangen herunter zu fließen, doch ich kann nichts sagen. Kann ihm kein Einhalt gebieten, will ihn nicht enttäuschen...nicht verlieren!!! Nun küsst er meinen Oberkörper entlang. Nein, bitte...ich will das nicht!!! Nicht Lion...bitte nicht. Ich kann das nicht...will das nicht. Will zu Tom. Will nicht, dass Lion mich weiterhin anfässt...mich berührt!!! Er darf es nicht...darf es nicht...nur Tom darf es...er nicht!!! Doch er hört einfach nicht auf. Im Gegenteil. Immer gieriger und verlangender werden seine Berührungen, bis er schließlich beginnt, mir die Hose aufzuknöpfen. „Nein! Lion nicht!!!“ sage ich und drücke ihn von mir weg. Doch er hört nicht auf mich. Flüstert mir ins Ohr:“Pssst...Keine Angst!“ Nein, Lion nicht! Ich will das nicht! Lass mich!!! „Bitte Lion, hör auf! Ich kann das nicht!!!“ schreie ich verzweifelt, doch er drückt mich in die Kissen zurück, hält meine Hände fest und küsst erneut meinen Oberkörper. „Lion nicht!!!“ schreie ich nun immer lauter, doch er lässt sich nicht aufhalten. Wimmernd liege ich nun unter ihm, will das nicht, doch ich kann mich nicht wehren. Wieder macht er sich an meiner Hose zu schaffen. „Nein...nein...nicht! TOOOOOM!!!“ schreie ich in meiner Verzweiflung. Bitte Tom...komm! Komm und rette mich!!!...



*Tom's Sicht*

Nach unserem gemeinsamen Abendessen verschwinde ich wieder in mein Zimmer und mache mich an einer meiner Wundertütchen zu schaffen. Euch beide zusammen zu sehen hat mich wieder einmal total aus der Bahn geworfen. Ich ertrage diesen Anblick nicht! Und wenn ich mir vorstelle, was ihr Zwei in deinem Zimmer alles treiben könntet, setzt mein Herz aus und ich habe das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen!!! Tränen laufen über mein Gesicht, wenn ich an den Tag denke, als du mir sagtest, dass du nun mit Lion zusammen wärst. Lion...er nimmt mir weg, was ,mir am meißten bedeutet...doch du weist es nicht einmal und ich bin selbst daran Schuld!!! Hätte ich es dir doch nur gesagt...hätte ich es dir damals doch blos nicht verschwiegen... aber hätte es etwas gebracht? Wie hättest du darauf reagiert? Ich könnte es dir auch jetzt noch sagen...doch ich will dir kein Stück deines Glücks nehmen...du wirkst so glücklich mit Lion! Für dich will ich nur das Beste!!! Ich werde mich für dich freuen, auch wenn ich es nicht kann... werde Lion mein Liebstes schenken... dich ihm überlassen!!! Aber Lion...Lion ich bitte dich, gib auf Bill acht, denn er bedeutet mir alles! Tu du ihm nicht auch noch weh, ich würde es nicht verkraften!!! Die Pillen schiebe ich weit fort von mir, war erschrocken von ihrer Wirkung! Die haben mich dermaßen umgehauen, dass ich für ganze 8 Stunden nur noch wie tod dalag und als ich wieder zu mir gekommen bin, begann ich Dinge zu sehen, die gar nicht da waren...Halluzinationen...Trugbilder, welche mir eine Wirklichkeit vorspielten, die gar nicht existierte!!! Was hat Lion mir da blos gegeben? Das Koks scheint mir also die weitaus freundlichere Variante zu sein. Als ich spüre, wie es sich in meinem Körper verteilt, erlebe ich keinen Flash oder derartiges...nein, es hilft mir jediglich normal mit den Dingen umzugehen. So wie „Normalos“...also Leute, die nicht Drogenabhängig sind, mit ihrem Leben umgehen. Plötzlich höre ich dich schreien und fahre erschrocken hoch. Was ist mit dir? „Nein, Lion nicht!“ schreist du ängstlich. Was ist da los? Was macht er? „Bitte Lion, hör auf!!!... Ich kann das nicht!“ schreist du wieder. Gott verdammter... was stellt er mit dir an? „Lion nicht!!!“ deine Stimme hallt mir im Kopf. Bilder von der letzten Nacht kommen in meinem Kopf hoch. Nein...das würde er nicht wagen... Um mich herum dreht sich alles. Junes...überall sehe ich plötzlich Junes... Deine Stimme noch immer in meinem Kopf holt mich zurück in die Realität...dir darf nicht auch noch so etwas schlimmes passieren... das lasse ich nicht zu!!! „Nein...nein...nicht! TOOOOOM!!!“ schreist du, so laut du kannst. Und da war es...ich hab es ganz deutlich gehört...du rufst meinen Namen...rufst nach mir...brauchst meine Hilfe!!! So schnell ich kann, stürze ich aus meinem Zimmer und schmeiße deine Tür auf. Mein Herzschlag beschleunigt sich. Lion liegt über dich gebeugt, hat dir bereits das Shirt ausgezogen und die Hose abgestreift. Gerade will er sich an deiner Boxershorts zu schaffen machen... „Fass ihn nicht an!!!“ brülle ich ihn an und stürze auf ihn zu. „Verschwinde Tom, das hier geht dich nichts an!“ keift Lion mich wütend an und packt mich bei den Armen. Ich keuche erschrocken auf, kann seine Berührung noch immer nicht ertragen und stoße ihn fort von mir. Er landet mit einem lauten Rums auf dem Boden und ich stelle mich beschützend vor dich. „Ich habe gesagt, du sollst ihn in Ruhe lassen! Er will das nicht!!! Also wage es nicht nochmal ihn anzufassen!!!“ schreie ich. Ich höre, wie du hinter mir wimmerst und leise schluchzt. Keine Sorge Bill...ich bin da!!! „Und ich habe gesagt, es geht dich nichts an!!!“ brüllt Lion und stürzt auf mich zu, reißt mich zu Boden und zettelt eine wilde Schlägerei an. Es braucht nur einige Berührungen seinerseits, als ich erschrocken aufkeuche. All die Hämatome auf meinem Körper beginnen schrecklich zu schmerzen. Auch er ist erschrocken, weis nicht so recht, was er getan hat und packt mich bei meinen Armen. „Hngh...“ ich stöhne gequält auf und er besieht sich meine Arme. „Oh fuck...Gott, was hast du gemacht Tom?“ fragt er schockiert. „Verschwinde!!!“ keife ich ihn an und sehe ihm dabei zu, wie er irritiert und völlig verstört davonrennt. Ich scheine ihn dermaßen erschreckt zu haben, mit all den Nadeleinstichen auf meinem Körper, dass er nun das weite sucht...
Erschöpft lasse ich mich auf dein Bett gleiten und sehe dich an. Du sitzt mit herangezogenen Beinen am Kopfende und weinst bittere Tränen. Hast Angst... genau wie ich! Doch dann löst du dich von der Wand und wirfst dich mir entgegen. Ich schließe dich fest in meine Arme und spüre, wie du beginnst zu weinen. „Ich werde nicht zulassen, dass Jemand dir das gleiche antut, wie mir!!!“ sage ich und streichle dir beruhigend über den Rücken. Doch nachdem ich meinen Satz zuende gesprochen habe, blickst du geschockt auf und starrst mich an. Dein Blick schmerzt... Bitte...sieh mich nicht so an!!! Ich fühle mich so schmutzig...bitte...bitte sieh mich nicht so an!!! „Tom...ich...ich...ich hab dich so dolle lieb...das kannst du dir gar nicht vorstellen!!!“ sagst du und küsst mich auf der Wange. Dann löst du dich wieder von mir und küsst mich wieder und wieder... hauchst auf mein ganzes Gesicht Küsse... Ich glaube ich sterbe!!! Ich weis ja, du willst mich trösten... aber deine Küsse... sie scheinen mich fast zu töten!!! „Hey...ist ja schon gut! Ehrlich...solange du bei mir bist, geht es mir gut! Bitte...bitte versprich mir, dass du mich nie alleine lässt okay? Bitte Bill...versprich es mir!!!“ sage ich und blicke dich abwartend an. Oh Gott war das ein Gefühlsschwall... hoffentlich denkst du jetzt nichts falsches! „Ich bleibe immer bei dir!!! Bis in die Unendlichkeit!“ sagst du und drückst dich fest an mich. Meine Arme schlingen sich wie von selbst um deinen zierlichen Körper und schließen dich scheinbar für immer in einer innigen Umarmung ein. Es ist, als wären meine Arme nur dafür geschaffen, dich zu halten!!! Als du so dicht an mich gekuschelt nach einer Weile einschläfst, kann ich noch lange nicht daran denken, ein Auge zu zutun. Du bist so schön...so wunderschön... Ich will dich nie wieder loslassen...kann es nicht mehr... doch ich weis, ich kann dich nicht bei mir halten!!! Du bist mir so nah und doch so fern. Ich liebe dich mehr als mein Leben, doch du wirst meine Liebe nie erwiedern...nie das für mich empfinden, was ich für dich empfinde. Warum tust du mir das an? Ich würde um dich kämpfen, für dich sterben... doch nun muss ich mir eingestehen, dass es nichts mehr bringt!!! Du bist ein Engel...mein Engel...doch ich bin den Bund mit dem Teufel eingegangen!!! Warum kannst du mir nicht einfach gehören? Ja ich weis...wir sind Brüder...aber...spielt das denn wirklich eine so große Rolle? Ich liebe dich...und ich dachte einzig und allein das wäre wichtig...doch ich habe mich geirrt...
Ich ertrage es nicht mehr länger bei dir zu sein...jeden Tag deine Nähe zu spüren und doch nie dein zu sein. Das verkrafte ich nicht länger... Mein Körper will dich endlich spüren...meine Seele will dich fühlen... doch es wird niemals geschehen... so hat mein Leben keinen Sinn mehr...ich kann doch nicht jeden Tag einer Liebe hinterherweinen, die unerreichbar für mich ist!!! Ich bin am Ende meiner Kräfte... kann nicht mehr...
„Verzeih mir...ich liebe dich!“ sage ich leise und lege meine Lippen ein letztes Mal auf deine. Dann stehe ich auf und verlasse dein Zimmer.
Es war mein Abschied...
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THunsterblich1



Anmeldungsdatum: 22.06.2006
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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:38    Titel:


Oh der letzte Satz ist abgebrochen! (Mensch! du hast noch was on gestellt lol das war nicht bei den letzen Pitels, sondern die, die davor sind...)
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Ich steh auf Lenchens FF!!!!!

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Zuletzt bearbeitet von THunsterblich1 am 18.11.2007 21:40, insgesamt einmal bearbeitet
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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
Beiträge: 1293
Wohnort: Tokio

BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:38    Titel:


*Bill's Sicht*
Ein kalter Schauer durchfährt meinen Körper... Es ist, als würde eine eisige Kälte sich um mein Herz legen und es schmerzhaft zusammenpressen. Was ist hier nur los? Ich schlage die Augen auf und blicke mich um. „Tom?“ frage ich verschlafen in die Dunkelheit. Doch es kommt keine Antwort. Wo bist du? Langsam fahre ich über die Stelle meines Bettes, auf welcher du vorhin noch gelegen hast. Es ist noch ganz warm, also kannst du noch nicht lange weg sein... ich setze mich auf und schleiche langsam aus meinem Zimmer raus und über den Flur... will nicht alleine sein...nicht heute!!! Als du vorhin sagtest, dass du mich für immer bei dir haben willst, hast du mir neuen Mut geschenkt! Und ich habe mir fest vorgenommen, es dir zu sagen!!! Egal, was du tun wirst... ich kann es nicht länger für mich behalten... meine Gefühle für dich sind so riesig und wollen endlich ausgesprochen sein. Vor deiner Tür mache ich halt und atme noch einmal tief durch. Was wirst du wohl sagen, wenn du es erfährst? Oh Gott...ich zittere am ganzen Leibe, kann kaum noch klar denken... habe unglaubliche Angst vor deiner Reaktion...aber...aber du hast ja gesagt, du willst bei mir sein oder? Also kannst du höchstenfalls meine Liebe nicht erwiedern...aber du wirst doch bei mir bleiben...oder? Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und öffne deine Tür. Innen ist es stockduster...ich kann die Hand vor Augen nicht mehr sehen. Vorsichtig taste ich nach dem Lichtschalter und drücke das Licht an. W...w....was??? „NEIN!!!! TOOOOOOOOOOOOOOOOM!!!!!!!!“ schreie ich geschockt und stürze zu dir. Du liegst am Boden, deine Atmung geht schwach, scheint jeden Moment zu stoppen und neben dir liegt eins dieser Tütchen, die du gestern mit nach Hause gebracht hast... Was ist das? Was hast du genommen? Auf deinem Bett entdecke ich plötzlich das zweite Tütchen...nein...in ihm befindet sich weißes Pulver...NEIN!!! Das heißt...das leere Tütchen neben dir...das...das ist das Tütchen, mit den Pillen!!! Aber...da waren vorhin doch noch mindestens 15 Pillen drinnen!!! Was hast du getan? Eine dieser Pillen hat dich bereits dermaßen umgehauen, dass du 8 Stunden lang nicht aufgewacht bist...was...was passiert dann, wenn du ca. 15 Stück auf einmal nimmst??? Was...Was zum Teufel hat dich blos geritten???
„Tom...Tom wach auf! Bitte...wach doch wieder auf!!! Du darfst mich nicht alleine lassen... bitte Tom...du darfst nicht sterben!!! Tom...verlass mich nicht... Ich liebe dich doch!!!“ schluchze ich und rüttle an dir. Bitte steh doch wieder auf... Du darfst nicht tot sein... bitte Tom...bitte mach die Augen auf!!! Ich liebe dich doch! Wach auch... Oh bitte...wach auf!!! Verzweifelt beginne ich auf dich einzuschlagen, kann mich nicht zurückhalten, will dass du die Augen öffnest... doch du tust es einfach nicht. Ich bekomme dich nicht wieder wach...was soll ich nur machen? Du darfst mich nicht alleine lassen. Ich kann doch gar nicht leben ohne dich!!! „MUUUUM....MUUUM!!!“ rufe ich verzweifelt, hoffe, dass sie wieder da ist... Sekunden später steht sie im Zimmer und erblickt geschockt das Szenario. „Was...?“ fragt sie, doch ich schneide sie mitten im Satz: „Mum, Tom...er...er hat eine Überdosis!!! Mum...er stirbt!!!!!! Bitte mach doch was!!!“ schreie ich mit Tränen erstickter Stimme. Unaufhaltsam rinnen die Tränen über meine Wangen. Hatte noch nie in meinem Leben solche angst... habe noch nie in meinem Leben so sehr geweint!!! Du darfst mich einfach nicht alleine lassen... nicht hier... nicht in dieser Welt, die ohne dich so kalt ist, dass sie mir jeden Lebenshauch nimmt!!! Mum rennt aus deinem Zimmer und ich höre, wie sie per Telefon den Notarzt ruft. Es dauert eine 15 Minuten,da ertönen auch schon die Sirenen... doch es ist zu spät... denn du atmest nicht mehr! Hast mich verlassen...dein Herzschlag ist erloschen... bist nicht mehr hier... nicht mehr hier auf dieser Welt...Warum? Warum Tom???
Wie die Sanitäter mich zur Seite schieben und sich auf dich stürzen, bekomme ich gar nicht richtig mit. Warum hast du mich alleine gelassen?
Die Sanitäter legen dich auf eine Trage und beginnen mit ihren Wiederbelebungsmaßnahmen. Doch der Erfolg bleibt aus. „Komm zurück...komm zurück zu mir!“ flüstere ich und spüre noch immer heiße Tränen an meinen Wangen entlang laufen. Dann...ich weis auch nicht genau warum, falte ich die Hände und beginne in Gedanken zu beten: „Bitte...bitte Gott...tu mir das nicht an!!! Gott...du...du hast doch schon genug Engel bei dir im Himmel... bitte geb mir meinen zurück!!! Bitte Gott...ohne ihn kann ich nicht leben... nimm mir nicht die Luft, die ich zum atmen brauch....ich flehe dich an... er ist mein Zwilling... mein ein und Alles...mein Leben!!! Gib ihn mir zurück...ICH LIEBE IHN!!!!!!“
Plötzlich höre ich ein keuchen, öffne meine Augen und sehe, wie sich dein Brustkorb langsam hebt und senkt. Oh Gott...du bist zurück zu mir gekommen!!!
Schnell schieben die Sanitäter dich hinaus und verfrachten dich in den Krankenwagen. Dein Zustand ist kritisch, sagen sie... sie haben Angst, dich zu verlieren.
Nein...ich dachte, du wärst jetzt über den Berg, aber sie sagen, die Drogen sind noch immer in deinem Körper und zerfressen dich!!! Jetzt hängt alles von der Zeit ab...du musst so schnell wie möglich ins Krankenhaus! Ich will mit, ebenso wie Mum, doch sie verwehren uns den Zutritt zum Krankenwagen und fahren fort. Nehmen dich mir weg... Weinend bleibe ich zurück und sacke auf dem Boden zusammen. Mum legt mir ihre Hand auf die Schulter und sagt: „Zieh dich an, wir fahren!!!“ Ich sehe sie unendlich glücklich an und beginne mich so schnell wie möglich anzuziehen. Dann fahren wir los zum Krankenhaus. Als wir nach dir fragen, sagt man uns, dass du im OP liegst und wir im Wartesaal platz nehmen sollen. Zur Zeit kann man uns keine genaueren Informationen geben...
Stunden vergehen...Stunden in denen ich mich immerwieder frage, was ich ohne dich machen soll... Was passiert, wenn du wirklich sterben solltest? Was passiert dann? Und je mehr die Zeit verstreicht, umso klarer wird sie, die Antwort... wenn du gehst, dann werde auch ich gehen... ohne dich kann ich nicht leben... ohne dich hat es keinen Sinn!!! Was bin ich denn schon ohne dich? Ein nichts...ein niemand...du bist es, durch den ich lebe...wenn du nicht mehr bei mir bist...wie könnte ich dann bitte noch ich selbst sein? Bitte...kämpfe Tom...und vergiss bitte nicht: In dir steckt auch ein wichtiger Teil von mir!!!
Die Sonne geht bereits auf... an den Fenstern des Wartesaals erstrahlt der Morgen in hellen Farben. Und mir war gerade für einen Moment so, als hätte ich einen Engel vorbei fliegen sehen... einen Engel, mit langen Haaren...bitte sei nicht du dieser Engel gewesen!!!
Ein Arzt betritt das Wartezimmer, blickt mich und Mum an und kommt dann auf uns zu. „Ihr Sohn...er hat es geschafft!!! Er ist über den Berg... jedoch würde ich mich gerne noch einmal mit ihnen über alles unterhalten, wenn sie sich dazu wieder in der Lage fühlen!“ sagt er. Vor Freude beginne ich wieder Tränen zu vergießen. Du lebst...du lebst...du lebst!!!!
„Können wir zu ihm?“ fragt Mum den Doktor. „Nein...tut mir leid, aber er hatte eine schwere Operation durchzustehen...wir mussten ihm den Magen auspumpen und ihn ruhig stellen. Ich bitte sie noch ein paar Stunden zu warten, dann wird er hoffentlich wieder in der Lage sein, Besuch zu empfangen!“ antwortet der Arzt. Ich darf nicht zu dir... darf dich nicht sehen... Dabei brauch ich dich jetzt so dringend...Muss mich erst selbst davon überzeugen, dass es dir auch wirklich gut geht... aber wenigstens lebst du... Der Arzt sagt, du bist über den Berg...du wirst bei mir bleiben...


*Tom's Sicht*
Durchgehende Schwärze, welche mich umgibt. Langsam taucht ein Lichtkegel vor mir auf. Ich gehe auf ihn zu... Nach einigen Schritten entdecke ich eine Tür am Ende eines langen Ganges. Ich gehe auf sie zu... öffne sie und betrete die Welt, welche sich dahinter verbirgt. Als ich über die Schwelle trete, ist es weis... alles ist weis... ein gleißendes Licht!!! Dann ertönt lautes Gemurmel von allen Seiten. Stimmen von Menschen, die schon seit langer Zeit schweigen. Doch ich höre eine Stimme, die sich von allen anderen abhebt. Eine Stimme die eigentlich nicht hier sein dürfte... Eine Stimme, welche mir bis hierher, ins Reich des Todes gefolgt ist... Diese Stimme ist noch leiser, als all die Anderen... noch weiter entfernt... und dennoch erkenne ich ganz deutlich, wem sie gehört... wie könnte ich seine Stimme auch jemals vergessen? Es gibt nur ein einziges Geschöpf mit einer solch wundervollen Stimme!!! Aber...was hat das zu bedeuten? Was sagt er? Angespannt versuche ich im Gemurmel der Anderen seiner Stimme zu lauschen, bis ich schließlich einzelne Wortfetzen auffange. „Bitte verlass mich nicht... ich brauche dich...ich liebe dich...! höre ich dich rufen. Deine letzten drei Worte sind es, die mich zwingen, mich noch einmal umzudrehen. Die Tür, durch welche ich hierher gekommen bin, ist fast verschlossen. Nur noch ein kleiner Spalt, der sich allmählich schließt ist übrig. „Ich liebe dich...“ was hatte das zu bedeuten? Was wolltest du mir damit sagen? Ich muss es wissen...muss wissen, was du für mich empfindest... kann mit dieser Ungewissheit nicht meinen Frieden finden. Ich versuche umzukehren... will zurück durch die Tür... auf die andere Seite... zu dir!!! Doch es ist, als würde mich eine überirdische Macht daran hindern wollen, den Weg zurück zu nehmen. Wie ein Magnet wirkt sich diese Macht auf mich aus. Ich kann mich kaum bewegen. Doch ich muss!!! „Ich liebe dich...“ warum sagst du das? Immer nur diese drei Worte, welche in meinem Kopf wiederhallen... Ich kämpfe mich durch all diese Mächte, welche mich hinter dieser Tür gefangen halten... doch ich weis, wenn ich sie besiege und dagegen ankämpfe, dann führt der Weg zurück mich geradewegs zu dir!!! Als ich die Tür ein weiteres Mal durchquere und die Schranke zwischen Leben und Tod durchschreite, verschwindet all das Licht und absolute Dunkelheit umgibt mich. Ich laufe wieder einen langen Gang entlang. Immer und immer tiefer in die Dunkelheit. Das einzige, was mich weitertreibt, ist der Glaube, dich dort wiederzufinden. Ich weis nicht, wieviel Zeit inzwischen vergangen ist. Sind es Minuten?...Stunden?...Tage? Ich weis es nicht... ich weis nur, dass ich dich wiederfinden muss. Doch wie? Wenn doch der Weg zurück so finster...so schwarz ist, wie soll ich dich dann finden? Plötzlich umhüllt mich eine angenehmen Wärme und die Finsternis schwindet... Ich öffne meine Augen und wieder ist alles weiß... doch diesmal ist es ein anderes Weiß... ein mir wohl bekanntes Weiß... das Zimmer eines Krankenhauses!!!
Alles ist leer, Niemand der mich besucht, keine Blumen oder Genesungswünsche und kein Arzt. Hat die Welt mich verlassen? Bin ich denn nur zurückgekehrt, um alleine zu sein?
Mit einem Mal geht die Tür auf und ein Arzt tritt herein. „Bist du endlich aufgewacht!? Fünf Tage lang bist du jetzt bewusstlos gewesen... deine Mum hat mir hier in der Zwischenzeit ziemlich die Hölle heiß gemacht. Dabei ist sie mir noch die erträglichste gewesen... Dein Bruder hat sich die ersten zwei Nächte geweigert, das Krankenhaus zu verlassen!!! Stundenlang haben wir auf ihn eingeredet, doch er wollte einfach nicht hören. In der dritten Nacht ist er gegen Mittag an deinem Bett eingeschlafen und deine Mutter hat ihn mitgenommen... allerdings stand er am nächsten Morgen ab 6 Uhr schon wieder auf der Matte und wollte zu dir!!! Dein Bruder scheint wirklich sehr an dir zu hängen...“ erzählt der Arzt. Aber...wenn du doch immer bei mir warst... wo bist du dann jetzt? Ich muss unbedingt wissen, was dieses „Ich liebe dich...“ zu bedeuten hatte. Doch mittlerweile bekomme ich Zweifel, ob du das auch wirklich gesagt hast... „Ähm... wo ist mein Bruder denn jetzt?“ frage ich den Arzt, welcher mich mit großen Augen anblickt. „Junge...es ist erst 5.40... und ich schaue eigentlich auch nur kurz nach dir, um zu sehen wie es dir geht. Denn in der Nacht hatte dein Herzschlag kurzfristig ausgesetzt... darüber, was passiert ist, wollte ich sowieso noch mit dir reden...“ antwortet er mir. Doch als er meinen mitgenommenen Blick sieht, fügt er noch schnell hinzu: „Natürlich reden wir erst, wenn du wieder vollkommen auf dem Damm bist!!!“ Dankbar lächele ich ihn an. Dann dreht er sich um und geht zur Tür hinaus, ehe er sie jedoch erreicht, frage ich ihn: „Doktor?... Ich...Ich habe als ich bewusstlos war, die Stimme meines Bruders gehört... und ich...ich weis nicht, ob das wirklich war oder ob ich mir das vielleicht nur einbilde...“ „Hm... Ich denke nicht, dass du in deinem Zustand irgendwelche äußeren Einflüsse wahrgenommen hast... wahrscheinlich war dein Gehirn nur so strapaziert mit den Drogen, dass es dir einen Streich gespielt hat...“ antwortet der Arzt mir. Dann verlässt er den Raum und ich bin wieder alleine. Verdammt... wie soll ich denn jetzt herausbekommen, ob diese Worte von dir stammen oder nicht? Ich kann dich ja wohl schlecht fragen: „Liebst du mich?“ Nein...das geht wirklich nicht!!! Mein Blick schweift zur Uhr an der gegenüberliegenden Wand. Zehn vor 6...wann kommst du? Um 6 ist Einlass... wirst du heute kommen? 5 vor 6... was denkst du über meinen Selbstmordversuch? 3 Minuten vor 6... Wie soll ich mit dir umgehen? 1Minute vor 6... Scheiße, ich liebe dich!!! 6... Die Tür schlägt auf. Wow! Du warst doch in deinem ganzen Leben noch nicht pünktlich. Fängst du etwa jetzt damit an? Sehnsüchtig blicke ich zur Tür... erkenne dich... eine Träne rinnt über meine Wange. Gott...in dieser Schwärze habe ich dich so sehr vermisst...so sehr nach dir gesucht!!! Du schließt die Tür hinter dir... hast scheinbar noch nicht bemerkt, dass ich schon wach bin. Schnell schließe ich wieder meine Augen... will wissen, wie du mich all die Zeit, meiner Bewusstlosigkeit behandelt hast. Ich spüre deine Hand, welche mir vorsichtig über meine Bettdecke auf Höhe meiner Brust streicht. „Gott... Tom...wann kommst du endlich zurück? Ich vermisse dich!!!“ sagst du und ich fühle, wie du deinen Kopf auf meiner Brust ablegst. Vorsichtig öffne ich die Augen. „Ich dich auch...“ antworte ich und du schreckst augenblicklich hoch. „WA...TOM!!!!“ rufst du und fällst mir um den Hals. „Hey Kleiner... is ja gut... bin ja wieder da!!!“ sage ich. Du entfernst dich wieder von mir, siehst mich mit einem traurigen und zugleich enttäuschten Blick an und scheuerst mir eine. „Au...sag mal spinnst du?“ schreie ich gequält auf. Das tat echt verdammt weh... „Du verdammter *SPAM* Automatische Zensur!!! Weist du eigentlich, was für Sorgen ich mir um dich gemacht habe? Verdammt...Tom du warst tot!!! Hast du dir auch nur einen Moment darüber Gedanken gemacht, was aus mir werden soll, wenn du nicht mehr da bist?“ schreist du mich an und etliche Tränen verlassen deine Augen. „Tut mir leid... aber... ach egal... es tut mir leid okay?“ antworte ich dir. „Nein Tom, nichts ist okay!!! Warum? Warum hast du das gemacht? Nur für den Kick, für den Augenblick?“ fragst du mich entsetzt. „Bill... verdammt...mein Leben läuft echt beschissen in letzter Zeit!!!“ sage ich und blicke dich vorwurfsvoll an. „Was? Weil du mit deinem Leben nicht klar kommst versuchst du dir mit den Drogen ein Stück von nem falschen Glück zu verschaffen??? Du läufst vor deinen Problemen davon!!! Gott... du bist so ein verdammter Feigling!!!“ schreist du mich verletzt an. Ja...ja du hast recht...ich bin ein Feigling...wäre ich es nicht, dann würde ich dir spätestens jetzt...nach alledem sagen, was ich für dich empfinde! Doch jetzt, nachdem du mich schon so angefahren hast, bringe ich es nicht übers Herz, dir zu gestehen, dass ich dich liebe... doch eines Tages werde ich es tun...ganz bestimmt!!!
Nach wenigen Minuten öffnet sich die Tür erneut...


*Bill's Sicht*
Tränen bahnen sich den Weg über meine Wangen und unter Tränen schreie ich dich an... Schmeiße dir diese Gemeinheiten an den Kopf... dabei wollte ich dir doch sagen, dass ich dich liebe... dabei weis ich doch ganz genau, dass du dir nie grundlos etwas antun würdest!!! Als wir nach einigen Minuten nicht mehr miteinander gesprochen haben, geht plötzlich die Tür auf...
Ramo kommt auf dein Bett zu, während ich mich auf einem Stuhl neben deinem Bett fallen lasse. „Hey... Mensch, was machst du nur für Sachen Tom? Wie geht's dir? Hast du Schmerzen?“ fragt sie und lässt sich auf den Rand deines Bettes fallen. „Naja... wie solls schon gehen? Im Moment hab ich einfach nur tierische Kopfschmerzen und... ach... ich bin halt irgendwie ziemlich verwirrt!“ antwortest du ihr. Du bist verwirrt? In wie fern? Davon hast du mir ja noch gar nichts erzählt...
„Hast du schon mit dem Arzt gesprochen, wann du wieder Heim darfst?“ fragt Ramo dich wieder, doch du schüttelst nur den Kopf und blickst starr auf deine Bettdecke. Ramo blickt mich kurz an, sieht dann von mir zu dir und fragt: „Sagt mal... habt ihr euch gestritten oder warum seid ihr so still?“ Wir blicken uns kurz an und schütteln dann synchron den Kopf. Nein... 'Gestritten' haben wir uns nicht...pff... ist doch alles wie immer! Wir reden nicht miteinander oder giften uns an... nichts besonderes also! „Bill? Kann ich mal kurz mit dir sprechen?“ fragt Ramo und packt mich an der Hand, um mich rauszuschleifen. Lustlos trotte ich hinter ihr her. Weis ja eh schon, worauf das hier hinausläuft. Als wir im tristen Flur des Krankenhauses eine Sitzecke gefunden haben, lässt sie sich auf einem der Stühle nieder und beginnt zu sprechen: „Du hast es ihm immernoch nicht gesagt... Hast du es denn eigentlich noch vor oder hast du deine Pläne in der Zwischenzeit geändert?“ will sie wissen. „Mensch Ramo... das ist halt irgendwie alles nicht so einfach!!! Wie soll ich ihm das denn bitte erklären? Ich versteh's doch selbst nicht...“ antworte ich ihr. Mit einem traurigen und zugleich verständnisvollem Blick sieht sie mich an. „Du hättest ihn fast verloren... was willst du machen, wenn er demnächst wirklich stirbt und du dann keine Gelegenheit mehr hast, ihm von deinen Gefühlen zu erzählen? Bill...das könntest du dir nie verzeihen!!! Also...trau dich endlich mit ihm zu sprechen!!! So wie ihr im Moment mit einander umgeht, kann es doch nicht weiterlaufen!!!“ sagt sie ernst. Sie hat ja Recht... aber wie soll ich ihm blos davon erzählen, ohne ihn zu verlieren? Aber... wenn er sich noch einmal was antun will? Was dann??? „Du hast ja Recht... ich sollte schnell mit ihm darüber reden!!!“ antworte ich ihr und blicke auf den Boden. „Ja...so ist's richtig... glaub mir... schlimmer kanns kaum werden!!!“ meint sie und steht wieder auf, um zu deinem Zimmer zurückzukehren. Ich trotte ihr hinterher und überlege die ganze Zeit blos, wie ich es dir sagen könnte. Als wir fast direkt vor deiner Tür stehen, hören wir plötzlich eine laute Stimme schreien: „Mensch... das kann doch nicht sein!!! Du musst es ihm sagen!!! Er hat ein Recht darauf zu erfahren, was mit dir los ist, bevor du dein Leben einfach so wegschmeißt!!! Verdammt...Tom, er ist dein Bruder!!!“ Eindeutig... mit dem Temperament kann das nur Bine sein! Als wir die Tür öffnen, verstummt sie augenblicklich und keiner von euch traut sich, mich oder Ramo auch nur anzusehen. „Was sollte ich erfahren?“ frage ich dich, doch du scheinst es gekonnt zu ignorieren. „Ramo... das hier ist übrigens Bine, unsere Cousine! Bine, das ist Ramo, unsere Nachbarin!“ machst du die Mädels miteinander bekannt und weichst meiner Frage aus. „Tom?...“ frage ich erneut, um dich darauf aufmerksam zu machen, dass da noch was war. „Bine? Was hälst du davon, wenn wir uns das Krankenhaus mal genauer ansehen?“ fragt Ramo. Bine lächelt sie dankbar an und schon haben die Zwei dein Zimmer verlassen. Nun, da sie weg sind, blickst du wieder zu mir. In deinem Blick liegt unglaubliche Trauer... aber auch große Angst. „Bill... ich...es...“ stotterst du, doch ich unterbreche dich :“Tom es tut mir leid, was ich vorhin gesagt hab. Ich wollte dich nicht anschreien und schon gar nicht verletzen!!! Es tut mir so leid!“ sage ich und bemerke, wie mir erneut heiße Tränen an der Wange herunter laufen. Du siehst mich gequält an, streckst dann deine Arme aus und meinst: „Komm her...“ Ich zögere nicht einen Moment und stürze auf dich zu. Ich lasse mich geradewegs in deine Arme fallen und kuschle mich an deine Brust... dicht an deinem Herzen. „Tom... ich kann nicht Leben ohne dich! Kann mir nicht mal vorstellen, wie es wäre, ohne dich zu sein!!!“ sage ich und umklammere dich. „Bill...Ich...Ich...Ich ertrag deine Nähe nicht!!!“ sagst du laut und ich schrecke zurück. War ich zu aufdringlich? Hätte ich dich lieber nicht anfassen sollen? „Es...es tut mir leid...ich wollte nicht...“ stottere ich vor mich hin, doch dann legst du mir deinen Finger auf die Lippen und gebietest mir Einhalt. „Nein...es ist nicht deine Schuld! Es ist... ich... ich vermisse dich so sehr, wenn du nicht in meiner Nähe bist... und wenn du dann plötzlich wieder bei mir bist und mir Nahe bist, dann-“ weiter kommst du nicht, da gerade die Tür erneut aufgerissen wird...


*Ramo's Sicht*
Bine und ich verlassen gemeinsam das Krankenzimmer und bleiben dann ratlos auf dem Flur stehen. „Ramo?...Ist doch richtig oder?...“ fragt Bine nach meinem Namen. Ich bestätige mit einem Nicken und sie fährt fort: „Wollen wir nicht zusammen in die Cafeteria gehen? Ich glaube DAS HIER kann noch ein bisschen dauern... Die Zwei sind ja nicht gerade die Weltmeister, wenns darum geht, über seine Probleme zu sprechen!!!“ Skeptisch betrachte ich die Tür, dann beginne ich laut zu lachen und meine: „Du hast Recht!!! Wahrscheinlich sitzen die Beiden noch heute Abend nebeneinander und haben kein Wort miteinander gesprochen... Dabei sind sie ansonsten solche Quasseltaschen!!!“ „Jop! Also...lass gehen!!!“ sagt Bine, packt meine Hand und schleift mich hinter sich her. Nach einer halben Stunde,...weder Bine noch ich hatten eine Ahnung, wos lang geht und haben uns geraume Male verlaufen,... stehen wir vor der Cafeteria und lassen unsere Blicke über die Speisekarte gleiten. „Hey schau mal!!! Die haben hier Kaiserschmarrn!!!“ rufe ich glücklich und renne in die Cafeteria um mir davon eine Portion zu genehmigen. „Hey warte doch, ich will auch!!!“ ertönt Bines Stimme hinter mir. Nachdem wir unsere vollbeladenen Tablette bezahlt haben, lassen wir uns gemeinsam auf der Terrasse der Cafeteria nieder. Heute scheint die Sonne einfach herrlich und es ist total warm... „Ahhhh endlich ist der beschissene Winter vorbei!!!“ sage ich seufzend und lehne mich zurück. „Das kannst du laut sagen! Ich freu mich schon total auf den Sommer!“ antwortet Bine. Laut sagen? Warum das? Aber...wenn sie will...“AHHHH ENDLICH IST DER BESCHISSENE WINTER VORBEI!!!“ „Mensch...nun nehm das doch nicht so wörtlich!“ sagt Bine und wir fangen Beide an zu lachen. „Sag mal... Aus welchem Grund wolltest du eigentlich, dass Bill und Tom miteinander sprechen? Ich meine... Tom hat dir doch nichts gesagt oder...?“ fragt Bine plötzlich. „Tom? Nein, es ist eher wegen Bill... er muss dringend mal mit Tom reden weist du!? Aber...er hat irgendwie einfach nicht den Mut dazu!!!“ antworte ich ihr. „Reden? Worüber denn?“ fragt Bine nun etwas weniger gelassen. Ihre Augen funkeln richtig, als wenn sie etwas ahnen würde... „Sorry, aber das ist ein Geheimnis... ich musste ihm versprechen, mit niemanden drüber zu quatschen!“ sage ich und blicke ihr in die Augen. „Aber...mal was anderes: warum sollte Tom denn mit Bill sprechen?“ frage ich nun sie. „Tut mir leid, aber DAS ist auch ein Geheimnis...“ antwortet sie und leicht bedröppelt beginnen wir nun unseren Kaiserschmarrn aufzumampfen. Nachdem wir artig aufgegessen hatten, labern wir noch über Hobby's, unsere Familien, Lieblingssachen und Bine's Leben auf den Malediven. Echt geiles Leben muss sie da gehabt haben... „Wie läuft denn die Schule so bei dir?“ fragt Bine und reißt mich aus den Urlaubsträumen. „Joa...geht so... ich geh auf ein Internat etwas abseits von Magdeburg, deshalb kann ich auch immer nur am Wochenende nach Hause...und in den Ferien natürlich!!!“ antworte ich ihr und denke an die verschissene Mathearbeit, die für nächste Woche angesetzt ist. „Echt? Cool, ich geh ab Dienstag auch auf ein Internat. Reiherhorst heißt das glaub ich...“ sagt Bine wieder. Nun bekomme ich langsam riesengroße Telleraugen. „Reiherhorst??? Was echt? Aber...Das ist doch meine Schule!!! Gott, wie geil ist das denn? Dann kommst du ja bestimmt in meine Klasse und dann können wir zusammen abhängen!!!“ plappere ich überglücklich drauf los. Ich glaube, Bine und ich werden noch gaaaanz dicke Freunde... naja... wir könnten natürlich auch schlank bleiben und dennoch Freunde werden...
„Nein! Was will der denn hier???“ schreit Bine plötzlich und springt auf. An der Cafeteria geht ein Junge mit langen Dreads entlang, den Bine scheinbar kennt. „Wer ist das?“ frage ich Bine verwirrt und mustere den Jungen genauer. Irgendwie sieht er ja total schnuggelig aus... „Das ist Lion, mit dem war Bill bis vor kurzem zusammen... und ich glaube, ihn will Tom im Moment am allerwenigsten sehen!!!“ antwortet sie mir und stürmt auf den Jungen namens Lion zu. Lion...war das nicht mal n Schokoriegel? Schon komisch, wie die Leute ihre Kinder heutzutage nennen... naja auch egal! Mit einem Satz springe ich auf und eile Bine hinterher. Sie packt Lion an der Schulter und hält ihn fest. „Hey, du bist ja auch da!“ sagt er und umarmt Bine flüchtig. „Ähm...ja...hi Lion!... Was machst du hier? Ich glaube, es ist nicht so gut, wenn du jetzt zu Tom gehst...“sagt Bine und blickt ihn verzweifelt an. „Warum nicht?“ entgegnet er. „Naja...ich denke, dass Tom einfach nicht so gut auf dich zu sprechen ist...“ versucht Bine ihn abzuschütteln. Ich bin auch der Meinung, dass Lion besser einen Abflug machen sollte, denn wenn er wirklich Bills Ex ist, dann macht er jetzt blos alles kaputt... jetzt wo Bill sich endlich ein Herz gefasst hat und mit Tom reden will. Doch Lion bleibt hartnäckig und versucht sich an ihr vorbei zu kämpfen. Bis vor Toms Zimmer laufen Bine und ich ihm hinterher. Sie gibt wirklich ihr bestes, um ihn loszuwerden, und als er versucht, Toms Tür zu öffnen, mische ich mich auch ein und packe ihn am Arm. „Du kannst da jetzt nicht rein!!!“ sage ich und zerre ihn von der Tür weg. Bine packt seinen anderen Arm und meint: „Die Beiden haben was wichtiges zu besprechen!!!“ Verzweifelt versucht Lion sich gegen uns zu wehren. „Verdammt... ich muss mit den Beiden sprechen, lasst mich endlich los!“ quengelt er. Mensch...der ist ja echt putzig... „Nein...jetzt nicht!!! Reden kannst du später!!!“ schreit Bine verzweifelt. „Genau...später ist gut...später hast du die Beiden für dich alleine, aber nicht jeeetzt!!!“ sage ich, während er uns mit sich schleift und sich immerweiter auf die Tür zu bewegt. Bine und ich rutschen regelrecht hinter ihm her... wo nimmt der blos die Kraft her??? Mit beiden Händen klammern Bine und ich uns nun an ihm fest. „Bitteeeeee niiiicht...“ quengeln wir synchron, doch schon hat er die Tür erreicht und öffnet diese mit Hilfe seines Fußes. Unglaublich...macht der doch glatt so nen Radau im Krankenhaus... tse... was denkt der wer er ist? Im Zimmer drinne müssen Bine und ich allerdings feststellen, dass all unsere Mühe umsonst war, denn die Zwillinge sind schon längst nicht mehr alleine. „Na ihr...“ begrüßt uns Simone freudig. Mein blick schweift zu Bill... verdammt... er hat es ihm nicht gesagt...das kann ich ihm an den Augen ablesen. Bine rollt ebenfalls mit den Augen und stöhnt auf. „Maaan... meine Nerven halten das nicht mehr lange aus!!!“ meint sie und blickt wehleidig zu Tom. „Sagt mal...könnt ihr jetzt mal eure Graffeln von mir nehmen?“ brüllt Lion und versucht Bine und mich loszuwerden...


*Tom's Sicht*
Mum kommt rein und setzt sich zu mir aufs Bett. „Na... wie geht's dir? Du hast so lange geschlafen...Ich hab mir tierische Sorgen um dich gemacht!“ sagt sie und nimmt meine Hand in ihre. „Geht schon... mach dir bitte keine Sorgen!!!“ antworte ich und drücke sanft ihre Hand. „Natürlich mache ich mir Sorgen! Wie könnte ich wohl anders? Du bist mein Baby Tom und ich werde mich Zeit deines Lebens um dich sorgen!!!“ sagt sie und umarmt mich. Bill lächelt mich sanft von der Seite an... Gott, fast hätte ich es ihm gesagt... beinahe wäre diese Last von mir gefallen... doch nun ist es wieder so, als hätte sich erneut eine Kette um mein Herz gelegt. Ich muss ihn nur anblicken und schon spüre ich wieder Schmetterlinge in meinem Bauch und zur gleichen Zeit scheint meine Furcht vor ihm mich einen Abhang hinunter zu stürzen... Ich kann einfach nicht mehr...ich kann doch nicht auf ewig im Himmel UND in der Hölle sein!!! Gott... ich bitte dich nur um eines, bitte schenke mir endlich Frieden. Ab jetzt und für immer!!! Denn das hier ertrage ich nicht mehr. Nach einiger Zeit geht die Tür erneut auf und ein recht fragwürdiger Anblick bietet sich uns... Lion tritt herein und hat an jeweils einer Hand Bine und dann Ramo hängen... kurze Zeit blicken wir uns das Schauspiel an, bis Lion schließlich empört meint:“Sagt mal...könnt ihr jetzt mal eure Graffeln von mir nehmen?“. Zur gleichen Zeit beginnen wir alle in lautes Gelächter auszubrechen. Das ist echt nicht normal...vor allem im Zusammenhang mit Lion, dem Oberchecker ist das hier einfach zu köstlich!!!
„Tom? Bill? Kann ich vielleicht mal alleine mit euch reden?“ fragt Lion nun wieder ernster und blickt uns unsicher an. „Sicher!“ meine ich und deute Mum und den Mädels uns einen Moment alleine zu lassen. „Jaja, verstehe schon...das heißt dann wohl wieder raus hier...“ sagt Bine genervt und Ramo fügt hinzu:“echt mal... schöne Gastfreundlichkeit ist des hier...“ Die Beiden tun mir ja schon ein bisschen leid, aber ich denke, dass Lion uns einiges zu erklären hat und das geht die Mädels nunmal echt nix an. „Also...was ich sagen wollte... es tut mir wirklich leid, was da neulich passiert ist! Ich hatte mich einfach nicht mehr unter Kontrolle... Bill, du hast mich total verrückt gemacht und dann... naja ich weis ja auch nicht, wie das passieren konnte... und Tom, deine Verletzungen... was zum Teufel hast du nur gemacht? Geht's dir denn echt so beschissen? Und dann auch noch der Selbstmordversuch... ich weis ja, dass wir wegen dieser einen Sache ziemliche Probleme hatten, aber...hey wir sind doch Freunde, du kannst mit mir reden, wenn du Probleme hast!!!“ meint Lion und sieht uns traurig an. Bill blickt schüchtern zu Boden, sieht aber dennoch recht glücklich aus und auch ich lächle ihn nun an. „Lion... lass uns nicht wieder wegen sowas streiten okay? Ich hab dich echt vermisst in letzter Zeit!“ meine ich und sehe ihn aufmunternd an. „Freunde?“ fragt er und hält mir seine Hand hin. „Freunde!!!“ antworte ich ihm und schlage ein. Dann sieht Lion zu Bill auf und hält ihm ebenfalls die Hand hin. „Verzeihst du mir?“ fragt er ihn. „Ja... schon okay!“ sagt Bill und ergreift ebenfalls Lions Hand. „Und...gibst du mir noch eine Chance?“ will Lion wissen. Gebannt beobachte ich Bill. Bitte tus nicht... ich will dich nicht noch einmal an ihn verlieren müssen... „Tut mir leid, aber... ich kann nicht länger mit dir zusammen sein!“ meint Bill und blickt Lion traurig in die Augen. „Ich verstehe...“ sagt Lion und ich bemerke, wie eine Träne seine Augen verlässt. Plötzlich wird die Tür aufgeschlagen und der Oberarzt steht vor uns. „Darf ich euch Zwei bitten, Tom und mich einen Moment alleine zu lassen?“ fragt er an Bill und Lion gewandt und zieht sich dann einen Stuhl heran, auf welchem er platz nimmt. Bill und Lion nicken und verlassen dann gemeinsam mein Krankenzimmer. Nun bin ich also alleine mit dem Arzt. Erwartungsvoll blicke ich ihn an und fixiere seine Unterlagen, die er auf seinem Schoß abgelegt hat. „Also Tom... wie ich dir heute Morgen bereits gesagt habe, möchte ich mich gerne einmal mit dir über die Vorkommnisse der letzten Tage unterhalten...“ beginnt er zu erzählen. Ich bin gespannt und habe zugleich etwas Angst vor dem, was er mir jetzt erzählen wird... Auffordernt blicke ich ihn an und bringe ihn somit dazu fortzufahren. „Tom, Wir...wir haben an deinem Körper mehrere Blutergüsse, Verletzungen und Schwellungen feststellen können... was uns vor allem Sorgen macht, sind Verletzungen an deinen inneren Organen, welche auf eine... eine Vergewaltigung schließen lassen... ich kann verstehen, wenn du nicht darüber reden möchtest und ich kann dir höchstwahrscheinlich auch nicht sehr helfen, da ich kein ausgebildeter Psychologe bin, dennoch bin ich der Meinung, dass du dich in fachlich kompetente Hände begeben solltest. Eine Vergewaltigung ist ein höchster Eingriff, in deine Privatsphäre, die Ausnutzung deines Willens und deines eigenen 'Ichs'... das sind Dinge, die Niemand so leicht wegstecken kann...“ sagt der Arzt und blickt mich abwartend an. „Ich... ich weis nicht was ich tun soll...“ sage ich und merke, wie mir eine heiße Träne an den Wangen hinunter läuft. Diese Nacht...diese eine Nacht, in der Junes alles zerstörrte, was ich jemals besaß... diese eine Nacht, in der Junes mir mein Leben genommen hatte... diese eine Nacht, nach der ich nicht mehr leben wollte, geht mir einfach nichtmehr aus dem Kopf... ob ich es jemals vergessen werde? Ich kann es nicht glauben...zu grausam war die Erfahrung, derart von einem anderen Menschen ausgenutzt zu werden. „Wie du weist, ist das nicht alles Tom... das mit den Drogen ist ein akutes und vielleicht sogar noch schlimmeres Problem...“ beginnt der Arzt von neuem. „Schlimmer? Schlimmer als DAS?... Sie haben keine Ahnung, wie es ist, wenn man so benutzt wird... wenn man sich plötzlich nur noch dreckig fühlt und das Gefühl hat, dass man den ganzen Tag unter der Dusche verbringen könnte und doch nie sauber wird!!!“ bringe ich schluchzend hervor und muss mich zusammenreißen, um nicht zusammenzubrechen. „Ich versteh ja was du meinst Tom... nur...sieh doch, die Drogen werden eines Tages deinen Tod bedeuten, wenn du jetzt nicht damit aufhörst!!! Sie dir doch nur an, wie sehr dein Körper unter den Drogen leidet!!! Überall Narben von den Einstichen, dein Imunsystem ist stark geschwächt und dein Kopf spielt dir Halluzinationen vor... was muss denn noch passieren, bis du endlich begreifst, wie schlimm es um dich steht? TOM, du hast das Reich der Toten doch schon besucht... ist das der Ort, an dem du sein möchtest? Das kann doch nicht dein Wunsch sein!!!“ schreit der Arzt mich regelrecht an. Ich zucke unweigerlich zusammen und blicke ihn dann mit schmerzverzerrtem Gesicht an. „Was soll ich denn machen? Ich kann weder leben, noch kann ich sterben... ich fühle mich so kaputt... so leer... verloren...ach verdammt, ich weis doch auch nicht!!! Sie sind doch hier der Arzt...sagen sie mir, was ich tun soll!“ sage ich und blicke gequält an ihm herauf. „Ich habe mich besonders mit deinem Fall in den letzten Tagen auseinander gesetzt und ich kenne eine gute Fachklinik, in der man dir helfen kann, wieder ein normales Leben zu führen... Diese Klinik befindet sich in den Alpen und hat einen sehr guten Ruf. Mit einem streng geregelten Tagesablauf bietet diese Fachklinik den Patienten eine gute Chance von der Sucht los zu kommen und ihr Leben mit einen geregelten Tagesablauf neu zu strukturieren. In Groß- und Kleingruppen werden die Ursachen für die jeweilige Suchterkrankung durch medizinische, psychologische und sozialarbeiterische Hilfe von Psychotherapeuten hinterfragt und die Schwerpunkte der psychischen Belastungen in unterstützenden Einzeltherapien aufgearbeitet. Zudem helfen kreative eben sowie sportliche Freizeitgestaltung, um Alternativen zum bisherigen Verhalten zu erlangen. Für alle Probleme jedes einzelnen Patienten ist ein konkreter Bezugstherapeut während der gesamten Behandlungszeit zuständig. Alltäglicher Konsum wie Fernseher und Kaffee gelten dort als suchtgefährdend und sind deshalb nur begrenzt möglich. Dein Verlangen nach den Drogen wird dort mithilfe von Methadon gestillt. Methadon ist eine Art Ersatzdroge, welche eine ähnliche Wirkung wie Heroin hat, aber weitaus unschädlicher ist. Schritt für Schritt wird die Dosierung heruntergeschraubt, bis du irgendwann ganz frei von den Drogen bist!!!“ erklärt mir der Arzt. „Okay...und wann sollte ich denn dahin?“ frage ich ihn etwas überrumpelt. Ich weis noch nichteinmal genau, ob ich diesen Schritt wirklich wagen sollte und dennoch weis ich, dass es das einzige ist, was mir jetzt noch helfen wird...
„Ich habe gehofft, dass du dich für die Therapie entscheiden wirst und habe mich deshalb im Vornherein schonmal mit der Klinik in Verbindung gesetzt. Sie sagen, dass wir großes Glück haben, da einer ihrer Patienten die Therapie abgebrochen hat und nun ein freier Platz dort zur Verfügung steht. Ansonsten würde es Wochen, wenn nich sogar Monate dauern, an einen freien Platz dort zu kommen! Also... so schnell wie Möglich solltest du dorthin kommen. Am besten schon morgen früh...“ erklärt der Arzt. „Morgen früh? Aber...SO kurzfristig schon???“ frage ich entsetzt. „Ja... tut mir leid, aber in deinem jetzigen Zustand ist das die bestmögliche Lösung! Also...wirst du diesen Schritt wagen!?“ fragt er. „Ja...ja ich tus!!!“ antworte ich und zufrieden verlässt der Arzt mein Zimmer. Bevor er die Tür öffnet meint er noch:“ Du solltest dir nun etwas Ruhe gönnen... ich denke du hattest fürs erste genug Besuch... es reicht wohl wenn du dich heute Abend von deiner Familie verabschieden kannst, unterdessen werde ich deiner Mutter von deiner Entscheidung berichten!“ Dann verschwindet er und lässt mich alleine mit meinen Gedanken an diese Klinik... Was wird mich dort wohl erwarten? Werde ich den Entzug durchstehen? Und was ist, wenn ich zurückkomme? Soviele Fragen, deren Antwort noch so fern scheint...
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Michi



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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:40    Titel:


*Bill'S Sicht*
Der Arzt schickt mich und Lion aus dem Zimmer und will sich anscheinend mit dir über etwas wichtiges unterhalten. Bevor ich die Tür hinter uns verschließe werfe ich dir einen letzten Blick zu. Du siehst besorgt aus... doch dann zieht Lion mich mit sich und die Tür fällt ins Schloss. Gemeinsam begeben wir uns zu den anderen ins Wartezimmer. Als wir dort einige Zeit mit Trübsal blasen und Trauer verbracht hatten, meldete sich plötzlich mein Bauch. Ich entschuldige mich und mache mich auf den Weg zur Cafeteria... ich glaube, ich sollte was essen gehen... Auf dem Gang höre ich hinter mir plötzlich Jemanden herlaufen und drehe mich um...Lion! „Hey warte doch mal, ich komm auch mit!“ ruft er und packt mich an der Schulter. Gemeinsam stiefeln wir zur Cafeteria und lassen uns dort in einer ruhigen Ecke nieder. Wir haben uns Bratkartoffeln mit Speck geholt und sitzen nun stillschweigend nebeneinander. „Sag mal... warum gibst du mir keine Chance mehr?“ fragt Lion plötzlich und unterbricht so die Stille. Beschämt sehe ich zu Boden. Warum muss er denn jetzt damit anfangen? „Ich...Ich kann einfach nicht!“ sage ich und versuche ihn ernst anzusehen. Doch es gelingt mir nicht, ihm in die Augen zu blicken... ich habe zu große Angst, dass er es bemerken würde...bemerken, dass ich ihn nie wirklich geliebt habe...dass ich mich all die Zeit nach Jemand anderem verzehrt habe und ihn nur als Vorwand benutzt habe... als Trostspender... Ersatz... Nein, das darf er einfach nicht erfahren! Das war so mies von mir. Ich hätte das einfach nicht machen dürfen. Es war falsch...EINFACH NUR FALSCH!!! „Du liebst Jemand anders stimmts?“ durchbrecht er plötzlich die gerade aufgekommene Stille. Verwirrt blicke ich ihn an. „Ich... wie kommst du darauf?“ frage ich verstört. „Ich merk das halt irgendwie...“ antwortet er. Beschämt blicke ich zu Boden. „Lion...es tut mir leid...“ versuche ich ihn ein wenig Trost zu spenden. „Hast du mich jemals geliebt?“ kommt es plötzlich leicht anklagend von ihm. Ich spüre, wie meine Augen erneut wässrig werden und schüttele vorsichtig den Kopf. Ich höre sein schweres Atmen und starre schuldbewusst den Boden an. „Vergib mir...“ flüstere ich zaghaft und hoffe, dass wir Freunde bleiben können. „Warum?“ will Lion nun wissen, doch ich kann nur den Kopf schütteln und weiterhin auf den Boden starren. „Bill...warum? Verdammt, du bist mir eine Erklärung schuldig!!!“ schreit er mich an und ich muss unweigerlich zusammenzucken. „Ich kann es dir nicht sagen, es tut mir leid... Ich...ich wollte doch nur geliebt werden!“ versuche ich mich zu rechtfertigen. Ich weis doch, dass es falsch war... aber ich war doch so alleine!!! „Warum bist du nicht zu der Person gegangen, die du eigentlich liebst? Wäre das nicht weitaus logischer gewesen?“ fragt Lion nun in einem etwas ruhigerem Tom. Ich schüttele den Kopf und antworte ihm dann: „Es geht nicht... es... es darf nicht sein...“ Lion macht plötzlich große Augen und stochert weiter nach Antworten. „Es darf nicht sein? Was soll das denn bedeuten?“ will er wissen und ich bemerke, dass er leicht hibbelig wird. „Naja, er liebt mich nicht und er wird mich auch nie lieben... und... und er darf es auch gar nicht!!!“ sage ich, ehe ich mir vor Schreck die Hand auf den Mund presse und ich geschockt ansehe. Das hab ich gerade nicht wirklich gesagt oder? Nein, bitte... das darf er einfach nicht wissen!!! „Tom...“ sagt er leise, hat eins und eins zusammengezählt und verstanden, was hier passiert. Nicht wissend, wie er reagieren soll blickt er gebannt auf den Tisch und ich höre geradezu die Rädchen in seinem Kopf arbeiten. „Du... Du bist in Tom verliebt... und Tom...“ dann bricht er ab und blickt mich entsetzt an. „Seit wann geht das schon so?“ fragt er. „Ein paar Monate...“ antworte ich ihm und sehe ihn fragend an. Was ist denn jetzt mit dem los? Es scheint ihm nicht mehr wirklich zu interessieren, dass ich ihm gebeichtet habe, dass ich ihn nie geliebt habe, es scheint ihn mehr zu interessieren, wie das mit Tom jetzt ist!!! „Warum hast du es ihm nie gesagt? Warum habt ihr nie darüber gesprochen? Ich meine...dann... dann wäre das alles doch nie-“ „Hey ihr zwei, da seid ihr ja!“ unterbricht Mum ihn und kommt auf uns zu. Ich schenke Lion einen letzten fragenden Blick und wende mich dann Mum zu. „Ich habe gerade mit dem Arzt gesprochen. -Nein Bill, du gehst jetzt nicht wieder zu ihm, er soll sich bis heute Abend erholen-“ sagt sie und drückt mich auf den Stuhl zurück, von welchem ich mich gerade erheben wollte. „Tom wird einen Entzug machen!“ spricht sie weiter. „Einen Entzug? Wann? Wo?“ will ich sofort wissen und blicke sie neugierig an. „Er wird morgen früh in eine Fachklinik in den Alpen überwiesen. Dort wird er für 8-12 Wochen bleiben... die Dauer seines Aufenthalts richtet sich ganz nach seinen Fortschritten... pauschal kann man nicht sagen, wann er zurückkommen wird...“ erklärt sie. Mir klappt regelrecht die Kinnlade runter und ich blicke sie geschockt an. Nein, das können sie mir nicht antun! 8-12 Wochen ohne Tom? Ich halte es doch kaum einen Tag ohne ihn aus, wie soll ich da so eine Dauer überstehen? „Mum...ich... Wir waren doch noch nie länger als ein Wochenende von einander getrennt... wie soll denn das gehen?“ frage ich sie verzweifelt. „Bill, sei vernünftig!!! Du weist, wie schlimm es um Tom steht! Du weist, dass er diesen Entzug dringend nötig hat!!!“ sagt sie und blickt mich ernst an. „Aber... was soll ich denn ohne ihn machen?“ frage ich traurig, kann mir doch ein Leben ohne ihn gar nicht vorstellen. Lion nimmt sanft meine Hand in seine und versucht mir Trost zu spenden. Er weis, was das eigentliche Problem ist: ich liebe meinen Bruder...liebe ihn abgöttisch... mehr, als mir erlaubt ist!!! „Bill... versteh doch, dass es so sein muss!“ versucht Mum mich nun etwas ruhiger zu überzeugen. „Kann ich ihn besuchen, wenn er dort ist?“ will ich wissen, während mein Blick auf die Tischplatte geheftet ist. „Die erste Zeit nicht...nein, aber nach 4-5 Wochen sollte das schon möglich sein.“ antwortet sie mir. 4-5 Wochen... 4-5 Wochen ohne ihn... nein, das ertrage ich nicht!!! Ich kann meine Tränen nicht länger zurückhalten, meine Mauer aus vorgespielter Stärke fällt gänzlich in sich zusammen und reißt mich in einen tiefen Schlund der Verzweiflung. Tom... bitte verlass mich nicht!!!
Mum setzt sich zu mir und versucht mir durch vorsichtiges Streicheln meines Rückens Trost zu spenden. Lion klinkt sich ein und so streichen mir abwechselnd ihre Hände über den Rücken... Sie sollen aufhören, ich brauche ihr Mitleid nicht... das ist kein Trost, das ist doch alles nur eine Lüge... es tut ihnen doch gar nicht leid, sonst würden sie nicht zulassen, dass man mir Tom wegnimmt... Ich springe auf und flüchte regelrecht aus der Kantine, will diese Menschen nicht um mich haben...sie verstehen es nicht, verstehen mich nicht... verstehen meine Gefühle nicht!!!
Ich will zu dir, bei dir sein, deine Nähe spüren... es bleibt uns doch nur noch so wenig Zeit... und ich muss dir doch noch etwas sagen!!! Du musst es wissen, bevor du mich für so eine lange Zeit verlässt... du musst es einfach erfahren!!!
Mum sagt, du sollst dich schonen...aber wozu denn, wenn du doch ab morgen sowieso fort bist...fort und alleine... dort, wo dich niemand besuchen wird!!! Dann doch wenigstens jetzt. Denke ich mir und laufe in Richtung deines Zimmers. Vor deiner Tür sitzen noch immer Bine und Ramo und sehen mich etwas verwirrt an. „Bill, du sollst da doch jetzt nicht rein!“ versucht Bine mich aufzuhalten, doch ich ignoriere sie und öffne dennoch die Tür zu deinem Zimmer. Weder Bine noch Ramo folgen mir, was mich zwar leicht verwirrt, mir jedoch nach weiteren Sekunden völlig egal ist...



*Tom's Sicht*
Hmm...die Alpen... das dürften gut 5 Stunden Fahrt von Magdeburg aus sein... und Besuch bekomm ich die ersten Tage wohl auch nicht... außerdem sind suchtgefährdete Mittel verboten... das heißt wohl, dass du da gar nicht erst reinkommst immerhin bist du meine schlimmste Sucht!!!
Nachdem ich einige Zeit darüber gegrübelt habe, wie ich die Wochen in den Alpen ertragen soll, falle ich in einen unruhigen Schlaf. Warum kann denn nicht alles ganz einfach sein und du kommst einfach mit mir? Nach einiger Zeit lässt mich das klacken der Tür wieder aufschrecken. Ich höre Bine noch nach dir rufen, doch du scheinst sie erfolgreich zu ignorieren und trittst dennoch herein. Schnell schließe ich die Augen und stelle mich schlafend. Ich bin einfach zu neugierig, wie du reagieren würdest... Ich merke ganz genau, wie du langsam auf mich zukommst und vor meinem Bett stehen bleibst. Spüre deine Blicke auf mir und komme mir inzwischen doch ziemlich albern vor. Warum machst du denn jetzt nichts? Bist du vielleicht eingeschlafen? Oder unbemerkt wieder abgehauen oder was? Vor lauter Nervosität schlage ich letzten Endes doch wieder die Augen auf und blicke dich an. Du stehst mit geschlossenen Augen vor meinem Bett, atmest tief ein und aus. Der Ausdruck in deinem Gesicht sieht fast so aus, als ob jeder Atemzug dir in die Lunge schneiden würde und du die Schmerzen nicht mehr lange ertragen kannst. Was ist denn los mit dir? Plötzlich ballst du deine Fäuste und ich lasse meine Lieder schnell wieder zuschlagen. Will jetzt erst recht wissen, was du tun wirst. Wenn ich jetzt die Augen aufschlage, habe ich Angst, dich zu verunsichern...
Es verstreichen wenige weitere Sekunden, ehe ich plötzlich geschockt meine Augen aufreiße. Deine Arme schmiegen sich um meine Hüften und dein Kopf hat Platz in meiner Halsbeuge gefunden. Gott...was tust du da? Du bist mir zu nahe...viel zu nahe...bitte hör auf, du tust mir weh!!! Diese Gefühle sind unerträglich... Nein...hör nicht auf... bleib bei mir... halte mich...lass mich bitte nie wieder los!!! „Bitte... bitte lass mich nicht alleine!!!“ beginnst du leise zu schluchzen. Krallst dich an meinem Shirt fest und sorgst dafür, dass deine Tränen es benetzen... „Ich weis es ist egoistisch und unvernünftig... und ich weis, dass du den Entzug machen musst... aber... aber was wird denn aus mir, wenn du nicht bei mir bist? Ich brauche dich doch!!!“ flüsterst du, doch ich habe jedes einzelne deiner Worte verstanden. Warum sagst du mir solche Dinge nie, wenn du weist, dass ich wache? Warum kannst du erst jetzt sagen, dass du mich brauchst? Jetzt, da du mich schlafend glaubst? „Oh Gott... ich weis es doch...weis doch, dass es sein muss...Einen guten Schutzengel würde ich wohl nicht abgeben... doch ich denke nicht, dass du einen brauchst... wozu brauchen Engel denn wohl andere Engel? Dennoch...dennoch will ich da sein für dich. Vielleicht geht es dir ja manchmal besser, wenn du einfach weist, da ist Jemand...“sagst du wieder, ehe deine Stimme erstirbt und du einen sanften Kuss in meine Halsbeuge hauchst. Sofort stellen sich meine Nackenhäärchen auf und eine Gänsehaut überzieht meinen Körper. Und... was hast du gesagt? Nennst mich einen Engel? Mich? Wie kommst du dazu, mich so zu sehen? Wie kann das sein? Ich merke, wie du plötzlich bitterlich anfängst zu weinen und wie dein Körper erschaudert. Immer und immerwieder zuckst du zusammen und schluchzt. Nein...Das ertrage ich nicht!!! Sanft ziehe ich dich in eine innige Umarmung und halte dich in meinen Armen. Du schreckst hoch und blickst mich an mit einer Mischung aus Furcht und Panik in deinen Augen. „Du...du bist wach?“ stellst du geschockt fest. Ich nicke vorsichtig und streiche dir dann die Tränen aus dem Gesicht. Doch du schreckst sofort zurück und stehst von meinem Bett auf. „Was hast du?“ frage ich verwirrt. „Du...du hättest das nicht hören sollen... warum machst du sowas? Warum sagst du nicht, dass du wach bist?“ fragst du aufgebracht. „Hättest du es gewusst hättest du mir nie solche Dinge gesagt!!!“ versuche ich mich zu verteidigen. „Ja, eben... Also was soll das? Das war nicht für dich bestimmt!!!“ versuchst du dich rauszureden. Ach... Engel... siehst du nicht, dass es sinnlos ist? „Ach nein? Dann bin ich jetzt aber mal gespannt, wen du sonst gemeint hast... Immerhin sind ja außer uns Beiden nicht recht viele Personen in diesem Zimmer!!!“ sage ich und sehe dich herausfordernd an. „Ja...nein...ich meine... ach verdammt!!! Du solltest es einfach nicht hören, okay?!?“ schreist du nun schon fast. „Warum nicht...?“ frage ich bedrückt. „Weil...ich weis auch nicht... ich schäme mich...“ antwortest du mir und blickst zu Boden. „Warum? Ich hab mich doch gefreut... es macht mich glücklich!!!“ antworte ich dir in ruhigem Ton. Dein Kopf schnellt in die Höhe und du blickst mich überrascht an. „Ehrlich?“ fragst du mit weit aufgerissenen Augen. „Ja, ganz ehrlich!!! Ich könnte doch ohne dich gar nicht leben... Denkst du denn, ich würde dich nicht vermissen, wenn ich auf dem Entzug sein muss?“ sage ich und spüre, wie mir Tränen in die Augen schießen. Du blickst mich sanft an und schüttelst ungläubig mit dem Kopf. „Doch verdammt... jetzt glaub mir doch...“ sage ich und kann meine Stimme kaum unter Kontrolle halten, da die Tränen sich allmählich mehren und ein riesen Kloß in meinem Hals wächst. „Und jetzt komm verdammt nochmal her und tröste mich!!!“ sage ich mit dem Rest an Kraft, den ich aufbringen kann. Sofort stürmst du auf mich zu und ziehst mich in deine Arme. „Bitte... lass mich nicht los!!!“ sage ich und presse deinen zierlichen Körper gewaltsam an meinen. Brauche deine Nähe so sehr...
„Tom... ich...ich hab dich so unsagbar lieb...das kannst du dir gar nicht vorstellen!!! Du bist für mich der wichtigste Mensch auf der ganzen Welt!!! Bitte...vergiss das niemals okay?“ sagst du mit zittriger Stimme und vergräbst dein Gesicht in meinem Shirt. „Ich dich auch... Du bist das Beste, was ich habe!!! Und ich werde dich ewig...ewig... lieb-...lieb haben!!!“ antworte ich dir und kuschle mich an dich. Du ahnst gar nicht, was mir das hier bedeutet... bitte lass mich nicht wieder los...bitte bleib bei mir Bill!!! Bleib hier, bis sie mich von dir fortschicken... Bleib hier...


*Bills Sicht*
Bitte lass mich nicht los... Bitte nicht Tom... wenn du nur wüsstest, wie viel mir das hier bedeutet... Gott... Ich liebe dich!!!
Ich liebe dich, Ich liebe dich, Ich liebe dich!!! Warum kann ich es dir einfach nicht sagen? Warum verlassen diese Worte nicht meinen Mund? Ich würde am liebsten immer so bei dir sein, wie jetzt... immer deinen Körper so nahe an meinem spüren... und noch soviel mehr, was ich von dir will...was ich mit dir will!!! Ich will dich ganz!!! Ganz für mich alleine! Du sollst mir gehören, nur mir!!! Ist es egoistisch von mir, so zu denken?Ist es egoistisch, so zu fühlen? Ja...vermutlich schon... Ja, ich bin egoistisch... Bin ein Egoist, weil ich dich liebe!!! Weil ich es nicht mehr ertrage, wenn du nicht bei mir bist! Weil ich mir sooo sehr wünsche, dass du mir deine Liebe schenkst!!! „Bill...Ich hab' Angst!“ sagst du traurig und drückst mich noch fester an dich. Ich fühle mich so wohl in deiner Umarmung, es tut so gut, deinen Körper an meinem zu spüren. „Hab keine Angst Tom... Ich werde immer bei dir sein!!! Immer... weist du noch? Eine Seele in zwei Körpern?!?“ sage ich und erinnere ihn somit an die Worte unserer Großmutter, welche uns immer wieder einschärfte, dass wir zusammen gehören und immer füreinander da sein sollten. Wenn sie jetzt wüsste, wie sehr ich am liebsten für dich da sein würde, dann würde sie ihre Worte mit Sicherheit noch einmal überdenken. „Bill?“ durchbrichst du wieder die Stille. „Hm?“ mache ich. „Hat sich Conny eigentlich nochmal wieder gemeldet? Oder...war sie hier?“ fragst du leicht geknickt und blickst mich unverwandt an. Alleine dieser Name... warum musst du jetzt von ihr anfangen? Es war doch gerade so schön... Ja, sie hat sich gemeldet...hat mir einen Brief für dich gegeben...aber ich will ihn dir nicht geben...dann redest du bestimmt wieder nur von ihr und vergisst mich wieder total... ich will das einfach nicht! Will, dass du für mich da bist!!! Nur für mich...
„Hey, Bill? Was ist nun mit Conny?“ fragst du erneut und blickst mir tief in die Augen. Da ist er...genau dieser Moment, in dem mir klar wird, dass ich dich nicht belügen kann... du spürst es...du würdest es wissen... wissen, dass ich lüge!!! Langsam, wie in Zeitlupe, greife ich in meine Hosentasche und ziehe einen Brief hervor. Ich halte ihn dir hin und verliere dich... verliere deine Wärme! Du lässt von mir ab und wendest dich dem Brief zu. Vorsichtig faltest du ihn auseinander. Nachdem du ihn dir durchgelesen hast, senkst du deine Hand und und blickst mich lächelnd an. Doch irgendwas stimmt nicht mit dir...plötzlich rinnt dir eine Träne über die Wange. „Was ist los?“ frage ich dich und lege dir behutsam meinen Arm um die Schulter. „Sie hat Schluss gemacht...“ sagst du und ziehst mich zu dir runter, um wieder halt bei mir zu finden. Einerseits bin ich froh, da ich dich nun wiederhabe... andererseits will ich aber auch nicht, dass du traurig bist... „vielleicht... vielleicht überlegt sie es sich ja nochmal...“ versuche ich dich zu trösten, doch du schüttelst schnell den Kopf. „Nein! Es ist aus!!! Und es ist das einzigst richtige! weißt du...wir haben uns all die Zeit blos gegenseitig benutzt... uns gegenseitig etwas vorgeheuchelt, nur um den anderen benutzen zu können. Liebe...Liebe war da nie!!!“ sagst du und drückst mich näher an dich. Selbst wenn es wahr ist, was du da sagst...ich spüre, dass du trotzdem ganz schön geknickt bist! Dass sie dich benutzt war mir klar... aber wozu solltest du denn bitte sie benutzt haben? „Warum...ich meine... wofür hast du Conny benutzt?...Ich versteh das nicht ganz...“ sage ich und blicke dich abwartend an. „Ich brauchte halt einfach Jemanden...Irgendjemanden, der für mich da war...“ antwortest du. Du brauchtest Jemanden, der für dich da war? So...so wie bei mir und Lion? „Aber...warum bist du nicht zu mir gekommen?“ frage ich dich nun etwas verwirrt. „Genau DAS ging ja eben nicht...!“ antwortest du. Okay, nun bin ich vollends verwirrt!!! „Aber...warum denn nicht?“ will ich wissen. Jetzt rück doch verdammt nochmal mit der Sprache raus!!! „Bill...du weist doch selbst, warum es nicht ging!!! Weist du noch, wie wir uns bei unserem letzten Krankenhausaufenthalt versprochen haben, dass wir niewieder streiten wollten? Verdammt Bill...scheiß drauf!!! Okay, wir streiten nicht... aber das, was da in letzter Zeit ablief war noch viel schlimmer, als aller Streit der Welt!!! Bill...Ich ertrag diese Kälte nicht mehr!!! Wir sind uns total aus dem Weg gegangen...haben kaum noch miteinander gesprochen und...ich hab das Gefühl, wir vertrauen einander überhaupt nicht mehr!!!“ sagst du verzweifelt. Nein bitte...frag mich jetzt nicht warum!!! Ich kann es dir nicht erklären...kann es dir nicht sagen...weis nicht wie... auf einmal überkommt mich eine tierische Angst... Ich stehe auf und will gerade davonrennen, als du mich am Arm hälst und mich ziemlich unsanft wieder zurückziehst. „Verdammt Bill... wir MÜSSEN jetzt reden!!! Seit wann darf ich nichtmehr an deinem Leben teil haben? Warum schließt du mich aus? Warum ist es dir unangenehm bei mir zu sein?“ bombardierst du mich mit fragen. „Du würdest das einfach nicht verstehen...“ sage ich verzweifelt, spüre noch immer den harten Druck deiner Hand auf meinem Arm. „WAS DENN? WAS SOLL ICH NICHT VERSTEHEN??? DASS DU MICH PLÖTZLICH NICHT MEHR BRAUCHST? DASS ES KEINEN PLATZ MEHR FÜR MICH IN DEINEM LEBEN GIBT? DAS DU MICH EINFACH NICHT MEHR WILLST???“ schreist du mich an und schüttelst mich wild hin und her. Tränen verlassen deine Augen, du wirkst verzweifelt.... hat es dir wirklich so sehr wehgetan? Aber was hast du da eben nur gesagt? Das ich dich nicht mehr will? Was ist das denn für eine Ausdrucksweise? Aber wenn du wüsstest, wie gut das passen würde... „nein...“ sage ich leise und blicke dich an. „NEIN? VERDAMMT, WAS IST ES DENN DANN? SEI DOCH EHRLICH, DU BRAUCHST MICH NICHT MEHR!!!“ schreist du erneut. Nun habe auch ich mich nicht mehr unter Kontrolle und brülle dich an: „ZU SEHR!!!! ICH BRAUCHE DICH VIEL ZU SEHR!!! UND GENAU DAS IST DAS PROBLEM!!!“...



*Tom's Sicht*
Stille... Absolute Stille... Fassungslos blicke ich dir in die Augen. Was hast du da gerade gesagt? Was waren das für Worte, die plötzlich deine Lippen verließen? Geschockt blickst du zu mir runter. In deinen Augen kann ich Angst erkennen... du hast dich scheinbar selbst riesig erschrocken, dass diese Wörter plötzlich aus deinem Mund kamen. Du brauchst mich ZU SEHR sagst du... was soll das bedeuten? Ich versuche in deinen Augen eine Antwort zu erkennen. Kann es sein...? Fühlst du dich so sehr zu mir hingezogen? Kann es denn wirklich sein...? Hast du...hast du Gefühle für mich? Gefühle, die über das brüderliche hinausgehen? „Was...Was meinst du damit?...'Du brauchst mich zu sehr'???“ frage ich dich nervös und meine Finger beginnen an meiner Bettdecke rumzuspielen. Verängstigt siehst du mich an. Deine Finger hast du in dein T-Shirt gebohrt und ich kann sehen, wie du zitterst. „Tom...Ich...“
„Sagt mal... was ist denn das hier für ein Geschrei? Hatte ich nicht gesagt, dass Tom seine Ruhe braucht?“ ertönt plötzlich die Stimme des Arztes, welcher uns von der Tür her wütend ansieht. Erschrocken drehst du dich um und verlässt mit schnellen Schritten und gesenktem Kopf das Zimmer. „WARTE!!! Sag mir erst, was du damit meintest!!! Bill...BILL...BIIIIIIIIIIIIIILL!!!“ schreie ich dir hinterher, doch du drehst dich nicht um...gehst einfach und lässt mich ohne plausible Antwort zurück. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass du noch ein wenig schlafen und dich von den Strapazen erholst... aber wie es aussieht wird das wohl nichts mehr. Morgen früh um 8.00 wird dich ein Helicopter nach Tirol bringen. Dort befindet sich die Klinik und dort wird sich deine nächste Zukunft abspielen. Deine Mutter habe ich bereits davon in Kenntnis gesetzt und sie gebeten, dir eine Tasche mit deinen Habseligkeiten zu packen.“ erklärt der Arzt mir. „Könnten sie meiner mum bitte nichts über...über...na sie wissen schon... über die Vergewaltigung erzählen...“ frage ich ihn und sehe ihn fast schon flehend an. Ich muss einfach erst einmal selbst damit klarkommen, bevor ich mit irgendjemand anderem darüber sprechen kann. „Sicher... bei diesem Thema solltest du selbst die Initiative ergreifen, da kann ich dir nichts abnehmen!!!“ sagt er zu meiner Erleichterung. „Versuch noch ein bisschen Ruhe zu finden... heute Abend kannst du dann deine Familie und Freunde wieder sehen!“ sagt er noch bevor er geht. Familie...Bill... Verdammt... warum brauchst du mich 'ZU SEHR?' in wie fern? Was meinst du blos damit? Liebst du mich? Kann das sein? Und...wenn ja... ist diese Liebe dann noch brüderlich? Gott Bill...Was machst du nur mit mir? Warum gehst du mir einfach nicht mehr aus dem Kopf??? Nach langem hin und her Überlegen finde ich endlich ein paar Stunden schlaf und erwache erst wieder, als die Türklinke betätigt wird und Mum mit dir und Ramo hinein tritt. Ihr setzt euch allesamt zu mir ans Bett und mustert mich neugierig. Mum will wissen, ob sie noch irgendwas besorgen soll, was ich morgen mitnehmen soll, doch ich schüttle nur den Kopf. Alles was ich bei mir haben will sitz direkt hier vor mir und blickt traurig zu Boden. Was ist nur los? Warum leidest du unter meiner Abwesenheit? Vorsichtig taste ich nach deiner Hand, berühre sie sanft und umschließe sie dann mit meinen Fingern. Erschrocken blickst du mich an und drückst dann meine Hand feste. Dann schweift mein Blick zu Ramo rüber. „Sag mal... was ist eigentlich mit Bine?“ will ich wissen. Will die mir nicht wenigstens noch Tschüß sagen? „Oh...sie sagt, ich soll dir sagen, dass sie dir alles gute, viel Glück und eine gute Genesung wünscht! Sie musst leider schon früher nach Hause, weil ihre Mum mit ihr ins Musical gehen wollte. Lion hat sie nach Hause begleitet, weil es schon dunkel geworden ist...aber er wünscht dir auch eine gute Besserung. Ach so...ja... Bine meinte noch, dass du dich endlich überwinden sollst und in den Bergen neuen Mut tanken sollst... frag mich aber nicht, was sie damit meint...das weis ich selbst nicht!!!“ erzählt Ramo und bringt mich zum Schmunzeln. Ich weis genau, was Bine meinte... Ich hoffe, ich werde noch etwas mehr Mut bekommen...
Nach zwei Stunden verlasst ihr das Krankenzimmer und lasst mich alleine...alleine in der letzten Nacht, die ich noch hier in Deutschland verbringen werde. Du versuchst dich von Mum loszureißen und willst zurück zu mir, doch es geht nicht... du darfst nicht bleiben... es ist gegen die Krankenhaus Verordnung...
Lange liege ich noch wach, bevor ich ins Traumreich gleite. Denke natürlich wieder nur an dich... 'Brauche dich zu sehr' nur ein paar Worte und schon wirfst du mich völlig aus der Bahn. Warum kannst du nicht einfach Klartext reden? Warum musst du alles so kompliziert ausdrücken und mir schlaflose Nächte bereiten?
Der Nächste Morgen kommt viel zu schnell. Ich bin noch gar nicht bereit dazu, aufzustehen... bin nicht bereit, diesen Tag zu beginnen... diesen Tag, an dem ich dich für so furchtbar lange Zeit verlassen muss!!!
„Morgen Schatz!“ erklingt plötzlich die Stimme unserer Mutter. Sie tritt in mein Zimmer ein...dicht gefolgt von dir. Oh Gott...Bill... wie siehst du nur aus? Du hast total gerötete Augen und ich sehe die Tränenspuren, welche dein wunderschönes Gesicht zieren. Du hast geweint... bittere Tränen hast du geweint... bist noch immer am zittern... und deine Unterlippe...sie bebt!!! Mum stellt mein Reisegepäck auf den Boden und geht noch kurz den Arzt aufsuchen. Als sie das Zimmer verlassen hat, fällst du mir plötzlich um den Hals und klammerst dich an mir fest. Mein Herz setzt kurz aus und die Schmetterlinge in meiner Brust schlagen wild mit ihren Schwingen. Sanft sauge ich deinen Geruch in mir auf... will mich an jedes Detail von dir erinnern können. „Bitte...“ sagst du plötzlich. „Bitte lass mich nicht alleine!!!“ schluchzt du und kuschelst dich eng an mich. Mein Herz schlägt inzwischen so laut, dass du es eigentlich hören müsstest. Was ist nur los mit dir? Bist du etwa taub geworden? „Ich lass dich doch nicht alleine... nur weil du mich nicht sehen kannst, heißt das doch nicht, dass ich nicht da bin!!!“ sage ich und lege dir vorsichtig einen Arm um die Schulter. „Tom...ich...ich...Ich liebe dich!“ sagst du unter Schluchzern und krallst dich regelrecht an mir fest. „Ich dich doch auch...“antworte ich dir und streiche dir behutsam über den Rücken. Plötzlich stemmst du dich hoch. „NEIN!!! Nicht so!!! Tom, ich liebe-“ „Kann es dann losgehen?“ unterbricht dich der Arzt und du entfernst dich schnell von mir. Der Arzt schiebt mein Bett hinaus und Mum folgt mir mit den Taschen. Wo bist du? Und...was sollte das eben? Du wolltest mir doch noch was sagen!?...


*Bill's Sicht*

Verzeih mir bitte... ich wollte dich nicht enttäuschen, es tut mir leid. Wollte es dir endlich sagen... Dir endlich beichten, was mein Herz schon viel zu lange unter Verschluss hält. Habe mich endlich dazu bereit gefühlt! Aber als ich es dir dann gesagt habe... Dir gesagt habe, dass ich dich liebe, hast du plötzlich alles falsch verstanden. Du warst der Meinung, ich würde von dieser 'brüderlichen' Art von Liebe sprechen... aber das tat ich nicht!!! Nein, ich meinte es genau so, wie ich es dir gesagt habe! Ich liebe dich... Ja ich liebe dich Tom, liebe dich von ganzem Herzen... bitte versteh mich doch!!! „NEIN!!! Nicht so!!! Tom, ich liebe-“ „Kann es dann losgehen?“ unterbricht mich der Arzt plötzlich und ich schrecke von dir weg. Muss der sich eigentlich immer so klammheimlich anschleichen? Als du siehst, wie ich leicht erröte, weiten deine Augen sich und du blickst mich fragend an... beinahe schon fassungslos. Oh nein... hast du es etwa schon verstanden? Weist du etwa schon, was mit mir los ist? Kennst du jetzt mein Geheimnis? Und wenn es so ist... bist du dann geschockt? Langsam schiebt der Arzt dein Bett aus dem Raum heraus und Mum folgt dir mit dem Gepäck. Das alles hier läuft wie ein Film an mir vorbei... scheint alles gar nicht real zu sein. Wirst du mich nun wirklich verlassen? Wirst du ehrlich für solch eine unvorstellbar lange Zeit aus meinem Leben treten und mich hier alleine zurück lassen? Langsam sinke ich zu Boden und schlage mit der Faust auf eben diesen ein. Ich hätte es dir fast gesagt... Ich hätte es dir dieses Mal wirklich gesagt!!! Warum musste ausgerechnet jetzt der Arzt kommen? Warum musste das jetzt alles so verdammt schnell gehen? Habe ich mir vielleicht einfach nur zu viel Zeit gelassen? Ja...ja hab ich, ich weis!!! Aber ich konnte einfach nicht... Langsam verlässt eine Träne meine Augen. Endlich hatte ich den Mut gefunden, dir alles zu beichten und nun? Nun gehst du...ohne es zu wissen...ohne meine Gefühle zu kennen...ohne zu wissen, dass ich dich liebe!!! Langsam...ganz langsam realisiere und verstehe ich, was hier vor sich geht... ich bin grade im Begriff dich zu verlieren!!!
Wahrscheinlich bist du schon im Helicopter und verlässt mich gerade... MOMENT!!! Du gehst? Du gehst, ohne dass ich mich von dir verabschieden konnte? Das kannst du nicht tun! Das darfst du mit mir nicht machen!!! Warte... warte auf mich!!! Schnell rapple ich mich wieder auf und laufe dir nach. Als ich das Krankenhaus verlasse höre ich schon das Geräusch eines Helicopters. Nein... ist es etwa schon zu spät? Ich folge den Geräuschen und gelange nach kurzer Zeit zu einer Wiese, wo sie dich und dein Gepäck gerade in den Helicopter verfrachten. Nein, warte!!! Ich muss mich doch noch von dir verabschieden!!! So schnell ich kann laufe ich an den umherstehenden Ärzten vorbei und auf dich zu, bevor Mum mich fest an der Schulter packt und mich zurück zieht. Ich fuchtle wild mit den Armen und versuche mich von ihr zu befreien, doch sie lässt mich einfach nicht los. „Bitte Mum!!! Lass mich gehen!!!“ schreie ich verzweifelt und sehe wie die Ärzte die Türen des Helicopters verriegeln. Mit voller Wucht beiße ich Mum in die Hand, wodurch sie mich kurz loslässt und laufe dann wieder auf den Helicopter los. Doch zu spät... die Türen sind bereits verschlossen und der Helicopter ist dabei zu starten. Nein, bitte noch nicht... bitte schau mich noch einmal an, bevor du gehst. Schenk mir ein letztes Lächeln. Etwas, an das ich mich klammern kann, wenn du fort bist.Etwas, was mich künftig begleiten wird... was mich lächeln lässt, wenn ich an dich denke. Bitte...schau mir noch einmal ins Gesicht!!! Bevor der Helicopter den Boden verlässt lege ich meine Hand an die Fensterscheibe und erkenne auf der anderen Seite dein Gesicht. Auch du legst deine Hand gegen das Fenster, direkt an meine und blickst mich aus traurigen Augen an. Deine Lippen formen irgendwelche Worte, doch ich kann sie nicht entschlüsseln. Tränen fließen aus meinen Augen, ebenso wie bei dir... „TOM!!! ICH LIEBE DICH!!!“ schreie ich verzweifelt, doch die Motorengeräusche des Helicopters lassen meine Rufe verstummen und somit können meine Worte nicht zu dir durchdringen. Der Helicopter hebt ab und ich werde von zwei starken Armen zurück gezogen. „Laß mich nicht allein!“ rufe ich dir immerwieder nach, doch du hörst es nicht...kannst es nicht hören...Nun verliere ich dich also... Leb wohl, Geliebter... Bitte, vergiss mich nicht!!!
Auf der Fahrt nach Hause sprechen Mum und ich kein Wort miteinander. Zuhause angekommen springe ich schnell aus dem Wagen und renne die Treppe hinauf in dein Zimmer. Dort schließe ich mich ein und lasse mich auf dein Bett fallen. Dieses Zimmer ist alles, was mir von dir geblieben ist... alles, was ich noch habe. Komm zurück... Komm zurück zu mir. Immer nur dieser eine Gedanke, der mir durch den Kopf geht: Komm zurück, ich möchte glücklich sein!!!
Nachdem ich den ganzen Tag geweint hatte, erwache ich erst wieder am nächsten Morgen. Die Sonne scheint hell und wirft ihre warmen Strahlen in dein Zimmer. Es scheint ein wunderschöner, strahlender Tag zu werden... Alles Lüge!!! Fast so, als schneide der Tag mir eine Fratze und wolle sich über mich lustig machen. Einfach nur widerlich! Die Sonne scheint mir eine heile Welt vorgaukeln zu wollen, dabei weis sie ganz genau, wie kaputt meine Welt ist! Wie leer und verloren ich bin, weil mein Gegenstück... mein Seelenpartner mir fehlt. Wann kommst du zurück? Wie geht es dir? Wie lange muss ich auf dich warten? Vermisst du mich? Wann bist du wieder bei mir? Was tust du gerade? Oh bitte... komm doch bald zurück zu mir!!! Ich kann nicht ohne dich...


*Tom's Sicht*
Hier ist alles anders als zu Hause. Die Luft scheint frischer, die Erde weicher und das Land freier. Ich habe viele Freunde gefunden Alle haben sie Probleme, genau so wie ich. Dabei handelt es sich nicht immer nur um Drogen, nein... die Menschen hier sind aus ganz unterschiedlichen Gründen hier und doch schweist uns eines ganz unvermeidlich zusammen: Wir brauchen alle Hilfe, da wir es nicht alleine schaffen, unser Leben geregelt zu bekommen. Die meißten von uns verstehen nicht einmal, wie ihr Leben derart aus den Fugen geraten konnte... warum es soweit kommen konnte, dass sie sich nun in dieser Anstalt befanden. Doch auch wenn ich so schnell wie möglich wieder hier weg möchte, muss ich mir doch eingestehen, dass es mir inzwischen sehr viel besser geht. Dieser Aufenthalt hier hilft mir...sehr sogar!!! Ich habe Menschen, die sich um mich kümmern, Menschen, die dafür Sorgen, dass mein Leben geordnet verläuft. Gehe schwimmen, spiele Gitarre und kann über meine Probleme reden...auch wenn ich das Thema „Bill“ bislang noch nie angeschnitten hatte. Allerdings zwingt man mich hier auch zum malen, Tagebuch schreiben und wandern... Was denken die eigentlich, was für ein Weichei ich bin??? Ja, ich muss zugeben, dass mich das etwas ankotzt...auf der anderen Seite merke ich, wie mir selbst diese Kleinigkeiten helfen, mit Problemen umzugehen. Die Bilder nehmen wir meißtens mit zu unseren Laberstunden... andere nennen sie Therapiesitzungen, aber bei uns heißen diese Stunden nur Laberstunden. Es ist nicht so ein Psychokram, wie ich zuerst dachte. Es ist vielmehr so, dass wir über Bilder, Träume, Wünsche und die Zukunft reden... Eher belangloses Zeug...nichts wirklich ernstes. Manchmal macht es sogar richtigen Spaß, darüber zu philosophieren, warum irgendjemand eben diesen einen bestimmten Traum hatte. Mittwochs haben wir immer einen Werkabend, wir haben dann 2 Stunden Zeit in der Werkstatt irgendwas zu basteln... Ich bin gerade dabei ein Herz aus Holz zu basteln... so gut es eben geht... Es soll im Taschenformat sein und ich will später noch irgendwas raufkleben oder reinritzen...mal sehen... Montags steht Schwimmen an und Freitags haben wir Bandprobe... ja richtig, es gibt sogar eine eigene Band an diesem Institut. Sonntags gehen wir meistens wandern und ansonsten können wir den Tag über machen was wir wollen... abgesehen natürlich von den Laberstunden und den Essenszeiten... Wir schlafen in Zweibettzimmern und der Junge, mit welchem ich mir ein Zimmer teile, hat sich inzwischen zu einem meiner besten Freunde entwickelt. Er heißt Joseph, wird aber von allen nur Jojo genannt. Er spielt Gitarre, genauso wie ich und ist wegen psychischen Problemen hier... sein Vater hat ihn regelmäßig geschlagen, wodurch er das ritzen angefangen hat. Häufig sitzen wir Abends gemeinsam auf unserem Zimmer und spielen Guitarre und singen Lieder... meißtens die, die Bill geschrieben hat. Jojo mag seine Lieder und wenn ich sie spiele ist es, als wäre Bill hier...bei mir... Er fehlt mir... sehr sogar, doch ich weis, dass diese Trennung das Beste ist, für mich und mein gebrochenes Herz. Er und meine Gefühle für ihn haben mich mehr und mehr zerstört. Nun bin ich auf Entzug!... Nein, dies ist nicht so, wie es den äußeren Anschein hat, dies ist kein Drogenenzug...nein, dies ist ein Enzug von dir... einzig und allein Deinetwegen bin ich hier...
Ich bin jetzt schon 3 Wochen in dieser Anstalt. 3 Wochen in der Ferne... 3 Wochen ohne dich!!! Wenn ich jetzt zurückdenke, weis ich gar nicht, wie ich es all die Zeit ohne dich aushalten konnte. Aber wahrscheinlich liegt es schlicht und ergreifend daran, dass ich hier soviel Abwechslung hatte und umgeben von Freunden und Menschen bin, die mich verstehen. Oder...zumindest versuchen, mich zu verstehen...denn eigentlich weis Niemand etwas von meinem eigentlichem Problem... Fast täglich kommt ein Brief von dir, doch ich wage es nicht, deine Briefe zu öffnen. Zu groß ist die Angst, dass meine Gefühle mich wieder übermannen und meine Sehnsucht zu dir mein Leben unerträglich macht. Es hat an den Anfängen schon viel zu lange gedauert, bis ich endlich aufhören konnte, jede Sekunde nur an dich zu denken. Ich war permanent woanders mit meinen Gedanken und die Pfleger konnten mich kaum ansprechen. Inzwischen hat sich das gebessert und die Pfleger sind einigermaßen zufrieden mit mir. Ja...dieser Entzug tut meiner Seele gut. Ich merke, wie mein Herz von Tag zu Tag an Last verliert. Und meine Freunde, die ich hier gefunden habe, haben es tatsächlich geschafft, dass ich wieder lachen kann... doch was sie alle nicht wissen: Ich habe mich von meinem eigentlichen Problem noch immer nicht ganz erholt... Meine Träume gehören noch immer dir alleine!!! Noch immer weine ich mich Nacht für Nacht in den Schlaf und wünsche mir insgeheim doch, dass du hier wärest... Aber wie sollten sie auch wissen, dass ich noch immer leide? Sie wissen doch nur von der Vergewaltigung...denken, dass ich mir deshalb mein Leben nehmen wollte. Von meinem eigentlichen Problem wissen sie nichts...und ich habe auch nicht vor, ihnen etwas davon zu erzählen...
Wieder habe ich einen Brief von dir bekommen. Ich halte ihn in den Händen und drehe ihn nun schon geschlagene 10 Minuten hin und her. Soll ich oder soll ich nicht? Schließlich entscheide ich mich den Brief zu öffnen und reiße ihn vorsichtig auf. Langsam und bedächtig falte ich den Brief auseinander und beginne zu lesen:


Hey Tom,
Wie geht`s dir? Ich vermisse dich ohne dich ist es total still im Haus...
und Mum und Gorden sind auch tierisch ruhig geworden. Ich glaube, sie machen sich sorgen! Wann kommst du wieder? Weist du schon irgendwas? Warum antwortest du nicht auf meine Briefe? Hast du mich schon vergessen? Hast du mich eigentlich noch lieb? Oder nerve ich dich?
Du fehlst mir so... Was machst du eigentlich die ganze Zeit in den Alpen? Hast du da Freunde gefunden? Ich fühl mich irgendwie ganz merkwürdig, wenn du nicht da bist... irgendwie einsam und unvollständig... verstehst du, was ich meine?
Mum sagt, Ich verändere mich seitdem du weggegangen bist, dabei kann sie das gar nicht beurteilen, wir sprechen nämlich kaum noch miteinander. Gorden hat Mum vorgeschlagen, mich zu einem Psychiater zu schicken, weil ich angeblich komisch werden würde... 'nicht mehr normal' sagt er...
Ich bin doch kein Psycho...ich muss doch echt nicht zum Seelenklempner...
Verdammt...Ich will das alles nicht!!! Ich will nur eines: Du sollst zurückkommen...und zwar so schnell wie möglich!!!
Bitte schreib mir doch endlich zurück!!!
Hab dich gaaaanz dolle lieb... vergiss das bitte nie okay!?!
Dein Bill


Nur wenige Zeilen und doch wird mir klar, dass zuhause etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist... Bill, was tust du nur? Ich mache mir solche Sorgen!!! Warum musst du plötzlich zum Psychiater? Warum redest du nicht mehr mit Mum und Gorden? Gott verdammter... ich wollte doch nicht mehr an dich denken... und nun? Nun gehört meine ganze Aufmerksamkeit wieder dir alleine!!! Bill...halte durch, ich bin doch bald zurück!!!...
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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:41    Titel:


*Bill's Sicht*
Ununterbrochen donnert es gegen meine Tür. Rufe, die ich ignoriere, flehen, welches mich nicht erreicht... Ich will nicht mehr... Will nur noch alleine sein... Sie sollen weg! Sie verstehen mich nicht... kennen mich nicht!!! Sie betiteln mich mit den Namen: „Sohn“ oder „Freund“ doch wissen nicht einmal, wie ich empfinde. Wissen nicht, warum meine kleine, zerbrechliche Welt von Tag zu Tag mehr auseinander fällt und weshalb ich nicht mehr verstehe, wozu ich noch am leben bin, wenn doch alles so aussichtslos scheint. Ich habe begonnen, von Tom zu träumen. In jeder Nacht sucht er mich heim und kettet mich mit unsichtbaren Fäden an sich. Niemand sieht diese Fesseln... Niemand kann mir daraus helfen... Ich hab' versucht drüber zu reden, wollte mich Ramo anvertrauen, doch schon bald musste ich erkennen, dass sie mir nicht helfen kann. Ich bin alleine mit dieser beschissenen Situation und Ramo kann sich nicht einmal im entferntesten vorstellen, was es bedeutet, in Jemanden verliebt zu sein, den man nicht lieben darf. Sie hat gut reden, mit ihrem ständigem „Wenn man sich liebt, kann man alles schaffen!“ Nein!!! So ist es eben nicht!!! Es gibt einfach Dinge, die unüberwindbar sind... Dinge, die nicht sein dürfen... Dinge, die nicht sein können... Außerdem weis ich ja noch nichteinmal, wie Tom reagieren würde, wenn er von meinen Gefühlen erfährt. Er ignoriert meine Briefe, meldet sich nicht bei mir und scheint mich komplett vergessen zu haben. Wenn ich ihm so verdammt egal bin, warum in Gottes Namen kettet er mich dann dermaßen an sich selbst??? Warum lässt er mich nicht einfach frei? „Bill, mach die verdammte Tür auf!!!“ Wieder hallen ihre Rufe in meinem Zimmer wieder. Merkt sie denn nicht, dass ich alleine sein will? Seit drei Tagen habe ich mich nun schon hier eingeschlossen und noch immer versucht sie mich dazu zu bringen, heraus zu kommen. Warum versteht sie nicht, dass ich sie nicht hier will? Nicht hier, in dem einzigen Stück meiner Welt, welches noch nicht zerbrochen ist. Ich weis doch genau, was passieren wird, wenn ich das Schloß öffne: Sie wird mich heraus zerren und mich zum Psychiater schicken. Wird ihm erzählen, dass ich verrückt bin, mich eingesperrt habe und dass ich nicht mehr mit ihr oder Gorden rede... aber fragt sie auch nur einmal nach dem Grund? Versucht sie nur eine Sekunde lang zu verstehen, was mit mir los ist??? Nein!!! Ich bin ihr doch völlig egal!!! Genau so egal, wie ich inzwischen für Tom geworden bin!!! „Bill? Hörst du mich??? Ich zähle jetzt bis drei, wenn du bis dahin nicht aufgemacht hast, dann breche ich diese verdammte Tür auf, hast du das verstanden!?!“ ertönt die wütende Stimme Gordons. „1“ er wird es nicht tun... „2“ was will er denn damit erreichen, ich rede eh nicht mit einem Psychiater... „3“ warum lassen sie mich nicht einfach in Ruhe!? Mit einem lauten Knall fliegt die Tür auf und springt aus den Angeln. Ich rühre mich kein Stück, zeige keine Regung... sie haben das letzte kleine Stück meiner heilen Welt zerstörrt. Ich spühre, wie Mum mich leicht an den Schultern rüttelt und immer wieder meinen Namen ruft, doch noch immer bin ich nicht im Stande, irgendeine Regung zu zeigen. Alles ist einfach nur nur noch düster... Nachdem Mum mir sicherlich Minuten lang in die ausdruckslosen Augen gesehen hat, spühre ich plötzlich, wie sich Gordons muskolöse Arme um meine Schultern und meine Arme schließen und er mich auf seinen Arm hebt. Ich bekomme kaum was mit, bemerke nurnoch, wie ich auf einmal im Auto sitze und zum Arzt gefahren werde. Sanfte Worte... Hände, welche über meinen Rücken streicheln... das Schluchzen meiner Mutter... alles nur Dinge, welche ich ganz am Rande wahrnehme. Dann ertönt plötzlich eine weitere Stimme. Eine Stimme, welche ich bisher noch nie gehört habe... vorsichtig wende ich mein Gesicht in die Richtung, aus welcher die Stimme erklang und blicke in das leicht entsetzte Gesicht eines Arztes, welcher neben Gordon steht und mich ersteinmal oberflächlich betrachtet. „Am besten, sie bringen ihn erstmal hinein ins Behandlungszimmer!“ sagt er dann und sieht dabei zu, wie Gordon und Mum versuchen, mich vorsichtig aus dem Auto und hinein in die ärztliche Praxis bringen. Im Behandlungszimmer müssen wir eine Zeit lang warten, ehe der Arzt wieder auftaucht und meine Begleiter bittet den Raum zu verlassen, da er mich ersteinmal alleine untersuchen möchte. Er hört mein Herz ab, fühlt meinen Puls, entnimmt mir eine Blutprobe und blickt mich dann lange und ernst an. „Möchtest du mit mir reden?“ fragt er mich dann sanft und schaut mich verständnisvoll an. Schau gefälligst nicht so, du verstehst mich ja doch nicht!!! Teilnahmslos schüttel ich den Kopf und blicke dann schweigend auf den Fußboden. „Also gut... ich werde dich an einen guten Psychologen überweisen, denn wie es aussieht, solltest du dich dringend einmal aussprechen!!!“ meint er, woraufhin er eine Überweisung ausstellt und meine Eltern erneut ins Behandlungszimmer bittet. Ganz leise, da er nicht will, dass ich mithöre, wendet er sich an meine Eltern und spricht mit ihnen. Doch er scheint nicht zu wissen, wie gut meine Ohren wirklich sind, wodurch ich seinem Gespräch entnehme, dass ich seiner Meinung nach unter schweren Depressionen leide und umgehend Hilfe benötige. Dann gibt er meiner Mum noch die Überweisung und verabschiedet sich von uns. Am Abend liege ich lange wach und überlege, ob ich denn wirklich ein Fall für den Psychiater bin... Diese Menschen haben ihre Methoden, um die Leute zum Sprechen zu bringen... aber ich darf nicht Sprechen...auf gar keinen Fall!!! Mein Leben ist zerstörrt, ich will nicht, dass auch Tom noch meinetwegen leiden muss... Ich will nicht, dass der Psychiater mich für verrückt hält... will nicht die Bestätigung, dafür, dass ich und meine Gefühle für meinen Bruder nicht normal sind...
Vorsichtig klettere ich aus meinem Bett und schleiche mich hinüber ins Bad... ich bin so unglaublich Müde... Sehne mich nach Schlaf... Nach vielem, ruhigem, friedlichem Schlaf... Was für eine Traumhafte Vorstellung...



*Tom's Sicht*
Oh Man Bill... Was ist nur los mit dir? Du warst doch sonst nie so...so...so traurig!!! Ich mache mir unglaubliche Sorgen, warum musst du auch so traurige Sachen schreiben? Und wie um Himmels Willen kommst du darauf, dass ich dich vergessen haben könnte? Bist du denn bescheuert??? Ich könnte dich im Leben nicht vergessen!!! Niemals! Obwohl ich den Brief schon gestern gelesen habe, schwirren deine Worte mir noch immer im Kopf herum. Ich mache mir einfach tierische Sorgen um dich. Jojo hat auch schon bemerkt, dass etwas nicht mit mir in Ordnung ist... ich habe ihm erzählt, dass ich mir Sorgen um dich mache...mensch, der ist fast aus den Latschen gekippt, als er erfahren hat, dass ich einen Zwilling hab... Muss ich wohl irgendwie vergessen haben, ihm zu erzählen...oder es liegt schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass ich nicht will, dass irgendwer von dir weis und meinem Problem auf die Schliche kommen könnte. „Jetzt ruf ihn endlich an Alter!!!“ reißt Jojo mich aus meinen Gedanken und stößt mir in die Seite. „Meinst du echt? Ich versuche eigentlich gerade ein wenig Abstand von Daheim zu bekommen...“ antworte ich, doch Jojo schüttelt nur den Kopf und schleift mich die Treppen runter zum Telefon. „ICH WARTE...“ sagt er angenervt und hält mir den Hörer hin. Währenddessen hat er schon seine eigene Telefonkarte in den Automaten gesteckt und ich wähle nervös unsere Telefonnummer. Nachdem es einige Male tutet und niemand den Hörer abnimmt, will ich schon den Hörer wieder einhängen, doch Jojo straft mich mit einem wütenen Blick und ich zögere doch noch ein wenig. Dann nimmt plötzlich Jemand den Hörer ab und die Stimme meiner Mum ertönt: „Kaulitz, mit wem spreche ich bitte?“ „Mum...? Ich bin's...Tom!“ sage ich zögernd und warte erst einmal eine Antwort ab. „Tom? Was... Geht es dir gut? Ist irgendwas passiert? Warum rufst du an? Hast du etwas angestellt?“ fällt sie gleich voller Sorge über mich her. „Nein Mum... es ist alles in Ordnung. Ich hab mir nur irgendwie Sorgen gemacht und ich... naja, kann ich vielleicht mit Bill sprechen?“ entgegne ich ihr. Auf der anderen Seite der Leitung wird es plötzlich unheimlich still und ein schlechtes Gefühl breitet sich in mir aus. Nach einiger Zeit beschließe ich die Stille zu durchbrechen und hake nach: „Mum? Stimmt irgendwas nicht???“ Wieder erhalte ich keine Antwort doch als ich genau hinhöre, kann ich ein leises Schluchzen vernehmen. Mum ist am weinen. „Mum? Bitte, rede doch mit mir!!! Was ist los? Ist irgendwas mit Bill passiert?“ frage ich verzweifelt und als ich höre, wie das Schluchzen meiner Mutter an Lautstärke gewinnt, kullert auch mir die erste Träne an der Wange hinunter. Irgendwas stimmt nicht mit dir!!! Bist du verletzt? Bist du krank? Was ist los mit dir??? Wieso redet Mum nicht mit mir? „MUM VERDAMMT...SAG MIR ENDLICH WAS MIT BILL IST!!! WAS IST MIT IHM GESCHEHEN!?!?!“ schreie ich mit brüchiger Stimme in den Hörer. Ich halte diese Ungewissheit nicht mehr länger aus... Ich muss endlich wissen, was mit dir los ist! „Bill...er...er... er stirbt Tom!!!“ stottert meine Mutter verzweifelt und ich kann es deutlich vor mir sehen, wie sie in sich zusammen sackt und in Tränen ausbricht. „Was... was soll das heißen „er stirbt“???“ will ich von ihr wissen. Will verstehen, was sie da gerade gesagt hat. Mein Verstand scheint nicht in der Lage zu sein, die eben erhaltene Information zu verarbeiten. Bill...tot... wie kann das sein? „Tom, Bill hat eine hohe Anzahl von Schlaftabletten genommen... die Ärzte haben noch versucht, ihm den Magen auszupumpen, doch sie sagen, dass es höchstwahrscheinlich schon zu spät war. Er ist seit zwei Tagen nicht mehr aufgewacht und die Ärzte versuchen ihn so gut wie möglich am Leben zu erhalten. Aber... sie haben keine Hoffnung mehr, dass Bill wieder aufwacht.“ sagt sie leise, so dass man ihre Stimme kaum wahrnehmen kann. Doch ich habe jedes einzelne ihrer grausamen, verletzenden Worte gehört. Langsam falle ich auf meine Knie und das Telefon gleitet mir aus den Händen. Wieso hast du das gemacht? Was ist nur mit dir, dass du denkst, du könntest nur im Tode mit deinen Problemen fertig werden? Bitte...bitte Bill, bleib bei mir... halte durch...verlass mich nicht!!!...


*Tom's Sicht*
Als ich vor einigen Tagen von Mum erfahren habe, dass du versucht hast dich umzubringen, bin ich regelrecht zusammengebrochen. Ich konnte es einfach nicht verstehen. Nicht begreifen, warum du mich alleine lassen wolltest. Tage lang habe ich nun auf die Ärzte eingeredet. Sie müssen mich doch nach Hause lassen... doch sie tun es nicht. Ich darf nicht bei dir sein...darf dir nicht beistehen. Und plötzlich wird mir klar, was ich all die Zeit nicht sehen wollte... diese Anstalt ist mein Gefängnis!!! Ich darf diesen Ort nicht verlassen. Auch ein abbruch wird nicht gestattet, da ich den Ärzten mit meiner Unterschrift die Vormundschaft an mich abgetreten habe. Als ich nachfragte, wie es denn möglich war, dass mein Vorgänger diese Therapie abgebrochen hat, wenn es doch verboten ist, durfte ich erfahren, dass er sich umgebracht hat. Ich komme hier nur raus, wenn ich entweder geheilt bin...oder tot!!!
Vier Tage ist es nun her, dass ich von deinem Suizidversuch erfahren habe. Inzwischen weis ich, dass die Ärzte zuhause dich in ein künstliches Koma versetzt haben um dich am leben zu halten. Doch die wahrscheinlichkeit, dass du aus diesem Koma wieder erwachst ist äußerst gering. Lange halte ich diese Ungewissheit sicher nicht mehr aus...ich werde noch völlig verrückt, wenn ich nicht endlich zu dir darf! Niemand, dem ich von meinen Gefühlen erzählen kann, niemand, der mich versteht, niemand, der mich zu dir bringt!!!
Die Ärzte hier in diesem Institut haben bemerkt, dass ich kaum noch mit Jemandem rede, kaum esse und meistens nur noch schlafe, wenn ich Freizeit habe. Ich weis, dass sie es inzwischen rausgefunden haben. Sie wissen, dass ich ihnen all die Zeit etwas vorgemacht habe. Sie wissen, dass ich ihnen nie von meinem eigentlichem Problem erzählt habe. Sie wissen es!!! Und nun soll ich zu einem neuen Therapeuten... es soll ein ganz junger sein, der mich betreuen soll und mein gesamter Tagesplan wird auf die Stunden mit ihm angepasst. Nur ein einziger Therapeut und sonst nichts mehr...keine Laberstunden, keine gemeinsamen Stunden mit den anderen Patienten...nur dieser Therapeut und ich... na toll!!! Das heißt dann wohl, dass ich rund um die Uhr unter beobachtung stehe!!!
Gerade bin ich auf dem Weg zu meiner ersten Sitzung bei ihm... schlendere den Gang entllang und male mir aus, wie er sein könnte. Als ich an die Türe seines Büro's klopfe, öffnet mir ein blonder, circa 1,85 große, sehr freundlich wirkender junger Mann. „Hey, wie geht's dir? Mein Name ist Brian und du musst Tom sein... richtig?“ ich schüttele ihm kurz die Hand und bejahe dann seine Frage. „Na dann komm erstmal rein, du kannst mir ein wenig beim einrichten helfen, ich bin nämlich gestern Abend erst angekommen... und das extra deinetwegen!“ sagt er und zwinkert mir dann freundlich zu. „Ja sicher...“ antworte ich und blicke mich in seinem Büro um. Plötzlich fallen mir die Augen raus und meine Kinnlade muss schon fast auf den Boden schlagen. Der Typ hat doch tatsächlich einen Soundblaster, einen Plasmabildschirm, eine riesige DVD und CD-Sammlung und lauter geile Sachen. „Wo...wozu brauchst du das denn alles?“ frage ich ihn leicht verwirrt und deute auf seine Anlagen. „Ey...entschuldige mal... ich bin auch erst 26 und will meinen Spaß haben!!!“ antwortet er breit grinsend und geht auf einen Umzugskarton zu, welcher nur einer von vielen in diesem Raum ist. „Oh...keine Scheu, du kannst mir ruhig beim ausräumen helfen und die Sachen dort in die Schränke einräumen!“ sagt er. Lächelnd gehe auch ich nun auf einen der Kartons zu und sehe mir mal an, was dieser äußerst interessante Typ da alles an Krams besitzt. „wow...“ entfährt es mir leise, als ich gerade eine PS2 samt unzähligen von Spielen aus dem Karton befreie und hinüber zum Plasmafernseher bringe. „Sag mal... lässt du mich später mal mitspielen?“ frage ich ihn und gucke ihn bittend an. „Gott, wo hast du denn den Dackelblick her? Sicher spielen wir mal zusammen. Wenn du magst gleich nacher!!!“ Natürlich mochte ich!!! Das ausräumen ging noch ungefähr eine Stunde so weiter, in welcher ich Brian in kürzester Zeit schon ziemlich gerne gewonnen hatte. Dann lies er sich auf die monströse, superkuschelige Couch fallen und meinte „Gott bin ich fertig!!! Sag mal, wann gibt's hier eigentlich Mittag?“ Mit einem kurzen Blick auf die Uhr antwortete ich: „In ner dreiviertelstunde ungefähr... aber der Fraß, den wir hier seit letzter Woche vorgesetzt bekommen würde ich nicht gerade als 'Mittag' bezeichnen!!!“ „Oje...so schlimm?“ fragt er mich leicht verzweifelt. „Nein... noch viel schlimmer!!!“ erkläre ich ihm freundlicher Weise. „Na dann... lass uns woanders Futtern gehen! Wie wäre es mit MC Donalds? Hast du Bock?“ sagt er und guckt mich grinsend an. Brian ist echt nur am lachen... aber irgendwie unheimlich sympathisch!!! „Ich darf das Gelände nicht verlassen... schon vergessen?“ frage ich ihn leicht deprimiert, denn ich hätte echt wahnsinnigen Bock auf MC Donnalds. „Tsetsetse... Tom,Tom,Tom... hast du das denn etwa schon vergessen? Ich bin jetzt dein Arzt!!! Das heißt, ich alleine bestimme, was mit dir gemacht wird und wo du alles hin darfst. Alles klar? Ich melde uns zwei einfach bei der Institutsverwaltung ab und dann geht's los!!!“ sagt er und sein Grinsen wird breiter und breiter. „Gott wie geil ist das denn!?“ sage ich und bekomme nun auch ein fettes Grinsen im Gesicht...



*Tom's Sicht*
Oh man...seit langer Zeit geht's mir endlich mal wieder richtig gut... echt der wahnsinn, was Brian alles mit mir macht!!! Den ersten Tag, als ich ihn kennengelernt habe, war ich ja noch ein wenig mistrauisch. Aber als wir dann bei MC-Doof waren und hinterher Playstation gespielt haben- ich hab' natürlich gewonnen- hab ich ihn gleich schon lieb gewonnen. Am nächsten Tag waren wir zusammen im Kino und sind hinterher noch in ne Kneipe gegangen, nur trinken durfte ich nicht... war ja auch son suchtgefährdendes Dingens. Samstag waren wir dann bowlen und heute wollen wir auf ein Konzert von Samy Deluxe in Wien. Die Karten dafür haben wir gestern noch für viel Geld bei Ebay ersteigert und das beste: Brian hat die Kosten von dem Konzert als ärztliche Unkosten von der Institutsleitung wiederbekommen...ja okay...die drehen wahrscheinlich durch, wenn sie wissen, dass wir aufm Konzi waren aber...EGAL!!! Gott ich liebe diesen Brian!!! Ohne Scheiß, hätte ich Bill nicht, dann würde ich mich direkt in Brian vergucken!!! Gerade, als ich mich auf den Weg in Brians „Büro“ machen will, welches nun eher einer Partylounge gleicht nachdem wir da gemeinsam ein wenig herumgewärkelt haben, werde ich von Frau Ahrens aufgehalten, welche mir mitteilt, dass meine Mum am Telefon ist und dringend mit mir sprechen müsse. Meine ganze heile Welt fällt mit einem Mal in sich zusammen und mein erster Gedanke ist einfach nur: BILL!!!
So schnell mch meine Füße tragen, laufe ich zum Sekrätäriat und nehme den Anruf entgegen. „Mum? Was ist mit Bill???“ schreie ich panisch in den Hörer. „Tom...Liebling.... wie geht es dir?“ ertönt die gebrochene Stimme meiner Mutter. Ich ahne schon, dass sie zuvor stundenlang geweint haben muss. „MUM, SAG MIR WAS MIT BILL IST!!!“ fordere ich sie wütend auf. Dieser Smalltalk geht mir im Moment echt am *SPAM* Automatische Zensur vorbei!!! „Die Ärzte sagen, sie bekommen ihn nicht mehr wach... er liegt nun schon seit über einer Woche im Koma... um ihn weiterhin mit den nötigen Maschienen am Leben zu erhalten, müssten wir wahrscheinlich in einem Prozess gegen die Ärztekammer vorgehen, denn aus medizinischer Sicht gilt er bereits als klinisch tot. Die Chancen so einen Prozess zu gewinnen stehen nicht gut für uns, denn....denn es gibt keine Hoffnung mehr für ihn sagen Staatsanwaltschaft und Ärzte!!!“ sagt sie. Zwischendurch wird sie immerwieder von schluchzern unterbrochen und kann sich kaum noch ruhig halten. „Liebling, ich muss schluss machen. Gordon ist da und ich wollte möglichst schnell mit ihm über die ganze Angelegenheit reden!!!“ sagt sie noch und hängt nachdem sie sich nocheinmal verabschiedet hat den Hörer ein. Völlig apartisch lege ich den Hörer auf die dafür vorgesehene Halterung und bleibe regungslos im Raum stehen, bis plötzlich die Sekretärin auf mich zukommt und mich am Arm packt. Gemeinsam mit mir geht sie zu Brians Büro, klopft an und übergibt mich mit den Worten „ihr Patient!“ an ihn. Brian sieht mich leicht verstörrt an, als er meinen geschockten Anblick erhascht und dirigiert mich zur Couch. „Tom? Hey Tom... was ist denn passiert? Ist alles klar bei dir?“ fragt er und streicht mir vorsichtig über den Rücken. Plötzlich bricht meine innere Mauer, welche ich um mein Herz errichtet habe und ich beginne fürchterlich zu weinen. Haltsuchend lasse ich mich in Brians Arme fallen und weine, wie nie zuvor in meinem Leben. „Pscht...alles okay...lass alles raus!!!“ versucht er mich zu beruhigen. „Nichts ist okay... sie wollen mir meinen Bill nehmen...meinen Bill... sie wollen ihn töten...“ schluchze ich verzweifelt. Nun drückt Brian mich noch fester an sich, scheint zu wissen, das irgendwas ganz und gar nicht in Ordnung mit mir ist. „Wer ist Bill?“ fragt er mit einer Stimme, die sanfter und trostspendender nicht sein könnte. „Mein Bruder...“ sage ich verzweifelt. „Und...wer will ihn töten?“ fragt Brian nun wieder. „Die Ärzte... Er hat Schlaftabletten genommen und dann haben die Ärzte ihn in ein künstliches Koma versetzt, weil er zu schwach war.... und jetzt...jetzt wollen sie die Geräte abstellen und das Koma abbrechen, weil sie glauben, dass Bill nie wieder aufwachen wird und...und...sie sagen es gibt keine Hoffnung mehr für ihn!!!“ erkläre ich ihm. Damit habe ich ihm nun mehr anvertraut, als irgendeinem sonstigen Menschen hier. „Sie können die Geräte nicht abstellen...ersteinmal wird es zu einer Verhandlung kommen!“ sagt Brian. „Ja...aber die verlieren wir doch, wenn die Staatsanwaltschaft und die Ärzte alle sagen, dass Bill keine Chance mehr hat!!!“ wieder breche ich in Tränen aus und vergrabe meinen Kopf an seiner Schulter. „Ich....ich...ich darf noch nichteinmal zu ihm! Ich darf ihn nicht sehen... ihm nicht helfen...nicht bei ihm sein!!!“ sage ich und hoffe, dass Brian mich versteht. „Wer hat gesagt, dass du nicht zu ihm darfst?“ will Brian wissen und ich erkläre ihm, dass die Institutsleitung mir das verboten hat, da ich das Institut über Nacht nicht verlassen dürfe. „Hmm...das ist natürlich ein Problem... einen Patienten aus der Klinik über Nacht rauszubekommen ist nicht so einfach...“ sagt Brian und streicht mir immer und immer wieder über den Rücken, um mich zu beruhigen. Lange sind wir beide still und einzig mein Schluchzen ertönt in dem Raum. Dann schlägt Brian mir plötzlich auf die Schulter und sagt: „ICH HAB'S!!! Mein Schwager arbeitet in Lutzern, das liegt in der Schweiz, in einem der besten Fachkliniken für Lungenheilkunde!!! Ich kann der Schulleitung angeben, dass ich mit dir zur Vorsorge dorthin fahren muss, da du damals viel getrunken und geraucht hast... auch mit dem Kiffen soll es bei dir nicht weit hersein, hab ich in deinen Unterlagen gelesen!“ „Ja leider...“ sage ich betreten und blicke zu Boden. „Ist schon okay! Wir haben alle scheiße gebaut in deinem Alter!!! Aber versteh doch... mein Schwager würde dem Institut hier eine Bestätigung zukommen lassen, dass wir in Lutzern angekommen sind, während wir auf dem Weg zu deinem Bill sind!!!“ sagt er und ich blicke ihn fassungslos an. „DAS würdest du tun?“ frage ich etwas betreten. „Ja sicher! Ein Arzt muss tun, was ein Arzt tun muss!!! Ne Spaß beiseite... ich hab dich echt gerne und möchte dir helfen, mit deinen Problemen klar zu kommen und im Moment ist Bill dein größtes Problem!!!“ sagt er. „Nicht nur im Moment... „ sage ich leise, doch ich weis, dass er es gehört hat. „Darüber reden wir ein ander Mal okay? Nun zieh dich ersteinmal um, wir wollen doch nicht zu spät zum Konzert kommen!!! Während du dich fertig machst, rede ich schonmal mit meinem Schwager!!!“ sagt Brian und lächelt. Ich falle ihn um den Hals und gehe dann in mein Zimmer, wo ich mich für's Konzert fertig mache. Brian hat mir gerade einen der schönsten Tage meines Lebens versprochen: ICH DARF ZU BILL!!!!...



*Tom's Sicht*
Seit zwei Stunden sitzen wir nun schon in dieser Bahn und sind auf dem Weg nach Magdeburg. Brian kommt gerade vom Klo zurück und setzt sich gegenüber von mir in die Kabine. „Also Bill heißt dein Bruder, richtig!? Erzähl mir doch mal was von ihm. Seid ihr euch ähnlich? Wie alt ist er? Verstehst du dich gut mit ihm?“ fragt Brian dann und blickt mich höchst interessiert an. Ich kann mir ein Grinsen gerade überhaupt nicht verkneifen und antworte dann ruhig: „Bill und ich sind Zwillinge... eineige sogar! Vom aussehen her sind wir uns überhaupt nicht ähnlich, da haben wir beide unseren ganz eigenen Style. Dafür sind wir uns vom Wesen her ziemlich ähnlich... wir denken oft das gleiche und haben auch in vielerlei Hinsicht die gleichen Ansichten und Meinungen. Aber er ist im gegensatz zu mir ziemlich zurückhaltend und schließt nicht so schnell Freundschaften. Er muss immer erst ganz genau wissen, mit wem er es zu tun hat, bevor er Jemanden sein Vertrauen schenkt. Aber... er ist ein wundervoller Mensch!!! Bill ist ziemlich zerbrechlich und ich würde ihn am liebsten die ganze Zeit nur im Arm halten. Wenn er weint, dann ist es, als würde man mir das Herz rausreißen und wenn er lacht, dann werde ich zum glücklichsten Menschen der Welt. Wenn ich ihn nicht sehen kann, dann zerfrisst die Sehnsucht nach ihm meine Seele. Meine Gedanken sind eigentlich immer nur bei ihm. Wenn er nicht bei mir ist, dann ist es so, als wär ich nur ein halber Mensch und wenn ich komplett ohne ihn wäre... wenn er sterben würde... dann würde mein Leben seinen Sinn verlieren. Er muss bei mir bleiben... verstehst du? Ich brauche ihn mehr als alles andere!!! Mit Bill kann ich lachen und weinen und ich weis, dass er mich immer versteht. Wir haben zusammen schon so viel durchgemacht und ich glaube gemeinsam könnten wir alles überstehen. Ich weis, dass er mich niemals belügen würde und ich würde das auch nie tun. Ich wünschte, ich könnte immer bei ihm sein... in stiller Zweisamkeit... ich bin mir ganz sicher, dass ich nur deshalb auf dieser Welt bin. Nur um bei ihm zu sein...“ Wie ein Redeschwall verlassen diese Worte meinen Mund und als ich geendet habe blicke ich geschockt auf. Das habe ich Brian jetzt nicht wirklich alles gesagt oder? Ängstlich versuche ich in seinen Augen zu lesen. Versuche seine Reaktion zu erahnen. Doch nichts...keine Regung ist seinem Gesicht anzusehen, bis er schließlich beginnt zu lächeln. „Du liebst deinen Bruder wirklich sehr stimmt's?“ sagt er dann freundlich und blickt mir forschend ins Gesicht. „Zu sehr...“ antworte ich blos und Ohrfeige mich innerlich selbst für diesen Kommentar. „Wie meinst du das 'zu sehr'? Denkst du denn wirklich, dass man einen Menschen zu sehr lieben kann?“ fragt er mich nun neugierig. „Nein, das ist es nicht...es ist einfach... ich liebe ihn falsch!!!“sage ich gequält. Warum kann Brian mich jetzt nicht in Ruhe lassen? „Man kann nicht falsch lieben. Rede dir das niemals ein!!!“ versucht er es erneut, doch mir reißt plötzlich jeglicher Geduldsfaden „Verdammt, Brian... Ich liebe Bill nicht so, wie ich ihn lieben sollte!!! Nicht als Bruder!!! Ich liebe Bill als Mensch!!! Ich liebe ihn für alles was er ist, für alles, was er tut.... Ich liebe ihn!!! Ich liebe ihn so sehr!!!“ schreie ich verzweifelt und breche dann in Tränen vor Brian zusammen. Warum kann er mich nicht verstehen? Warum wollte er auch, dass ich ihm alles haarklein auf die Nase binde? Warum konnte er mich nicht einfach mit meinen Gefühlen alleine lassen?
Plötzlich spüre ich eine Hand auf meiner Schulter und blicke Brian aus verweinten Augen an. „Und ich sage dir dennoch: Liebe kann nicht falsch sein!!!“ sagt er, woraufhin ich ihm um den Hals falle und lauthals zu Schluchzen beginne. „Aber...aber...Es ist doch verboten!!! Wie kannst du dabei auf meiner Seite sein???“ frage ich verzweifelt. Ich kann ihn einfach nicht verstehen. Er müsste doch gegen mich sein!!! „Hör zu Tom... Die Liebe ist das wertvollste und mächtigste, was es auf dieser Welt gibt. Welche Instanz kann es sich anmaßen, über diese Macht, die Gott uns geschenkt hat entscheiden zu wollen? Die liebe tragen wir in uns seit wir geboren worden und Gott hat uns genau einen Menschen ausgesucht, welcher diese Liebe entfachen wird... Welcher unser Schicksal sein soll... Wie kann es irgendein Mensch sich dann noch anmaßen wollen, zu sagen, dass diese Liebe falsch ist? Wir suchen uns doch nicht aus, in wen wir uns verlieben... und was bitte kannst du denn dafür, dass es dein Bruder ist, welcher diese Gefühle in dir weckt!?“ sagt Brian mit ernster Stimme. „Es...es ist also nicht schlimm, wenn ich ihn liebe?“ frage ich verwirrt nach. Irgendwie hat Brian gerade mein gesamtes Weltbild auf den Kopf gestellt. „Liebe ist niemals schlimm... leider sieht die Gesellschaft und unsere Justiz solche Verbindungen zwischen Familienmitgliedern nicht gerne... Falls ihr also wirklich irgendwann zusammen sein solltet... dann versucht es lieber für euch zu behalten, denn man weis nie, was sonst noch alles auf euch zukommen wird...“ antwortet er...




*Tom's Sicht*
Brians Worte geben mir neuen Mut. Er versteht mich. Er steht hinter mir... Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man Menschen um sich hat, die einen akzeptieren, so wie man ist und die einen nicht ändern wollen. Es tut so gut... Doch andererseits habe ich auch viele Feinde. Viele Menschen würden versuchen, uns auseinander zu bringen... doch ersteinmal habe ich andere Sorgen, denn ich muss dich zuerst einmal dazu bringen, dich in mich zu verlieben. Und dann ist da noch meine größte Sorge; Du musst aufwachen!!! Und zwar so schnell wie möglich... ehe die Ärzte die Geräte abschalten werden.
„Tom?... Hey aufwachen!!!“ dringt Brians Stimme plötzlich an mein Ohr und er rüttelt mich an der Schulter. Ich hab' gar nicht bemerkt, dass ich eingeschlafen bin und öffne verwirrt die Augen. „Wo sind wir?“ frage ich noch ganz verschlafen und sehe Brian aus müden Augen an. „Ganz in der Nähe von Magdeburg! Such deine Sachen zusammen, wir müssen gleich aussteigen!“ antwortet er mir und verlässt die Zugkabine. Ich tue, wie mir geheißen war und just 10 Minuten später stehen wir in Magdeburg auf dem Bahnsteig. „Weist du denn in welchem Krankenhaus dein Bill liegt?“ fragt er mich und ich muss leicht schmunzeln. „Dein Bill“... wie sich das anhört... für Brian scheint die Sache ja schon fest beschlossen zu sein.
„Klar weis ich, wo er ist!“ antworte ich auf seine Frage und folge ihm dann zum nächsten Taxistand. Dort heuern wir ein Taxi an und ich erkläre dem Fahrer wo genau wir hinwollen. „Kein Problem!“ meint er und startet den Motor. Nervös schaue ich aus dem Fenster und frage mich, wie Bill wohl aussehen mag. Er wird an Geräten angeschlossen sein... was für Geräte sind das eigentlich?
Als das Taxi vor dem Krankenhaus hält, steigen Brian und ich aus und Brian drückt dem Taxifahrer Geld in die Hand. Dann begeben wir uns ins innere der Klinik. Irgendwie bekomme ich ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend. Das Krankenhaus ist mir inzwischen so bekannt wie meine zweite Heimat... eine Heimat, zu der ich nur ungern zurückkomme. „Tom!“ ruft plötzlich eine Krankenschwester und kommt auf mich zugelaufen. Erschrocken drehe ich mich um und erkenne ein mir sehr bekanntes Gesicht. Die Krankenschwester heißt Sarina und hat mir und Bill damals aus ganz schön prikären Situationen geholfen, als wir des Nachts über die Flure geschlichen sind und uns ins Zimmer des jeweils anderen geschlichen haben. „Gut dass du endlich da bist! Dein Bruder reagiert einfach auf nichts, was wir versuchen um ihn zurückzuholen. Und die meißten von uns haben die Hoffnung schon fast aufgegeben. Wo warst du nur so lange?“ fragt sie. Beschämt blicke ich zu Boden. Ich bin ein schlechter großer Bruder... konnte in der schlimmsten Not nicht für meinen Zwilling da sein... ich komme mir so verantwortungslos vor. „Es war ihm nicht möglich früher zu kommen...“ mischt Brian sich ins Gespräch ein und stellt sich vor. Sarina und Brian scheinen sich auf Anhieb gut zu verstehen. „Kann ich zu ihm?“ frage ich nach einiger Zeit und blicke sie bittend an. „Ja, natürlich... aber du musst dir darüber im klaren sein, dass sein Zustand nicht besonders schön ist...“ antwortet sie traurig. Langsam trotte ich den Gang hinter ihr entlang und folge ihr auf die Intensivstation. „Das ist sein Zimmer“ sagt sie und deutet auf den Raum mit der Zimmernummer 109. Dann wendet sich Brian nochmal an mich und meint: „Du willst sicher erst einmal alleine bei deinem Bruder sein. Ich würde mich unterdessen gerne mit Schwester Sarina ein wenig unterhalten, wenn das okay ist.“ „Ja sicher...“ antworte ich und auch Sarina ist einverstanden und nimmt Brian mit ins Schwesternzimmer. Nun stehe ich also alleine vor deiner Zimmertür und blicke die goldenen Ziffern an, welche deine Zimmernummer angeben. 1...0...9... irgendwas sagen mir diese Zahlen, doch ich komme nicht darauf was. Ängstlich lege ich meine zitternden Finger auf die Türklinke und übe einen leichten Druck auf sie aus...
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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
Beiträge: 1293
Wohnort: Tokio

BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:42    Titel:


*Toms Sicht*
Vorsichtig betrete ich das Zimmer. Überall stehen Blumen und kleine Geschenke. Als wäre es ein schöner Anlass, dabei könnte es sein, dass Bill all diese Sachen niemals sehen wird. Als ich einige Meter in den Raum hineingegangen bin, kann ich ihn endlich sehen. Sein Anblick zerreist mir fast das Herz. Ich atme tief durch, versuche meine Tränen zurückzuhalten, doch es bringt rein gar nichts. Du siehst so verdammt schwach und hilflos aus. Überall an deinem zierlichen Körper sind Kabel und Schläuche angeschlossen, welche regelmäßig irgendwelche Flüssigkeiten und Sauerstoff in dich hinein pumpen. Die salzige Tränenflüssigkeit fließt in Bächen meine Wangen hinab. Du bist so blass, so mager... so verletzt. Warum bist du diesen Schritt gegangen? Warum hast du das getan? Ich hätte dir doch mit allem geholfen, egal was war... warum hast du nicht gewartet, bis ich zurück bin? Warum hast du dich feige und hinterrücks aus dem Staub gemacht?
Vorsichtig gehe ich auf dein Bett zu und lasse mich auf deiner Bettkante nieder. Wie nur konntest du dir soetwas antun? Was nahm dir all die Skrupel?
„Bill?“ fast schon ängstlich flüstere ich deinen Namen, so als ob die bloßen Töne dich verletzen könnten. Zaghaft streiche ich dir über deine Wange. Selbst jetzt bist du noch wunderschön. Meine Tränen wollen einfach nicht versiegen und so tropft nun auch die erste Träne auf dein Handgelenk. Ich hatte dir doch noch soviel zu sagen... und nun hörst du mir einfach nicht mehr zu. Wie die Tür aufgeht und Jemand den Raum betritt bekomme ich erst mit, als Gustav und Georg plötzlich neben mir stehen. „Solltest du nicht woanders sein?“ fragen sie leicht angeeckelt und dennoch verblüfft. Ich kann verstehen, dass sie mich nicht mehr leiden können... Ich habe ihren Traum zerstörrt. Habe mit den Drogen alles zunichte gemacht, was wir uns über viele Jahre aufgebaut haben. „Beurlaubt...“ sage ich nur zu meiner Rechtfertigung und blicke weiterhin unverwand auf das Bett vor mir. Plötzlich erscheinen in meinem Kopf Bilder von einem Fernsehinterview. Georg, Gustav und Bill... Sie mussten es erklären, während ich in den Alpen war... Sie waren im Studio von Viva-Live und mussten erklären, dass Tokio Hotel sich auflösen würde. “Tom's Gesundheitszustand“ würde ein fortbestehen der Band nicht zulassen hieß es. Ohne mich würde die Band nicht existieren sagten sie... und dennoch war es als würde ich ihnen einen Pfahl durchs Herz rammen. Den wahren Grund, nämlich meine Drogensucht würden die Fans nie erfahren. Dafür dankte ich meinen ehemaligen Bandkollegen... doch auf Freundschaft durfte ich wohl bei ihnen nicht mehr hoffen. Dass sie sich wenigstens noch um Bill kümmerten stimmte mich jedoch freudig, denn immerhin hatte er nichts verbrochen.
Erneut öffnet sich die Tür und mein Blick fällt auf Bine. An der Hand hält sie Lion und nach einer knappen Begrüßung und einer Erklärung meinerseits, warum ich nicht in den Alpen sei, erzählt sie mir, dass sie und Lion inzwischen ein Paar sind. Sie sind kurz nach meiner Abreise zusammen gekommen und scheinen sehr glücklich miteinander. „Ramo wollte auch noch mit ihrer Flamme zu Besuch kommen... Wir wollten Bill zusammen besuchen, weist du!?“ sagt Bine. Welche Ironie... jeder meiner Freunde scheint glücklich in einer Beziehung zu sein... bis auf mich.Und dabei trage ich die Liebe am längsten von allen in meinem Herzen
„Kann ich reinkommen?“ erklingt auch schon Ramos Stimme und sie quetscht sich durch die Tür zu Bills Zimmer. Gespannt warte ich darauf, wer ihre neue Eroberung ist. Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf, als ich sehe, dass Ramo ein blondes Mädchen, mit gefärbten Spitzen und blauen Augen an der Hand hält. „Tom, was machst du denn hier?“ fragt Ramo sofort und stürmt zusammen mit dem Mädchen auf mich zu. „Besuch...“ nuschle ich erneut und blicke das Mädchen und Ramo abwechselnd an. „Ach ja... das hier ist übrigens Michi. Ich hab sie auf dem Internat kennengelernt und seit 9 Tagen sind wir glücklich zusammen!!!“ erklärt sie. Dann erfolgt wieder das typische Ramo-Lachen und ich beginne zu schmunzeln. Eine Beziehung unter gleichgeschlechtlichen... wäre es bei uns nicht das Selbe, wenn wir ein Paar wären?...



*Tom's Sicht*
Seit ungefähr einer Stunde sind unsere Freunde schon weg und ich bin wieder alleine mit dir. Schon merkwürdig... wenn ich es nicht besser wissen würde, würde ich meinen, du schläfst nur. Doch leider weis ich es ja besser und muss somit Angst haben, dich im ewigen Schlaf zu verlieren. Warum passiert uns Beiden nur immer wieder so eine verdammte scheiße? Ich weis ja, das wir mit sicherheit nicht die einziegen sind, die Pech haben....aber mal im ernst soviel Pech ist doch nicht mehr normal! Das ist ja geradezu so, als wenn es Jemand im Himmel auf uins abgesehen hätte!!!
Geistesabwesend streiche ich dir immerwieder über deine samtweiche Wange und frage mich, ob du wohl gerade etwas träumst... wenn ja, ist es dann was schönes? Bist du glücklich in deiner Traumwelt? Bin ich dort bei dir???
„Wie geht's dir?“ ertönt plötzlich Brians Stimme hinter mir. Immernoch Bill anstarrend antworte ich ihm: „Wie soll es mir schon gehen? Alles was für mich von Wert ist liegt in diesem Bett und will einfach nicht mehr aufwachen!!! Sag mir was ich tun soll! Bitte...sag mir, was ich machen soll...“ Während dem Sprechen beginne ich zu weinen und lasse mich vor Bills Bett auf den Fußboden sinken. Den Kopf lege ich auf seine Bettkante und blicke ihn traurig an.
„Tom... Du kannst gar nichts tun! Die Schwester sagt, dass es alleine an Bills Überlebenswillen liegt, ob er zurück kommt oder nicht... Wir können nur hoffen!!! Aber ihr müsst auf jeden Fall vor Gericht gehen. Wenn wir ein ärztliches Gutachten von einem Spezialisten einholen und nocheinmal mit dem Krankenhauspersonal sprechen, denke ich, dass wir durchaus eine Chance haben, den Antrag durchzubringen... Sie können deinen Bruder nicht so einfach von den Geräten abschließen!!!“ sagt Brian. Ich bin ihm ewig dankbar für all das, was er für mich tut und dennoch habe ich angst, dass ich mich zu früh freuen würde.
Später am Abend werden wir gebeten, das Krankenhaus zu verlassen, da die Besuchszeit vorüber ist. Ich führe Brian zu uns nach Hause und stehe dann unentschlossen vor unserer Haustür. Was wird Mama nur sagen, wenn ich plötzlich hier auftauche? Wird sie sauer sein? Wird sie sich freuen? Ich habe ein wenig Angst, ihr unter die Augen zu treten, dennoch ist mir klar, dass wir nicht ewig vor der Türe stehen bleiben können. Zögernd klingle ich an der Haustür und nehme Brians starke Hand war, welche auf meiner Schulter ruht. Kurze Zeit später öffnet meine Mum uns die Haustür und bleibt erst einmal leicht geschockt dort stehen. „Tom? Was...“ stottert sie, bricht dann jedoch ab und blickt mir nur noch verwirrt in die Augen. „Guten Abend. Ich bin Brian, Tom's Psychiater. Ich würde mich gerne mit ihnen unterhalten, wenn das möglich ist.“ ertönt Brians Stimme hinter mir. Mum nickt, lässt uns rein und geht dann Richtung Wohnzimmer. „Du sagst ihr doch nichts von der Sache mit Bill oder?“ frage ich Brian leicht verunsichert. Doch als er mir versichert, kein sterbenswörtchen darüber zu verlieren, gehe ich beruhigt auf mein Zimmer und lasse ihn erstmal alles erklären. Ungefähr eine Stunde später kommt Mum zu mir ins Zimmer und umarmt mich. „Es ist so schön, dass du wieder da bist Tom!“ sagt sie. „Ich bin auch froh, wieder Heim zu sein...“ meine ich dann und erwiedere ihre Umarmung. Sie setzt sich zu mir und wir reden eine Weile. Ich erzähle ihr von dem Institut, von den Ärzten und Erziehern und meiner Angst um Bill, woraufhin sie mir berichtet, was in den letzten Wochen, in denen ich nicht da war alles passiert ist. Bill soll sehr ruhig geworden sein, nachdem ich fort war. Er hat sich nicht mehr mit seinen Freunden getroffen und hat nur noch selten das Haus verlassen. Dann hat er angefangen immer weniger zu Sprechen und hat auch aufgehört genug zu essen. Zum Schluss sollte er zum Psychiater aber hatte scheinbar eine heiden Angst vor diesem... und genau einen Abend, bevor er tatsächlich mit dem Psychiater reden konnte, hat er dann eine Überdosis Schlaftabletten genommen. Er ist natürlich sofort ins Krankenhaus gekommen und ihm wurde der Magen ausgepumt. Doch weil die Ärzte befürchtet haben, dass sein Körper zu schwach ist nach der OP und angst hatten, dass er einfach wegsterben könnte, haben sie ihn in ein künstliches Koma versetzt. Das Problem ist nun jedoch, dass er aus eben diesem nicht mehr aufwacht...
Bevor Mum mich nach unserer Unterhaltung wieder alleine lässt, sagt sie mir noch, dass Brian die nächsten zwei Tage im Gästezimmer übernachten wird und sie Morgen mit ihm zu einem Anwalt gehen würde, um irgendwie zu verhindern, dass man Bill von den Geräten abschließen würde. Nachdem sie weg ist liege ich noch lange wach. Mir gehen soviele Fragen durch den Kopf... doch wenn man es genau betrachtet ist es eigentlich nur eine einzige, die sich mir nur immerwieder unter anderen Maßstäben stellt: „WARUM?“ Warum hast du diesen Schritt gewählt? Was hat dich dazu getrieben? Warum warst du so verzweifelt, dass du keinen anderen Ausweg gesehen hast? Und vor allem: Warum konnte ich nicht bei dir sein und dich beschützen???...


*Toms Sicht... wie immer*
Ein neuer Tag bricht an und ich mach die Augen auf. Ein neuer Tag in meinem Leben, welches sich innerhalb weniger Monate so sehr verändert hat, dass ich mich selbst nicht wieder erkenne. Was ist nur passiert mit den sorglosen Kindern, die wir vor kurzem noch waren? Wie konnte unsere heile Welt in Sekundenbruchteilen so kaputt gehen? Liegt es wirklich ausschließlich an meinen Gefühlen, dass das hier mit uns passiert ist? Liegt es wirklich an der „liebe“ von der alle immer behaupteten sie wäre das größte und schönste, was einem widerfahren konnte??? Liebe... nein, meine Liebe ist nicht schön... im Gegenteil. es ist das schmerzhafteste, was ich je fühlen musste!!! Jeden verfluchten morgen wünsche ich mir aufzuwachen und festzustellen, dass diese Gefühle verschwunden ist und wir einen Neuanfang machen können. Einen Neuanfang als Brüder... ganz normale Brüder, so wie wir es früher waren... denn damals waren wir glücklich!!! Heute bin ich nicht nur unglücklich, sondern auch einsam. Denn ich konnte nicht für dich da sein, als du mich am meisten gebraucht hast! Ich konnte dir nicht den Mut geben, den du gebraucht hättest...Mut zum überleben...denn das weis doch jeder, dass man nur mit Mut überleben kann! Und du warst so gebrochen, dass du den Mut einfach weiterzumachen verloren hast...
Unruhig drehe ich mich im Bett hin und her, ehe ich aufstehe, mich zurecht mache und hinunter in die Küche gehe. Brian und Mum sitzen bereits am Frühstückstisch und ich wundere mich, wo ihr Macker steckt... Doch dann fällt mir wieder ein, dass sie mir gestern noch erzählt hatte, dass er sich von ihr getrennt hatte, da ihm die Gesamtsituation zu anstrengend wurde.
Müde lass ich mich auf einen der Küchenstühle fallen. Essen kann ich nicht wirklich...bin in Gedanken wieder nur bei dir...meinem geliebten Bruder. Wir haben ausgemacht, dass Mum mich gleich beim Krankenhaus absetzt und dann mit Brian zusammen zum Anwalt fährt. Mir ist es so ganz recht, dann kann ich wenigstens mit dir alleine sein.
Beim Krankenhaus angekommen verabschiede ich mich noch schnell und mache mich dann auf den Weg in dein zimmere. Als ich bei dir bin setze ich mich gleich zu dir aufs Bett und gebe dir einen Kuss auf die Wange. Dann umarme ich dich und lasse meinen Kopf auf deiner Brust ruhen. Es ist ein beruhigendes Gefühl deinem Herzschlag zu lauschen. So weis ich wenigstens, dass du- auch wenn deine Augen geschlossen sind- immer bei mir bist.
Wenn diese Schläuche jetzt nicht wären würde ich dir glatt einen Kuss stehlen, denn in deinem Zustand würdest du ohnehin nichts mitbekommen. Aber leider geht das ja nicht und so beginne ich einfach mit dir zu reden und erzähle dir von den letzten Wochen, in denen ich in der Klinik war und nicht an deiner Seite sein durfte. Ich erzähle dir von meinen Freunden, von den Ärzten, von Brian und von meinen Gefühlen, die nicht einen Tag verblasst sind, seitdem ich dich nicht mehr sehen durfte. Gegen 17.00 kommen Mum und Brian ins Krankenzimmer und setzen sich zu mir. Sie erzählen mir, dass die Unterhaltung mit dem Anwalt ein voller Erfolg war und dass sie dem zuständigen Richter eine Schocktherapie vorgeschlagen haben. Das bedeutet, dass man versuchen wird, dich mit mittelstarken bis starken Elektroschocks wieder zurückzuholen. Diese Worte machen mir ein wenig Angst, doch wenn es hilft, dass du deine wunderschönen Augen wieder öffnest, dann bin ich dafür.
An diesem Abend liege ich noch lange wach... der Gedanke daran, dass man deinem zierlichen Körper Stromschläge verpassen will behagt mir ganz und gar nicht... und der Gedanke daran, dass ich morgen bereits abreisen muss und zurück in die Klinik muss, behagt mir noch sehr viel weniger... denn das heißt, dass ich nicht bei dir sein kann, wenn du wieder aufwachst... Du wärst wieder alleine und ich könnte nicht für dich da sein... Diese Gedanken zerfressen mich förmlich... Ich darf nicht bei dir sein, wenn du aufwachst... wenn du denn überhaupt wieder aufwachst...



*Tom's Sicht...welch ein Wunder....*

Das nervtötende Geräusch meines Weckers reißt mich aus meinen Träumen und wieder einmal wie so oft in letzter Zeit muss ich feststellen, dass du nicht neben mir liegst, so wie du es eben im Traum noch getan hast.
10.00 Uhr...verdammt... um 15.00 fährt unsere Bahn und ich wollte dir doch noch eine Nachricht dalassen für die Zeit, wenn ich nicht bei dir sein kann... Verdammt... und ins Krankenhaus wollten wir auch noch!!!
Schnell rapple ich mich auf und ziehe mich um. Dann ab ins Bad und ein wenig stylen. Unten am Frühstückstisch sehe ich, wie Brian meiner Mum den Arm um die Schultern legt und sie zu trösten scheint. Es freut mich, dass die Beiden sich scheinbar so gut verstehen. Wir reden noch ein wenig über den Tagesablauf während ich mir eine Scheibe Toast nehme und versuche etwas zu essen. Doch wie schon die Tage zuvor bekomme ich kaum einen Bissen runter... wie könnte ich auch???
Kurze Zeit später verabschiede ich mich vom Frühstückstisch und gehe hinauf in mein Zimmer. Dort nehme ich mir meinen Block und einen Stift zur Hand und beginne dir einen Brief zu schreiben. Ich versuche zu erklären, warum ich dir nie geantwortet habe, wie ich mich fühle, was du mir bedeutest und wie sehr ich mir wünsche wieder bei dir sein zu können... dann falte ich den Brief zusammen und lege ihn in dein Zimmer auf dein Bett. Ich hoffe du verstehst mich und bist mir nicht länger böse.
Als wir gegen 14.20 das Krankenhaus verlassen müssen um unsere Bahn noch rechtzeitig zu kriegen, bin ich den Tränen nah. Ich will dich nicht schon wieder verlassen... ich konnte ja noch nicht einmal mit dir reden... Mum versucht schon mich von dir wegzureißen, als ich dir ein letztes Mal um den Hals falle, deinen zarten Körper an mich drücke und dir sanfte Küsse auf die Wange hauche. Die Tränen fließen schon längst und mein Schluchzen hallt in den hohlen Wänden dieses tristen Raumes wieder. Wenn du es doch nur bemerken könntest... wenn du nur bemerken würdest, dass ich bei dir bin...dass ich dich für immer beschützen würde...und dass ich dich liebe...bitte...bitte Bill, bemerke es!!!
18.37... bald kommen wir wieder bei der Klinik an...ob alles gut verlaufen wird? Ob die Schocktherapie anschlagen wird??? Ich hoffe es...ich hoffe es so sehr... ich habe tierische Angst um dich. Doch ich vertraue dir...ich vertraue darauf, dass du all deine Kraft zusammen nimmst und wieder zu mir zurück kommst!!!
Drei Wochen... drei Wochen dauert es, bis sie dir die Elektroschocks durch den Körper jagen wollen... ersteinmal müssen sie deinen Körper mit irgendwelchen Hilfsmitteln darauf vorbereiten und die notwendigen Geräte müssen eingeflogen werden, da diese Methode bislang nur wenige Male in den USA durchgeführt wurde... oh bitte...bitte Gott, lass alles gut gehen...




*Tom's Sicht??? Seid ihr euch da sicher??? Vielleicht ist es ja auch Billy's xD*

Argh... Nein, hört auf... es tut so weh...ich ertrag das nicht...bitte Gott, mach dass es endlich aufhört!!! Wieder und wieder spüre ich, wie ein unheimlicher Schmerz durch meinen Körper fährt. Es will einfach nicht aufhören....
Ich kann nichts sehen, kann nichts hören, nichts riechen... kann gar nichts. Da ist immerwieder nur dieser furchtbare Schmerz. Unendliche Schmerzen in mitten dieser Finsternis... Tom...Wo bist du? Hilf mir doch. Lass nicht zu, dass sie mir weiterhin Schmerzen zufügen. Bitte Tom, hilf mir! Lass mich nicht alleine!!!
Mit einem Mal reiße ich die Augen auf und Blicke in ein gleißend helles Licht. Überall um mich herum stehen Ärzte, die irgendetwas rufen. Ich sehe ihre redenden Gesichter doch ich kann einfach nichts hören. Tom...wo bist du? Warum bist du nicht bei mir??? Warum lässt du mich alleine?
Als eine Krankenschwester mit einer Spritze auf mich zukommt bekomme ich leicht Panik, doch Sekunden später fallen meine Lieder zu und ich finde mich wieder in tiefster Schwärze...
Piep...Piep...Piep... dumpfes piepen ist alles was ich wahrnehme, als ich erneut versuche meine Augen zu öffnen. Meine Augenlieder sind so schwer, ich kann sie kaum aufhalten... dennoch möchte ich jetzt wissen, wo ich bin...und vor allem ob Jemand bei mir ist oder ob ich wirklich ganz alleine hier bin. Ich kann es einfach nicht verstehen...wo ist Tom nur?
Neben meinem Bett sitzt eine gebrochene Frau...sie muss viel geweint haben, so wie sie aussieht...Mum? Bist du das etwa? Auf einer Kommode, nicht weit entfernt von meinem Bett entdecke ich viele Blumen und Geschenke. Es scheint doch irgendjemand an mich gedacht zu haben...aber...was ist denn eigentlich passiert? Warum bin ich im Krankenhaus? Und wo zum Teufel ist Tom???
Als Mum sich neben mir zu regen beginnt setze ich mich vorsichtig auf und streiche ihr vorsichtig über den Arm. Meine Bewegungen sind jedoch eingeschränkt, da ich immernoch am Tropf und an diesem Piepsgerät hänge. Ruckartig fährt Mum hoch und blickt mir in die Augen. „Bill!“ ruft sie aus, bevor sie mir um den Hals fällt und mich in eine Umarmung zieht. „hngh...“ ist alles was ich von mir gebe, denn mit einem Mal vernehme ich ziemlich starke Schmerzen. Sofort lässt Mum von mir ab und blickt mir entschuldigend in die Augen. „Wie geht es dir mein Schatz? Fragt sie mit sanfter Stimme und streichelt mir sanft über den Handrücken. „Gut...aber...wo ist Tom? Und...was ist denn eigentlich passiert???“ frage ich sie verwirrt. Geschockt starrt Mum mich nun an, kann scheinbar gar nicht glauben, dass ich nicht weis was geschehen ist... aber warum denn? „Billl...du...du hast Schlaftabletten genommen...du lagst 5 Wochen im Koma und...und Tom ist zurück in der Klinik...kannst du dich denn an gar nichts mehr erinnern?“ fragt sie mich ziemlich aufgewühlt. Klinik?...In was für einer Klinik bist du denn bitteschön? Und warum musst du in irgend so eine Klinik? „Wo ist Tom?“ frage ich erneut, als ich immernoch nicht verstehe, warum du nicht bei mir bist. Traurig blickt meine Mutter mich an, ehe sie traurig den Kopf schüttelt und mir verspricht es mir ein andermal zu erklären. Ich versteh das alles einfach nicht...was ist nur geschehen? Wo ist mein Bruder? Warum ist er nicht bei mir??? Warum kann ich mich an so vieles gar nicht erinnern? Es ist fast so, als würde ein Stück aus meinem Leben fehlen...der letzte Abschnitt so zu sagen... Als hätte ich etwas wichtiges einfach verschlafen...oder vergessen... Aber was? Was hab ich vergessen???

Eine Woche ist es jetzt her, seitdem ich aus dem Koma aufgewacht bin... Noch immer weis ich nicht, was passiert ist oder wo du bist... aber Mum sagt dass ich bald alles erfahren würde und mich sicherlich erinnern werde. Ab Morgen soll ich zu einem Therapeuten gehen, der meine Psyche aufarbeiten will und versuchen soll herauszufinden, warum ich diese Schlaftabletten genommen habe. Irgendwie hab ich ein komisches Gefühl dabei zum Psychiater zu gehen... aber ich weis einfach nicht warum. Hatte ich vorher schonmal mit einem Psychiater zu tun? Eigentlich nicht...aber warum sträubt sich dann alles in mir dagegen dorthin zu gehen??? Endlich geht die Tür zu meinem Krankenzimmer auf und Mum kommt mich abholen. Endlich darf ich wieder nach Hause und komme aus diesem trostlosem Gebäude weg...
Die Umgebung kommt mir so bekannt vor, als wäre ich erst gestern hier gewesen, dabei lag ich nun 6 Wochen im Krankenhaus...5 davon im Koma...
Nachdem Mum den Motor vom Auto abgestellt hat, renne ich sofort hinauf in mein Zimmer und entdecke einen Brief auf meinem Bett liegen. Unter dem Brief befindet sich ein großes HipHop Shirt, von welchem ich sofort weis, dass es dir gehört...es ist sogar dein Lieblingsshirt...was macht das denn bei mir auf dem Bett? Vorsichtig falte ich den Brief auseinander und beginne zu lesen:

Lieber Bill, ich weis, dass es absolut Scheiße ist, dass ich nicht bei dir sein konnte, als du wieder aufgewacht bist. Und ich kann auch verstehen, dass du jetzt sauer auf mich bist. Aber bitte glaub' nicht, dass ich absichtlich weggeblieben bin. Ich würde im Moment nirgendwo lieber sein, als an deiner Seite, das kannst du mir echt glauben. Ich würde dich so gerne in den Arm nehmen und dich einfach nur festhalten, damit du weist, dass ich immer bei dir bin. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was das für ein Gefühl für mich gewesen ist, als ich gehört habe, dass du vielleicht nie wieder aufwachst... kannst du dir eigentlich nur im entferntesten vorstellen, was für Angst um dich hatte??? Bitte versprich mir, niewieder so eine Dummheit zu begehen... Was soll denn aus mir werden, wenn du nicht mehr bist? Hast du auch nur eine Sekunde daran gedacht, dass ich ohne dich gar nicht lebensfähig bin??? Bitte versprich mir, dass du auf mich warten wirst und das du tapfer bist, bis ich bei dir sein kann und dich beschützen kann...bitte...
Ich hab die noch viel lieber, als mein eigenes Leben...vergiss das nicht!!! Dein Tom

P.S.: Ich lass' dir mein Lieblingsshirt da, damit du wenigstens etwas von mir hast... damit du dich nicht so alleine fühlst... und wehe du machst das kaputt xD

Während ich deinen Brief lese kullert mir eine einsame Träne an der Wange herunter. Du hast mich nicht vergessen...aber...Tom, wo bist du blos???
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BeitragVerfasst am: 18.11.2007 21:42    Titel:


*Tommy-Babys Sicht*

Heute ist es soweit... Sie werden versuchen dich mit Stromschlägen aufzuwecken. Hoffentlich geht alles gut... hoffentlich hast du keine Schmerzen... Ob du an mich denken wirst, wenn du aufwachst? Ob du mich vermissen wirst??? Oh Gott wieder denke ich nur an mich... wann bin ich blos so egoistisch geworden? Die Hauptsache ist jawohl, dass es dir gut geht und dass du gesund bist. Ich habe Mum gebeten, dass sie heute Abend in der Klinik anruft, wenn es Neuigkeiten von dir gibt. Ich hoffe sie bringt gute Neuigkeiten...
Den ganzen Tag über bin ich kaum ansprechbar, kann mich auf nichts konzentrieren und denke immerzu nur an dich. Selbst Brian hat es aufgegeben eine Diskussion mit mir führen zu wollen... aber ich denke, er versteht mich von allen noch am besten. Apropos Brian... er scheint sich irgendwie in meine Mutter verguckt zu haben, hab ich das Gefühl, denn er telefoniert fast täglich mit ihr und das nicht gerade kurz...NATÜRLICH geht es dabei nur um meinen Gesundheitszustand...klar...wers glaubt wird selig!!! Was mich auch noch interessieren würde ist warum Brian so hinter mir steht, wenn es um eine Beziehung mit Bill geht... warum ist er nicht wie alle anderen auch dagegen? Oder zumindest angewiedert oder so? Naja irgendwann werde ich ihn darauf nochmal ansprechen, aber jetzt ist wohl echt nicht die beste Zeit dafür...
Der Tag will und will nicht vergehen. Stundenlang sitze ich bei Brian auf der Couch bis endlich meine Erlösung in Form von Frau Kramer, einer Krankenschwester, kommt. „ Tom, deine Mutter ist am Telefon. Kommst du bitte mit ins Sekretariat?!“ sagt sie und ich springe wie von der Terantel gestochen auf um zum Telefon zu eilen. „MUM!?“ brülle ich in den Hörer und warte ungeduldig darauf, dass sie sich am anderen Ende der Leitung meldet. „Tom, wie geht es dir?“ fängt sie an zu tratschen. „Mum... is doch egal! Wie geht es Bill???“ sage ich aufgebracht und muss aufpassen, mir nicht vor Nervosität die Lippe durchzubeißen. „Es geht ihm gut... er ist aufgewacht!“ sagt sie erleichtert am anderen Ende der Leitung. Sofort schießen mir die Tränen in die Augen. Ich bin so glücklich, dass es dir gut geht... und bald...bald werde ich wieder bei dir sein... „Er hat nach dir gefragt... alles, was er wissen wollte, als er aufgewacht ist, war, wo du bist... Ich habe ihm dann erzählt, dass du noch immer in der Klinik bist, aber er hat es nicht verstanden. Er kann sich scheinbar an nichts von alledem erinnern, was in den letzten Monaten passiert ist. Der Arzt meinte, dass es sich um eine vermutlich vorübergehende Amnesie handelt... aber vielleicht wird er sich auch niewieder an die letzte Zeit erinnern können.“ erzählt Mum. „Hast du ihm erklärt, warum ich hier in der Klinik bin?“ frage ich nach. „Nein...ich konnte einfach nicht... was hätte ich ihm denn sagen sollen? Er ist doch auch so schon verwirrt genug und weis nicht, was um ihn herum geschieht...“ sagt sie daraufhin. Jaa... vielleicht ist es am besten so, wenn er die letzten Monate vergisst... vielleicht können wir dann wieder ganz von vorne anfangen...als ganz normale Brüder...aber...ist es das, was ich will? Ihn als Bruder zu haben??? Nein, ich will ihn mehr als einen Bruder... aber was ich vor allem will, ist dass es ihm gut geht...dass er glücklich ist... Und wenn er das nur mit mir als Bruder sein kann, dann muss ich das eben akzeptieren.
3 Wochen noch...dann darf ich endlich zurück nach Hause... dann war ich insgesamt 3 Monate hier in dieser Klinik. Inzwischen habe ich Brian alles über mich erzählt, was es zu wissen gibt...über meine Kindheit, meine Gefühle zu Bill, Lion und seinen Bruder, Junes und meinen Drogengeschichten. Brian ist es auch, dem ich es zu verdanken habe, dass ich jetzt 'schon' raus darf. Und ich muss echt sagen, ich bin froh, dass ich Brian getroffen habe... seine Therapiesitzungen sind zwar nicht die normalsten der Welt, aber ich habe das Gefühl, dass er mir mehr helfen konnte als jeder andere... Auch wenn ich traurig bin, mich von meinen neugewonnenen Freunden verabschieden zu müssen, freue ich mich riesig auf zuhause... auf meine Heimat... mein Zimmer...meine Familie...und meinen Bill...


*Bills Sicht*
„Bill, Frühstück!!!“ höre ich meine Mama von unten rufen. Schnell rapple ich mich auf und laufe nach unten zum gedeckten Frühstückstisch. „Na mein Liebling? Hast du gut geschlafen?“ fragt sie sofort als sie mich erblickt und zieht mich zu sich heran, nur um dann 2 Sekunden später einen Kuss auf meiner Stirn zu platzieren. „Jaaa... sehr gut! Ich hab geträumt, dass Tom heute wieder kommt!“ antworte ich ihr und strahle sie an. Doch das schönste an meinem Traum ist, dass er heute wahr wird. Um 20.00 Uhr holen wir dich vom Hauptbahnhof ab. Jetzt ist es 11.00Uhr...das heißt ich muss noch 8 Stunden warten. Oje...wie soll ich das blos schaffen? „Bill nun sitz doch mal still!“ ermahnt mich Mama, da ich wie wild auf dem Stuhl herumrutsche. Gott...ich bin so nervös. Ich freu mich voll dich nachher wieder zu sehen. Ich weis schon gar nicht mehr genau wie du aussiehst... Okay das stimmt so nicht... Ich würde dich niemals vergessen können... aber du könntest dich ja in den letzten Monaten verändert haben... Immerhin kann ich mich an die letzten 5-6 Monate so gut wie gar nicht mehr erinnern. Alles was ich noch weis, ist, dass wir Beide zusammen auf einer Party waren und du dich ziemlich volllaufen hast lassen. Danach ist alles wie ausgelöscht aus meinem Kopf. „Sag mal... du hast doch nicht schon wieder in dem Zelt geschlafen oder?“ reißt Mum mich aus meinen Gedanken heraus und zieht ihre rechte Augenbraue hoch, während sie argwöhnisch das Shirt betrachtet, welches Tom mir gegeben hat. „Lass mich doch...das ist kuschelig!“ antworte ich trotzig und kuschle mich nochmal extra tief in das Shirt, in welchem ich die letzten Wochen drinnen geschlafen habe. Wie du wohl reagieren wirst, wenn du mich wieder siehst? Ob du mich auch so vermisst hast? Ob du mir dann endlich helfen wirst, meine Erinnerungen an die letzten Wochen wieder zu bekommen und mir zu sagen, warum du in einer Klinik in den Alpen warst? Ich hoffe es...Ich hoffe so sehr, dass du mir das alles erklären kannst. Der Tag scheint sich unendlich lange hin zu ziehen, als ich nach dem Frühstück fertig gestylt auf meinem Bett liege. 6 Stunden noch...Mann mir ist so langweilig... und zugleich bin ich so aufgekratzt und aufgeregt, dass ich nicht die Ruhe finde um mich irgendwie zu beschäftigen. Gequält stehe ich auf, krame mir meinen Schreibblock heraus und beginne zu schreiben... Versuche mich durch meine Gedichte ein wenig zu beruhigen...

Eigentlich geht es mir im Moment sehr gut,
Meine Mutter macht mir Mut.
Viele Freunde habe ich,
alle kümmern sich um mich.

Ich hab doch alles was ich will und brauch',
doch irgendetwas stört mich auch ...
Mein Gefühl spricht gegen mich,
den Grund dafür den kenn ich nicht.

Bin viel unterwegs und selten allein,
ich hab keinen Grund um traurig zu sein.
Ich versteh mich selber nicht,
vielleicht seh' ich alles aus einer falschen Sicht.

Meine Gefühle stehen im Ungleichgewicht,
Herz und Kopf verstehen sich scheinbar nicht.
Es will einfach nicht in meinen Kopf hinein,
denn eigentlich müsste ich glücklich sein ..

Nie zuvor war mir bewusst, was es heißt ohne dich zu sein.
ohne deine Worte, deine Blicke, deine Nähe...ganz allein.
Sehnsucht kehrt bei mir ein...und nun weis ich, ohne dich kann ich nicht glücklich sein...




Noch einmal lese ich mir das geschriebene Gedicht durch. Ich weis eigentlich gar nicht, wo diese Gedanken herkommen, doch ich weis, dass es stimmt. Du fehlst mir unheimlich und wenn du nicht bei mir bist, dann geht es mir halt einfach schlecht... Aber dieses Gedicht hört sich schon fast ein wenig ZU anhänglich an. Sicher...wir sind Zwillinge, haben eine besonder Bindung zueinander und so weiter... aber waren diese Gedanken schon immer da? Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals gedacht zu haben, dass ich ohne dich nicht mehr glücklich sein kann... Aber irgendwie kamen diese Worte fast von alleine aus meinem Stift und haben sich auf dem Papier zusammen gereimt. Als ich das Gedicht verstaut habe in den Untiefen meiner Schreibtischschublade, gehe ich in die Wohnstube und setze mich zu meiner Mutter, welche gerade eine Spannende Gerichtsshow zu gucken scheint. 17.00 Uhr... 3 Stunden noch...
Nachdem der Mörder Lebenslänglich bekommen hat und wir uns die Nachrichten angeschaut haben beginne ich langsam quengelig zu werden... „Muuum wann gehen wir denn endlich los?“ frage ich leidend. „Gleich Liebling...eine halbe Stunde noch!“ antwortet sie mir ruhig, da sie weis, wie nervös ich bin. „Muuuum...können wir nicht jetzt schon?“ nörgle ich weiter. „Wozu denn? Tom kommt sowieso erst um 20.00Uhr beim Bahnhof an und es ist gerade mal 19.00Uhr!“ antwortet sie und versucht noch immer ruhig zu bleiben. „Muuuum...“ „Ja ist ja schon gut!!! Dann gehen wir halt jetzt schon los... Mensch Bill du bist ja schlimmer als ne Horde Flöhe!!!“ resigniert greift sie nach ihrer Handtasche und fischt den Autoschlüssel heraus. Freudig springe ich auf, schau mich noch einmal im Flurspiegel an und renne dann hinaus zum Auto. Keine 5 Sekunden später sitze ich drinnen, bin schon fertig angeschnallt und warte auf meine Mutter, welche nun auch langsam angeschleicht kommt und sich auf dem Fahrersitz niederlässt.
Als wir am Bahnhof ankommen, müssen wir noch 25 Minuten warten ehe dein Zug einfährt... Gott... Ich glaube ich war in meinem ganzen Leben noch nie so nervös. Wie son Bekloppter renne ich den Bahnsteig immerwieder auf und ab, da ich nicht still stehen bleiben kann.
„Achtung bitte auf Gleis 13. Der Intercity aus Wien fährt ein...“ hallt es laut durch die Ankunftshalle des Bahnhofes. Ich glaube das war der Moment, in dem mein Herz still stehen geblieben ist... Du bist endlich wieder bei mir... Schnell renne ich zurück zu Mum und versuche in die Fenster des ICE's zu spähen, um dich schon früher entdecken zu können. Doch nirgends eine Spur von dir. Dann öffnen sich die Türen und Hunderte von Menschen betreten den Bahnsteig. Doch wo bist du? Aufgebracht schaue ich über die Köpfe der Menschen hinweg und beginne dann nervös auf den Zehenspitzen zu hüpfen. Wo bist du Tom?
Plötzlich sehe ich dich, wie du aus dem Zug aussteigst und in meine Richtung blickst. Als unsere Augen sich treffen ist es so, als würden die andern Menschen um uns herum gar nicht mehr existieren... und plötzlich stehst du vor mir. Wir schauen uns die ganze Zeit nur in die Augen, nicht fähig ein Wort zu sagen oder irgendetwas zu tun. Irgendwas ist anders als ich es in Erinnerung hatte... mein Herz beginnt plötzlich fürchterlich zu schlagen und ich kann meinen Blick nicht von dir wenden...was ist nur los mit mir? „Bill...“ durchbrichst du dann unser schweigen und ich sehe, wie sich eine Träne in deine Augen stielt. „Tom... Ich hab dich so vermisst...“ flüstere ich und lasse mich dann fallen...geradewegs in deine Arme. Du hälst mich fest und scheinst mich auch nicht wieder loslassen zu wollen...eben so wenig, wie ich es will. Reden müssen wir nicht...Worte würden diese Atmosphäre blos zerstören...


*Tom's Sicht*
Du hast alles vergessen, was die letzten Monate geschehen ist... für dich bin ich also wieder der absolut normale Bruder... ohne irgendwelche schlechten Geschehnisse... Vielleicht sollte ich dem Schicksal dankbar sein für diese Wendung. Vielleicht schenkt Gott mir diesen Neuanfang, damit ich nicht wieder die selben Fehler mache und vernünftig mit dir leben kann. Eine neue Chance so gesehen... für uns beide...als BRÜDER!!!
Seufzend steige ich aus dem Zug aus und lasse meinen Blick über den Bahnsteig schweifen. Da stehst du... nicht weit entfernt von Mum. Deine Augen suchen mich und als sie mich finden, kann ich nicht anders als in ihnen zu versinken. Meine Beine tragen mich fast schon von alleine zu dir...und plötzlich stehe ich direkt vor dir und... und nichts... wir sehen uns einfach nur an...sind gefangen in dem Augenblick. „Bill...“ flüsternd verlassen diese Worte meinen Mund, da ich mich nicht traue lauter zu sprechen aus angst, meine gerade so perfekte Welt würde dann in sich zusammenfallen. „Tom... Ich hab dich so vermisst...“ flüsterst du eben so leise zurück und lässt dich geradewegs in meine Arme fallen. Plötzlich spüre ich deine Nähe stärker als zuvor, rieche deinen Duft und spüre deinen Atem, welcher meinen Hals streift... scheiß auf BRÜDER!!! Ich will dich nicht als Bruder... Ich will dich ganz... mit jeder Faser deines Körpers... mit allen deinen Stärken und Schwächen...alle deine Fehler...ich will alles von dir...jede Sekunde deines Lebens möchte ich mit dir gemeinsam verbringen...Verdammt...Ich liebe dich!!!
Nach einiger Zeit, es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bemerke ich, wie mir leicht Jemand auf die Schulter tippt. Als ich mich umdrehe, blicke ich in das strahlende Gesicht meiner Mum. „hast du mich denn ganz vergessen?“ fragt sie gespielt eingeschnappt. Schweren Herzens löse ich mich nun von Bill und umarme auch meine Mum. „Wie könnte ich?“ sage ich noch kurz ehe ich dann wieder von ihr ablasse. „Na da bin ich aber beruhigt... und nun lasst uns Heim fahren!“ sagt sie lächelnd und gibt mir einen leichten Schubs voran. Sofort erscheint Bill an meiner Seite und lächelt mich an... oh, wie sehr ich ihn doch vermisst habe...
Zuhause angekommen bringe ich erstmal meine Sachen hoch in mein Zimmer und lasse mich dann erschöpft auf mein Bett fallen. Zum auspacken bin ich noch viel zu müde. Kurz schließe ich meine Augen, ehe es an meiner Tür klopft und Bill seinen hübschen Kopf hereinsteckt. „Darf ich rein kommen?“ fragt er zuckersüß und steht schon unlängst mitten in meinem Zimmer. „ähm...klar“ meine ich nur und sehe ihm dabei zu, wie er sich direkt neben mir auf's Bett fallen lässt. Ich drehe meinen Kopf leicht zur Seite und blicke ihm direkt in die Augen. Es sind nichtmal 20cm, die unsere Gesichter voneinander trennen. Langsam beginnt mein Herz schneller zu schlagen und in meinem Bauch beginnt es wieder zu kribbeln. Gott...wie ich diese Gefühle vermisst habe, die er in mir auslöst. „Erzählst du mir jetzt, warum du in dieser Klinik in den Alpen warst? Mum wollte es mir nicht sagen...“ sagst du plötzlich und siehst mich mit großen Augen an. Ich atme einmal tief aus und blicke dann wieder zur Decke. Jaa... wie erklär ich dir das jetzt am besten? „Weist du...also du kennst doch noch Lion ne?“ versuche ich einen Anfang zu finden. „Der komische Typ aus deiner Klasse? Der, der auch kifft???“ fragst du leicht angeekelt. Oje... am besten ich lass' jetzt erstmal weg, dass du mit ihm zusammen warst! „Ja genau... der ist jetzt übrigens mit der Bine zusammen. Ach das weist du ja noch gar nicht...Bine wohnt jetzt hier in Magdeburg und geht bei Ramo auf's Internat. Die beiden haben sich ziemlich gut angefreundet... ach ja...und Ramo hat übrigens jetzt eine feste Freundin!“ erkläre ich dir. Du siehst mich an wie ein Auto, als du das von Ramo und Bine hörst. „Gott... hab ich denn soviel vergessen??? Aber das mit Ramo glaub ich echt nicht...heißt das...sie ist lesbisch?“ fragst du und guckst mich mit deinem unschuldigem Engelsblick an. Schnell starre ich wieder gegen die Decke und antworte: „Tja...sieht wohl so aus!“ woraufhin du die Stirn runzelst und nickst. „Aber... jetzt erzähl weiter... wie bist du in diese Klinik gekommen?“ fragst du dann wieder und ich kann deutlich deine brennenden Blicke auf mir spüren. „Naja...ich war halt viel mit Lion zusammen...und auf einer von seinen Party's hab ich dann so nen Kerl kennengelernt...und...“ plötzlich breche ich ab. Die Bilder von Junes schießen wieder in mir hoch und ich erinnere mich daran, wie er mich dazu gezwungen hat, mit ihm zu Schlafen, um die Drogen von ihm zu bekommen. Bedächtig schließe ich die Augen und versuche die nun aufsteigenden Tränen zu unterdrücken, was mir jedoch nicht ganz gelingt. Im nächsten Moment reiße ich die Augen dann wieder geschockt auf und nehme die zarten Arme wahr, welche sich um meine Schultern geschlungen haben. Du hälst mich im Arm und lässt deinen Kopf auf meiner Schulter ruhen... wenn du nur wüsstest, was du damit in mir auslöst... Ich kann kaum atmen... beginne zu schwitzen und spüre dieses unheimliche Kribbeln überall dort, wo du mich berührst. „Hey... so schlimm wird es doch nicht sein...erzähl weiter...bitte!“ versuchst du mich zum weiterreden zu bringen. „Dieser...dieser Kerl... Er hat mir Drogen angedreht... und irgendwie bin ich ihm dann durch Zufall immer öfter begegnet...und irgendwann war ich völlig süchtig nach den Drogen und dann... naja...dann sollte ich halt in diese Klinik!“ erkläre ich dir. Abrupt lässt du von mir ab und siehst mich geschockt an. „Du...Du hast Drogen genommen?“ fragst du verwirrt nach und wirfst mir einen verzweifelten Blick zu. Du willst das nicht wahr haben, aber was soll ich denn machen? Ich kann meine Vergangenheit nicht rückgängig machen. Irgendwie würdest du es ja doch erfahren... „Ja... und...daran ist dann auch die Band zerbrochen... Wir haben uns aufgelöst...“ sage ich traurig und merke, wie mir weitere Tränen über das Gesicht laufen. Dein Gesicht wird ausdruckslos und ohne ein weiteres Wort krabbelst du aus meinem Bett und verlässt mein Zimmer. „Bill...“ schnell rapple ich mich auf und will dir hinterherlaufen, doch du hast dich in deinem Zimmer eingeschlossen. „Bill... bitte mach auf!“ rufe ich gegen die Tür und warte auf eine Reaktion. Doch es kommt keine Reaktion und somit wiederhole ich meine bitte und flehe dich nun fast schon an, die Tür auf zu machen. „VERSCHWINDE UND LASS MICH IN RUHE!!!“ schreist du und ich höre, wie du langsam zu weinen beginnst. „Bill...“ traurig schleiche ich in mein Zimmer zurück und lasse mich auf den Boden fallen, ehe ich vollends in Tränen ausbreche. Dein Zimmer ist direkt nebenan und ich höre dein Weinen, wodurch ich blos nochmehr weinen muss. Es tut mir doch leid Bill...sooo leid... Ich hab dir alles kaputt gemacht...es tut mir leid...




*Bills Sicht*
Drogen...du hast Drogen genommen... wie konntest du nur? Du warst doch immer gegen sowas, hast immer dafür gesorgt dass mir solche Typen nicht zu nahe kommen und wolltest mich vor den Drogen beschützen. Und jetzt bist du selbst zu einem dieser Kerle geworden? Ich hasse Lion dafür, dass er dich zu seinen Drogenfreunden gebracht hat! Und ich hasse dich dafür, dass du dieses Eckelzeug nimmst... oder genommen hast. Du hast alles damit kaputt gemacht...unseren großen Traum von einer Musikerkarriere... hast du denn schon vergessen, wie hart wir dafür gearbeitet haben? Wie konntest du das nur so leichtfertig aufs Spiel setzen??? Und dann auch noch mit Drogen... Ich hasse dich!!! „Ich hasse dich, ich hasse dich, ich hasse dich...“ immerwieder verlassen diese Worte meinen Mund. Wie ein Tantra, welches ich immerwieder aufsagen muss, um die bösen Geister fern zu halten. Ich hasse dich...Ich hasse dich so sehr... aber...nein...ich kann dich nicht hassen... Du bist mir doch das Wichtigste, was ich habe...mein Bruder...mein ZWILLINGSBRUDER!!! Ich kann dich gar nicht hassen...ich lieb dich dazu viel zu sehr... aber warum musstest du uns das antun? Warum hast du zu diesen Drogen gegriffen? Du warst doch sonst immer strickt dagegen...warum jetzt? Warum?
Vom nebenzimmer vernehme ich lautes Schluchzen...du weinst. Du weinst meinetwegen... wolltest mir alles erzählen und mir reinen Wein einschenken und dann stoße ich dich von mir und lasse dich ganz alleine mit deinem Schmerz... Es war sicher nicht einfach, darüber zu reden und du hättest es mir ja auch ganz leicht verschweigen können...immerhin habe ich meine Erinnerung ja verloren. Aber Fakt ist: Du hast es mir nicht verschwiegen... und warum das ganze? Weil du mir vertraut hast!!! Und was tue ich? Ich flüchte geradezu vor dir und höre mir nicht einmal das „Warum“ an.
„Jungs!!! Kommt ihr essen?“ ertönt Mamas Stimme von unten. Ich mache mich noch kurz vorm Spiegel zurecht, da ein wenig meiner Schminke verwischt ist und mache mich dann auf den Weg nach unten. Mit einem warmen Lächeln empfängt Mum mich... Irgendwie tut sie mir leid... Sie hat soviel mit Tom und mir durchmachen müssen... und jetzt hat sich auch noch ihr Lebensgefährte von ihr getrennt. Zielstrebig gehe ich auf sie zu und umarme sie. „Na was ist denn mit dir los?“ fragt sie leicht verwirrt, da ich sie nur selten umarme und erwiedert dann die Umarmung. „Nichts...ich hab dich nur furchtbar lieb Mama!“ antworte ich ihr woraufhin ich mir einen Kuss verdiene und ein freudiges „Ich dich doch auch mein Liebling“ von ihr zu hören bekomme. Dann erscheinst du in der Küchentür und blickst mich mit geröteten Augen an. Schuldbewusst blicke ich zurück und als auch Mum dich bemerkt, senkst du den Kopf gen Boden. Du willst nicht, dass sie sieht, dass du geweint hast... Es tut mir leid...
Nachdem wir Spaghetti, unser beider Leibgericht, gegessen haben, sieht Mum uns strahlend an und erzählt uns, dass Sie von der Nachbarin eingeladen wurde, welche heute ihren Geburtstag reinfeiern will und sie aus diesem Grund ins Theater mitnimmt. Ich freu mich für Mama und blicke sie lächelnd an, als sie uns dann noch erzählt, dass sie erst am frühen Morgen zurück sein wird und wir es uns gerne im Wohnzimmer gemütlich machen können. Sie hat sogar Chips und Gummibärchen für uns gekauft... Während sie das alles erzählt, nickst du nur ab und zu apatisch und gehst nach dem Essen wieder hoch in dein Zimmer. Als Mama weggegangen ist, hole ich mir meine Bettwäsche von oben und richte mir ein Bettchen auf der Couch ein. Dann noch zwei Dosen RedBull und eine Flasche Cola... die Naschsachen stehen schon auf dem Tisch... hoffentlich kommst du auch noch runter und guckst zusammen mit mir fern. Nach kurzem überlegen habe ich mich auch schon für einen Film entschieden: Fluch der Karibik!!!
Gerade als der Film begonnen hat, beginnt mein Herz freudensprünge zu machen, denn zaghaft streckst du deinen Kopf ins Wohnzimmer und betrachtest mich, wie ich auf der Couch liege. Als du meinen Blick bemerkst, willst du dich auch gleich wieder aus dem Staub machen, aber so leicht lass ich dich nicht gehen. „Willst du nicht mit mir zusammen schauen? Ich hab auch schon alles rausgesucht...zum naschen und so... und gemütlich ist es auch!!!“ sage ich lächelnd und blicke dich anschließend bettelnd an. Zögernd besiehst du dir mein Kuschelreich und guckst dann kurz auf den Bildschirm. „Was schaust du denn?“ fragst du noch etwas verunsichert, aber ich glaube, dass es dir im Grunde scheißegal ist, was für ein Film läuft. „Fluch der Karibik“ beantworte ich dann doch deine Frage und beobachte dann freudig, wie du dich neben mir aufs Sofa setzt. Sofort schlinge ich meine Bettdecke um uns Beide und reiche dir die Tüte mit den Chips, in welche du auch sofort hineingreifst. Als der Film beginnt, starren wir Beide gebannt auf den Bildschirm, doch so recht konzentrieren kann ich mich doch nicht. Ich muss mich einfach nochmal bei dir entschuldigen, bevor wir so zum Film gucken übergehen. „Du Tom...“ spreche ich dich vorsichtig von der Seite an und warte, bis du deine ganze Aufmerksamkeit mir zuwendest. „Wegen vorhin... es tut mir leid!!! Ich war nur so scheiße erschrocken und... mensch warum hast du das gemacht?“ frage ich dich dann. „Ich...ich hatte damals ne menge Probleme und dann kam dieser Typ und meinte ich könnte mit den Drogen alles vergessen... aber ich wollte dir niemals schaden und...glaub mir, dass ich das mit der Band kaputtgemacht habe, werde ich mir nie verzeihen können. Ich weis doch, was dir das alles bedeutet hat!!!“ antwortest du mir traurig und blickst dann auf die Bettdecke, welche sich um deine Beine gelegt hat. Du siehst so traurig und geknickt aus, dass ich dich einfach in den Arm nehmen muss. Beruhigend streichle ich dir über den Rücken und versuche dich wieder zu beruhigen. Scheinbar geht dir das Ganze wirklich ziemlich nahe. „Tom...ich hab dich lieb!!!“ flüstere ich dir ins Ohr, bevor ich dir einen sanften Kuss auf die Wange gebe und mich wieder dem Fernseher zuwende...


*Tom's Sicht*

Als ich komische Geräusche aus dem Wohnzimmer vernehme, beschliese ich mal eben nachzuschauen und stolziere leise die Treppe hinunter. Plötzlich beginnt mein Herz schneller zu schlagen. Das ist einfach zu süß!!! Du liegst in deiner Bettdecke eingemurmelt auf der Couch und schaust fern. Dabei knuddelst du dich so in deine Bettdecke ein, als wäre sie dein Teddy... Wie gern ich doch mit ihr tauschen würde... Gerade, als ich mich an den Türrahmen lehne und dir noch länger zuschauen will, drehst du dich plötzlich um und blickst mir lächelnd ins Gesicht. Irgendwie komme ich mir gerade furchtbar ertappt vor und will verschwinden, doch du hälst mich von meinem Tun ab und bittest mich darum mit dir gemeinsam den Film anzusehen. Nach einer Weile lasse ich mich dann neben dich auf die Couch fallen und starre gebannt auf den Fernseher. Doch scheinbar quält dich irgendwas und du erhebst wieder deine Stimme. Ich kanns nicht glauben!!! Du entschuldigst dich doch wirklich bei mir und nachdem Ich dir noch einmal genau erklärt habe, wie es zu dieser ganzen Drogenscheiße gekommen ist, nimmst du mich auch noch in den Arm und sagst mir, dass du mich lieb hast. Oh Bill...wenn du nur wüsstest, wie lieb ich dich erst habe... Dann gibst du mir noch einen Kuss auf die Wange und verpasst mir somit den vollkommenen Schock! Wie soll ich mich denn bitte jetzt noch auf den Film konzentrieren??? Du wendest dein Gesicht wieder dem Fernseher zu und scheinst die Disskussion für beendet zu erklären. Ich hingegen bin in Gedanken noch immer voll bei dir. Zaghaft fahre ich mir über die Stelle an meiner Wange, welche du eben geküsst hast. Es brennt regelrecht... ein wunderschönes Gefühl...
Schüchtern blicke ich dich an. Weis nicht, was ich machen soll... Weis nicht, ob du mich sofort zurückstößt, wenn ich versuchen würde mich dir zu nähern... Brian hat gesagt, ich soll dir meine Gefühle langsam näher bringen und dir vorsichtig versuchen zu zeigen, dass du für mich unglaublich wertvoll bist.
Ganz langsam lasse ich meine Hand unter der Bettdecke zu dir gleiten. Als ich die Fingerkuppen deiner Hand berühre, schreckst du leicht hoch und ich blicke mit gerötetem Gesicht auf die Bettdecke, ehe ich meine Finger mit den deinen verhake. Aus dem Augenwinkel kann ich erkennen, wie du lächelst und meine Hand nun auch leicht drückst. Auch wenn es nicht viel ist, freue ich mich tierisch über diese Geste von dir. Kurze Zeit später lässt du deinen Lopf auf meine Schultern sinken und schmiegst dich an mich. Oh Gott... weist du eigentlich, was du damit in mir auslöst? Mein Herz zerspringt gleich vor Freude... am liebsten würde ich dich jetzt sofort küssen, aber das wäre wohl das schlimmste, was ich jetzt machen könnte. Ich versuche mich auf den Film zu konzentrieren und meine Gedanken von dir abzubringen, doch das ist gar nicht so einfach, wenn der Puls auf 180 ist und das Herz rast, als hätte man gerade einen 5000meter Lauf hinter sich. Kurze Zeit später schüttet mein Körper weitere Glückshormone aus und ich beiße mir gehörig auf die Unterlippe, um ein zittern zu unterdrücken, denn jetzt hast du dir doch wirklich meine Arme gekrallt und dir diese um den Bauch gelegt. Gott...ich glaube, ich sterbe!!!
Vorsichtig bringe ich uns in eine andere Position und lehne mich an die Armlehne des Sofas, wobei du noch immer in meinen Armen liegst und nun zwischen meine Beine rutscht. Dein Kopf liegt an meiner Brust und wieder atme ich deinen wundervollen Geruch ein. Oh Bill...wenn du wüsstest, wie sehr diese Nähe schmerzt!!! Es ist ein richtiger Schmerz in der Brust, wenn man weis, dass diese Nähe nicht das ist, wofür man sie hält... für dich ist es nur das Kuscheln mit deinem Bruder...aber für mich ist es schon fast die Erfüllung meiner Träume, dich so nah bei mir haben zu dürfen... Und gleichzeitig weis ich, dass dieser Moment nur den Film über anhalten wird. Dann wirst du wieder in deinem Zimmer verschwinden und ich werde mich in den Schlaf weinen, weil ich deine Nähe vermisse.
Wir bleiben noch eine ganze Weile so zusammengekuschelt liegen, ehe du dich von mir runterrollst, dein Kissen packst und mir dieses unter den Kopf schiebst. Ich bringe mich nun vollends in eine liegende Position und warte ab, was du vorhast. Kurze Zeit später legst du dich wieder in meine Arme und deckst uns mit der Decke zu. Nun liegen wir beide mit dem Körper dem Bildschirm zugewandt auf der couch. Du vor mir und ich dicht bei dir, während ich dich im Arm halte. Wie soll ich dir blos zeigen, wie sehr ich dich liebe? Ich will dich doch nicht verschrecken...aber ich würd dich grad sooo gerne küssen... „Tom? Ist irgendwas mit uns passiert, bevor ich die Erinnerung verloren habe?“ fragst du im flüsterton. Du klingst leicht verwirrt, als würdest du irgendwas nicht verstehen und eine Antwort suchen...
„Was meinst du?“ frage ich eben so leise und nun auch etwas verwirrt zurück. Kurz stockst du und verspannst dich in meinen Armen. „Ich weis nicht... Es fühlt sich nur so komisch an... so wie du mich festhälst...“ antwortest du schüchtern. Sofort will ich meine Arme von dir nehmen und habe ein schlechtes Gewissen...Gott ich war viel zu aufdringlich mit meinen beschissenen Gefühlen...Doch du hälst meine Arme fest auf deinem Bauch gepresst, drehst deinen Kopf vorsichtig in meine Richtung und fixierst meine Augen mit deinen. „Nein...“ sagst du nun sehr bestimmt. „Nicht schlimm oder so...nur anders...“ fährst du dann so leise fort, dass ich dich kaum verstehen kann. Ich glaube in deinen Augen zu versinken und starre dich direkt an... oh Gott... erst jetzt bemerke ich, dass ich hier gerade mit dir flirte!!! Verdammt was mach ich nur immer??? Mein Kopf läuft knallrot an und du drehst dich wieder weg von mir. Gerade denke ich, dass du nun sicher angewiedertt von mir bist, als du plötzlich etwas tust, womit ich nun gar nicht gerechnet hätte... Du kuschelst dich noch enger an mich und beginnst meine Hand, welche um dich geschlungen ist, sanft zu streicheln. Ich sterbe...Ich bin mir ganz sicher, dass ich sterbe!!! Was machst du nur mit mir??? Selbst diese minimale Berührung bringt mich schon um den Verstand, so dass ich ein wohliges seufzen nicht unterdrücken kann. Es fühlt sich einfach zu schön an, von dir berührt zu werden. Während du mit deinen Streicheleinheiten fortfährst, bemerke ich plötzlich, wie mir immer heißer wird und wie das Blut beginnt sich in meiner Körpermitte zu sammeln... Oh Gott...nein...bitte jetzt nicht DAS!!! Du bringst mich um, wenn du das bemerkst..


*Bills Sicht*
Ich liege dicht an dich gekuschelt und werde von deinen starken armen gehalten. Den Film nehme ich schon lange nicht mehr wahr... Alles worauf ich achte, bist du und dein leiser, stetiger Atem. Ich weis im Moment echt nicht, was mit mir los ist... Warum will ich deine Nähe so sehr? Warum fühle ich mich in deinen Armen so wohl, wie sonst nirgends auf der Welt??? Warum schlägt mein Herz plötzlich so laut? Soviele Fragen, deren Antwort ich nicht kenne... Oder kenne ich die Antwort auf diese Gefühle und habe sie blos vergessen??? Ist das alles neu, oder sind diese Gefühle schon länger da gewesen? Wann habe ich begonnen, mich dirgegenüber so zu verändern? Ab wann war es so seltsam, in deinen Armen zu liegen? Das haben wir doch früher oft so gemacht... haben sogar oft im selben Bett geschlafen... „Tom? Ist irgendwas mit uns passiert, bevor ich die Erinnerung verloren habe?“ frage ich dich dann einfach aus dem Nichts heraus. Hoffentlich weist du, was ich meine und kannst mir eine Antwort geben... Vielleicht gibt es für all das auch eine einfache Lösung... „Was meinst du?“ fragst du extrem leise und ziemlich verwirrt nach. Oh mann...ich weis doch selbst nicht, wie ich das meine... wie soll ich dir das blos erklären? „Ich weis nicht... Es fühlt sich nur so komisch an... so wie du mich festhälst...“ antworte ich dir dann nach einer Weile. Sofort willst du deinen Griff um mich lösen und mir deine Arme entziehen...denkst wohl, dass es mich störrt, dass du mich hältst aber so ist es doch gar nicht...im Gegenteil...es ist wunderschön...und so unterbreche ich dein Tuen und halte deine Hände fest auf meinen Bauch gepresst. „Nein...“sage ich laut und bestimmend... Du musst verstehen, was ich meine, also setze ich zu einem erneutem Erklärungsversuch an, drehe mich in deiner Umarmung und blicke dir in deine wunderschönen Augen. „Nicht schlimm oder so...nur anders...“ erkläre ich dann. Seit wann funkeln deine Augen eigentlich so??? Seit wann bist du so wunderschön??? Wenn ich es nicht besser wissen würde, würde ich glatt meinen, du flirtest gerade mit mir...aber das kann jawohl nicht angehen. Sowas würdest du nicht machen...das wäre doch abnormal... ja sogar fast widerlich, wenn man sich vorstellt, dass wir Brüder sind. Aber... wäre es wirklich so schlimm? Würde ich mich jemals vor dir eckeln können??? Ich sehe, dass du ganz rot im Gesicht wirst und nun irgendwie nervös wirkst... muss dir doch nicht peinlich sein. Langsam drehe ich mich wieder mit dem Rücken zu dir und gleite in meine vorherige Position. Mein Herzklopfen ist immernoch da und als ich kurz meine Augen schließe, da meine Lieder langsam schwer werden, hab ich plötzlich dein Gesicht im Kopf. Erschrocken reiße ich die Augen wieder auf. Was machst du nur mit mir??? Warum hab ich deinetwegen solche Gefühlsausbrüche? Naja...vielleicht sollte ich mich da einfach nicht zu sehr reinsteigern... Vorsichtig kuschle ich mich nun noch enger an deinen wunderbar warmen Körper und streiche deine Hand, welche auf meinem Bauch ruht. Ich weis nicht direkt warum, aber ich will dich jetzt einfach berühren... dich fühlen...bei mir. Als ich ein sanftes Seufzen von dir vernehme, bin ich mir sicher, dass meine Berührung dir nicht unangenehm ist und mache einfach weiter. Plötzlich wirst du unruhig hinter mir und setzt dich dann auf. Als ich mich zu dir umdrehe, um zu sehen was los ist, meinst du nur flüchtig zu mir:“Ich muss mal eben auf's Klo!“ und schon bist du verschwunden...
Plötzlich ist es ganz kalt hier und irgendwie komme ich mir einsam vor... kurzerhand rolle ich mich auf den Bauch und versuche von der Seite, auf der du gelegen hast deine restwärme in mir aufzunehmen. Schon komisch... warum will ich blos so sehr, dass du bei mir bist? Warum fühl ich mich so gut in deiner Nähe und habe zum ersten Mal, seitdem ich im Krankenhaus aufgewacht bin, das Gefühl zuhause zu sein? Warum fühl ich mich nur dann wie zuhause, wenn auch du da bist??? Ist zuhause da, wo du bist? Egal wo wir sind? Hauptsache du bist da...und dann bin ich zuhause??? Erst jetzt wird mir klar, wie sehr ich dich eigentlich vermisst habe in den letzten Tagen... und jetzt, da du mir wieder nahe bist, habe ich plötzlich so komische Gefühle für dich...Gefühle, die man eigentlich nur haben sollte, wenn man bei der Freundin ist oder so...wieso habe ich solche Gefühle plötzlich bei dir??? Ich versteh das einfach nicht...
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