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Wenn Engel lieben (Teil 1 der Trilogie (überarbeitet))


 

   Wenn Engel lieben (Teil 1 der Trilogie (überarbeitet))
   Thema aus der Rubrik -> Tokiohotel FanFics
 
Autor

Nachricht

Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
Beiträge: 1293
Wohnort: Tokio

BeitragVerfasst am: 30.04.2009 12:12    Titel: Wenn Engel lieben (Teil 1 der Trilogie (überarbeitet))


Eigentlich solltet ihr die Richtlinien dieser Story soweit noch kennen, da ich denke, dass die meisten von euch bereits über WEL bescheid wissen...
Liebe Grüße und zum 3.MAL "Wenn Engel lieben"



>>Immer das Gleiche...<<

*Bill's Sicht*

Wieder einmal schleppe ich meinen Bruder nach einer seiner tollen Saufpartys nach Hause und versuche ihn einigermaßen aufrecht zu halten, bevor er beschließen sollte hier auf der Straße seinen Suff auszuschlafen. Ich verstehe Tom einfach nicht mehr... Früher war er ganz anders. Natürlich hat er ab und zu mal was mit seinen Freunden getrunken und war auch nicht selten hackedicht... aber jetzt ist es anders. Mein Bruder lässt keine einziege Gelegenheit aus, um sich ohne Sinn und Verstand die Kante zu geben und sich fast ins Koma zu saufen.
Ich würd sogar sagen, dass es langsam echt zur Gewohnheit wird, dass Tom sich vollaufen lässt. Selbst zuhause stapeln sich die Vodkaflaschen in seinem Kleiderschrank und er denkt dass es Niemand mitbekommen würde...

Mum weis von Toms Sauferei nichts...sie würde es wahrscheinlich auch gar nicht verkraften, wenn sie erfahren würde, dass ihr kleiner Tommy mehr und mehr zu einer Alkoholleiche mutiert. So lange, wie er nur ab und zu mal einen im Tee hatte war ja auch alles noch okay und harmlos... aber langsam mache ich mir echt Sorgen. Wo soll das blos enden, wenn Tom nicht endlich aufhört mit dem Scheiß? Warum reded er nicht mit mir wenn er Probleme hat oder wenn ihn etwas bedrückt? Völlig ohne Grund kann er doch nicht angefangen haben zu Trinken...

Ich sehe Tom in seine schweren Augen, welche nur noch mit Mühe auf Halbmast hängen und rieche seine starke Alkoholfahne. Der Geruch brennt unangenehm in meiner Nase und ich muss unweigerlich das Gesicht verziehen. "Tom, das war jetzt aber wirklich das allerletzte Mal!!!" sage ich, obwohl ich weis, dass er wahrscheinlich schon lange nichts mehr mitbekommt.

Mit dem Fuß stoße ich die Gartentür auf und schleppe mich mit Tom bis zum Haus. Verzweifelt versuche ich den Schlüssel aus meiner Tasche zu kramen, ohne dass Tom dabei umkippt. Verdammt! Ich glaub mein Schlüssel ist weg! Ob ich ihn drinnen hab liegen lassen?
„Sag mal Tom, hast du deinen Haustürschlüssel mit?“ frage ich meinen Bruder. „Meinen Hamf-, Haas-, Maus-... WAS???“ gibt er zur Antwort von sich. Toll, so bringt mir das auch nichts. Ich durchsuche vorsichtig Toms Jackentaschen, wobei dieser permanent anfängt laut aufzulachen. „Was machsn du daa Bülly?“ lallte Tom mir entgegen. Endlich habe ich den Schlüssel gefunden und schließe die Tür auf. „Komm jetzt!“ sage ich zu Tom und ziehe ihn langsam ins Haus.

„Babyyy... you're the oooone aaaaand... iiiii... wiiiill loooove you foooeveeer“ begann er nun auch noch zu singen. Ich hielt ihm meine Hand auf den Mund und zischte ihm entgegen „Halt die Klappe Tom! Du weckst noch die ganze Nachbarschaft auf... und vor allem Mum und das willst du doch nicht wirklich!?“. Nein, das willst du sicher nicht, denn dass würde das reinste Massaker geben. Er stolpert mir entgegen und landet in meinen Armen. Nun legt er seinen Kopf auf meine Schulter und klammert sich an mir fest. „Sorry“ lallt er wieder und schließt seine Augen. "Schon okay... Schaffst du die Treppe?" flüstere ich und halte ihn weiterhin im Arm. Träge schüttelt er mit dem Kopf und steht kurz davor einzuschlafen. "Tommy...nicht schlafen. Wir müssen erstmal ins Bett kommen okay?" versuche ich ruhig auf ihn einzureden. „Dooooch...will schlafn“ gibt er als Antwort von sich. „Das geht jetzt aber nicht. Gleich sind wir oben, dann kannst du schlafen!“ versuche ich ihn doch noch umzustimmen. „Neeeeein, will abba jez!“ quengelt er wie ein kleines Baby. Irgendwie ist er in diesem Zustand total süß. "Na komm schon..." sage ich und hieve ihn vorsichtig auf meinen Rücken. "Gleich sind wir da..." hauche ich, während ich mir alle mühe gebe, nicht unter seinem Gewicht zusammen zu brechen.
Mann... das gibt's doch nicht, der kann doch nicht soviel schwerer sein als ich!!! Fast schon auf allen vieren gehe...oder besser gesagt „Krabbel“ ich die Treppe hinauf. Sanft lasse ich Tom in sein Bett fallen, decke ihn noch schnell zu und gehe dann in mein eigenes Zimmer um mich schlafen zu legen.



>>Der Morgen danach...<<

*Tom's Sicht*

Aaarrgh... Was zum Teufel ist denn jetzt los? Ein hämmernder Schmerz sitzt mir im Kopf und ich habe das Gefühl mein Gehirn ist zu Brei geworden. Die Helligkeit ist kurz davor, mir die Netzhaut zu verbrennen... wenigstens fühlt es sich so an. Gott, ich hasse dieses Licht!!! Das ist echt das Allerletzte, was ich jetzt gebrauchen kann. Schnell ziehe ich mir die Decke über den Kopf und beruhige mich etwas durch die Dunkelheit, die mich nun umschließt.

Verdammt unter der Decke wird es mir nun aber doch ein wenig zu stickig... Ich kann ja kaum atmen. Also schlage ich die Decke wieder zurück und begrüße von Neuem diese verdammt beschissene Helligkeit. Das Hämmern in meinem Kopf macht mich noch verrückt!!! Kann es sein, dass vor kurzem ein Specht Einzug bei mir gehalten hat? Vorsichtig öffne ich die Augen und eine Lichterflut strömt auf mich zu. Verdammt, seit wann tat das Augen-aufmachen eigentlich so höllisch weh?

Ich versuche mich daran zu erinnern, was gestern geschehen war und durchstöbere mein Hinterstübchen. Nichts. Ich kann mich an absolut nichts mehr erinnern. Wow, ich hab ein totalen Blackout! Das ist mir bis jetzt noch nie passiert. Ich weiß ja nichtmal mehr, wie ich überhaupt nach Hause gekommen bin. Aber wenn ich so drüber nachdenke... so viele Möglichkeiten gibt es da ja nicht! Bill musste mich wieder Heim gebracht haben- schon wieder. In letzter Zeit kam es häufiger vor, dass er mich von irgendwelchen Party's schleifen musste. Es tut mir leid, dass ich ihm schon wieder den Abend versaut hatte. Es tut mir leid, dass ich ihn ständig mit meinen Problemen belaste. Und es tut mir leid, dass ich ihn immer und immer wieder enttäusche!!!
Ich weis, er mag es nicht, wenn ich trinke... Er verabscheut es regelrecht! Ich bin wohl nicht unbedinngt der super Vorzeigebruder...

Langsam versuche ich meinen schlaffen Körper aus dem Bett zu hieven und muss mich an der Wand festhalten, damit ich nicht gleich wieder umkippe. Alles dreht sich und der Schmerz in meinem Kopf wird immer schlimmer. Hinzu kommen jetzt auch noch die Vorwürfe und das Schuldgefühl, was alles für noch mehr Dröhnung in meinem Kopf sorgt. Ich gehe, so gut es eben geht, aus meinem Zimmer raus und steuere in Richtung Badezimmer. Dort genehmige ich mir erstmal eine schöne Dusche und versuche wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Als ich mit dem Duschen fertig bin, ziehe ich mir schnell etwas kuscheliges an und will dann die Treppe runter- Ich muss einfach mit Bill reden. Doch auf dem Absatz mache ich halt und beschließe zuvor noch unserem Arzneischrank einen Besuch abzustatten. Nach kurzem wühlen werde ich fündig. Wie wunderbar. Gott segne den Menschen, der das Aspirin erfunden hat!!!
Ich beschließe dem Specht in meinem Oberstübchen den Kampf anzusagen und gehe anschließend die Treppe hinunter.

Ich höre den Fernseher laufen. Das muss Bill sein- Mum ist sicher schon bei der Arbeit und rackert sich einen ab. Ich schlürfte also ins Wohnzimmer und begrüßte meinen Bruder mit einem leisen „Guten Morgen!“. „Mittag wäre wohl eher angebracht“ sagte er monoton ohne seinen Blick vom Fernseher abzuwenden. Tatsächlich! Es war bereits 13.45, wie mir die Displayanzeige der Stereoanlage mitteilte. Bill hatte sich Spaghetti zum Mittag gemacht und als der Typische Essensgeruch mir in die Nase stieg, drehte sich mir unweigerlich der Magen um und ich verkroch mich schnellstmöglich im Badezimmer.
Die Galle war mir bereits hochgekommen und ich hatte alle Hände voll zu tun meine Dreads zu beschützen und gleichzeitig den Inhalt meines Magens dem Klo zu überlassen.



>>Das ist doch das Letzte...<<

*Bills Sicht*

Meine Güte... Das kann doch nicht wahr sein! Da pennt der doch wirklich bis in die Puppen, kommt total verpennt und ungeduscht runter und erwartet allem Anschein nach auch noch, dass ich aufspringe,
ihn begrüße und mich gar noch um ihn kümmere. Von wegen! Ich strafe ihn mit Ignoranz und werde ihn deutlich spüren lassen, was ich von ihm und seinen Sauforgien halte...
Nichtmal bedankt hat er sich dafür, dass ich ihn gestern nach Hause schleifen durfte... geschweige denn, dass er sich entschuldigen würde, dass er mir die Party und den Abend ebenfalls durch seine Sauferei kaputt gemacht hat.

Im TV läuft auch nur scheiße und im Moment geht mir eh alles auf den Nerv. Ich mache den Fernseher aus und gehe hoch in mein Zimmer, wo ich mir die Cd von Greenday reinziehe und in der neuesten Ausgabe von diesem Teeniemag rumblätter.
Oh toll... geniale Hintergrundgeräusche gibt's hier! Ich höre wie Tom immerwieder flucht und kurze Zeit später sein Magen die Oberhand gewinnt und er sich aus vollstem Herzen übergibt.
Obwohl... eigentlich kann es ja nur Galle sein, was er da spuckt, denn er hatte seit ca. 10 Tagen nicht mehr richtig gegessen...
Morgens verpennte er meistens das Frühstück, mittags kam immer nur ein „hab keinen Hunger“ und Abends ernährte er sich von RedBull und Chips. Echt toll!!!

Die Würggeräusche haben nachgelassen und ich höre wie die Tür meines Bruders recht unsanft geschlossen wird. Ich werde ihn ignorieren! Ja das werde ich!!! Ich werde wütend auf ihn sein und es ist mir scheißegal, wie sehr er leiden mag!
Genau. So ist es. Ich mach mich doch hier nicht zum Clown!!!

Nein... Es geht einfach nicht. Ich mache mir doch Sorgen- riesige Sorgen sogar... Was ist blos mit ihm los? Ich will es endlich wissen. Sonst ist er doch auch immer zu mir gekommen, wenn er irgendwelche Probleme hatte oder wenn ihn etwas bedrückt hat.
Ich musste noch niemals zu ihm gehen, wenn er etwas hatte, er kam immer auf mich zu... Wieso tut er es jetzt nicht mehr? Was hat sich denn zwischen uns geändert?
Vertraut er mir nicht mehr? Denkt er, ich würde ihn nicht verstehen? Er weiß doch ganz genau, dass es mir automatisch auch schlecht geht, wenn er leidet.
Verdammt Tom, wir sind doch Zwillinge!!!

Ich will ihn nicht mehr so leiden sehen. Ich halte das nicht aus! Was hat er denn blos für Probleme, die er scheinbar im Suff ertränken muss? Bis jetzt war Tom doch immer der Stärkere von uns Beiden- Immer!!!
Was ist nur mit ihm geschehen? Was hat ihn derart geschwächt und gebrochen? Ich weiß doch gar nicht, wie ich jetzt mit ihm umgehen soll.
Sonst war er es immer, der mich unterstützt hat, mir neue Kraft gegeben hat und mich permanent aus der Scheiße gezogen hat... Er hat mir immer aus meinen Problemen herausgeholfen.
Ich weiß nicht, ob ich das bei ihm auch kann. Ich weis nicht, ob ich stark genug bin. Aber ich werde alles versuchen, um ihm zu helfen.
Langsam gehe ich zu Toms Zimmer und bleibe vor seiner Tür stehen. Er hustet stark und stöhnt vor Schmerzen. Gott, Tom was ist nur los???
Ich öffne die Tür und erblicke dich, wie du auf deinem Bett liegst. Dir klebt Blut an den Mundwinkeln. Oh mein Gott... hast du etwa Blut gespuckt? Ich komme langsam auf dich zu und setze mich zu dir auf die Bettkante.


>>Du darfst es nicht erfahren...<<

*Toms Sicht*

Mir ist tierisch schlecht. Ich habe grade nichts außer Magensäure und Blut erbrochen. Ich fürchte, es wird langsam Zeit, dass ich mal wieder etwas esse.
Erschöpft lasse ich mich aufs Bett fallen und schließe die Augen. Maaa...n Bill! Musst du ausgerechnet jetzt so laut dieses Geschrammel hören?
Ich glaub schon fast, dass du das absichtlich machst, um mich zu strafen. Ich weis, dass du tierisch sauer auf mich bist... Aber was soll ich denn machen?
Ich weis, dass du mich in letzter Zeit permanent beim Trinken gesehen hast, wobei du die Sauferei doch verabscheust und es ist nur eine Frage der Zeit, bis du mich darauf ansprichst. Aber was soll ich dir dann sagen? Die Wahrheit kann ich dir nicht sagen... Du würdest es nicht verstehen! Ich verstehe es ja selbst nicht.
Ich bin zwar eigentlich ein sehr guter Redner, vor allem was Ausreden und Lügen angeht, aber ich weis auch, dass du es immer bemerkst, wenn ich dir nicht die Wahrheit sage...

Plötzlich verstummt nebenan die Musik. Ich höre, wie meine Zimmertür leise aufgeschoben und kurz darauf wieder geschlossen wird. Nun erblicke ich dich. Du stehst direkt vor mir und blickst mich mit einem mitleidigem und zugleich enttäuschtem Blick an. Langsam lässt du dich neben mich auf die Bettkante fallen. Du scheinst ein plötzliches Interesse an meiner Wand entdeckt zu haben,
denn du starrst stur geradeaus. „Bill es tut mir leid wegen gestern Abend...Wirklich!“ starte ich einen Versuch, um dich zu besänftigen.
Du schnaubst verächtlich und drehst dann deinen Kopf zu mir, so dass ich dir jetzt direkt in die Augen blicken kann.
„Tom es tut dir immer leid. Trotzdem lässt du es nicht sein. Aber eins sag ich dir Tom, das war jetzt wirklich das allerletzte Mal, dass ich dir da raus geholfen habe. Das nächste Mal kannst du zusehen, wie du da alleine wieder rauskommst!“ gibst du mir zu verstehen.

Entschuldigend blicke ich dich an. Ich weis, dass du sauer bist. Aber was soll ich denn machen? Mehr als entschuldigen kann ich mich doch nicht. Erwartungsvoll siehst du mich jetzt an. Ich weis, was du willst... Du willst, dass ich dir alles erkläre, dass ich dir sage, warum ich saufe wie ein Loch. Aber das kann ich einfach nicht. Beschämt blicke ich zur Seite. Ich kann deinem fordernden Blick nicht mehr standhalten.
„Tom warum tust du das eigentlich?“ Verdammt! Da war sie, die Frage, vor der ich solche Angst hatte. Dennoch war es klar, dass sie irgendwann kommen musste.
„Was denn?“ fragte ich mürrisch nach um nicht mit der Antwort rausrücken zu müssen.
„Du weist genau was ich meine Tom! Warum lässt du dich ständig so volllaufen?“ stocherst du weiter nach. „Ich weis auch nicht.“ sage ich kurz angebunden und drehe mich dann um.

„Toooo...m“ quengelst du nun. „Ich mach mir Sorgen um dich!“ „Musst du nicht!“ antworte ich dir. „Tu ich aber!!!" sagst du trotzig. Bill verdammt! Hör doch auf. Bitte frag nicht weiter nach.
Ich werde es dir ja doch nicht sagen...
„TOM!!!“ schreist du mich jetzt an. „Verdammt! Nicht so laut Bill!!! Ich hab Kopfschmerzen!“ blaffe ich dich gereizt an.
Kurzfristig bist du irritiert stocherst dann aber direkt weiter. „Bekomm ich jetzt mal eine Antwort?“ „Nein!“ sage ich ruhig aber dennoch bestimmt.
„Mensch Tom, jetzt sei doch nicht so ein Dickschädel!!!“ nörgelst du.
„Verdammt Bill!!! Du nervst!!!“ brülle ich dich nun laut an. Entsetzt und völlig entrüstet springst du auf und stürmst raus aus meinem Zimmer.
Beim hinausgehen lässt du es dir jedoch nicht nehmen, noch einmal gehörig die Tür zu zudonnern. Danke!

Verdammt... Bill... Warum musst du mich auch so durchlöchern? Ich wollte dich doch nicht anschreien! Wirklich nicht. Aber es hat mir Angst gemacht, dass du es erfahren könntest. Verdammt! Warum mach ich eigentlich immer alles falsch?
Ich greife unter mein Bett und ziehe eine Flasche Wodka raus...

Ich könnte meine Probleme so leicht wegspülen. Nur ein paar Schlucke und ich könnte für den Moment wieder vergessen, wie scheiße mein Leben gerade läuft und wie langsam alles aus den Fugen gerät.
Aber sobald ich wieder ein bisschen klarer im Kopf wäre, würde es ja doch wieder alles über mir zusammenbrechen und solange ich meinen Karter von letzter NAcht noch nicht einmal los bin, sollte ich wohl erst einmal keinen Alkohol mehr trinken.
Mit gemischten Gefühlen muckel ich mich tief in die Decke ein und versuche einzuschlafen.

„PANG!!!“
Wow! Was war das? Kerzengrade sitze ich in meinem Bett und es vergehen einige Sekunden bis ich realisiere, dass das eben blos die Haustür war.
Verschlafen blicke ich auf meinen Wecker und stelle fest, dass es bereits 19.30 ist.
Aber wie ich freudig bemerke, sind jetzt endlich meine verdammten Kopfschmerzen weg. Also stehe ich auf und gehe runter in die Küche. Ich sollte echt was essen!!!


>>Rausch...<<

-Bills Sicht-

Langsam dämmert es und es wird Zeit, dass ich mich wieder auf den Heimweg mache. Ich bin jetzt den halben Tag draußen umher gerannt, um meine Wut runter zu schlucken. Das mach ich öfters mal, wenns mir beschissen geht. Ab und zu brauch ich halt einfach mal ein wenig Zeit für mich um nachzudenken und einen klaren Kopf zu bekommen.
Mann, was fällt dem Idioten eigentlich ein??? Da mach ich mir doch blos Sorgen um ihn und der brüllt mich doch allen Ernstes an, wie so'n Verückter...
Ich nerve ihn... TOLL!!! Mach ich eben gar nichts mehr... soll er doch verrecken.

Scheiße man das ist doch alles total beschissen... Wenn ich doch jetzt wenigstens wüsste, was er hat oder wie ich ihm helfen kann.

Wieder zu Hause angekommen, ziehe ich meine Schuhe im Flur aus und höre ein dumpfes Geräusch, so als ob etwas auf den Boden fällt. Ich gehe ins Wohnzimmer und sehe Tom, der vorm Fernseher sitzt und versucht die Fernbedienung aufzuheben. Doch scheinbar will ihm das nicht so recht gelingen. Was tut er denn da? Immer und immerwieder lässt er sie fallen.
Als ich näher an ihn heran gehe, sehe ich auch woran das liegt. Er ist total am Zittern... Und wie er das ist! Ich gehe zu ihm hin und hebe die Fernsteuerung auf.
Geschockt sieht er mich an, da er mich zuvor nicht bemerkt hat. „Bill...“ stammelt er. Ich lasse mich neben ihn auf die Couch gleiten und frage ihn mit ruhiger Stimme „Alles in Ordnung bei dir Tom?“.
Erst jetzt sehe ich, wie schlimm es wirklich ist. Er zittert am ganzen Körper und hat kleine Schweißperlen auf der Stirn. Sein Gesicht ist ganz blass und er scheint irgendwie Schmerzen zu haben.
„Hey Tom...“ setze ich erneut an und lege ihm einen Arm um die Schultern. Wie vom Blitz getroffen schreckt er hoch und stürmt aus dem Zimmer und dann die Treppe hinauf. Was war denn das jetzt?

Ich mache mir Sorgen und beschließe, ihm hinterher zu gehen. Als ich seine Zimmertür einen Spalt breit öffne, sehe ich das er etwas unter seinem Bett sucht. Und schon hat er es gefunden.
Das darf doch bitte nicht wahr sein!? Deshalb hat er auch so gezittert. Tom... Er war auf Entzug!
Gierig schlingt er die Flüssigkeit hinunter. Ich kann mir das einfach nicht mehr länger mit ansehen und stoße die Tür auf. „Das ist doch wohl nicht dein Ernst!?!“ brülle ich ihn an. Er sieht mich kurz geschockt an. „Geh weg Bill!“ motzt er mich an und hebt die Flasche erneut an seinen Mund. Das darf doch alles nicht wahr sein. Entgeistert stehe ich ein paar Sekunden geschockt da, bis ich mich auf ihn stürze und ihm die Flasche aus der Hand reiße. „Hat es dir gestern noch nicht gereicht Tom?“ schreie ich ihn jetzt entsetzt an. "Gib mir die Flasche wieder!"antwortet er mir ruhig.
„Vergiss es Tom! Du bekommst die verdammte Flasche nicht zurück!!!“ „Gib sie mir Bill!“ schreit auch er mich jetzt an. „Hörst du nicht zu? Du bekommst sie nicht wieder!!!“ antworte ich wütend.
Grade als ich aus dem Zimmer flüchten will, packt er mich brutal im Nacken und dreht mich zu sich um. Er versucht sich die Flasche von mir wiederzuholen doch ich wehre mich vehement dagegen.
Ich versuche Tom von mir wegzuschubsen und trete ihn mit voller Wucht gegen sein Knie. Er lässt von mir ab und hält sich das Knie. Ich scheine ihn gut getroffen zu haben.
Sofort stürme ich wieder gen Tür, werde jedoch abermals von ihm zurückgehalten und brutal gegen den Kleiderschrank geschmettert. Bevor ich überhaupt realisieren kann, was geschieht, steht er direkt vor mir und packt mich am Kinn. Er zieht meinem Kopf zu sich, so dass wir auf Augenhöhe sind. Ich bekomme langsam Panik. „Tom du tust mir weh!“ sage ich, den Tränen nahe.
„Gib mir die Flasche! Sofort!“ sagt er wieder ruhig, obwohl er total in rage ist. Ich bekomme Angst vor ihm und höre auf mich zu wehren. Ich weis, dass er der Stärkere von uns Beiden ist.
Ich tu was er von mir verlangt und gebe ihm zitternd die Flasche zurück. Er macht mir Angst und ich starre ihn mit einem fassungslosen Blick an. „Verschwinde!“ sagt er und stößt mich aus seinem Zimmer.
Ich lande auf dem Boden und drehe mich noch einmal zu ihm um.
„Versuche nie, hörst du? NIE wieder mir meine Flasche wegzunehmen!!!“ sagt er mit Nachdruck und schmettert dann seine Tür zu. Ich höre noch wie der Schlüssel im Schloss umgedreht wird und versuche, am ganzen Leibe zitternd aufzustehen.

Langsam gehe ich in mein Zimmer, schließe mich ebenfalls ein und lasse mich auf mein Bett sinken. Kaum sitze ich auf meinem Bett, beginne ich hemmungslos zu weinen. Ich streichle mir mit einer Hand übers Kinn. Er hat mir so weh getan. Was ist nur in ihn gefahren? Ich erkenne ihn gar nicht mehr wieder. Noch nie hatte ich Angst vor Tom. Im Traum wäre ich nicht darauf gekommen, dass er mir etwas tun könnte.
Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Die Vorstellung, dass er jetzt nebenan in seinem Zimmer sitzt und sich wiedermal betrinkt macht mich fertig, noch mehr als sein Geschreie und seine Handgreiflichkeiten.




>>Freundin? Und Tschüß...<<

-Toms Sicht-

Wieder geb ich mir die Kante... Ich halte das alles nicht aus. Ich brauch das Zeug einfach... Bin schon richtig abhängig von diesem Gift!!!
Ich will einfach nur vergessen. Vergessen, was eben war, meine Gefühle Vergessen, meine Probleme vergessen. Alles will ich „auslöschen“ es ist ein befreiendes Gefühl, wenn man sich betrinkt!
Sicher... Die Probleme verschwinden nicht. Aber sie geraten im Rauschzustand in Vergessenheit und werden zu Nichtigkeiten, die einen nicht weiter quälen.
Auch wenn diese Wirkung nur vorübergehend ist und man sich hinterher meist noch beschissener fühlt. Aber wenigstens jetzt kann ich frei sein. Frei von all meinen Problemen- von all meinen beschissenen Gefühlen!!!

Noch ein paar Schlucke und meine Schuldgefühle Bill gegenüber sind weg. Die Erinnerungen schwinden langsam. Die Erinnerungen an meine Umwelt und an mein beschissenes Leben.
Ich fühle mich nur noch wohl. Fast schon himmlisch dieses Gefühl. Doch noch immer sind da Gefühle in mir... Keine Schuldgefühle oder Schmerzen... Aber verbotene Gefühle!!!
Ich will das alles nicht fühlen... Es ist so verdammt falsch! Also noch mehr von dem Wodka! Nach wenigen Minuten ist die Flasche leer und meine Gefühle und mein Verstand sind komplett ausgeschaltet. Zumindest fast... Ich liege auf meinem Bett und halte mir den Magen. Mir ist verdammt schlecht. Das ist der Nachteil an der Sache. Mir wird vom Alkohol immer tierisch schlecht.
Ich vertrage den Alkohol wohl nicht ganz so gut, wie ich es gerne hätte. Ich denke, das ist auch der Grund, warum ich ständig Blut spucke beim übergeben.

Plötzlich ertönt extrem laut aufgedrehte Musik aus deinem Zimmer. Ich weis, was das heißt... Du weinst. Das war in letzter Zeit öfter so, dass so laute Musik ertönte.
Einmal bin ich zu dir rübergeschlichen und wollte sehen, was los ist. Mir ist bei dem Anblick fast das Herz stehen geblieben! Du saßt zusammengekauert auf deinem Bett.
Hattest die Beine an deinen Körper herangezogen, so dass du deinen Kopf auf ihnen ablegen konntest und hast bitterlich geweint.
Ich wollte zu dir gehen, dich umarmen und dir deinen Schmerz nehmen, doch leider lies es die Situation nicht zu. Ich wusste, dass du alleine sein willst. Ich kann das gut verstehen.
Und nun ist da wieder diese Musik! Du weinst...wegen mir?
Bin ich Schuld an deinen Tränen? Ja...ich denke schon. Ich habe dich miserabel behandelt, hab dir Angst gemacht. Es tut mir leid. Ich blicke auf die leere Flasche am Boden meines Zimmers. Ist es das Wert?

Oh man... Bill, beschimpfe mich, werfe mir die schlimmsten Gemeinheiten an den Kopf und gehe mir aus dem Weg.
Aber bitte...bitte, sag mir niemals, dass du mich hasst!!! Denn das würde ich nicht ertragen...
Ich drehe mich auf den Bauch und blicke an die Wand, hinter welcher sich dein Zimmer verbirgt.
„Ach Bill...Verdammt!!! Wenn du nur wüsstest“ flüster ich leise und beginne zu weinen.

Nach endlosem Weinen schlafe ich schließlich erschöpft ein und wache scheinbar erneut erst gegen Mittag wieder auf. Oh ja Prima!!! Willkommen ihr verdammten Kopfschmerzen! Hatte euch ja schon fast vermisst!!! Jaa...und ihr seid auch wieder da... „Guten Morgen Sorgen, leckt mich am *SPAM* Automatische Zensur! Immer die selbe Scheiße!!!“...
Vorsichtig, um mich nicht gleich wieder flachzulegen, kraxle ich aus meinem Bett heraus und gehe ins Badezimmer.

Meine Dreads sind immernoch nass von gestern...echt toll! Die brauchen in der Regel 2-3 Tage, bis sie wieder einigermaßen trocken sind!!! Also beschließe ich nur meinen Body zu duschen und knalle mir anschließend den Wasserstrahl voll ins Gesicht- Natürlich immer wohl drauf bedacht, nicht meine Dreads nass zu machen.
Nach meiner ausgiebigen Dusche, nach der übrigens mein Kopf wieder einigermaßen funktionstüchtig ist, ziehe ich mich um und gehe hinunter in die Küche um mir mein “Frühstück“ zu holen- Eine Dose RedBull. Als ich grade die letzte Stufe runterspringe, läutet es plötzlich an der Tür. Ich geh hin und öffne sie, als ich plötzlich in die Augen meiner Freundin sehe.
„Was machst du denn hier?“ frage ich sie verdutzt. „Na was wohl? Ich werd doch meinen Tommy nochmal besuchen dürfen!“ sagt sie und drängelt sich an mir vorbei in die Wohnstube. TOMMY...Wie ich es hasste, wenn mich jemand so nannte! Ich ging ihr zwangsweise nach und lies mich auf die Couch fallen, auf der sie es sich bereits gemütlich gemacht hatte.
Sie beginnt mich zu küssen und wie in Trance lasse ich mich drauf ein. Es bedeutet mir nichts, dass sie mich küsst. Ich spüre nichts dabei- schon lange nicht mehr. Sie ist blos eine von vielen.
Eine Art “Ablenkung“ für mich.

„Oh...sorry! Ich wollte nicht stören“ höre ich plötzlich eine Stimme aus Richtung Tür kommen. Erschrocken drehe ich mich um und sehe dir direkt in die Augen.
Schleunigst wendest du dich ab und läufst die Treppe hoch zu deinem Zimmer. „Bill! Warte...“ rufe ich dir noch hinterher, doch schon knallt deine Tür zu.
Von neuem schmeißt meine Freundin sich an mich ran und beginnt mich zu küssen. „Nicht... Lass mich!“ sage ich und drücke sie von mir weg. „Was ist denn los mit dir Tommy?“ fragt meine Freundin.
„Nichts!... vielleicht ist es besser, du gehst jetzt Samantha!“ sage ich ruhig und stehe anschließend auf. „Samantha!?“ schreit sie wie ne Furie. „Ich bin Nicole verdammt!!!“ gröhlt sie entsetzt und klatscht mir eine. Schnell ergreift sie ihre Jacke und verlässt das Haus. Oje... Was hab ich nur gemacht? Jetzt hab ich schon wieder einem Mädchen das Herz gebrochen.
Ich musste wohl schon eine endlos lange Spur von Tränen verursacht haben...
Doch das ist im Moment nur zweitrangig für mich. Ich will zu dir! Ich habe bis eben gar nicht bemerkt, dass du nicht zu Hause warst. Also gehe ich die Treppe hinauf und bleibe vor deiner Zimmertür stehen.
Du hast mir zwar erlaubt, dass ich immer in dein Zimmer kommen dürfte und nicht erst klopfen bräuchte, aber dennoch scheint es mir im Moment angebracht, erstmal zu Klopfen.




>>Vergessen und keine Zeit für mich?<<


*Bills Sicht*

Ich bin grade nach Hause gekommen und biege sofort ins Wohnzimmer ein. Da sehe ich dich plötzlich mit irgendso einem Mädchen auf der Couch rummachen.
Toll. Wiedermal hast du eine Freundin mit nach Hause gebracht und sitzt knutschend mit ihr dort. „Sorry! Ich wollte nicht stören!“ stottere ich und renne hoch in mein Zimmer.
Könnt ihr nicht wenigstens in dein Zimmer gehen? Ist ja eckelig...
Musst du immer so ne Show draus machen, wenn du mal wieder ne neue abgeschleppt hast?

Irgendwie ist es ein komisches Gefühl. Ich bin tierisch wütend. Auf dich? Ich weis es nicht. Es ist doch völlig normal, dass du ein Mädchen zu uns nach Hause holst.
Warum hat es mich denn dann heute so überrascht? Ich will nicht, dass du mich wegen deiner Weibergeschichten vernachlässigst. Ich kann das alles echt nicht mehr mit ansehen. Ständig hast du eine andere und merkst gar nicht, wie sehr ich darunter leide.

Was ist nur mit dir passiert? Seit gestern Abend habe ich sehr viel nachgedacht... Nachgedacht über mich, über mein Leben, über dich, über uns.
Du hast dich so verändert. Ist dir dein Erfolg beim weiblichen Geschlecht dermaßen zu Kopf gestiegen? Hat dir dein "Ansehen" denn komplett den Verstand vernebelt?
Ich weiß, ich sollte nicht so denken. Doch es macht mich traurig dich so zu sehen. Das kann dich doch alles nicht glücklich machen...
Wie du dich im Scheinwerferlicht sonnst und ein Mädchen nach dem Anderem abschleppst.
Außerdem bist du viel abweisender und kälter mir gegenüber als früher.
Vor ein paar Monaten hättest du dich gefreut, wenn ich in dein Zimmer gekommen wäre um dich zu sehen. Doch als ich gestern zu dir gekommen bin...
Ich mag diesen Gedanken gar nicht zu Ende denken. Es tut so weh...
Seitdem habe ich kein Wort mehr mit dir gesprochen.

Jetzt sitze ich wieder auf meinem Bett und denke an dich. Ich denke immer an dich, wenn es mir schlecht geht. Nur das du bis jetzt noch nie der Auslöser dafür warst...
Ich spüre, wie sich wieder Tränen den Weg meine Wangen hinunter bahnen. Ich halte sie nicht auf. Lasse es zu. Was soll ich denn auch tun?
Ist das jetzt mein Schmerz oder ist es deiner? Ich weis es nicht...
Ich fühle mich immer schlecht, wenn es dir nicht gut geht und bei dir ist es genau das Selbe.
Das ist wohl normal unter Zwillingen oder Geschwistern überhaupt, dass es einem nicht gut gehen kann, wenn der andere leidet...
Das Problem ist nur, dass es uns im Moment beiden nicht so gut geht.

Tom, warum hast du dich so verändert? Warum bist du jetzt so abstoßend zu mir?
Es klopft plötzlich an der Tür. Schnell wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht und setze ein Lächeln auf. „Herein“ rufe ich und du betrittst mein Zimmer.
„Hey! Wo warst du denn?“ fragst du mich lieb. Oh nein... sag jetzt bitte nicht, dass du vergessen hast, wie sehr du mich gestern verletzt hast.
Ich versuche den Klos in meinem Hals runterzuschlucken und entscheide mich dafür, den gestrigen Tag einfach aus meinem Gedächtnis zu löschen.
„Ich war mit Gustav in der Stadt“ sage ich, gespielt lächelnd. Doch ich bin mir sicher, dass du mir dieses Lächeln nicht abnimmst. „Alles okay mit dir?“ fragst du mich auch schon.
Ich sag's ja...du merkst es einfach immer, wenn ich dir etwas vormache.
„Ja klar! Was sollte sein!?“ antworte ich dir. Du runzelst die Stirn und schweigst. Ich weis, dass du weist, dass ich nicht die Wahrheit sage. Doch scheinbar hälst du es für besser, nicht weiter darauf einzugehen und fragst, was ich mir denn alles gekauft habe. Begeistert zeige ich dir meine Einkäufe und du hörst mir interessiert zu. Endlich hörst du mir mal wieder zu! Wie lange ist das jetzt her?
Nachdem wir einige Zeit beieinander saßen, frage ich dich endlich, was ich mir schon so lange wünsche „Können wir nicht mal wieder irgendwas zusammen machen Tom? Ich meine... nur du und ich!?“.
Mit einem traurigen und entschuldigendem Blick siehst du mich an und sagst dann schließlich „Tut mir leid, aber ich bin heute schon mit ein paar Kumpels verabredet“. „Und was ist mit Morgen?“ frage ich weiter. „Da bin ich bei Gina eingeladen!“ sagst du. Gina? Wer zur Hölle ist denn das schon wieder? „Achso...“ gebe ich nun auf. Du hast scheinbar weder Zeit noch Lust, dich mit mir abzugeben.
„Sorry Bill, aber ich muss mich jetzt auch fertig machen! Bis dann!“ sagst du und verlässt mein Zimmer. Ja...mach das! Mach dich fertig und verschwinde.
Style dich ordentlich auf, damit du wieder irgendso eine Tussi abschleppen kannst. Toll! Echt toll Tom!!!

Bedrückt lasse ich mich zurück in die Kissen fallen und starre an die Decke. Mir ist langweilig! Stinklangweilig... Aber was soll ich denn jetzt bitte tun?
Ich hab keine Lust auszugehen, keine Lust zu zocken, keine Lust irgendwas zu machen!
Ich höre wie die Haustür knallt und weg bist du. Plötzlich klingelt mein Handy. Nach kurzem zögern gehe ich ran. „Hallo!?“ sage ich und warte gespannt auf eine Antwort.
„Hey Bill! Ich bins, Andy! Hast du nicht bock heute mit Paddel und mir ins Alex zu gehen?“ „Ne du... Muss nicht sein“ versuche ich mich rauszureden.
„Ach komm schon Bill! Das wird bestimmt lustig! Du versauerst ja noch zuhause!!!“ „Okay, dann komm ich eben mit!“ sage ich zu, obwohl ich eigentlich null bock habe, heute ins Alex zu gehen. Schnell machen wir noch ab, wo und wann wir uns treffen und dann lege ich auf.





>>Wie kann er es wagen?<<


*Toms Sicht*

Ich war mit Lion, Calya, Skip und Elias im Alex verabredet und kam wie gewöhnlich etwas zu spät.
In dem Schuppen war ziemlich viel Betrieb. Überall waren irgendwelche Leute. Die meißten von ihnen waren schon ziemlich Dicht und schwer damit beschäftigt, Weiber aufzureißen.
Zu meinem eigenem Erstaunen kannte ich recht viele von ihnen und konnte mir das eine oder andere Grinsen nicht verkneifen, wenn ich einen meiner Bekannten unter einem Monster von Frau entdeckte.
Mann, wie Dicht kann man eigentlich sein?

Ich lief wahrscheinlich durch den halben Laden, bis ich Lion und die anderen endlich gefunden habe.
„Hey, was geht!?“ begrüße ich meine Kumpels mit einem Handschlag und lasse mich dann zu ihnen auf die Ledercouch sinken.
„Nicht viel los hier, aber ich befürchte das ändert sich jetzt, da der Weiberheld Nummer 1 endlich eingetroffen ist!!!“ sagte Lion mit einem verschmitztem Grinsen und nickte mir anerkennend zu.
„Ja... Ich liebe die Frauen! Und die Frauen lieben mich!!!“antworte ich mit einem fetten Grinsen.

Just 5 Minuten später kam auch schon ein Schwarm wild schnatternder, aufgebrezelter Hühner an.
Sie setzen sich zu uns und beginnen sofort uns um den Finger zu wickeln.
Ich habe ein Mädchen namens Celina auf dem Schoß und lasse mich freudig auf das Spielchen ein, welches das Mädchen da mit mir spielt.
Celina schiebt ihre Hand unter mein Shirt und beginnt mich sanft zu streicheln. Zeitgleich saugt sich an meinem Hals fest und beißt mir immerwieder kurz ins Fleisch.

15 Minuten, 2 Wodka Lemon und einem Bacardi Cola später zieht Celina mich auf die Tanzfläche und wir legen einen extrem erotischen Tanz aufs Parkett.
Wieder und wieder gibt Celina mir kleine Küsschen, doch als sie versucht meine Lippen zu küssen, drehe ich mich weg und blocke komplett ab.
Plötzlich schweift mein Blick rüber zur Theke, an welcher ein schwarzhaariger Junge sitzt, der mir scheißbekannt vorkommt...

Mit einem Cocktail in der Hand sitzt du bei Andy und einem anderen Jungen, den ich nicht weiter kenne. Langsam kommt ein Mädchen auf dich zu und spricht dich an.
Du fängst an zu Lächeln und mit einem Ruck verschwindest du mit ihr im Getümmel. Ich verliere dich aus den Augen. Wo bist du hin? Ich suche das ganze Alex ab aber nirgendwo ist eine Spur von dir.
Verdammt... bist du etwa mit diesem Flittchen irgendwo hingegangen, wo ihr ungestört sein könnt? Mit einem Ruck stoße ich meine Tanzpartnerin- ihren Namen hab ich längst wieder vergessen- von mir und setze mich wieder zu Lion und Calya, die beide gerade ziemlich damit beschäftigt sind ihre Tussis mit der Zunge zu ersticken. Wollen die die Mädels etwa umbringen???
Genervt bestelle ich mir noch ein „Sex on the Beach“ und schlurfe gelangweilt an meinem Alk. Wie schon so oft in letzter Zeit drehen sich meine Gedanken mal wieder nur um dich.
Wohin bist du blos verschwunden? Als ich das Glas zuende geschlürft habe macht sich auch schon meine Blase bemerkbar und ich suche schnell das „stille Örtchen“ auf.
Als ich vor der WC-Tür ankomme, höre ich von drinnen Stimmen. Dort scheint sich Jemand heftigst zu streiten! Immerwieder schnappe ich Wortfetzen wie „Wichser“, „Tussi“, „Schwuchtel“ und ähnliches auf.
Grade will ich mich umdrehen und wieder gehen, da höre ich plötzlich eine Mädchenstimme entsetzt aufschreien. „BILL!!!“ Das Mädchen schreit deinen Namen. Was ist da los?
So schnell ich kann stürze ich ins WC und was ich dort sehe lässt eine Wut in mir aufsteigen, wie ich sie selten zuvor gespührt habe. Du liegst am Boden, die Hände aufs Gesicht gepresst.
Über dir kniet ein Junge, den ich nicht weiter kenne und schlägt auf dich ein. Ich erkenne, wie dir Blut an der Schläfe runterläuft. Der hat sie ja wohl nicht mehr alle!!! Wie kann er es wagen, Hand an dich zu legen? Wie vom Blitz getroffen stürze ich auf ihn los und fange an, auf ihn einzuschlagen. Du versuchst vorsichtig aufzustehen, jetzt da der Typ mit mir beschäftigt ist.
Zitternd lehnst du dich gegen die Wand und rufst immer wieder, dass ich aufhören soll. Plötzlich wird die Tür aufgerissen und ein paar Gäste reißen mich und diesen Typen auseinander. Dem Typen habe ich höchstens die Nase gebrochen, wie ich bedauere. Ich selbst bin ziemlich heil aus der Sache rausgekommen. Aber sollte er mir wirklich so leicht davon kommen?
Nachdem er es gewagt hatte meinen Bruder zu schlagen? „Meinen“ Bill? Er wird noch mit mir zu tun bekommen, das schwöre ich mir.

Der Typ, das Mädchen und die anderen Gäste verlassen das WC. Nun stehen wir alleine hier. „Alles in Ordnung bei dir?“ frage ich. Du nickst. „Mir geht es gut! Und was ist mit dir?“ „Alles klar soweit!“ antworte ich. Schweigend sehen wir uns an. Gott... es müssen Stunden vergehen. Warum sagst du denn nichts? "Sag mal, warum ist der überhaupt auf dich los gegangen?" breche ich das Schweigen.
Du blickst mich kurz forschend an. "Ach... Ich habe mit dieser Kissaja getanzt und dann wollte sie mich küssen.
Naja... und dann wurde ich plötzlich von hinten weggerissen und durfte bekanntschaft mit ihrem Freund machen! Er dachte wohl sie würde ihn mit mir betrügen."
"Was? Weil der Wixxer eifersüchtig ist und nicht auf sein Mädel aufpassen kann, greift er dich an? Der hat sie ja wohl nicht mehr alle!!! ...Kommst du noch mit zu uns an den Tisch?“ frage ich zögerlich.
„Ne du... lass mal, ich würde jetzt lieber nach Hause gehen!“ antwortest du. Langsam schlenderst du auf die Tür zu doch bevor du hinter ihr verschwindest drehst du dich noch einmal um und lächelst mich an.
„Pass auf, dass du nicht zuviel trinkst! Du hast schon eine leichte Fahne!“ sagst du schelmisch und grinst. Dann verschwindest du hinter der Tür und lässt mich alleine zurück.
Ja, ich hatte wirklich schon ein bisschen viel getrunken...




>>Verletzt...<<


*Bills Sicht*

Ich sitze auf meiner Fensterbank und blicke zur Straße runter. Es ist bereits 01.30 Uhr. Wo bleibst du blos so lange?
So toll war es doch wirklich nicht im Alex.
Oje...mein Margen tut ganz schön weh! Dieser Vollidiot hat echt ganz schön stark zugeschlagen. Mein Blick schweift langsam gen Himmel. Wir haben Vollmond und die Sterne strahlen geradezu um die Wette.
Ich liebe den Vollmond. Irgendwie werde ich da immer ganz romantisch und fange an zu träumen...
Leise fange ich an zu Singen "I'm all about you. I'm all about us. Oh Baby you never have to question my love and every night there's a new crowd but it's always you I'm singing about...“

Wieder wandert mein Blick die Straße rauf und runter. Endlich! Ich erblicke dich, wie du um die Ecke in unsere Straße einbiegst. Nein! Bitte nicht schon wieder...
Ich hatte doch extra noch gesagt, dass du aufpassen sollst, wieviel du trinkst! Taumelnd kommst du näher auf unser Haus zu. Du musst total zu sein, so weit ich das beurteilen kann.
„Pff... Diesmal helfe ich dir bestimmt nicht!!!“ hauche ich gegen das Fenster.
Auch wenn du mir vorhin noch die Haut gerettet hast... damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, dass du so auf den Typen losgehen würdest.
Aber ich will dir nicht permanent aus diesem Saufgelage raushelfen! Das wäre ja so, als würde ich das unterstützen!!!

Nun öffnest du umständlich die Gartentür und gehst auf unser Haus zu. Du wankst stärker und stärker und plötzlich brichst du zusammen. „TOM!!!“ schreie ich und springe geschockt auf.
So schnell ich kann, renne ich die Treppen runter und zur Tür hinaus. Du liegst im Schnee und stöhnst vor Schmerzen. Oh gott... irgendwas stimmt hier nicht.
Ich komme näher auf dich zu und mein Puls rast. Was ist los mit dir? Noch einen Schritt weiter und ich erkenne dunkle Flecken am Boden.
Vorsichtig beuge ich mich hinunter um zu erkennen, was das ist und mir bleibt das Herz stehen. Blut!!!

Es kommt aus deinem Kopf, wo du eine große Platzwunde hast. Deine Hand ist auf deinen Magen gepresst, wo du scheinbar unglaubliche Schmerzen hast.
Tränen schießen in meine Augen und meine Kehle zieht sich äußerst schmerzhaft zusammen.
Nein, nein...nein. Das ist nicht wahr. Das hier passiert alles nicht wirklich! Es ist blos ein schlechter Traum!
Wie versteinert stehe ich vor dir. Stumm laufen die Tränen über meine Wangen. Auch du hast geweint. Man sieht noch die kleinen Spuren auf deiner Haut, die die Tränen auf deinem Gesicht hinterlassen haben.
Ich lasse mich langsam, wie in Zeitlupe auf den Boden neben dich sinken. Vorsichtig nehme ich deinen schlaffen Körper in meine Arme. Was ist nur geschehen? Wer hat dir das angetan?
Dein lebloser Körper hängt in meinen Armen. Kraftlos. Kalt. Fast wie tot.

Dieser Gedanke versetzt mir einen Stich ins Herz und ich schluchze leise in deine Schulter. Nur eine Sache erleichtert mich ungemein. Dein warmer Atem, der meinen Hals streift.
Langsam, schwach und unregelmäßig. Aber du atmest! Ich drücke dich ganz nahe an mich. Nie mehr lasse ich dich los. Wer kann dir das nur angetan haben? „Tom...?“ flüstre ich leise.
„Tom kannst du mich hören?“ Scheinbar nicht. Sonst würdest du antworten...oder es zumindest versuchen. Vorsichtig versuche ich dich auf meinen Rücken zu schieben. Es muss ja so gehen.
Vorsichtig und dennoch so schnell wie möglich träge ich dich ins Haus, schließe die Tür mit dem Fuß und träge dich mit größter Mühe die Treppe hinauf.
Vorsichtig lege ich dich auf deinem Bett ab und renne daraufhin schnell ins Badezimmer, um Verbandmaterial, Salbe, einen Waschlappen, Handtücher und einen mit Wasser gefüllten Eimer zu holen.
All das stelle ich bei dir auf dem Boden ab und beuge mich über dich. Du atmest schwer und auf deiner Stirn sammeln sich Schweißperlen an. Vorsichtig öffne ich deine Jacke und ziehe sie dir aus.
Nun folgen noch dein Pullover und dein viel zu großes Shirt, damit ich gucken kann, ob irgendwas mit deinem Magen nicht stimmt, denn dort scheinst du ja besondere Schmerzen zu haben.
Nun liegst du mit nacktem Oberkörper, welcher dutzenden Hämatomen überzogen ist, direkt vor mir auf dem Bett.
Schon so oft habe ich dich oben ohne gesehen, doch mir ist nie aufgefallen, wie wunderschön dein Körper eigentlich ist. Warum merke ich das erst jetzt?

Vorsichtig tunke ich eines der Handtücher ins Wasser und rolle es zusammen, um es dir auf die Stirn zu legen.
Ich nehme den Waschlappen zur Hand und tupfe ganz vorsichtig das Blut von deinem Körper. Vorsichtig und mit zitternden Händen streiche ich mit dem Waschlappen über deine Platzwunde am Kopf.
„Hngh" wimmerst du leise und schlägst vorsichtig deine Augen einen Spalt weit auf, um mich im nächsten Moment wehleidig anzublicken.
„Bill???“ fragst du mit schwacher und zitternder Stimme. „Ja! Ich bin da Tom!!!“ antworte ich dir und streichle dir über die Wange. Du seufzt wohlig und lehnst dich meiner Hand entgegen.
Ich kann nicht vermeiden, dass mir ein Lächeln übers Gesicht huscht.

So traurig es auch ist, ich muss meine Hand wieder zurückziehen und befreie deinen Kopf weiter schritt für schritt von dem Blut.
Die ganze Zeit verfolgen mich zwei Haselnussbraune Augen bei jeder meiner Bewegungen.
Soo...das gröbste ist geschafft. Doch noch immer bist du am bluten, also hole ich den Verband und ein kleines Verbandskissen vor.
Vorsichtig drücke ich das Kissen auf deine Wunde und setze dich auf, um dich besser verbinden zu können.
Als ich fertig bin legst du deinen Kopf auf meine Schulter und streifst mit deinem Atem sanft meinen Hals. Ich bekomme eine furchtbare Gänsehaut und lege dir zitternd meine Arme um.
Vorsichtig lege ich dich wieder hin und wische dir mit dem nassem Handtuch übers Gesicht um es einen Moment später an deine Halsschlagaderzu legen, um deinen Kreislauf wieder etwas in Schwung zu bringen.

Lächelnd siehst du zu mir auf. Doch sagen tust du nichts. Ich stehe langsam auf und gehe an deinen Kleiderschrank. Du brauchst ein Shirt für die Nacht. Es ist viel zu kalt um nur in der Boxershorts zu schlafen.
Ich krame und krame. Welches nehm ich nur? Plötzlich fällt mein Blick auf das Orangefarbene Vokal-Shirt. Ich liebe dieses Shirt! Es sieht super an dir aus!!!
Vorsichtig, um nicht den ganzen Wäschestapel um zu reißen ziehe ich es heraus und setze mich damit wieder zu dir aufs Bett.
Ganz langsam, um dir nicht wehzutun streife ich dir das Shirt über den Kopf und ziehe es dir an. Nun ziehe ich dir noch die Hose aus, wobei dir ein schwer zu übersehendes Grinsen auf den Lippen liegt.
Schließlich decke ich dich noch zu und komme wieder zu deinem Kopfende. „Alles okay?“ frage ich unsicher. „Ja!“ sagst du leise und ziehst mich in eine schwache Umarmung.
„Danke!“ hauchst du mir ins Ohr und ich habe das Gefühl, in mir flattern tausend Schmetterlinge. „Du musst dich nicht bedanken!“ sage ich und gebe dir ein vorsichtigen Kuss auf die Stirn, während ich mich aus deiner Umarmung befreie. Ich schlender langsam zur Tür und lösche das Licht, als erneut deine Stimme erklingt. „Bill? Kannst du nicht bei mir bleiben?“ fragst du mit brüchiger Stimme.
Erstaunt sehe ich dich an und gehe dann wieder auf dein Bett zu. „Natürlich! Ich bleibe bei dir, wenn du willst“ antworte ich und du nickst.
Ich lege mich vorsichtig neben dich und schaue dich noch eine Weile an. Mit deiner linken Hand ergreifst du mein Handgelenk und umklammerst es fest. „Gute Nacht Tom. Schlaf gut“ flüstere ich.
Doch ich weis, dass du mich hörst.
„Gute Nacht Bill!“ antwortest du mir ebenfalls im Flüsterton und seufzt. Ich bleibe noch etwas wach, bis ich sicher bin, dass du eingeschlafen bist. Dann fallen auch mir die Augen zu und ich wandere ebenfalls ins Reich der Träume.




>>Dein Tod...<<


*Toms Sicht*

Ich sitze zusammen mit einem Mädchen bei uns im Wohnzimmer. Plötzlich polterst du die Treppe runter. Ja, du lässt deine überschüssige Energie gerne an der Treppe aus.
Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht. Du stehst im Türrahmen und schaust zu mir und dem Mädchen. „Ich geh kurz weg! Bin ca. in ner halben Stunde wieder da!“ sagst du und verlässt das Haus.

Das Mädchen und ich reden die ganze über Gott und die Welt, als mir plötzlich auffällt, dass du seit 3 Stunden fort bist. Langsam werde ich unruhig.
Du hast doch gesagt, dass du nur eine halbe Stunde weg wolltest. Wo bleibst du blos? Wo bist du? Ist dir was passiert?
Ich entschuldige mich bei dem Mädchen, dass mir gesellschaft geleistet hatte und erklärte ihr, dass ich mir Sorgen mache und dich suchen will.
Also verabschiedeten wir uns und ich laufe durch die Straßen auf der Suche nach dir. Eine halbe Ewigkeit renne ich umher. Das gibt's doch nicht! Wo kannst du blos stecken?
So groß ist dieses Kaff doch echt nicht. Plötzlich kommt mir eine Idee. Du könntest in den Park gegangen sein!!! Ich weis, dass du den Park sehr gerne magst.
Im Sommer machen wir dort öfters mit Freunden ein Picknik oder hängen einfach nur ab. Du sagst, es ist ein Ort der Ruhe für dich. Also gehe ich Richtung Park und hoffe dich dort zu finden.

Wirklich!
Du sitzt auf einer Bank am Teich. Hast dein Gesicht in deinen Händen vergraben. Was ist los mit dir? Weinst du etwa? Langsam gehe ich zu dir rüber und setze mich zu dir auf die Bank. Du bemerkst mich gar nicht. Du zitterst und Schluchzt. Bäche von Tränen rinnen deine Wangen hinunter. Was ist passiert Bill? Vorsichtig lege ich einen Arm um deine Schultern, um dich zu trösten.
Du zuckst kurz zusammen und blickst mir dann direkt in die Augen. Schnell senkst du den Blick wieder und wischt dir die Tränen weg. Ich mache mir Sorgen. Warum sprichst du nicht mit mir? „Hey Bill, was ist denn los? Wieso bist du ewig nicht wieder gekommen? Du wolltest doch nur eine halbe Stunde wegbleiben .... und...warum hast du geweint?“ frage ich dich.
„Nicht absichtlich... das liegt nur an der Kälte!“ antwortest du mir. Ich weis dass du lügst. Du kannst mir einfach nichts vormachen!
„Das glaubst du doch selbst nicht! Kann es sein, dass du irgendwie eiversüchtig oder so bist?“ sage ich mit ziemlich ernster Miene. Du blickst mich traurig an, erwiderst aber nichts darauf.
„Also bist du es!“ schließe ich. Weiterhin ist dein Blick auf den Boden geheftet. „Etwa auf mich?“ stocher ich weiter nach. Du schüttelst den Kopf. „Ach komm Bill, erzähl doch keinen Käse! Auf wen denn sonst? Etwa auf dieses Mädchen?“fragte ich. Wie kann ich das nur fragen? Ich glaubs nicht! Bin ich denn von allen guten Geistern verlassen? Ich kann ja überhaupt nicht mehr steuern, was ich sage! Was geht denn jetzt? Traurig blickst du mich wieder an und stehst dann auf. „Wenn du nur wüsstes...“ murmelst du und flüchtest buchstäblich vor mir. Schnell springe ich auf und laufe dir hinterher. Was wolltest du da gerade sagen?
Ich muss es wissen, es ist wichtig! Du rennst den ganzen Weg über bis nach Hause. Ich glaube du hast gar nicht bemerkt, dass ich dir folge. Herr Gott...seit wann bist du eigentlich so schnell?
Nach einer Weile kommst du zu Hause an und gehst rein. Grade willst du die Tür hinter dir schließen, da lege ich dir meine Hand auf die Schulter. Langsam drehst du dich um und schluckst schwer.
„Wenn ich was wüsste?“ frage ich dich schließlich keuchend und blicke dich ernst an. Du sagst nichts sondern siehst mich einfach nur schweigend und geschockt an.
Schließlich schließe ich die Tür und schiebe dich langsam ins Wohnzimmer. Dort angekommen setze ich mich aufs Sofa und deute dir, dich ebenfalls zu setzen.
Wie ich es wollte kommst du auf mich zu und setzt dich neben mich. Noch immer Schweigst du. Es ist dir unangenehm, dass spüre ich. Dennoch, es ist wichtig! Ich muss es wissen!

„So... und nun erklär mir mal, was du vorhin damit gemeint hast!“ sage ich und versuche meine Stimme etwas sanfter klingen zu lassen, dennoch kann ich nicht verhindern, dass eine gewisse neugierde in meiner Stimme liegt.
Du seufzt, schweigst weiterhin und starrst dann deine Hände an. Warum benimmst du dich so komisch? Was ist denn verdammt nochmal los? Alles muss ich dir haarklein aus der Nase ziehen.
„Bill, jetzt sag schon was los ist! Du benimmst dich richtig komisch, weist du das? Und dann auch noch dieser Satz vorhin...Ich mache mir Sorgen um dich!“ sage ich flehend, während ich zwei Finger unter dein Kinn lege, deinen Kopf hebe und dich somit zwinge, mich anzusehen. Anfangs wehrst du dich dagegen doch dann bleibst du still und schaust mich weiterhin schweigend mit deinen großen, traurigen Augen an. Warum willst du denn nicht mit mir reden? Vertraust du mir so wenig? „Biiiiiill!“ ich ziehe deinen Namen ziemlich in die Länge und klinge schon etwas genervt.
„Mensch Bill, du kannst mit mir über alles reden, egal was es ist, also tu das verdammt nochmal auch! Sag mir endlich was mit dir los ist! Was bedrückt dich? Oder...hat es etwa was mit mir zu tun?“
Du nickst leicht und kneifst dann die Augen zusammen, um die Tränen zurück zu halten. Resigniert seufze ich. „Aber was? Ich kann dir schlecht helfen, wenn ich nicht weis, was mit dir los ist!“
„Vielleicht sollst du mir auch gar nicht helfen!?“ murmelst du leise. Verwirrt starre ich dich an. Wie jetzt? Du willst meine Hilfe nicht? Abermals schließt du die Augen.
„Vielleicht ist mir einfach nicht zu helfen?!“ sagst du verzweifelt. Ich falle aus allen Wolken und schüttel verwirrt meinen Kopf.
„Red doch nicht so einen Schwachsinn Bill! Warum sollte dir bitte nicht mehr zu helfen sein?“ frage ich dich. Du schluckst schwer, legst deine Stirn in Falten und schüttelst den Kopf.
Wieder schweigst du und starrst auf den Boden. „Oh Bill! Du btreibst mich echt in den Wahnsinn! Warum lässt du dir denn nicht helfen!?“ schimpfe ich. Langsam erhebst du dich und schaust mich an.
Dann atmest du tief durch und murmelst: „Weil man nichts gegen die Liebe unternehmen kann...“ Mein Herz setzt aus und ich starre dich fassungslos an.
„D-Du...“ stammel ich, doch schon unterbrichst du mich. „Ja verdammt! Tom ich liebe dich!!!“ schreist du und noch bevor ich etwas sagen kann, bist du aus dem Haus gerannt.

Ich brauche einige Sekunden, bis ich das eben geschehene verarbeiten konnte. Du fühlst genauso wie ich?
Dann springe ich auf und laufe dir hinterher. Immerwieder rufe ich nach dir, doch du rennst und rennst, als wolltest du einfach nur noch weg von hier, weg von mir, weg von dieser Welt.
Ohne dich umzusehen, ohne auf meine Rufe zu hören, ohne auf deine Umwelt zu achten rennst du einfach weiter. Entsetzt schreie ich deinen Namen, doch du scheinst mich nicht zu hören.
Plötzlich geht alles so wahnsinnig schnell.

Dieser metallicblaue Mercedes... seine Bremsen quietschen laut, doch es ist zu spät. Er rast direkt in dich rein und ich kann nichts tun außer zuzusehen.
Hart prallst du gegen die Motorhaube und schlägst dann auf dem Boden auf. Das Auto hält und eine junge Frau steigt aus.
So schnell ich kann renne ich zu dir, nehme dich in die Arme und fange bitterlich an zu weinen. Ich kann die Tränen einfach nicht zurück halten.
Ich zittere am ganzen Leibe und streiche dir eine Strähne aus dem Gesicht. Immerwieder rufe ich deinen Namen „Bill!!! Wach gefälligst auf Bill! Oh bitte Bill, tu mir das nicht an! Ich flehe dich an, wach wieder auf!!!“ Zwischendurch muss ich immerwieder schluchzen. Ich bin plötzlich total weggetreten, habe tierische Angst, dass du sterben könntest. Das durfte einfach nicht passieren! Was wäre ich denn schon ohne dich?
Wir gehören doch zusammen, wir sind doch Zwillinge!!! Verdammt Bill, ich liebe dich doch! Bitte lass mich nicht alleine. Es darf einfach nicht zuende sein, bevor es überhaupt begonnen hat.

Die junge Frau kniet sich neben mich und schaut Bill an. "Sieht nicht gut aus..." murmelt sie. Ich beachtet sie aber gar nicht.
Ich bin viel zu sehr damit beschäftigt dich anzuschreien, dass du gefälligst wieder aufwachen sollst. Es vergehen bestimmt keine 10 Minuten, da kommt auch schon der Krankenwagen.
Alles was ich mitbekomme ist, dass der Sanitäter mich fragt, ob ich mitfahren will. Ich nicke und setze mich neben dich in den Krankenwagen. Nun nehme ich deine Hand und umklammere sie fest.
Bitte Bill, halte durch! Das gleichmäßige piepende Geräusch des EKG's beruhigt mich ungemein.
„Nicht sterben Bill, das kannst du mir nicht antun!“ murmel ich leise. Als wir beim Krankenhaus ankommen, schieben die Sanitäter dich auf der Liege raus und bringen dich hinein.
Zu den Untersuchungen lassen sie mich nicht mit, also muss ich im Warteraum warten.

Nach einer Weile gibt man mir bescheid, dass du im OP liegst. Ich werde furchtbar nervös und murmel unablässig deinen Namen. Halte durch kleiner Bruder! Mehr und mehr beginne ich zu verzweifeln.
Was soll ich denn nur ohne dich machen? Ich will nicht ohne dich leben. Du bist ein Teil von mir, wir gehören zusammen, man darf uns doch nicht einfach so trennen! Das darf nicht sein! Die Stunden ziehen sich lange hin. Bestimmt ist es schon 3 Stunden her, seitdem du in den OP gebracht wurdest. Plötzlich öffnet sich die Tür zum OP-Saal. Ich sehe hoch und erblicke den Arzt.
Schnell springe ich auf und renne auf ihn zu ihm. „Was ist mit Bill?“ frage ich aufgebracht- schreie ihn schon fast an. Er schloss die Augen und schüttelte langsam mit dem Kopf. Was soll das bedeuten?
Er kann doch nicht... „Es tut mir leid, erst sah es noch gut aus, doch dann ist er uns einfach weggestorben. Sein Herz war wohl zu schwach...“ Ungläubig starre ich den Arzt an. Bill...tot?
Ich kann und will das nicht glauben. Das ist alles so unwirklich. Das geht doch gar nicht. Der Arzt erlaubt mir, dich ein letztes Mal zu sehen. Er öffnet eine Tür und ich betrete das Zimmer.
Ich gehe auf das Bett zu, welches mitten im Raum steht. Dort liegst du. Du bist blass, kalt, reglos und deine wunderschönen Augen sind für immer verschlossen.

Vorsichtig nehme ich deine kalte Hand. „Warum? Warum Bill??? Wieso lässt du mich alleine?“ frage ich, doch du kannst mir nicht mehr antworten. Tränen laufen mir unaufhaltsam an den Wangen herunter. Immerwieder schniefe ich und streichel dir vorsichtig über dein wunderschönes Gesicht. „Alles hätte ich getan, damit du bei mir bleibst... Ich wäre sogar an deiner statt gestorben, wenn ich es gekonnt hätte.
Aber ich konnte nichts tun! Bill, ich will nicht alleine sein, ich konnte dich nicht beschützen, es tut mir so leid...“ Doch all meine Tränen bringen nichts, du schläfst für immer.

Ein letztes Mal beuge ich mich zu dir runter und hauche dir einen Kuss auf deine blassen Lippen. „Ich liebe dich und ich werde dich immer lieben, bis in alle Ewigkeit!!!
Aber ohne dich kann auch ich nicht leben. Bald bin ich bei dir, Bill. Bitte warte auf mich!“ flüstere ich dir ins Ohr.
Langsam erhebe ich mich, werfe dir einen letzten Blick zu und verlasse dann das Krankenhaus. Ich lief entschlossen durch die Straßen dieser Stadt.
Es begann schon wieder zu regnen und die eisige Kälte blies mir ins Gesicht.
Immerwieder stelle ich mir die Frage, ob du mich jetzt sehen kannst, ob du weist,was ich für dich empfinde, ob du ahnst, was ich vorhabe. Ich laufe weiter und weiter.
So viele Tränen hatte ich jetzt schon vergossen, doch sie hören einfach nicht auf. Nach einiger Zeit habe ich schließlich mein Ziel erreicht: Eine Brücke, welche ziemlich hoch ist und über die Elbe führt.
Ich kletter auf das Geländer und schaue hinunter in das schwarze Wasser.

„Gleich bin ich bei dir. Warte auf mich Bill!“ sage ich noch, bevor ich mich abstoße. Der Wind bläst mir entgegen und es klingt so, als würde jemand meinen Namen rufen. Ich schließe die Augen.
Das ist eindeutig deine Stimme...gleich werde ich bei dir sein! „Tom...“


„TOOOOM!!!“ höre ich dich nun laut schreien und schlage noch einmal die Augen auf. Ich blicke in die schönsten Haselnussbraunen Augen, die es gibt. Schweißgebadet liege ich da. Wo bin ich?
Ich blicke mich rasch um, um meine Orientierung wiederzubekommen. Ich bin in meinem Zimmer, in meinem Bett. Mein Kopf und Magen schmerzen. Ich habe eine Verletzung am Kopf, doch das ist mir egal!!!
Du bist hier, bei mir. Du lebst!!! Ich umarme dich, drücke dich so fest an mich, wie es nur geht. Ich will deine Wärme spühren, deinen Herzschlag spühren, dich spühren, hier bei mir!!!
Wieder beginne wieder zu weinen. Du lebst...du lebst... DU LEBST!!! Niemehr lasse ich dich gehen, das schwöre ich!!!

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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
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BeitragVerfasst am: 30.04.2009 13:46    Titel:



>>Schmetterlinge...<<

*Bills Sicht*

Ich sitze auf deinem Bett, immerwieder jammerst du und beginnst sogar im Schlaf zu weinen. Was ist blos los mit dir? Hast du einen Alptraum?
Schweißperlen bilden sich auf deiner Stirn und du drehst dich von einer auf die andere Seite. Das ist nicht gut, deine Wunde hat sich durch deine hektischen Bewegungen wieder geöffnet.
Ich packe dich an den Schultern, damit du dich nicht weiter bewegst. Stumm laufen dir die Tränen an den Wangen herunter. Du machst mir Angst! „Tom!“ sage ich leise, doch du hörst nicht.
„Toom!“ kommt es nun etwas lauter von mir. Doch du wachst immer noch nicht auf. „TOOOOM!!!“ schreie ich jetzt. Entsetzt reißt du die Augen auf und deine Atmung beschleunigt sich.
Völlig verstört und orientierungslos blickst du dich um. Deine Augen sind weit aufgerissen und als du siehst, dass ich leicht über dich gebeugt bin, legt sich ein Schleier voller Trauer in deine Augen.
Du ziehst mich in eine feste Umarmung und drückst mich so fest an dich, dass ich kaum Luft bekomme. „Hey, was ist denn los mit dir Tom?“ frage ich dich mit fast erstickter Stimme.
Dein Griff lockert sich etwas und du blickst mich mit deinen tränenden Augen traurig an. Bitte seh mich nicht weiterhin so traurig an, das ertrage ich nicht!

„Du... du bist gestorben Bill!“ flüsterst du und drückst mich fester an dich als zuvor. Jetzt ist es amtlich...ich ersticke!!! Aber das macht nichts... das ist ein schöner Tod. Nun beginnst du richtig loszuheulen. Immerwieder wird dein lautes Gejammer von Schluchzern unterbrochen. „Hey! Ich bin doch da!!! Das war doch nur ein blöder Traum. Es ist alles in Ordnung Tom!“ versuche ich dich zu beruhigen.
Langsam lässt du von mir ab und blickst mich schweigend an. Ein Lächeln rückt auf deine wunderschönen, vollen Lippen und deine Blässe verschwindet.
So sitzen bzw. liegen wir da und versinken in die Augen des jeweils Anderen. In meiner Brust beginnt es wild zu kribbeln... was ist das?
Es fühlt sich an als würden hunderte von Schmetterlingen von innen gegen meine Brust fliegen und verzweifelt versuchen sich einen Weg nach draußen zu bahnen. Doch ich erlaube es nicht.
Niemals werden diese Schmetterlinge frei sein, niemals! Zu groß ist ihre zerstörerische Macht und so halte ich sie in meiner Brust gefangen. Es tut weh... doch es ist besser so.

Plötzlich legt sich eine gewisse Röte auf deine Wangen und du ziehst mich in eine weitere feste Umarmung. Woran hast du denn bitte grade gedacht, dass du so rot wirst?
War da etwa doch etwas schönes in deinem Traum, an das du dich erinnert hast? „Ich hab dich lieb!“ sagst du. Etwas verwirrt starre ich gegen die Wand. „Ich dich auch!“ antworte ich dann.
'Lieb haben' ist vielleicht das falsche Wort... Es beschreibt nicht ansatzweise, was du mir bedeutest, dennoch macht es mich unglaublich glücklich, diese Worte aus deinem Mund zu hören.
Still hälst du mich im Arm und scheinst gar nicht dran zu denken, mich jemals wieder gehen zu lassen. Meinetwegen können wir gerne für immer so bleiben.

Doch während du mich so Umarmst wird mir klar, dass du gar nicht so stark bist, wie du immer tust. Du hast sogar Alpträume und hast Angst vor dem Tod...vor meinem Tod!
Die Vorstellung, dass du wegen meinem Tod so gelitten hast, macht mich unglaublich glücklich! Dir liegt also doch etwas an mir!
All die Gemeinheiten der letzten Wochen werden plötzlich zu Nichtigkeiten, denn nun weis ich, dass du mich gern hast und dass ich dir viel bedeute.
Fest drücke ich dich an mich und du lässt dich mit mir im Arm zurückfallen. Ich liege auf deiner Brust und höre laut, wie dein Herz schlägt. Es ist ein wunderbares Gefühl, hier mit dir zu liegen.

Wieder spüre ich jeden einzelnen, verzweifelten Flügelschlag, jede Bewegung der Schmetterlinge. Sie scheinen zu schreien, scheinen dort zu brennen in meiner Brust.
Sie wollen nicht blos ein Gefühl sein, sie wollen frei sein. Aber das darf nicht sein, niemals werde ich diese Schmetterlinge freilassen!!! „Hngh“ stöhnst du und verzerrst vor Schmerz dein Gesicht.
Oh nein, deine ganzen blauen Flecken hatte ich ja total vergessen. „Zeig mir mal deinen Bauch!“ sage ich und schiebe dir das T-Shirt hoch.
Du erzitterst unter meinen Berührungen und ich kann hören, wie sich deine Atmung beschleunigt. Sind die Schmerzen so stark? Tu ich dir etwa weh?
Vorsichtiger als zuvor streiche ich über all deine blauen und lilafarbenen Flecke. Du wirst knallrot im Gesicht. Was ist los mit dir? „Oh Gott, Tom du glühst ja!!! Hast du Fieber?“ frage ich dich besorgt. „W...w...w...WAS???? Fieber? Nein!!! I...ich – mir geht's gut!!!“ stotterst du entsetzt.

„Tooooom, Biiiiiill kommt ihr frühstücken?“ ertönt die Stimme unserer Mutter. Grade als ich loslaufen will, packst du mich am Arm. „Bill... versprich mir, dass das hier unser Geheimnis bleibt, ja!?“ sagst du und deutest auf deinen Oberkörper. „Aber...“ beginne ich, doch du unterbrichst mich: „Bitte Bill!!!!“.
Flehend siehst du mich an und krallst dich an meinem Handgelenk fest.
Eigentlich hatte ich gehofft, dass du mir von dir aus sagst, was passiert ist, doch nun halte ich es nicht mehr aus und frage dich: „Tom... wer war das? Wer hat dir das angetan?
Bitte... sag mir doch endlich, was passiert ist!“ „Bill... Bitte sei nicht sauer... aber... Ich glaube, es ist besser, wenn du es nicht weist!!!“ antwortest du mir.
Mein Mund klappt auf und ich kann nicht fassen, was ich da grade gehört habe. „Warum sollte das bitte besser sein?“ schreie ich dich verständnislos an.
„Bitte Bill... Ich kann dir das nicht erzählen!!!“ sagst du verzweifelt. „JUNGS!!!“ ertönt wieder die Stimme unserer Mutter und du versuchst aufzustehen.
Du kneifst vor Schmerzen die Augen zusammen und stöhnst. Vorsichtig helfe ich dir auf. Es ist ein Wunder, wenn Mum nichts bemerkt!!!




>>Lion...<<

*Toms Sicht*

Es tut mir leid, dass ich dir nicht sagen kann, was passiert ist, doch wenn ich dir die Wahrheit sagen würde, würdest du es nicht verstehen.
Du würdest wissen wollen, warum Lion, mein bester Freund und sein Cousin mich dermaßen zugerichtet haben. Aber darauf kann ich dir keine Antwort geben. Es würde alles kaputtmachen.
Du hilfst mir langsam die Treppe hinunter zum Frühstückstisch zu gehen.
Bevor wir die Küche betreten, lässt du von mir ab und ich gehe vorsichtig alleine auf meinen Platz, damit unsere Mum keinen Verdacht schöpft.
Mum sieht mich erschrocken an und fragt, was mit meinem Kopf passiert ist. "Nichts besonderes... Ich bin gestern nur irgendwie voll ausgerutscht und voll mit dem Kopf gegen den Tisch geknallt... Und es hat halt n bisschen geblutet." sage ich, woraufhin sie mir den Verband abnimmt, meine Wunde genau mustert und dann langsam nickt.
"Okay... dann hol dir doch aus dem Bad nochmal die Wund- und Heilsalbe und crem' dir das vorsichtig ein." sagt sie bevor sie zu ihrem Mantel und ihrer Tasche greift.
„Okay Jungs, ich muss zur Arbeit! Wir sehen uns heute Abend. Und seht zu, dass ihr nicht euren Bus verpasst! Byee...“ reded sie weiter und verschwindet aus der Haustür.

Du sitzt direkt gegenüber von mir.
Ich weis, dass dich die Frage quält, wer mir die Verletzung zugefügt hat. Aber das wirst du nicht erfahren, egal wie lange du mir diesen Blick zuwirfst. „Tut deine Wunde noch weh?“ fragst du mich nun.
Scheinbar hast du eingesehen, dass es nichts bringt, mich mit deinen Blicken ausquetschen zu wollen.
„Ach... das geht schon! Ich hatte ja eine wundervolle Pflege.“ antworte ich dir und sehe wie sich ein zarter rötlicher Schimmer auf deine Wangen legt. Lächelnd siehst du zu mir rüber.
Das macht mich noch wahnsinnig! Lächel mich doch gefälligst nicht immer so süß an, verdammt! Nun steigt auch mir die Hitze in den Kopf. Ich hoffe nur, dass ich nicht auch noch rot geworden bin.

Gemächlich beißt du in dein Marmeladenbrot. Bei der Aktion bleibt ein bisschen von der Marmelade an deinen Lippen kleben.
Mein Gott... jetzt lässt du auch noch deine Zunge auftauchen und leckst dir genüsslich über deine wunderschönen, vollen Lippen. Man ist das heiß! In meiner unteren Hälfte beginnt es langsam zu kribbeln.
Wenn du so weitermachst, bekomme ich gleich ein Problem! „Was ist los?“ fragst du verdutzt.
Herje...mit einem Male wird mir bewusst, dass ich dich die ganze Zeit über total angestarrt habe...oder besser gesagt angegafft habe... und das auch noch mit offenem Mund. Hilfe! Was mach ich blos?
Ich schlucke erstmal schwer, um nicht sabbern zu müssen und sage dann: „Das sah grad verdammt heiß aus!“. Nein! Das hab ich jetzt nicht wirklich gesagt oder?
Kann ich nicht einmal im Leben meine blöde Klappe halten? Jetzt bist du es, der den Mund nicht mehr zubekommt. „Äh...Tom...WAS???“ stotterst du. Scheiße! Schnell....ich brauche schleunigst eine Ausrede!

Ich fange laut an zu lachen, wobei ich mir übrigens wie der letzte Depp vorkomme. „Mensch Bill! Du hättest dein Gesicht sehen müssen! Das war doch nur ein Scherz!!!“ gröhle ich.
„Gaaaanz toll Tom!“ sagst du tonlos und wendest dich wieder deinem Brötchen zu. Herr im Himmel!!! Nein! Bitte tu mir das nicht nochmal an! Ich flehe dich an, hör auf damit!!! Doch du tust es dennoch!
Noch heißer als zuvor leckst du dir über die Lippen. Hast du sie nicht mehr alle? Mach das nochmal, und ich stürze mich auf dich und falle über deinen verboten geilen Körper her!!!
Oh nein... jetzt leckst du dir auch noch genüsslich über deinen Finger, an welchem noch etwas Marmelade haftet. Scheiße! Gleich krieg ich ne Latte!!! Was machst du nur mit mir?
Nachdem wir fertig sind mit dem Frühstücken, gehen wir gemeinsam zur Schule. Nach diesem Morgen steht fest: Nie wieder werde ich mit dir zusammen frühstücken! Beim nächsten mal weis ich nicht, was ich tue!
Als wir um 7.50 in der Schule ankommen, trennen wir uns, da wir in getrennte Klassen gehen und ich sehe, wie Calya auf mich zugerannt kommt.
„Mensch Tom! Du kannst doch mit der Verletzung nicht zur Schule kommen!!! Erzähl mal, wie geht es dir? Und was hat deine Mum gesagt? Sie will Lion doch nicht anzeigen oder?“
Calya plappert los wie ein Wasserfall. Ist ja nicht zum aushalten! „Es geht mir einigermaßen... tut zwar scheiß weh, aber wer bekommt auch schon gerne ne Flasche aufn Kopf geschlagen?
Und meine Mum weis von der Sache nichts!“ antworte ich ruhig.
„Tom, du weist, dass Lion das niemals wollte, dass es soweit kommt! Und sein Cousin wollte ihm nur helfen...klar, das er mit der Flasche auf dich losgegangen ist, war echt das Allerletzte, aber er ist halt ziemlich versessen.“ „Versessen nennst du das? Der Kerl ist ein Psychopath!!! Glaub mir, der hat nicht umsonst 3mal hinter schwedischen Gardinen gesessen!!!“ schreie ich meinen Kumpel an.
Von weiten sehen wir Lion auf uns zukommen. Toll, der hat mir gerade noch gefehlt! „Hey! Alles klar bei dir?“ fragt er und sieht mich schuldbewusst an.
„Ja echt geil! Ich liebe es, ner Flasche attackiert zu werden!“ motze ich ihn an.
„Ich wollte nicht dass das passiert! Wir sollten uns echt nicht wegen Bill gegenseitig fertig machen! Hast du ihm von der Verletzung erzählt? Bitte, lass uns uns vertragen...Ja!? Wir sind doch Freunde oder???“
sagt Lion verzweifelt. „Freunde“ oh ja...PRIMA!!! Wo war mein „Freund“ denn bitte, als sein irrer Cousin auf mich losgegangen ist, während wir zwei uns die Köpfe eingeschlagen haben?
Wenigstens hatte ich Lion nen Zahn rausgeschlagen... das verschafft mir echt etwas Genugtuung. Letztendlich ergreife ich Lions Hand und nehme die Entschuldigung an.
Immerhin kennen wir uns schon seit der 5. Klasse und er ist mein bester Kumpel! Wir haben in Allem den selben Geschmack.
Hören die selben Songs, tragen die gleichen Klamotten, stehen auf dieselben Weiber und er hat genau wie ich lange Dreadlocks...okay seine sind etwas länger.

Aber gestern musste ich feststellen, dass wir uns zu sehr ähneln. Ich hatte nämlich in volltrunkenem Zustand brühwarm erzählt, dass ich mich in meinen Bruder verknallt hatte.
Daraufhin begann Lion mich wild anzugiften, woraus eine lautstarke Auseinandersetzung entstand, welche in einer Prügelei endete. Denn Lion war ebenfalls in Bill verknallt! Herr Gott... die Weiber tun mir echt leid! Da haben sie mit einem Schlag die größten Weiberhelden der Stadt an einen Jungen verloren. Nun standen wir also da... beide bis über beide Ohren verknallt in Bill.
Lion war nur leider derjenige von uns, welcher die besseren Chancen hatte, denn ich war zu allem Übel auch noch Bills Bruder.
Meine Fresse... ich bin nicht nur Schwul, was an sich schon scheiße schwer zu verdauen ist, das wäre auch noch Inzest!!! Außerdem würde Bill es niemals verstehen. Er würde mich abstoßend und ekelig finden. Ich würde ihn verlieren!!! Nicht nur als Freund, sondern auch als Bruder. Nie im Leben dürfte er von meinen Gefühlen erfahren!
Aber die Vorstellung, dass Lion mit Bill zusammenkommen könnte, versetzte mir einen Stich ins Herz.

Lange schauen Lion und ich uns in die Augen. Uns wird klar, dass wir nicht nur die besten Freunde sind, sondern auch die größten Rivalen.
Mit diesem Handschlag wurde nicht nur ein Streit beendet, sondern es wurde ein Krieg entfacht! Wir würden beide nicht zulassen, dass der jeweils andere Bill bekommen würde!
Auch wenn ich Bill niemals haben kann... bevor Lion ihn bekam, würde ich eher sterben!!! Doch wir hatten beschlossen, dass unsere Freundschaft nicht unter unseren Gefühlen zerbrechen dürfte.
Nach unseren Erkenntnissen gehen wir zu unserem Klassenzimmer und verfolgen den Rest des Vormittags interessiert den Unterricht. SCHERZ!!!
Als hätte ich im Leben jemals Interesse an diesem scheiß Institut gehabt!!! In der Pause kommt Lion erneut auf mich zu und will wissen, ob ich Bill nun etwas von der Verletzung gesagt hatte.
Ganz klarer Fall! Er hat Angst, dass Bill ihn dafür hassen könnte!!!
„Nein... ich habe ihm nicht erzählt, dass du etwas damit zu tun hast!“ sage ich ihm. „Aber er hat es schon gesehen oder!?“ fragt Lion wieder. „Ja hat er... war ziemlich geschockt!“ sage ich freudig.
„Zeig doch mal her!“ fordert Lion mich auf. Ich ziehe mein Cap hoch und sein Blick fällt auf meinen sauber angelegten Verband. „Sag mal... hast du dich etwa alleine so Verbunden?“ fragte er ungläubig.
„Nein! Wo denkst du hin? Das war Bill!!!“ sage ich und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Geschockt sieht er mich an. Wahrscheinlich stellt er sich gerade vor, wie Bill mich liebevoll verbindet. Herrlich!!!
Ich koste diesen Moment, indem Lion von seiner Eifersucht aufgefressen wird, voll aus. Aber es war wirklich ein wunderschönes Gefühl, als Bill sich so um mich gekümmert hat...




>>Vorurteile?<<

-Bills Sicht-

Langsam schlenderst du rüber zu deinen Freunden. Der Verband scheint seine Aufgabe gut zu erfüllen. Man sieht dir gar nicht an, dass du verletzt bist. Ich glaube du hättest doch zum Arzt gehen sollen. Aber du wolltest dir ja patu nichts sagen lassen. Hoffentlich geht alles gut. Ich wende mich um und gehe in meine Klasse. Du hast schnell neue Freunde gefunden, seitdem wir nicht mehr in einer Klasse sind. Bei mir ist das leider anders.
Ich bin viel zu schüchtern, um auf andere zuzugehen... naja Mum sagt, ich wäre zu stolz. Weis nicht woran's liegt, aber ich mag einfach nicht auf andere Menschen zugehen.
Ich hab irgendwie zu große Angst vor Ablehnung und dass Irgendwer nicht mit meinem Style klarkommt. Ich will mich nicht verbiegen, nur um dazuzugehören.
Deshalb ist es mir lieber, wenn ich mein Ding durchziehe und dafür dann eher weniger Freunde habe! Du hast Glück gehabt, du bist mit diesem Lion, der früher auch in deinem Karatekurs war, in eine Klasse gekommen.
Bis zur 7. war der immer in unserer Parallelklasse, deshalb kenne ich ihn nicht besonders gut.

Aber ganz soviel Pech hab ich auch nicht gehabt, denn immerhin habe ich Andy in der Klasse! Auch wenn der es scheinbar nicht nötig hat, regelmäßig zum Unterricht zu erscheinen. Aber so isser nunmal.
So ist es auch heute, Andy ist nicht da, wodurch es unheimlich still in der Klasse ist. Somit sitze ich alleine in der letzten Reihe, in der hinterletzten Ecke. Ja...es hatte schon seinen Grund, das wir hier sitzen wollten.
Bei dem Gedanken, was für Scheiße wir teilweise angestellt haben, rutscht mir ein Lächeln aufs Gesicht. Doch schnell verfinstert sich meine Miene wieder. Ich starre aus den Fenster und meine Gedanken wandern zu dir. Wie es dir wohl geht?
Hast du Schmerzen?

KLATSCH. Was war das? Erschrocken drehe ich mich um und blicke meinen Lehrer an, welcher mit seinem Stock auf meinen Tisch geschlagen hat. Was glaubt der Idiot eigentlich in welchem Jahrhundert wir leben?
„Kaulitz!!! Hast du es nicht nötig, meinem Unterricht zu folgen oder wie darf ich deine desinteressierte Haltung deuten?“ schreit er mich an. Kaulitz nennt er mich...pff der geht echt nicht mit der Zeit!
„Entschuldigung!“ nuschel ich und folge zwangsweise seinen öden Erzählungen über Friedrich Barbarossa. Endlich klingelt es zur Pause.
Grade will ich aufstehen und zu dir laufen, da kommt Paddel auf mich zu und will, dass ich ihm bei den Hausaufgaben für Ethik helfe. Mann kann der das nicht zuhause machen?
Nett und freundlich, wie ich es natürlich bin helfe ich dem Deppen und muss mein Treffen mit dir auf die nächste Pause verschieben.

Nach schier endlosen weiteren 2 Stunden Klingelt es dann endlich erneut und ich laufe in dein Klassenzimmer. Dort angekommen muss ich enttäuscht feststellen, dass du nicht da bist.
Somit frage ich ein Mädchen, ich glaube ihr Name war Vivi, wo du sein könntest. Ein rötlicher Schimmer legt sich auf ihre Wangen, als sie mich ansieht und dann antwortet: “Ich glaube der ist mit Lion und den anderen hinter der Turnhalle!“.
„Danke!“ sage ich und schenke dem Mädchen ein Lächeln. Hinter der Turnhalle. was machst du denn da?

Langsam schlendere ich hinter die Turnhalle und sehe mich um. Dort stehst du mit ein paar anderen Jungs zusammen. Einer von den Jungs ist Lion, das sehe ich schon von weitem denn er hat genau wie du urst lange Dreads.
Der einzige Unterschied ist, dass er seine Dreads nicht so gepflegt hat wie du. Somit wirken Lions Haare ziemlich verfilzt. Ich sehe, dass einer der Anderen Jungs eine Zigarre oder so in den Fingern hält. Nein! STOPP!!! Das ist ein Joint!!!
Du wirst doch wohl nicht...? Vorsichtig gehe ich auf euch zu. Noch hat mich niemand bemerkt. Etwas mulmig ist mir bei der Sache schon... dennoch, ich will wissen, wie es dir geht, sonst bin ich am Ende noch den ganzen Tag beunruhigt.
„Tom?“ frage ich vorsichtig. Sofort drehen du und die anderen Kerle sich um. Lion lässt den Joint hinter seinem Rücken verschwinden. Denkt der ich verpfeif ihn oder was? „Hey Bill! Was ist los?“ sagst du und lächelst mich lieb an.
„Ich... Kann ich kurz mit dir sprechen?“ frage ich immernoch etwas beklommen. „Sicher“ sagst du und folgst mir, ein paar Meter von deinen Kumpels weg. „Was ist denn?“ fragst du mich nun mit großem Interesse.
Ich sehe, dass Lion zu uns rüberschaut und senke vorsichtig meine Stimme. „Ich wollte eigentlich nur wissen, ob es dir gut geht... ich meine wegen der Verletzung!?“ nuschel ich. „Mach dir keine Sorgen Bill! Mir geht's gut!“ entgegnest du mir.
„Sicher?“ frage ich vorsichtshalber nach. „Ja doch!“ sagst du ruhig und blickst mir tief in die Augen. Gott... waren deine Augen schon immer so schön?
„Tom...“, „Ja?“, „Sag mal... du kiffst doch nicht oder?“ frage ich vorsichtig, während ich mir mit großem Interesse den Boden anschaue. Ich habe etwas Angst vor deiner Reaktion.
Du schweigst und zwingst mich somit aufzusehen, um mich zu vergewissern, dass du noch da bist. Abschätzend blickst du mir in die Augen. „Denkst du wirklich, dass ich kiffen würde?“ fragst du mit ernster Stimme.
Ich habe dich glaube ich, grade ziemlich enttäuscht. Nein, natürlich dachte ich das nicht, aber die Frage brannte mir einfach auf der Zunge. Entschuldigend blicke ich dich an und hoffe, dass du mir nicht sauer bist.
„Ich kiffe nicht Bill!“ antwortest du mir schließlich mit Nachdruck in der Stimme. Ich glaube dir. Bei so einer Sache würdest du mich nicht belügen! Gott sei dank... du kiffst nicht! Ein Stein fällt mir vom Herzen und ich lächle dich glücklich an.
Du lächelst zurück, was mir sagt, dass du nicht wütend auf mich bist. Also gehe ich einen Schritt weiter. „Wo haben deine Freunde den Stoff denn her?“ frage ich interessiert. Bei dieser Frage lächelst du mich verdammt niedlich an.

Oh Gott... da ist wieder dieses Kribbeln im Bauch. Kann das nicht endlich aufhören? Nun ziehst du auch noch eine deiner Augenbrauen hoch. Aaaaaaahhhh... Hilfe, sieht das süß aus!!! Mach das blos nie wieder in meiner Nähe!!!
Beschämt blicke ich zu Boden und hoffe inständig, dass du denkst, das es wegen der Frage ist. „Interesse an dem Zeug?“ fragst du mich gespannt. „Wa...was...NEIN!!!“ schreie ich.
Wieder blicke ich zu Lion, welcher das Geschehen mit höchstem interesse beobachtet und bei meinem Schrei gehörig die Ohren spitzt. Du lachst leise und blickst mich dann wieder glücklich an.
„Mensch Bill... bleib geschmeidig, das war doch nur ein Scherz!... Das Zeug ist von Lions Cousin, der bekommt den Stoff von einem alten Kumpel, mit dem er gesessen hat.“ sagst du leise. „Ach so!“ sage ich monoton. Toll... perfekter Umgang!!!
Warum gibst du dich mit solchen Kiffern ab? Die können doch nicht ganz normal sein- oder? Beim Kiffen sollen ja angeblich auch die Hirnzellen hops gehen. Abwertend blicke ich Lion an, sehe wie der sich sichtlich unwohl fühlt und sich wegdreht.
Ich dachte, da hast du echt mal nen netten Freund und dann ist das auch noch n Kiffer. Du bemerkst meinen Blick und überlegst erst, ob du etwas sagen sollst oder nicht.
„Bill, du solltest nicht Vorurteile fällen... Lion ist ein netter Kerl...ehrlich! Und er ist der beste Freund, den ich habe! Abgesehen von dir natürlich!“ Bei deinen letzten Worten macht sich wieder ein Lächeln auf meinem Gesicht breit.

DING DANG DONG... es läutet zur nächsten Stunde, also verabschiede ich mich schnell von dir und laufe in mein Klassenzimmer zurück. Auf dem weg drehe ich mich nochmal zu dir um.
„Du musst nachher nicht warten Tom, ich hab länger Unterricht!“ rufe ich dir noch schnell zu, bevor ich im Schulgebäude verschwunden bin.





>>Bruder...<<

*Toms Sicht*

Mit einem Lächeln auf deinem Gesicht verschwindest du aus meinem Blickfeld und lässt mich mit meinen Kumpels zurück. Es hat bereits zur nächsten Stunde geläutet.
Doch Ethik fällt bei mir aus, dass heißt, ich habe 2 Freistunden. Also schlendere ich zurück zu Lion und lasse mich an der Wand der Turnhalle auf den Boden sinken.
„Alles klar bei dir?“ fragt Lion und blickt mich ernst an. „Ja...“ seufze ich und blicke hoch zu ihm. Jetzt lässt Lion sich ebenfalls zu mir auf den kalten Steinboden sinken. „Was wollte Bill denn?“ fragt er nach. „Ach...nur wissen wie es mir geht... wegen der Wunde...“ sage ich tonlos. Lion seufzt leicht und blickt mich dann mit schiefem Kopf von der Seite an.
„Scheiß Gefühl, wenn er dir so nah ist und du ihn nicht einfach umarmen kannst ne!?“ sagt Lion. Verdammt... er wusste genau, was ich fühle.
Was mir die ganze Zeit durch den Kopf geht, was mich fertig macht und warum ich mit dem Alk angefangen hatte... er wusste es und zwar aus einem ganz einfachem Grund: Lion fühlte genauso wie ich...
für genau die gleiche Person.

„Ja... Ich weis nicht, wie lange ich das noch aushalten kann!!!“ antworte ich ihm schließlich. Freundschaftlich legte er einen Arm um meine Schultern.
„Und dann musst du auch noch mit ihm unter einem Dach leben und ihm Tag für Tag über den Weg laufen... Fuck!!! Tom du hast echt voll die Arschkarte!“ stellte er nüchtern fest.
„Danke Lion...ist mir noch gar nicht aufgefallen!!!“ antworte ich ihm sarkastisch, wobei ich ihn verbittert anfunkel.
Ich ziehe meine Knie zu mir ran und stütze meine Ellenbogen auf ihnen auf, wobei ich mein Gesicht in meinen Händen vergrabe.
„Hey... Ich kann mir vorstellen, wie dreckig es dir gehen muss! Was meinst du, willst du nicht auch einfach mal deine Gefühle abschalten und vergessen?“ fragt Lion und hält mir einen Joint vor die Nase.
Meine Gefühle abschalten? Vergessen? Es gab auf dieser gottverdammten Welt nichts, was ich lieber täte... aber mit Drogen? War es wirklich schon soweit mit mir gekommen?
Nein... ich hatte Bill doch eben noch versichert, dass ich mit Drogen nichts am Hut habe, dann kann ich mich doch jetzt nicht bekiffen!
„Nein Danke... ich glaube nicht, dass das was für mich ist!“ sage ich schließlich und wende meinen Blick von dem Joint ab.
„Mensch Junge... mit einmal kiffen wird man doch nicht gleich süchtig oder so. Außerdem ist es wirklich unglaublich schön, wenn du ein paar Stunden lang nicht mit deinen Gefühlen belästigt wirst!
Also probier es doch wenigstens! Ich schwöre dir, danach wird es dir 100% besser gehen!!!“ drängt Lion weiter. Ich überlege und starre wieder wie gebannt auf den Joint. „Du wirst Bill vergessen!!!“ ergänzt Lion noch.

Blitzartig ergreife ich den Joint. Bill vergessen... das war alles, was ich mir wünschte! Nur einmal frei sein... von Bill und all meinen beschissenen Gefühlen für ihn. Einmal macht nicht süchtig... da hatte Lion recht! Also zündete ich mir den Joint an und zog kräftig den Rauch in meine Lunge. Mit einem Ruck verkrampfte sich meine Lunge und ich musste schrecklich husten.
Lion klopfte mir ein paarmal kräftig auf den Rücken und lachte. „Nana, nicht so hastig! Aber keine Sorge... das geht jedem so beim ersten Mal!!!“ sagte er und lächelte mich an.
Noch ein paar kräftige Züge und ich spührte schon, wie ich innerlich total entspannt wurde und wie sich meine Probleme mit jedem Zug ein Stück weiter auflösten. Es war ein tolles Gefühl!
Nicht mal der gute, teure Alk konnte einen so schnell betäuben und vergessen lassen. Endlich... endlich konnte ich mich frei fühlen und mich einfach diesem Gefühl des Friedens hingeben.
Ohne Sorgen, ohne diese verdammten Schmerzen, in meinem Magen, ohne Gefühle, ohne Bill... einfach FREI!!! Ich wünschte, dieses Gefühl würde ewig andauern. Doch natürlich wird es das nicht.
Lion reicht mir ein kleines Päckchen mit Gras und sagt: „Hier... aber nur wenn du's nicht mehr aushältst okay?“. Dankend nehme ich das Päckchen entgegen und lächle das Zeug glücklich an.
„Danke... echt cool!!!“ antworte ich etwas lallend. Das Zeug scheint doch Nebenwirkungen zu haben. Meine Sprachfunktion ist etwas eingeschränkt und auch meine Gedankengänge verändern sich. Nachdem ich den ätzenden Rest des Unterichts mehr breit als aufmerksam hinter mich gebracht habe, torkle ich, noch immer nicht wieder ganz fit, nach Hause.

Als es bereits 15.00 Uhr ist und ich mich auf mein Bett gepackt hatte, beginne ich mich zu fragen, wo du bleibst. Sicher... du hast gesagt, dass du länger Schule haben würdest... aber doch nicht sooo lange!!!
Wahrscheinlich bist du nach der Schule noch mit Gusti in die Stadt gegangen. Du verbringst seit neuem viel Zeit mit ihm. Das taten wir zwei auch mal... viel Zeit miteinander verbringen, nur in letzter Zeit nicht mehr. Wir waren ehrlich zueinander, hatten immer Zeit für uns und hatten uns uneingeschränkt vertraut. Aber jetzt ist irgendwas zwischen uns kaputt gegangen.
Ich weis nicht genau, was Schuld dran ist, dass unsere Zweisamkeit zu Grunde geht. Ich weis nur, dass du dich verändert hast, genauso wie ich mich...
Es war eine wunderschöne Zeit, als wir noch so offen miteinander reden konnten. 16 Jahre lang waren wir nicht einmal voneinander getrennt gewesen. Wir haben jeden Tag miteinander geredet, gelacht, geweint oder einfach im Zimmer gehockt und durch die Gegend gestarrt...
Aber wir waren immer zusammen!!! Ab und zu haben wir uns auch aus Spaß gekloppt oder wir haben, wenn es einem von uns schlecht ging zusammen in einem Bett geschlafen und so den anderen getröstet.
Heute wäre das unvorstellbar. Ich könnte es nicht eine Sekunde lang zusammen mit dir in einem Bett aushalten. Ja... damals war alles noch so einfach, so unkompliziert und normal.
Dennoch gab es da schon immer eine Sache, die mich – genauso wie heute – beschäftigt: Du bist mein BRUDER!!!

Genau, wir sind Brüder, verwandt, Zwillinge! Schon komisch, wenn man so darüber nachdenkt, wir sind zwar Zwillinge, gleichen uns aber im Grunde kein bisschen, weder vom aussehen her noch vom Charakter.
Nur eines ist identisch: Die Augen. Du hast genau dieselben Augen wie ich, naja...fast jedenfalls, denn deine sind natürlich sehr viel schöner. Deine Augen funkeln, wenn du dich freust, sie sind trübe, wenn du traurig bist und sie blitzen wie verrückt, wenn du neugierig bist. Ich kenne dich in und auswendig und dann bist du mir im nächsten Moment schonwieder total fremd, denn du zeigst permanent neue Seiten an dir.
Wieder und wieder weckst du mit deiner ganzen Art mein Interesse und nimmst mich, ohne es überhaupt zu wollen, völlig in Beschlag. Du bist ein sehr seltenes... NEIN!!! Ein einmaliges Wesen, dich gibt es im ganzen Universum nur ein einziges mal. Und obwohl ich mich dafür hasse, dein Bruder zu sein, bin ich auf der anderen Seite auch wieder total stolz darauf, denn DU bist mein Bruder!
Ich könnte also eigentlich verdammt glücklich sein oder?...

Aber ist es wirklich Glück? Ist es Glück, dich niemals küssen zu können? Glück, dich nie berühren zu dürfen, so wie ich es mir wünsche? Glück, dich nicht lieben zu dürfen?
NEIN...das ist kein Glück, das kann kein Glück sein. Das ist verdammt nochmal das beschissendste, was es überhaupt gibt! Warum musst du auch mein Bruder sein? Das ist nicht fair.
Andere dürfen dich lieben, dich berühren und deine Lippen küssen... Sie dürfen es ohne bestraft zu werden oder etwas falsches getan zu haben. Ich hingegen darf dich nur im geheimen lieben, darf es dir nicht sagen. Das ist so unglaublich unfair! Was habe ich blos getan, dass Gott mich so straft? Ist es eine Strafe, oder hasst Gott mich einfach nur? Ich beneide all die anderen darum, dass sie es dürfen.
Ich bin furchtbar eifersüchtig... eifersüchtig auf den ganzen beschissenen Rest der Welt!!! Du bist doch mein Bruder, darfst nur mich lieben... so, wie du noch nie jemanden sonst geliebt hast!
Ja... ich weis, es klingt egoistisch. Aber das bin ich auch! Ich bin egoistisch, weil ich dich liebe, weil ich dich für mich haben will.

Warum lasse ich eigentlich all die ganzen aufgetakelten, billigen, eingebildeten, dummen Tussen an mich ran? Wegen dem Alkohol? Das glaube ich nicht... Das wäre zu einfach.
Die Weiber sind nichts weiter, als eine meiner vielen Ausreden, um die Wahrheit zu verschleiern. Nur um nicht ertappt zu werden, dass ich mich so sehr nach dir verzehre.
Doch egal was ich anstelle, um vor der Realität zu fliehen, ich kann mich nicht vor der Tatsache verstecken, dass ich jede Sekunde meines Lebens nur an dich denken kann.
Ich hatte wirklich gedacht, die Weiber könnten eine Hilfe sein... aber ich habe mich geirrt! Wie so oft schon in letzter Zeit!!! Es ist alles andere als Hilfreich. Im Gegenteil, es macht das ganze noch viel schlimmer. Wegen den Weibern liegen wir uns permanent in den Haaren, denn du machst dir Sorgen. Aber was geht es dich denn überhaupt an? Im Grunde geht es dich doch gar nichts an oder?
Du würdest es ohnehin nicht verstehen. Ich kann es dir auch gar nicht sagen, warum ich das mache... ich darf es einfach nicht. Du würdest dich so furchtbar vor mir ekeln.
Würdest mich mehr hassen als alles andere, mehr, als du mich jetzt schon hasst... hasst du mich???




>>Ramo<<

*Bills Sicht*

Ich kann es mir einfach nicht erklären. Es will mir nicht in den Kopf. Warum habe ich den ganzen Tag lang nur dein Gesicht vor Augen?
Selbst als ich mich nach der Schule noch mit Gusti in der Eisdiele getroffen habe, kann ich an nichts anderes denken. Es macht mir angst... meine eigenen Gefühle erschrecken mich.
Seit wann fühle ich so für dich? Seit wann bring ich es nicht mehr fertig mit dir zu reden ohne dabei zu zittern? Seit wann kann ich an nichts mehr denken, was nicht irgendwie mit dir zu tun hat?
Es ist alles so verrückt. Und wahrscheinlich würde ich bei diesen Gedanken in grellendes Gelächter ausbrechen, wenn es nicht so furchtbar traurig wäre.

„Hey Bill, was machst du denn für ein Gesicht?“ fragt Gustav mich. Erst jetzt bemerke ich, dass ich mit Gusti in der stadt bin. Wiedereinmal habe ich alles um mich herum vergessen.
„Tschuldigung, was hast du gesagt?“ frage ich nach, denn ich bekam grade gar nichts mit.
„Vergiss es! ...Sag mal Bill stimmt irgendwas nicht mit dir? In letzter Zeit bist du immer so abwesend und mit Tom zusammen hab ich dich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen.
Da stimmt doch irgendwas nicht...“ sagt er. „Ich... Es ist nichts! Wirklich... mach dir keine Gedanken!“ antworte ich ihm betrübt. Ich würde so gerne mit ihm über meine Gefühle für Tom reden.
Aber er würde mich wahrscheinlich auslachen und gar nicht erst für voll nehmen.

Besorgt sieht Gustav mich an und legt seine Hand an mein Kinn. „Hey... nun lach doch mal! Wenn du mit mir reden möchtest... du weist, dass ich für dich da bin oder?“
„Ja schon...aber... ach ich weis ja auch nicht, was los ist!!!“ sage ich verzweifelt und Stütze meinen Kopf auf meine Hände. „Hast du Stress mit Tom?“ fragt Gustav plötzlich und ich schrecke hoch.
„Tom??? Wie kommst du darauf?“
„Naja...wie schon gesagt, man sieht euch kaum noch zusammen und ihr scheint euch irgendwie aus dem Weg zu gehen. Auch die Art und Weise, wie ihr miteinander umgeht hat sich geändert...
früher habt ihr immer geschmust und zusammen scherze gemacht... wenn ich da an jetzt denke... Ihr vermeidet es ja schon euch zu berühren und reden tut ihr auch nur im äußersten Notfall!“ erklärt Gustav.
War das wirklich alles so offensichtlich? Mir ist all das bis jetzt noch gar nicht aufgefallen.
Früher hatten Tom und ich „geschmust“? Wenn ich jetzt daran denke, kommt mir das alles so unwirklich vor. Es stimmt... früher war das alles ganz normal für uns. Immerhin sind wir Zwillinge.
Da war es normal so viel Zeit miteinander zu vollbringen und uns alles zu erzählen. Aber jetzt....jetzt ist alles anders. Seit einiger zeit hab ich ganz neue Gefühle für dich.
Immer wenn du mich berührst , fängt es überall an zu kribbeln. Mir wird ganz schwindelig und ich weis nichtmehr, was ich machen soll. Ich traue mich nicht mal mehr dir in die Augen zu sehen, weil ich zu große Angst habe, dass du etwas von meinen Gefühlen merken könntest. Von diesen verbotenen Gefühlen, die ich für dich hege.
Liebe...
Gott... Tom, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gerne ich dir sagen würde, was ich für dich fühle. Wir haben uns doch sonst auch immer alles gesagt. Nichts war uns peinlich oder unangenehm.
Aber mir sind meine Gefühle für dich auch jetzt nicht peinlich. Im Gegenteil! Aber ich habe einfach zu große Angst davor, wie deine Reaktion sein würde. Immerhin bin ich dein Zwilling.
Du würdest kein Verständnis dafür haben. Oder?!
Ich will dich nicht verlieren. Egal was du für mich bist... ob Bruder, Freund oder Geliebter... Ich will einfach nur bei dir sein!!! Denn ohne dich bin ich doch gar nicht lebensfähig!
Oh mann...das gibt's doch nicht... schonwieder hab ich nur an dich gedacht.

Ich blicke auf und sehe in die fragenden Augen von Gustav. Er kräuselt die Stirn und sieht mich mitleidig an. „Du musst mit ihm reden!!!“ sagt er. „Wa... woher weist du, dass ich an Tom gedacht habe?“ stottere ich. „Mensch Bill ich kenn dich schon seit 5 Jahren... ich kann es dir an der Nasenspitze ansehen, wenn du an Tom denkst!“ antwortet Gustav mir.
„Wow... Fuck! Ich muss noch zu meiner Tante!!! Sorry Bill aber ich muss... mach's gut!“ sagt er und stürmt davon. Gemächlich löffele ich mein Stracciatellaeis zuende und überlege.
'Du musst mit ihm reden' hatte Gusti gesagt. Sollte ich wirklich mit ihm reden? Und wenn... worüber denn überhaupt? Soll ich zu ihm gehen und sagen „Hey Tom wie geht's? Ach übrigens... Ich liebe dich!“ oder was? Nein!!! Nie im Leben wird Tom meine Gefühle erfahren!!! Nachdem ich mein Eis aufgegessen habe trete ich den Heimweg an.
Als ich aus dem Bus direkt vor unserer Haustür aussteige, sehe ich, wie unsere Nachbarin mit ihrem Hund Gassi geht. „Hey Bill!“ begrüßt sie mich. „Hey Ramo! Wie geht's?“ antworte ich und sie kommt auf mich zu. „Joa... muss ja und selbst?“ fragt sie. „Naja...könnte irgendwie alles besser sein!“ sage ich.
„Sag mal, hast du nicht Lust mitzukommen? Scotty war doch bestimmt auch noch nicht aus. Außerdem würde Ginger sich sicher über ein bisschen Begleitung freuen!“ schmunzelte sie.
„Ja klar, warum eigentlich nicht!? Warte kurz, ich hol ihn eben!“ sage ich und laufe ins Haus. Unschlüssig bleibt Ramo in der Tür stehen und blickt hinein.
„Du kannst ruhig reinkommen! Ich muss erst noch die Leine suchen. Tom hat die wieder wer weis wo hingepackt!“ rufe ich Ramo zu.
Zusammen mit ihrer Hündin Ginger kommt sie ins Haus und bleibt im Flur stehen.
„Moment... kann sich nur noch um Stunden handelt!“ rufe ich und stell das ganze Haus auf den Kopf, während ich nach der Leine suche.
Auf dem Küchenstuhl finde ich die Leine endlich und pfeife, damit Scotty langsam mal antanzt. Schnell schnalle ich ihm die Leine um und gehe zurück zu Ramo. „Wir können!“ sage ich und schon geht's los...




>>Kiffen bringt doch auch nichts...<<


*Toms Sicht*

Es ist bereits 19.30, als ich endlich höre, wie die Haustür geöffnet wird. Ich will endlich wieder dein wunderschönes Gesicht sehen und öffne leise die Tür.
Vorsichtig trete ich auf den Flur und setze mich ans Treppengeländer. Ich spähe durch die Holzpfosten des Geländers und sehe, wie du hektisch hin und her läufst. Was machst du da? Suchst du etwas?
„Du kannst ruhig reinkommen! Ich muss erst noch die Leine suchen. Tom hat die wieder wer weis wo hingepackt!“ rufst du und ich sehe, wie Ramo, unsere Nachbarin das Haus betritt.
Du hast ein Mädchen mit nach Hause gebracht? Was soll das bedeuten? Bist du etwa mit ihr zusammen? Sicher... wir waren zusammen mit Ramo im Hort und haben uns immer gut miteinander verstanden.
Aber... Ramo war eher ein guter Kumpel. Wir haben mit ihr zusammen ne Menge scheiße angestellt, aber... als Mädchen hab ich sie bis jetzt gar nicht richtig wahrgenommen.
Aber jetzt wo sie da unten bei dir steht, muss ich mir eingestehen, dass Ramo wirklich ein Mädchen ist... Und was für eins! Sie hat sich ziemlich verändert und sieht nun wunderschön aus.
Ich kann es dir nicht verübeln, dass du dich in sie verguckt hast. Aber... seit wann geht das schon so? Warum sagst du mir nicht, dass Ramo deine freundin ist?
Glücklich blickst du Ramo an und gehst dann mit Scotty und ihr zur Tür hinaus.

Als die Tür geschlossen ist, höre ich dein Lachen. So hast du schon lange nicht mehr gelacht. Wahrscheinlich ist es meine Schuld, dass du kaum noch gelacht hast.
Ich habe diesen Klang in deiner Stimme so sehr vermisst. Hab immerwieder gehofft, dass ich meine Gefühle wieder auf die Reihe bekommen würde und wir dann gemeinsamm wieder so lachen könnten.
Wenn ich daran denke, sehe ich wieder dein Gesicht mit diesem süßen Lächeln, welches du immer aufgesetzt hast, wenn du mich anschautest. Doch jetzt... Jetzt gilt dein Lächeln nur noch ihr und ich bin alleine. Liebst du sie denn wirklich? Es tut so verdammt weh, wenn ich daran denke, dass sie dich berühren darf. Und wenn ich mir vorstelle, wie sie dich küsst, verkrampft sich mein Herz und ich bekomme kaum Luft.
Bill... du weist gar nicht, was du mir da antust. Ich ertrage das nicht! Warum darf sie dich haben? Ich liebe dich doch so sehr... niemals könnte sie dich auch nur ansatzweise so sehr lieben, wie ich es tue.
Aber jetzt kann ich nichts mehr tun... es ist zu spät. Du hast dein Herz jemand anderem geschenkt.

Es fühlt sich so furchtbar an... mein Herz... es ist irgendwie kaputt. Eigenartig! Ohne das ich es im ersten Moment überhaupt bemerke, laufen brennend heiße Tränen an meinen Wangen hinunter.
Ich kann es nicht ertragen. Es tut so verdammt weh! Stumm laufen meine Tränen, ich schluchze nicht... habe kaum noch die Kraft dazu irgendein Laut von mir zu geben.
Ich weis nicht, wie lange ich hier sitze und weine aber es muss wohl schon einige Zeit vergangen sein, denn draußen dämmert es langsam.
Ich weis nicht wie es dazu kommen konnte, dass ich derartige Gefühle für dich entwickelt habe. Aber eines habe ich gelernt, ich weis jetzt, dass das Leben weh tut... sehr sogar!
Warum musste ich mein Herz an dich hängen? Warum konnte es nicht jemand anderes sein...Irgendjemand!? Warum du? Warum ausgerechnet du...mein Bruder? Warum verdammt???
Viel zu oft schon stelle ich mir immer und immerwieder die selbe Frage. Doch nie bekomme ich eine Antwort darauf. Ich suche schon seit Tagen...nein, Wochen... aber ich finde einfach keine Antwort.
Weil es sie nicht gibt? Weil ich sie einfach nicht erfahren soll? Ich weis es einfach nicht! Aber eins weis genau: Du darfst es niemals erfahren... du könntest mich hassen, verabscheuen, verachten.
Das würde ich nicht ertragen... Nein! Niemals!!! Lieber mit dir zusammen sein und ein Leben führen, als normale Brüder, als dich zu verlieren und nicht mehr in deiner Nähe sein zu dürfen.

Du hast keine Ahnung davon, dass ich jede Nacht wach liege und bittere Tränen um dich vergieße. Du weist es einfach nicht... Aber das ist auch gut so. Ich will nicht, dass du es weist.
Ansonsten könntest du in mein Zimmer kommen und mich fragen, was los ist. Und dann... dann wüsste ich keine Ausrede. Was sollte ich dir denn auch sagen? Dass ich mich in ein Mädchen verliebt habe?
Dumme Ausrede... warum sollte ich denn weinen? Ich könnte praktisch jedes Mädchen haben! Also wäre das total unsinnig. Was könnte ich sonst sagen? Dass ich mich mit Jemandem gestritten habe?
Wieder Schwachsinn... du wüsstest längst davon! Also bliebe mir nach allem Grübeln nichts anderes übrig, als dir die Wahrheit zu sagen, doch die sollst du nicht erfahren! Hoffentlich wirst du es auch niemals... Denn meine Gefühle sind einfach nur verboten, abstoßend, pervers... Denn ich liebe dich!!! Dich, meinen eigenen Bruder... Wie konnte mir das blos passieren?
Niemals wirst du meine Gefühle erwiedern... niemals darf ich glücklich sein... niemals wirst du „mein“ sein!!! Und alles was mir jetzt noch bleibt ist dein Lächeln zu genießen.
Ich hoffe du bist glücklicher als ich es bin und ich hoffe, dass es dir gut geht. Bitte... sag mir doch, dass es so ist! Dann bist wenigstens du glücklich. Und wenn du glücklich bist, dann bin ich es doch auch...oder?

Nein, wenn du mit IHR glücklich bist, dann kann ich nicht glücklich sein!!! Wie sollte ich auch?
Mit allerletzter Kraft schleife ich meinen schweren Körper in mein Zimmer und beginne in meiner Schultasche rumzukramen. Verdammt... wo ist dieses beschissene Zeug blos?
Endlich umfassen meine Finger das kleine Päckchen, welches mir Lion zugesteckt hat. Ich öffne es und verteile den inhalt auf meinem Schreibtisch.
Es dauert ziemlich lange, bis ich es endlich geschafft habe, mir einen Joint zu drehen. Das ist gar nicht so einfach, wie es aussieht.
Aber enttäuscht muss ich feststellen, dass Lion mir grade genug für einen einziegen Joint gegeben hatte. Er wollte es nicht verantworten, mir mehr zu geben.
Er sagte ja auch, ich dürfe das Gras nur im äußersten Notfall rauchen... Wenn es nicht mehr anders ginge. Aber das hier ist ja wohl ein absoluter Notfall...oder? Lion würde es verstehen.
Er würde sich wahrscheinlich jetzt auch sofort nen Joint schnappen, wenn ich ihm bescheid sagen würde, dass Bill eine Freundin hat.

Nach einigen Minuten ist da wieder dieses befreiende Gefühl... es nimmt mir meine Emotionen...meine ganzen Gefühle Verschwinden. Aber noch immer verlassen Tränen meine Augen.
Warum kann ich nicht aufhören zu weinen? Ich fühle doch gar nichts... versuche mit den Drogen mein Herz zu belügen. Doch es lässt sich nicht belügen!!!
Auch wenn mein Kopf meine Gefühle ausgeschaltet hat, schickt mir mein Herz weiterhin Tränen in die Augen. Ich hasse es... ich hasse mein Herz! Es gehorcht mir einfach nicht... warum?
Die Frage ist überflüssig... ich kenne die Antwort! Es gehört mir nicht... mein Herz... es gehört dir! Dir allein... und es wird dir ewig gehören! Bis in alle ewigkeit...

Verdammt... dieses grausamen Tränen quälen mich weiter! Sie lassen mich einfach nicht in Ruhe. Und mehr und mehr versucht mein Herz sich gegen dieses „vergessen“ zu wehren.
Es schickt mir Bilder in den Kopf... Bilder von dir, wie du lächelst, wie du weinst, wie du mich umarmst und wie du neben mir liegst und schläfst. Er ist wieder da... dieser verdammte Schmerz in meiner Brust. Warum hört es nicht auf? Lion, du Mistkerl... du hattest mir doch versprochen, dass es aufhören würde! Du elender Lügner!!! Verzweifelt greife ich nach meinem Handy und wähle Lions Nummer.
„Ja!?“ ertönt seine Stimme. „Du *SPAM* Automatische Zensur!!! Du bist ein verdammter Lügner, weist du das!?!?“ schreie ich ihn mit meiner, von Tänen gebrochenen, Stimme an.
„Tom?... Reg dich mal ab Alter!!! Was ist denn los? Hast du was geraucht???“ fragt er vorsichtig. Ich höre Sorge in seiner Stimme.
„Ja verdammt! Und es hilft gar nichts!!! Ein verdammter Scheißdreck ist das! Du hast geschworen, es würde mich vergessen lassen!!!“ antworte ich ihm.
„Gott ey... was ist denn mit dir los? So kenn ich dich ja gar nicht!!! Was ist denn passiert, dass du überhaupt erst kiffst?“ fragt Lion mich.
„Das geht dich einen verdammten Scheißdreck an!“ schreie ich ihn erneut an. Ich will es nicht aussprechen.
Will es ihm nicht sagen, da ich angst habe, dass er es mir mit seinen Gefühlen vermehrt deutlich machen könnte, dass ich Bill jetzt verloren hatte.
„Tom... bitte... reg dich ab okay? Wenn du willst, kannst du eben bei mir vorbeischauen! Wir können reden... du weist doch, dass ich immer für dich da bin... oder!?“
sagte er und seine Stimme beruhigte mich auf eine unverständliche Weise ungemein. „Ja... ist gut... ich komme!“ sage ich noch eben,bevor ich auflege.
Schnell suche ich meine Sachen zusammen und mache mich auf den Weg zu Lion.




>>Einfach mal drüber reden...<<


*Bills Sicht*

Gemütlich schlendern Ramo und ich die Straßen entlang. Bei der alten Kirche biegen wir links in den Park ein. Dort lassen wir die Hunde von der Leine und setzen uns gemeinsam auf die Bank.
„Wir waren lange nicht mehr zusammen weg!“ sagt Ramo plötzlich. Ich schaue auf den Boden und nicke.
„Ja... ist irgendwie alles auseinander gegangen. Früher, als wir noch im Hort waren warst du ja sowas wie eine Schwester für mich und Tom...
aber seitdem du aufs Internat gehst, bekommen wir uns ja kaum noch zu Gesicht.“ sage ich. Es macht mich traurig, dass Ramo nicht mehr ständig mit uns rumhängt.
Wir hatten damals echt eine tolle Zeit zusammen.
„Stimmt... Ich würde Tom auch gerne mal wieder sehen... ich bin ja nur über das Wochenende da und Sonntag, also übermorgen, muss ich wieder zurück aufs Internat.
Meinst du, wir könnten mal wieder was zu dritt machen?“ fragt Ramo. Ich blicke auf und sehe ihr traurig in die Augen.
Mit Tom... irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass er seine Parties sausen lässt, um mit Ramo und mir was zu unternehmen. Alleine der Gedanke an Tom macht mich schon wieder traurig.
„Ich weis nicht... mal sehen“ antworte ich ihr. Sie muss gemerkt haben, dass ich traurig bin, denn plötzlich legt sie mir einen Arm um die Schultern und blickt mir tief in die Augen.
„Willst du mir nicht erzählen, was mit dir los ist?“ fragt sie. „Wa...Woher weist du... Ich meine...Warum denkst du, dass irgendwas los ist?“ stottere ich verwirrt.
„Mensch Bill... wir haben zusammen einen großen Teil unserer Kindheit verbracht! Du hast es doch selbst gesagt... wir sind wie Geschwister!!! Ich merke doch, wenn mit dir was nicht stimmt!
Außerdem müsste ich blind sein, wenn ich nicht sehen würde, wie traurig deine Augen aussehen!“ antwortet sie mir mitleidig. Konnte man mir wirklich ansehen, dass ich traurig war?
Oder lag es blos daran, dass SIE mich ansah? Wieder starrte ich auf den Boden. Sollte ich mit ihr darüber sprechen? Würde sie es verstehen? Wohl eher nicht... aber ich weis, dass ich ihr vertrauen kann.
Ich würde so gerne mit jemanden über mein Gefühlschaos sprechen und es gibt niemanden, mit dem ich besser sprechen könnte, als mit Ramo.
Immerhin kannte sie mich, abgesehen von Tom und Mum, besser als jeder andere. Meine 'imaginäre' Schwester. Bei diesen Gedanken rückt mir ein Lächeln ins Gesicht.
Doch als ich wieder in Ramos mitleidige Augen sehe, verfinstert sich meine Miene wieder. „Du weist doch, dass du mir alles anvertrauen kannst... oder?“sagt Ramo mit ernster Miene.
„Ja...schon, aber das ist alles nicht so einfach! Weist du... das ist alles eine ziemlich lange Geschichte!“ antworte ich. „Komm schon Bill... Ich hab Zeit!“ sagt Ramo und lächelt mich verschmitzt an.
Sie hat wohl bemerkt, dass ich mich rausreden will. Aber...will ich das eigentlich? Nein... Ich möchte jetzt endlich jemandem mein Herz ausschütten und über diese verdammten Gefühle sprechen.

„Es ist wegen Tom...“ sage ich leise. „Warum? Habt ihr euch gestritten oder was? Ihr seid doch sonst immer ein Herz und eine Seele.“ Ja... mag sein, dass wir das mal waren, aber nun ist alles irgendwie anders. „Weist du Ramo... irgendwie geht zwischen mir und Tom so langsam alles in die Brüche! Er hat angefangen zu trinken und kommt von dem Gesöff gar nicht mehr richtig los...
außerdem ist er in letzter Zeit so kalt mir gegenüber... wir streiten oft und wir unternehmen kaum noch was miteinander, höchstens mal wenn wir zur Schule gehen.
Ansonsten ist Tom ständig alleine auf Parties oder verkriecht sich in seinem Zimmer. Ich glaube, er war diesen Monat noch nicht einmal in meinem Zimmer! Dabei haben wir jetzt schon den 27.!!!... und außerdem...“ ich senkte den Kopf und schweige. „Und außerdem...?“ fragt sie nach mit ihrer sanften Stimme. Ich spüre, wie mir langsam Tränen in die Augen steigen.
„Er...er bringt permanent irgendwelche billigen Schlampen mit nach Hause und macht mit denen rum. Das alles scheint ihm überhaupt nichts zu bedeuten aber...“
sage ich mit vor Tränen erstickter stimme und schüttle dann den Kopf. „Eifersüchtig?“ Ich sehe Ramo erschrocken an. Sie sagt das so einfach, als wäre gar nichts dabei, seinen eigenen Bruder zu lieben.

Mit einem verständnisvollem und unglaublich einfühlsamen Blick sieht sie mich an. Ich kann die Tränen nicht länger zurückhalten und fange nun an laut zu schluchzen.
Es ist mir so verdammt peinlich, dass sie mich weinen sieht... aber ich kann einfach nicht mehr.
„Ja verdammt! Es bricht mir fast das Herz ihn ständig so zu sehen!!!“ schreie ich und kann das Zittern, welches meinen Körper durchdringt nicht länger unterdrücken.
Ramos Blick wird traurig und sie zieht mich in eine sanfte Umarmung. Ich lege meinen Kopf auf ihre Schulter und genieße es einfach von jemanden festgehalten zu werden.
„Du liebst ihn...so richtig..." haucht Ramo und blickt leicht geschockt in meine verschwommenen Augen. "Bill... Ich weis, dass ist jetzt wahrscheinlich das Letzte, was du hören willst, aber... du weist schon, das so eine Beziehung keine Zukunft hat oder? Es ist sogar verboten!!!“ sagt Ramo traurig.
„Ja verdammt aber was soll ich denn machen? Es ist nunmal einfach so.
Zuerst hab ich mich ja auch für verrückt gehalten und versucht, mich gegen diese Gefühle zu wehren... aber das hat alles nur noch viel schlimmer gemacht!
Weist du... man kann seine Gefühle, so lästig sie auch sein mögen, so sehr sie auch vertrieben gehören, einfach nicht abstellen!!! Und es tut so verdammt weh, von Tom wie Luft behandelt zu werden.
Ich hab das Gefühl, er ignoriert mich absichtlich!!!“ antworte ich mit bebender Stimme. Ramo drückt mich fester an sich und streichelt beruhigend über meinen Rücken. „Willst du es ihm sagen?“ fragt sie leise. „Was? Bist du verrückt? Er würde mich hassen, wenn er etwas davon erfahren würde!!! Wie eckelig ist das denn bitte, seinen eigenen Zwilling zu lieben!?“ schreie ich und schrecke hoch.
Ich löse mich aus Ramos Umarmung, ziehe meine Beine auf die Bank und umschließe sie mit meinen Armen.

Zusammengekauert sitze ich jetzt da und mache höchstwahrscheinlich einen ziemlich erbärmlichen Eindruck.
„Er...er würde es einfach nicht verstehen und er würde mir nicht verzeihen. Ich kenne Tom dafür zu gut! Er würde es abstoßend finden, von seinem eigenem Bruder geliebt zu werden.
Und ich könnte es ihm nichtmal verübeln. Denn es ist absolut abnormal. Diese verdammten Gefühle... ich will sie nicht, aber ich kann sie einfach nicht ändern!!!“ ergänze ich. „Was willst du denn jetzt machen Bill?“ Ramo stellt genau die Frage, die mich schon seit Tagen quält. Ja... was soll ich blos machen? Traurig blicke ich auf den Boden.
„Was soll ich denn schon groß machen? Ich hab mich damit abgefunden... was bleibt mir auch anderes übrig? Aber... es wird immer schwerer diese Gefühle im Zaum zu halten!!!“
„Bill... wenn ich dir irgendwie Helfen kann...“ setzt Ramo an. „Nein... bei dieser Sache kann mir niemand helfen. Das muss ich irgendwie alleine auf die Reihe kriegen!“ antworte ich bedrückt.

Bevor wir uns auf den Heimweg machen, gibt Ramo mir nocheinmal ihre Handynummer und wir verabschieden uns von einander. Zuhause angekommen, will ich sofort rauf in mein Zimmer.
Ich sehe, dass Toms Zimmertür aufsteht und spähe hinein. Er ist nicht da. Wo ist er denn hin? Wieder auf irgendeiner Party? Wieder irgendwelche Schlampen aufreißen? Dieses Gefühl macht mich fertig.
Warum ist er nicht zuhause? Aber... wenn er zuhause wäre, wäre es dann besser? Wir gehen uns doch eh meistens aus dem Weg. Ich war fast schon dankbar dafür, dass Tom gestern so verletzt war.
Ohne diese Verletzung hätte ich diese wunderschönen Stunden, in denen er an mich gekuschelt geschlafen hat, nicht erleben können.
Wäre die Verletzung doch blos schlimmer gewesen... so, dass er nicht hätte aufstehen können. So, dass ich ihn für mich haben könnte und ihn pflegen könnte. Seine Nähe genießen könnte.
Aber... was denke ich da eigentlich? Ich wünsche meinem Bruder Schmerzen? Was für ein abscheuliches Geschöpf bin ich nur geworden?
Wütend, traurig, verzweifelt und von Eifersucht zerfressen lasse ich mich aufs Bett fallen und falle in einen unruhigen Schlaf




>>Junes...<<


-Tom's Sicht-

Mit tränenverschmiertem Gesicht laufe ich durch die Gegend. Verdammt Bill... warum redest du nicht mehr mit mir? Warum rede ich nicht mehr mit dir? Was hat sich zwischen uns verändert?
Ist es meine Schuld, dass wir nicht mehr normal beieinander sein können? Ist es meine Schuld, dass wir kaum noch miteinander reden?
Ist es meine Schuld, dass es nie mehr so sein wird, wie einst, als wir noch „normale“ Brüder waren? So viele Fragen... und immer nur die eine Antwort: Ja... es ist meine Schuld! Alleine meine Schuld.
Nur weil ich dich liebe, halte ich es nicht mehr in deiner Nähe aus. Nur weil ich dich liebe, bin ich so abweisend zu dir. Nur weil ich dich liebe, mache ich alles kaputt...

Ja, ich liebe dich! Ich liebe alles an dir! Dein zartes Gesicht, deine Reinheit, deine engelsgleiche Stimme, dein seidiges Haar... Alles an dir verehre ich! All die Mädchen sind doch nur Ablenkung.
Ich liebe dich mehr als alles andere!!! Will es dir so gerne sagen, doch ich kann es nicht. Du würdest sicher Ekel empfinden... vielleicht würdest du mich sogar hassen.
So oft verliere ich Tränen über die Tatsache, das mein Herz nur für dich schlägt, aber ich kann es einfach nicht ändern! Mein Herz ist dein. Dein allein. Bill... Ich liebe dich soooo sehr und dennoch darf ich es nicht! Es ist so unfair. Ich darf es nicht... ICH darf es nicht! Ich darf das wundervollste Geschöpf der Welt nicht lieben... und das nur weil er mein Bruder ist... mein ein und alles. Das einzige, was ich zum Leben brauche...

Als ich aufhöre zu laufen, stehe ich vor Lions Haustür. Ich höre laute Musik von drinnen kommen. Im Haus scheint eine Party zu steigen.
Bevor ich klingle, wische ich mir noch einmal mit meinem Ärmel über mein, von Tränen übersähtes Gesicht. Lion öffnet sofort die Tür und sieht mich mit weit aufgerissenen Augen an.
„Tom! Gott, siehst du scheiße aus!!!“ sagt er. Danke! Genau das wollte ich jetzt hören.
Ich blicke ihm zornig ins Gesicht und hoffe, das er bemerkt, dass ich auf solch dämliche Kommentare im Moment echt verzichten kann. „Komm erstmal rein!“ sagt Lion und zieht mich ins Haus.

Wie ich geahnt hatte, sind mindestens 50 Personen im Haus und feiern eine wilde Fete. Die wenigsten von diesen Leuten scheinen noch in irgendeiner Weise in der Lage zu sein, richtig zu reden oder zu stehen. „Wer sind all diese Leute?“ frage ich nun doch etwas erstaunt. „Keine Ahnung, ich kann ja mal nachfragen, wenn du willst!“ antwortet Lion mit einem schiefen Grinsen. Das ist doch nicht sein Ernst oder?
Da steigt ne wilde Fete in seinem Haus und der Kerl weis noch nichtmal, wer all die Leute sind, die ihm hier die Bude vollkotzen und alles zertrümmern. Geschockt sehe ich ihn an. Ich glaub das einfach nicht. „Mensch Tommy, reg dich ab! Das sind Leute, die Marc eingeladen hat! Er sagt sie sind gute Kunden... du weist schon... für seinen Stoff!!!“ sagt Lion, als er meinen Gesichtsausdruck sieht.
Super! Ich bin auf ner Kifferparty gelandet! Lion zieht mich mit sich in eine ruhige Ecke, wo wir uns auf eine Couch pflanzen. „Also erzähl...was geht bei dir ab?“ beginnt Lion.
„Ach... Alles ist so beschissen! Ich hab echt kein Plan mehr, was ich machen soll!!!“ antworte ich. „Bill?“ fragt Lion. „Wer sonst!?“ gebe ich wieder von mir. Stille.
Lion blickt mich an und sieht dann wieder auf den Boden. Ich weis, er würde mich trösten, wenn er könnte, doch er kann nicht. Es geht ihm nicht weniger beschissen als mir und auch der Grund ist der selbe.

Der Grund bist du. Immer nur du! „Wenn es einen Gott gibt, hat er mich verlassen!“ sage ich um die Stille zu durchbrechen.
Lions Miene verfinstert sich.
„Denkst du, du bist der Einzige, der damit nicht klar kommt? Denk doch mal nach. Ich liebe Bill genauso sehr wie du und ich muss damit klarkommen, dass täglich ein anderer bei ihm ist.
Dass ein anderer ihn sehen, berühren, spüren, in Besitz nehmen darf!!! Weist du eigentlich wie verdammt das weh tut!?“ schreit er mich zornig an und erhebt sich.
Ich habe ganz deutlich Eifersucht aus seiner Stimme heraushören können. Er wendet sich von mir ab und geht in den ersten Stock.
Wahrscheinlich sucht er sich ein stilles Eckchen, um seine Gefühle zu „vertreiben“ mit seinem neuen Freund, dem Joint. Vorsichtig erhebe ich mich von der Couch und gehe ihm hinterher.

Im ersten Stock suche ich nach ihm, kann ihn aber nirgends finden. Als ich an seinem Zimmer ankomme, öffne ich die Tür einen Spalt weit und linse hinein.
Lion ist nicht in diesem Raum, doch jemand anderes ist in ihm. Ein Junge, mit schulterlangen, blauen Haaren. Er bemerkt mich und sagt: „Kannst ruhig reinkommen!“.
Vorsichtig betrete ich das Zimmer und schließe die Tür hinter mir. Dieser Junge fasziniert mich auf eine seltsame Art und Weise.
Von seinen blauen Haaren hängen ihm einige Strähnen ins Gesicht und ich bemerke, dass er schwarze Augen hat. Seine Augen haben eine fast mystische Ausstrahlung.
Noch nie habe ich schwarze Augen gesehen! Dieser Junge sieht unendlich traurig aus und dennoch macht er mir mit seinem Erscheinungsbild etwas Angst. „Ich bin Junes!“ stellt er sich vor.
Vorsichtig nehme ich seine Hand und sage: „Tom!“. „Freut mich! Nimmst du Drogen?“ fragt er, als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. „Was?...Ich...Ich...“ stottere ich.
„Muss dir nicht unangenehm sein!“ sagt Junes als er meine Reaktion bemerkt.
Ich sehe ihm in die schwarzen Augen und plappere einfach drauf los: „Hab's mal mit Kiffen versucht... wollte einfach nur vergessen...aber das Zeug hilft irgendwie nicht!“.

Ich weis selbst nicht, was mich geritten hat, ihm davon zu erzählen, aber irgendwie hab ich das Gefühl, es wäre okay. „Kiffen? Damit kommst du nicht weit!
Es kann mal ne schöne Abwechslung sein, von der tristen Welt da draußen, aber wenn du etwas wirklich loswerden willst, kannst du das Gras vergessen!
Gras ist nur was für kleine Kinder, die den bösen Bubi raushängen lassen wollen!“ sagt er ruhig. Irgendwie weis ich nicht mehr, ob es wirklich eine gute Idee war, zu ihm zu kommen.
Ich fühle mich plötzlich verdammt unwohl in seiner Nähe und habe das Gefühl, Gras ist das geringste, mit dem dieser Junes zu tun hat! Dennoch kann ich nicht gehen, dieser Kerl ist einfach zu faszinierend.
Mir brennt eine Frage auf der Zunge und es kostet mich einige Überwindung, sie zu stellen, dennoch will ich die Antwort darauf erfahren.
„Kannst du mich vergessen lassen?“ frage ich ihn leise.

Angst strömt durch meinen Körper und Junes Blick macht es nicht gerade besser. „Sicher! Du willst also vergessen?... Dir hat Jemand verdammt weh getan oder!?“ fragt er.
Ja... mir hat Jemand verdammt weh getan, da hat er recht! Mein ganzes beschissenes Leben ist nichts weiter als ein einziger Scherbenhaufen. Mir wird klar, das ich fertig bin mit mir und der Welt.
Ich will vergessen, um jeden Preis!
Ich will nicht mehr dieses verdammte Gesicht vor Augen haben, das mein Herz täglich aufs neue zerfetzt, will nicht mehr dieses Verlangen in mir tragen, will nicht mehr lieben müssen,
denn all das tut so verdammt weh!!!

Vorsichtig lasse ich mich aufs Bett gleiten und starre an die Decke. Wie würde Junes das anstellen wollen, mich vergessen zu lassen?
Es machte mir ein wenig Angst, über diese Frage zu grübeln und dennoch, wenn es eine Möglichkeit gäbe, zu vergessen, würde ich sie wahrnehmen.
Junes beachtete mich gar nicht mehr und kramte nun in seiner Tasche rum. Er zog ein kleines Kästchen heraus und öffnete es.
Zuerst war ich geschockt, als ich den Inhalt des Kästchens zu Gesicht bekam, doch dann wollte ich zusehen, was er da tat.
Vorsichtig packte Junes sein Fixerbesteck aus und zog ein Päckchen mit weißem Pulver hervor. Der wollte sich das Zeugs doch wohl nicht wirklich hier vor meinen Augen spritzen oder?
Langsam krempelt er seinen Ärmel hoch. Die ganze Zeit beobachte ich ihn dabei. „Sag mal, was machst du da eigentlich Alter!?“ frage ich nun geschockt.
Es war mehr eine rhetorische Frage, dennoch warte ich auf eine Antwort.
„Ballern, fixen, drücken... nenn es wie du willst! Aber eines sag ich dir, es gibt dir einen unheimlichen Kick, wenn du das „Brown sugar“ erstmal durch deinen Körper fließen fühlst!“ antwortet Junes,
nachdem er mich erst etwas verwundert angesehen hat. Ich beobachte ihn noch eine Zeit lang und überlege, wie es wohl ist, wenn man auf Heroin ist.
Wahrscheinlich ist es ein noch viel geileres Gefühl, als wenn man kifft.

Junes hat schon viele vernarbte Einstiche in seiner Armbeuge und als er meinen neugieriegen Blick bemerkt, sieht er mich mit einem miesen Grinsen an. “Was?! Willst du auch mal, oder was?!” scherzt er.
Ich weis nicht was ich sagen soll. Einerseits will ich schon irgendwie, andererseits habe ich tierische Angst vor dem Zeug.
Ich weis, was für schlimme Nebenwirkungen Drogen haben können, das haben wir oft genug in der Schule durchgenommen. Andererseits hatte Junes doch gesagt, das man dadurch vergessen kann oder!?
Ich kämpfte einige Zeit mit mir selbst, bis ich mich überwinde und den Klos in meinem Hals runterschlucke.
„Ja...“ traue ich mich schließlich meinen Wunsch auszusprechen.

Lion hatte mir nicht helfen können mit seinem Gras, vielleicht konnte Junes es. Misstrauisch sieht er mich an. „Sicher!?“ wollte er sich vergewissern. „Ja... sicher!“ antworte ich nun schon etwas entschlossener. Junes nahm etwas von dem Heroin und tat es auf einen Löffel.
Nachdem er etwas Wasser zu dem Pulver hinzugefügt hat, erhitzt er das ganze mit seinem Feuerzeug und wartet, bis aus der Mischung eine klare, braune Lösung entsteht.
Angewiedert sehe ich mit das Zeug an, welches Junes gerade durch einen Zigarettenfilter in eine Spritze aufzieht.
Zuerst setzt Junes die Spritze an seinem eigenem Arm an und injiziert sich das widerliche, braune Zeug in die Vene. Dann füllt er eine neue Einwegspritze auf -eine ganz geringe Dosis versteht sich.
„Hier!“ sagt er und hält mir die Spritze hin. Nervös und etwas zitternd nehme ich sie entgegen und sehe ihn fragend an. „Du musst die Vene treffen! ...Zeig mal deinen Arm her!!!“ fordert er mich auf.
Zitternd strecke ich den Arm aus und halte ihn ihm hin. Junes nimmt mir die Spritze wieder ab und setzt sie an
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Michi



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BeitragVerfasst am: 01.05.2009 15:23    Titel:


Zitternd strecke ich den Arm aus und halte ihn ihm hin. Junes nimmt mir die Spritze wieder ab und setzt sie an meiner Armbeuge an. „Sicher?“ will er sich nochmals vergewissern. Ob ich sicher bin? Nein verdammt! Ich habe unglaubliche Panik! Aber ich will doch einfach nur vergessen. Oh Gott... Bill, sieh dir an, was du mit mir machst! Vorsichtig nicke ich, um Junes das Zeichen zu geben, dass er zustechen soll.
Denn jetzt kann ich ja wohl kaum noch kneifen, wie würde ich sonst dastehen? Ängstlich kneife ich die Augen zusammen und drehe den Kopf weg.
Es pickt nur ganz kurz und schon merke ich, wie die Droge in meinen Körper fliest.

Nach nur wenigen Minuten wird mir ganz warm ums Herz und ich habe das Gefühl, als wäre ich in Watte gepackt.
Ich fühle mich so sicher, so sorgenlos und alles, was mir bis vor kurzem noch so zu schaffen machte, ist jetzt vergessen. Niemand ist da, der mein derzeitiges Glück zerstören könnte.
Ich bin ganz alleine, in meiner eigenen, glücklichen, heilen Welt. Ja... es ist wahr... das hier ist tausend mal besser als Gras! Ich bin Junes so unendlich dankbar.
Immerhin war er es gewesen, der mir die Droge gegeben hat. Er war es gewesen, der mir all die Sorgen mit einem schlag genommen hat. Ich hoffe nur, dass diese Ruhe und Ausgeglichenheit noch lange anhält.
Ich will nicht zurück zu all meinen Gefühlen, die momentan gestorben zu sein scheinen, will nicht zurück zu all den Problemen, die sich scheinbar in Luft aufgelöst haben.

Und so lasse ich mich rückwärts aufs Bett fallen und genieße diesen Rausch.





>>Alles wie früher?<<


-Bill's Sicht-
Vor 3 Stunden bin ich wieder nach Hause gekommen, doch noch immer bist du spurlos verschwunden. Wo bist du blos Tom? Ich mache mir Sorgen.
Es ist schon spät und ich bin müde, also lege ich mich ins Bett und versuche ein wenig Schlaf zu bekommen.
Lange Zeit sehe ich Bilder von dir vor meinem inneren Auge, bis ich endlich in einen unruhigen Schlaf falle. Ja... meine Nächte sind die Hölle, seitdem meine Träume sich ausschließlich um dich drehen.
Immerwieder träume ich das selbe: Ich gestehe dir meine Gefühle und du schreist mich an, wie widerlich und ekelig ich bin.
Dann drehst du dich um und läufst vor mir davon, während ich in einen Abgrund falle und von der Schwärze verschlungen werde...

Seitdem ich diesen Traum das erst mal geträumt habe, bin ich auf Abstand zu dir gegangen. Niemals darfst du von meinen Gefühlen erfahren, sonst zerbricht meine Welt und ich werde in der Schwärze versinken.
-PENG-
Ich schrecke aus meinem, ohnehin miserablen Traum hoch und höre wie Jemand die Treppe hochkommt. Endlich...du bist zurück! Kurz blicke ich zur Uhr und muss feststellen, dass es bereits nach Mitternacht ist. Gott, hast du ein Glück, das Mum übers Wochenende zu Tante Amy gefahren ist! Sonst hätte sie dir sicher die Gurgel umgedreht. Vorsichtig schlüpfe ich aus meinem Bett und fange dich im Flur ab.
„Sag mal, weist du eigentlich, wie spät es ist!?“ schimpfe ich mit dir. Deine Reaktion macht mir Angst. Du lachst die ganze Zeit, wie ein Besoffener... doch du hast keine Fahne... was ist los mit dir?

„Tom?... Alles klar?“ frage ich besorgt nach. „Sicher doch Billy! Mir ging es noch nie besser!“ antwortest du und gehst an mir vorbei in dein Zimmer.
Da ich mir immernoch Sorgen um dich mache, folge ich dir und setze mich bei dir aufs Bett, während du versuchst dich umzuziehen.
Ich spüre, wie mir das Blut in den Kopf schießt und habe das Gefühl, es wäre besser gewesen, wenn ich dir nicht gefolgt wäre.
Nachdem du dich bis auf die Boxer entkleidet hast, streifst du dir ein Shirt über und setzt dich zu mir aufs Bett.
Ich blicke dir in die Augen und erst jetzt merke ich, dass deine Pupillen sich bis auf Stecknadelgröße verengt haben. 'Was hast du gemacht?' Schiest es mir durch den Kopf.
Ich will dich nicht direkt drauf ansprechen... habe Angst, vor deiner Reaktion. „Wo warst du bis jetzt?“ frage ich stattdessen. „Bei Lion!“ antwortest du ruhig.
Dein überdrehtes Lachen hat aufgehört und du wirkst plötzlich ziemlich ernst. Was sind denn das bitte für Stimmungsschwankungen!?

„Warum hast du denn nicht Bescheid gesagt, wo du hin gehst? Ich hab mir Sorgen gemacht...“ sage ich leise.
„Sorgen? DU???... Sah eher so aus, als wenn du ziemlich mit deiner Freundin beschäftigt gewesen wärst!!!“ sagst du wütend. Ich spüre, das deine Laune sich wieder um 180° gewendet hat.
Aber wovon sprichst du eigentlich? „Was für eine Freundin!?“ spreche ich meinen Gedanken aus. Du lässt dich nach hinten in dein Bett fallen und siehst zur Decke.
„Bill, du kannst aufhören mit der Show! Ich weis, dass du mit Ramo zusammen bist. Ich hab euch gesehen!“ sagst du wieder mit einem ruhigem Ton. „Ramo!?“ Ich falle aus allen Wolken.
Das ist doch nicht dein Ernst!? „Wie kommst du denn darauf, dass ich mit ihr zusammen wäre? Wir waren doch blos mit den Hunden aus!“ sage ich aufgebracht. Wie kannst du so etwas nur denken?
Mein Herz schlägt doch für dich allein! „Du...du bist nicht mit Ramo zusammen!?“ fragst du geschockt. „Nein! Natürlich nicht!!“ antworte ich dir.
„Aber...aber... ich dachte du... was hab ich... was...warum?“ stotterst du und ich sehe, wie Tränen deine Augen verlassen. Du siehst ziemlich geschockt aus.
Ist es so schlimm, dass ich nicht mit Ramo zusammen bin? Ich verstehe dich nicht. „Was ist denn los!? Ist es so schlimm, dass sie nicht meine Freundin ist!?“ frage ich dich auch direkt.
Fassungslos schüttelst du den Kopf. Du wirkst so verletzt und siehst aus, als hättest du gerade einen Schlag ins Gesicht bekommen. „Bitte...bitte lass mich alleine Bill...okay!?“ sagst du halb am heulen.

Du schmeißt mich raus? Schon wieder? Warum? Was hab ich falsch gemacht? Ohne ein weiteres Wort stehe ich auf und gehe in Richtung Tür. „Bill...“ ertönt deine Stimme erneut, bevor ich das Zimmer verlasse. Ruckartig drehe ich mich um und sehe dich an. „Hast du... hast du Lust, morgen mit mir zu Calya's Party zu gehen?“ fragst du mich mit brüchiger Stimme.
Ich glaub es nicht... du fragst mich, ob ich mit dir weggehe... DU fragst MICH!!! Mein Herz schlägt Purzelbäume. So lange habe ich darauf gewartet, dass du wieder etwas mit mir unternimmst.
Endlich... endlich können wir wieder was zusammen machen! „JA! Natürlich!“ sage ich und strahle dich glücklich an, bevor ich dein Zimmer verlasse. Wird jetzt alles so wie früher? Wird jetzt alles wieder gut!?
Ich kann meine Gefühle verstecken wenn es sein muss. Wenn ich nur wieder in deiner Nähe sein kann. Die Gedanken an die morgige Party machen mich unheimlich glücklich.
Auch wenn ich mir noch immer ein bisschen Sorgen darüber mache, was mit dir los war, lege ich mich glücklich ins Bett und schlafe recht schnell ein.

Dies ist die erste Nacht, in der Meine Träume mir nicht den Schlaf rauben, denn ich träume von der morgigen Party und wie viel Spaß wir dort haben werden. Diese Party bedeutet mir so unheimlich viel!
Hoffentlich wird alles so schön, wie ich es mir vorstelle...

Am nächsten Tag, hat meine Freude des letzten Abends ihren Tiefpunkt erreicht. Man... wie konnte ich nur so überschwänglich sein und zusagen!?
Ich meine...sicher, ich freue mich riesig, was mit ihm zu unternehmen. Aber wie konnte ich nur vergessen, dass es eine Party war, zu der er mich da mitschleifen wollte!?
Das bedeutete im Klartext „LEIDEN“, denn er würde wieder jedem Mädchen hinterherspringen und mich achtlos irgendwo stehen lassen.
Und dann müsste ich mir wieder ansehen, wie er seinen schönsten Blick irgend einer billigen Tussi schenkt und mit ihr rummacht. Verdammt... wieder wird er es tun...wieder wird er mir das Herz brechen.
Es könnte so schön sein, nur warum immer diese Schlampen!? Doch das hätte ich mir früher überlegen müssen, bevor ich Tom mein Einverständnis mitgeteilt habe.
Und für diese Entscheidung könnte ich mich jetzt schon wieder schlagen. Ein weiterer Abend den ich noch bereuen werde. Ein weiterer Abend, voller Schmerz und Eifersucht.
Ich suche mir wahllos irgendwelche Sachen aus meinem Kleiderschrank raus und style mich wie üblich. Ich richte meine Haare, kämme mir eine Strähne ins Gesicht und schminke meine Augen schwarz.
Noch eine knappe Stunde und dann kann der riesen „Spaß“ losgehen... wie ich mich doch freue!!! Pah, pure Ironie. Was Tom wohl gerade macht?
Sicher steht er unschlüssig vor seinem Kleiderschrank und kann sich nicht entscheiden, mit welchen Outfit er heute wohl am besten ein Mädel aufreißen kann.

Nach geraumer Zeit klopft es an meiner Tür. Na toll! Kann er mich denn nicht einfach vergessen und ohne mich zu dieser bescheuerten Party gehen?... Anscheinend nicht und so beginnt der Horror...




>>Dir zeig ichs...<<


Tom's Sicht-

Gott verdammter... was hab ich mir nur dabei gedacht, Bill zu Calya's Party einzuladen?
Wie high war ich eigentlich? Nichts würde ich lieber tun, als meine Zeit mit ihm zu verbringen, aber wir wissen doch beide, dass dieser Abend in einem einzigen Disaster enden wird.
Es kann doch gar nicht gut gehen, wenn wir so lange aufeinander hocken! Wie soll ich meine Gefühle da blos unter Kontrolle halten!?
Es könnte so schön werden, wenn Bill nicht wieder anfängt rumzuzicken und wir Beide einen schönen Abend haben können.
Aber in letzter zeit ist das schon fast Standart, dass Bill permanent rumzickt, wenn ich mich auf irgendwelchen Parties amüsiere. Das ist dann auch meistens der Grund für meine schlechte Laune.
Aber ich verstehe es einfach nicht, was habe ich den bitte getan, dass er so schlecht auf mich zu sprechen ist? Ich weis es einfach nicht und mittlerweile habe ich auch aufgegeben es verstehen zu wollen.
Mein Bruder ist einfach nicht mehr das, was er einmal war... doch das ändert nichts an meinen Gefühlen für ihn.

Wiedermal, wie schon so oft in den letzten Tagen, sitze ich einfach mit geschlossenen Augen auf dem Bett und denke an dich. Dich interessiert es wohl gar nicht, was da zwischen uns abgeht.
Auch ich habe mich verändert. Bin teilweise richtig aggressiv dir gegenüber.
Doch diese Aggression wurden schlicht und einfach aus der absurden Hoffnung heraus geboren, dass, wenn ich mich nur zu genüge über dich aufregen würde, meine Gefühle einfach so verblassen.
Allerdings ist es leider nicht so; egal, wie sehr wir uns auch anmaulten, prügelten und uns gegenseitig die Pest an den Hals wünschten, die Gefühle verblassen kein Stück.
Dabei verfügte Bill doch über dieses einmalige Stechen in seinem Blick, mit dem er einem einen Speer durch die Brust stoßen konnte.
Zu aller letzt halfen mir die Aggression dann doch wenigstens, um meine eigenen verbotenen Gefühle zu verschleiern. Es ist 19.30... Zeit für die Party. Langsam erhebe ich mich und schlendere zu deinem Zimmer.

Als ich deine Tür erreiche, klopfe ich kurz an und trete ein. „Bist du fertig?“ frage ich dich. Du blickst auf und siehst mich mit einem Blick an, der mir sagt: 'warum gehst du nicht einfach ohne mich?'.
Auch du scheinst dich unbehaglich zu fühlen bei dem Gedanken an die Party. Ahnst auch du, das dieser Abend nicht gut ausgehen wird?

Als wir unterwegs zu Calya sind, blickst du mich ernst an. „Warum wolltest du mich mitnehmen Tom?“ fragst du mich. Etwas verwirrt sehe ich dir in die Augen. Warum jetzt diese Frage?
Eigentlich weis ich selbst nicht warum... weil ich high war!? Soll ich dir das einfach mal stecken? Lieber nicht. „Weil ich in Gedanken war!“ antworte ich stattdessen.
„Worüber denn? Welche du heute wieder aufreißen wirst und wie du sie dann am besten betrügen kannst!?“.
Wie du diese Worte sagst... als ob ich nicht dein Bruder wäre, sondern Jemand völlig Fremdes... irgendeine Person, die du nicht leiden kannst.
Deine Worte verletzen mich, auch wenn ich es mir nicht eingestehen will und es lässt mich wütend werden, dass du so über mich sprichst. Was geht dich das denn bitte an? NICHTS!!!
„Weist du, vielleicht hab ich auch einfach darüber nachgedacht, warum du in letzter zeit so komisch zu mir bist, aber ich glaube, das bemerkst du noch nichtmal!!!“, schnauze ich dich wütend an.
Meine Augen funkeln bestimmt schon zornig vor Wut.
„Ach ja!? Dann denk mal nach Bruderherz, vielleicht kommst du ja selbst drauf, wenn dir nicht wieder irgendeine Tussi dazwischen kommt!“ schreist du nicht weniger laut.
Das saß... Warum regt der Kerl sich eigentlich über Sachen auf, die ihn absolut nichts anzugehen haben?
Du verstehst es ja doch nicht... und warum tut es so weh, wenn du das sagst?
„Bitte!? Kümmer du dich doch gefälligst um deinen eigenen Kram und misch dich nicht in Dinge ein, die dich nichts anzugehen haben! Es ist schon lange nicht mehr so, dass ich dir alles erzähle...
oder dass dich alles was ich tue, etwas anzugehen hat.“

Die Hitze steigt in mir auf, ich werde von Sekunde zu Sekunde wütender, lange habe ich mich nicht mehr unter Kontrolle, dabei hat der Abend ja noch nichtmal angefangen.
Schnell beschleunige ich meine Schritte, ich muss mich beherrschen um nicht handgreiflich zu werden. Und dir geht es wohl nicht anders.
Als wir an Calya's Haus ankommen, weis ich nur noch eins: ich da rein, und zwar schnell. Will alles vergessen, was gerade passiert ist. Besonders dich.
Nein, ich will dich heute echt nicht wieder sehen, sonst garantiere ich für nichts. Die Party ist schon im vollen Gange. Überall tanzen Leute.
An den Wänden stehen vereinzelt Sofa's und ich sehe dir dabei zu, wie du dich auf eines fallen lässt und still schweigend das Geschehen beobachtest.
Plötzlich lässt sich ein bildhübsches Mädchen, mit wunderschönen, langen, blonden Haaren neben dich fallen. Ich muss mich schwer zurückhalten. Was ist nur aus unserer Freundschaft geworden?
Ich könnte heulen und dich schlagen zugleich. Maan...dieses Mädchen ist echt umwerfend...und jetzt macht sie dir auch noch schöne Augen...lange halte ich das nicht aus.
Erst blickst du sie etwas stirnrunzelnd an, doch als du meinen Blick bemerkst, scheint die Situation in ein ganz neues Licht zu rücken.

Du fängst an sie anzulächeln und streichst ihr vorsichtig über den Rücken. Meine Wut steigert sich ins Unermessliche und erreicht einen neuen Höhepunkt.
Plötzlich packt Lion mich von hinten und dreht mich zu sich um. „Hey Alter! Alles klar!?“ fragt er. „Ja sicher...“ antworte ich, kann meine Wut jedoch kaum zurückhalten.
„Ähm... wegen gestern... es tut mir leid...ok!?“ stottert er. „Ach vergiss es! Ist nicht schlimm!“ sage ich abwesend. Mein Blick ist noch immer auf dich geheftet.
Als auch Lion bemerkt, was Sache ist, muss er schwer schlucken. Dann packt er mich am Arm und schleift mich zum Buffet, wo eine große Schale mit Bowle aufgebaut ist.
Lion und ich trinken einiges an Alk, bis wir uns wieder abgeregt haben. Mittlerweile ist „deine“ Couch geräumt und ich habe dich aus dem Blick verloren.
Auch Lion kann dich nicht mehr entdecken und so führt er mich rum und stellt mir einige Leute vor, die ich noch nicht kenne. Aber immer und immer wieder schweifen meine Gedanken ab und ich denke an dich.
Wo bist du hin? Hast du dich mit diesem Mädchen aus dem Staub gemacht. Wo bist du mit ihr hin? Was treibt ihr? Du wirst doch wohl nicht mit ihr... Verdammt Bill, wo bist du hin?

Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Diese verdammte Eifersucht frisst mich auf. Nirgends kann ich dich entdecken. Ich könnte ausrasten, warum muss ich die ganze Zeit an dich denken?
Und warum lässt mir der Streit von vorhin keine ruhe? Nach einiger Zeit, es müssen mittlerweile um die 30 Minuten vergangen sein, kommt ein Mädchen auf mich zu.
Sie hat längeres rotes Haar und wunderschön geschwungene Lippen. Ihre Augen funkeln mich an, als würde sie mich in ihren Bann ziehen wollen .
Wenn mein Herz nicht schon längst Bill gehören würde, würde ich nicht lange rumfakeln und sie angraben.
Schnell wende ich meinen Blick von ihr ab, bevor ich etwas unüberlegtes tue und lasse ihn durch die Wohnung schweifen.
Doch plötzlich entdecke ich dich und das, was ich da sehe, regt mich so sehr auf, dass ich mich am liebsten auf dich stürzen würde und dir deinen wunderschönen Hals umdrehen würde.
Ich weis nicht warum, es ist ja eigentlich deine Sache, mit wem du dich befasst.
Aber da ist etwas, was mich dermaßen aufregt, dass ich diese Tussi, die schon halb auf deinem Schoß sitzt am liebsten in tausend Teile zerhacken würde.
Als du meinen Blick bemerkst, wende ich mich schnell wieder ab und drehe mich zu Lion um, welcher ebenfalls zur Salzsäule erstarrt ist und den Mund nicht mehr zu bekommt.
Wieder flirtet dieses rothaarige Mädchen mich an und versucht mir den Kopf zu verdrehen.
Wenn ich nicht so aufgebracht wäre, hätte ich mich abwenden und ihr widerstehen können, aber da mein Puls auf 180 ist, beschließe ich mich ein wenig mit ihr abzulenken und gehe auf sie zu.
„Ich glaube wir kennen uns noch gar nicht!“ sage ich mit einem Lächeln, von dem ich weis, dass es die Mädels um den Verstand bringt.
„Na dann lass uns doch hier und jetzt mit dem Kennenlernen anfangen Süßer!“ sagt sie und zieht mich ohne weiteres auf die Tanzfläche. Noch immer lächelt sie mich auf unwiderstehliche Weise an.
Ich packe sie an den Hüften und schiebe sie beim tanzen unauffällig in Bills Richtung, wo dieser mit seiner Tussi sitzt.
Ich spüre, wie Adi, mittlerweile habe ich ihren Namen erfahren, ihre Hände langsam in meine Arschtaschen gleiten lässt und sich dichter an mich ranschmiegt.
„Du bist mir schon auf den ersten Blick symphatisch!!!“ sage ich und lächle sie an. „Du mir auch!“ antwortet sie und zieht mich noch näher an sich ran.
Ich spüre ihren heißen Atem an meinem Hals. Bill müsste mich mittlerweile längst bemerkt haben. Und so ist es auch.

Ich linse kurz zu ihm rüber und sehe, wie seine Augen unauffällig aber dennoch vielsagend in meine Richtung funkeln. Er ist sauer... sogar mehr als das. Aber das war noch längst nicht alles Freundchen.
Ich werde das Spiel noch ein wenig weitertreiben. Lange blicke ich dieser... wie hieß die gleich?
Adi?... in die Augen und als sie erwidert, liegen auch schon meine Lippen auf ihren und meine Zunge bahnt sich den Weg in ihren Mund. Immer heftiger werden unsere Küsse.
Das muss man ihr echt lassen, küssen kann sie äußerst gut! Dennoch kann ich keinen Gefallen daran finden... denn sobald ich meine Augen wieder öffne, bist es nicht du, der mir da entgegenblickt.
Lächelnd löse ich mich von ihr, habe keine Lust mehr, zu knutschen. Es bringt mir ja doch nichts, da kann sie noch so gut aussehen.
„Ich hab Durst, lass was trinken gehen!“ sage ich und ziehe sie mit mir zum Buffet...





>>Was du kannst, kann ich schon lange...<<


-Bills Sicht-

Ich kann nicht mehr, ich kann es einfach nicht länger ertragen.
Zuerst dieser dämliche Streit vorhin und die miese Laune zwischen uns Beiden und nun... nun steht er da mit diesem rothaarigen Mädchen und küsst sie leidenschaftlich.
Es tut so weh dabei zuzusehen. Wenn er doch nur wüsste, wie weh er mir damit tut. Wenn er doch nur wüsste, wie gerne ich an der Stelle dieses Mädchens wäre. Wenn er doch nur wüsste... aber er weis es nicht. Nichts weis er!
Ich hasse mich so sehr für diese Gefühle. Was ist nur los mit mir? Neben mir sitzt ein wunderschönes Mädchen, das mich immerwieder mit verliebten Blicken mustert und mir über den Rücken streicht.
Der Name dieses Mädchens ist Moony... jedenfalls hat sie gesagt, dass ich sie so nennen soll. Sie ist wirklich lieb und auch genau mein Typ...und was mache ich!?
Ich sitze hier mit geballten Fäusten und siehe zu, wie mein Bruder eng umschlungen mit diesem rothaarigen Mädchen tanzt.
Immer enger schmiegt sie sich an ihn. Ich drohe zu platzen, wenn die Beiden nicht endlich wieder auseinander gehen.

Plötzlich sieht er mich an, bemerkt meinen Blick und mir ist, als ob ein Lächeln über seine Lippen huscht.
Es vergehen keine 10 Sekunden, da stellt er sich direkt in mein Blickfeld und steckt dieser Tussi seine Zunge in den Hals.
Ich beginne zu zittern, halte diese Show nicht länger aus. Ich ertrage das alles nicht. Tiefer und tiefer Bohren sich meine Nägel in meine Hand.

„Hey, alles in Ordnung?“ höre ich Moony plötzlich aufkeuchen. Als ich ihrem geschocktem Blick folge, bemerke ich, wie mir Blut von der Hand läuft.
Ich hatte meine Fäuste wohl so stark geballt, dass ich mir mit den Nägeln die Haut aufgerissen habe. „Alles in Ordnung.“ sage ich geistesabwesend.
„Was ist denn los? Du wirkst so angespannt... aber ich denke, ich weis, wie ich dir da helfen kann...“ und damit legt Moony ihre Hand an meinen Hals, zieht mich zu sich hin und küsst mich.
Ich wehre mich nicht dagegen, lasse es einfach geschehen und tue es meinem Bruder gleich. Ich weis echt nicht, was mich geritten hat.
Ich bin total nüchtern, völlig bei Verstand und weis, dass ich einen anderen liebe. Dennoch lasse ich mich auf diesen Kuss ein.
Der Kuss wird immer intensiver und mit der Zeit vergesse ich alles um mich herum. Doch ich spüre nichts. Keine Liebe, kein Verlangen, keine Freude... rein gar nichts. Ist es bei Tom auch so?
Empfindet er auch nichts, wenn er eine seiner vielen Errungenschaften küsst? Spielt er auch nur mit ihnen? Aber wenn ja... warum? Als ich mich wieder von diesem Kuss löse, bist du verschwunden.
Ich habe dich aus dem Blick verloren und Eifersucht macht sich breit bei mir. Was hast du jetzt mit ihr vor?
Lange hänge ich diesen Gedanken nicht nach, denn schon zieht Moony mich hoch und steuert mit mir aufs Buffet zu.

Als wir am Buffet ankommen, verkrampft sich mein Magen erneut, denn dort stehst du, lachst dein schönstes Lachen und übersähst deine neue Errungenschaft mit lauter kleinen Küssen, als du mich entdeckst.
Ich stelle mich mit „MEINER“ Errungenschaft direkt neben dich und fange ebenfalls an, wild mit ihr rumzuknutschen. Ich beginne intensiv von meiner Zunge Gebrauch zu machen und hoffe du siehst es.
Schau mir genau zu Tom, du bist nicht der Einzige, der das kann! Du hast endlich aufgehört zu Lachen.
Es ist eine einzige Genugtuung, denn auch wenn ich deine Reaktion jetzt nicht sehen kann, kann ich sie mir doch bildlich vorstellen.
Diese Vorstellung gibt mir einen unheimlichen Kick und veranlasst mich dazu noch mehr Intensität in den Kuss zu legen.
Nachdem mir langsam die Luft ausgeht, löse ich mich wieder von Moony und stelle mich direkt neben dich.

Ich spüre deine stechenden Blicke und lächle in mich hinein. „Na wie ich sehe, hast du ja ne Menge Spaß!!! Und dann machst du mich blöde an wegen meiner Geschichten!?“ flüsters du mir wütend ins Ohr.
Du bist sauer, keine Frage. Dabei ist es doch fast lächerlich, warum wir Streit haben...
„Ach... du doch auch! Ich wollte es dir nur mal gleich tun und weist du was... sie ist eine fantastische Küsserin!!! Wer weis, was da heute noch so passiert!?“
flüstere ich ihm wütend ins Ohr und wende mich wieder von ihm ab.
Er funkelt mich verdammt Sauer an und es würde mich nicht wundern, wenn ich gleich den ersten Schlag kassiere.
Aber um ehrlich zu sein, warte ich nur darauf, dass er zuschlägt, zu gerne würde ich jetzt meine riesige Wut auf ihn loslassen.
Außerdem rieche ich seine Fahne... schon wieder hat er sich volllaufen lassen, was mich noch wütender lassen wird. Moony merkt, wie ich vor Wut bebe und zieht mich schnell in eine innige Umarmung.
Wer weis, was ich mit Tom angestellt hätte, wenn sie mich nicht festgehalten hätte!?
Doch diese Frage muss ich mir nicht lange stellen, denn schon werde ich brutal von hinten aus der Umarmung gezogen und seine Faust findet den Weg in meinen Magen...





>>Das hast du nicht umsonst getan...<<


-Tom's Sicht-

Schon wieder einmal, wie so oft an diesem Abend, habe ich Mühe, mich zurückzuhalten. Ich verstehe das nicht. Warum haben wir wegen soetwas Streit?
Ich brauche dringend Ablenkung, sonst bin ich nicht mehr lange Herr über meine Sinne. Doch diese... äh... Adi bringt mir nicht viel.
Eigentlich habe ich nur versucht, sie zu benutzen, um Bill eins auszuwischen, doch er hat mich übertroffen. Ich will es mir zwar nicht eingestehen, doch es ist so.
Diese Party gleicht von Anfang an einem Machtkampf zwischen ihm und mir, nur das Ende ist noch unklar...

Nachdem Bill fertig ist, mit knutschen, wendet er sich von mir ab und fällt dieser Tussi wieder in die Arme. Er schmiegt sich an sie ran und streicht ihr genüsslich über den Rücken.
Plötzlich brennen bei mir alle Sicherungen durch. Ich halte das einfach nicht mehr aus und so reiße ich Bill aus dieser Umarmung und versetze ihm einen gehörigen Schlag in den Magen.
Er taumelt und fällt schließlich auf den Boden. Erst sieht er mich absolut geschockt an, doch schnell wandelt sich sein Blick und zwei hasserfüllte Augen blinzeln mir entgegen.
Fassungslos starre ich meine Hand an. Was hab ich getan?
Schnell rappelt er sich wieder auf und stürzt sich auf mich. „Bist du bekloppt oder was!?“ brüllt er mich an, während er mich zu Boden reißt.
Er sitzt auf meinem Becken und schlägt mir mit der Hand voller Wucht ins Gesicht. Das hat er nicht umsonst getan!!! Ruckartig ziehe ich ihn an den Haaren zurück, um ihn von mir runterzubekommen.
Und beuge mich über ihn, so dass ich nun die Oberhand habe. „WAS!? Willst du jetzt aufmucken oder was!?“ schreie ich ihn an.
„Geh runter von mir, und pack mich gefälligst nicht an du *SPAM* Automatische Zensur!!!“ schreit er zurück.
Wir sind Beide auf 180 und würden erst aufhören uns zu kloppen, wenn wir uns gegenseitig ins Koma befördert hätten, oder uns Jemand gewaltsam trennen würde.
Immerwieder tritt er mir gegen's Knie, was verdammt weh tut. Ich hole kräftig aus und blicke ihm in die geschockten Augen, bevor ich Bill eine Kopfnuss verpasse. Argh...verdammt tut das weh!
Aber wenn es ihm wenigstens halb so dolle weh getan hat, wie mir, hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Unter mir wendet er sich stark und versucht sich verzweifelt von mir loszureißen.
Plötzlich verliere ich das Gleichgewicht und stürze seitwärts von Bill runter. Sofort stürzt er sich wieder auf mich und beginnt mich zu würgen. Ich greife ebenfalls nach seiner Kehle und schnürre ihn die Luft ab.
Nach weniger Zeit beginne ich zu keuchen. Verdammt... der Kerl bringt mich noch um! Was ist blos in ihn gefahren?
Als auch er beginnt zu keuchen und ihm Tränen in die Augen steigen, lockere ich den Griff und schlage ihm stattdessen erneut in den Magen, damit auch er von mir ablässt.
„Willst du mich umbringen oder was!?“ brülle ich ihn völlig außer Atem an. „Ja! Wenn du mich dann endlich in Ruhe lässt!!!“ schreit er zurück. Was fällt dem Idioten eigentlich ein!?
Der wünscht mir den Tod an den Hals!? Mir? Seinem eigenem Bruder? Na warte Freundchen... Wieder stürze ich mich auf ihn und vergrabe meine Faust in sein Gesicht.
Auch er ist wieder in voller Fahrt und tritt mir in den Unterleib. Verdammt!!! Ich glaub, ich werd impotent! Seit wann ist der Kleine eigentlich so stark!?

Grade will ich wieder auf ihn losgehen, als ich von Lion zurückgerissen werde und er mich mit aller Kraft daran hindert, mich zu bewegen. „Reg dich ab Alter!!!“ schnauzt er mich wütend an.
Klar... ich habe „seinen“ Bill geschlagen! Kein Wunder, dass Lion wütend ist. Als Bill das bemerkt, scheint für ihn der passende Moment gekommen zu sein und er stürmt wieder auf mich zu.
Kurz bevor mich ein weiterer Schlag treffen kann, wird er von Calya aufgehalten und in eine andere Ecke bugsiert.
Noch immer bin ich fest in Lions Griff, als ich beobachte, wie Bill wild mit Calya streitet und schließlich nach seiner Jacke greift und sich aus dem Staub macht. Nun lässt auch Lion mich los.
Auf den eifersüchtigen Penner hab ich im Moment echt keinen Bock. Ich verkrieche mich ins Bad im oberen Geschoss und hoffe, dass mich niemand suchen kommt.

Meine Wut ist inzwischen wieder abgeflaut und ich zermürbe mir den Kopf darüber, wie es nur soweit kommen konnte. Langsam laufen mir Tränen an den Wangen herunter. Was habe ich blos getan?
Wie konnte ich Bill verletzen? Das... das würde ich doch normalerweise nie machen...oder? Wie konnte ich nur?
Warum muss ich den einzigen Menschen, der mir etwas bedeutet verletzen und somit von mir stoßen!? Ich komme mir so erbärmlich vor, wie ich hier sitze und bereue.
Warum kann ich nicht einmal im Leben meine Emotionen unter Kontrolle halten!? Aber... Es tat so verdammt weh. Wiedereinmal wünsche ich mir nichts sehnlicher, als vergessen zu können.
Mein Herz schmerzt so sehr und diese Schuldgefühle nagen dermaßen an meiner Seele, dass ich das Gefühl habe, sie würde mehr und mehr verschwinden. Vorsichtig erhebe ich mich und will zu Lion.
Hoffentlich hat er etwas von seinem Gras dabei! Denn ich wünsche mir nichts sehnlicher als das! Ja, ich will Gras oder nein... besser noch... ich will Heroin! Ob Junes auch auf der Party ist?
Ehrlich gesagt bezweifle ich das... warum sollte Calya ihn auch einladen!?

Doch als ich die Tür öffne und auf den Flur trete, erblicke ich ihn plötzlich und meine Welt hellt sich wieder etwas auf.
Dort steht Junes, quatscht mit ein paar Freunden und scheint bei bester Laune zu sein. Vorsichtig nähere ich mich ihm.
Seine Kumpel sehen mich abschätzend an und seine schwarzen Augen sind neugierig auf mich geheftet. „Ich... Ich brauch da was von dir!“ sage ich ruhig und blicke ihm besonnen in die Augen.
Junes weis sofort was Sache ist und nickt. Er schreitet voran und geht wieder Richtung Badezimmer, aus welchem ich gerade erst gekommen bin.
Vorsichtig lässt er sich auf den Boden sinken und sieht mich fordernd an. Ich schließe die Tür hinter uns und setze mich zu ihm.

„Du weist, dass Drogen gefährlich sein können oder!?“ fragt Junes, während er mich ernst anblickt. „Schon klar du Witzbold! Ist es dir lieber, wenn ich mir die Pulsadern aufschneide!?“ antworte ich.
„Woooow...Alter, ganz ruhig! Du bekommst ja was... allerdings muss ich dir dafür jetzt auch mal die Kohle abknöpfen, das Zeug wächst schließlich nicht auf den Bäumen!“ sagt er ruhig.
„Schon klar Alter! Was kostet das Zeug denn!?“ frage ich etwas nervös. „Ein Gramm bekommst du für 10 Euro!!!“ „und was brauch ich!?“ frage ich verwirrt nach.
„Bei deiner Dosierung würd' ich dir höchstens einen Gramm pro Spritze empfehlen! Sonst wird's zu viel und du verreckst an ner Überdosis!!!“ erwidert er. Danke, kann er das nicht irgendwie anders ausdrücken!? „Alles klar! Aber... ich hab grad nichts dabei... kannst du mir was vorstrecken!?“ frage ich ihn und setze einen verzweifelten Blick auf. „Sicher Süßer!“ antwortet er und packt seinen Kram aus.
Wie hat er mich da gerade genannt? 'Süßer'? Der ist doch wohl nicht... egal... Hauptsache ich bekomme endlich den Stoff!
„Und von wem bekomme ich das Zeug, wenn ich mal wieder was brauche?“ unterbreche ich sein 'Ritual'. Lächelnd sieht Junes mich an.
„Na von mir natürlich!!!“ antwortet er schließlich und reicht mir seine Handynummer. Als er das Pulver aufgelöst und in zwei Spritzen gefüllt hat, reicht er mir eine und meint: „Probier's mal selber!“.
Vorsichtig setze ich die Spritze an, bin noch etwas am Zittern und blicke fragend in Junes Gesicht. „Ja, fast...“ sagt er und schiebt die Spritze etwas weiter nach rechts.
Vorsichtig spritze ich mir das Heroin in die Vene und warte darauf, wieder auf der 7. Wolke zu schweben.
Lange muss ich nicht warten und schon werde ich wieder in Watte verpackt und vergesse alles, was geschehen ist. Herrlich dieses Gefühl...





>>Reuhe..<<


-Bill's Sicht-

Tränen laufen stumm aus meinen Augen, rinnen über mein Gesicht und sterben auf meinen Lippen. Ich laufe durch den Regen, niemand soll meine Tränen sehen. Ja, ich weine... ich weine um dich!
Wie konnte es nur so weit kommen? Warum haben wir überhaupt erst angefangen, uns zu streiten? Und was in Gottes Namen hat uns dazu getrieben, uns zu Prügeln?
Es tut so weh, nicht die Hämatome oder die vielen blauen flecken sind es, die mich quälen, sondern die Tatsache, dass du es warst, der mich so zugerichtet hat.

In letzter Zeit wird unser Verhältnis immer schlechter, immerwieder frage ich mich, wie es gekommen ist, dass wir jetzt nicht mehr so wie früher beieinander sein können,
doch nie bin ich auf eine passende Antwort gekommen. Aber eines ist ganz sicher, die Tatsache, dass Tom sich mehr und mehr zum riesen *SPAM* Automatische Zensur entwickelt, trägt nicht gerade zur Besserung bei.

Als ich zuhause ankomme, renne ich gleich in mein Zimmer und lasse mich aufs Bett fallen. Immerwieder haue ich mit der Faust in mein Kissen. Du *SPAM* Automatische Zensur... du verdammter *SPAM* Automatische Zensur. Warum tust du mir so weh? Macht es dir Spaß, meine Gefühle zu verletzen? Unaufhörlich fließen die Tränen an meinen Wangen hinunter und ich muss mich stark zusammenreißen um nicht das ganze Haus zusammenzuschreien.
Verzweifelt beiße ich nun in mein Kissen, habe angst, das mum mein Weinen hört. Ich liebe dich doch so sehr... warum müssen wir immer streiten? Ich liebe dich... NEIN... Ich hasse dich!!!
Denn du weckst die Einsamkeit in mir! Du machst mich schwach. Du bringst mich um den Schlaf. Du berührst mein Herz. Du bist Schuld, dass ich das Alleinsein nicht mehr ertrage.
Immer wenn du nicht bei mir bist, fange ich an von dir zu träumen, denn du fehlst mir bereits, wenn du mir nur den Rücken zuwendest.

Weiter laufen tränen an meinen Wangen hinab... doch es sind andere Tränen als zuvor. Meine Wut hat sich in Reue verwandelt. Ja... Ich weine... weine um dich, weil ich alles so unendlich bereue.
Wie sehr würde ich mir wünschen, die Zeit zurückzudrehen. Wäre ich doch blos nie mit dir zu dieser verdammten Party gegangen...
Gestern war alles noch gut... naja... gut ist was anderes... aber wir haben uns noch nicht gezofft. Und jetzt hasst du mich sicher. Verdammt... warum musste das so scheiße laufen?
Nach einiger Zeit falle ich vor Erschöpfung in einen unruhigen schlaf...

Ein Kichern lässt mich aus meinem Schlaf hochschrecken. Du bist zurück! Doch plötzlich vernehme ich eine weitere Stimme. Das ist nicht wahr oder!? Du hast ein Mädchen mit nach Hause genommen.
Um diese Uhrzeit... Nein, bitte nicht! Das kann nur eins bedeuten...aber...oh bitte Gott, tu mir das nicht an.
Zitternd setze ich mich auf, rutsche ans Kopfende, so dass ich mich gegen die wand lehnen kann und ziehe meine Beine an meinen Oberkörper.
Verzweifelt schlinge ich meine Arme um meine Knie und lege meinen Kopf auf ihnen ab. Bitte Tom... tu mir das nicht an! Ich höre, wie ihr kichernd die Treppe raufsteigt und in dein Zimmer geht.
Die Wände sind verdammt dünn und ich kann keine Musik anmachen, da ich sonst das ganze Haus aufwecken würde. Plötzlich höre ich das Mädchen aufstöhnen. Nein...ich will das nicht hören.

Stumme Tränen beginnen von neuem in Bächen an meinem Gesicht herunter zu laufen. Wieder und wieder müsst ihr aufkeuchen und stöhnt vor Lust.
Bilder machen sich in meinem Kopf breit, wie du mit diesem rothaarigen Mädchen von vorhin im Bett liegst und mit ihr schläfst. Sie stöhnt deinen Namen und ich merke, wie mein Herz sich zusammenzieht.
Ich bekomme keine Luft mehr. Das halte ich nicht mehr aus! Dieser Schmerz ist jenseits von dem, was man ertragen kann!

Dein stöhnen wird immer lauter und erfolgt in immer geringeren Abständen. Verzweifelt presse ich mir ein Kissen auf die Ohren. Ich kann nicht mehr! Bitte Gott, lass es endlich aufhören! Doch es hört nicht auf.
Im Gegenteil es wird immer lauter und schrecklicher!!! Nach einer halben Ewigkeit, in der ich tausend Tode gestorben bin, höre ich nur noch einen lauten Schrei von ihr und höre, dass ihr beide wild am keuchen seid.
Es ist vorbei... Nach wenigen Minuten schleicht sie leise über den Flur und verlässt das Haus. Sie ist weg! Endlich! Kraftlos sacke ich in mich zusammen. Mein Bett ist ein einziges Tränenmeer.
Meine Augen schmerzen tierisch von all den Tränen und all die Bilder, die sich jetzt in meinem Kopf abspielen, lassen mir keine Ruhe. Bilder von dir und ihr.
Diese verdammten Bilder wollen einfach nicht verschwinden. Sie rauben mir den Schlaf, den Verstand und all mein Glück... Wäre das alles nicht passiert, wenn ich dir meine Liebe gestanden hätte?
Hättest du dann Rücksicht auf mich genommen? Und wärst lieber zu ihr gegangen? Wie ich mir wünschte, ich hätte den Mut, es dir zu sagen. Doch ich habe ihn nicht und werde ihn wohl auch niemals haben.

Was habe ich doch früher gelacht über Leute, die aus Angst keine Gefühle zeigen wollten. Was für Memmen habe ich gedacht. Doch Hochmut kommt vor dem Fall und früher oder später trifft es dich dann selbst. Nie hätte ich gedacht, dass Liebe so wehtun kann. Dass der Schmerz dir das Herz zerreißen kann. Ein Schmerz, als würde dir eine riesige Faust das Herz zusammen drücken.
Das Unvermögen diese Liebe zu begreifen und immer nur dieser unvorstellbare Schmerz. Und ständig begleitet mich diese Angst. Angst, vor einer zu großen Verletzung.
Das Risiko ist mir einfach zu hoch und ich habe den nötigen Mut nicht, das alles durchzustehen.
Ich habe weder den Mut, noch die Kraft, zu meinen Gefühlen zu stehen und ich wünschte mir so sehr, dass es anders wäre.
Mit einem von Schmerz gezeichneten Ausdruck in den Augen falle ich endlich in einen furchtbaren Schlaf...





>>Bittere Erkenntnis<<


-Tom's Sicht-

Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln mein Gesicht. Langsam öffne ich meine Augen. Starre gegen die Decke und denke an den gestrigen Abend.
Nachdem die Wirkung des Heroins nachgelassen hatte, habe ich begonnen, mir Gedanken über mein Leben zu machen und die Antworten, die ich gefunden habe, haben mir nicht gefallen.
Mir ist bewusst geworden, dass ich noch nie in meinem Leben wirkliche Liebe gespürt habe. Alle redeten immerzu über dieses Gefühl. Alle kannten es, doch warum kannte ich es nicht?
Ich hatte schon so unendlich viele Beziehungen, doch all die Mädchen, mit denen ich zusammen war, haben mir nie wirklich etwas bedeutet. Ich habe ihnen immerzu nur das Herz gebrochen.
Die „Liebe“ war all die Zeit nur ein Spiel für mich. Nichts ernstes. Aber warum kann ich sie nicht finden... die „wahre“ Liebe? Warum kennt sie Jeder, nur ich nicht?
Warum habe ich nie gespürt, wovon all die anderen immer redeten?

So viele Fragen gingen mir durch den Kopf und die Antworten, die ich nach so viel Jahren endlich gefunden hatte, verletzten mich so sehr, dass ich wünschte ich hätte nie nach ihnen gefragt.
Denn bei all den Fragen, lag doch die Antwort so nah: Ich konnte die Liebe nicht finden, weil sie schon immer bei mir war. Warum nur erkannte ich all die Zeit nicht, dass ich verliebt war?

Wie schon gestern Abend, nach meiner glorreichen Erkenntnis, kämpfe ich wieder mit den Tränen. Mir wurde klar, wie sehr ich mich doch verändert hatte und das nur, weil ich endlich wirkliche Liebe empfinde? Lieber hätte ich sie niemals kennen gelernt...nicht so...
Und so kämpfe ich täglich mit der Ironie meines Schicksals, denn ich liebe dich... ausgerechnet dich...meinen Bruder.
Meine Liebe ist mit Blut geschrieben worden und solange dieses Blut durch meine Adern fließt, werde ich nicht aufhören können, dich zu lieben.
Nie werde ich Jemand anderen so sehr lieben können, wie ich dich liebe. Nie wird mein Herz so sehr geliebt werden, wie ich das deine liebe. Niemals werde ich wahre Liebe erfahren können.

Ja...das ist die Erkenntnis, die mir die letzte Nacht gebracht hat. Ich werde Zeit meines Lebens alleine sein und der Liebe nachtrauern, die ich niemals haben durfte.
Und das nur aus einem ganz einfachen Grund: weil du mein Bruder bist! Mein ein und Alles!!! Wie konnte Gott mir das nur antun?
Warum lässt er zu, dass die einzige Liebe, die ich je verspüren werde meinem Bruder gehört? Es ist nicht erlaubt... nicht erlaubt... weil es abstoßend ist, pervers... wer entscheidet das?
Wer eignet sich diese Macht an, zu entscheiden was richtig und was falsch ist? Es steht im Gesetz geschrieben... wird „Blutschande“ genannt. Doch wer verdammt gebietet über dieses Gesetz? Es ist nicht fair!
Ich darf den einzigen Menschen, der mir etwas bedeutet nicht lieben, weil ANDERE es mir verbieten wollen. Alle anderen dürfen ihn lieben, nur ich nicht! Das ist so unfair!!! Aber das ist noch längst nicht alles.
Ich weis auch, dass du es niemals akzeptieren könntest. Du wärest angeekelt vor mir und würdest mich verlassen. Ich will dich nicht verlieren, das würde ich nicht überleben!

All diese Gedanken schmerzen so sehr und fressen mich Stück für Stück von innen auf. Ich lernte nicht nur kennen, was Liebe ist, sondern gleichzeitig auch, was unerwiderte Liebe ist.
Nun weis ich, was ich all den Mädchen angetan habe. Doch ich bezweifle, dass sie auch nur im entferntesten so viel Schmerz empfunden haben wie ich es tue.

Irgendwann gestern Abend kam dann Lion wieder auf mich zu. Er sah gar nicht gut aus, aber ich kann echt nicht behaupten, dass ich besser aussah.
Wir redeten miteinander und haben uns wieder zusammengerauft. Dann irgendwann ganz plötzlich fragte er mich: „Sag mal, wann hast du eigentlich das letzte Mal eine Frau gehabt?“
Mir wären vor Schreck fast die Augen aus dem Kopf gefallen. „Uff... das ist schon eine ganze Weile her!“ habe ich ihm dann schließlich geantwortet.
„Du solltest vielleicht mal wieder drüber nachdenken!“ meinte er dann mit einen ernsten Blick zu mir.
„Na komm... sonst warst du auch nicht drum verlegen, dir einfach mal eine zum Vögeln mit nach Hause zu nehmen! Außerdem hat das doch eh nichts mit Gefühlen zu tun und Bill wirst du eh nie haben können!“ ergänzte er.
Bei dem letzten Satz hätte ich ihm am liebsten umgebracht. Aber er hatte ja Recht.
Ich hatte ein bisschen Sex echt mal wieder nötig und außerdem wollte ich austesten, ob ich wirklich nichts für jemanden anderen empfinden kann. Zu verlieren hatte ich also nichts.

Als mir dann diese Adi erneut über den Weg gelaufen ist, habe ich nicht lange gefackelt und sie mit nach Hause geschleift. Doch das, was dann kam, hat mich noch viel tiefer ins Verderben gestoßen.
Noch nie ist es mir passiert, das ein Mädchen, mit dem ich geschlafen hatte, mich so kalt gelassen hat. Es war weder besonders schön noch äußerst erregend.
Da hätte ich auch gleich selber Hand anlegen können. Es lag nicht etwa daran, dass sie nicht gut war, sondern vielmehr daran, dass es nicht Bill war.

Als der Akt geendet hatte, packte das Mädchen... wie hieß sie gleich?... egal...ihre Sachen zusammen und ging ohne ein weiteres Wort. Ich war echt froh, als sie endlich weg war.
Kurz darauf war ich auch schon eingeschlafen... und nun liege ich hier wach in meinem Bett und lasse den ganzen letzten Tag revue passieren.
Als ich an die gemeinsame Nacht mit dem rothaarigen Mädchen denke, muss ich schwer schlucken. Noch nie in meinem Leben habe ich mich so schuldig gefühlt... ich fühle mich, als hätte ich dich betrogen!
In gewisser Weise habe ich auch mich selbst betrogen...Ich habe mein Herz betrogen! Ich bin mit diesem Mädchen einfach so in die Kiste gestiegen, ohne weiter drüber nachzudenken.
Aber jetzt ist da dieses Gefühl in mir... es sagt mir, dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Wie konnte ich meinem eigenen Herzen nur solchen Schmerzen aussetzen? Ja... ich habe dich betrogen!
Dabei bin ich doch gar nicht mit dir zusammen... und ich weis auch, dass du niemals „mein“ sein wirst. Niemals werde ich dich so sehr lieben können, wie ich es mir wünsche.

Doch auch, wenn ich dich niemals haben kann, werde ich immer bei dir sein und dich beschützen... genauso, wie ich es schon immer tue!!!
Mehr als das kann ich nicht tun und so stirbt mein Herz langsam vor sich hin. Warum musste ich mich auch in ihn verlieben? Gerade in meinen Bruder. Ich hätte das niemals zulassen dürfen.
Aber er hat mir gezeigt, was Wärme ist. Durch ihn weis ich jetzt, was Liebe ist... dass es weitaus mehr gibt, als das körperliche Verlangen. Traurig über diese Tatsache stehe ich auf und verlasse mein Zimmer...






>>Denkst du, mir hat das Spaß gemacht?<<


-Bill's Sicht-

Vorsichtig schlage ich die Augen auf. Es tut so weh... meine Augen brennen förmlich. Zuviel habe ich gestern weinen müssen und die Gedanken an Gestern treiben mir unwillkürlich erneut die Tränen in die Augen. Doch innerlich weine ich gar nicht mehr... nein! Ich blute!!! Langsam rappel ich mich auf, wisch mir die Tränen aus dem Gesicht und ziehe mich um.
Schnell will ich in Richtung Bad, doch als ich auf den Flur trete, laufe ich dir natürlich promt über den Weg. Kurz schauen wir uns an und gehen dann aneinander vorbei.
Kein Wort ist gefallen... eine Welt ist zusammengebrochen. Mein Herz...mein ganzer Körper schmerzt!!!
Mein Herz ist am sterben...es tut so unglaublich weh, denn das Herz stirbt langsam...mit jeder einzelnen Hoffnung.

Nachdem ich mich im Bad zurecht gemacht habe, folge ich dir nach unten an den Frühstückstisch. Ich setze mich dir gegenüber und blicke dich kurz an. Lange kann ich deinen Anblick nicht ertragen, erstens weil wir uns gestern furchtbar geprügelt haben, zweitens weil ich mir dann vorstelle, wie du SIE küsst. Innerlich bete ich: Bitte Tom... spring über deinen Schatten, spring und sag, dass es dir leid tut.
Das es dir leid tut, bitte zeig es mir!!!

Dieser Schmerz in meiner Brust schnürrt mir fast die Seele zusammen. Warum musstest du gestern mit ihr... oh Gott... warum kann ich diese Nacht nicht endlich vergessen? Du bist mein BRUDER!!!
Du bedeutest für mich die Welt und ausgerechnet du fügst mir Schmerzen zu. Wie kann ich dich lieben? Wie? Warum? Immer diese verdammten Fragen. Ich kann es einfach nicht fassen.
Ich muss diese Gefühle vergessen... wieso geht es nicht? Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich will sterben, doch es geht einfach nicht!

Wieder blicke ich auf. Sehe in deine Augen. Sie treffen meine und ich sehe, dass es dir leid tut. Traurig blicken wir einander an. Sind versunken in den Augen des Anderen. Die Zeit steht still zwischen uns.
„Hey Jungs, wie war eigentlich eure Party gestern Abend?“ unterbricht unsere Mum die Stille. Wieder wird es kalt in meinem Herzen und ich blicke betrübt zur Seite. „Es war scheiße!“ antwortest du ihr.
Ich blicke wieder auf und suche deine Augen...gefunden. Noch immer blickst du mich unverwant an und sprichst weiter: „Es war der beschissenste Tag seit langem!“ Mum blickt dich musternd an.
Sie sieht deine Anspannung und zieht es vor zu schweigen. Ich weis nicht, warum ich es ihr nicht gleichtun kann. Warum muss ich jetzt meine verdammte Klappe aufreißen?

Doch es geht nicht anders und schon sage ich direkt, was mir auf dem Herzen liegt: „Dennoch scheinst du großen Spaß gehabt zu haben!!!“ Verwirrt siehst du mich an.
Auch Mum blickt mich an. Ich sehe, wie sich auf deiner Stirn falten bilden. Plötzlich springt Mum auf, merkt wohl, dass sie fehl am Platz ist und rauscht aus dem Zimmer.
Das Zeichen für dich... sofort redest du auf mich ein.
„Denkst du etwa, das Gestern hat mir Spaß gemacht? Verdammt Bill... warum ist es soweit gekommen? Das war echt alles andere als Fun! Wie kommst du überhaupt darauf, dass sowas spaß macht!?“ sagst du. „Das meine ich auch nicht...“ antworte ich. Du ziehst eine Augenbraue hoch und guckst mich verwirrt an. „Nicht? Was denn dann?“ sagst du. Ich schaue bedrückt zu Boden und meide deinen Blick.
„Verdammt Bill rede mit mir!!! Sag mir was du meinst!... Was willst du überhaupt!?“ regst du dich auf. Was ich will? Ich will nur eins... Ich brauche nur eins, und das bist du!!!
Ich bin echt kein Mensch, der vieles braucht... brauche nicht all die Dinge oder diese Menschen, die mir eh nichts bedeuten!!! Ich brauche nur eins und das bist du...

Wütend siehst du mich an, willst eine Antwort... willst verstehen.
„Verdammt Tom! Ich hab euch gehört!!! Jedes einzelne Geräusch hab ich gehört, als du mit IHR in deinem Zimmer warst!!!“ schreie ich während ich im selben Moment aufspringe.
Ich glaube, ich sehe dich ziemlich geschockt an. Kann meine Gefühle nicht länger unterdrücken. Fange direkt vor deinen Augen an zu weinen. Du siehst mich an. Verzweiflung und Panik liegt in deinem Blick.
Meine Worte haben dir die Sprache verschlagen. Du siehst mich entsetzt an, stehst vorsichtig auf und willst gerade den Mund öffnen, als ich mich umdrehe und davonlaufe.
Ich schäme mich so sehr, vor dir zu heulen und so verschwinde ich, so schnell ich kann hoch in mein Zimmer.

Nun sitze ich hier auf meinem Bett und heule- wieder einmal. Denke nach, wie so oft.
Denke an dich, an mich, an mein Leben- mein verkorkstes Leben. Wie soll es denn jetzt nur weiter gehen? Diese Fragen quälen mich. Ich weis einfach nicht, was ich machen soll.
Ich weis nur, dass es nicht so weiter gehen kann. Unaufhaltsam laufen die Tränen, doch es ist mir egal. Mir ist alles egal.
Doch eines fasziniert mich... ich bin verwundert, dass ich nach der letzten Nacht überhaupt noch weinen kann, dass ich überhaupt noch Tränen in mir habe.
Ich weis gar nicht mehr, wie oft ich geweint habe in letzter Zeit. Ich weis nur eins... bald kann ich nicht mehr. Schon jetzt bin ich ein einziges seelisches Wrack.
Ich will, dass du zu mir kommst, mich in den Arm nimmst und mich tröstest. Doch ich weis genau, dass das nicht passieren wird. Ich drehe laut die Musik auf. Ganz laut.
So, dass es auch wirklich jeder hören kann, besonders du. Es ist traurige Musik. Passend zu meiner Stimmung. Und ich beginne mich wieder zu fragen, wie das alles angefangen hat.
Warum ich mich gerade in dich verlieben musste... meinen Bruder.

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MAIN



Anmeldungsdatum: 23.04.2006
Beiträge: 335

BeitragVerfasst am: 10.10.2009 22:55    Titel:


alles schon gelesen... ich will was neues XD

<333

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*tomstear*



Anmeldungsdatum: 19.11.2006
Beiträge: 944
Wohnort: leider nicht nah genug beim Tom

BeitragVerfasst am: 14.10.2009 12:35    Titel:


hab mich echt lang nich mehr gemeldet aber gab da erst nen paar probleme die ich lösen musste...

aber is jetz auch wurscht^^

weiter???? Razz

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Twincest 4ever....

"Lächle und sei froh es könnte schlimmer kommen...
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Mitglied in TOMS HAREM

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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
Beiträge: 1293
Wohnort: Tokio

BeitragVerfasst am: 16.04.2010 20:20    Titel:


Ist noch irgendjemand hier?
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MAIN



Anmeldungsdatum: 23.04.2006
Beiträge: 335

BeitragVerfasst am: 17.04.2010 09:14    Titel:


Ich bin da!Ich bin da!Ich bin da!Ich bin da!
Ich bin da!Ich bin da!Ich bin da!Ich bin da!
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Ich bin da!Ich bin da!Ich bin da!Ich bin da!
Ich bin da!Ich bin da!Ich bin da!Ich bin da!

XD

DAS hast du gewusst was? XDD

<3<3<3<3<3<3<3

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Michi



Anmeldungsdatum: 18.11.2005
Beiträge: 1293
Wohnort: Tokio

BeitragVerfasst am: 17.04.2010 14:26    Titel:


O.o...
-.-...
JA!!!

XDDDDDDDD oki dann nit hier sondern ff.de :p
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Anmeldungsdatum: 23.04.2006
Beiträge: 335

BeitragVerfasst am: 22.05.2011 11:46    Titel:


Hahaha das forum EXISTIERT noch! XD
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